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LauterkeitEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Die Bedeutung der Lauterkeit des Menschen. In einigen wenigen Fällen hat das hebräische Wort tom lediglich die Bedeutung von „ehrliche Beweggründe“ oder „Unschuld“ in Bezug auf schlechte Absichten. (Vgl. 1Mo 20:5, 6; 2Sa 15:11.) Im Wesentlichen bezeichnen diese verwandten hebräischen Ausdrücke jedoch eine unerschütterliche Hingabe an die Gerechtigkeit. Der biblische Gebrauch und biblische Beispiele betonen, dass eine unerschütterliche Ergebenheit gegenüber einer Person von lebenswichtiger Bedeutung ist, nämlich gegenüber Jehova Gott und seinem ausdrücklichen Willen und Vorsatz.
Mit der wichtigsten Streitfrage verbunden. Die ersten beiden Menschen erhielten in Eden die Gelegenheit, ihre Lauterkeit zu beweisen. Die Einschränkung bezüglich des Baumes der Erkenntnis stellte ihre Ergebenheit gegenüber ihrem Schöpfer auf die Probe.
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LauterkeitEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Hiob. Hiob, der offensichtlich in der Zeit zwischen dem Tod Josephs und den Tagen Mose lebte, wird als ein Mann beschrieben, der ‘sich als untadelig [hebr. tam] und rechtschaffen und gottesfürchtig und von Schlechtem weichend erwiesen’ hatte (Hi 1:1; siehe HIOB). Dass die Lauterkeit des Menschen einen Teil der Streitfrage zwischen Jehova Gott und Satan bildet, geht deutlich aus den Fragen hervor, die Gott seinem Widersacher über Hiob stellte, als Satan während einer Zusammenkunft der Engel in den himmlischen Höfen erschien. Satan unterstellte Hiob bei der Anbetung Gottes falsche Beweggründe und erklärte, Hiob diene nicht aus echter Ergebenheit, sondern aus selbstsüchtigen Gründen. Dadurch zog er Hiobs Lauterkeit gegenüber Gott in Zweifel.
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LauterkeitEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Was schließt es im Fall unvollkommener Menschen ein, die Lauterkeit zu bewahren?
Da alle Menschen unvollkommen sind und Gottes Maßstäben nicht vollkommen entsprechen können, ist es völlig klar, dass Lauterkeit in ihrem Fall nicht Vollkommenheit im Reden und Handeln bedeuten kann. Nach der Bibel ist darunter vielmehr eine völlige oder ungeteilte Herzenshingabe zu verstehen. David beging aus Schwäche zwar mehrere schwere Sünden, doch er wandelte weiterhin „mit unversehrter Lauterkeit des Herzens“ (1Kö 9:4), denn er nahm Zurechtweisung an und änderte seine Handlungsweise. Dadurch bewies er, dass er Jehova Gott in seinem Herzen immer noch aufrichtig liebte (Ps 26:1-3, 6, 8, 11).
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LauterkeitEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Lauterkeit setzt kompromisslose Loyalität gegenüber Gott und ein Festhalten an der Gerechtigkeit voraus, und das nicht nur unter günstigen Verhältnissen, sondern unter allen Umständen und zu allen Zeiten. Der Psalmist betont, dass nur der für Jehova annehmbar ist, der seine Lauterkeit bewahrt und „die Wahrheit redet in seinem Herzen“. Dann sagt er über einen solchen: „Er hat zu dem, was für ihn selbst schlecht ist, geschworen, und doch ändert er es nicht“, d. h., selbst wenn sich das, was er feierlich versprochen hat, für ihn anscheinend nachteilig auswirkt, hält er sein Wort (Ps 15:1-5; vgl. Rö 1:31; 1Ti 1:10). Die Lauterkeit eines Menschen tritt daher besonders zutage, wenn seine Ergebenheit einer Prüfung unterzogen und er unter Druck gesetzt wird, seine gerechte Handlungsweise aufzugeben.
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LauterkeitEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Paulus und andere Christen des ersten Jahrhunderts bewiesen ihre Lauterkeit auch, indem sie den ihnen von Gott erteilten Auftrag trotz Widerstandes durchführten und ungeachtet aller Entbehrungen, Verfolgungen und Leiden standhaft an ihrer Gottergebenheit festhielten (Apg 5:27-41; 2Ko 11:23-27).
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