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Was wir aus einem Buch über den Schöpfer erfahren könnenGibt es einen Schöpfer, der an uns interessiert ist?
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Kapitel sieben
Was wir aus einem Buch über den Schöpfer erfahren können
EIN informatives, interessantes Buch ist für uns wirklich wertvoll — dem wird jeder zustimmen. Die Bibel ist solch ein Buch. Wir finden darin spannende Lebensberichte, die von einer hohen Moral künden. Auch begegnen wir lebensnahen Veranschaulichungen wichtiger Wahrheiten. Einer der Schreiber des Buches, der für seine Weisheit bekannt war, „suchte“, wie er sagte, „die gefälligen Worte zu finden und die richtigen Worte der Wahrheit niederzuschreiben“ (Prediger 12:10).
Das Buch, das wir als „Die Bibel“ bezeichnen, ist eigentlich eine Sammlung von 66 kleineren Büchern, die über einen Zeitraum von mehr als 1 500 Jahren verfaßt wurden. Die ersten fünf Bücher zum Beispiel schrieb Moses zwischen 1513 und 1473 v. u. Z. Johannes, ein Apostel Jesu, war der letzte der Bibelschreiber. Er schrieb eine Geschichte des Lebens Jesu (das Evangelium des Johannes) und kürzere Briefe sowie das Buch Offenbarung, das in den meisten Bibeln an letzter Stelle erscheint.
In den 1 500 Jahren von Moses bis Johannes beteiligten sich etwa 40 Personen am Schreiben der Bibel. Es waren aufrichtige, ergebene Männer, die anderen helfen wollten, etwas über unseren Schöpfer zu erfahren. Durch ihre Schriften können wir Kenntnis über die Persönlichkeit Gottes erlangen und erfahren, wie wir ihm gefallen können. Die Bibel ermöglicht es uns auch, zu verstehen, warum die Schlechtigkeit überhandnimmt und wie sie beseitigt werden wird. Manche Bibelschreiber wiesen auf die Zeit hin, wo die Menschheit direkter als heute unter der Herrschaft Gottes leben wird, und sie schilderten einige der begeisternden Verhältnisse, deren wir uns dann erfreuen können (Psalm 37:10, 11; Jesaja 2:2-4; 65:17-25; Offenbarung 21:3-5).
Wahrscheinlich ist uns aufgefallen, daß viele Menschen die Bibel als ein altes Buch, das menschliche Weisheiten enthält, abtun. Millionen sind jedoch davon überzeugt, daß Gott der wahre Autor der Bibel ist und daß er die Gedanken ihrer Schreiber leitete (2. Petrus 1:20, 21). Wie läßt sich ermitteln, ob das, was die Bibelschreiber aufgezeichnet haben, wirklich von Gott stammt?
Nun, es gibt eine Reihe konvergenter Beweisführungen, die betrachtet werden könnten. Viele sind so vorgegangen, bevor sie zu dem Schluß gekommen sind, daß die Bibel aus höherer Quelle stammt und nicht nur ein Buch von Menschen ist. Verdeutlichen wir das einmal durch eine der Beweisführungen. Dadurch können wir mehr über den Schöpfer des Universums erfahren, über den Quell des menschlichen Lebens.
Voraussagen, die eingetroffen sind
Nicht wenige Bibelschreiber zeichneten Prophezeiungen auf. Ihnen lag es fern, für sich zu beanspruchen, sie könnten die Zukunft voraussagen; diese Schreiber gaben dem Schöpfer die Ehre. Jesaja zum Beispiel bezeichnete Gott als den, „der von Anfang an den Ausgang kundtut“ (Jesaja 1:1; 42:8, 9; 46:8-11). Die Fähigkeit, Ereignisse vorherzusagen, die sich Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte später zutragen sollten, kennzeichnet den Gott Jesajas als einzigartig; er ist kein bloßer Götze gleich denen, die in der Vergangenheit angebetet wurden und auch heute noch verehrt werden. Prophezeiungen liefern uns überzeugende Beweise, daß die Bibel keinen menschlichen Autor hat. Betrachten wir, wie dies aus dem Buch Jesaja hervorgeht.
Ein Vergleich des Inhalts des Buches Jesaja mit historischen Daten ergibt, daß das Buch um das Jahr 732 v. u. Z. geschrieben wurde. Jesaja sagte den Bewohnern von Jerusalem und Juda Unheil voraus, weil sie Blutschuld auf sich geladen und sich des Götzendienstes schuldig gemacht hatten. Das Land sollte, wie Jesaja vorhersagte, verwüstet werden, Jerusalem und sein Tempel würden zerstört und die Überlebenden in die Gefangenschaft nach Babylon geführt werden. Doch Jesaja prophezeite auch, daß Gott die Gefangenen als Nation nicht vergessen würde. In dem Buch wird vorausgesagt, ein fremdländischer König namens Cyrus würde Babylon erobern und die Juden befreien, damit sie in ihr Heimatland zurückkehren könnten. Ja, Jesaja beschreibt Gott als den, „der von Cyrus spricht: ‚Er ist mein Hirt, und alles, woran ich Gefallen habe, wird er ausführen‘; auch indem ich von Jerusalem sage: ‚Es wird wieder erbaut werden‘ und vom Tempel: ‚Deine Grundlage wird dir gelegt werden‘ “ (Jesaja 2:8; 24:1; 39:5-7; 43:14; 44:24-28; 45:1).
In Jesajas Tagen, im 8. Jahrhundert v. u. Z., mögen solche Vorhersagen eher unglaubhaft geklungen haben. Zu jener Zeit war Babylon alles andere als eine Militärmacht. Es unterstand dem assyrischen Großreich, der eigentlichen Weltmacht jener Tage. Nicht weniger abwegig wäre der Gedanke gewesen, daß ein besiegtes Volk, das in ein fernes Land ins Exil geführt worden war, freikommen und sein Land zurückfordern konnte. „Wer hat so etwas gehört?“ schrieb Jesaja (Jesaja 66:8).
Was stellen wir aber fest, wenn wir zweihundert Jahre weitergehen? Der anschließende Verlauf der Geschichte der Juden bewies, daß sich Jesajas Prophezeiung in allen Einzelheiten erfüllte. Babylon erstarkte tatsächlich und zerstörte dann Jerusalem. Der Name des persischen Königs (Cyrus), seine Eroberung Babylons und die Rückkehr der Juden sind historisch unbestritten. Die Prophezeiung erfüllte sich so genau bis ins einzelne, daß Kritiker im 19. Jahrhundert behaupteten, das Buch Jesaja sei gefälscht; im Grunde sagten sie: „Jesaja könnte die ersten Kapitel geschrieben haben, aber ein anderer Schreiber, der in der Zeit des Königs Cyrus lebte, hat später den übrigen Teil des Buches so gestaltet, daß es sich wie eine Prophezeiung liest.“ Jemand könnte zwar so etwas aufbringen, aber wie lauten die Tatsachen?
Echte Voraussagen?
Die Voraussagen in dem Buch Jesaja beschränken sich nicht auf Ereignisse um Cyrus und die jüdischen Exilanten. Jesaja sagte auch voraus, wie es mit Babylon enden würde, und sein Buch liefert zahlreiche Details über einen kommenden Messias oder Befreier, der zunächst leiden würde und dann verherrlicht werden sollte. Können wir herausfinden, ob diese Vorhersagen lange im voraus niedergeschrieben wurden und somit wirklich Prophezeiungen waren, die sich erfüllten?
Betrachten wir, was Jesaja darüber schrieb, wie es mit Babylon ausgehen sollte: „Babylon, die Zierde der Königreiche, die Schönheit des Stolzes der Chaldäer, soll werden wie Sodom und Gomorra, als Gott sie umkehrte. Sie wird niemals bewohnt werden, noch wird sie Generation um Generation verweilen“ (Jesaja 13:19, 20; Kapitel 47). Welchen Verlauf nahm das Geschehen?
Tatsache ist, daß Babylon über lange Zeit auf ein komplexes Bewässerungssystem von Dämmen und Kanälen angewiesen war, die zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris verliefen. Allem Anschein nach wurde dieses Wasserversorgungssystem um 140 v. u. Z. bei der Eroberung durch die Parther so stark beschädigt, daß es im Grunde funktionsunfähig wurde. Die Folgen? In der Encyclopedia Americana heißt es: „Der Boden wurde mit Mineralsalzen gesättigt, und an der Oberfläche bildete sich eine Kruste von Alkalien, so daß die landwirtschaftliche Nutzung unmöglich wurde.“ Etwa 200 Jahre später war Babylon zwar immer noch eine volkreiche Stadt, aber sie blieb es nicht mehr lange. (Vergleiche 1. Petrus 5:13.) Im 3. Jahrhundert beschrieb der Historiker Dio Cassius (um 150 bis 235 u. Z.) einen Besucher Babylons, der nichts vorfand als „Dämme und Steine und Trümmer“ (LXVIII, 30). Bezeichnenderweise lebte Jesaja derzeit schon lange nicht mehr, und sein vollständiges Buch war bereits seit Jahrhunderten im Umlauf. Würden wir Babylon heute besuchen, sähen wir von dieser ehemals herrlichen Stadt nur Trümmer. Alte Städte wie Rom, Jerusalem und Athen bestehen heute noch, aber Babylon ist verwüstet, unbewohnt und eine Trümmerstätte; es ist genauso, wie Jesaja es vorhersagte. Die Voraussage traf ein.
Befassen wir uns jetzt mit Jesajas Beschreibung des kommenden Messias. Gemäß Jesaja 52:13 sollte dieser besondere Diener Gottes schließlich ‘hochgestellt und sehr erhöht sein’. Doch im darauffolgenden Kapitel (Jesaja 53) wurde prophezeit, daß der Messias vor dieser Erhöhung eine überraschend andere Erfahrung durchmachen müßte. Die in diesem Kapitel aufgezeichneten Einzelheiten erstaunen uns vielleicht; es ist ein Kapitel, das als messianische Prophezeiung breite Anerkennung gefunden hat.
Wie darin zu lesen ist, würde der Messias von seinen Landsleuten verachtet werden. In der Gewißheit, daß dies geschehen würde, schrieb Jesaja es so, als habe es sich bereits ereignet: „Er war verachtet und war von Menschen gemieden“ (Vers 3). Diese schlechte Behandlung wäre völlig ungerechtfertigt, weil der Messias den Menschen Gutes tun würde. „Unsere Krankheiten hat er selbst getragen“, schrieb Jesaja und schilderte damit die Heilungen, die der Messias vollbrachte (Vers 4). Ungeachtet dessen würde der Messias angeklagt und ungerechterweise verurteilt werden, würde aber vor seinen Anklägern schweigen (Vers 7 und 8). Er würde sich ausliefern lassen, um zusammen mit Verbrechern getötet zu werden; bei seiner Hinrichtung sollte sein Leib durchstochen werden (Vers 5, 12). Obwohl er wie ein Verbrecher sterben würde, sollte er wie ein Reicher begraben werden (Vers 9). Wiederholt sagte Jesaja auch, daß der zu Unrecht erlittene Tod des Messias sündensühnende Kraft hätte und die Übertretungen anderer Menschen zudecken würde (Vers 5, 8, 11, 12).
All das bewahrheitete sich. Die historischen Darstellungen, die von Jesu Zeitgenossen — Matthäus, Markus, Lukas und Johannes — aufgezeichnet wurden, bestätigen, daß das, was Jesaja vorausgesagt hatte, tatsächlich eintraf. Einige der Ereignisse trugen sich nach dem Tod Jesu zu, und somit hatte er die Gegebenheiten nicht manipulieren können (Matthäus 8:16, 17; 26:67; 27:14, 39-44, 57-60; Johannes 19:1, 34). Die vollständige Erfüllung der messianischen Prophezeiung Jesajas hat sich die Jahrhunderte über nachhaltig auf aufrichtige Bibelleser ausgewirkt, auch auf solche, die vorher nicht an Jesus glaubten. Der Gelehrte William Urwick bemerkt: „Viele Juden, die den Grund für ihre Bekehrung zum Christentum schriftlich niederlegten, gestanden, daß die Lektüre dieses Kapitels [Jesaja 53] ihren Glauben an ihr früheres Glaubensbekenntnis und ihre früheren Lehrer erschüttert hatte“ (The Servant of Jehovah).a
Urwick machte diese Äußerung gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als manche noch bezweifelt haben mögen, daß Jesaja, Kapitel 53 Jahrhunderte vor der Geburt Jesu geschrieben wurde. Inzwischen haben jedoch Entdeckungen im wesentlichen jedem Zweifel den Boden entzogen. 1947 entdeckte ein Hirte aus einem Beduinenstamm in der Nähe des Toten Meeres eine alte Schriftrolle des gesamten Buches Jesaja. Paläographen datierten die Schriftrolle in die Zeit zwischen 125 und 100 v. u. Z. Später ergab eine Kohlenstoff-14-Analyse der Rolle ein Datum zwischen 202 und 107 v. u. Z. Diese berühmte Jesaja-Rolle war tatsächlich schon recht alt, als Jesus geboren wurde. Was ergeben Vergleiche mit neuzeitlichen Bibeln?
Bei einem Besuch in Jerusalem kann man Fragmente der Schriftrollen vom Toten Meer besichtigen. Auf einer Tonbandaufnahme erklärt der Archäologe Professor Yigael Yadin: „Zwischen der Zeit, als die Worte Jesajas gesprochen wurden, und der Herstellung dieser Abschrift im 2. Jahrhundert v. Chr. vergingen höchstens fünf- bis sechshundert Jahre. Es ist erstaunlich, wie genau die im Museum aufbewahrte Rolle, die über 2 000 Jahre alt ist, der Bibel entspricht, die wir heute entweder in Hebräisch lesen oder in den Übersetzungen, die aus dem ursprünglichen Hebräisch gemacht worden sind.“
Das sollte sich auf unsere Ansicht auswirken. Inwiefern? Es sollte alle kritischen Zweifel ausräumen, wonach das Buch Jesaja nur Geschichte im Gewand der Prophetie sei. Es ist jetzt wissenschaftlich erwiesen, daß eine Abschrift der Schriften Jesajas weit über hundert Jahre vor der Geburt Jesu und lange vor der Verwüstung Babylons angefertigt wurde. Wie kann es dann irgendeinen Zweifel daran geben, daß in den Schriften Jesajas sowohl das Ende Babylons als auch das dem Messias zu Unrecht zugefügte Leid, die Art seines Todes und seine Behandlung vorhergesagt wurden? Und die geschichtlichen Tatsachen nehmen der Frage, ob Jesaja die Gefangenschaft der Juden und ihre Freilassung aus Babylon genau vorausgesagt hat oder nicht, jede Grundlage. Das Eintreffen solcher Vorhersagen bildet nur einen der vielen Beweise, daß der Schöpfer wirklich der Autor der Bibel ist und daß die Bibel „von Gott inspiriert“ ist (2. Timotheus 3:16).
Es gibt viele weitere Anzeichen für die göttliche Autorschaft der Bibel. Dazu gehören ihre Genauigkeit auf astronomischem, geologischem und medizinischem Gebiet; die innere Harmonie ihrer Bücher, die Dutzende Männer über viele hundert Jahre geschrieben haben; ihre Übereinstimmung mit vielen Tatsachen der weltlichen Geschichte und der Archäologie sowie ihr Sittenkodex, der die Kodexe der Nachbarvölker jener Zeiten übertraf und noch heute als unvergleichlich gilt. Auf Grund dieser und anderer Beweise sind zahllose gewissenhafte, ehrliche Menschen überzeugt, daß die Bibel ein authentisches Buch ist und von unserem Schöpfer stammt.b
Dies kann uns auch helfen, einige maßgebliche Schlußfolgerungen über unseren Schöpfer zu ziehen, wodurch wir seine Eigenschaften besser erkennen. Bezeugt nicht seine Fähigkeit, die Zukunft vorauszusehen, daß sein Wahrnehmungsvermögen über das des Menschen hinausreicht? Menschen wissen nicht, was in ferner Zukunft geschehen wird, und sie können die Zukunft auch nicht beeinflussen. Der Schöpfer kann es. Er kann sowohl die Zukunft voraussehen als auch Ereignisse so steuern, daß sein Wille ausgeführt wird. Treffend beschreibt Jesaja den Schöpfer als denjenigen, „der von Anfang an den Ausgang kundtut und von alters her die Dinge, die nicht getan worden sind; der spricht: ‚Mein eigener Beschluß wird bestehen, und alles, was mir gefällt, werde ich tun‘ “ (Jesaja 46:10; 55:11).
Den Autor besser kennenlernen
Wir werden mit jemandem bekannt, wenn wir mit ihm sprechen und sehen, wie er unter verschiedenen Umständen reagiert. Beides ist uns möglich, um andere Menschen nach und nach kennenzulernen; aber wie verhält es sich damit, den Schöpfer kennenzulernen? Wir vermögen nicht, uns mit ihm direkt zu unterhalten. Doch wie wir bereits festgestellt haben, offenbart er viel über sich selbst in der Bibel — sowohl durch seine Äußerungen als auch durch seine Handlungsweise. Darüber hinaus werden wir in diesem einzigartigen Buch eingeladen, ein Verhältnis zum Schöpfer zu entwickeln. Darin ergeht die dringende Aufforderung: „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen“ (Jakobus 2:23; 4:8).
Betrachten wir einen ersten Schritt: Wenn wir jemandes Freund sein möchten, interessieren wir uns bestimmt für seinen Namen. Wie lautet der Name des Schöpfers, und was sagt er über ihn aus?
Aus dem hebräischen Teil der Bibel (oft Altes Testament genannt) kennen wir den einzigartigen Namen des Schöpfers. In alten Handschriften wird er durch vier hebräische Konsonanten dargestellt, die als YHWH oder JHVH transliteriert werden können. Der Name des Schöpfers erscheint ungefähr 7 000mal in der Bibel, weit öfter als die Titel Gott oder Herr. Jahrhundertelang haben Leser der Hebräischen Schriften diesen Eigennamen gebraucht. Mit der Zeit kam jedoch bei vielen Juden eine abergläubische Furcht auf, den göttlichen Namen auszusprechen, und daher wurde die Aussprache nicht überliefert.
„Die ursprüngliche Aussprache ging schließlich verloren; neuzeitliche Wiederfindungsversuche beruhen auf Vermutungen“, heißt es in einem jüdischen Kommentar zum zweiten Buch Mose. Zugegeben, wir können nicht mit Bestimmtheit sagen, wie Moses den göttlichen Namen ausgesprochen hat, den wir in 2. Mose 3:16 und 6:3 finden. Wer würde sich aber, offen gesagt, heute verpflichtet fühlen, den Namen von Moses oder Jesus genau gleichklingend und im gleichen Tonfall auszusprechen, wie er damals ausgesprochen wurde, als sie auf der Erde waren? Wir scheuen uns nicht, die Namen Moses oder Jesus zu gebrauchen, wenn wir von ihnen sprechen. Kommt es nicht darauf an, die in unserer Sprache gebräuchliche Aussprache des Namens Gottes zu benutzen, statt übermäßig darum besorgt zu sein, wie ein Volk in alter Zeit seinen Namen in einer anderen Sprache ausgesprochen hat? Der Name „Jehova“ findet zum Beispiel seit Jahrhunderten im englischen Sprachraum als der Name des Schöpfers breite Anerkennung, und auch im Deutschen ist seit über 400 Jahren dieser Name in Gebrauch.
Wichtiger als Einzelheiten über die Aussprache des Namens ist jedoch etwas anderes: seine Bedeutung. In Hebräisch handelt es sich bei dem Namen um die Kausativform des Verbs hawáh, das „werden“ oder „sich erweisen“ bedeutet (1. Mose 27:29; Prediger 11:3). In dem Werk The Oxford Companion to the Bible wird als Bedeutung „ ‚er veranlaßt‘ oder ‚wird veranlassen zu sein‘ “ angegeben. Somit können wir sagen, daß der Eigenname des Schöpfers wörtlich „Er veranlaßt zu werden“ bedeutet. Zu beachten ist, daß die Betonung nicht auf der Tätigkeit des Schöpfers in ferner Vergangenheit liegt, woran manche gedacht haben mögen, wenn sie den Ausdruck „Urgrund aller Dinge“ gebraucht haben. Warum nicht?
Weil der göttliche Name mit dem verbunden ist, was sich der Schöpfer zum Vorsatz macht. Hebräische Verben haben im Grunde nur zwei Aktionsarten, und die bei dem Namen des Schöpfers verwendete Art „zeigt Handlungen ... wie in einem Entwicklungsvorgang an. Sie drückt nicht lediglich die Fortdauer einer Handlung aus ..., sondern deren Entwicklung von ihrem Anfang bis zu ihrer Vollendung“ (A Short Account of the Hebrew Tenses). Durch seinen Namen offenbart Jehova, daß er als ein Vorsatzfassender tätig ist. Daraus ersehen wir, daß er — während er fortschreitend handelt — derjenige wird, der Verheißungen wahr werden läßt. Viele erfüllt es mit Befriedigung und innerer Ruhe, zu wissen, daß der Schöpfer seine Vorsätze stets verwirklicht.
Sein Vorsatz — unser Daseinszweck
Während der Name Gottes einen Vorsatz erkennen läßt, finden es viele Menschen schwer, für sich einen Daseinszweck zu erkennen. Sie sehen, wie die Menschheit von einer Krise in die andere taumelt — Kriege, Naturkatastrophen, epidemische Krankheiten, Armut und Verbrechen. Selbst die wenigen, denen es vergönnt ist, solchen schädlichen Auswirkungen irgendwie zu entkommen, geben zu, daß sie ständig Zweifel an der Zukunft und am Sinn ihres Lebens haben.
In der Bibel wird darüber folgendes gesagt: „Die stoffliche Welt wurde der Frustration unterworfen, nicht durch eigenen Wunsch, sondern durch den Willen des Schöpfers, der, indem er sie so machte, ihr die Hoffnung gab, daß sie eines Tages befreit werde ... und an der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes teilhabe“ (Römer 8:20, 21, The New Testament Letters von J. W. C. Wand). Der Bericht im ersten Buch Mose zeigt, daß die Menschen einmal Frieden mit Gott hatten. Zufolge menschlichen Fehlverhaltens unterwarf Gott die Menschheit zu Recht einer Situation, die in gewisser Weise Frustration hervorrief. Betrachten wir, wie es dazu kam, was es über den Schöpfer aussagt und was wir für die Zukunft erwarten können.
Gemäß jenem schriftlich aufgezeichneten Geschichtsbericht, dessen Genauigkeit auf vielerlei Weise nachprüfbar ist, hießen die ersten menschlichen Geschöpfe Adam und Eva. Der Bericht zeigt, daß sie nicht sich selbst überlassen wurden, ohne Sinn im Leben oder ohne Anweisungen, den Willen Gottes betreffend. Wie jeder liebevolle und rücksichtsvolle menschliche Vater seinen Nachkommen nützliche Anweisungen geben würde, so tat es auch der Schöpfer. Er sagte zu ihnen: „Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde, und unterwerft sie euch, und haltet euch die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel untertan und jedes lebende Geschöpf, das sich auf der Erde regt“ (1. Mose 1:28).
Das Leben der ersten Menschen hatte somit einen Sinn und Zweck. Zu ihren Aufgaben gehörte es, sich der Ökologie der Erde anzunehmen und sie mit verantwortungsbewußten Menschen zu bevölkern. (Vergleiche Jesaja 11:9.) Niemand kann dem Schöpfer zu Recht die Schuld für den gegenwärtigen Zustand unseres verschmutzten Planeten anlasten und sich damit herausreden, er habe den Menschen den Vorwand dafür geliefert, daß sie mit der Erde Raubbau treiben und sie ruinieren könnten. Das Wort „unterwerfen“ war kein Freibrief für Raubbau. Es bedeutete, daß die Menschen die Erde, die sie verwalten sollten, pflegen und sich um sie kümmern müßten (1. Mose 2:15). Außerdem konnten sie diese sinnvolle Aufgabe ohne zeitliche Begrenzung erfüllen. Die Aussicht des Menschen, nicht zu sterben, stimmt damit überein, daß die Kapazität des menschlichen Gehirns weit über das hinausgeht, was der Mensch heute in 70, 80 oder sogar 100 Jahren nutzen kann. Das Gehirn war auf unbegrenzten Gebrauch ausgelegt.
Jehova Gott, der die Schöpfung hervorbrachte und ihr Anweisungen gibt, räumte den Menschen Spielraum ein, was die Art betrifft, wie sie seinen Vorsatz hinsichtlich der Erde und der Menschheit verwirklichen würden. Er forderte weder zuviel von ihnen, noch schränkte er sie über Gebühr ein. Adam gab er zum Beispiel einen Auftrag, von dem jeder Zoologe begeistert gewesen wäre — das Studium und die Benennung von Tieren. Nachdem Adam ihre Eigenarten beobachtet hatte, gab er ihnen Namen, von denen viele beschreibender Natur waren (1. Mose 2:19). Das ist nur ein Beispiel, wie die Menschen ihre Begabungen und Fähigkeiten in Übereinstimmung mit dem Vorsatz Gottes gebrauchen konnten.
Es versteht sich, daß es für den weisen Schöpfer des ganzen Universums ein leichtes wäre, jede Situation auf der Erde zu beherrschen, selbst wenn Menschen einen törichten oder schädlichen Lauf einschlagen würden. Wie aus der historischen Darstellung zu ersehen ist, gab Gott Adam nur ein einziges einschränkendes Gebot: „Von jedem Baum des Gartens darfst du bis zur Sättigung essen. Was aber den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse betrifft, davon sollst du nicht essen, denn an dem Tag, an dem du davon ißt, wirst du ganz bestimmt sterben“ (1. Mose 2:16, 17).
Jenes Gebot verlangte von der Menschheit, Gottes Recht auf Gehorsam ihm gegenüber anzuerkennen. Von den Tagen Adams bis in unsere Zeit mußten Menschen das Gesetz der Schwerkraft anerkennen und sich danach ausrichten; es zu mißachten wäre töricht und schädlich. Warum sollten Menschen es daher ablehnen, sich an ein anderes Gesetz oder Gebot zu halten, das von dem großzügigen Schöpfer stammt? Er machte zwar deutlich, welche Folgen es hätte, sein Gesetz abzulehnen, dennoch räumte er Adam und Eva die Möglichkeit ein, ihm freiwillig zu gehorchen. Aus dem Bericht über die frühe Geschichte des Menschen ist leicht zu erkennen, daß der Schöpfer dem Menschen Entscheidungsfreiheit gewährt. Doch er möchte, daß seine Geschöpfe überaus glücklich sind, und dieses Glück stellt sich auf natürliche Weise ein, wenn sie sich an die guten Gesetze halten, die er erläßt.
In einem früheren Kapitel wurde erwähnt, daß der Schöpfer vernunftbegabte unsichtbare Geschöpfe hervorbrachte — Geistgeschöpfe. Wie der Bericht über die Anfangsphase der Menschheit erkennen läßt, war eines dieser Geistwesen später von dem Gedanken besessen, die Stellung, die Gott innehatte, an sich zu reißen. (Vergleiche Hesekiel 28:13-15.) Es mißbrauchte die von Gott gewährte Entscheidungsfreiheit und stiftete die ersten Menschen zu einem Verhalten an, das man einfach als offene Rebellion bezeichnen muß. Durch trotzigen Ungehorsam — das Essen vom „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ — machte das erste Menschenpaar Unabhängigkeit von der Herrschaft Gottes geltend. Darüber hinaus ließen sie durch ihre Vorgehensweise erkennen, daß sie der Behauptung beipflichteten, der Schöpfer enthalte dem Menschen Gutes vor. Es war, als forderten Adam und Eva das Recht, selbst zu bestimmen, was gut und was böse ist — ohne Rücksicht darauf, wie ihr Erschaffer es beurteilen würde.
Wie unvernünftig es für Männer und Frauen wäre, sich gegen das Gesetz der Schwerkraft zu entscheiden und diesem, weil es ihnen mißfällt, zuwiderzuhandeln! Ebenso irrational war es, daß Adam und Eva die Sittenmaßstäbe des Schöpfers ablehnten. Bestimmt müssen Menschen mit negativen Folgen rechnen, wenn sie Gottes grundlegendes Gesetz übertreten, das von ihnen Gehorsam fordert, ebenso wie sich schädliche Folgen für alle einstellen, die sich über das Gesetz der Schwerkraft hinwegsetzen.
Aus der Geschichte wissen wir, daß Jehova etwas unternahm. Von dem „Tag“ an, an dem Adam und Eva den Willen des Schöpfers verwarfen, ging es mit ihnen abwärts, genau wie Gott es ihnen angekündigt hatte, abwärts in Richtung Tod. (Vergleiche 2. Petrus 3:8.) Dadurch wird ein anderes Wesensmerkmal des Schöpfers offenbar. Er ist ein Gott des Rechts und der Gerechtigkeit, der einen derart eklatanten Ungehorsam nicht einfach hinnimmt und unbeachtet läßt. Er hat weise und gerechte Maßstäbe, für die er eintritt.
In Übereinstimmung mit seinen hervorragenden Eigenschaften setzte er dem menschlichen Leben barmherzigerweise nicht gleich ein Ende. Warum nicht? Es geschah aus Rücksicht auf Adams und Evas Nachkommen, die noch nicht einmal empfangen worden waren und auch nicht unmittelbar für das sündige Verhalten ihrer Vorfahren verantwortlich waren. Gottes Fürsorge für das noch ungezeugte Leben vermittelt uns ein Bild davon, was für ein Schöpfer er ist. Er ist kein rücksichtsloser Richter, dem jedes Mitgefühl abgeht. Er ist vielmehr fair, bereit, jedem eine Gelegenheit zu geben, und er respektiert die Heiligkeit des menschlichen Lebens.
Damit ist nicht gemeint, daß die folgenden Generationen von Menschen unter denselben wunderbaren Umständen leben sollten wie das erste Menschenpaar. „Die stoffliche Welt wurde“ dadurch, daß der Schöpfer Adams Nachkommen ins Dasein kommen ließ, „der Frustration unterworfen“. Dennoch handelte es sich nicht um eine völlige Frustration oder eine ausweglose Hilflosigkeit. Wie wir uns erinnern, hieß es in Römer 8:20, 21 auch, daß der Schöpfer „ihr die Hoffnung gab, daß sie eines Tages befreit werde“. Das ist etwas, worüber wir mehr erfahren möchten.
Können wir ihn finden?
Der Feind, der das erste Menschenpaar zur Rebellion anstiftete, wird in der Bibel Satan, der Teufel, genannt — Bezeichnungen, die „Widerstandleistender“ und „Verleumder“ bedeuten. In dem Urteil, das Gott über diesen Hauptanstifter der Rebellion aussprach, brandmarkte Gott ihn als Feind, schuf aber gleichzeitig die Grundlage dafür, daß künftig lebende Menschen eine Hoffnung haben konnten. Gott sagte: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir [Satan] und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen“ (1. Mose 3:15). Das ist offensichtlich eine sinnbildliche Sprache. Was bedeutet es, wenn es heißt, daß ein gewisser „Same“ kommen sollte?
Andere Teile der Bibel werfen Licht auf diesen interessanten Vers. Wie dort gezeigt wird, steht er damit in Verbindung, daß Jehova gemäß seinem Namen handelt und daß er das ‘wird’, was nötig ist, um seinen Vorsatz hinsichtlich der Menschen auf der Erde zu verwirklichen. Dabei bediente er sich einer bestimmten Nation, und die geschichtliche Darstellung seiner Handlungen mit der Nation in alter Zeit macht einen nennenswerten Teil der Bibel aus. Streifen wir kurz diesen wichtigen Teil der Geschichte. Dabei erfahren wir mehr über die Eigenschaften unseres Schöpfers. Wir können tatsächlich viel Wertvolles über ihn lernen, indem wir weiterhin das Buch untersuchen, das er der Menschheit gegeben hat, die Bibel.
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Der Schöpfer offenbart sich — zu unserem NutzenGibt es einen Schöpfer, der an uns interessiert ist?
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Kapitel acht
Der Schöpfer offenbart sich — zu unserem Nutzen
ES BLITZTE und donnerte, als etwa drei Millionen Menschen vor einem hohen Berg auf der Halbinsel Sinai standen. Wolken verhüllten den Berg Sinai, und der Boden bebte. Unter diesen denkwürdigen Umständen führte Moses die Israeliten in ein formelles Verhältnis zum Schöpfer des Himmels und der Erde (2. Mose, Kapitel 19; Jesaja 45:18).
Warum offenbarte sich der Schöpfer des Universums auf besondere Weise einer einzelnen Nation und noch dazu einer der kleineren? Moses gibt darüber den folgenden Aufschluß: „Es war, weil Jehova euch liebte und weil er seinen Schwur hielt, den er euren Vorvätern geschworen hatte“ (5. Mose 7:6-8).
Eine solche Äußerung läßt erkennen, daß die Bibel weit mehr Informationen für uns enthält als Angaben über die Entstehung des Weltalls und des Lebens auf der Erde. Sie hat viel über die Handlungsweise des Schöpfers mit den Menschen — sei es in der Vergangenheit, in der Gegenwart oder in der Zukunft — zu sagen. Die Bibel ist das am meisten studierte und am weitesten verbreitete Buch; jeder, der auf Bildung Wert legt, sollte mit ihrem Inhalt vertraut sein. Verschaffen wir uns daher einen Überblick über das, was in der Bibel zu finden ist, und konzentrieren wir uns dabei zunächst auf den Teil, der oft das Alte Testament genannt wird. Wir erhalten dadurch einen wertvollen Einblick in die Persönlichkeit des Schöpfers des Universums und Autors der Bibel.
Im Kapitel 6 „Ein alter Schöpfungsbericht — Ist er vertrauenswürdig?“ haben wir Fakten aus dem Schöpfungsbericht der Bibel über unsere frühesten Vorfahren — unsere Herkunft — kennengelernt, die sonst nirgendwo zu finden sind. Das erste Buch der Bibel enthält jedoch viel mehr. Was zum Beispiel?
In der griechischen und in anderen Mythologien wird eine Zeit beschrieben, als die Götter und Halbgötter Umgang mit den Menschen hatten. Auch Anthropologen berichten, daß es überall auf der Erde Sagen von einer Flut in alter Zeit gibt, die den größten Teil der Menschheit auslöschte. Solche Mythen zu ignorieren ist vielleicht nicht ganz unbegründet. Ist es aber nicht interessant, daß nur in 1. Mosea die historischen Hintergrundinformationen über Ereignisse enthalten sind, die später in solchen Mythen und Sagen ihren Widerhall fanden? (1. Mose, Kapitel 6, 7).
Im ersten Buch Mose lesen wir auch von Männern und Frauen — geschichtliche Personen, mit denen wir uns identifizieren können —, die wußten, daß der Schöpfer existiert, und die seinen Willen in ihrem Leben berücksichtigten. Wir sind es uns selbst schuldig, etwas über Männer wie Abraham, Isaak und Jakob kennenzulernen, die zu den von Moses erwähnten „Vorvätern“ gehörten. Der Schöpfer wurde mit Abraham bekannt und bezeichnete ihn als ‘seinen Freund’ (Jesaja 41:8; 1. Mose 18:18, 19). Warum? Jehova hatte Abraham beobachtet und setzte dann Vertrauen in ihn als einen Mann des Glaubens (Hebräer 11:8-10, 17-19; Jakobus 2:23). Abrahams Erfahrung zeigt, daß Gott zugänglich ist. Seine Macht und seine Fähigkeiten sind zwar ehrfurchteinflößend, aber er ist keine rein unpersönliche Kraft oder Ursache. Er ist eine wirkliche Person, zu der wir Menschen ein respektvolles Verhältnis haben können — zu unserem bleibenden Nutzen.
Jehova verhieß Abraham: „Durch deinen Samen werden sich bestimmt alle Nationen der Erde ... segnen“ (1. Mose 22:18). Diese Zusage stützt sich auf — und erweitert — die Verheißung, die zur Zeit Adams in bezug auf einen künftigen „Samen“ gemacht wurde (1. Mose 3:15). Das, was Jehova zu Abraham sagte, bestätigte die Hoffnung, daß jemand, nämlich der Same, zur rechten Zeit erscheinen würde und für alle Völker ein Segen wäre. Man wird feststellen, daß es sich dabei um ein zentrales Thema handelt, das sich durch die ganze Bibel zieht, und dadurch wird deutlich, daß es sich bei dem Buch nicht um eine Sammlung verschiedener Schriften menschlichen Ursprungs handelt. Wenn man dieses Thema der Bibel kennt, ist es leichter, sich zu vergegenwärtigen, daß Gott eine Nation in alter Zeit gebrauchte — mit dem Ziel, alle Nationen zu segnen (Psalm 147:19, 20).
Das Ziel, das Jehova vor Augen hatte, als er mit Israel handelte, läßt erkennen, daß ‘er nicht parteiisch ist’ (Apostelgeschichte 10:34; Galater 3:14). Überdies waren Menschen aus anderen Nationen, obwohl Gott hauptsächlich mit den Nachkommen Abrahams handelte, ebenfalls willkommen, Jehova zu dienen (1. Könige 8:41-43). Und wie wir später sehen werden, geht Gottes Unparteilichkeit so weit, daß wir alle — ungeachtet unserer nationalen oder ethnischen Herkunft — in der Lage sind, ihn kennenzulernen und ihm zu gefallen.
Wir können aus der Geschichte der Nation, mit der der Schöpfer über Jahrhunderte handelte, viel lernen. Teilen wir die Geschichte in drei Teile auf. Während wir diese Teile betrachten, sollten wir darauf achten, wie Jehova entsprechend der Bedeutung seines Namens — „Er veranlaßt zu werden“ — handelte und wie seine Persönlichkeit in seinen Handlungen mit Menschen zum Ausdruck kam, die wirklich gelebt haben.
Teil 1: Eine vom Schöpfer regierte Nation
Abrahams Nachkommen wurden Sklaven in Ägypten. Schließlich erweckte Gott Moses, der sie 1513 v. u. Z. in die Freiheit führte. Als Israel eine Nation wurde, war Gott ihr Herrscher. Doch 1117 v. u. Z. trachtete das Volk nach einem menschlichen Königtum.
Wie kam es dazu, daß sich Israel mit Moses am Berg Sinai befand? Das erste Buch Mose liefert die Vorgeschichte. Als Jakob (auch Israel genannt) nordöstlich von Ägypten wohnte, brach in der ganzen damals bekannten Welt eine Hungersnot aus. Aus Sorge um seine Angehörigen versuchte Jakob, Nahrungsmittel aus Ägypten zu beschaffen, denn dort lagerten große Getreidevorräte. Jakob stellte fest, daß der Nahrungsmittelverwalter sein Sohn Joseph war, den er viele Jahre für tot gehalten hatte. Jakob und seine Familie zogen nach Ägypten und wurden eingeladen, dort zu bleiben (1. Mose 45:25 bis 46:5; 47:5-12). Nach Josephs Tod berief ein neuer Pharao Jakobs Nachkommen jedoch zur Zwangsarbeit ein, und die Ägypter „verbitterten ihr Leben fortgesetzt durch harten Sklavendienst bei Lehmmörtel und Ziegelsteinen“ (2. Mose 1:8-14). Der lebensnahe Bericht darüber und weit mehr ist in dem Bibelbuch 2. Mose nachzulesen.
Die Israeliten litten jahrzehntelang unter der Mißhandlung, und „ihr Hilferuf ... stieg fortwährend zu dem wahren Gott empor“. Sich an Jehova zu wenden war genau das richtige. Er war an den Nachkommen Abrahams interessiert und war entschlossen, seinen Vorsatz zu verwirklichen und für einen künftigen Segen für alle Völker zu sorgen. Jehova ‘hörte Israels Stöhnen und nahm Kenntnis davon’, was anzeigt, daß der Schöpfer mitfühlend ist gegenüber Menschen, die geknechtet werden und leiden (2. Mose 2:23-25). Er erwählte Moses, die Israeliten aus der Knechtschaft zu befreien. Als Moses und sein Bruder Aaron jedoch vor den Pharao Ägyptens traten und ihn baten, das geknechtete Volk ziehen zu lassen, entgegnete dieser herausfordernd: „Wer ist Jehova, daß ich seiner Stimme gehorchen und Israel wegsenden sollte?“ (2. Mose 5:2).
Könnten wir uns vorstellen, daß sich der Schöpfer des Universums durch eine solche Herausforderung, auch wenn sie vom Herrscher der damals größten Militärmacht kam, einschüchtern ließe? Jehova schlug Pharao und die Ägypter mit einer Reihe von Plagen. Nach der zehnten Plage willigte Pharao schließlich ein, die Israeliten freizulassen (2. Mose 12:29-32). Auf diese Weise lernten die Nachkommen Abrahams Jehova als wirkliche Person kennen — als jemand, der zu seiner Zeit für Befreiung sorgt. Ja, wie sein Name anzeigt, erwies sich Jehova als jemand, der auf dramatische Weise seine Verheißungen in Erfüllung gehen läßt (2. Mose 6:3). Pharao und die Israeliten sollten indes kennenlernen, daß mit diesem Namen noch mehr verbunden ist.
Dazu kam es, weil Pharao sich bald anders besann. Er übernahm selbst die Führung seines Heeres, jagte den davonziehenden Sklaven nach und holte sie am Roten Meer ein. Die Israeliten saßen in der Falle — vor ihnen das Meer und hinter ihnen das ägyptische Heer. Dann griff Jehova ein und öffnete den Weg durch das Rote Meer. Pharao hätte das als Kundgabe der unbesiegbaren Macht Gottes erkennen sollen. Statt dessen führte er seine Streitkräfte blindlings hinter den Israeliten her — nur um mit seinem Heer zu ertrinken, als Gott das Meer zu seinem normalen Stand zurückkehren ließ. Der Bericht in 2. Mose sagt nicht, wie Gott diese Großtaten vollbrachte. Wir können sie zu Recht als Wunder bezeichnen, weil die Handlung und der Zeitpunkt außerhalb des menschlichen Einflußbereichs lagen. Für denjenigen, der das Weltall und die darin geltenden Gesetze geschaffen hat, war das bestimmt nichts Undurchführbares (2. Mose 14:1-31).
Jenes Geschehen führte den Israeliten vor Augen — und es sollte auch uns deutlich machen —, daß Jehova ein Retter ist, der gemäß seinem Namen handelt. Wir sollten aus dem Bericht jedoch noch mehr über Gottes Wege erkennen. Er sprach zum Beispiel Recht über eine Bedrückernation, während er seinem Volk, aus dem der Same kommen sollte, liebende Güte erwies. Was wir im zweiten Buch Mose lesen, ist vor allem angesichts des genannten Samens weit mehr als alte Geschichte; es bezieht sich auf den Vorsatz Gottes, allen einen Segen zugänglich zu machen.
Auf dem Weg in das Land der Verheißung
Nachdem Moses und das Volk Ägypten verlassen hatten, zogen sie durch die Wüste zum Berg Sinai. Was sich dort abspielte, sollte für die nächsten Jahrhunderte die Handlungsweise Gottes mit der Nation bestimmen. Er sorgte für Gesetze. Natürlich hatte der Schöpfer eine unermeßlich lange Zeit zuvor die Gesetze festgelegt, denen die Materie im Weltall unterworfen ist, Gesetze, die immer noch bestehen. Am Berg Sinai gebrauchte er jedoch Moses, um nationale Gesetze niederzulegen. Wie Gott vorging und welchen Wortlaut er dem Gesetzeskodex gab, ist im zweiten Buch Mose nachzulesen sowie in den drei nachfolgenden Büchern 3. Mose, 4. Mose und 5. Mose. Nach der Ansicht von Gelehrten hat Moses auch das Buch Hiob geschrieben. Ein Teil des wichtigen Inhalts wird in Kapitel 10 dieses Buches betrachtet.
Noch heute kennen Millionen Menschen weltweit die Zehn Gebote und bemühen sich, diese zentralen sittlichen Anweisungen der vollständigen Gesetzessammlung zu beachten. Dieser Gesetzeskodex enthält jedoch viele andere Anweisungen, die wegen ihres hohen Niveaus bewundert werden. Verständlicherweise drehten sich viele Bestimmungen um das damalige Leben der Israeliten, um Hygiene, Abfallbeseitigung und Krankheiten. Die Gesetze waren zwar ursprünglich für ein Volk in alter Zeit gedacht, aber sie spiegeln eine Kenntnis wissenschaftlicher Tatsachen wider, die der Mensch erst vor etwa hundert Jahren entdeckt hat (3. Mose 13:46, 52; 15:4-13; 4. Mose 19:11-20; 5. Mose 23:12, 13). Man frage sich: „Wie kam es, daß die Gesetze, die dem Volk Israel gegeben wurden, ein Wissen und eine Weisheit verraten, die den Erkenntnisstand anderer Nationen jener Zeit weit übertrafen?“ Eine vernünftige Antwort lautet, daß diese Gesetze vom Schöpfer stammten.
Die Gesetze trugen auch dazu bei, Abstammungslinien zu bewahren, und sahen religiöse Pflichten vor, die die Israeliten erfüllen mußten, bis der Same erscheinen würde. Ihre Zustimmung zu allem, was Gott forderte, erlegte ihnen die Verantwortung auf, nach dem Gesetz zu leben (5. Mose 27:26; 30:17-20). Zugegeben, sie konnten das Gesetz nicht vollkommen halten. Doch selbst das diente einem guten Zweck. Ein Rechtsgelehrter nannte später einen Zweck des Gesetzes: „Übertretungen offenbar zu machen, bis der Same gekommen wäre, dem die Verheißung gegeben worden war“ (Galater 3:19, 24). Das Gesetz sonderte die Israeliten als Volk ab, es erinnerte sie daran, daß sie den Samen oder Messias brauchten, und es bereitete sie darauf vor, ihn willkommen zu heißen.
Die Israeliten, die am Berg Sinai versammelt waren, willigten ein, sich an das Gesetz Gottes zu halten. Dadurch traten sie in eine Vereinbarung oder in einen Bund ein, wie die Bibel es nennt. Der Bund wurde zwischen der Nation und Gott geschlossen. Trotz ihrer Bereitschaft, in diesen Bund einzutreten, erwiesen sie sich als ein halsstarriges Volk. Zum Beispiel machten sie sich ein goldenes Kalb als Darstellung Gottes. Das war eine Sünde, weil Götzenverehrung eine direkte Übertretung der Zehn Gebote war (2. Mose 20:4-6). Außerdem beklagten sie sich über ihre Versorgung, rebellierten gegen den von Gott ernannten Führer (Moses) und ließen sich auf unmoralische Beziehungen mit fremdländischen Frauen ein, die Götzen anbeteten. Aber warum sollte uns das interessieren, zumal wir so lange nach Moses’ Zeit leben?
Wiederum handelt es sich hier nicht einfach um alte Geschichte. Die Bibelberichte über die Reaktion Gottes auf das undankbare Verhalten der Israeliten beweisen, daß er wirklich an den Menschen interessiert ist. Wie die Bibel sagt, stellten die Israeliten Jehova „immer wieder“ auf die Probe und ‘kränkten ihn’ und ‘bereiteten ihm Schmerz’ (Psalm 78:40, 41). Daraus ist zu erkennen, daß der Schöpfer Gefühle hat und es ihm nicht gleichgültig ist, was die Menschen tun.
Von unserem Standpunkt aus könnte man meinen, Israels Unrechttun hätte zwangsläufig dazu geführt, daß Gott seinen Bund mit ihnen aufgelöst und vielleicht eine andere Nation erwählt hätte, damit sich seine Verheißung erfüllt. Doch so ging er nicht vor. Statt dessen bestrafte er die schamlosen Missetäter, übte aber Barmherzigkeit an der eigenwilligen Nation als Ganzem. Gott blieb gegenüber seiner Verheißung loyal, die er seinem treuen Freund Abraham gegeben hatte.
Bald näherte sich Israel dem Land Kanaan, das in der Bibel das Land der Verheißung genannt wird. Es war von mächtigen Völkern bewohnt, die von sittlich entwürdigenden Praktiken durchsetzt waren. Der Schöpfer hatte sie 400 Jahre lang gewähren lassen, aber jetzt entschied er sich gerechterweise dafür, das Land an das Volk Israel zu übergeben (1. Mose 15:16; siehe auch „Ein eifersüchtiger Gott — In welchem Sinn?“, Seite 132, 133). Als Vorbereitung sandte Moses 12 Kundschafter in das Land. 10 von ihnen glaubten nicht, daß Jehova die Macht hatte, sie zu retten. Auf Grund ihres Berichts murrte das Volk gegen Gott und verschwor sich, nach Ägypten zurückzukehren. Daraufhin verurteilte Gott die Israeliten zu 40 Jahren Wildniswanderung (4. Mose 14:1-4, 26-34).
Was wurde durch die Verurteilung bewirkt? Moses ermahnte vor seinem Tod die Söhne Israels, sich an die Jahre zu erinnern, in denen Jehova sie gedemütigt hatte. Moses sagte zu ihnen: „Du weißt wohl in deinem eigenen Herzen, daß Jehova, dein Gott, dich zurechtgebracht hat, so wie ein Mann seinen Sohn zurechtbringt“ (5. Mose 8:1-5). Obwohl sie gegenüber Jehova beleidigend gehandelt hatten, erhielt er sie am Leben und zeigte so, daß sie von ihm abhängig waren. Zum Beispiel blieben sie in der Wildnis am Leben, weil er die Nation mit Manna versorgte, einer eßbaren Substanz, die wie Flachkuchen mit Honig schmeckte. Aus dem, was sie dort erlebten, hätten sie viel lernen sollen. Es sollte beweisen, wie wichtig es war, dem barmherzigen Gott zu gehorchen und sich auf ihn zu verlassen (2. Mose 16:13-16, 31; 34:6, 7).
Nach dem Tod des Moses beauftragte Gott Josua, Israel anzuführen. Dieser tapfere, loyale Mann brachte die Nation nach Kanaan und nahm mutig die Eroberung des Landes in Angriff. Innerhalb kurzer Zeit besiegte Josua 31 Könige und besetzte den größten Teil des Landes der Verheißung. Der spannende Geschichtsbericht ist in dem Buch Josua nachzulesen.
Herrschaft ohne menschlichen König
Während des gesamten Wildnisaufenthalts und in den ersten Jahren im Land der Verheißung wurde die Nation von Moses und danach von Josua geführt. Die Israeliten brauchten keinen menschlichen König, denn Jehova war ihr Souverän. Er sorgte dafür, daß ernannte ältere Männer am Stadttor Rechtsfälle anhörten. Diese Männer erhielten die Ordnung aufrecht und standen den Menschen in geistiger Hinsicht bei (5. Mose 16:18; 21:18-20). Einen faszinierenden kurzen Einblick in die Art und Weise, wie die älteren Männer einen Rechtsfall behandelten, gestützt auf das Gesetz in 5. Mose 25:7-9, vermittelt das Buch Ruth.
Im Verlauf der Jahre zogen sich die Israeliten als Nation oft Gottes Mißfallen zu, weil sie ihm wiederholt nicht gehorchten und sich kanaanitischen Göttern zuwandten. Wenn sie aber in eine schwere Notlage gerieten und zu Jehova um Hilfe riefen, gedachte er ihrer. Er erweckte Richter, die sie bei der Befreiung anführten und sie aus der Hand tyrannischer Nachbarvölker retteten. Im Buch Richter werden die Großtaten von 12 dieser mutigen Richter lebhaft geschildert (Richter 2:11-19; Nehemia 9:27).
Der Bericht lautet: „In jenen Tagen gab es keinen König in Israel. Jeder war es gewohnt zu tun, was in seinen eigenen Augen recht war“ (Richter 21:25). Das Gesetz enthielt sittliche Normen, so daß das Volk, unterstützt von den älteren Männern und unterwiesen von den Priestern, eine Grundlage dafür hatte, „zu tun, was in seinen eigenen Augen recht war“, und dadurch geschützt zu sein. Außerdem sah das Gesetz eine Stiftshütte oder einen transportablen Tempel vor, wo Opfer dargebracht wurden. Sie diente als Zentrum der wahren Anbetung und trug damals dazu bei, die Nation zu einigen.
Teil 2: Gedeihen unter Königen
Als Samuel Richter in Israel war, verlangte das Volk einen menschlichen König. Die ersten drei Könige — Saul, David und Salomo — regierten jeweils 40 Jahre in der Zeit von 1117 bis 997 v. u. Z. Israel erreichte den Gipfel seines Wohlstands und seines Ruhms, und der Schöpfer unternahm wichtige Schritte, um das Königtum des kommenden Samens vorzubereiten.
Samuel kümmerte sich als Richter und Prophet gut um das geistige Wohlergehen Israels, aber seine Söhne waren anders als er. Schließlich forderte das Volk von Samuel: „Setze nun einen König für uns ein, der uns richten soll, wie ihn alle Nationen haben.“ Jehova erklärte Samuel, was ihre Forderung eigentlich bedeutete: „Hör auf die Stimme des Volkes ...; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, damit ich nicht König über sie sei.“ Jehova sah die traurigen Folgen dieser Entwicklung voraus (1. Samuel 8:1-9). Doch gemäß ihrer Forderung ernannte er einen bescheidenen Mann namens Saul zum König über Israel. Trotz eines verheißungsvollen Anfangs offenbarte Saul, nachdem er König geworden war, eigensinnige Neigungen und übertrat Gottes Gebote. Gottes Prophet gab bekannt, daß das Königtum einem Mann gegeben werde, der Jehova angenehm sei. Das sollte uns einprägen, wie sehr der Schöpfer Gehorsam schätzt, der von Herzen kommt (1. Samuel 15:22, 23).
David, der der nächste König über Israel sein sollte, war der Jüngste in einer Familie des Stammes Juda. Was seine überraschende Auswahl anlangt, sagte Gott zu Samuel: „Der Mensch sieht das, was vor den Augen erscheint; Jehova aber, er sieht, wie das Herz ist“ (1. Samuel 16:7). Ist es nicht ermunternd, daß der Schöpfer auf das sieht, was wir im Innern sind, und nicht auf das Äußere? Saul hatte allerdings seine eigenen Vorstellungen. Von der Zeit an, wo Jehova David zum künftigen König erwählte, war Saul von dem Gedanken besessen, David aus dem Weg zu räumen. Jehova ließ es nicht zu, und schließlich starben Saul und seine Söhne in einer Schlacht gegen ein kriegerisches Volk, die Philister.
David herrschte als König von der Stadt Hebron aus. Dann nahm er Jerusalem ein und machte es zur Hauptstadt. Er dehnte auch die Grenzen Israels bis zur vollen Größe des Landes aus, das Gott den Nachkommen Abrahams verheißen hatte. Der Bericht über diesen Zeitabschnitt (und die Geschichte späterer Könige) ist in den sechs geschichtlichen Büchern der Bibelb nachzulesen. Daraus geht hervor, daß das Leben Davids nicht problemlos verlief. Zum Beispiel gab er einer menschlichen Begierde nach, beging Ehebruch mit Bathseba, einer ausgesprochen schönen Frau, und machte sich anderer unrechter Taten schuldig, um seine Sünde zu verbergen. Jehova konnte als ein Gott des Rechts und der Gerechtigkeit das Vergehen Davids nicht einfach übersehen. Aber wegen Davids tiefempfundener Reue forderte Gott nicht, daß er mit der ganzen Strenge des Gesetzes bestraft wurde; doch David hatte zufolge seiner Sünden zahlreiche Probleme innerhalb seiner Familie.
Durch all jene Krisen lernte David Gott als Person kennen — als jemand, der Gefühle hat. Er schrieb: „Jehova ist nahe allen, die ihn anrufen, ... und ihren Hilferuf wird er hören“ (Psalm 145:18-20). Davids Aufrichtigkeit und Hingabe kommen deutlich in den wunderschönen Liedern zum Ausdruck, die er schrieb, Lieder, die etwa die Hälfte der Psalmen ausmachen. Millionen haben aus dieser Lyrik Trost und Ermunterung geschöpft. Beachten wir die Tiefe der Verbundenheit zwischen David und Jehova, die in Psalm 139:1-4 zum Ausdruck kommt: „O Jehova, du hast mich durchforscht, und du kennst mich. Du selbst hast mein Sitzen und mein Aufstehen erkannt. Du hast meine Gedanken von fern bemerkt. ... Denn da ist kein Wort auf meiner Zunge, doch siehe, o Jehova, du weißt es schon ganz.“
David war sich besonders dessen bewußt, daß Jehova die Macht hatte zu retten (Psalm 20:6; 28:9; 34:7, 9; 37:39). Jedesmal, wenn er sie spürte, wuchs sein Vertrauen in Jehova. Beweise dafür finden wir in Psalm 30:5; 62:8 und 103:9. Oder lesen wir Psalm 51, den David schrieb, nachdem er wegen seiner Sünde mit Bathseba zurechtgewiesen worden war. Wie erquickend es doch ist, daß wir uns ohne weiteres gegenüber dem Schöpfer äußern und sicher sein können, daß er nicht überheblich ist, sondern demütig und bereit zuzuhören! (Psalm 18:35; 69:33; 86:1-8). David hat seine Wertschätzung für Jehova nicht nur durch Erfahrungen erlangt. „Ich habe nachgesonnen über all dein Tun“, schrieb er, „willig befaßte ich mich fortwährend mit dem Werk deiner eigenen Hände“ (Psalm 63:6; 143:5).
Jehova schloß mit David einen besonderen Bund für ein ewiges Königreich. Vermutlich verstand David nicht die volle Bedeutung jenes Bundes, aber späteren Aufzeichnungen in der Bibel können wir entnehmen, daß Gott andeutete, daß der verheißene Same aus der Linie Davids kommen sollte (2. Samuel 7:16).
Der weise König Salomo und der Sinn des Lebens
Davids Sohn Salomo war wegen seiner Weisheit berühmt, und wir können sie uns zunutze machen, wenn wir die Bücher Sprüche und Prediger lesenc (1. Könige 10:23-25). Das letztgenannte Buch ist besonders für Personen nützlich, die wie einst der weise König Salomo auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens sind. Salomo, dem ersten israelitischen König, der in einer königlichen Familie geboren worden war, boten sich enorme Möglichkeiten. Er führte grandiose Bauvorhaben durch, hatte eine beeindruckende Vielfalt von Speisen auf seiner Tafel und erfreute sich an Musik und der Gemeinschaft mit angesehenen Gefährten. Dennoch schrieb er: „Ich, ja ich, wandte mich all meinen Arbeiten zu, die meine Hände getan hatten, und der harten Arbeit, die zu vollbringen ich hart gearbeitet hatte, und siehe, alles war Nichtigkeit“ (Prediger 2:3-9, 11). Worauf wies dies hin?
Salomo schrieb: „Der Abschluß der Sache, nachdem man alles gehört hat, ist: Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht. Denn der wahre Gott selbst wird jederlei Werk ins Gericht über alles Verborgene bringen im Hinblick darauf, ob es gut ist oder böse“ (Prediger 12:13, 14). In Übereinstimmung damit nahm Salomo ein siebenjähriges Bauprojekt in Angriff, um einen prachtvollen Tempel zu bauen, in dem die Menschen Gott anbeten konnten (1. Könige, Kapitel 6).
Viele Jahre lang zeichnete sich Salomos Herrschaft durch Frieden und Überfluß aus (1. Könige 4:20-25). Dennoch erwies sich sein Herz nicht wie das Herz Davids als ungeteilt gegenüber Jehova. Salomo nahm sich viele fremdländische Frauen und ließ zu, daß sie sein Herz ihren Göttern zuneigten. Schließlich sagte Jehova: „Ich [werde] dir ganz bestimmt das Königreich entreißen ... Einen Stamm werde ich deinem Sohn geben um Davids, meines Knechtes, willen und um Jerusalems willen“ (1. Könige 11:4, 11-13).
Teil 3: Das Königreich wird geteilt
Nach dem Tod Salomos im Jahre 997 v. u. Z. sagten sich zehn nördliche Stämme vom Reich los. Diese bildeten das Königreich Israel, das die Assyrer 740 v. u. Z. besiegten. Die Könige in Jerusalem herrschten über zwei Stämme. Dieses Königreich, Juda, bestand, bis die Babylonier 607 v. u. Z. Jerusalem einnahmen und dessen Bewohner in die Gefangenschaft führten. Juda lag 70 Jahre lang verödet da.
Als Salomo starb, kam sein Sohn Rehabeam an die Macht und erschwerte dem Volk das Leben. Das führte zu einem Aufstand, und zehn Stämme sagten sich los, um das Königreich Israel zu bilden (1. Könige 12:1-4, 16-20). Mit den Jahren entfernte sich das Nordreich von dem wahren Gott. Das Volk beugte sich oft vor Götzen in Form eines goldenen Kalbes nieder und verfiel anderen Formen der Götzenverehrung. Einige Könige wurden ermordet, und Usurpatoren entmachteten die Dynastien. Jehova übte große Nachsicht und sandte ständig Propheten aus, um die Nation vor dem Unheil zu warnen, das ihr drohte, wenn sie in ihrer Abtrünnigkeit verharrte. Die Bücher Hosea und Amos wurden von Propheten geschrieben, in deren Botschaften das Nordreich im Mittelpunkt stand. Im Jahre 740 v. u. Z. führten die Assyrer schließlich die Tragödie herbei, die Gottes Propheten vorausgesagt hatten.
Im Süden herrschten bis 607 v. u. Z. nacheinander 19 Könige des Hauses Davids über Juda. Die Könige Asa, Josaphat, Hiskia und Josia übten ihre Herrschaft wie ihr Vorfahr David aus und erlangten Gottes Gunst (1. Könige 15:9-11; 2. Könige 18:1-7; 22:1, 2; 2. Chronika 17:1-6). Als diese Könige regierten, segnete Jehova die Nation. In dem Werk The Englishman’s Critical and Expository Bible Cyclopædia heißt es: „Das überragende konservative Element J[udas] waren der auf Gottes Geheiß errichtete Tempel, die Priesterschaft, das geschriebene Gesetz und die Anerkennung des einen wahren Gottes Jehova als sein theokratischer König. ... Dieses Einhalten des Gesetzes ... brachte eine Folge von Königen hervor, die viele weise und gute Monarchen aufwies ... Folglich überlebte die Nation J[uda] ihre volkreichere nördliche Schwesternation.“ Jene guten Könige waren denjenigen, die nicht in den Wegen Davids wandelten, zahlenmäßig weit unterlegen. Doch Jehova lenkte alles so, daß ‘David, sein Knecht, weiterhin stets eine Leuchte vor ihm hatte in Jerusalem, der Stadt, die Gott für sich erwählt hatte, um seinen Namen dorthin zu setzen’ (1. Könige 11:36).
Auf Untergangskurs
Manasse war einer der Könige Judas, die sich von der wahren Anbetung abwandten. „Er ließ seinen eigenen Sohn durch das Feuer gehen, und er trieb Magie und schaute nach Omen aus und stellte Geistermedien an und berufsmäßige Vorhersager von Ereignissen. Er tat in großem Ausmaß, was böse war in Jehovas Augen, um ihn zu kränken“ (2. Könige 21:6, 16). König Manasse verleitete sein Volk dazu, „Schlimmeres zu tun als die Nationen, die Jehova ... vertilgt hatte“. Nachdem der Schöpfer Manasse und sein Volk wiederholt gewarnt hatte, erklärte er: „Ich werde Jerusalem einfach auswischen, wie man die henkellose Schüssel auswischt“ (2. Chronika 33:9, 10; 2. Könige 21:10-13).
Zum Auftakt ließ Jehova Manasse von den Assyrern gefangennehmen und in Kupferfesseln wegführen (2. Chronika 33:11). Im Exil kam Manasse zur Besinnung und „demütigte sich ständig tief wegen des Gottes seiner Vorväter“. Wie reagierte Jehova darauf? „[Gott] hörte sein Flehen um Gunst und brachte ihn nach Jerusalem in sein Königtum zurück; und Manasse erkannte, daß Jehova der wahre Gott ist.“ König Manasse und sein Enkel, König Josia, führten nötige Reformen durch. Trotzdem wandte sich die Nation nicht endgültig von der umfassenden sittlich-religiösen Entartung ab (2. Chronika 33:1-20; 34:1 bis 35:25; 2. Könige, Kapitel 22).
Bedeutsamerweise sandte Jehova eifrige Propheten aus, um seine Ansicht über das kundzutun, was sich anbahnte.d Jeremia berichtete Jehovas Worte: „Von dem Tag an, da eure Vorväter aus dem Land Ägypten herauskamen, bis zu diesem Tag ... sandte [ich] ständig alle meine Knechte, die Propheten, zu euch, indem ich mich täglich früh aufmachte und sie sandte.“ Aber das Volk hörte nicht auf Gott. Es handelte schlimmer als seine Vorväter (Jeremia 7:25, 26). Er warnte es immer wieder, „denn er hatte Mitleid mit seinem Volk“. Doch es weigerte sich, positiv zu reagieren. Daher gestattete er den Babyloniern, Jerusalem zu zerstören und das Land im Jahre 607 v. u. Z. zu verwüsten. 70 Jahre lang blieb es verlassen (2. Chronika 36:15, 16; Jeremia 25:4-11).
Dieser kurze Überblick über Gottes Handlungen sollte es uns ermöglichen, Jehovas Interesse und seine gerechte Handlungsweise mit seiner Nation besser zu erkennen. Jehova hielt sich nicht abseits und wartete nicht einfach ab, was das Volk tun würde, als ob es ihm gleichgültig gewesen wäre. Er wurde initiativ und versuchte, dem Volk zu helfen. Wir können verstehen, warum Jesaja sagte: „O Jehova, du bist unser Vater. ... wir alle sind das Werk deiner Hand“ (Jesaja 64:8). Demgemäß bezeichnen heute viele den Schöpfer als „Vater“, denn er reagiert wie ein liebevoller, interessierter menschlicher Vater. Allerdings erkennt er auch an, daß wir die Verantwortung für unser Tun und die Folgen tragen müssen.
Nachdem die Nation 70 Jahre Gefangenschaft in Babylon erlebt hatte, ließ Gott seine Prophezeiung in Erfüllung gehen, daß Jerusalem wiederhergestellt werden sollte. Das Volk wurde befreit und durfte in sein Heimatland zurückkehren, um ‘das Haus Jehovas, das in Jerusalem war, wieder aufzubauen’ (Esra 1:1-4; Jesaja 44:24 bis 45:7). In einer Reihe von Bibelbücherne ist von dieser Wiederherstellung die Rede, von dem Wiederaufbau des Tempels und den Ereignissen danach. Eines dieser Bücher, Daniel, ist von besonderem Interesse, weil darin genau vorhergesagt wurde, wann der Same oder Messias erscheinen würde, und weil es Entwicklungen des Weltgeschehens in unserer Zeit beschreibt.
Der Tempel war zwar schließlich wieder aufgebaut worden, aber Jerusalem befand sich in einem mitleiderregenden Zustand. Die Stadtmauern und Tore lagen in Trümmern. Deshalb erweckte Gott Männer wie Nehemia, um die Juden zu ermuntern und zu organisieren. In einem Gebet, das in Nehemia, Kapitel 9 nachzulesen ist, wird Jehovas Handlungsweise mit den Israeliten gut zusammengefaßt. Wie aus dem Gebet hervorgeht, ist Jehova „ein Gott der Vergebungen, gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte“. Aus dem Gebet geht ebenfalls hervor, daß Jehova im Einklang mit seinem vollkommenen Rechtsmaßstab handelt. Selbst wenn er berechtigt ist, seine Macht auszuüben und ein Urteil zu vollstrecken, ist er bei aller Gerechtigkeit dennoch bereit, Liebe zu üben. Sein bewundernswert ausgeglichenes Vorgehen erfordert Weisheit. Ohne Zweifel sollten wir uns auf Grund der Art und Weise, wie der Schöpfer mit der Nation Israel verfuhr, zu ihm hingezogen fühlen, es sollte uns anspornen, seinen Willen zu tun.
Beim Abschluß dieses Teils der Bibel (des Alten Testaments) waren Juda und sein Tempel in Jerusalem wiederhergestellt, aber das Land befand sich unter heidnischer Herrschaft. Wie sollte Gottes Bund mit David in bezug auf einen „Samen“, der „für immer“ regieren sollte, eingehalten werden? (Psalm 89:3, 4; 132:11, 12). Die Juden warteten immer noch sehnsüchtig auf das Erscheinen eines ‘Messias, eines Führers’, der Gottes Volk befreien und ein theokratisches (von Gott regiertes) Reich auf der Erde aufrichten würde (Daniel 9:24, 25). War das jedoch der Vorsatz Jehovas? Wenn nicht, wie sollte der verheißene Messias dann die Befreiung herbeiführen? Und wie wirkt sich das auf uns heute aus? Im nächsten Kapitel werden diese wichtigen Fragen behandelt.
[Fußnoten]
a Die Namen der Bibelbücher sind halbfett gedruckt, damit leichter zu erkennen ist, wo man etwas über den Inhalt findet.
b Diese Bücher sind 1. Samuel, 2. Samuel, 1. Könige, 2. Könige, 1. Chronika und 2. Chronika.
c Er schrieb auch das Hohelied, ein Liebeslied, in dem die Loyalität einer jungen Frau gegenüber einem einfachen Hirten hervorgehoben wird.
d Solche von Gott inspirierten prophetischen Botschaften sind in einer Reihe von Bibelbüchern enthalten. Dazu gehören Jesaja, Jeremia, Klagelieder, Hesekiel, Joel, Micha, Habakuk und Zephanja. Die Bücher Obadja, Jona und Nahum konzentrierten sich auf die umliegenden Nationen, deren Handlungsweise sich auf Gottes Volk auswirkte.
e Zu diesen geschichtlichen und prophetischen Büchern gehören Esra, Nehemia, Esther, Haggai, Sacharja und Maleachi.
[Kasten auf Seite 126, 127]
Wunder — Können wir daran glauben?
„Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben.“ Diese Worte des deutschen Theologen Rudolf Bultmann geben wieder, wie heute viele Menschen über Wunder denken. Denken wir persönlich so über die in der Bibel aufgezeichneten Wunder, wie zum Beispiel die Teilung des Roten Meeres?
Im Deutschen Universalwörterbuch (Duden) wird das Wort „Wunder“ als „außergewöhnliches, ... übernatürlichen Kräften zugeschriebenes Geschehen“ definiert. Ein solches außergewöhnliches Geschehen erfordert einen Eingriff in die Naturgesetze, und deshalb sind viele abgeneigt, an Wunder zu glauben. Was aber wie ein Verstoß gegen ein Naturgesetz aussieht, kann vielleicht angesichts anderer beteiligter Naturgesetze mühelos erklärt werden.
Ein Beispiel: In der Zeitschrift New Scientist wurde berichtet, daß zwei Physiker an der Universität von Tokio ein teilweise mit Wasser gefülltes waagrechtes Rohr einem extrem starken Magnetfeld aussetzten. Das Wasser wurde an die Enden des Zylinders gedrängt, so daß in der Mitte ein trockener Abschnitt entstand. Dieses Phänomen, das 1994 entdeckt wurde, tritt auf, weil Wasser schwach diamagnetisch ist und von einem Magneten abgestoßen wird. Das nachgewiesene Phänomen, bei dem sich Wasser von Stellen, wo das Magnetfeld sehr stark ist, zu Stellen, wo das Feld schwächer ist, bewegt, wird als „Moseseffekt“ bezeichnet. Im New Scientist hieß es: „Wasser herumzuschieben ist einfach — wenn man einen entsprechend großen Magneten hat. Hat man ihn, dann ist fast alles möglich.“
Natürlich kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, welches Verfahren Gott anwandte, als er das Rote Meer für die Israeliten teilte. Aber der Schöpfer kennt alle Naturgesetze bis ins Detail. Er könnte mühelos gewisse Aspekte eines Gesetzes durch die Anwendung eines von den anderen Gesetzen beherrschen, die er selbst geschaffen hat. Für Menschen kann das Ergebnis wie ein Wunder aussehen, vor allem wenn sie die beteiligten Gesetze nicht völlig verstehen.
Was die Wunder in der Bibel betrifft, erklärte Akira Yamada, emeritierter Professor der Universität von Kioto (Japan): „Es ist zwar richtig, zu sagen, daß ... [ein Wunder] gegenwärtig nicht aus der Sicht der Wissenschaft verstanden werden kann, mit der man es zu tun hat, oder vom Status quo der Wissenschaft, aber es ist falsch, gestützt auf die Autorität der neusten Erkenntnisse der Physik oder der Bibelwissenschaft, einfach zu folgern, es sei nicht geschehen. In zehn Jahren wird die moderne Wissenschaft von heute eine Wissenschaft von gestern sein. Je schneller die Wissenschaft Fortschritte macht, desto wahrscheinlicher wird es, daß die Wissenschaftler von heute zur Zielscheibe des Gespötts werden; man wird sagen: ‚Vor zehn Jahren haben die Wissenschaftler allen Ernstes dies und jenes geglaubt‘ “ (Gods in the Age of Science).
Als Schöpfer, der alle Naturgesetze zu koordinieren weiß, kann Jehova seine Macht dazu gebrauchen, Wunder zu wirken.
[Kasten auf Seite 132, 133]
Ein eifersüchtiger Gott — In welchem Sinn?
„Jehova heißt ein Eiferer und ist ein eifersüchtiger Gott.“ Diese Aussage lesen wir in 2. Mose 34:14 (Schlachter, 1922). Was bedeutet sie?
Das hebräische Wort, das mit „eifersüchtig“ wiedergegeben wird, kann „ausschließliche Ergebenheit fordern, keine Rivalität dulden“ bedeuten. In positivem Sinn nützt es den Geschöpfen, daß Jehova in bezug auf seinen Namen und die Anbetung eifersüchtig ist (Hesekiel 39:25). Sein Eifer, das zu tun, wofür sein Name steht, bedeutet, daß er seinen Vorsatz hinsichtlich der Menschheit verwirklichen wird.
Betrachten wir zum Beispiel Gottes Gericht an dem Volk, das im Land Kanaan wohnte. Ein Gelehrter gibt folgende schockierende Beschreibung: „Die Anbetung Baals, Aschtorets und anderer kanaanitischer Götter bestand aus den zügellosesten Orgien; ihre Tempel waren Zentren des Lasters. ... Die Anbetung der Kanaaniter bestand in unsittlicher Ausschweifung ... und in der Ermordung ihrer erstgeborenen Kinder, die den gleichen Göttern als Opfer dargebracht wurden.“ Archäologen haben Tongefäße mit Gebeinen geopferter Kinder gefunden. Obwohl Gott die Vergehung der Kanaaniter der Tage Abrahams beachtete, war er ihnen gegenüber 400 Jahre lang geduldig und räumte ihnen ausreichend Zeit ein, sich zu ändern (1. Mose 15:16).
Waren sich die Kanaaniter der Schwere ihrer Vergehung bewußt? Nun, als Menschen besaßen sie ein Gewissen, das Juristen als universelle Grundlage für Moralität und Recht anerkennen (Römer 2:12-15). Trotzdem gaben die Kanaaniter ihre abscheulichen Kinderopfer und entwürdigenden Sexualpraktiken nicht auf.
Jehova beschloß auf Grund seines ausgeglichenen Rechtsempfindens, daß das Land gesäubert werden mußte. Dabei handelte es sich nicht um Völkermord. Sowohl Einzelpersonen wie Rahab als auch ganze Gruppen von Kanaanitern wie die Gibeoniter wurden verschont, wenn sie Gottes hohe Sittenmaßstäbe akzeptierten (Josua 6:25; 9:3-15). Rahab wurde ein Bindeglied in der Königslinie, die zum Messias führte, und Nachkommen der Gibeoniter erhielten das Vorrecht, am Tempel Jehovas zu dienen (Josua 9:27; Esra 8:20; Matthäus 1:1, 5-16).
Verschafft man sich ein vollständiges und klares, auf Tatsachen beruhendes Bild, ist es also leichter, Jehova als einen bewundernswert gerechten Gott zu erkennen, der auf gute Weise zum Nutzen seiner treuen Geschöpfe eifersüchtig ist.
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Ein großer Lehrer zeigt uns den Schöpfer noch deutlicherGibt es einen Schöpfer, der an uns interessiert ist?
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Kapitel neun
Ein großer Lehrer zeigt uns den Schöpfer noch deutlicher
DAS Volk im Palästina des 1. Jahrhunderts ‘war in Erwartung’. In Erwartung wovon? Des „Christus“ oder „Messias“, den Gottes Propheten Jahrhunderte zuvor angekündigt hatten. Die Menschen waren sich sicher, daß die heiligen Schriften unter der Anleitung Gottes geschrieben worden waren und Vorankündigungen enthielten. Eine solche Vorankündigung im Buch Daniel wies auf die Ankunft des Messias in der ersten Hälfte ihres Jahrhunderts hin (Lukas 3:15; Daniel 9:24-26).
Man mußte jedoch vorsichtig sein, weil selbsternannte Messiasse aufstanden (Matthäus 24:5). Der jüdische Historiker Josephus erwähnt einige: Theudas, der seine Anhänger dazu bewog, ihm an den Jordan zu folgen, und behauptete, die Fluten würden sich teilen; einen Menschen aus Ägypten, der das Volk auf den Ölberg führte und behauptete, auf sein Geheiß würden die Mauern Jerusalems zusammenstürzen, und einen Gaukler, der in den Tagen des Landpflegers Festus Befreiung von allem Elend verhieß. (Vergleiche Apostelgeschichte 5:36; 21:38.)
Im Gegensatz zu den erwähnten irregeführten Nachfolgern erkannte eine Gruppe, die später „Christen“ genannt wurde, daß Jesus von Nazareth ein großer Lehrer und der wahre Messias war (Apostelgeschichte 11:26; Markus 10:47). Jesus war kein gauklerischer Messias, er hatte verläßliche Referenzen, wie in den vier Geschichtsbüchern,a die als Evangelien bezeichnet werden, zur Genüge bestätigt wird. Die Juden wußten beispielsweise, daß der Messias in Bethlehem geboren werden sollte, daß er aus der Abstammungslinie Davids käme und Wunderwerke vollbringen würde. An Jesus erfüllte sich das alles, wie sogar das Zeugnis von Gegnern bestätigt. Jesus entsprach den Anforderungen des biblischen Messias tatsächlich (Matthäus 2:3-6; 22:41-45; Johannes 7:31, 42).
Die Menschenmengen, die Jesus begegneten, seine hervorragenden Werke beobachteten, seine einzigartigen Worte der Weisheit hörten und seine Weitsicht erkannten, waren schließlich davon überzeugt, daß er der Messias war. Im Laufe seines Dienstes (29—33 u. Z.) häuften sich die Beweise für seine Messianität. Er erwies sich sogar als mehr als nur der Messias. Ein Jünger, der mit den Tatsachen vertraut war, kam zu dem Schluß, daß „Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes“b (Johannes 20:31).
Da Jesus in einem sehr engen Verhältnis zu Gott stand, konnte er erklären und offenbaren, wie unser Schöpfer ist (Lukas 10:22; Johannes 1:18). Jesus bestätigte, daß das enge Verhältnis zu seinem Vater bereits im Himmel entstand, wo er zusammen mit Gott alles andere ins Dasein gebracht hatte, Belebtes und Unbelebtes (Johannes 3:13; 6:38; 8:23, 42; 13:3; Kolosser 1:15, 16).
Wie in der Bibel berichtet wird, wurde der Sohn vom geistigen Bereich auf die Erde versetzt und „wurde den Menschen gleich“ (Philipper 2:5-8). Ein solches Ereignis mutet zwar ungewöhnlich an, aber ist es deswegen unmöglich? Wissenschaftler bestätigen, daß ein natürliches Element wie Uran in ein anderes umgewandelt werden kann; sie können sogar die Ergebnisse berechnen, wenn Masse in Energie umgewandelt wird (E = mc2). Warum sollten wir daher Zweifel haben, wenn die Bibel davon spricht, daß ein Geistgeschöpf umgewandelt wurde, damit es als Mensch leben könne?
Um es anders zu veranschaulichen, denken wir einmal an das, was manche Ärzte bei der In-vitro-Fertilisation zuwege bringen. Leben, das in einem Reagenzglas beginnt, wird in eine Frau übertragen und später als Kind geboren. Im Fall von Jesus versichert uns die Bibel, daß sein Leben durch „Kraft des Höchsten“ in eine Jungfrau namens Maria übertragen wurde. Sie kam aus der Abstammungslinie Davids, so daß Jesus der bleibende Erbe des messianischen Königreiches sein konnte, das David verheißen worden war (Lukas 1:26-38; 3:23-38; Matthäus 1:23).
Gestützt auf sein vertrautes Verhältnis zum Schöpfer und die Ähnlichkeit mit ihm, sagte Jesus: „Wer mich gesehen hat, hat auch den Vater gesehen“ (Johannes 14:9). Er sagte auch: „Wer der Vater ist, weiß niemand als der Sohn und der, dem der Sohn ihn offenbaren will“ (Lukas 10:22). Während wir also lernen, was Jesus auf der Erde lehrte und tat, können wir die Persönlichkeit des Schöpfers besser erkennen. Betrachten wir dies an Hand von Erlebnissen, die Männer und Frauen mit Jesus hatten.
Eine Samariterin
„Dies ist doch nicht etwa der Christus?“ fragte eine samaritische Frau, nachdem sie eine Zeitlang mit Jesus gesprochen hatte (Johannes 4:29). Sie drängte sogar andere aus der nahe gelegenen Stadt Sychar, zu Jesus zu gehen. Was bewog sie dazu, Jesus als den Messias anzuerkennen?
Diese Frau traf Jesus, als er sich ausruhte, nachdem er den ganzen Morgen über staubige Straßen der Hügel Samarias gewandert war. Obwohl Jesus müde war, sprach er mit ihr. Als ihm ihr lebhaftes Interesse an geistigen Dingen auffiel, teilte er ihr tiefe Wahrheiten darüber mit, daß man „den Vater mit Geist und Wahrheit anbeten“ muß. Danach offenbarte er ihr, daß er wirklich der Christus sei, etwas, was er bis dahin noch nicht öffentlich bekannt hatte (Johannes 4:3-26).
Diese samaritische Frau betrachtete ihre Begegnung mit Jesus als überaus bedeutungsvoll. Im Mittelpunkt ihrer früheren religiösen Betätigung hatte die Anbetung am Berg Gerisim gestanden, und sie beruhte auf den ersten fünf Büchern der Bibel. Die Samariter, von denen viele aus einer Vermischung der zehn Stämme Israels mit anderen Völkern stammten, wurden von den Juden gemieden. Wie anders doch Jesus war! Bereitwillig lehrte er diese Samariterin, obwohl sein Auftrag lautete, zu „den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ zu gehen (Matthäus 15:24). Hier spiegelte Jesus Jehovas Bereitschaft wider, aufrichtige Menschen aus allen Nationen anzunehmen (1. Könige 8:41-43). Ja, sowohl Jesus als auch Jehova stehen über der engstirnigen religiösen Feindseligkeit, von der die heutige Welt durchsetzt ist. Auf Grund dieser Kenntnis sollten wir uns zu dem Schöpfer und zu seinem Sohn hingezogen fühlen.
Aus der Bereitschaft Jesu, diese Frau zu lehren, können wir eine weitere Lehre ziehen. Sie lebte damals mit einem Mann zusammen, der nicht ihr Ehemann war (Johannes 4:16-19). Das hielt Jesus jedoch nicht davon ab, mit ihr zu sprechen. Wir können verstehen, daß sie es geschätzt haben muß, mit Würde behandelt zu werden. Und das, was sie erlebte, bildete keine Ausnahme. Als einige jüdische Führer (Pharisäer) Jesus kritisierten, weil er mit reumütigen Sündern gemeinsam aß, sagte er: „Gesunde benötigen keinen Arzt, wohl aber die Leidenden. Geht also hin und lernt, was dies bedeutet: ‚Ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer.‘ Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder“ (Matthäus 9:10-13). Jesus gewährte den Menschen seine Unterstützung, die unter der Bürde ihrer Sünden zu leiden hatten — ihrer Mißachtung der Gesetze oder Maßstäbe Gottes. Wie herzerwärmend es doch ist, zu erfahren, daß Gott und sein Sohn denen helfen, die zufolge ihres früheren Lebenswandels Probleme haben! (Matthäus 11:28-30).c
Übersehen wir nicht, daß Jesus bei jenem Anlaß in Samaria freundlich und hilfsbereit mit einer Frau sprach. Warum ist das wichtig? Damals wurde jüdischen Männern beigebracht, auf der Straße nicht mit Frauen zu reden, nicht einmal mit der eigenen Ehefrau. Jüdische Rabbis meinten, Frauen würden tiefe geistige Belehrung nicht begreifen, und sahen sie wie jemand „von beschränktem Verstand“ an. Einige sagten: „Die Worte des Gesetzes sollten eher verbrannt als einer Frau vorgetragen werden.“ In einem solchen Klima waren Jesu Jünger aufgewachsen; daher ‘wunderten sie sich, daß er mit einer Frau redete’, als sie zu ihm zurückkehrten (Johannes 4:27). Dieser Bericht — einer von vielen — veranschaulicht, daß Jesus das Ebenbild seines Vaters war, der Mann und Frau erschaffen hatte und ihnen auch Ehre zuteil werden ließ (1. Mose 2:18).
Anschließend überzeugte die samaritische Frau die Mitbürger ihrer Stadt, Jesus zuzuhören. Viele untersuchten die Tatsachen, wurden gläubig und sagten: „Wir wissen, daß dieser bestimmt der Retter der Welt ist“ (Johannes 4:39-42). Da wir ein Teil der Menschen„welt“ sind, hängt auch unsere Zukunft von ihm ab.
Die Ansicht eines Fischers
Sehen wir uns Jesus nun mit den Augen zweier seiner engen Gefährten an — Petrus und Johannes. Diese gewöhnlichen Fischer gehörten zu seinen ersten Nachfolgern (Matthäus 4:13-22; Johannes 1:35-42). Für die Pharisäer waren sie „ungelehrte und gewöhnliche Menschen“ und gehörten zum Volk des Landes (ʽam haʼárez), Leute, auf die man herabblickte, weil sie nicht so unterwiesen waren wie die Rabbis (Apostelgeschichte 4:13; Johannes 7:49). Viele solche Menschen, die ‘sich abmühten und beladen waren’ unter dem Joch der religiösen Traditionalisten, sehnten sich nach geistiger Erleuchtung. Professor Charles Guignebert von der Sorbonne erklärte, daß „ihr Herz durch und durch Jahwe [Jehova] gehörte“. Jesus wandte jenen Menschen von niedrigem Rang nicht den Rücken zu und bevorzugte nicht die Wohlhabenden oder Einflußreichen. Er gab ihnen vielmehr durch sein Lehren und durch seine Taten Aufschluß über den Vater (Matthäus 11:25-28).
Petrus kannte Jesu fürsorgliche Einstellung aus eigener Erfahrung. Kurz nachdem Petrus sich Jesus im Dienst angeschlossen hatte, wurde seine Schwiegermutter krank und hatte Fieber. Als Jesus zum Haus des Petrus kam, nahm er sie bei der Hand, und das Fieber wich. Wir wissen nicht genau, wie diese Heilung vor sich ging, ebenso wie Ärzte heute nicht völlig erklären können, wie manche Genesung zustande kommt, aber das Fieber wich von dieser Frau. Wichtiger, als zu wissen, wie Jesus heilte, ist, zu verstehen, daß er sein Mitleid für Kranke und Leidende bewies, wenn er sie heilte. Er wollte den Menschen wirklich helfen, und das will auch sein Vater (Markus 1:29-31, 40-43; 6:34). Petrus konnte aus dem, was er mit Jesus erlebte, erkennen, daß der Schöpfer jeden für würdig hält und sich um ihn kümmert (1. Petrus 5:7).
Zu einer späteren Zeit hielt sich Jesus im Tempel in Jerusalem im Vorhof der Frauen auf. Er beobachtete Leute, die Spenden in die Schatzkästen einwarfen. Die Reichen warfen viele Münzen ein. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgte Jesus, wie eine arme Witwe zwei Münzen von sehr geringem Wert einwarf. Dann sagte er zu Petrus, Johannes und zu den anderen: „Wahrlich, ich sage euch, daß diese arme Witwe mehr eingeworfen hat als alle, die Geld in die Schatzkästen einwarfen; denn sie alle haben von ihrem Überfluß eingeworfen; sie aber hat von ihrem Mangel alles eingeworfen, was sie hatte“ (Markus 12:41-44).
Wir sehen, daß Jesus auf das Gute bei den Menschen achtete und daß er die Bemühungen eines jeden schätzte. Wie hat sich das nach unserer Ansicht auf Petrus und die anderen Apostel ausgewirkt? Petrus hatte aus Jesu Beispiel erkannt, wie Jehova ist, und er zitierte deshalb später aus einem Psalm: „Die Augen Jehovas sind auf die Gerechten gerichtet und seine Ohren auf ihr Flehen“ (1. Petrus 3:12; Psalm 34:15, 16). Fühlen wir uns nicht zu dem Schöpfer und seinem Sohn hingezogen, die bei uns auf das Gute achten und unsere inständigen Bitten hören?
Nachdem Petrus etwa zwei Jahre lang mit Jesus zusammen gewesen war, war er sich sicher, daß Jesus der Messias war. Einmal fragte Jesus seine Jünger: „Was sagen die Menschen, wer ich sei?“ Er bekam verschiedene Antworten. Dann fragte er sie: „Ihr aber, was sagt ihr, wer ich sei?“ Petrus erwiderte zuversichtlich: „Du bist der Christus.“ Was Jesus dann tat, befremdet uns vielleicht. Er ‘gebot ihnen ausdrücklich, zu niemandem darüber zu sprechen’ (Markus 8:27-30; 9:30; Matthäus 12:16). Warum sagte er das wohl? Jesus war persönlich unter ihnen und wollte nicht, daß die Menschen ihre Schlußfolgerung lediglich auf das stützten, was sie vom Hörensagen wußten. Ist das nicht logisch? (Johannes 10:24-26). Ebenso möchte der Schöpfer — und darauf kommt es hier an —, daß wir selbst die soliden Beweise untersuchen, um herauszufinden, wer er ist. Er erwartet von uns, daß sich unsere Überzeugung auf Tatsachen stützt (Apostelgeschichte 17:27).
Wie man sich vorstellen kann, wurde Jesus von einigen seiner Landsleute trotz der zahlreichen Beweise, daß der Schöpfer ihn unterstützte, nicht akzeptiert. Viele, die auf ihre Stellung hielten oder politische Ziele verfolgten, waren von diesem redlichen und demütigen Messias nicht besonders angetan. Gegen Ende seines Dienstes sagte Jesus: „Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind — wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken ... versammelt! Ihr aber habt nicht gewollt. Seht! Euer Haus wird euch verödet überlassen“ (Matthäus 23:37, 38). Diese für jene Nation veränderte Situation kennzeichnete einen wichtigen Schritt in der Verwirklichung des Vorsatzes Gottes zum Segen aller Nationen.
Bald darauf hörten Petrus und drei weitere Apostel, wie Jesus eine ausführliche Prophezeiung über ‘den Abschluß des Systems der Dinge’ äußerte.d Was Jesus vorhersagte, erfüllte sich erstmals während des Angriffs der Römer auf Jerusalem und der Zerstörung der Stadt in der Zeit von 66 bis 70 u. Z. Die Geschichte belegt, daß das, was Jesus vorausgesagt hatte, auch eintraf. Petrus war Zeuge von vielen Voraussagen, die Jesus gemacht hatte, und das wird in den beiden Büchern deutlich, die Petrus schrieb: 1. und 2. Petrus (1. Petrus 1:13; 4:7; 5:7, 8; 2. Petrus 3:1-3, 11, 12).
Während seines Dienstes hatte Jesus geduldig gegenüber den Juden, unter denen er sich befand, Güte geübt. Aber er hielt sich nicht davon zurück, Schlechtigkeit zu verurteilen. Das half Petrus, den Schöpfer in noch umfassenderem Sinn zu verstehen, und es sollte auch uns helfen. Als Petrus andere Dinge sah, durch die sich Jesu Prophezeiung erfüllte, schrieb er, daß Christen „die Gegenwart des Tages Jehovas ... fest im Sinn“ behalten sollten. Petrus sagte ferner: „Jehova ist hinsichtlich seiner Verheißung nicht langsam, wie es einige für Langsamkeit halten, sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht will, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen.“ Dann äußerte Petrus ermunternde Worte über ‘neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnen wird’ (2. Petrus 3:3-13). Schätzen wir wie Petrus die Eigenschaften Gottes, die sich in Jesus widerspiegeln, und setzen wir unser Vertrauen in seine Verheißungen für die Zukunft?
Warum starb Jesus?
An dem letzten Abend, an dem Jesus mit seinen Aposteln zusammen war, nahm er mit ihnen ein besonderes Mahl ein. Bei einem solchen Mahl pflegte ein jüdischer Gastgeber normalerweise seinen Gästen Gastfreundschaft zu erweisen, indem er den Gästen, die vielleicht in Sandalen über staubige Straßen gelaufen waren, die Füße wusch. Niemand bot sich jedoch an, dies für Jesus zu tun. Daher erhob er sich demütig, nahm ein Tuch und ein Becken und begann, den Aposteln die Füße zu waschen. Als Petrus an die Reihe kam, schämte er sich, diese Dienstleistung von Jesus anzunehmen. Petrus sagte zu ihm: „Du wirst mir bestimmt niemals die Füße waschen!“ „Wenn ich dich nicht wasche“, erwiderte Jesus, „hast du keinen Teil mit mir.“ Jesus wußte, daß er bald sterben würde, daher fügte er hinzu: „Wenn ... ich euch, obwohl Herr und Lehrer, die Füße gewaschen habe, so seid auch ihr verpflichtet, einander die Füße zu waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit so, wie ich euch getan habe, auch ihr tun sollt“ (Johannes 13:5-17).
Jahrzehnte später forderte Petrus Christen auf, Jesus nachzuahmen, nicht durch Fußwaschungszeremonien, sondern indem sie demütig anderen dienten, statt ‘über sie zu herrschen’. „Gott widersteht den Hochmütigen“, wie Petrus an Hand des Beispiels Jesu erkannte, „den Demütigen aber erweist er unverdiente Güte.“ Was für eine Lektion über den Schöpfer! (1. Petrus 5:1-5; Psalm 18:35). Doch Petrus lernte noch mehr.
Nach jenem letzten Mahl führte Judas Iskariot, ein Apostel, der jedoch zum Dieb geworden war, eine Abteilung bewaffneter Männer an, die Jesus verhaften sollten. Als es dazu kam, blieb Petrus nicht untätig. Er zog das Schwert und verletzte einen Mann in der Volksmenge. Jesus wies Petrus mit den Worten zurecht: „Stecke dein Schwert wieder an seinen Platz, denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.“ Während Petrus zusah, berührte Jesus dann den Mann und heilte ihn (Matthäus 26:47-52; Lukas 22:49-51). Jesus lebte eindeutig gemäß seiner Lehre „Fahrt fort, eure Feinde zu lieben“ und ahmte dabei seinen Vater nach, der „seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen läßt“ (Matthäus 5:44, 45).
Im Verlauf dieser anstrengenden Nacht wurde Jesus vor dem obersten jüdischen Gericht einem kurzen Verhör unterzogen. Er wurde fälschlich der Lästerung angeklagt, dem römischen Statthalter vorgeführt und dann ungerechterweise ausgeliefert, um hingerichtet zu werden. Juden und Römer verspotteten ihn. Er wurde brutal mißhandelt und schließlich an den Pfahl geschlagen. Durch einen Großteil jener Mißhandlung erfüllten sich Prophezeiungen, die Jahrhunderte zuvor niedergeschrieben worden waren. Selbst die Soldaten, die Jesus am Marterpfahl beobachteten, gaben zu: „Bestimmt war dieser Gottes Sohn“ (Matthäus 26:57 bis 27:54; Johannes 18:12 bis 19:37).
Diese Entwicklungen müssen Petrus und andere zu der Frage veranlaßt haben, warum der Christus sterben mußte. Doch das verstanden sie erst später. Durch jene Ereignisse erfüllte sich die Prophezeiung in Jesaja, Kapitel 53, aus der hervorging, daß der Christus nicht nur den Juden, sondern auch der ganzen Menschheit Befreiung bringen würde. Petrus schrieb: „Er selbst trug unsere Sünden in seinem eigenen Leib an den Stamm hinauf, damit wir mit Sünden nichts mehr zu tun hätten und für die Gerechtigkeit leben könnten. Und ‚durch seine Striemen wurdet ihr geheilt‘ “ (1. Petrus 2:21-25). Petrus erfaßte den Sinn einer Wahrheit, die Jesus dargelegt hatte: „Der Menschensohn [ist] nicht gekommen ..., um bedient zu werden, sondern um zu dienen und seine Seele als ein Lösegeld im Austausch gegen viele zu geben“ (Matthäus 20:28). Ja, Jesus mußte sein Recht auf Leben als vollkommener Mensch hingeben, um die Menschheit aus dem sündigen, von Adam ererbten Zustand zurückzukaufen. Dabei handelt es sich um eine biblische Grundlehre — das Lösegeld.
Was hat es mit dem Lösegeld auf sich? Wir können es uns wie folgt vorstellen: Angenommen, wir hätten einen Computer, aber eine der elektronischen Programmdateien wäre beschädigt, weil jemand in ein sonst einwandfreies Programm einen Fehler (oder einen Virus) eingebaut hat. Das veranschaulicht, wie es sich auswirkte, daß Adam Gott gegenüber vorsätzlich ungehorsam war oder sündigte. Setzen wir die Veranschaulichung fort. Jede Kopie dieser beschädigten Datei wäre betroffen. Jedoch wäre noch nicht unbedingt alles verloren. Mit einem speziellen Programm könnte man den Schaden stiftenden Fehler aufspüren und aus den Dateien und somit vom Computer entfernen. In vergleichbarer Weise hat die Menschheit von Adam und Eva einen „Virus“ erhalten, die Sünde, und wir benötigen Hilfe von außen, um sie auszumerzen (Römer 5:12). Gemäß der Bibel sorgte Gott für diese Säuberung durch den Tod Jesu. Es handelt sich um eine liebevolle Vorkehrung, aus der wir Nutzen ziehen können (1. Korinther 15:22).
Petrus schätzte, was Jesus tat, und das bewog ihn dazu, „den Rest seiner Zeit im Fleische nicht mehr für die menschlichen Begierden, sondern nach dem Willen Gottes [zu leben]“. Für Petrus bedeutete das, schädigende Gewohnheiten und eine unmoralische Lebensweise zu meiden, und das gilt auch für uns. Andere machen es jemandem, der sich bemüht, den „Willen Gottes“ zu tun, vielleicht schwer. Dennoch wird er feststellen, daß sein Leben lohnender und sinnvoller wird (1. Petrus 4:1-3, 7-10, 15, 16). Das war bei Petrus so, und es kann auch bei uns so sein, wenn wir ‘unsere Seelen oder unser Leben, während wir Gutes tun, einem treuen Schöpfer anbefehlen’ (1. Petrus 4:19).
Ein Jünger, der die Liebe erkannte
Der Apostel Johannes war ein anderer Jünger, der mit Jesus engen Umgang hatte und der uns deshalb helfen kann, ein noch umfassenderes Verständnis über den Schöpfer zu erlangen. Johannes schrieb ein Evangelium und drei Briefe (1., 2. und 3. Johannes). In einem der Briefe gewährte er den folgenden Einblick: „Wir wissen ..., daß der Sohn Gottes gekommen ist, und er hat uns verstandesmäßig befähigt, den Wahrhaftigen [den Schöpfer] zu erkennen. Und wir sind in Gemeinschaft mit dem Wahrhaftigen durch seinen Sohn Jesus Christus. Dies ist der wahre Gott und ewiges Leben“ (1. Johannes 5:20).
Es erforderte von Johannes ‘verstandesmäßige Befähigung’, Erkenntnis über „den Wahrhaftigen“ zu erlangen. Was erkannte Johannes in bezug auf die Eigenschaften des Schöpfers? „Gott ist Liebe“, schrieb Johannes, „und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gemeinschaft mit Gott.“ Warum konnte sich Johannes dessen so sicher sein? „Die Liebe besteht in dieser Hinsicht nicht darin, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat und seinen Sohn ... gesandt hat“, damit er sein Leben als Lösegeld für uns hingebe (1. Johannes 4:10, 16). Wie Petrus war auch Johannes von der Liebe berührt, die Gott dadurch zeigte, daß er seinen Sohn sandte, damit er zu unseren Gunsten sterbe.
Da Johannes Jesus sehr nahestand, konnte er die Gefühle Jesu gut verstehen. Eine Begebenheit, die sich in Bethanien zutrug, in der Nähe von Jerusalem, beeindruckte Johannes zutiefst. Nachdem Jesus gehört hatte, daß sein Freund Lazarus sehr krank sei, begab er sich nach Bethanien. Als er und die Apostel eintrafen, war Lazarus aber schon mindestens vier Tage tot. Johannes wußte, daß der Schöpfer, der Quell menschlichen Lebens, Jesus unterstützte. Konnte Jesus Lazarus jedoch auferwecken? (Lukas 7:11-17; 8:41, 42, 49-56). Jesus sagte zu Martha, der Schwester des Lazarus: „Dein Bruder wird auferstehen“ (Johannes 11:1-23).
Dann sah Johannes eine andere Schwester des Lazarus, Maria, zu Jesus kommen. Wie reagierte Jesus? Er „seufzte ... im Geist und wurde beunruhigt“. Johannes beschrieb Jesu Reaktion mit einem griechischen Wort (in Deutsch mit „seufzte“ wiedergegeben), das den Sinn von „sich dem Herzen entringende tiefe Gefühle“ hat. Johannes konnte sehen, daß Jesus „beunruhigt“ oder innerlich bewegt und sehr bekümmert war. Jesus verhielt sich nicht gleichgültig oder distanziert. Er „brach in Tränen aus“ (Johannes 11:30-37). Jesus hatte eindeutig tiefe innige Gefühle; das half Johannes, die Gefühle des Schöpfers zu verstehen, und es sollte uns ebenso helfen.
Johannes wußte, daß Jesu Gefühle mit positiven Handlungen verknüpft waren, denn er hörte Jesus ausrufen: „Lazarus, komm heraus!“ Und so geschah es. Lazarus kehrte zum Leben zurück und kam aus der Gruft heraus. Was für eine Freude dies bei seinen Schwestern und anderen Zuschauenden ausgelöst haben muß! Viele setzten dann Glauben in Jesus. Seine Feinde konnten nicht leugnen, daß er die Auferstehung bewirkt hatte, aber als sich die Nachricht darüber verbreitete, ‘hielten sie Rat, um Lazarus zu töten’ und auch Jesus (Johannes 11:43; 12:9-11).
Die Bibel beschreibt Jesus als den genauen Abdruck des Wesens des Schöpfers selbst (Hebräer 1:3). Somit liefert der Dienst Jesu umfassende Beweise dafür, daß er und sein Vater die verheerenden Auswirkungen von Krankheit und Tod unbedingt ungeschehen machen möchten. Und das geht über die wenigen Auferweckungen hinaus, die in der Bibel aufgezeichnet worden sind. Johannes war anwesend, als Jesus sogar sagte: „Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine [des Sohnes] Stimme hören und herauskommen werden“ (Johannes 5:28, 29). Zu beachten ist, daß statt des allgemeinen Wortes für Grab hier ein Wort gebraucht wird, das mit „Gedächtnisgrüfte“ wiedergegeben wird. Warum?
Gottes Gedenken spielt hierbei eine Rolle. Bestimmt kann sich der Schöpfer des ganzen Universums in allen Einzelheiten an jeden unserer verstorbenen Angehörigen erinnern, wozu sowohl angeborene als auch erworbene Merkmale gehören. (Vergleiche Jesaja 40:26.) Und es ist nicht nur so, daß Gott sich daran erinnern kann. Sowohl er selbst als auch sein Sohn wollen es. In bezug auf die wunderbare Aussicht auf eine Auferstehung sagte der treue Hiob über Gott: „Wenn ein kräftiger Mann stirbt, kann er wieder leben? ... Du [Jehova] wirst rufen, und ich, ich werde dir antworten. Nach dem Werk deiner Hände wirst du dich sehnen“ (Hiob 14:14, 15; Markus 1:40-42). Was für einen wunderbaren Schöpfer wir haben, einen Schöpfer, der unsere Anbetung verdient!
Der auferstandene Jesus — Schlüssel zu einem sinnvollen Leben
Der geliebte Jünger Johannes beobachtete Jesus aufmerksam bis zu dessen Tod. Darüber hinaus zeichnete Johannes den Bericht über die größte Auferstehung auf, die sich je ereignete — ein Ereignis, das eine feste Grundlage dafür bildet, daß wir für immer ein sinnvolles Leben führen können.
Die Feinde Jesu ließen ihn hinrichten, ihn wie einen gewöhnlichen Verbrecher an einen Pfahl nageln. Schaulustige — darunter religiöse Führer — verspotteten ihn, während er stundenlang litt. Trotz Todesqualen am Stamm sagte er, als er seine Mutter sah, Johannes betreffend: „Frau, siehe, dein Sohn!“ Maria muß zu dieser Zeit Witwe gewesen sein, und ihre anderen Kinder waren noch keine Jünger geworden.e Folglich vertraute Jesus seinem Jünger Johannes die Sorge für seine älter werdende Mutter an. Das spiegelte erneut das Denken des Schöpfers wider, der dazu ermunterte, für Witwen und Waisen zu sorgen (Johannes 7:5; 19:12-30; Markus 15:16-39; Jakobus 1:27).
Wie konnte Jesus, wenn er tot war, seine Rolle als der „Same“ wahrnehmen, durch den sich „bestimmt alle Nationen der Erde ... segnen“ werden? (1. Mose 22:18). Als Jesus an jenem Nachmittag im April des Jahres 33 u. Z. starb, legte er sein Leben als Grundlage für das Lösegeld nieder. Seinen empfindsamen Vater muß es sehr geschmerzt haben, daß sein unschuldiger Sohn solche Qualen erlitt. Doch auf diese Weise wurde der Loskaufspreis erbracht, mit dem die Menschheit aus der Sklaverei der Sünde und des Todes befreit werden konnte (Johannes 3:16; 1. Johannes 1:7). Die Bühne war nun frei für das große Finale.
Weil Jesus Christus bei der Verwirklichung der Vorsätze Gottes eine zentrale Rolle spielt, mußte er zum Leben zurückkehren. Das geschah auch, und Johannes war Zeuge davon. Früh am dritten Tag nach Jesu Tod und Begräbnis gingen einige Jünger zu der Gruft. Sie war leer. Das verwirrte sie, bis Jesus verschiedenen von ihnen erschien. Maria Magdalene berichtete: „Ich habe den Herrn gesehen!“ Die Jünger glaubten ihrer Aussage nicht. Später versammelten sich die Jünger in einem verschlossenen Raum, und Jesus erschien erneut und sprach sogar mit ihnen. Innerhalb von Tagen wurden über 500 Männer und Frauen Zeuge davon, daß Jesus tatsächlich lebte. Skeptische Menschen jener Tage konnten diese glaubwürdigen Zeugen befragen und ihre Aussagen prüfen. Die Christen konnten sicher sein, daß Jesus auferweckt worden war und wie der Schöpfer als Geistwesen lebte. Die Beweise waren so zahlreich und so zuverlässig, daß viele eher sterben wollten, als zu leugnen, daß Jesus auferstanden war (Johannes 20:1-29; Lukas 24:46-48; 1. Korinther 15:3-8).f
Auch der Apostel Johannes litt unter Verfolgung, weil er über Jesu Auferstehung Zeugnis ablegte (Offenbarung 1:9). Als er sich in der Verbannung befand, erhielt er eine außergewöhnliche Belohnung. Jesus ließ ihn eine Reihe von Visionen sehen, die auch uns den Schöpfer noch deutlicher zeigen und die enthüllen, was die Zukunft bringt. Nachzulesen ist dies in dem Buch Offenbarung, in dem viele Sinnbilder gebraucht werden. Jesus Christus wird darin als siegreicher König geschildert, der bald den Sieg über seine Feinde vollenden wird. Zu jenen Feinden zählen der Tod (unser aller Feind) und das verdorbene Geistgeschöpf, das Satan genannt wird (Offenbarung 6:1, 2; 12:7-9; 19:19 bis 20:3, 13, 14).
Gegen Ende der apokalyptischen Botschaft hatte Johannes eine Vision von der Zeit, in der die Erde zu einem Paradies wird. Eine Stimme beschrieb die Zustände, die dann herrschen werden: „Gott selbst wird bei ... [den Menschen] sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen“ (Offenbarung 21:3, 4). Durch die Verwirklichung des Vorsatzes Gottes wird sich die Verheißung, die er Abraham gab, erfüllen (1. Mose 12:3; 18:18).
Das Leben wird dann „das wirkliche Leben“ sein, vergleichbar mit dem, was Adam vor sich hatte, als er erschaffen wurde (1. Timotheus 6:19). Die Menschen werden nicht mehr ziellos nach ihrem Schöpfer suchen und ihr Verhältnis zu ihm verstehen wollen. Allerdings mag man sich fragen: Wann wird das alles so werden? Und warum hat unser fürsorglicher Schöpfer das Böse und das Leid bis heute zugelassen? Befassen wir uns als nächstes mit diesen Fragen.
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