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    Der Wachtturm 1999 | 1. Februar
    • Der große Töpfer und sein Werk

      „[Werdet] ein Gefäß für einen ehrenhaften Zweck ..., bereitet für jedes gute Werk“ (2. TIMOTHEUS 2:21).

      1, 2. (a) Wieso war es etwas ganz Besonderes, wie Gott Mann und Frau erschuf? (b) Wozu brachte der große Töpfer Adam und Eva ins Dasein?

      JEHOVA ist der große Töpfer. Ein Meisterwerk seiner Schöpfung war unser Vorvater Adam. Dazu heißt es in der Bibel: „Jehova Gott ging daran, den Menschen aus Staub vom Erdboden zu bilden und in seine Nase den Odem des Lebens zu blasen, und der Mensch wurde eine lebende Seele“, das heißt ein „Atmender“ (1. Mose 2:7, Fußnote). Die erste menschliche Schöpfung war vollkommen, im Bild Gottes gemacht, ein Beweis für Gottes Weisheit und für seine Liebe zu wahrer Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit.

      2 Gott verwendete Material aus einer Rippe Adams, um auch ein Gegenstück und eine Gehilfin für den Mann zu bilden — die Frau. Evas makellose Schönheit übertraf die der bestaussehenden Frauen von heute (1. Mose 2:21-23). Außerdem wurden die ersten beiden Menschen mit einem Körper und mit Fähigkeiten ausgestattet, die sie vollkommen dafür geeignet machten, das ihnen übertragene Projekt in Angriff zu nehmen, nämlich die Erde zu einem Paradies zu gestalten. Ihnen wurde auch die Fähigkeit verliehen, Gottes Gebot auszuführen, das wir in 1. Mose 1:28 finden: „Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde, und unterwerft sie euch, und haltet euch die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel untertan und jedes lebende Geschöpf, das sich auf der Erde regt.“ Milliarden glückliche Menschen sollten schließlich den globalen Garten bevölkern, verbunden durch die Art der Liebe, die „ein vollkommenes Band der Einheit“ ist (Kolosser 3:14).

      3. Wodurch wurden unsere Ureltern zu unehrenhaften Gefäßen, und mit welchen Folgen?

      3 Leider erwählten es sich unsere Ureltern, vorsätzlich gegen die Autorität ihres souveränen Schöpfers, des großen Töpfers, zu rebellieren. Sie schlugen einen Weg ein, wie er in Jesaja 29:15, 16 beschrieben wird: „Wehe denen, die im Verbergen ihres Rates vor Jehova selbst sehr tief gehen und deren Taten an finsterer Stelle geschehen sind, während sie sagen: ‚Wer sieht uns, und wer weiß von uns?‘ ... Sollte der Töpfer selbst dem Ton gleichgeachtet werden? Denn sollte das Gemachte von dem, der es gemacht hat, sprechen: ‚Er hat mich nicht gemacht.‘? Und sagt auch das Gebilde tatsächlich hinsichtlich seines Bildners: ‚Er zeigte keinen Verstand.‘?“ Ihre Widerspenstigkeit hatte katastrophale Folgen — die Strafe des ewigen Todes. Außerdem erbte das gesamte von ihnen abstammende Menschengeschlecht die Sünde und den Tod (Römer 5:12, 18). Die Schönheit der Schöpfung des großen Töpfers war nun mit furchtbaren Makeln behaftet.

      4. Welchem ehrenhaften Zweck sollten wir dienen?

      4 Doch wir, die Nachkommen des sündigen Adam, können uns ungeachtet unseres gegenwärtigen unvollkommenen Zustands mit den Worten aus Psalm 139:14 Jehova nahen: „Ich werde dich lobpreisen, weil ich auf furchteinflößende Weise wunderbar gemacht bin. Deine Werke sind wunderbar, wie meine Seele es sehr wohl weiß.“ Wie traurig ist es allerdings, daß das ursprüngliche Werk des großen Töpfers so furchtbar verunstaltet wurde!

      Der Töpfer setzt sein Wirken fort

      5. Worauf wollte der große Töpfer seine Fähigkeit verwenden?

      5 Glücklicherweise beschränkte sich die Fähigkeit unseres Schöpfers als Töpfer keineswegs auf das ursprüngliche Formen bei der Erschaffung der Menschen. Der Apostel Paulus erklärte: „O Mensch, wer bist du denn in Wirklichkeit, daß du Gott widersprichst? Wird das Gebilde zu seinem Bildner sagen: ‚Warum hast du mich so gemacht?‘? Was? Hat der Töpfer nicht Gewalt über den Ton, um aus derselben Masse ein Gefäß für einen ehrenhaften Gebrauch, ein anderes für einen unehrenhaften Gebrauch zu machen?“ (Römer 9:20, 21).

      6, 7. (a) Inwiefern lassen sich heute viele auf unehrenhafte Weise formen? (b) Wie werden die Gerechten zu einem ehrenhaften Gebrauch geformt?

      6 Ja, der eine Teil des Werkes des großen Töpfers wird zu einem ehrenhaften Gebrauch geformt, der andere zu einem unehrenhaften. Diejenigen, die mit der Welt gehen wollen, die immer tiefer im Morast der Gottlosigkeit versinkt, werden in einer Weise geformt, die sie für die Vernichtung bestimmt. Wenn der verherrlichte König, Christus Jesus, kommt, um Gericht zu halten, werden zu den unehrenhaften Gefäßen alle eigensinnigen, bockähnlichen Menschen gehören, die gemäß Matthäus 25:46 „in die ewige Abschneidung weggehen“ werden. Schafähnliche ‘Gerechte’, also diejenigen, die zu einem „ehrenhaften“ Gebrauch geformt wurden, werden dagegen „das ewige Leben“ erben.

      7 Die Gerechten werden sich demütig dem göttlichen Formen unterzogen haben. Sie haben Gottes Weg des Lebens eingeschlagen. Auch haben sie den Rat angenommen, der in 1. Timotheus 6:17-19 gegeben wird: „[Setzt eure] Hoffnung nicht auf unsicheren Reichtum ..., sondern auf Gott, der uns alle Dinge reichlich darbietet zum Genuß.“ Sie haben sich bemüht, „Gutes zu wirken, reich zu sein an vortrefflichen Werken, freigebig zu sein, bereit zu teilen, indem sie für sich sichere Schätze sammeln als vortreffliche Grundlage für die Zukunft, damit sie das wirkliche Leben fest ergreifen“. Die Gerechten werden durch die göttliche Wahrheit geformt, und sie üben unerschütterlichen Glauben an Jehovas Vorkehrung durch Christus Jesus aus, „der sich selbst als ein entsprechendes Lösegeld ... hingegeben hat“, um all das wiederherzustellen, was durch Adams Sünde verlorenging (1. Timotheus 2:6). Daher sollten wir uns gewiß bereitwillig, dem Rat des Paulus entsprechend, „mit der neuen Persönlichkeit [kleiden], die durch genaue Erkenntnis erneuert wird nach dem Bilde dessen, der sie geschaffen hat“ (Kolosser 3:10).

      Was für ein Gefäß werden wir sein?

      8. (a) Was bestimmt, welche Art von Gefäß jemand wird? (b) Welche zwei Faktoren beeinflussen das Formen?

      8 Wovon hängt es ab, welche Art von Gefäß jemand wird? Von der Einstellung und von dem Lebenswandel. Diese werden zum einen durch die Wünsche und Neigungen des Herzens beeinflußt. Der weise König Salomo sagte: „Das Herz des Erdenmenschen mag seinen Weg ausdenken, Jehova aber lenkt seine Schritte“ (Sprüche 16:9). Zum anderen werden sie durch die Dinge beeinflußt, die man sieht und hört, durch den Umgang sowie durch Erfahrungen. Daher ist es für uns unerläßlich, den Rat zu befolgen: „Wer mit Weisen wandelt, wird weise werden, wer sich aber mit den Unvernünftigen einläßt, dem wird es schlecht ergehen“ (Sprüche 13:20). Wie in 2. Petrus 1:16 warnend gesagt wird, müssen wir uns davor hüten, „kunstvoll ersonnenen unwahren Geschichten“ oder, wie es in der katholischen Übersetzung von Allioli heißt, „gelehrten Fabeln“ zu folgen. Darunter fallen gewiß viele Lehren und Feste der abtrünnigen Christenheit.

      9. Wie können wir unsere positive Reaktion auf das Formen durch den großen Töpfer zeigen?

      9 Je nach unserer Reaktion kann Gott uns formen. Demütig können wir vor Jehova folgendes Gebet Davids wiederholen: „Durchforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich, und erkenne meine beunruhigenden Gedanken, und sieh, ob in mir irgendein Weg des Schmerzes ist, und führe mich auf dem Weg der unabsehbaren Zeit“ (Psalm 139:23, 24). Jehova läßt die Königreichsbotschaft verkündigen. Unser Herz hat günstig auf die gute Botschaft reagiert und ist voller Wertschätzung für seine weitere Anleitung. Durch seine Organisation gewährt uns Jehova verschiedene Vorrechte in Verbindung mit dem Predigen der guten Botschaft; wir wollen diese Vorrechte annehmen und sie schätzen (Philipper 1:9-11).

      10. Welche Programme zur geistigen Belehrung sollten für uns Priorität haben?

      10 Es ist für uns so wichtig, Gottes Wort ständig Aufmerksamkeit zu schenken, und zwar dadurch, daß wir uns an ein tägliches Bibelleseprogramm halten sowie die Bibel und den Dienst für Jehova zur Grundlage für Gespräche im Familien- und Freundeskreis machen. Zum Programm der morgendlichen Anbetung, das vor dem Frühstück in jeder Bethelfamilie und jeder Missionargruppe der Zeugen Jehovas durchgeführt wird, gehört normalerweise, daß wöchentlich abwechselnd ein kurzer Teil aus der Bibel oder aus dem aktuellen Jahrbuch vorgelesen wird. Könnten wir für unsere Familie etwas Ähnliches vorsehen? Welch einen Nutzen ziehen wir alle doch aus der Gemeinschaft in der Christenversammlung, aus unserem Zusammenkommen, und besonders aus unserer Beteiligung am wöchentlichen Wachtturm-Studium!

      Geformt, um mit Prüfungen fertig zu werden

      11, 12. (a) Wie können wir den Rat des Jakobus in bezug auf Prüfungen in unserem täglichen Leben anwenden? (b) Wie werden wir durch die Erfahrung Hiobs ermuntert, die Lauterkeit zu bewahren?

      11 Gott läßt zu, daß in unserem täglichen Leben bestimmte Situationen auftreten, mit denen wir womöglich schwer zurechtkommen. Wie sollten wir solche Situationen betrachten? Wir dürfen uns niemals verbittern lassen; statt dessen sollten wir uns Gott nahen, wie in Jakobus 4:8 geraten wird, und von ganzem Herzen auf ihn vertrauen in der Zuversicht, daß ‘er sich uns nahen wird, wenn wir uns ihm nahen’. Es stimmt zwar, daß wir Unannehmlichkeiten und Prüfungen ertragen müssen, aber sie werden zugelassen, weil sie zu unserer Formung beitragen, zu einer Formung, die einen erfreulichen Ausgang nehmen wird. In Jakobus 1:2, 3 finden wir die Zusicherung: „Erachtet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Prüfungen geratet, da ihr ja wißt, daß die geprüfte Echtheit eures Glaubens Ausharren bewirkt.“

      12 Jakobus erklärte außerdem: „Keiner sage, wenn er versucht wird: ‚Ich werde von Gott versucht.‘ Denn Gott kann nicht von üblen Dingen versucht werden, noch versucht er selbst irgend jemand. Sondern jeder wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird“ (Jakobus 1:13, 14). Wir können zwar in viele und in die unterschiedlichsten Prüfungen geraten, doch wie in Hiobs Fall tragen sie alle zu unserer Formung bei. Welch eine großartige Zusicherung gibt die Bibel uns in Jakobus 5:11: „Seht! Wir preisen die glücklich, die ausgeharrt haben. Ihr habt vom Ausharren Hiobs gehört und habt gesehen, welchen Ausgang Jehova gab, daß Jehova voll inniger Zuneigung und barmherzig ist.“ Als Gefäße in den Händen des großen Töpfers können wir jederzeit die Lauterkeit bewahren und mit dem gleichen Vertrauen wie Hiob dem Ausgang entgegenblicken (Hiob 2:3, 9, 10; 27:5; 31:1-6; 42:12-15).

      Unsere Kinder formen

      13, 14. (a) Wann sollten Eltern beginnen, ihre Kinder zu formen, und was ist das Ziel? (b) Auf welche guten Ergebnisse können wir verweisen?

      13 Eltern können ihren Teil zum Formen ihrer Kinder beitragen, und zwar schon von deren frühester Kindheit an. Als was für großartige Bewahrer der Lauterkeit sich unsere Jugendlichen doch erweisen können! (2. Timotheus 3:14, 15). Das ist sogar unter größten Prüfungen der Fall. Als vor einigen Jahren Jehovas Zeugen in einem afrikanischen Land heftig verfolgt wurden, druckte eine vertrauenswürdige Familie heimlich den Wachtturm in einem Schuppen im Hinterhof. Eines Tages kamen Soldaten die Straße herunter, die Haus für Haus nach jungen Männern durchsuchten, um sie zum Militärdienst einzuziehen. Den beiden Jungen aus der Familie wäre noch Zeit geblieben, sich zu verstecken, aber dann hätten die Soldaten alles durchsucht und die Druckmaschine gewiß entdeckt. In diesem Fall wäre wahrscheinlich die ganze Familie gefoltert oder sogar umgebracht worden. Was tun? Die beiden Jungen sagten offen, was sie zu tun gedachten, wobei sie unerschrocken Johannes 15:13 anführten: „Niemand hat größere Liebe als die, daß einer seine Seele zugunsten seiner Freunde hingebe.“ Sie bestanden darauf, im Wohnzimmer zu bleiben. Die Soldaten würden sie finden und sie wegen ihrer Weigerung, sich einziehen zu lassen, zweifellos grausam foltern oder sogar töten. Aber die Soldaten würden wenigstens nicht weitersuchen. Sowohl die Druckmaschine als auch die anderen Familienangehörigen wären in Sicherheit. Die Sache nahm jedoch einen bemerkenswerten Ausgang. Ausgerechnet jenes Haus wurde von den Soldaten ausgelassen. Sie gingen zu den anderen weiter. Die menschlichen Gefäße, geformt zu einem ehrenhaften Gebrauch, blieben bewahrt und ebenso die Druckmaschine, so daß weiterhin zeitgemäße geistige Speise veröffentlicht werden konnte. Einer der Jungen ist gegenwärtig zusammen mit seiner Schwester im Bethel tätig; er arbeitet immer noch an der alten Maschine.

      14 Kinder können gelehrt werden, wie man betet, und Gott erhört ihre Gebete. Ein eindrucksvolles Geschehnis trug sich während der Massaker in Ruanda zu. Rebellen wollten eine ganze Familie durch eine Handgranate hinrichten. Die sechsjährige Tochter betete laut und inbrünstig, sie mögen doch verschont bleiben, um weiterhin den Dienst für Jehova verrichten zu können. Das veranlaßte die Männer, ihre Mordabsichten aufzugeben, und sie sagten: „Wir können euch einfach nicht umbringen — wegen der Kleinen“ (1. Petrus 3:12).

      15. Vor welchen verderblichen Einflüssen warnte Paulus?

      15 Die meisten unserer Kinder müssen nicht mit solch schwierigen Situationen fertig werden wie den eben beschriebenen, aber es gibt viele Prüfungen, mit denen sie heute in der Schule und von seiten der verdorbenen Gesellschaft konfrontiert werden: Vielerorts grassieren eine schmutzige Sprache, Pornographie und verdorbene Unterhaltung sowie der Zwang, verkehrte Handlungen mitzumachen. Der Apostel Paulus warnte wiederholt vor solchen Einflüssen (1. Korinther 5:6; 15:33, 34; Epheser 5:3-7).

      16. Wie kann man ein Gefäß für einen ehrenhaften Zweck werden?

      16 Nachdem sich Paulus auf Gefäße bezogen hatte, von denen „einige zu einem ehrenhaften Zweck, andere aber zu einem unehrenhaften Zweck“ dienen, sagte er weiter: „Wenn sich daher jemand von den letzteren rein erhält, wird er ein Gefäß für einen ehrenhaften Zweck sein, geheiligt, brauchbar für seinen Besitzer, bereitet für jedes gute Werk.“ Deshalb wollen wir unsere Jugendlichen ermuntern, über ihren Umgang zu wachen. Sie sollten ‘vor den Begierden fliehen, die der Jugend eigen sind, aber nach Gerechtigkeit, Glauben, Liebe, Frieden jagen zusammen mit denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen’ (2. Timotheus 2:20-22). Ein Programm in der Familie, das dazu dient, „einander zu erbauen“, wird von unschätzbarem Wert sein, um unsere Jugendlichen zu formen (1. Thessalonicher 5:11; Sprüche 22:6). Das tägliche Bibellesen und das Studium der Bibel an Hand von geeigneten Veröffentlichungen der Gesellschaft können hervorragend dazu beitragen.

      Formung für alle

      17. Wie werden wir durch Zucht geformt, und mit welch gutem Ergebnis?

      17 Jehova gibt uns Rat durch sein Wort und durch seine Organisation, um uns zu formen. Widersetzen wir uns niemals dem göttlichen Rat! Reagieren wir weise darauf, und lassen wir uns dadurch von Jehova für einen ehrenhaften Gebrauch formen. In Sprüche 3:11, 12 wird der Rat gegeben: „Die Zucht Jehovas, o mein Sohn, verwirf nicht; und seine Zurechtweisung widere dich nicht an, denn wen Jehova liebt, den weist er zurecht, ja wie ein Vater einen Sohn, an dem er Gefallen findet.“ Weiterer väterlicher Rat wird in Hebräer 12:6-11 mit folgenden Worten erteilt: „Wen Jehova liebt, den züchtigt er ... Allerdings scheint jede Züchtigung für die Gegenwart nicht erfreulich, sondern betrüblich zu sein; nachher aber trägt sie denen, die durch sie geübt sind, eine friedsame Frucht ein, nämlich Gerechtigkeit.“ Diese Zucht wird vor allem durch das inspirierte Wort Gottes vermittelt (2. Timotheus 3:16, 17).

      18. Was lernen wir aus Lukas, Kapitel 15 hinsichtlich Reue?

      18 Jehova ist auch barmherzig (2. Mose 34:6). Wer von Herzen kommende Reue zeigt, dem gewährt er Vergebung, selbst wenn es sich um schwerwiegende Sünden handelt. Sogar neuzeitliche „verlorene Söhne“ können zu Gefäßen für einen ehrenhaften Gebrauch geformt werden (Lukas 15:22-24, 32). Auch wenn unsere Sünden nicht so schwer sind wie die des verlorenen Sohnes, wird unsere demütige Reaktion auf biblischen Rat doch stets dazu führen, daß wir zu Gefäßen für einen ehrenhaften Gebrauch geformt werden.

      19. Wie können wir weiterhin als ehrenhafte Gefäße in der Hand Jehovas dienen?

      19 Als wir seinerzeit die Wahrheit kennenlernten, bewiesen wir die Bereitschaft, uns von Jehova formen zu lassen. Wir gaben weltliche Wege auf, begannen die neue Persönlichkeit anzuziehen und wurden Gott hingegebene, getaufte Christen. Wir gehorchten dem Rat aus Epheser 4:20-24, ‘die alte Persönlichkeit abzulegen, die unserem früheren Wandel mit seinen trügerischen Begierden entsprach, und die neue Persönlichkeit anzuziehen, die nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit und Loyalität geschaffen worden ist’. Es ist zu hoffen, daß wir persönlich weiterhin formbar bleiben in den Händen Jehovas, des großen Töpfers, und daß wir ihm stets als Gefäße für seinen ehrenhaften Gebrauch dienen!

  • Unser Schatz in irdenen Gefäßen
    Der Wachtturm 1999 | 1. Februar
    • Unser Schatz in irdenen Gefäßen

      „Wir haben ... diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die Kraft, die über das Normale hinausgeht, Gottes sei und nicht die aus uns selbst“ (2. KORINTHER 4:7).

      1. Wozu sollte uns Jesu Beispiel ermuntern?

      WÄHREND Jesus hier auf der Erde von Jehova geformt wurde, lernte er aus erster Hand die Schwachheiten der Menschen kennen. Wie uns seine beispielhafte Bewahrung der Lauterkeit doch ermuntern sollte! Der Apostel Petrus erklärte: „In der Tat, zu diesem Lauf wurdet ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten hat, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt“ (1. Petrus 2:21). Dadurch, daß sich Jesus einem solchen Formen unterzog, besiegte er die Welt. Er ermutigte auch seine Apostel, Sieger zu werden (Apostelgeschichte 4:13, 31; 9:27, 28; 14:3; 19:8). Und wie sehr ermunterte er sie mit den letzten Worten seiner Abschiedsrede! Er erklärte: „Ich habe euch diese Dinge gesagt, damit ihr durch mich Frieden habt. In der Welt habt ihr Drangsal, doch faßt Mut! Ich habe die Welt besiegt“ (Johannes 16:33).

      2. Über welches erleuchtende Licht verfügen wir im Gegensatz zu der Verblendung in der Welt?

      2 Etwas Ähnliches sagte der Apostel Paulus über unseren kostbaren Predigtdienst, nachdem er die Verblendung, die „der Gott dieses Systems der Dinge“ bewirkt, dem „erleuchtende[n] Licht der herrlichen guten Botschaft“ gegenübergestellt hatte: „Wir haben ... diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die Kraft, die über das Normale hinausgeht, Gottes sei und nicht die aus uns selbst. Wir werden auf jede Weise bedrängt, doch nicht bewegungsunfähig eingeengt; wir sind ratlos, doch nicht gänzlich ohne Ausweg; wir werden verfolgt, doch nicht im Stich gelassen; wir werden niedergeworfen, doch nicht vernichtet“ (2. Korinther 4:4, 7-9). Obwohl wir zerbrechliche ‘irdene Gefäße’ sind, hat Gott uns durch seinen Geist so geformt, daß wir Satans Welt ganz und gar besiegen können (Römer 8:35-39; 1. Korinther 15:57).

      Das Formen im alten Israel

      3. Wie beschrieb Jesaja das Formen der jüdischen Nation?

      3 Jehova formt nicht nur Einzelpersonen, sondern auch ganze Nationen. Solange sich beispielsweise die Nation Israel von Jehova formen ließ, hatte sie Gedeihen. Doch schließlich verhärtete sie sich und schlug einen Weg des Ungehorsams ein. Daher brachte Israels Former „Wehe“ über die Nation (Jesaja 45:9). Im achten Jahrhundert v. u. Z. erwähnte Jesaja Jehova gegenüber die große Sündhaftigkeit Israels und sagte: „O Jehova, du bist unser Vater. Wir sind der Ton, und du bist unser Töpfer; und wir alle sind das Werk deiner Hand. ... jedes unserer begehrenswerten Dinge ist zu etwas Verwüstetem geworden“ (Jesaja 64:8-11). Israel war zu einem Gefäß geformt worden, das nur noch zur Vernichtung passend war.

      4. Was stellte Jeremia durch sein Handeln dar?

      4 Ein Jahrhundert später, als der Tag der Abrechnung nahte, forderte Jehova Jeremia auf, einen Tonkrug zu nehmen und mit einigen der älteren Männer Jerusalems in das Tal Hinnom zu gehen. Weiter wies er ihn an: „Du sollst den Krug vor den Augen der Männer, die mit dir gehen, zerbrechen. Und du sollst zu ihnen sagen: ‚Dies ist, was Jehova der Heerscharen gesprochen hat: „Ebenso werde ich dieses Volk und diese Stadt zerbrechen, wie jemand das Gefäß des Töpfers zerbricht, so daß es nicht mehr ausgebessert werden kann“ ‘ “ (Jeremia 19:10, 11).

      5. Wie hart ging Jehova mit Israel ins Gericht?

      5 Im Jahr 607 v. u. Z. zerstörte Nebukadnezar sowohl Jerusalem als auch den Tempel und brachte die überlebenden Juden in die Gefangenschaft nach Babylon. Nach 70 Jahren im Exil konnten reumütige Juden allerdings zurückkehren, um Jerusalem und den Tempel wieder aufzubauen (Jeremia 25:11). Im ersten Jahrhundert u. Z. hatte die Nation den großen Töpfer jedoch wieder verlassen und war so niederträchtig, das schlimmste Verbrechen zu begehen, nämlich Gottes eigenen Sohn zu ermorden. 70 u. Z. bediente sich Gott der römischen Weltmacht als Urteilsvollstrecker, um das jüdische System auszulöschen, das heißt, Jerusalem samt dem Tempel vollständig zu verwüsten. Nie wieder sollte die Nation Israel durch die Hand Jehovas zu etwas mit „Heiligkeit und Schönheit“ geformt werden.a

      Das Formen einer geistigen Nation

      6, 7. (a) Wie beschrieb Paulus das Formen des geistigen Israel? (b) Wie groß ist die Vollzahl der ‘Gefäße der Barmherzigkeit’, und wie setzt sie sich zusammen?

      6 Juden, die Jesus angenommen hatten, wurden zu Gründungsmitgliedern einer neuen Nation, des geistigen ‘Israels Gottes’, geformt (Galater 6:16). Daher sagte Paulus passenderweise: „Was? Hat der Töpfer nicht Gewalt über den Ton, um aus derselben Masse ein Gefäß für einen ehrenhaften Gebrauch, ein anderes für einen unehrenhaften Gebrauch zu machen? Wenn nun Gott, obwohl gewillt, seinen Zorn zu zeigen und seine Macht kundzutun, die Gefäße des Zorns, die zur Vernichtung passend gemacht sind, mit viel Langmut duldete, damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit an Gefäßen der Barmherzigkeit kundtun könnte, die er zur Herrlichkeit im voraus bereitet hat, [was dann?]“ (Römer 9:21-23).

      7 Der auferweckte Jesus gab später bekannt, daß sich die Zahl dieser ‘Gefäße der Barmherzigkeit’ auf 144 000 beläuft (Offenbarung 7:4; 14:1). Da das natürliche Israel nicht die Vollzahl hervorbrachte, erwies Jehova auch Menschen aus den Nationen Barmherzigkeit (Römer 11:25, 26). Die junge Christenversammlung wuchs schnell. Innerhalb von 30 Jahren war die gute Botschaft „in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist, gepredigt worden“ (Kolosser 1:23). Dies erforderte, die zahlreichen, weit auseinander liegenden Ortsversammlungen unter eine entsprechende Aufsicht zu stellen.

      8. Wer bildete anfangs die leitende Körperschaft, und welche Veränderungen gab es?

      8 Jesus hatte 12 Apostel darauf vorbereitet, anfangs die leitende Körperschaft zu bilden, indem er sie und andere für den Predigtdienst schulte (Lukas 8:1; 9:1, 2; 10:1, 2). Pfingsten 33 u. Z. wurde die Christenversammlung gegründet, und zu gegebener Zeit wurde ihre leitende Körperschaft erweitert, so daß sie ‘die Apostel und die älteren Männer in Jerusalem’ einschloß. Während eines längeren Zeitraums diente offenbar Jesu Halbbruder Jakobus als Vorsitzender, obwohl er kein Apostel war (Apostelgeschichte 12:17; 15:2, 6, 13; 21:18). Gemäß dem Historiker Eusebius waren die Apostel eine besondere Zielscheibe der Verfolgung und wurden in andere Gebiete zerstreut. Die Zusammensetzung der leitenden Körperschaft änderte sich dementsprechend.

      9. Welche bedauerliche Entwicklung sollte gemäß der Voraussage Jesu eintreten?

      9 Gegen Ende des ersten Jahrhunderts begann ‘der Feind, der Teufel, Unkraut zu säen’ unter die weizenähnlichen Erben des ‘Königreiches der Himmel’. Jesus hatte prophezeit, daß diese bedauerliche Entwicklung bis zur Erntezeit beim „Abschluß des Systems der Dinge“ zugelassen werden sollte. Dann würden wieder „die Gerechten so hell leuchten wie die Sonne im Königreich ihres Vaters“ (Matthäus 13:24, 25, 37-43). Wann sollte das sein?

      Das Formen des Israels Gottes heute

      10, 11. (a) Wie nahm das neuzeitliche Formen des Israels Gottes seinen Anfang? (b) Welche Lehren vertrat die Christenheit im Gegensatz zu den aufrichtigen Bibelforschern?

      10 Im Jahr 1870 gründete Charles Taze Russell in Pittsburgh (Pennsylvanien, USA) eine Bibelstudiengruppe. 1879 begann er, monatlich die Zeitschrift zu veröffentlichen, die heute als Der Wachtturm bekannt ist. Die Bibelforscher, wie sie damals genannt wurden, erkannten bald, daß die Christenheit unbiblische, heidnische Lehren übernommen hatte, wie zum Beispiel die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele, der Feuerhölle, dem Fegefeuer, dem dreieinigen Gott und der Kindtaufe.

      11 Noch wichtiger war allerdings, daß jene Menschen, die die biblische Wahrheit liebten, wieder zu grundlegenden biblischen Lehren zurückkehrten, wie zum Beispiel der Erlösung durch Jesu Loskaufsopfer und der Auferstehung zu ewigem Leben auf einer friedlichen paradiesischen Erde unter Gottes Königreich. Vor allem wurde Nachdruck auf die unmittelbar bevorstehende Rechtfertigung Jehovas als Souveränen Herrn des Universums gelegt. Die Bibelforscher glaubten, daß das Vaterunser bald erhört werden wird: „Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt. Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:9, 10). Sie wurden von Gottes heiligem Geist zu einer weltweiten Gemeinschaft friedliebender Christen geformt.

      12. Wie erlangten die Bibelforscher Kenntnis über eine wichtige Zeitangabe?

      12 Ein tiefgründiges Studium von Daniel, Kapitel 4 und von anderen Prophezeiungen ließ die Bibelforscher zu der Überzeugung gelangen, daß Jesu Gegenwart als messianischer König nahe sein mußte. Sie erkannten, daß 1914 die „bestimmten Zeiten der Nationen“ ablaufen würden (Lukas 21:24; Hesekiel 21:26, 27). Die Bibelforscher dehnten ihre Tätigkeit rasch aus und gründeten überall in den Vereinigten Staaten Bibelklassen (später Versammlungen genannt). Um die Jahrhundertwende dehnten sie ihr biblisches Bildungswerk auf Europa und Australasien aus. Man benötigte nun eine gute Organisation.

      13. Welche rechtliche Anerkennung wurde den Bibelforschern gewährt, und welchen hervorragenden Dienst leistete der erste Präsident der Gesellschaft?

      13 Um eine rechtliche Anerkennung zu erlangen, ließen die Bibelforscher im Jahr 1884 in den Vereinigten Staaten Zion’s Watch Tower Tract Society als Gesellschaft eintragen, deren Hauptsitz sich in Pittsburgh (Pennsylvanien) befand. Die Vorstandsmitglieder der Gesellschaft dienten als zentrale leitende Körperschaft, die das weltweite Predigen des Königreiches Gottes beaufsichtigte. Der erste Präsident der Gesellschaft, Charles T. Russell, schrieb sechs Bände der Schriftstudien und unternahm ausgedehnte Predigtreisen. Außerdem spendete er das Vermögen, das er erworben hatte, bevor er mit seinen Bibelstudien begann, für das weltweite Königreichspredigtwerk. 1916, als der Große Krieg in Europa wütete, starb der erschöpfte Bruder Russell auf einer Predigtreise. Er hatte alles gegeben, um das Zeugnis über Gottes Königreich auszudehnen.

      14. Welch einen „vortrefflichen Kampf“ kämpfte J. F. Rutherford? (2. Timotheus 4:7).

      14 Joseph F. Rutherford, der vorübergehend Richter in Missouri gewesen war, wurde der nächste Präsident. Wegen seiner furchtlosen Verteidigung der biblischen Wahrheit tat sich die Geistlichkeit der Christenheit mit Politikern zusammen, um ‘durch Verordnung Unheil zu schmieden’. Am 21. Juni 1918 wurden Bruder Rutherford und sieben andere leitende Bibelforscher ins Gefängnis gesperrt zur gleichzeitigen Verbüßung mehrerer Haftstrafen von 10 beziehungsweise 20 Jahren. Die Bibelforscher wehrten sich (Psalm 94:20; Philipper 1:7). In der Berufungsverhandlung am 26. März 1919 wurden sie freigesprochen, und später wurden sie voll rehabilitiert, da die gegen sie erhobene Anklage des Aufruhrs unberechtigt war.b Diese Erfahrung diente dazu, sie zu entschiedenen Verteidigern der Wahrheit zu formen. Mit Jehovas Hilfe ließen sie nichts unversucht, um aus dem geistigen Kampf siegreich hervorzugehen, die gute Botschaft trotz des Widerstands von seiten Babylons der Großen zu verkündigen. Der Kampf dauert auch heute, im Jahr 1999, immer noch an. (Vergleiche Matthäus, Kapitel 23; Johannes 8:38-47.)

      15. Warum war das Jahr 1931 geschichtlich bedeutsam?

      15 In den 20er und 30er Jahren wurde das gesalbte Israel Gottes weiterhin unter der Anleitung des großen Töpfers geformt. Prophetisches Licht aus der Bibel strahlte auf, das Jehova die Ehre gab und sich auf Jesu messianisches Königreich richtete. 1931 freuten sich die Bibelforscher, den neuen Namen „Jehovas Zeugen“ anzunehmen (Jesaja 43:10-12; Matthäus 6:9, 10; 24:14).

      16 (und Kasten auf Seite 19). Wann war die vollständige Zahl der 144 000 erreicht, und woran war dies deutlich zu erkennen?

      16 In den 30er Jahren war die Zahl der „Berufenen und Auserwählten und Treuen“, der 144 000, offenbar erreicht (Offenbarung 17:14; siehe Kasten auf Seite 19). Wir wissen nicht, wie viele der Gesalbten im ersten Jahrhundert eingesammelt wurden und wie viele zwischen dem „Unkraut“ während der finsteren Jahrhunderte des großen Abfalls der Christenheit herausgesammelt wurden. Aber 1935 gab es weltweit eine Höchstzahl von 56 153 Verkündigern, und insgesamt 52 465 von ihnen zeigten, daß sie die himmlische Hoffnung hatten, indem sie von den Gedächtnismahlsymbolen nahmen. Was wäre die Bestimmung der vielen, die noch eingesammelt werden sollten?

      „Siehe, eine große Volksmenge“

      17. Welche bedeutsame Entwicklung erreichte 1935 ihren Höhepunkt?

      17 Auf dem Kongreß, der vom 30. Mai bis 3. Juni 1935 in Washington (D. C., USA) stattfand, hielt Bruder Rutherford eine epochale Ansprache, betitelt: „Die große Schar“.c Diese Gruppe, „die kein Mensch zählen konnte“, sollte erscheinen, wenn die Versiegelung der 144 000 geistigen Israeliten dem Ende entgegengehen würde. Auch jene Gruppe würde an die erlösende Kraft ‘des Blutes des Lammes’, Jesus, Glauben ausüben und heiligen Dienst darbringen in Jehovas Tempeleinrichtung für die Anbetung. Als Gruppe würde diese Schar lebendig „aus der großen Drangsal kommen“, um das irdische Paradies zu erben, wo ‘der Tod nicht mehr sein wird’. In den Jahren vor dem Kongreß hatte man Personen aus dieser Gruppe als Jonadabe bezeichnet (Offenbarung 7:9-17; 21:4; Jeremia 35:10).

      18. Inwiefern war das Jahr 1938 entscheidend?

      18 Das Jahr 1938 war entscheidend, was die eindeutige Bestimmung beider Klassen betraf. In den Wachtturm-Ausgaben vom 15. April und 1. Mai 1938 erschien der zweiteilige Studienartikel „Seine Herde“. Darin wurde deutlich gezeigt, welche Stellung der gesalbte Überrest und seine Gefährten, die große Volksmenge, jeweils einnehmen. Die Ausgaben vom 1. und 15. Juli enthielten dann Studienartikel über das Thema „Organisation“, gestützt auf Jesaja 60:17. Alle Versammlungen wurden aufgefordert, die leitende Körperschaft zu bitten, die Diener am Ort zu ernennen, wodurch eine verbesserte, von Gott angeordnete, theokratische Vorgehensweise eingeführt wurde. Die Versammlungen taten dies.

      19 (und Fußnote). Welche Tatsachen bestätigen, daß jetzt seit über 60 Jahren der allgemeine Aufruf an die „anderen Schafe“ ergeht?

      19 Im Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1939 wurde erklärt: „Die jetzt auf der Erde lebenden gesalbten Nachfolger Christi Jesu sind gering an Zahl und werden niemals mehr werden. In der Heiligen Schrift werden sie als der ‚Überrest‘ der Nachkommenschaft oder Kinder Zions, d. h. der Organisation Gottes, bezeichnet (Offb. 12:17). Nun versammelt der Herr seine ‚anderen Schafe‘ zu sich, die die ‚große Volksmenge‘ bilden werden (Joh. 10:16). Diese, die jetzt eingesammelt werden, sind Gefährten des Überrestes und wirken mit ihm zusammen. Derer, die die ‚anderen Schafe‘ ausmachen, werden von nun an immer mehr werden, bis die ‚große Volksmenge‘ eingesammelt ist.“ Der gesalbte Überrest war entsprechend geformt worden, sich der Einsammlung der großen Volksmenge anzunehmen. Auch diese muß jetzt geformt werden.d

      20. Welche organisatorischen Änderungen wurden von 1942 an vorgenommen?

      20 Im Januar 1942, auf dem Höhepunkt des Zweiten Weltkriegs, starb Joseph Rutherford, und ihm folgte Nathan Knorr als Präsident. Der dritte Präsident der Gesellschaft hat unter anderem dadurch ein positives Angedenken hinterlassen, daß er theokratische Schulen in den Versammlungen und die Gileadschule zur Ausbildung von Missionaren einrichtete. Anläßlich der Mitgliederversammlung der Gesellschaft im Jahr 1944 gab er eine Satzungsänderung bekannt, nämlich, daß die Mitgliedschaft nicht mehr von finanziellen Beiträgen abhängig sein sollte, sondern vom Geistiggesinntsein. In den nächsten 30 Jahren stieg die Zahl der im weltweiten Gebiet Tätigen von 156 299 auf 2 179 256. Von 1971 bis 1975 wurden weitere organisatorische Änderungen erforderlich. Es war einem einzelnen Mann, der als Präsident diente, nicht mehr möglich, das Königreichspredigtwerk auf der ganzen Erde richtig zu beaufsichtigen. Die leitende Körperschaft, deren Vorsitzender turnusgemäß wechselte, wurde auf 18 gesalbte Mitglieder erweitert. Von diesen hat bis heute fast die Hälfte ihren irdischen Lauf vollendet.

      21. Was macht Mitglieder der kleinen Herde für das Königreich tauglich?

      21 Die verbliebenen Mitglieder der kleinen Herde wurden jahrzehntelang durch Prüfungen geformt. Sie sind guten Mutes, da sie das unmißverständliche ‘Zeugnis des Geistes’ erhalten haben. Jesus sagte zu ihnen: „Ihr aber seid es, die in meinen Prüfungen mit mir durchgehalten haben; und ich mache einen Bund mit euch, so wie mein Vater einen Bund mit mir gemacht hat, für ein Königreich, damit ihr an meinem Tisch in meinem Königreich eßt und trinkt und auf Thronen sitzt, um die zwölf Stämme Israels zu richten“ (Römer 8:16, 17; Lukas 12:32; 22:28-30).

      22, 23. Wie werden die kleine Herde und die anderen Schafe geformt?

      22 Während sich die Zahl der geistgesalbten Überrestglieder auf der Erde verminderte, wurde in beinahe allen Versammlungen weltweit reifen Brüdern aus der großen Volksmenge die geistige Aufsicht anvertraut. Und während die letzten der betagten gesalbten Zeugen ihren irdischen Lauf vollenden, werden fürstliche ßarím aus den anderen Schafen gut geschult, sich auf der Erde administrativer Pflichten als Klasse des Vorstehers anzunehmen (Hesekiel 44:3; Jesaja 32:1).

      23 Sowohl die kleine Herde als auch die anderen Schafe werden weiterhin zu Gefäßen für einen ehrenhaften Gebrauch geformt (Johannes 10:14-16). Wir können, ob unsere Hoffnung auf die „neuen Himmel“ oder die „neue Erde“ ausgerichtet ist, mit ungeteiltem Herzen Jehovas Einladung annehmen: „Frohlockt und freut euch immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich schaffe Jerusalem als Ursache zur Freudigkeit und ihr Volk als Ursache zum Frohlocken“ (Jesaja 65:17, 18). Wir zerbrechlichen Menschen wollen immer demütig dienen und uns von der „Kraft, die über das Normale hinausgeht“, formen lassen — von Gottes Kraft, seinem heiligen Geist (2. Korinther 4:7; Johannes 16:13).

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