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  • Fragen, die eine Antwort verlangen
    Erwachet! 1990 | 8. Oktober
    • Fragen, die eine Antwort verlangen

      VIELLEICHT haben wir uns schon in gewissen Situationen gefragt: „Wenn es einen Gott gibt, warum hat er dann so viel Leid zugelassen? Und warum so lange — während der ganzen Menschheitsgeschichte? Wird das Leiden je ein Ende haben?“

      Viele Menschen sind verbittert, weil sie keine zufriedenstellenden Antworten auf solche Fragen finden. Einige haben sogar ihren Glauben an Gott verloren oder geben Gott die Schuld an ihrem Unglück.

      Ein Überlebender des Holocausts der Nationalsozialisten beispielsweise war so verbittert, daß er sagte: „Wenn Sie an meinem Herzen lecken könnten, wären Sie vergiftet.“ Ein anderer Mann, der unter rassistisch motivierter Verfolgung zu leiden hatte, die im 1. Weltkrieg das Leben von Freunden und Verwandten forderte, fragte bitter: „Wo war Gott, als wir ihn brauchten?“

      Nicht wenige sind verwirrt. Von ihrem Standpunkt aus ist es ein Widerspruch, daß ein Gott der Güte und Liebe während so langer Zeit Schlechtes zugelassen hat.

      Was der Mensch getan hat

      Unbestreitbar hat der Mensch über die Jahrhunderte hinweg, ja seit Jahrtausenden seinem Mitmenschen unsagbares Leid zugefügt. Das Ausmaß und das Grauen all dessen übersteigt jegliches Vorstellungsvermögen.

      Im Verlauf der angeblichen Zivilisierung haben die Menschen immer schrecklichere Mittel ersonnen, um einander zu vernichten oder zu verstümmeln: Kanonen, Maschinengewehre, Kriegsflugzeuge, Panzer, Raketen, Flammenwerfer sowie chemische und atomare Waffen. Als Folge davon kamen allein in den Kriegen unseres Jahrhunderts etwa 100 Millionen Menschen um. Weitere Hunderte von Millionen wurden verwundet oder hatten in anderer Weise zu leiden. Was an materiellen Werten wie Häusern und anderem Besitz zerstört wurde, ist überhaupt nicht zu berechnen.

      Wenn man nur an den Strom von Tränen, den unbeschreiblichen Kummer und den unerträglichen Schmerz denkt, die auf das Konto des Krieges gehen! Nur zu oft sind es die Unschuldigen, die leiden: alte Männer und Frauen, Kinder, Säuglinge. Und nur zu oft kommen die Verursacher des Unheils ungeschoren davon.

      Weltweit hält das Leiden an. Jeden Tag werden Menschen ermordet oder werden auf andere Weise zu Opfern der Kriminalität. Sie werden bei Unfällen oder Naturkatastrophen wie Stürmen, Überschwemmungen und Erdbeben verletzt oder getötet. Sie leiden unter Ungerechtigkeit, Vorurteilen, Armut, Hunger, Krankheiten und vielem anderen.

      Wie könnte ein guter Gott etwas — die Menschheit — erschaffen haben, das so schrecklich, so oft und Jahrhundert um Jahrhundert leiden mußte?

      Das Dilemma im menschlichen Körper

      Das Dilemma spiegelt sich sogar im menschlichen Körper wider. Wissenschaftler und andere, die den Körper studiert haben, stimmen darin überein, daß er wunderbar gemacht ist.

      Denken wir nur an einige phantastische Merkmale: das einzigartige menschliche Auge, das von keiner Kamera kopiert werden kann; das ehrfurchteinflößende Gehirn, das den fortschrittlichsten Computer plump und alt aussehen läßt; die komplexe Zusammenarbeit der Körperteile, die ohne unser bewußtes Dazutun funktioniert; das Wunder der Entwicklung eines Kindes im Mutterleib, bei der in nur neun Monaten ein seinen Eltern ähnliches, süßes Baby heranwächst. Viele Menschen kommen zu dem Schluß, daß eine solch meisterhafte Konstruktion wie der menschliche Körper von einem meisterhaften Konstrukteur geschaffen worden sein muß — von unserem Schöpfer, Gott, dem Allmächtigen.

      Doch traurigerweise verfällt dieser wunderbare Körper. Mit der Zeit wird er von Krankheit, Alter und Tod überwältigt. Schließlich zerfällt er zu Staub. Welch eine Tragik! Gerade wenn jemand die Erfahrungen nutzen könnte, die ihn über die Jahrzehnte weiser werden ließen, bricht der Körper zusammen. Was für ein Kontrast zwischen dem Potential des Körpers an Gesundheit, Vitalität und Schönheit zu Beginn des Lebens und seinem bemitleidenswerten Ende!

      Warum sollte ein liebevoller Schöpfer etwas so Hervorragendes wie den menschlichen Körper gemacht haben, nur damit dieser so traurig endet? Warum sollte er einen Mechanismus geschaffen haben, der einen so guten Start mit einem so großen Potential hat, aber dann so jämmerlich endet?

      Erklärungsversuch

      Einige sind der Meinung, Böses und Leiden seien Gottes Mittel zur Verbesserung unseres Charakters durch Widerwärtigkeiten. Ein methodistischer Geistlicher erklärte: „Das Vergelten von Bösem mit Gutem ist Teil des göttlichen Erlösungsplans.“ Gute Menschen müßten als Teil des göttlichen Plans seiner Ansicht nach zur Charakterbildung und Rettung unter den Taten schlechter Menschen leiden.

      Aber würde ein liebevoller menschlicher Vater versuchen, den Charakter seiner Kinder zu verbessern, indem er dafür sorgt, daß sie von einem gemeinen Verbrecher gequält werden? Denken wir auch daran, daß viele junge Menschen durch Unfälle, Morde oder Kriege umkommen. Diese jungen Opfer haben keine weitere Gelegenheit, ihren Charakter zu verbessern, denn sie sind tot! Der Gedanke, Leiden würden zugelassen, um den Charakter zu verbessern, ist also nicht sinnvoll.

      Kein vernünftiger und liebevoller menschlicher Vater würde seinen Lieben Leiden oder Unglücksfälle wünschen. Im Gegenteil, ein Vater, der beabsichtigte, seine Lieben „zur Charakterbildung“ leiden zu lassen, würde als unfähig oder sogar als geistesgestört angesehen werden.

      Könnte daher vernünftigerweise gesagt werden, daß Gott, der liebevolle Vater schlechthin, der allweise Schöpfer des Universums, absichtlich für Leiden als Teil seines „Erlösungsplans“ gesorgt hat? Damit würde er einen äußerst grausamen und schrecklichen Charakterzug aufweisen, den wir alle schon bei uns kleinen Menschen unannehmbar fänden.

      Die Antwort finden

      Wohin können wir uns wenden, um eine Antwort auf die Frage zu finden, warum Gott Leiden und Bosheit zugelassen hat? Da es hierbei um Gott geht, wäre es sinnvoll, festzustellen, was er selbst zur Beantwortung der Frage zu sagen hat.

      Wie können wir die Antwort finden? Indem wir uns an die Quelle wenden, von der Gott sagt, daß er sie als Anleitung für die Menschen geschaffen hat: die Heilige Schrift, die Bibel. Ungeachtet, was jemand über diese Quelle denken mag, verdient sie es, untersucht zu werden, denn „die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich ... zum Richtigstellen der Dinge“, wie der Apostel Paulus schrieb (2. Timotheus 3:16). Er sagte ebenfalls: „Als ihr Gottes Wort, das ihr von uns hörtet, empfingt, habt ihr es nicht als Menschenwort angenommen, sondern als das, was es wahrhaftig ist, als das Wort Gottes“ (1. Thessalonicher 2:13).a

      Eine Antwort auf die Frage zu finden, warum das Leiden zugelassen wurde, ist mehr als nur eine intellektuelle Übung. Die Antwort ist von grundlegender Bedeutung für unser Verständnis dessen, was sich heute in der Welt abspielt, was in der nahen Zukunft geschieht und wie jeder von uns davon betroffen wird.

      Wir schulden es uns, die Bibel — Gottes Mitteilung an die Menschheitsfamilie — für sich selbst sprechen zu lassen. Was sagt sie darüber, wie das Leid begann und warum Gott es zugelassen hat?

      Ein Schlüssel zum Verständnis steht mit der geistigen und gefühlsmäßigen Beschaffenheit des Menschen im Zusammenhang. Die Bibel zeigt, daß der Schöpfer uns eine entscheidende Veranlagung eingepflanzt hat: den Wunsch nach Freiheit. Wir wollen kurz betrachten, was unter dem freien Willen der Menschen zu verstehen ist und was dieser mit Gottes Zulassung des Leidens zu tun hat.

      [Fußnote]

      a Eine Betrachtung der Beweise dafür, daß die Bibel von Gott inspiriert ist, ist in dem von der Wachtturm-Gesellschaft herausgegebenen Buch Die Bibel — Gottes oder Menschenwort? zu finden.

  • Die wunderbare Gabe des freien Willens
    Erwachet! 1990 | 8. Oktober
    • Die wunderbare Gabe des freien Willens

      SCHÄTZEN wir die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie wir unser Leben leben und was wir tun oder sagen wollen? Oder möchten wir, daß uns ein anderer unser ganzes Leben lang jede Minute jeden Tages jedes Wort und jede Handlung vorschreibt?

      Kein normaler Mensch will, daß ihm seine Lebensführung aus der Hand genommen und von jemand anders vollständig kontrolliert wird. Unter solchen Umständen zu leben wäre sehr bedrückend und deprimierend. Wir wünschen uns Freiheit.

      Doch warum haben wir ein derartiges Verlangen nach Freiheit? Wenn wir verstehen, warum wir unsere Entscheidungsfreiheit so schätzen, haben wir den Schlüssel zu der Frage in der Hand, wie Bosheit und Leiden entstehen konnten. Wir werden auch verstehen, warum Gott bis jetzt damit gewartet hat, Bosheit und Leiden ein Ende zu machen.

      Wie wir gemacht sind

      Als Gott die Menschen erschuf, war unter den vielen wunderbaren Gaben für sie auch der freie Wille. Die Bibel berichtet uns, daß Gott den Menschen in seinem ‘Bilde und Gleichnis’ erschuf; und eines der Merkmale Gottes ist die Entscheidungsfreiheit (1. Mose 1:26; 5. Mose 7:6). Als er daher die Menschen erschuf, gab er ihnen das gleiche wunderbare Merkmal — die Gabe des freien Willens.

      Deswegen ziehen wir die Freiheit der Sklaverei unter bedrückenden Herrschern vor. Und aus diesem Grund entsteht der Unmut über eine harte, bedrückende Herrschaft, der so häufig zu Freiheitskämpfen geführt hat.

      Der Wunsch nach Freiheit ist kein Zufall. Die Bibel gibt die zugrundeliegende Ursache an: „Wo der Geist Jehovas ist, da ist Freiheit“ (2. Korinther 3:17). Der Wunsch nach Freiheit ist somit Teil unserer Natur, weil Gott uns so geschaffen hat. Es ist etwas, das wir nach Gottes Willen haben sollen, da er selbst der Gott der Freiheit ist.

      Gott gab uns auch die geistigen Fähigkeiten, wie das Wahrnehmungsvermögen und die Fähigkeit, logisch zu denken und zu urteilen, die mit dem freien Willen zusammenarbeiten. Dadurch sind wir in der Lage zu denken, abzuwägen, Entscheidungen zu treffen und zwischen Richtig und Falsch zu unterscheiden (Hebräer 5:14). Wir wurden nicht als geistlose Roboter erschaffen, die keinen eigenen Willen haben, noch wurden wir geschaffen, um hauptsächlich dem Instinkt zu gehorchen wie die Tiere.

      Zusammen mit dem freien Willen erhielten unsere Ureltern alles, was man sich vernünftigerweise nur wünschen könnte: Sie lebten in einem parkgleichen Paradies, hatten materiellen Überfluß, verfügten über einen vollkommenen Geist und einen Körper, der weder alt noch krank werden würde, noch sterben müßte; sie würden Kinder bekommen, vor denen ebenfalls eine glückliche Zukunft läge, und die wachsende Bevölkerung würde die befriedigende Aufgabe haben, die gesamte Erde zu einem Paradies zu gestalten (1. Mose 1:26-30; 2:15).

      Über das, was Gott in Gang gebracht hatte, heißt es in der Bibel: „Gott [sah] alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (1. Mose 1:31). Die Bibel sagt auch über den Schöpfer: „Vollkommen ist sein Tun“ (5. Mose 32:4). Ja, er gab der Menschheitsfamilie einen vollkommenen Start, der nicht besser hätte sein können.

      Freiheit mit Grenzen

      War jedoch diese wunderbare Gabe der Freiheit grenzenlos? Nun, würden wir im dichten Verkehr Auto fahren wollen, wenn es keine Verkehrsvorschriften gäbe, wenn man auf jeder beliebigen Spur fahren dürfte, in jede Richtung, egal, mit welcher Geschwindigkeit? Die Folgen solcher unbegrenzten Freiheit im Verkehr wären sicherlich katastrophal.

      Das gleiche gilt für die menschlichen Beziehungen. Grenzenlose Freiheit für einige bedeutet völlige Unfreiheit für andere. Unbegrenzte Freiheit kann zur Anarchie führen, durch die die Freiheit aller in Mitleidenschaft gezogen wird. Es muß Grenzen geben. Daher bedeutet Gottes Gabe der Freiheit nicht, daß die Menschen einfach nach Belieben handeln sollten, ohne das Wohl der anderen zu berücksichtigen.

      In Gottes Wort heißt es dazu: „Handelt als Freie, aber nicht als solche, die die Freiheit als Deckmantel für das Böse nehmen“ (1. Petrus 2:16, Neue Jerusalemer Bibel). Nach Gottes Willen soll also unser freier Wille zum Wohl der Allgemeinheit in richtige Bahnen gelenkt werden. Gottes Vorsatz gemäß sollte der Mensch keine völlige Freiheit haben, sondern eine relative, von Gesetzen geregelte Freiheit.

      Wessen Gesetze?

      Wessen Gesetzen sollten wir ursprünglich gehorchen? Wessen Gesetze sind für uns die besten? In dem eben angeführten Bibeltext wird weiter gesagt, wir seien „Knechte Gottes“. Damit ist keine bedrückende Knechtschaft gemeint. Vielmehr wurden wir geschaffen, um in Abhängigkeit von Gottes Gesetzen zu leben. Wir sind glücklicher, wenn wir uns ihnen unterwerfen.

      Gottes Gesetze sind für jeden die absolut beste Anleitung, und sie sind besser als jegliche Gesetzessammlung, die von Menschen erdacht werden könnte. In Jesaja 48:17 lesen wir: „Ich, Jehova, bin dein Gott, der dir zum Nutzen dich lehrt, der dich auf den Weg treten läßt, auf dem du wandeln solltest.“ Doch gleichzeitig lassen Gottes Gesetze in ihren Grenzen einen weiten Spielraum für Freiheit. Das ermöglicht eine Menge persönlicher Entscheidungen und Unterschiede, die die Menschheitsfamilie interessanter, ja faszinierend machen.

      Die Menschen unterstehen auch Gottes Naturgesetzen. Wenn wir z. B. das Gravitationsgesetz ignorieren und uns aus großer Höhe herunterstürzen, werden wir uns verletzen oder sogar unser Leben verlieren. Bleiben wir ohne Atemgerät unter Wasser, sterben wir innerhalb von Minuten. Und wenn wir die Gesetzmäßigkeiten ignorieren, die unseren Körper betreffen, und aufhören zu essen oder zu trinken, werden wir ebenfalls nicht lange überleben.

      Unsere Ureltern und damit alle, die von ihnen abstammen, wurden mit der Notwendigkeit erschaffen, Gottes Moralgesetzen, Verhaltensregeln und auch Naturgesetzen zu gehorchen. Es sollte keine Bürde sein, diese Gesetze zu befolgen. Statt dessen hätte sich Gehorsam zum Wohl der ersten Menschen und der ganzen Menschheitsfamilie, die noch kommen sollte, ausgewirkt. Wären unsere Ureltern in den von Gottes Gesetz festgesetzten Grenzen geblieben, wäre alles gutgegangen.

      Wodurch wurde dieser gute Start verdorben? Warum haben sich statt dessen Bosheit und Leiden ausgebreitet? Warum hat Gott das so lange zugelassen?

      [Bild auf Seite 7]

      Die wunderbare Gabe des freien Willens unterscheidet uns von geistlosen Robotern und von Tieren, die hauptsächlich ihrem Instinkt gehorchen

  • Warum hat Gott Leiden zugelassen?
    Erwachet! 1990 | 8. Oktober
    • Warum hat Gott Leiden zugelassen?

      „Es steht nicht bei dem Mann, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten. Bringe mich zurecht, o Jehova“ (Jeremia 10:23, 24).

      DIESE Worte wurden Tausende von Jahren nach der Erschaffung des Menschen geschrieben. Jeremia mußte feststellen, daß bis zu seinen Tagen die menschliche Geschichte im Verhältnis zu dem guten Start, den Gott unseren Ureltern gegeben hatte, eine Tragödie war.

      Jeremias Beobachtungen sind durch weitere gut 2 500 Jahre Menschheitsgeschichte nur bekräftigt worden. Die menschliche Tragödie hat sich sogar noch verschlimmert. Was ist falsch gelaufen?

      Mißbrauch des freien Willens

      Unsere Ureltern verloren die Tatsache aus den Augen, daß sie nicht so geschaffen worden waren, daß sie ohne Gott und seine Gesetze hätten glücklich leben können. In der Meinung, sie könnten ihr Leben verbessern, entschlossen sie sich, von Gott unabhängig zu werden. Doch das war ein Mißbrauch ihrer Freiheit. Sie übertraten die von Gott verfügten Grenzen des freien Willens (1. Mose, Kapitel 3).

      Warum vernichtete Gott Adam und Eva nicht einfach und fing mit einem anderen Menschenpaar neu an? Weil seine universelle Souveränität und seine Herrschaftsweise in Frage gezogen worden waren. Als allmächtiger Gott und Schöpfer aller Geschöpfe hat er das Recht, über sie zu herrschen. Und da er allweise ist, ist seine Herrschaft für alle Geschöpfe die beste. Dennoch wurde seine Herrschaft jetzt angefochten.

      Konnten die Menschen etwas Besseres erreichen als die Herrschaft Gottes? Der Schöpfer wußte bestimmt die Antwort auf diese Frage. Eine sichere Möglichkeit, die Menschen die Antwort herausfinden zu lassen, bestand darin, ihnen die unbeschränkte Freiheit zu geben, die sie sich wünschten. Somit hat Gott unter anderem deshalb Bosheit und Leiden zugelassen, weil er über jeden Zweifel erhaben die Frage klären wollte, ob eine von ihm unabhängige Menschenherrschaft erfolgreich sein kann.a

      Adam und Eva brachten Leiden über sich selbst und ihre Nachkommen. Sie ‘ernteten, was sie gesät hatten’ (Galater 6:7). „Sie haben ihrerseits verderblich gehandelt; sie sind nicht seine [Gottes] Kinder, ihre eigene Fehlerhaftigkeit ist es“ (5. Mose 32:5).

      Unsere Ureltern waren gewarnt worden, daß Unabhängigkeit von der Herrschaft Gottes zum Tod führen würde (1. Mose 2:17). Das erwies sich als wahr. Indem sie Gott verließen, wandten sie sich von dem Quell ihrer Gesundheit und ihres Lebens ab. Sie verfielen, bis der Tod sie überwältigte (1. Mose 3:19).

      Danach räumte Gott der Menschheitsfamilie ausreichend Zeit ein, um vollständig zu klären, ob irgendein politisches, gesellschaftliches oder wirtschaftliches System, das sie sich getrennt von ihm ausdenken mochte, völlig zufriedenstellend wäre. Würde irgendeines dieser Systeme zu einer glücklichen, friedlichen Welt ohne Verbrechen und Krieg führen? Könnte eines davon materiellen Wohlstand für alle sichern? Würde eines Krankheit, Alter und Tod besiegen? Die göttliche Herrschaft war so ausgelegt, daß sie all dies vollbringen konnte (1. Mose 1:26-31).

      Was uns die Vergangenheit lehrt

      Schon bald bewiesen die Ereignisse die Wahrheit der Worte aus Römer 5:12: „Der Tod [hat sich] zu allen Menschen verbreitet.“ Der gleiche Vers erklärt: „Durch e i n e n Menschen [ist] die Sünde in die Welt gekommen ... und durch die Sünde der Tod.“ Als unsere Ureltern gegen Gottes Herrschaft rebellierten, wurden sie fehlerhaft, unvollkommen. Diese Fehlerhaftigkeit war alles, was sie an ihre Nachkommen weitergeben konnten. Als Folge davon sind wir alle mit Fehlern behaftet geboren worden und sind Krankheiten und dem Tod unterworfen.

      Die Vergangenheit hat auch gezeigt, wie schrecklich sündenbeladene Menschen miteinander umgehen: brutale Kriege, die niemand zählen kann, Rassenhaß und religiöse Feindseligkeiten, Inquisitionen, abscheuliche Verbrechen aller Art sowie Taten der Selbstsucht und der Habgier. Auch haben Armut und Hunger ungezählte Millionen gequält.

      In den vergangenen Jahrtausenden hat der Mensch jede erdenkliche Regierungsform ausprobiert. Doch eine nach der anderen hat darin versagt, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. In letzter Zeit wurden in vielen Ländern die kommunistischen Regierungen verworfen. In demokratischen Ländern nehmen Kriminalität, Armut, wirtschaftliche Instabilität und Korruption überhand. Ja, alle Formen menschlicher Regierungen haben sich als mangelhaft erwiesen.

      Des weiteren hat Gott den Menschen Zeit eingeräumt, damit sie den Höhepunkt wissenschaftlichen und materiellen Strebens erreichen konnten. Aber ist es wirklich ein Fortschritt, wenn Pfeil und Bogen durch Atomraketen ersetzt worden sind; wenn die Menschen auf den Mond fliegen können, aber nicht in der Lage sind, auf der Erde friedlich zusammenzuleben; wenn Millionen von Menschen wegen der Kriminalität Angst haben, nachts auf die Straße zu gehen?

      Was die vergangene Zeit gezeigt hat, ist, daß es für den Menschen genausowenig möglich ist, erfolgreich „seinen Schritt zu richten“, wie ohne Nahrung, Wasser und Luft zu leben. So, wie wir von Nahrung, Wasser und Luft abhängig sind, weil wir so geschaffen wurden, sind wir auch aus dem gleichen Grund von der Leitung unseres Schöpfers abhängig (Matthäus 4:4).

      Indem Gott Bosheit und Leiden zuließ, hat er ein für allemal gezeigt, welch schlechte Folgen der Mißbrauch des freien Willens hat. Der freie Wille ist eine so kostbare Gabe, daß Gott, statt sie den Menschen zu entziehen, ihnen die Möglichkeit eingeräumt hat, zu sehen, was ihr Mißbrauch bedeutet.

      Über den freien Willen heißt es in der „Erklärung der Prinzipien des Konservativen Judaismus“ (engl.): „Hätte der Mensch, wenn er die Wahl zwischen Gut und Böse hat, nicht wirklich die Möglichkeit, eine falsche Entscheidung zu treffen, wäre das ganze Prinzip der Entscheidungsfreiheit bedeutungslos. ... Ein Großteil des Leids auf der Welt ist eine direkte Folge des Mißbrauchs des freien Willens, den Gott uns gewährt hat.“

      Ganz bestimmt hatte Jeremia recht, als er sagte: „Es steht nicht bei dem Mann, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten.“ Und auch Salomo hatte recht, als er schrieb: „Der Mensch [hat] über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht“ (Prediger 8:9).

      Dies verdeutlicht nachdrücklich die Unfähigkeit des Menschen, das Leid auszumerzen. Selbst Salomo mit all seiner Weisheit, seinem Reichtum und seiner Macht konnte das Elend nicht beseitigen, das die Menschenherrschaft mit sich gebracht hatte.

      Wie aber wird Gott dem Leiden ein Ende machen? Wird er je die Menschen für die Leiden, die sie durchmachen mußten, entschädigen?

      [Fußnote]

      a Eine umfassendere Betrachtung aller damit verbundenen Streitfragen ist in dem von der Wachtturm-Gesellschaft herausgegebenen Buch Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben, Kapitel 11 und 12 zu finden.

      [Bild auf Seite 9]

      Gott gab den Menschen einen vollkommenen Beginn, doch die Geschichte zeigt, daß der von Gott unabhängige Mensch nicht in der Lage ist, erfolgreich „seinen Schritt zu richten“

  • Eine neue Welt ohne Leid
    Erwachet! 1990 | 8. Oktober
    • Eine neue Welt ohne Leid

      „Die früheren Dinge werden nicht in den Sinn gerufen werden, noch werden sie im Herzen aufkommen. Doch frohlockt und freut euch immerdar über das, was ich schaffe“ (Jesaja 65:17, 18).

      VOR über 2 700 Jahren veranlaßte Gott die Niederschrift dieser prophetischen Worte. Sie beschreiben teilweise, wie das zukünftige Leben auf der Erde sein wird. Wann? Nachdem Gott dem gegenwärtigen System der Dinge ein Ende bereitet hat. Viele biblische Prophezeiungen lassen erkennen, daß es Gottes Vorsatz ist, dieses System in kurzem zu beseitigen und es durch eine neue Welt, in der es kein Leid mehr gibt, zu ersetzen.

      Wie verschieden doch im Vergleich zur bisherigen Menschheitsgeschichte das Leben in der neuen Welt sein wird! Das prophetische Wort Gottes versichert uns, daß diese Welt ohne Krieg, Kriminalität, Armut und Ungerechtigkeit sein wird. Krankheit und Tod werden darin unbekannt sein. Nie mehr wird es die uneinigen Regierungen, die uneinigen Religionen oder die uneinigen Wirtschaftssysteme geben, die sich als sehr unzulänglich erwiesen haben. Statt Tränen des Kummers fließen Freudentränen, da es dann keine Bosheit und kein Leid mehr gibt.

      Hinweise in biblischen Prophezeiungen

      Beachten wir, wie auf solche Verhältnisse in der folgenden Auswahl aus biblischen Prophezeiungen hingewiesen wird:

      Kein Krieg mehr: „Kriege läßt er aufhören bis an das äußerste Ende der Erde“ (Psalm 46:9). „Nation wird nicht gegen Nation das Schwert erheben, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen“ (Jesaja 2:4).

      Recht für alle: „Ich will das Recht zur Meßschnur und die Gerechtigkeit zur Setzwaage machen“ (Jesaja 28:17).

      Keine Furcht mehr: „Sie werden tatsächlich sitzen, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und da wird niemand sein, der sie aufschreckt“ (Micha 4:4). „Sie werden sich auf ihrem Boden tatsächlich in Sicherheit befinden“ (Hesekiel 34:27).

      Hunger beseitigt: „Es wird Fülle an Getreide auf der Erde geben; auf dem Gipfel der Berge wird Überfluß sein“ (Psalm 72:16). „Der Baum des Feldes soll seinen Fruchtertrag geben, und das Land selbst wird seinen Ertrag geben“ (Hesekiel 34:27).

      Keine gealterten oder kranken Menschen: „Sein Fleisch werde frischer als in der Jugend; er kehre zurück zu den Tagen seiner Jugendkraft“ (Hiob 33:25). „Kein Bewohner wird sagen: ‚Ich bin krank‘“ (Jesaja 33:24).

      Tod, Trauer und Schmerz wird es nie mehr geben: „[Gott] wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen“ (Offenbarung 21:4).

      Nicht durch Vergangenes beeinträchtigt

      In der bevorstehenden neuen Welt, die Gott schaffen wird, wird die Erdbevölkerung so zufriedengestellt werden, daß nichts, nicht einmal unangenehme Erinnerungen an vergangenes Leid, ihre Lebensfreude schmälern wird. Die ehemaligen schlechten Erinnerungen werden durch die vielen erbauenden Gedanken und Tätigkeiten, die während dieser neuen Zeitspanne zum täglichen Leben der Menschen gehören, nach und nach ausgelöscht. Gottes Verheißung lautet: „Die früheren Dinge werden nicht in den Sinn gerufen werden, noch werden sie im Herzen aufkommen.“ Die Menschen werden sich ‘immerdar freuen’ an dem Neuen, das Gott weltweit herbeiführt. „Die ganze Erde ist zur Ruhe gekommen, ist frei geworden von Ruhestörung. Die Menschen sind fröhlich geworden mit Jubelrufen“ (Jesaja 65:17, 18; 14:7).

      Heute macht „hinausgeschobene Erwartung ... das Herz krank“, wie es in der Bibel heißt. In der neuen Welt wird es umgekehrt sein. Zu jener Zeit ist „das Begehrte ... ein Baum des Lebens, wenn es wirklich kommt“ (Sprüche 13:12). Nicht mehr werden Herzen durch Leid oder unerfüllte Hoffnungen beschwert. Statt dessen werden sie mit Zuversicht und Freude erfüllt wegen der vielen wunderbaren Dinge, die Gott der Menschheitsfamilie zukommen läßt.

      Eine andere Herrschaft

      Im Gegensatz zu der unbefriedigenden, von Gott unabhängigen Menschenherrschaft wird es in der neuen Welt eine ganz andere Herrschaft geben. Die Herrschaftsgewalt wird von den Menschen genommen werden. Nie wieder wird ihnen gestattet werden, unabhängig von Gott zu herrschen.

      Die biblische Prophezeiung sagt: „In den Tagen dieser Könige [der Herrscher, die jetzt an der Macht sind] wird der Gott des Himmels ein Königreich [im Himmel] aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird. Und das Königreich selbst wird an kein anderes Volk übergehen [es wird keine menschliche Herrschaft mehr geben]. Es wird alle diese Königreiche [die heute bestehen] zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen“ (Daniel 2:44).

      Jesus lehrte seine Nachfolger, um diese neue Herrschaft für die Erde zu beten, als er sagte: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:10).

      Das ist die neue Regierung für die Menschheit — die himmlische Herrschaft Gottes durch sein Königreich in den Händen Christi. Auf der Erde werden treue Diener Gottes die Angelegenheiten nach Gottes Anleitung erledigen (Jesaja 32:1). Der Apostel Petrus bezeichnete jene neue Einrichtung als „neue Himmel und eine neue Erde, die wir gemäß seiner Verheißung erwarten, und in diesen wird Gerechtigkeit wohnen“ (2. Petrus 3:13). Diese Königreichsherrschaft ist die Hauptlehre der Bibel.

      ‘Die Schöpfung wird frei gemacht werden’

      Auf der Erde wird die neue Herrschaft auch die Kräfte der Natur völlig in ihrer Gewalt haben. Nie wieder wird durch Naturgewalten wie Erdbeben, Wirbelstürme, Überschwemmungen oder Dürre Bedrängnis verursacht werden. Jesus bewies seine Macht, als er diesen Gewalten Einhalt gebot. Als er einmal mit seinen Jüngern in einem Sturm mit dem Boot fast kenterte, beruhigte er den Wind und das Meer. Die erstaunten Jünger fragten: „Was ist das für ein Mensch, daß ihm sogar die Winde und das Meer gehorchen?“ (Matthäus 8:23-27).

      Sowohl die Erde als auch die Menschengeschöpfe werden eine unvergleichliche Freiheit erlangen. „Die Schöpfung selbst [wird] auch von der Sklaverei des Verderbens frei gemacht werden ... zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß die gesamte Schöpfung zusammen fortgesetzt seufzt und zusammen in Schmerzen liegt bis jetzt“ (Römer 8:21, 22).

      Können wir sicher sein, daß die Menschenherrschaft bald enden wird und daß Gottes neue Regierung in allen Angelegenheiten auf der Erde die Leitung übernehmen wird? Das können wir ganz bestimmt, denn der universelle Souverän hat sein Wort gegeben: „‚Mein eigener Beschluß wird bestehen, und alles, was mir gefällt, werde ich tun‘ ... Ich habe es ja geredet; ich werde es auch herbeiführen. Ich habe es gebildet, ich werde es auch tun“ (Jesaja 46:10, 11).

      „Eine bestimmte Zeit“

      Wie soll das geschehen und wann? Gottes Wort sagt: „Für alles gibt es eine bestimmte Zeit“ (Prediger 3:1). Das schließt für Gott eine bestimmte Zeit ein, zu sagen „Genug!“ und Bosheit und Leiden zu beenden. Daniel wies auf „die bestimmte Zeit des Endes“ hin (Daniel 8:19). Auch Jesus sprach von einer ‘bestimmten Zeit’ (Markus 13:32, 33).

      Ja, Gott hat eine bestimmte Zeit festgesetzt, wo er in die Angelegenheiten der Menschen eingreifen und den kläglichen Versuch der Menschenherrschaft, von ihm unabhängig zu sein, zunichte machen wird. „Der wahre Gott wird sowohl den Gerechten als auch den Bösen richten, denn es gibt eine Zeit für jede Angelegenheit“ (Prediger 3:17). Die Erfüllung der biblischen Prophezeiungen beweist, daß die Zeit, in der Gott Leiden zugelassen hat, bald zu Ende geht. Wenn diese Zeit abgelaufen ist, wird er das unbefriedigende System der Menschenherrschaft vernichten, das Tausende von Jahren großes Leid über die Menschheitsfamilie gebracht hat (Matthäus 24:3-14; 2. Timotheus 3:1-5, 13; Offenbarung 19:11-21).

      Beachten wir, was mit denen, die sich der Herrschaft Gottes unterwerfen, geschieht, wenn er sein Strafgericht vollzieht, im Gegensatz zu denen, die das nicht tun: „Nur noch eine kleine Weile, und der Böse wird nicht mehr sein ... Die Sanftmütigen aber werden die Erde besitzen, und sie werden wirklich ihre Wonne haben an der Fülle des Friedens.“ „Was aber die Nachkommen der Bösen betrifft, sie werden tatsächlich weggetilgt werden. Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen.“ „Behalte den Rechtschaffenen im Auge, denn die Zukunft dieses Mannes wird friedevoll sein. Die Übertreter selbst aber werden bestimmt miteinander vertilgt werden“ (Psalm 37:10, 11, 28, 29, 37, 38; siehe auch Sprüche 2:21, 22; Matthäus 5:5).

      Doch was wird mit den Millionen geschehen, die bereits gestorben sind? Welchen Nutzen werden sie von der neuen Welt haben? Sie werden hier auf der Erde durch die Auferstehung ins Leben zurückgerufen. Sie kommen aus den Gräbern heraus und erhalten die Gelegenheit, ewig zu leben. Gottes Wort garantiert: „Es [wird] eine Auferstehung sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten geben“ (Apostelgeschichte 24:15). Jesus zeigte dies, indem er Personen wie Lazarus und den Sohn der Witwe aus Nain auferweckte (Johannes 11:38-44; Lukas 7:11-16).

      „Entschädigung“

      Wie ermutigend ist es zu wissen, daß es Gottes Vorsatz ist, eine gerechte neue Welt herbeizuführen, in der alles Leid ein Ende hat! Stell dir vor, Millionen Jahre zu leben — ja für immer — in vollkommener Gesundheit und Glück inmitten einer paradiesischen Umgebung, wo Bosheit und Leid für immer der Vergangenheit angehören!

      Würdest du nicht auch sagen, daß diese ewigwährende „Entschädigung“, die Gott der Menschheit geben wird, die verhältnismäßig wenigen tausend Jahre, in denen er das Leid zugelassen hat, weit übertrifft? Wiegt sie nicht auch bei weitem die 70 oder 80 Jahre des Leidens — oder weniger — auf, das der einzelne während seines Lebens ertragen haben mag?

      Auf lange Sicht

      Aufgrund seiner Weitsicht wußte der Schöpfer, daß es wichtig war, zuerst die entscheidenden Fragen in bezug auf sein Recht, als universeller Souverän zu herrschen, und in bezug auf die Rechtmäßigkeit seiner Herrschaft zu regeln. Außerdem war es wichtig, zu klären, was richtiger und was falscher Gebrauch der Entscheidungsfreiheit ist. Es war ebenso nötig zu zeigen, daß seine Schöpfung insofern vollkommen ist, als Menschen, die sich loyal seinen gerechten Gesetzen unterwerfen, die Lauterkeit unter Verfolgung und Prüfung seitens weltlicher Herrscher bewahren können. Das herausragendste Beispiel gab sein Sohn Jesus, als er auf der Erde war.

      Nachdem alle Streitfragen geklärt worden sind, wird Gott nicht mehr zulassen, daß der Frieden im Universum durch das nochmalige Auftreten von Bosheit und Leid gestört wird. „Die Bedrängnis wird nicht ein zweites Mal erstehen“ (Nahum 1:9).

      Was in den vergangenen Tausenden von Jahren geschehen ist, kann Gott in alle Ewigkeit ähnlich verwenden wie einen Testfall, der an einem obersten Gerichtshof entschieden wurde. Sollten künftig jemals irgendwo im Universum Fragen bezüglich der Souveränität Gottes oder des richtigen Gebrauchs des freien Willens aufkommen, kann dieser Präzedenzfall angewandt werden.

      Wofür wirst du dich entscheiden?

      Noch haben wir die Wahl. Wir können unseren freien Willen auf die eine oder die andere Weise gebrauchen: Wir können uns dafür entscheiden, entweder Gottes Vorsätze außer acht zu lassen und mit der unvollkommenen Menschenherrschaft zufrieden zu sein und ihr Geschick zu teilen, oder wir können unseren freien Willen dazu benutzen, Gottes Vorsätze und das kennenzulernen, was wir tun müssen, um ihm als ergebene Untertanen seines Königreiches zu gefallen.

      Jesus sagte im Gebet zu Gott: „Dies bedeutet ewiges Leben, daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus“ (Johannes 17:3). Wenn wir in der neuen Welt leben möchten, müssen wir uns daher bemühen, die Wahrheit über Gott, seine Vorsätze und seine Anforderungen kennenzulernen. Beachten wir, wie die Bibel es ausdrückt: „Jehova ist mit euch, solange es sich erweist, daß ihr mit ihm seid; und wenn ihr ihn sucht, wird er sich von euch finden lassen, doch wenn ihr ihn verlaßt, wird er euch verlassen“ (2. Chronika 15:2).

      Die Zeit für diese alte Welt läuft ab; eine neue Welt steht vor der Tür: „Die Welt vergeht und ebenso ihre Begierde, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar“ (1. Johannes 2:17). Wofür wirst du dich entscheiden: für die vergehende alte Welt oder für die herannahende neue Welt?

      In Gottes Wort heißt es: „Ich [habe] dir Leben und Tod vorgelegt ..., den Segen und den Fluch; und du sollst das Leben wählen, damit du am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, indem du Jehova, deinen Gott, liebst, indem du auf seine Stimme hörst und indem du fest zu ihm hältst; denn er ist dein Leben und die Länge deiner Tage“ (5. Mose 30:19, 20).

      Möchtest du dich der Segnungen erfreuen, die Gott für alle bereithält, die ihren Willen mit seinem Willen in Einklang bringen? Die Herausgeber dieser Zeitschrift oder Jehovas Zeugen überall auf der Welt würden sich freuen, dir kostenlos zu helfen, mehr darüber zu lernen.

      [Herausgestellter Text auf Seite 12]

      Die Toten werden aus den Gräbern auferstehen und die Gelegenheit erhalten, in Gottes neuer Welt zu leben

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