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Hiob hielt den Namen Jehovas in EhrenDer Wachtturm 2009 | 15. April
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Von Satan auf die Probe gestellt
3. Was wissen wir über Hiob? Warum wurde er zur Zielscheibe des Teufels?
3 Hiob war ein reicher Mann mit viel Einfluss, der seiner Familie mit gutem Beispiel voranging. Offenbar war er allgemein hoch geachtet als jemand, der guten Rat gab und Notleidende unterstützte. Was ihn jedoch am meisten auszeichnete, war seine Gottesfurcht. Es heißt nämlich von ihm: „Dieser Mann erwies sich als untadelig und rechtschaffen und gottesfürchtig und von Schlechtem weichend.“ Zielscheibe des Teufels wurde Hiob nicht, weil er wohlhabend und einflussreich war, sondern wegen seiner Gottergebenheit (Hiob 1:1; 29:7-16; 31:1).
4. Was ist sittliche Vollständigkeit?
4 In der Einleitung zum Bibelbuch Hiob wird eine Zusammenkunft im Himmel beschrieben, bei der die Engel ihren Platz vor Jehova einnahmen. Auch Satan war anwesend und nutzte die Gelegenheit, Hiob anzuklagen. (Lies Hiob 1:6-11.) Der Teufel führte Hiobs Besitztümer zwar an, konzentrierte sich aber darauf, Hiobs sittliche Vollständigkeit anzuzweifeln, ob er also wirklich rechtschaffen, untadelig, gerecht und makellos wäre. Im biblischen Sinn ist mit sittlicher Vollständigkeit gemeint, dass jemand der Person Jehovas mit ungeteiltem Herzen vollständig ergeben ist.
5. Was unterstellte der Teufel Hiob?
5 Der Teufel unterstellte Hiob, er diene Gott nicht aus Ergebenheit, sondern aus purem Eigennutz. Treu bliebe Hiob Jehova nur so lange, wie dieser ihn belohne und beschütze. Jehova erlaubte Satan daraufhin, seine Behauptungen zu beweisen und diesen treuen Mann anzugreifen. So kam es, dass Hiob an einem einzigen Tag mit den Schreckensnachrichten konfrontiert wurde, dass sein gesamter Viehbestand geraubt oder vernichtet worden war, dass man seine Diener getötet hatte und dass alle seine 10 Kinder ums Leben gekommen waren (Hiob 1:13-19). Gab sich Hiob geschlagen? Der Bibelbericht beschreibt, wie Hiob auf sein Unglück reagierte: „Jehova selbst hat gegeben, und Jehova selbst hat weggenommen. Der Name Jehovas sei fernerhin gesegnet!“ (Hiob 1:21).
6. (a) Was spielte sich bei einer weiteren Zusammenkunft im Himmel ab? (b) Auf wen bezog sich die Behauptung des Teufels noch?
6 Einige Zeit später fand erneut eine Zusammenkunft im Himmel statt. Wieder stellte der Teufel beleidigende Behauptungen über Hiob auf, indem er sagte: „Haut um Haut, und alles, was ein Mensch hat, wird er für seine Seele geben. Strecke zur Abwechslung doch deine Hand aus, und rühre an sein Gebein und sein Fleisch, und sieh, ob er dir nicht direkt ins Angesicht fluchen wird.“ Satan beschränkte seine Behauptungen also nicht mehr nur auf Hiob, denn er sagte: „Alles, was ein Mensch hat, wird er für seine Seele geben.“ Damit stellte er nicht nur die Ergebenheit Hiobs infrage, sondern pauschal die jedes Menschen, der Jehova dient. Daraufhin erlaubte Gott dem Teufel, Hiob mit einer schmerzhaften Krankheit zu schlagen (Hiob 2:1-8). Doch das war noch längst nicht alles, was Hiob durchzustehen hatte.
Hiobs Lage genauer betrachtet
7. Wie wurde der Druck auf Hiob durch seine Frau und seine Besucher noch verstärkt?
7 Hiobs Frau hatte unter den ersten Unglücksschlägen genauso zu leiden wie Hiob selbst. Wie traumatisch muss es für sie gewesen sein, nicht nur ihr gesamtes Hab und Gut, sondern auch noch alle ihre Kinder zu verlieren! Und mit ansehen zu müssen, wie ihr Mann qualvolle Schmerzen litt, muss für sie auch schier unerträglich gewesen sein, sodass sie ausrief: „Hältst du noch an deiner unversehrten Lauterkeit fest? Fluche Gott und stirb!“ Dann traten drei Besucher auf den Plan: Eliphas, Bildad und Zophar. Angeblich waren sie gekommen, um Hiob zu trösten. Tatsächlich erwiesen sie sich mit ihren gefährlichen Fehleinschätzungen als „leidige Tröster“. Bildad zum Beispiel unterstellte Hiobs Kindern, sie hätten sich etwas zuschulden kommen lassen und seien zu Recht dafür bestraft worden. Eliphas schlussfolgerte aus Hiobs Leiden, er müsse irgendwie gesündigt haben. Er zog sogar in Zweifel, dass es Gott überhaupt etwas bedeutet, wenn man ihm treu bleibt! (Hiob 2:9, 11; 4:8; 8:4; 16:2; 22:2, 3). Unter all diesem immensen Druck blieb Hiob Jehova vollständig ergeben. Zwar ließ er sich dazu hinreißen, „dass er eher seine eigene Seele gerechtsprach als Gott“ (Hiob 32:2). Aber an seiner Treue hielt er unerschütterlich fest.
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Hiob hielt den Namen Jehovas in EhrenDer Wachtturm 2009 | 15. April
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Der Teufel hatte behauptet, selbst ein so vorbildlicher Diener Gottes wie Hiob würde Jehova nicht treu bleiben, wenn er auf seinen ganzen Reichtum verzichten müsste. Doch als Hiobs Treue auf die Probe gestellt wurde, erwies sie sich als echt. Nun behauptete Satan, jeder Mensch würde sich von Gott abwenden, wenn er Schaden an Leib und Leben erleide. Hiob musste schweres Leid durchmachen und blieb Jehova trotzdem vollständig ergeben. So wurde Satan durch diesen unvollkommenen, aber treuen Mann zum Lügner gestempelt.
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Hiob hielt den Namen Jehovas in EhrenDer Wachtturm 2009 | 15. April
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Die Bibel sagt nicht, wie viel Zeit zwischen den in Hiob 1:6 und 2:1 erwähnten Zusammenkünften im Himmel verging. Währenddessen jedoch wurde Hiob grausam auf die Probe gestellt. Weil er treu war, konnte Jehova zum Teufel über ihn sagen: „Auch hält er noch an seiner unversehrten Lauterkeit fest, obwohl du mich gegen ihn reizt, ihn ohne Ursache zu verschlingen.“ Aber Satan gab nicht zu, dass seine Behauptungen widerlegt worden waren. Im Gegenteil, er verlangte, dass Hiob auf eine weitere schwere Probe gestellt würde. Er griff Hiob also nicht nur an, solange er wohlhabend war, sondern auch noch, als er schon völlig mittellos war. Satan hat eindeutig nicht das geringste Mitleid, nicht einmal mit Armen oder mit Opfern eines Unglücks. Und Menschen, die Jehova vollständig ergeben sind, hasst er (Hiob 2:3-5). Doch trotz all seiner Anstrengungen wurde er von Hiob zum Lügner gestempelt — durch Hiobs Treue.
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Hiob hielt den Namen Jehovas in EhrenDer Wachtturm 2009 | 15. April
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Hiob hielt den Namen Jehovas in Ehren
16. Wie war Hiob Jehova gegenüber eingestellt?
16 Hiob gebrauchte den Namen Jehovas und pries ihn. Selbst als er die niederschmetternde Nachricht erhielt, dass seine Kinder gestorben waren, kam kein böses Wort gegen Gott über seine Lippen. Obwohl Hiob irrtümlich dachte, Jehova sei für den Verlust verantwortlich, hielt er dennoch seinen Namen in Ehren. In einem seiner poetischen Aussprüche erklärte er später: „Siehe! Die Furcht Jehovas — das ist Weisheit, und sich vom Schlechten abwenden ist Verstand“ (Hiob 28:28).
17. Wie schaffte Hiob es, Jehova treu zu bleiben?
17 Wie schaffte es Hiob, Jehova vollständig ergeben zu bleiben? Er hatte ganz offensichtlich schon eine enge Freundschaft zu Jehova aufgebaut, bevor er von den Unglücksschlägen getroffen wurde. Obwohl er allem Anschein nach nicht wusste, dass Satan Jehova herausgefordert hatte, wollte er um jeden Preis treu bleiben. Er erklärte: „Bis ich verscheide, werde ich meine unversehrte Lauterkeit nicht von mir weichen lassen!“ (Hiob 27:5). Wie war Hiob so ein guter Freund Jehovas geworden? Abraham, Isaak und Jakob waren entfernte Verwandte von ihm. Wie Gott mit ihnen gehandelt hatte, muss Hiob erfahren und sehr geschätzt haben. Auch aus der Schöpfung konnte er viel über Jehovas Eigenschaften lernen. (Lies Hiob 12:7-9, 13, 16.)
18. (a) Wie bewies Hiob, dass er Jehova vollständig ergeben war? (b) Wie können wir uns an ihm ein Beispiel nehmen?
18 Was Hiob über Jehova in Erfahrung gebracht hatte, weckte in ihm den Wunsch, Jehova zu gefallen. Regelmäßig brachte er Opfer dar für den Fall, dass Mitglieder seiner Familie etwas getan hatten, was Gott missfiel, oder „in ihrem Herzen Gott geflucht“ hatten (Hiob 1:5). Sogar während seiner harten Bewährungsprobe äußerte sich Hiob weiter positiv über Jehova (Hiob 10:12). Ist das nicht ein gutes Beispiel für uns? Auch wir müssen uns regelmäßig damit beschäftigen, wer Jehova ist und was er vorhat. Wir machen es uns zur guten Gewohnheit, die Bibel zu studieren, die Zusammenkünfte zu besuchen, zu beten und die gute Botschaft zu predigen, damit unsere Freundschaft zu Jehova intakt bleibt. Und wir tun alles, was in unserer Kraft steht, den Namen Jehovas bekannt zu machen. Genauso wie sich Jehova über die Treue Hiobs freute, so freut er sich von Herzen über die Treue seiner Diener heute.
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