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Gott hat einen Namen!Erwachet! 2004 | 22. Januar
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Gott hat einen Namen!
Wie heißt Gott eigentlich? Jeder Mensch hat einen Eigennamen. Viele geben sogar ihren Haustieren Namen! Müsste dann nicht logischerweise auch Gott einen Namen haben? In zwischenmenschlichen Beziehungen und im täglichen Miteinander sind Eigennamen und ihre Verwendung zweifellos sehr wichtig. Sollte das nicht auch für unser Verhältnis zu Gott gelten? Paradoxerweise gibt es jedoch Millionen Menschen, die sich zum Glauben an den Gott der Bibel bekennen, seinen Eigennamen aber nicht gebrauchen. Dabei ist Gottes Name schon seit Jahrtausenden bekannt. Die folgende Artikelserie versetzt uns in Zeiten, als Gottes Name allgemein gebräuchlich war. Wichtiger noch: Sie zeigt uns anhand der Bibel, wie man Gott mit Namen kennen lernen kann.
IM 17. Jahrhundert wurden in mehreren europäischen Ländern Münzen mit dem Namen Gottes geprägt. Auf einer deutschen Münze aus dem Jahr 1634 zum Beispiel ist der Name „IEHOVA“ ganz deutlich zu sehen. Solche Münzen wurden allgemein als Jehovataler bekannt und waren Jahrzehnte im Umlauf.
Jehovaa ist eine jahrhundertelang gebräuchliche Wiedergabe des Namens Gottes. In der hebräischen Sprache, die von rechts nach links gelesen wird, besteht dieser Name aus den vier Konsonanten יהוה. Diese vier hebräischen Buchstaben — in der Umschrift JHWH — nennt man Tetragrammaton oder Tetragramm. In Europa wurde Gottes Name auch in dieser Form jahrzehntelang auf Münzen geprägt.
Auch an Gebäuden, auf Denkmälern und Kunstwerken sowie in zahlreichen Kirchenliedern ist Gottes Name zu finden. Wie in einer Ausgabe der Brockhaus Enzyklopädie ausgeführt wird, war früher auf einem von protestantischen Fürsten bevorzugten Abzeichen „eine mit den hebräischen Buchstaben für Jehova bezeichnete stilisierte Sonne“ abgebildet. Dieses Abzeichen, das unter anderem Fahnen und Münzen schmückte, wurde „Jehova-Sonne“ genannt. Ganz offensichtlich wussten die tief religiösen Europäer des 17. und 18. Jahrhunderts, dass der allmächtige Gott einen Namen hat. Und was noch bemerkenswerter ist: Sie scheuten sich nicht, ihn zu gebrauchen.
Auch im kolonialen Amerika war der Name Gottes kein Geheimnis. Ethan Allen beispielsweise, der im Nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieg kämpfte, schrieb in seiner Biografie, er habe 1775 seine Feinde aufgefordert, sich „im Namen des großen Gottes Jehova“ zu ergeben. Später, während der Regierungszeit Abraham Lincolns, erwähnten einige Berater in ihren Briefen an den Präsidenten häufig den Namen Jehova. Weitere Dokumente aus der Geschichte Amerikas, in denen der Name Gottes zu finden ist, sind in vielen Bibliotheken für jeden einsehbar. Dies sind nur einige wenige Beispiele, die zeigen, wie der Name Gottes über die Jahrhunderte hervorgehoben worden ist.
Wie steht es heute? Ist Gottes Name in Vergessenheit geraten? Keineswegs, denn sein Eigenname erscheint in vielen Versen verschiedener Bibelübersetzungen. Ein kurzer Besuch in einer Bibliothek oder ein Blick in die eigenen Wörterbücher wird wahrscheinlich ergeben, dass man den Namen Jehova als landessprachliche Entsprechung des Tetragramms findet. In der Encyclopedia International wird „Jehova“ ausdrücklich als die „moderne Form des hebräischen heiligen Namens Gottes“ bezeichnet. Und laut einer neueren Auflage der New Encyclopædia Britannica ist Jehova der „jüdisch-christliche Name für Gott“.
Vielleicht fragen wir uns jedoch: Ist denn Gottes Name für Menschen von heute überhaupt noch von Bedeutung? In der einen oder anderen Form ist er an vielen öffentlichen Orten nach wie vor deutlich zu sehen. An der Ecke eines Gebäudes in New York zum Beispiel ist der Name Jehova zu lesen. Und auf einem farbigen Mosaik in einer belebten New-Yorker U-Bahn-Station steht der Name Gottes in Hebräisch. Sicherlich werden aber nur wenige von den Tausenden Passanten diesen Inschriften irgendwelche Bedeutung beimessen.
Interessieren sich die Menschen in dem Land, in dem wir persönlich leben, für den Namen Gottes? Oder verwenden sie für den Schöpfer vielleicht meistens den Titel „Gott“, so als wäre das sein richtiger Name? Wahrscheinlich werden wir feststellen, dass sich viele keinerlei Gedanken darüber machen, ob Gott überhaupt einen Namen hat. Wie steht es mit uns selbst? Geht uns Gottes Eigenname leicht von der Zunge, wenn wir uns an ihn wenden?
[Fußnote]
a In dieser Artikelserie ist der Name Jehova in 39 Schreibweisen abgedruckt, die in über 95 Sprachen gebräuchlich sind.
[Kasten/Bild auf Seite 4]
Ein König macht den Namen Jehovas bekannt
Im Jahr 1852 machte sich eine Gruppe von Missionaren aus Hawaii auf die Reise zu den Inseln Mikronesiens. Sie hatten ein Empfehlungsschreiben mit dem Amtssiegel Kamehamehas III., des damaligen Königs der Hawaii-Inseln, bei sich. Jenes ursprünglich in Hawaiisch abgefasste Schreiben war an die verschiedenen Herrscher der Pazifikinseln gerichtet und lautete auszugsweise: „Es werden einige Lehrer des höchsten Gottes, Jehova, zu euren Inseln in See stechen, um euch zum ewigen Heil sein Wort kundzutun. . . . Ich empfehle diese guten Lehrer eurer Wertschätzung und Freundschaft an und ermahne euch, auf ihre Unterweisung zu hören. . . . Ich rate euch, eure Götzen fortzuwerfen und den Herrn Jehova zu eurem Gott zu machen, ihn anzubeten und zu lieben, und er wird euch segnen und erretten.“
[Bild]
König Kamehameha III.
[Bildnachweis]
Hawaii State Archives
[Bild auf Seite 3]
„Tetragramm“ bedeutet „vier Buchstaben“ und bezeichnet die hebräische Form des Eigennamens Gottes
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Der Kampf gegen den Namen GottesErwachet! 2004 | 22. Januar
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Der Kampf gegen den Namen Gottes
SEIN Name war Chananja ben Taradjon. Dieser jüdische Gelehrte aus dem zweiten Jahrhundert u. Z. war dafür bekannt, dass er öffentliche Zusammenkünfte abhielt, bei denen er aus der Sefer-Thora lehrte, einer Schriftrolle mit den ersten fünf Büchern der Bibel. Außerdem war ben Taradjon als ein Mann bekannt, der den Eigennamen Gottes gebrauchte und anderen lehrte. Wie konnte er auch anders, denn schließlich kommt dieser Name in der Thora, den ersten fünf Bibelbüchern, über 1 800 Mal vor!
In den Tagen ben Taradjons lebten jüdische Gelehrte jedoch gefährlich. Laut Berichten jüdischer Geschichtsschreiber hatte nämlich der römische Kaiser Lehre und Praxis des Judaismus bei Todesstrafe verboten. So wurde auch ben Taradjon von den Römern verhaftet. Als er festgenommen wurde, hielt er noch eine Sefer-Thora in Händen. Bei der Verteidigung vor seinen Anklägern bekannte er freimütig, er habe durch sein Lehren aus der Thora lediglich einen Befehl Gottes befolgt. Dennoch verurteilte man ihn zum Tode.
Am Tag seiner Hinrichtung wurde ben Taradjon in die Schriftrolle gewickelt, die er bei seiner Verhaftung bei sich gehabt hatte. Dann wurde er auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Eine Enzyklopädie führt aus, man habe ben Taradjon zur Verlängerung seiner Todesqualen nasse Wolle aufs Herz gelegt, damit er langsam sterbe. Seine Bestrafung bestand außerdem darin, dass auch seine Frau hingerichtet und seine Tochter „einem Hurenhause überwiesen“ wurde.
Obwohl diese grausame Hinrichtung auf das Konto der Römer ging, heißt es im Talmuda, dass ben Taradjon verbrannt wurde, „weil er den Gottesnamen buchstäblich aussprach“. Ja, die Juden betrachteten es als schwere Übertretung, den Eigennamen Gottes auszusprechen.
Das dritte Gebot
Im ersten und zweiten Jahrhundert u. Z. fasste bei den Juden offensichtlich ein Aberglaube hinsichtlich der Verwendung des Gottesnamens Fuß. Die Mischna — eine Sammlung rabbinischer Kommentare, die später die Grundlage des Talmuds bildete — besagt, dass, „wer den Gottesnamen mit seinen Buchstaben ausspricht“, keinen Anteil an dem zukünftigen von Gott verheißenen irdischen Paradies habe.
Worauf gründete sich dieses Verbot? Manche behaupten, Gottes Name sei für die Juden zu heilig gewesen, als dass ihn unvollkommene Menschen hätten aussprechen dürfen. Schließlich hatte man sogar Bedenken, diesen Namen auch nur zu schreiben. Gemäß einer Enzyklopädie befürchtete man nämlich, Schriftstücke mit dem göttlichen Namen könnten weggeworfen und dieser könnte dadurch entheiligt werden.
In der Encyclopaedia Judaica heißt es: „Das Aussprechen des Namens JHWH zu vermeiden ist . . . auf ein Missverständnis des dritten Gebots zurückzuführen.“ Das dritte der Zehn Gebote, die Gott den Israeliten gab, lautet: „Du sollst den Namen Jehovas, deines Gottes, nicht in unwürdiger Weise gebrauchen, denn Jehova wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen in unwürdiger Weise gebraucht“ (2. Mose 20:7). Dieses Gebot Gottes, das den unwürdigen Gebrauch seines Namens verhindern sollte, wurde also verdreht und mit einem Aberglauben verbunden.
Heute behauptet sicher niemand, es sei Gottes Wille, dass Menschen, die Gottes Namen aussprechen, auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Und doch haben sich abergläubische Vorstellungen der Juden in Verbindung mit dem Eigennamen Gottes bis in die Gegenwart gehalten. Für viele gilt das Tetragramm nach wie vor als „unaussprechlicher Name“. In einigen Kreisen werden alle Bezugnahmen auf Gott bewusst falsch ausgesprochen, um nicht gegen die Überlieferung zu verstoßen. So hört man zum Beispiel anstelle von Jah, einer Kurzform des Gottesnamens, die Aussprache Kah. Halleluja wird halleluka gesprochen. Manche schreiben nicht einmal das Wort „Gott“ in ihrer Sprache vollständig aus, sondern ersetzen einen oder mehrere Buchstaben durch einen Strich.
Weitere Versuche, den Namen zu verheimlichen
Das Judentum ist durchaus nicht die einzige Religion, in der man den Gebrauch des göttlichen Namens umgeht. Auch Hieronymus, katholischer Priester und Sekretär des Papstes Damasus I., tat dies. Er vollendete im Jahr 405 u. Z. seine Arbeit an der so genannten Vulgata, einer Übersetzung der vollständigen Bibel ins Lateinische. Er nahm den Namen Gottes nicht in seine Übersetzung auf, sondern folgte einem damaligen Brauch, indem er den göttlichen Namen durch „Herr“ oder „Gott“ ersetzte. Die Vulgata war die erste autorisierte katholische Bibelübersetzung und diente als Grundlage für viele Übersetzungen in verschiedene andere Sprachen.
Eine dieser Übersetzungen, die katholische Douay Version aus dem Jahr 1610, war im Grunde genommen eine englische Fassung des lateinischen Vulgata-Textes. Es verwundert daher nicht, dass auch in dieser Bibel Gottes Eigenname nirgends zu finden ist. Und dabei war die Douay Version nicht lediglich irgendeine Bibelübersetzung. Sie war bis in die 1940er Jahre für englischsprachige Katholiken die einzige autorisierte Bibel. So wurde also der Name Gottes Millionen frommen Katholiken jahrhundertelang vorenthalten.
Ein weiteres Beispiel ist die King James Version. Der englische König Jakob I. (James I.) gab 1604 einer Gruppe von Gelehrten den Auftrag, eine englische Bibelübersetzung zu erstellen. Etwa sieben Jahre später erschien die King James Version, die außerdem als Authorized Version bekannt ist.
Auch in diesem Fall entschieden sich die Übersetzer dafür, den göttlichen Namen — außer in einigen wenigen Versen — nicht zu verwenden. Wo ursprünglich das Tetragramm stand, gebrauchten sie anstatt des Gottesnamens zumeist Wörter wie „HERR“ oder „GOTT“. Die King James Version wurde zur millionenfach verwendeten Standardbibel. In der World Book Encyclopedia heißt es: „In über 200 Jahren nach der Veröffentlichung der King James Version erschienen keine bedeutenden englischen Bibelübersetzungen. Während jener Zeit war die King James Version die gebräuchlichste Übersetzung im englischen Sprachraum.“
Dies sind lediglich drei von vielen Bibelübersetzungen aus den vergangenen Jahrhunderten, in denen Gottes Name weggelassen oder in seiner Bedeutung heruntergespielt wurde. Kein Wunder, dass die überwiegende Mehrheit der nominellen Christen unserer Tage den Namen Gottes nur zögerlich gebraucht oder ihn überhaupt nicht kennt. Zwar haben im Lauf der Jahre manche Übersetzer Gottes Eigennamen wieder in den Text der Bibel aufgenommen, aber die meisten ihrer Übersetzungen sind jüngeren Datums und haben nur ganz wenig Einfluss auf die allgemeine Einstellung gegenüber dem Namen Gottes.
Eine Praxis, die Gottes Willen widerspricht
Das weit verbreitete Versäumnis, Gottes Namen zu gebrauchen, gründet sich einzig und allein auf menschliche Überlieferung, nicht jedoch auf die Lehren der Bibel. „Nichts in der Thora verbietet es einem Menschen, den Namen Gottes auszusprechen. Aus der Schrift geht sogar hervor, dass es gang und gäbe war, Gottes Namen auszusprechen“, erklärt Tracey R. Rich, jüdischer Forscher und Autor der Online-Enzyklopädie Judaism 101. Ja, Gottes Anbeter in biblischer Zeit gebrauchten seinen Namen.
Gottes Namen zu kennen und zu gebrauchen bringt uns der Form der Anbetung, die Gott gutheißt und die in biblischer Zeit gepflegt wurde, zweifellos näher. Es kann der erste Schritt zu einem persönlichen Verhältnis zu Gott sein, was weit wertvoller ist, als nur zu wissen, wie er heißt. Jehova Gott möchte sogar, dass wir ein solches Verhältnis zu ihm haben. In seinem inspirierten Wort finden wir die herzliche Einladung: „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen“ (Jakobus 4:8). Vielleicht fragen wir uns aber: Wie können sterbliche Menschen überhaupt eine so vertraute Beziehung zu Gott, dem Allmächtigen, aufbauen? Im nächsten Artikel wird erklärt, wie man ein Verhältnis zu Jehova entwickeln kann.
[Fußnote]
a Der Talmud ist eine Sammlung jüdischer Überlieferungen aus alter Zeit und gilt als eines der heiligsten und maßgebenden Schriftwerke der jüdischen Religion.
[Kasten auf Seite 6]
Halleluja
Woran denken wir bei diesem Wort? Vielleicht erinnert es uns an Händels „Messias“, ein musikalisches Meisterwerk aus dem 18. Jahrhundert mit dem bewegenden „Halleluja-Chor“. Manchen fällt vielleicht das patriotische Lied „The Battle Hymn of the Republic“ aus Amerika ein, das auch als „Glory, Glory Hallelujah“ bekannt ist. Bei irgendeiner Gelegenheit haben wir das Wort bestimmt schon einmal gehört, ja vielleicht verwenden wir es sogar ab und zu selbst. Aber wissen wir auch, was es bedeutet?
Halleluja — deutsche Transkription des hebräischen halelu-Jáh, was „Preiset Jah!“ bedeutet.
Jah — poetische Kurzform für Jehova, den Namen Gottes. Sie kommt in der Bibel über 50 Mal vor, oft als Teil des Ausrufs „Halleluja[h]“.
[Kasten auf Seite 7]
Gottes Name in unserem Namen?
Viele biblische Namen sind auch heute noch geläufig. In manchen Fällen enthielt die ursprüngliche hebräische Bedeutung dieser Namen den Eigennamen Gottes. Nachfolgend einige Beispiele und ihre Bedeutung. Vielleicht ist ja unser eigener Name auch dabei.
Joel — „Jehova ist Gott“
Johanna — „Jehova ist gnädig (gütig) gewesen“
Johannes — „Jehova hat Gunst erwiesen“
Jonathan — „Jehova hat gegeben“
Joseph — „Möge Jah hinzufügen (mehren)“b
Josua — „Jehova ist Rettung“
[Fußnote]
b „Jah“ ist eine Kurzform für „Jehova“.
[Kasten auf Seite 8]
Biblische Bezeichnungen für Gott
Im hebräischen Text der Heiligen Schrift werden viele verschiedene Ausdrücke für Gott verwandt, wie zum Beispiel „Allmächtiger“, „Schöpfer“, „Vater“ und „Herr“. Doch die Stellen, an denen Gottes Eigenname steht, sind weit zahlreicher als alle anderen Bezeichnungen zusammengenommen. Es ist eindeutig Gottes Wille, dass wir seinen Namen gebrauchen. Die folgende Liste enthält Bezeichnungen für Gott, die in den Hebräischen Schriften vorkommen.c
Jehova — 6 973 Mal
Gott — 2 605 Mal
Allmächtiger — 48 Mal
Herr — 40 Mal
Erschaffer — 9 Mal
Schöpfer — 7 Mal
Vater — 7 Mal
Alter an Tagen — 3 Mal
Großer Unterweiser — 2 Mal
[Fußnote]
c Die Angaben stützen sich auf die von Jehovas Zeugen herausgegebene Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift und sind zum Teil Näherungswerte.
[Kasten auf Seite 9]
Ein Gott, der Dinge veranlasst
Über die Bedeutung des Gottesnamens Jehova stimmen Gelehrte nicht völlig überein. Nach umfangreichen Forschungen über dieses Thema sind viele jedoch der Meinung, dass der Name eine Form des hebräischen Verbs hawáh (werden) ist und „Er veranlasst zu werden“ bedeutet.
Deshalb wird Vers 14 in 2. Mose, Kapitel 3, wo Moses nach Gottes Namen fragt, in der Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schriftd wie folgt übersetzt: „Darauf sprach Gott zu Moses: ‚ICH WERDE MICH ERWEISEN, ALS WAS ICH MICH ERWEISEN WERDE.‘ Und er fügte hinzu: ‚Dieses sollst du zu den Söhnen Israels sagen: „ICH WERDE MICH ERWEISEN hat mich zu euch gesandt.“ ‘ “
Diese Wiedergabe ist passend, weil Gott in der Lage ist, sich selbst zu dem zu machen, was immer notwendig ist. Er kann in jede beliebige Rolle schlüpfen und nichts kann ihn daran hindern, seinen Willen auszuführen. Seine Vorsätze und Verheißungen werden immer wahr. In bemerkenswerter Weise erwies sich Gott als der Schöpfer, der Eine, der die unbegrenzte Fähigkeit hat, Dinge zu veranlassen. Er veranlasste, dass das materielle Universum ins Dasein kam. Außerdem schuf er Myriaden von Geistgeschöpfen. Er ist wirklich ein Gott, der Dinge veranlasst.
[Fußnote]
d Herausgegeben von Jehovas Zeugen.
[Bild auf Seite 5]
Hinrichtung von Chananja ben Taradjon (Relief)
[Bilder auf Seite 8, 9]
Gottes Name ist an folgenden Stellen deutlich zu sehen:
1. Kirche in Lomborg (Dänemark, 17. Jahrhundert)
2. Farbiges Glasfenster im Berner Münster (Schweiz)
3. Schriftrolle vom Toten Meer in althebräischer Schrift (Israel, etwa 30—50 u. Z.)
[Bildnachweis]
Shrine of the Book, Israel Museum, Jerusalem
4. Schwedische Münze (1600)
[Bildnachweis]
Kungl. Myntkabinettet, Sveriges Ekonomiska Museum
5. Deutsches Gebetbuch (1770)
[Bildnachweis]
Aus dem Buch Die Lust der Heiligen an Jehova. Oder: Gebaet-Buch, 1770
6. Steininschrift (Bayern)
7. Mesa-Stein (Paris, 830 v. u. Z.)
[Bildnachweis]
Musée du Louvre, Paris
8. Kuppelgemälde, Kirche in Olten (Schweiz)
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Wie man Gott mit Namen kennen lernen kannErwachet! 2004 | 22. Januar
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Wie man Gott mit Namen kennen lernen kann
EINE Zeitungskolumnistin erhielt einmal einen Leserbrief mit folgendem Wortlaut: „Ich habe mich mein ganzes Leben mit einer Frage herumgeschlagen, auf die Sie mir hoffentlich eine Antwort geben können. Wie heißt Gott? Die Juden sagen, sein richtiger Name sei im Lauf der Zeit verloren gegangen. Die Christen nennen ihn Jesus. Die Moslems nennen ihn Allah. . . . Wie heißt er denn nun?“ Die Zeitung veröffentlichte die Frage zusammen mit nachstehender Antwort: „Gemäß althebräischer Lehre ist Gott allmächtig und lässt sich in einem einzigen Namen nicht fassen, egal in welchem. Doch seien Sie versichert: Er (oder sie) hört auf jeden Namen, den Sie respektvoll gebrauchen.“
Eine so unbekümmerte Einstellung gegenüber dem Namen Gottes ist heutzutage keine Seltenheit. Viele Menschen sind zwar religiös orientiert und glauben an die Bibel, machen sich aber kaum Gedanken über Fragen in Verbindung mit dem Namen Gottes. Doch wie sieht Gott das? Ist es auch für ihn eine Nebensächlichkeit?
Keine Nebensächlichkeit
Es ist beachtenswert, dass Gottes Eigenname, Jehova, Tausende Male in der Bibel vorkommt. In der Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift erscheint der göttliche Name 7 210 Mal!a Es war Gott selbst, der die Bibelschreiber dazu inspirierte, seinen Namen in dieser Weise hervorzuheben. Einer von ihnen, der Psalmist Asaph, schrieb: „Du, dessen Name Jehova ist, du allein, [bist] der Höchste . . . über die ganze Erde“ (Psalm 83:18). Und David erklärte in einem Psalm: „Wir werden den Namen Jehovas, unseres Gottes, erwähnen“ (Psalm 20:7).
Wie die Bibel zeigt, prüft Jehova Gott unser Herz, um festzustellen, wie viel uns an seinem Namen liegt. Der Psalmist sagte: „Wenn wir den Namen unseres Gottes vergessen haben . . ., wird Gott selbst dies nicht herausfinden? Denn er weiß um die Geheimnisse des Herzens“ (Psalm 44:20, 21). Der Prophet Jesaja schrieb: „Dankt Jehova! Ruft seinen Namen an. Macht unter den Völkern seine Handlungen bekannt. Erwähnt, dass sein Name hoch erhoben werden soll“ (Jesaja 12:4).
Gott selbst erklärte: „Sie werden erkennen müssen, dass mein Name Jehova ist“ (Jeremia 16:21). Bei einer anderen Gelegenheit sagte er: „Ich werde meinen großen Namen gewiss heiligen, der unter den Nationen entweiht worden ist . . .; und die Nationen werden erkennen müssen, dass ich Jehova bin“ (Hesekiel 36:23). Einige dieser Aussagen weisen auf eine Zeit hin, in der Jehova voll Zorn gegen jeden vorgehen wird, der seinen Namen missachtet. Gott betrachtet seinen Eigennamen und das, was damit verbunden ist, nicht als Nebensächlichkeit.
Jehova Gott ist uns nicht fern
Wie kann man Gott mit Namen kennen lernen? Was bedeutet es, Gott mit Namen zu kennen? Die Antwort der Bibel lautet: „Die deinen Namen kennen, werden auf dich vertrauen“ (Psalm 9:10). Gott mit Namen zu kennen, schließt zweifellos mehr ein, als nur zu wissen, wie er heißt. Man muss ihm vertrauen. Das heißt, man muss erkennen, was für ein Gott er ist, welche Eigenschaften er hat und wie er denkt. Dann wird man sich angespornt fühlen, ihm zu vertrauen.
Nur wenn man die Bibel aufmerksam liest und gewissenhaft studiert, erfährt man, was für ein Gott Jehova ist. Jehova Gott verspricht, Menschen zu beschützen, die ihn und seinen Namen lieben, wenn er sagt: „Weil er seine Zuneigung auf mich gerichtet hat, werde ich auch für sein Entrinnen sorgen. Ich werde ihn beschützen, weil er meinen Namen kennen gelernt hat. Er wird mich anrufen, und ich werde ihm antworten. Ich werde bei ihm sein in der Bedrängnis. Ich werde ihn befreien und ihn verherrlichen. Mit Länge der Tage werde ich ihn sättigen, und ich werde ihn die von mir bewirkte Rettung sehen lassen“ (Psalm 91:14-16).
Was für ein wunderbares Verhältnis Jehova Gott doch zu denen hat, die ihn mit Namen kennen! Ein so schönes Verhältnis zu Gott kann jeder haben. Sprechen wir Gott ruhig immer mit seinem Namen an, wenn wir von Herzen zu ihm beten. Er wird uns erhören, denn die Bibel sagt, dass er „einem jeden von uns nicht fern ist“ (Apostelgeschichte 17:27).
[Fußnote]
a Die Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift wird von Jehovas Zeugen herausgegeben. In dieser Bibelübersetzung wurde die altertümliche Sprache früherer Übersetzungen durch heute übliche Sprachformen ersetzt. Das herausragendste Merkmal dieser Übersetzung besteht darin, dass der göttliche Name wieder an seinem rechtmäßigen Platz im Text der Bibel eingesetzt worden ist. Sie ist bisher ganz oder in Teilen mit einer Auflage von über 122 Millionen Exemplaren in 45 Sprachen gedruckt worden.
[Kasten/Bild auf Seite 11]
Gott kennt uns mit Namen
Gott sagte zu Moses: „Ich kenne dich mit Namen“ (2. Mose 33:12). Dass dies stimmte, beweist der bekannte Bericht über den brennenden Dornbusch. Gemäß der Bibel „rief Gott ihm sogleich mitten aus dem Dornbusch zu und sagte: ‚Moses! Moses!‘ “ (2. Mose 3:4). Das war nur eine Gelegenheit von vielen, bei denen Gott Menschen mit ihrem Namen ansprach. Ohne Frage: Der Schöpfer des Universums interessiert sich für jeden von uns individuell.
Wie die Bibel zeigt, kennt Gott die Namen all der vielen Milliarden von Sternen (Jesaja 40:26). Wie viel mehr muss ihm doch dann an Menschen liegen, die ihn anbeten! Der Apostel Paulus schrieb: „Jehova kennt die, die ihm gehören“ (2. Timotheus 2:19). Gott hat sich aber nicht lediglich die Namen seiner Anbeter gemerkt, sondern er kennt sie bis ins Kleinste. Auch wir sollten Gott mit Namen kennen und uns mit seinen Eigenschaften gut vertraut machen.
Im letzten Bibelbuch ist von einem sinnbildlichen Buch die Rede, in das Gott die Namen der Menschen schreibt, die ihn anbeten. Dieses Buch wird „Buchrolle des Lebens“ genannt, denn Jehova Gott wird all denen, deren Name darin aufgeschrieben ist, ewiges Leben gewähren (Offenbarung 17:8). Welch eine wunderbare Aussicht für diejenigen, die Gott mit Namen kennen!
[Kasten/Bild auf Seite 12]
Sie machten den Namen Gottes bekannt
● Moses sang kurz vor dem Einzug der Israeliten in das Land der Verheißung: „Ich werde den Namen Jehovas verkünden“ (5. Mose 32:3).
● David entgegnete dem Riesen Goliath: „Ich . . . komme zu dir mit dem Namen Jehovas der Heerscharen“ (1. Samuel 17:45).
● Hiob sagte nach dem Verlust seines ganzen Besitzes und nach dem plötzlichen Tod aller seiner Kinder: „Der Name Jehovas sei fernerhin gesegnet!“ (Hiob 1:21).
● Der Apostel Petrus zitierte in einer Rede Folgendes aus den Hebräischen Schriften: „Jeder, der den Namen Jehovas anruft, wird gerettet werden“ (Apostelgeschichte 2:21).
● Der Prophet Jesaja sagte: „Dankt Jehova! Ruft seinen Namen an. . . . Erwähnt, dass sein Name hoch erhoben werden soll“ (Jesaja 12:4).
● Jesus Christus lehrte seine Jünger: „Ihr sollt daher auf folgende Weise beten: ,Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt‘ “ (Matthäus 6:9, 10).
● Jesus Christus betete zu Gott mit den Worten: „Ich habe deinen Namen den Menschen offenbar gemacht“ (Johannes 17:6).
● Gott sprach zu seinem Volk: „Ich bin Jehova. Das ist mein Name; und keinem sonst werde ich meine eigene Herrlichkeit geben“ (Jesaja 42:8).
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