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  • Zeugen gegen die falschen Götter
    Der Wachtturm 1995 | 1. September
    • Zeugen gegen die falschen Götter

      „‚Ihr seid meine Zeugen‘, ist der Ausspruch Jehovas, ‚ja mein Knecht, den ich erwählt habe‘“ (JESAJA 43:10).

      1. Wer ist der wahre Gott, und inwiefern ist er erhaben über all die vielen Götter, die heute angebetet werden?

      WER ist der wahre Gott? Mit dieser höchst wichtigen Frage wird heute die gesamte Menschheit konfrontiert. Obwohl viele Götter angebetet werden, kann uns nur e i n Gott Leben geben und eine glückliche Zukunft bieten. Nur von e i n e m kann gesagt werden: „Durch ihn haben wir Leben und bewegen uns und existieren“ (Apostelgeschichte 17:28). Ja, nur e i n Gott hat das Recht, angebetet zu werden. Dahin gehend äußert sich auch der im Bibelbuch Offenbarung erwähnte himmlische Chor, der singt: „Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast, und deines Willens wegen existierten sie und wurden sie erschaffen“ (Offenbarung 4:11).

      2, 3. (a) Wie focht Satan lügnerisch Jehovas Recht auf Anbetung an? (b) Welche Folgen hatte Evas Sünde für sie selbst und für ihre Kinder, und was bedeutete ihre Sünde für Satan?

      2 Im Garten Eden focht Satan lügnerisch Jehovas Recht auf Anbetung an. Er bediente sich einer Schlange, als er zu Eva sagte, sie würde wie Gott werden, wenn sie gegen das Gesetz Jehovas rebellieren und trotz des Verbots von dem Baum essen würde. Satan argumentierte: „Gott weiß, daß an demselben Tag, an dem ihr davon eßt, euch ganz bestimmt die Augen geöffnet werden, und ihr werdet ganz bestimmt sein wie Gott, erkennend Gut und Böse“ (1. Mose 3:5). Eva glaubte der Schlange und aß von der verbotenen Frucht.

      3 Natürlich hatte Satan gelogen (Johannes 8:44). Eva wurde, als sie sündigte, nur insofern „wie Gott“, als sie es nun selbst übernahm, zu entscheiden, was recht und was unrecht war — doch das hätte sie besser Jehova überlassen sollen. Da Satans Versprechen nur eine Lüge war, mußte Eva schließlich sterben. Satan war somit der einzige, der aus Evas Sünde wirklich Nutzen zog. Ja, als Satan daranging, Eva zu überreden, war sein eigentliches Ziel, sich selbst zu einem Gott zu machen. Eva wurde durch ihre Sünde seine erste menschliche Anhängerin, und Adam schloß sich ihr kurz darauf an. Ihre Kinder wurden nicht nur „in Sünde“ geboren, sondern die meisten gerieten auch unter den Einfluß Satans; so kam innerhalb kurzer Zeit eine ganze Welt ins Dasein, die von dem wahren Gott entfremdet war (1. Mose 6:5; Psalm 51:5).

      4. (a) Wer ist der Gott der Welt? (b) Was muß unbedingt getan werden?

      4 Jene Welt wurde durch die Sintflut vernichtet (2. Petrus 3:6). Nach der Flut kam eine andere von Gott entfremdete Welt ins Dasein; diese besteht immer noch. Mit Bezug darauf heißt es in der Bibel: „Die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist“ (1. Johannes 5:19). Dadurch, daß die Welt dem Geist und dem Buchstaben des Gesetzes Jehovas zuwiderhandelt, dient sie den Zielen Satans. Er ist ihr Gott (2. Korinther 4:4). Doch er ist eigentlich ein unfähiger Gott. Er kann die Menschen weder glücklich machen noch ihnen Leben geben; das kann nur Jehova. Personen, die sich ein sinnvolles Leben und eine bessere Welt wünschen, müssen daher zunächst erfahren, daß Jehova der wahre Gott ist, und dann lernen, seinen Willen zu tun (Psalm 37:18, 27, 28; Prediger 12:13). Deshalb müssen Männer und Frauen des Glaubens unbedingt Zeugnis geben, das heißt die Wahrheit über Jehova verkündigen.

      5. Von welcher „großen Wolke von Zeugen“ sprach der Apostel Paulus? Nenne einige Personen, die er anführt.

      5 Solch treue Personen gab es von Anfang an auf der Weltbühne. Der Apostel Paulus zählte in Hebräer, Kapitel 11 eine ganze Reihe von ihnen auf und sprach von ihnen als von einer „so großen Wolke von Zeugen“ (Hebräer 12:1). Als ersten führte Paulus Abel an, den zweiten Sohn Adams und Evas. Aus der Zeit vor der Flut werden noch Henoch und Noah genannt (Hebräer 11:4, 5, 7). Eine herausragende Persönlichkeit ist Abraham, der Stammvater der jüdischen Nation. Abraham, der „Freund Jehovas“ genannt wurde, war ein Vorfahr Jesu, des ‘treuen und wahrhaftigen Zeugen’ (Jakobus 2:23; Offenbarung 3:14).

      Abrahams Zeugnis für die Wahrheit

      6, 7. Inwiefern waren das Leben und die Taten Abrahams ein Zeugnis dafür, daß Jehova der wahre Gott ist?

      6 Inwiefern diente Abraham als ein Zeuge? Durch seinen starken Glauben an Jehova und seinen loyalen Gehorsam ihm gegenüber. Als Abraham aufgefordert wurde, die Stadt Ur zu verlassen und für den Rest seines Lebens in einem fernen Land zu leben, gehorchte er (1. Mose 15:7; Apostelgeschichte 7:2-4). Nomaden geben ihr Wanderleben oft zugunsten der größeren Sicherheit in der Stadt auf. Als Abraham daher die Stadt verließ, um fortan in Zelten zu leben, bewies er nachdrücklich sein Vertrauen auf Jehova Gott. Sein Gehorsam war für Beobachter ein Zeugnis. Jehova segnete Abraham reichlich für seinen Glauben. Abraham lebte zwar in Zelten, aber er hatte in materieller Hinsicht Gedeihen. Als Lot und seine Angehörigen gefangen weggeführt wurden, schenkte Jehova den Bemühungen Abrahams Gelingen, so daß er sie befreien konnte. Abrahams Frau gebar in hohem Alter einen Sohn, wodurch sich die Voraussage Jehovas bewahrheitete, daß Abraham einen Samen zeugen würde. In Verbindung mit Abraham konnten Menschen sehen, daß Jehova ein lebendiger Gott ist, ein Gott, der seine Verheißungen erfüllt (1. Mose 12:1-3; 14:14-16; 21:1-7).

      7 Als Abraham von der Befreiung Lots zurückkehrte, traf er Melchisedek, den König von Salem (dem späteren Jerusalem), der ihn mit den Worten begrüßte: „Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten.“ Er kam auch zum König von Sodom, der ihm Geschenke anbot. Abraham lehnte jedoch ab. Warum? Er wollte keinen Zweifel aufkommen lassen, wem er sein Gedeihen zu verdanken hatte. Deshalb sagte er: „Ich erhebe meine Hand zum Eid zu Jehova, zu Gott, dem Höchsten, dem, der Himmel und Erde hervorgebracht hat, daß ich, vom Faden bis zum Sandalenriemen, bestimmt nichts von irgend etwas nehmen werde, was dein ist, damit du nicht sagen kannst: ‚Ich bin es gewesen, der Abram reich gemacht hat‘“ (1. Mose 14:17-24). Welch ein vorzüglicher Zeuge Abraham doch war!

      Eine Nation von Zeugen

      8. Wodurch bewies Moses großen Glauben an Jehova?

      8 Zu den Zeugen, die Paulus aufzählte, gehört auch Moses, ein Nachkomme Abrahams. Moses wandte dem Reichtum Ägyptens den Rücken und trat später mutig dem Herrscher der mächtigen Weltmacht gegenüber, um die Kinder Israels in die Freiheit zu führen. Was gab ihm solch einen Mut? Sein Glaube. Paulus sagte: „[Moses] blieb standhaft, als sähe er den Unsichtbaren“ (Hebräer 11:27). Die Götter Ägyptens waren sichtbar, man konnte sie berühren. Von ihren Standbildern sind Menschen noch heute beeindruckt. Jehova war zwar unsichtbar, aber für Moses war er viel realer als all die falschen Götter. Moses zweifelte nicht im geringsten daran, daß Jehova existiert und seine Anbeter belohnt (Hebräer 11:6). Moses wurde ein herausragender Zeuge.

      9. Als was sollte die Nation Israel Jehova dienen?

      9 Nachdem Moses die Israeliten in die Freiheit geführt hatte, wurde er der Mittler eines Bundes zwischen Jehova und den Nachkommen Abrahams durch Jakob. Auf Grund dessen kam die Nation Israel als besonderes Eigentum Jehovas ins Dasein (2. Mose 19:5, 6). Zum erstenmal sollte ein nationales Zeugnis gegeben werden. Das, was Jehova ungefähr 800 Jahre später durch Jesaja sagte, traf im Grundsatz von Anfang an auf die Nation zu: „‚Ihr seid meine Zeugen‘, ist der Ausspruch Jehovas, ‚ja mein Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr erkennt und an mich glaubt und damit ihr versteht, daß ich derselbe bin‘“ (Jesaja 43:10). Inwiefern sollten die Angehörigen der neuen Nation als Zeugen für Jehova dienen? Durch ihren Glauben und ihren Gehorsam sowie durch das, was Jehova für sie tat.

      10. Inwiefern wurde durch die Machttaten, die Jehova für Israel vollbrachte, ein Zeugnis gegeben, und was wurde dadurch bewirkt?

      10 Etwa 40 Jahre nach der nationalen Geburt war Israel im Begriff, das Land der Verheißung in Besitz zu nehmen. Kundschafter wurden ausgesandt, um sich in der Stadt Jericho umzusehen; ihnen wurde von Rahab, einer Einwohnerin der Stadt, Schutz gewährt. Warum? Sie sagte: „Wir haben gehört, wie Jehova die Wasser des Roten Meeres vor euch her austrocknete, als ihr aus Ägypten kamt, und was ihr den beiden Königen der Amoriter angetan habt, die jenseits des Jordan waren, nämlich Sihon und Og, welche ihr der Vernichtung geweiht habt. Als wir es zu hören bekamen, da begann unser Herz zu schmelzen, und euretwegen hat sich kein Geist mehr in irgend jemandem erhoben, denn Jehova, euer Gott, ist Gott droben in den Himmeln und unten auf der Erde“ (Josua 2:10, 11). Der Bericht über die Machttaten Jehovas veranlaßte Rahab und ihre Angehörigen, Jericho und dessen falschen Göttern den Rücken zu kehren und zusammen mit Israel Jehova anzubeten. Jehova hatte durch Israel offensichtlich ein eindrucksvolles Zeugnis gegeben (Josua 6:25).

      11. Welche Pflicht, Zeugnis zu geben, hatten alle israelitischen Eltern?

      11 Als die Israeliten noch in Ägypten waren, hatte Jehova Moses mit folgenden Worten aufgefordert, Pharao aufzusuchen: „Geh zu Pharao hinein, denn ich — ich habe sein Herz und das Herz seiner Diener unempfänglich werden lassen, damit ich diese meine Zeichen direkt vor ihn setze und damit du vor den Ohren deines Sohnes und des Sohnes deines Sohnes verkünden kannst, wie streng ich mit Ägypten verfahren bin und meine Zeichen, die ich unter ihnen errichtet habe; und ihr werdet bestimmt erkennen, daß ich Jehova bin“ (2. Mose 10:1, 2). Gehorsame Israeliten würden ihren Kindern von den Machttaten Jehovas erzählen. Die Kinder würden sie wiederum ihren Kindern berichten, und so sollte es von Generation zu Generation geschehen. Auf diese Weise würde die Erinnerung an die mächtigen Taten Jehovas bewahrt bleiben. Auch heute ist es die Pflicht der Eltern, ihren Kindern Zeugnis zu geben (5. Mose 6:4-7; Sprüche 22:6).

      12. Inwiefern diente der Segen Jehovas, der auf Salomo und auf Israel ruhte, als Zeugnis?

      12 Der reiche Segen Jehovas, der auf Israel ruhte, solange es treu war, diente als Zeugnis für die umliegenden Nationen. Das hatte bereits Moses gesagt, nachdem er Israel die von Jehova verheißenen Segnungen vor Augen geführt hatte: „Alle Völker der Erde werden sehen müssen, daß Jehovas Name über dir genannt worden ist, und sie werden sich tatsächlich vor dir fürchten“ (5. Mose 28:10). Salomo erhielt wegen seines Glaubens Weisheit und Reichtum. Unter seiner Herrschaft gedieh die Nation, und sie erfreute sich einer langen Friedenszeit. Wir lesen über jene Tage: „Man kam fortwährend aus allen Völkern, um Salomos Weisheit zu hören, ja von allen Königen der Erde her, die von seiner Weisheit gehört hatten“ (1. Könige 4:25, 29, 30, 34). Zu den prominenten Besuchern Salomos gehörte die Königin von Scheba. Als sie mit eigenen Augen sah, wie sehr Jehova die Nation und ihren König gesegnet hatte, sagte sie: „Möge Jehova, dein Gott, gesegnet werden, der an dir Gefallen gefunden hat, so daß er dich als König für Jehova, deinen Gott, auf seinen Thron gesetzt hat; denn dein Gott hat Israel geliebt“ (2. Chronika 9:8).

      13. Was war das wahrscheinlich wirkungsvollste Zeugnis Israels, und von welchem Nutzen ist es für uns heute?

      13 Der Apostel Paulus erwähnte das wahrscheinlich wirkungsvollste Zeugnis Israels. Er sagte in seinem Brief an die Christenversammlung in Rom über das fleischliche Israel: „Ihnen wurden die heiligen Aussprüche Gottes anvertraut“ (Römer 3:1, 2). Beginnend mit Moses, wurden bestimmte treue Israeliten inspiriert, sowohl Jehovas Handlungen mit Israel als auch seinen Rat, seine Gesetze und seine Prophezeiungen schriftlich festzuhalten. Durch diese Schriften legten die Schreiber der alten Zeit für alle kommenden Generationen — auch für die unsrige — Zeugnis dafür ab, daß es nur e i n e n Gott gibt und daß sein Name Jehova lautet (Daniel 12:9; 1. Petrus 1:10-12).

      14. Warum wurden einige, die für Jehova Zeugnis ablegten, verfolgt?

      14 Leider versäumte Israel des öfteren, Glauben auszuüben, und dann mußte Jehova seiner eigenen Nation Zeugen senden. Viele von diesen wurden verfolgt. Wie Paulus sagte, „erhielten [sie] ihre Erprobung durch Verspottungen und Geißelungen, in der Tat, mehr als das, durch Fesseln und Gefängnisse“ (Hebräer 11:36). Wahrhaftig treue Zeugen! Wie traurig, daß sie oft von Angehörigen ihrer eigenen, der von Jehova erwählten Nation, verfolgt wurden! (Matthäus 23:31, 37). Die Sünde der Nation war schließlich so groß, daß sich Jehova 607 v. u. Z. der Babylonier bediente, um Jerusalem und den Tempel zerstören und die Mehrheit der überlebenden Israeliten ins Exil führen zu lassen (Jeremia 20:4; 21:10). War das das Ende des nationalen Zeugnisses für den Namen Jehovas? Keineswegs.

      Eine Erprobung der Götter

      15. Wie wurde selbst im Babylonischen Exil Zeugnis gegeben?

      15 Selbst im Babylonischen Exil zögerten treue Angehörige der Nation nicht, Zeugnis von der Göttlichkeit und der Macht Jehovas abzulegen. Daniel zum Beispiel deutete furchtlos die Träume Nebukadnezars, erklärte Belsazar die Handschrift an der Wand und weigerte sich gegenüber Darius, in bezug auf das Gebet Kompromisse zu machen. Auch die drei Hebräer, die es ablehnten, sich vor einem Standbild zu verneigen, gaben Nebukadnezar ein hervorragendes Zeugnis (Daniel 3:13-18; 5:13-29; 6:4-27).

      16. Mit welchen Worten sagte Jehova die Rückkehr der Israeliten in ihr Heimatland voraus, und welchem Zweck sollte die Rückkehr dienen?

      16 Jehova beabsichtigte allerdings, daß auf dem Boden Israels wieder ein nationales Zeugnis gegeben werden sollte. Hesekiel, der unter den Juden prophezeite, die sich in Babylon im Exil befanden, beschrieb, wozu Jehova in Verbindung mit dem verwüsteten Land entschlossen war: „Ich will die Menschen auf euch mehren, das ganze Haus Israel, insgesamt, und die Städte sollen bewohnt werden, und die verwüsteten Stätten selbst werden wieder gebaut werden“ (Hesekiel 36:10). Warum wollte Jehova das tun? In erster Linie sollte es als Zeugnis für seinen Namen dienen. Durch Hesekiel ließ er erklären: „Nicht um euretwillen tue ich es, o Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr entweiht habt unter den Nationen“ (Hesekiel 36:22; Jeremia 50:28).

      17. In welchem Zusammenhang wurden die in Jesaja 43:10 aufgezeichneten Worte geäußert?

      17 Der Prophet Jesaja wurde in Verbindung mit der Voraussage über Israels Rückkehr aus dem Babylonischen Exil dazu inspiriert, die Worte aufzuzeichnen, die wir in Jesaja 43:10 finden, wo es heißt, Israel sei der Zeuge Jehovas, sein Knecht. In Jesaja 43 und 44 wird Jehova als Israels Schöpfer, Bildner, Gott, Heiliger, Retter, Rückkäufer und König beschrieben (Jesaja 43:3, 14, 15; 44:2). Israel befand sich im Exil, weil die Nation wiederholt versäumt hatte, Jehova die gebührende Ehre zu erweisen. Trotzdem war es noch sein Volk. Jehova sagte zu Israel: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich zurückgekauft. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein“ (Jesaja 43:1). Israels Exil in Babylon sollte einmal ein Ende haben.

      18. Wie wurde durch die Befreiung Israels aus Babylon bewiesen, daß Jehova der allein wahre Gott ist?

      18 Jehova machte die Befreiung Israels aus Babylon tatsächlich zu einer Erprobung der Götter. Er forderte die falschen Götter der Nationen auf, ihre Zeugen zu stellen, und er benannte Israel als seinen Zeugen (Jesaja 43:9, 12). Als er für Israel die Riegel des Exils zerbrach, bewies er, daß die Götter Babylons überhaupt keine Götter waren und daß er der allein wahre Gott ist (Jesaja 43:14, 15). Dadurch, daß er schon ungefähr 200 Jahre im voraus Cyrus, den Perser, namentlich als denjenigen bezeichnet hatte, der als sein Knecht die Juden befreien würde, erbrachte er einen weiteren Beweis für seine Göttlichkeit (Jesaja 44:28). Israel sollte freigelassen werden. Warum? Jehova erklärte: „Damit ... [Israel] meinen Lobpreis erzählt“ (Jesaja 43:21). Es sollte eine weitere Gelegenheit erhalten, Zeugnis zu geben.

      19. Welches Zeugnis wurde dadurch gegeben, daß Cyrus die Israeliten aufforderte, nach Jerusalem zurückzukehren, sowie durch das, was treue Juden nach ihrer Rückkehr taten?

      19 Als die Zeit gekommen war, nahm Cyrus, der Perser, wie vorausgesagt, Babylon ein. Cyrus war zwar ein Heide, doch er verkündigte die Göttlichkeit Jehovas, als er zugunsten der in Babylon festgehaltenen Juden folgenden Erlaß herausgab: „Wer immer unter euch von seinem ganzen Volk ist: Es möge sich erweisen, daß sein Gott mit ihm ist. So ziehe er hinauf nach Jerusalem, das in Juda ist, und baue das Haus Jehovas, des Gottes Israels — er ist der wahre Gott —, das in Jerusalem war, wieder auf“ (Esra 1:3). Viele Juden fühlten sich angesprochen. Sie unternahmen die weite Reise in das Land der Verheißung und errichteten dort, wo früher der Tempel gestanden hatte, einen Altar. Trotz Hindernissen und starkem Widerstand konnten sie schließlich den Tempel und die Stadt Jerusalem wieder aufbauen. All das geschah, wie Jehova selbst sagte, „nicht durch eine Streitmacht noch durch Kraft, sondern durch ... [seinen] Geist“ (Sacharja 4:6). Das Erreichte lieferte einen weiteren Beweis dafür, daß Jehova der wahre Gott ist.

      20. Was kann trotz der Schwächen Israels in bezug auf das Zeugnis gesagt werden, das es in der damaligen Welt für den Namen Jehovas ablegte?

      20 So fuhr Jehova fort, Israel als seinen Zeugen zu gebrauchen, obwohl es eine Nation von unvollkommenen und manchmal rebellischen Menschen war. In vorchristlicher Zeit bildete diese Nation mit ihrem Tempel und ihrer Priesterschaft das Zentrum der wahren Anbetung für die ganze Welt. Für denjenigen, der in den Hebräischen Schriften von den Taten Jehovas in Verbindung mit Israel liest, kann gar kein Zweifel bestehen, daß es nur e i n e n wahren Gott gibt und daß sein Name Jehova lautet (5. Mose 6:4; Sacharja 14:9). Doch es sollte ein noch größeres Zeugnis für den Namen Jehovas gegeben werden, und damit werden wir uns im nächsten Artikel beschäftigen.

  • Christliche Zeugen für die göttliche Souveränität
    Der Wachtturm 1995 | 1. September
    • Christliche Zeugen für die göttliche Souveränität

      „‚[Verkündet] die Vorzüglichkeiten‘ dessen ‚weit und breit ...‘, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat“ (1. PETRUS 2:9).

      1. Welches wirkungsvolle Zeugnis für Jehova wurde in vorchristlicher Zeit gegeben?

      IN VORCHRISTLICHER Zeit bestätigte eine lange Reihe von Zeugen mutig, daß Jehova der allein wahre Gott ist (Hebräer 11:4 bis 12:1). Sie hatten einen starken Glauben, hielten furchtlos die Gesetze Jehovas und weigerten sich, in religiöser Hinsicht Kompromisse zu machen. Dadurch gaben sie ein kraftvolles Zeugnis für die universelle Souveränität Jehovas (Psalm 18:21-23; 47:1, 2).

      2. (a) Wer ist Jehovas größter Zeuge? (b) Wer ersetzte die Nation Israel als Zeuge für Jehova? Wieso wissen wir das?

      2 Der letzte und größte vorchristliche Zeuge war Johannes der Täufer (Matthäus 11:11). Er war bevorrechtigt, das Kommen des Auserwählten anzukündigen, und er führte Jesus als den verheißenen Messias ein (Johannes 1:29-34). Jesus ist Jehovas größter Zeuge, „der treue und wahrhaftige Zeuge“ (Offenbarung 3:14). Da das fleischliche Israel Jesus verwarf, wurde es von Jehova verworfen, und eine neue Nation, das geistige Israel Gottes, wurde als sein Zeuge eingesetzt (Jesaja 42:8-12; Johannes 1:11, 12; Galater 6:16). Petrus zitierte eine Prophezeiung über Israel und zeigte, daß sie auf das „Israel Gottes“, die Christenversammlung, Anwendung fand, als er sagte: „Ihr ... seid ‚ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, ein Volk zum besonderen Besitz, damit ihr die Vorzüglichkeiten‘ dessen ‚weit und breit verkündet‘, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat“ (1. Petrus 2:9; 2. Mose 19:5, 6; Jesaja 43:21; 60:2).

      3. Worin besteht die Hauptverantwortung des Israels Gottes und der „großen Volksmenge“?

      3 Die Worte des Petrus zeigen, daß die Hauptverantwortung des Israels Gottes darin besteht, von der Herrlichkeit Jehovas öffentlich Zeugnis zu geben. In unseren Tagen hat sich dieser geistigen Nation eine „große Volksmenge“ von Zeugen angeschlossen, die Gott ebenfalls öffentlich preisen. Sie rufen mit lauter Stimme, damit alle es hören: „Die Rettung verdanken wir unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm“ (Offenbarung 7:9, 10; Jesaja 60:8-10). Wie können das Israel Gottes und dessen Gefährten ihr Zeugnis geben? Durch ihren Glauben und durch ihren Gehorsam.

      Falsche Zeugen

      4. Warum waren die Juden der Tage Jesu falsche Zeugen?

      4 Glaube und Gehorsam schließen auch ein, gemäß Gottes Grundsätzen zu leben. Wie wichtig das ist, zeigt Jesu Aussage über die jüdischen geistlichen Führer seiner Tage. Sie hatten sich als Gesetzeslehrer „auf Moses’ Stuhl gesetzt“. Sie sandten sogar Missionare aus, um Andersgläubige zu bekehren. Jesus sagte jedoch zu ihnen: „Ihr [durchreist] das Meer und das trockene Land ..., um einen einzigen Proselyten zu machen, und wenn er es wird, macht ihr ihn zu einem Gegenstand für die Gehenna, doppelt so schlimm wie ihr selbst.“ Diese Religionsvertreter waren falsche Zeugen — arrogant, heuchlerisch und lieblos (Matthäus 23:1-12, 15). Bei einer Gelegenheit klagte Jesus einige Juden an mit den Worten: „Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu tun.“ Warum äußerte er wohl so etwas gegenüber Angehörigen der von Gott auserwählten Nation? Weil sie den Worten des größten Zeugen für Jehova keine Beachtung schenken wollten (Johannes 8:41, 44, 47).

      5. Wieso wissen wir, daß die Christenheit ein unwahres Zeugnis über Gott abgelegt hat?

      5 In den Jahrhunderten, die seit den Tagen Jesu vergangen sind, haben Hunderte von Millionen Menschen in der Christenheit in ähnlicher Weise behauptet, Jesu Jünger zu sein. Doch da sie nicht Gottes Willen getan haben, bleibt ihnen die Anerkennung Jesu verwehrt (Matthäus 7:21-23; 1. Korinther 13:1-3). Die Christenheit hat Missionare ausgesandt, von denen viele zweifellos aufrichtig waren. Sie lehrten die Menschen jedoch, einen dreieinigen Gott anzubeten, der Sünder im Höllenfeuer quält, und die meisten ihrer Bekehrten sind im allgemeinen den Beweis schuldig geblieben, Christen zu sein. Das afrikanische Land Ruanda war beispielsweise ein fruchtbares Feld für die katholischen Missionare. Trotzdem beteiligten sich unlängst ruandische Katholiken aktiv an dem Bürgerkrieg in jenem Land. Die Früchte, die in diesem Missionsgebiet hervorgebracht wurden, zeigen, daß es von der Christenheit kein wirklich christliches Zeugnis erhalten hat (Matthäus 7:15-20).

      Gemäß Gottes Grundsätzen leben

      6. Inwiefern ist ein tadelloser Lebenswandel ein wichtiger Bestandteil des Zeugnisgebens?

      6 Der schlechte Lebenswandel von Personen, die sich als Christen bezeichnen, bringt Schmach auf den „Weg der Wahrheit“ (2. Petrus 2:2). Ein wahrer Christ lebt gemäß Gottes Grundsätzen. Er wird weder stehlen noch lügen, noch betrügen, noch unsittlich handeln (Römer 2:22). Und er wird gewiß keinen seiner Mitmenschen umbringen. Christliche Ehemänner beaufsichtigen liebevoll ihre Familie. Ehefrauen unterstützen diese Aufsicht respektvoll. Kinder werden von ihren Eltern geschult und dadurch auf das Leben als verantwortungsbewußte christliche Erwachsene vorbereitet (Epheser 5:21 bis 6:4). Zugegeben, wir sind alle unvollkommen und machen Fehler. Doch ein wahrer Christ beachtet die biblischen Grundsätze und unternimmt echte Anstrengungen, sie im Leben anzuwenden. Dadurch, daß andere dies beobachten, wird ein hervorragendes Zeugnis gegeben. Schon manch einer, der früher gegnerisch eingestellt war, konnte für die Wahrheit gewonnen werden, nachdem er den rechtschaffenen Lebenswandel eines Christen beobachtet hatte (1. Petrus 2:12, 15; 3:1).

      7. Wie wichtig ist es, daß Christen einander lieben?

      7 Jesus wies auf einen wichtigen Aspekt des christlichen Lebenswandels hin, als er sagte: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt“ (Johannes 13:35). Satans Welt ist durch ‘Ungerechtigkeit, Bosheit, Habsucht, Schlechtigkeit, Neid, Mord, Streit, Trug und Niedertracht’ gekennzeichnet, durch Menschen, die „Ohrenbläser, böse Zungen, Gotteshasser, unverschämt, hochmütig, anmaßend, erfinderisch im Schadenstiften, den Eltern ungehorsam“ sind (Römer 1:29, 30). In einer derartigen Umwelt wäre eine weltweite Organisation, deren Erkennungsmerkmal die Liebe ist, ein deutlicher Beweis für das Wirken des Geistes Gottes und somit ein wirkungsvolles Zeugnis. Jehovas Zeugen bilden eine solche Organisation (1. Petrus 2:17).

      Zeugen sind Erforscher der Bibel

      8, 9. (a) Wie wurde der Psalmist durch das Studium des Gesetzes Gottes und das Nachsinnen darüber gestärkt? (b) Inwiefern werden wir durch das Studium der Bibel und das Nachsinnen darüber gestärkt, weiterhin Zeugnis zu geben?

      8 Damit ein Christ wirklich ein gutes Zeugnis geben kann, muß er einerseits die gerechten Grundsätze Jehovas kennen und lieben sowie andererseits die Verdorbenheit der Welt wirklich hassen (Psalm 97:10). Die Welt setzt ihre Überzeugungskraft ein, um ihre eigenen Gedanken zu fördern, und es ist nicht immer leicht, ihrem Geist zu widerstehen (Epheser 2:1-3; 1. Johannes 2:15, 16). Was kann uns helfen, die rechte geistige Einstellung zu bewahren? Ein regelmäßiges, zielgerichtetes Studium der Bibel. Der Schreiber des 119. Psalms beteuerte viele Male seine Liebe zum Gesetz Jehovas. Ständig, „den ganzen Tag“, las er darin und sann darüber nach (Psalm 119:92, 93, 97-105). Auf Grund dessen konnte er schreiben: „Falschheit habe ich gehaßt, und sicherlich verabscheue ich sie ständig. Dein Gesetz habe ich geliebt.“ Seine tiefe Liebe veranlaßte ihn außerdem zum Handeln. Er sagte: „Siebenmal am Tag habe ich dich gepriesen wegen deiner gerechten richterlichen Entscheidungen“ (Psalm 119:163, 164).

      9 In ähnlicher Weise wird das regelmäßige Studium des Wortes Gottes und das Nachsinnen darüber unser Herz berühren und uns veranlassen, Jehova oft zu ‘preisen’ — von ihm Zeugnis abzulegen —, sogar „siebenmal am Tag“ (Römer 10:10). Im Einklang damit sagte der Schreiber des ersten Psalms von einem Menschen, der regelmäßig über die Worte Jehovas nachsinnt: „Er wird gewiß wie ein Baum werden, gepflanzt an Wasserbächen, der seine eigene Frucht gibt zu seiner Zeit und dessen Laub nicht welkt, und alles, was er tut, wird gelingen“ (Psalm 1:3). Der Apostel Paulus wies ebenfalls auf die Macht des Wortes Gottes hin, als er schrieb: „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes völlig tauglich sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk“ (2. Timotheus 3:16, 17).

      10. Was ist in den gegenwärtigen letzten Tagen in Verbindung mit dem Volk Jehovas deutlich zu erkennen?

      10 Die schnelle Zunahme der Zahl der wahren Anbeter im 20. Jahrhundert bezeugt den Segen Jehovas. Diese neuzeitlichen Zeugen der göttlichen Souveränität haben als Gruppe in ihrem Herzen zweifellos Liebe zum Gesetz Jehovas entwickelt. Wie der Psalmist fühlen sie sich veranlaßt, sein Gesetz zu halten, und sie legen treu „Tag und Nacht“ von der Herrlichkeit Jehovas Zeugnis ab (Offenbarung 7:15).

      Jehovas Machttaten

      11, 12. Was wurde durch die Wunder, die Jesus und seine Nachfolger wirkten, bewiesen?

      11 Im ersten Jahrhundert wurden treue Christen durch den heiligen Geist befähigt, Wunder zu wirken, was einen überzeugenden Beweis für die Wahrhaftigkeit ihres Zeugnisses lieferte. Als sich Johannes der Täufer im Gefängnis befand, sandte er Jünger zu Jesus und ließ fragen: „Bist du der Kommende, oder sollen wir einen anderen erwarten?“ Jesus antwortete weder mit Ja noch mit Nein. Er sagte statt dessen: „Geht hin und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder, und Lahme gehen umher, Aussätzige werden gereinigt, und Taube hören, und Tote werden auferweckt, und Armen wird die gute Botschaft verkündigt; und glücklich ist, wer nicht Anstoß an mir nimmt“ (Matthäus 11:3-6). Diese Machttaten dienten für Johannes als ein Zeugnis dafür, daß Jesus tatsächlich „der Kommende“ war (Apostelgeschichte 2:22).

      12 Auch einige Nachfolger Jesu heilten Kranke und weckten sogar Tote auf (Apostelgeschichte 5:15, 16; 20:9-12). Jene Wunder waren gleichsam ein Zeugnis, das Gott selbst zu ihren Gunsten gab (Hebräer 2:4). Und solche Taten bewiesen die Allmacht Jehovas. Bekanntlich hat Satan, „der Herrscher der Welt“, das Mittel, den Tod zu verursachen (Johannes 14:30; Hebräer 2:14). Als Petrus die treue Dorkas von den Toten auferweckte, konnte er das also nur durch die Macht Jehovas tun, denn nur er allein kann das Leben wiederherstellen (Psalm 16:10; 36:9; Apostelgeschichte 2:25-27; 9:36-43).

      13. (a) Wieso sind die in der Bibel erwähnten Wunder immer noch ein Zeugnis für die Macht Jehovas? (b) Inwiefern sind erfüllte Prophezeiungen ein wichtiger Beweis für die Göttlichkeit Jehovas?

      13 Solche Wunder gibt es heute nicht mehr. Sie haben ihren Zweck erfüllt (1. Korinther 13:8). Wir verfügen allerdings immer noch über den durch viele Augenzeugen bestätigten Bericht darüber in der Bibel. Wenn Christen heute die Aufmerksamkeit auf diese Geschichtsberichte lenken, legen jene Taten immer noch ein wirkungsvolles Zeugnis für die Macht Jehovas ab (1. Korinther 15:3-6). Außerdem wies Jehova bereits in den Tagen Jesajas auf genaue Prophetie als herausragenden Beweis dafür hin, daß er der wahre Gott ist (Jesaja 46:8-11). Heute erfüllen sich viele der von Gott inspirierten Prophezeiungen — eine ganze Reihe davon an der Christenversammlung (Jesaja 60:8-10; Daniel 12:6-12; Maleachi 3:17, 18; Matthäus 24:9; Offenbarung 11:1-13). Die Erfüllung dieser Prophezeiungen zeigt nicht nur deutlich, daß wir in den „letzten Tagen“ leben, sondern rechtfertigt Jehova auch als den allein wahren Gott (2. Timotheus 3:1).

      14. Welches eindrucksvolle Zeugnis dafür, daß Jehova der Souveräne Herr ist, legt die neuzeitliche Geschichte der Zeugen Jehovas ab?

      14 Schließlich tut Jehova immer noch großartige Dinge oder Wunderdinge für sein Volk. Der Geist Jehovas läßt das Licht der biblischen Wahrheit immer heller werden (Psalm 86:10; Offenbarung 4:5, 6). Die hervorragende Zunahme, die weltweit zu beobachten ist, beweist, daß Jehova ‘es beschleunigt zu seiner eigenen Zeit’ (Jesaja 60:22). Selbst wenn im Verlauf der letzten Tage in einem Land nach dem anderen heftige Verfolgung ausbricht, kann Jehovas Volk mutig ausharren, weil es durch den heiligen Geist gestärkt und gestützt wird (Psalm 18:1, 2, 17, 18; 2. Korinther 1:8-10). Ja, die neuzeitliche Geschichte der Zeugen Jehovas legt an sich schon ein eindrucksvolles Zeugnis davon ab, daß Jehova der Souveräne Herr ist (Sacharja 4:6).

      Die gute Botschaft muß gepredigt werden

      15. Welches umfangreiche Zeugnis sollte von der Christenversammlung gegeben werden?

      15 Jehova machte Israel zu seinem Zeugen für die Nationen (Jesaja 43:10). Doch nur einige wenige Israeliten wurden von Gott beauftragt, hinzugehen und Nichtisraeliten zu predigen, und wenn dies geschah, dann gewöhnlich zu dem Zweck, das Strafgericht Jehovas anzukündigen (Jeremia 1:5; Jona 1:1, 2). Prophezeiungen in den Hebräischen Schriften wiesen allerdings darauf hin, daß Jehova den Nationen eines Tages verstärkt seine Aufmerksamkeit zuwenden würde, und das hat er durch das geistige Israel Gottes getan (Jesaja 2:2-4; 62:2). Bevor Jesus in den Himmel auffuhr, gebot er seinen Nachfolgern: „Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen“ (Matthäus 28:19). Jesus hatte sich auf die ‘verlorenen Schafe des Hauses Israel’ konzentriert; seine Nachfolger wurden dagegen zu ‘allen Nationen’ gesandt, selbst „bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Matthäus 15:24; Apostelgeschichte 1:8). Das christliche Zeugnis sollte von der gesamten Menschheit gehört werden.

      16. Welchen Auftrag erfüllte die Christenversammlung des ersten Jahrhunderts, und in welchem Umfang?

      16 Wie Paulus zeigte, war er sich dessen völlig bewußt. Um das Jahr 61 u. Z. konnte er sagen, daß die gute Botschaft „in der ganzen Welt Frucht trägt und zunimmt“. Die gute Botschaft blieb nicht nur auf eine Nation oder auf eine Sekte beschränkt, wie zum Beispiel auf jene Sekte, die die „Anbetung der Engel“ propagierte. Sie wurde vielmehr öffentlich „in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist“, gepredigt (Kolosser 1:6, 23; 2:13, 14, 16-18). Auf diese Weise erfüllte das Israel Gottes im ersten Jahrhundert den Auftrag, ‘die Vorzüglichkeiten dessen weit und breit zu verkünden, der sie aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hatte’.

      17. In welch großem Umfang erfüllt sich Matthäus 24:14 weiterhin?

      17 Das Predigtwerk des ersten Jahrhunderts war allerdings nur ein Vorgeschmack dessen, was während der letzten Tage vollbracht werden sollte. Jesus sagte speziell mit Blick auf unsere Zeit: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:14; Markus 13:10). Hat sich diese Prophezeiung erfüllt? Durchaus. Von den kleinen Anfängen im Jahr 1919 hat sich das Predigen der guten Botschaft bis heute auf über 230 Länder ausgedehnt. Das Zeugnis wird im frostigen Norden genauso gehört wie in den feuchtheißen Tropen. Die Bevölkerung sowohl großer Kontinente als auch einsamer Inseln wird besucht, damit sie ein Zeugnis erhalten kann. Selbst inmitten größter Wirren — beispielsweise der Kriegswirren in Bosnien-Herzegowina — wird die gute Botschaft weiter gepredigt. Wie im ersten Jahrhundert trägt das Zeugnis „in der ganzen Welt“ Frucht. Die gute Botschaft wird öffentlich „in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist“, gepredigt. Das Ergebnis? Zunächst wurden die Übriggebliebenen des Israels Gottes „aus jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk und jeder Nation“ eingesammelt. Dann wurde begonnen, die Millionen der „großen Volksmenge“ aus „allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen“ hereinzubringen (Offenbarung 5:9; 7:9). Matthäus 24:14 erfüllt sich weiterhin in großem Umfang.

      18. Was wird durch das weltweite Predigen der guten Botschaft unter anderem erreicht?

      18 Das weltweite Predigen der guten Botschaft liefert unter anderem den Beweis dafür, daß die königliche Gegenwart Jesu begonnen hat (Matthäus 24:3). Außerdem wird hauptsächlich auf diese Weise „die Ernte der Erde“ eingesammelt, denn die Menschen werden durch das Predigen auf Jehovas Königreich, die einzig wahre Hoffnung für die Menschheit, hingewiesen (Offenbarung 14:15, 16). Da sich nur wahre Christen am Predigen der guten Botschaft beteiligen, dient dieses wichtige Werk zur Unterscheidung der wahren Christen von den falschen (Maleachi 3:18). Und somit trägt es sowohl zur Rettung derjenigen bei, die predigen, als auch zur Rettung derjenigen, die auf sie hören (1. Timotheus 4:16). Am wichtigsten ist jedoch, daß durch das Predigen der guten Botschaft Lobpreis und Ehre auf Jehova Gott gebracht wird, der das Predigtwerk geboten hat, der diejenigen unterstützt, die es durchführen, und der den Erfolg schenkt (2. Korinther 4:7).

      19. Wozu sollten alle Christen in Verbindung mit dem Beginn des neuen Dienstjahres entschlossen sein?

      19 Kein Wunder, daß sich der Apostel Paulus zu der Aussage veranlaßt fühlte: „Wehe mir, wenn ich die gute Botschaft nicht verkündigte!“ (1. Korinther 9:16). Heute empfinden Christen genauso. Es ist ein großartiges Vorrecht und eine große Verantwortung, „Gottes Mitarbeiter“ zu sein und in der finsteren Welt das Licht der Wahrheit zu verbreiten (1. Korinther 3:9; Jesaja 60:2, 3). Das Werk, das 1919 einen kleinen Anfang nahm, wird inzwischen in einem erstaunlichen Umfang durchgeführt. Fast fünf Millionen Christen legen Zeugnis für Gottes Souveränität ab und setzen jährlich mehr als eine Milliarde Stunden ein, um anderen die Botschaft der Rettung zu überbringen. Welch eine Freude es doch ist, einen Anteil an diesem Werk zur Heiligung des Namens Jehovas zu haben! In Verbindung mit dem Beginn des Dienstjahres 1996 wollen wir entschlossen sein, nicht nachzulassen. Statt dessen wollen wir mehr denn je die Worte beherzigen, die Paulus an Timotheus richtete: „Predige das Wort, halte dringend darauf“ (2. Timotheus 4:2). Während wir das tun, beten wir von ganzem Herzen darum, daß Jehova unsere Bemühungen weiterhin segnen möge.

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