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    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1998
    • Eine neue Abteilung entsteht

      Die Druckerei der Gesellschaft in Brooklyn hatte nahezu 30 Jahre lang Japan mit den Büchern versorgt, die zur Verbreitung im Predigtdienst benötigt wurden. Als jedoch die Bauarbeiten an der neuen Druckerei in Ebina im Gange waren, wurde die Entscheidung getroffen, der japanische Zweig solle selbst beginnen, Bücher zu produzieren.

      Nachdem der Direktor einer großen Leimfabrik von den Plänen gehört hatte, stattete er dem Zweigbüro einen Besuch ab. Als er erfuhr, daß man die Klebstoffe selbst herstellen wollte, bot er an, die Rohmaterialien und die nötige Ausrüstung zu ordern. Falls gewünscht, würde er aber auch den Leim gern zum Selbstkostenpreis liefern. Aus welchem Grund? Einige Jahre zuvor hatte er eine Buchbinderei- und Druckmaschinenmesse in Chicago (USA) besucht. Dort lernten er und seine Gruppe Brüder aus dem Brooklyner Bethel kennen, die sie zu einem Besuch der Druckerei der Watch Tower Society in New York einluden. Der gesamte Betrieb, besonders aber die Freundlichkeit und die harte Arbeit der Brüder, hinterließen bei der Gruppe einen starken Eindruck. Nun wollte er also auf irgendeine Weise helfen. Am Ende war es preiswerter, den Leim von ihm zu beziehen, als ihn selbst herzustellen. Über ihn war es auch möglich, Kontakte zu anderen Lieferfirmen aufzunehmen, was zu beträchtlichen Einsparungen führte.

      Viele Maschinenhersteller arbeiteten auf ähnliche Weise mit den Brüdern zusammen. Als die Vertreter eines Herstellers von Dreischneidern und Zusammentragmaschinen nach Ebina kamen, um einen Vertrag aufzusetzen, waren sie von allem, was sie auf der Baustelle sahen, schwer beeindruckt, besonders von den angestrengt arbeitenden Freiwilligen. Daher boten sie an, den Preis für ihre Maschinen um 1 000 000 Yen (10 000 $) zu senken.

      Wer würde die Brüder ausbilden?

      Niemand in der Druckerei hatte auch nur die geringste praktische Erfahrung im Buchbinden. Robert Pobuda wurde zu einer sechswöchigen Schulung nach Brooklyn eingeladen und erhielt dort auch Informationen, wie die Brüder in Japan geschult werden konnten. Das Informationsmaterial wurde übersetzt, und es wurden Buchbindereikurse abgehalten. Fachleute kommerzieller Unternehmen kamen und wiesen die Brüder in die Verwendung des Buchbindereimaterials ein, wodurch die Ausbildung abgerundet wurde. Auch arrangierte man Führungen durch kommerzielle Buchbindereien, um die Arbeitsvorgänge zu beobachten.

      Einmal wurden die Brüder nach einer solchen Führung in das Büro des Direktors gebeten. „Wissen Sie eigentlich, warum Sie kommen durften?“ fragte er. „Normalerweise dürfen Angehörige anderer Buchbindereien unsere Fabrik nicht besichtigen, aber eine Woche bevor Sie um die Genehmigung einer Führung baten, sprach eine Zeugin Jehovas bei mir vor und bot die Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! an. Ihr Benehmen und das, was ich in den Zeitschriften las, beeindruckte mich.“ Er nahm weitere Literatur entgegen, unter anderem abonnierte er die Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! Er machte auch das hilfreiche Angebot, einige Brüder einen Monat lang in der Fabrik ausbilden zu lassen.

      Im Lauf der Jahre haben die Brüder in der Buchbinderei ihre Fertigkeiten ständig verbessert und ihr Wissen vertieft. Kommerzielle Buchbindereien schicken sogar ihre eigenen Arbeiter zu einer Führung durch die Druckerei der Gesellschaft. Sie sind immer sehr angetan von der Sauberkeit und der Liebe zum Detail. James Mantz, ehemaliger Druckereiaufseher, erinnert sich: „Den Vertretern einer Buchbinderei wurde die Erlaubnis gegeben, Videoaufnahmen von der regulären Führung zu machen. Sie planten, das Video zur Schulung ihrer Mitarbeiter zu verwenden. Sie hatten die gleiche Ausrüstung und verrichteten eine ähnliche Arbeit, aber sie wollten die Bethelmitarbeiter als Vorbild nehmen wegen ihrer Einstellung, die sich in den fröhlichen Gesichtern bei der Arbeit zeigte, und weil sie sehr effizient arbeiteten.“ Bruder Mantz vergißt auch nicht das Erstaunen eines Geschäftsmannes, der die Buchbinderei der Gesellschaft besichtigte. Der Geschäftsmann sagte: „Japanische junge Leute leiden an dem sogenannten Drei-K-Syndrom — kiken, kitanai und kitsui.“ Damit wollte er sagen, daß die meisten jungen Leute an einer Arbeit, die sicherheitsgefährdend, schmutzig oder schwierig ist, nicht interessiert sind. In der Druckerei in Ebina ist das dagegen nicht der Fall.

      Für die De-Luxe-Abteilung interessiert man sich besonders. Die Buchbinderei in Ebina gehört in Japan zur bedeutendsten Informationsquelle über das Binden von Büchern in De-Luxe-Ausführung. In dieser Buchbinderei werden Bibeln mit Ledereinband serienmäßig produziert.

  • Japan
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1998
    • Die vollständige Neue-Welt-Übersetzung in Japanisch wurde in den Einrichtungen in Ebina gedruckt und gebunden. Um die 136 000 Bibeln zu produzieren, die man 1982 für die Freigabe auf den 17 Bezirkskongressen „Königreichswahrheit“ benötigte, wurde in der Reproduktionsabteilung, an den Druckpressen und in der Buchbinderei rund um die Uhr gearbeitet. Manche Brüder arbeiteten 12 bis 16 Stunden am Tag. Der Gedanke motivierte sie, daß sie eine Arbeit weiterführten, die Esra, ‘ein geschickter Abschreiber im Gesetz Gottes’, schon in alter Zeit verrichtet hatte. Während Esra allerdings mit der Hand abschreiben mußte, hatten sie dagegen eine Hochleistungs-Offsetrotationsmaschine, um die Arbeit in Japanisch zu verrichten. Als Erinnerung daran, diesen geschickten Abschreiber nachzuahmen, hefteten sie sich die Worte aus Esra 7:6 an eine Seite der Druckpresse.

      In jenem Jahr besuchten alle Brüder aus der Buchbinderei den letzten Kongreß in Fukushima. Sie hatten die letzten Bibeln, die für die Freigabe benötigt wurden, am Tag vor dem Kongreß fertig — genau acht Minuten vor Arbeitsschluß. Shigeru Yoshioka, der damals in der Buchbinderei arbeitete, erinnert sich: „Wir waren zwar erschöpft, aber als wir die Freudentränen in den Augen der Brüder sahen, die die langersehnte vollständige Neue-Welt-Übersetzung erhielten, hatten wir alle das Gefühl, daß es sich mehr als gelohnt hatte.“

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