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    Der Wachtturm 2004 | 15. Dezember
    • Jehova ist unser Helfer

      „Meine Hilfe kommt von Jehova, der Himmel und Erde gemacht hat“ (PSALM 121:2).

      1, 2. (a) Wieso kann gesagt werden, dass wir alle hin und wieder Hilfe benötigen? (b) Warum ist Jehova der beste Helfer?

      WER von uns benötigt nicht ab und zu eine helfende Hand? Tatsächlich brauchen wir alle hin und wieder Hilfe, sei es, um mit schwierigen Problemen fertig zu werden oder um einen schmerzlichen Verlust zu verkraften, also unter Belastungen auszuharren. Meist wenden wir uns dann an einen guten Freund. Mit ihm zusammen ist es leichter, eine schwere Last zu tragen. Allerdings kann er uns nur begrenzt helfen und vielleicht auch nicht immer gerade dann, wenn es nötig wäre.

      2 Es gibt jedoch einen Helfer, der über unbegrenzte Macht und Mittel verfügt. Er versichert uns sogar, uns niemals im Stich zu lassen. Der Psalmist sagt uns, um wen es sich handelt, wenn er voller Zuversicht erklärt: „Meine Hilfe kommt von Jehova“ (Psalm 121:2). Wieso war er davon überzeugt, dass Jehova ihm helfen würde? Um diese Frage zu klären, wollen wir uns einmal eingehend mit Psalm 121 beschäftigen. Dann werden wir erkennen, warum auch wir darauf vertrauen können, dass Jehova uns hilft.

      Ein zuverlässiger Quell der Hilfe

      3. Zu welchen Bergen erhob der Psalmist wahrscheinlich seine Augen, und warum?

      3 Zunächst einmal wies der Psalmist auf Jehovas Schöpfermacht als Grundlage für sein Vertrauen hin. Er sagte: „Ich werde meine Augen zu den Bergen erheben. Woher wird meine Hilfe kommen? Meine Hilfe kommt von Jehova, der Himmel und Erde gemacht hat“ (Psalm 121:1, 2). Der Psalmist erhob seine Augen gewiss nicht zu irgendwelchen Bergen, sondern wahrscheinlich zu den Bergen von Jerusalem, wo bereits der Tempel Jehovas stand, als diese Worte aufgezeichnet wurden. Jene Stadt im judäischen Bergland war Jehovas sinnbildlicher Wohnort (Psalm 135:21). Zu diesen Bergen erhob der Psalmist wohl seine Augen und bat Jehova zuversichtlich um Hilfe. Da Jehova „Himmel und Erde gemacht hat“, war sich der Psalmist absolut sicher, dass Jehova ihm helfen konnte. Er erklärte gewissermaßen: „Es gibt mit Sicherheit nichts, was den allmächtigen Schöpfer daran hindern könnte, mir zu helfen“ (Jesaja 40:26).

      4. Wie zeigte der Psalmist, dass Jehova stets auf die Bedürfnisse seiner Diener achtet, und wieso ist das ein tröstlicher Gedanke?

      4 Als Nächstes versicherte der Psalmist, dass Jehova stets auf die Bedürfnisse seiner Diener achtet, und sagte: „Er kann unmöglich zulassen, dass dein Fuß wankt. Der dich behütet, kann unmöglich schläfrig sein. Siehe! Er wird nicht schläfrig sein noch schlafen gehen, er, der Israel behütet“ (Psalm 121:3, 4). Gott wird unmöglich zulassen, dass die, die auf ihn vertrauen, ‘wanken’ oder zu Fall kommen und sich nicht wieder erholen (Sprüche 24:16). Wieso? Weil Jehova wie ein äußerst wachsamer Hirte seine Schafe behütet. Ist das nicht ein tröstlicher Gedanke? Auch nicht für einen Augenblick wird er vor den Bedürfnissen seiner Diener die Augen verschließen. Ihnen gilt Tag und Nacht seine Wachsamkeit.

      5. Warum wird von Jehova gesagt, er stehe zur „Rechten“?

      5 Überzeugt davon, dass Jehova der loyale Beschützer seines Volkes ist, schrieb der Psalmist: „Jehova behütet dich. Jehova ist dein Schatten zu deiner Rechten. Bei Tag wird die Sonne selbst dich nicht treffen noch der Mond bei Nacht“ (Psalm 121:5, 6). Jeder Reisende, der im Nahen Osten zu Fuß unterwegs war, begrüßte einen schattigen Ort als Schutz vor der sengenden Sonne. Jehova erweist sich für seine Diener als ein Schatten, der sie vor der glühenden Hitze des Unglücks schützt. Beachten wir, dass von Jehova gesagt wird, er befinde sich zur „Rechten“. Die rechte Hand eines Kriegers in alter Zeit war relativ ungeschützt, da er den Schild in der linken Hand hielt. Ein loyaler Freund, der zu seiner Rechten kämpfte, konnte ihm aber Schutz bieten. Genauso wie ein solcher Freund steht Jehova loyal neben seinen Anbetern, immer bereit, ihnen zu helfen.

      6, 7. (a) Wie sichert uns der Psalmist zu, dass Jehova niemals aufhören wird, seinen Dienern beizustehen? (b) Warum können wir genauso überzeugt sein wie der Psalmist?

      6 Wird Jehova jemals aufhören, seinen Dienern beizustehen? Das wäre undenkbar. Der Psalmist stellte abschließend fest: „Jehova selbst wird dich behüten vor allem Unglück. Er wird deine Seele behüten. Jehova selbst wird dein Hinausgehen und dein Hineingehen behüten von nun an bis auf unabsehbare Zeit“ (Psalm 121:7, 8). Beachten wir, dass der Schreiber hier von der Gegenwart auf die Zukunft übergeht. In Vers 5 sagte er: „Jehova behütet dich.“ Doch nun lesen wir: „Jehova selbst wird dich behüten.“ Damit erhalten wahre Anbeter die Zusicherung, dass Jehovas Hilfe auch in der Zukunft nicht ausbleiben wird. Ganz gleich wohin sie gehen oder welches Unglück sie trifft, niemals sind sie außerhalb der Reichweite seiner helfenden Hand (Sprüche 12:21).

      7 Der Schreiber des 121. Psalms war wirklich davon überzeugt, dass der allmächtige Schöpfer über seine Diener wacht — so behutsam wie ein fürsorglicher Hirte und so aufmerksam wie ein guter Wächter. Wir haben allen Grund, genauso davon überzeugt zu sein wie der Psalmist, denn Jehova ändert sich nicht (Maleachi 3:6). Heißt das, dass er uns immer vor körperlichem Schaden bewahrt? Nein. Solange wir ihn aber als unseren Helfer betrachten, wird er uns vor allem schützen, was unserem Glauben schaden könnte. Es ist ganz natürlich, dass wir uns fragen: „Wie hilft uns Jehova?“ Betrachten wir hierzu vier Möglichkeiten. Dieser Artikel befasst sich damit, wie Jehova seinen Dienern in biblischen Zeiten half. Im nächsten Artikel wird behandelt, wie er seinem Volk heute hilft.

      Hilfe durch Engel

      8. Weshalb überrascht es nicht, dass Engel am Wohl der Diener Gottes auf der Erde lebhaft interessiert sind?

      8 Millionen und Abermillionen Engel unterstehen dem Befehl Jehovas (Daniel 7:9, 10). Diese Geistsöhne Gottes führen treu seinen Willen aus (Psalm 103:20). Ihnen ist bewusst, dass Jehova seine menschlichen Anbeter sehr liebt und ihnen helfen möchte. Es überrascht deshalb nicht, dass die Engel am Wohl der Diener Gottes auf der Erde lebhaft interessiert sind (Lukas 15:10). Sie müssen sich also sehr darüber freuen, dass Jehova sie gebraucht, um Menschen beizustehen. Wie setzte Jehova in alter Zeit Engel ein, um seinen Dienern auf der Erde zu helfen?

      9. Führe ein Beispiel dafür an, dass Engel von Gott ermächtigt wurden, treue Menschen zu beschützen.

      9 Engel wurden von Gott ermächtigt, treue Menschen zu beschützen und zu befreien. Zwei Engel halfen Lot und seinen Töchtern, der Vernichtung Sodoms und Gomorras zu entrinnen (1. Mose 19:1, 15-17). Ein einziger Engel tötete 185 000 assyrische Soldaten, die Jerusalem bedrohten (2. Könige 19:35). Als man Daniel in eine Löwengrube warf, sandte Jehova ‘seinen Engel und verschloss das Maul der Löwen’ (Daniel 6:21, 22). Ein Engel befreite den Apostel Petrus aus dem Gefängnis (Apostelgeschichte 12:6-11). Die Bibel berichtet noch von vielen weiteren Fällen, in denen Engel Schutz boten, wodurch die Aussage in Psalm 34:7 bestätigt wird: „Der Engel Jehovas lagert sich rings um die her, die ihn fürchten, und er befreit sie.“

      10. Wie machte Jehova dem Propheten Daniel durch einen Engel Mut?

      10 Gelegentlich gebrauchte Jehova Engel, um treue Menschen zu ermutigen und zu stärken. Ein rührendes Beispiel dafür finden wir in Daniel, Kapitel 10. Der Prophet Daniel war damals wahrscheinlich fast 100 Jahre alt. Er war offensichtlich sehr entmutigt, weil Jerusalem immer noch verwüstet dalag und der Tempel noch nicht wieder aufgebaut war. Außerdem hatte ihn eine beängstigende Vision sehr beunruhigt (Daniel 10:2, 3, 8). Durch einen Engel ließ Gott ihm liebevollerweise Mut zusprechen. Mehr als einmal betonte der Engel, Daniel sei in Gottes Augen ein „sehr begehrenswerter Mann“. Mit welchem Ergebnis? Der betagte Prophet sagte zu dem Engel: „Du hast mich gestärkt“ (Daniel 10:11, 19).

      11. Nenne ein Beispiel dafür, dass das Verkündigen der guten Botschaft durch Engel geleitet wurde.

      11 Jehova gebraucht auch Engel, um das Verkündigen der guten Botschaft zu leiten. Ein Engel wies Philippus an, einen äthiopischen Eunuchen über den Christus zu belehren. Der Äthiopier ließ sich daraufhin taufen (Apostelgeschichte 8:26, 27, 36, 38). Kurze Zeit später war es Gottes Wille, die gute Botschaft unbeschnittenen Nichtjuden zu verkündigen. In einer Vision wurde der gottesfürchtige Kornelius von einem Engel aufgefordert, den Apostel Petrus holen zu lassen. Als die Boten den Apostel fanden, sagten sie: „Kornelius . . . wurde von Gott durch einen heiligen Engel angewiesen, dich in sein Haus kommen zu lassen und das, was du zu sagen hast, zu hören.“ Petrus ging mit ihnen, und so wurden die ersten unbeschnittenen Nichtjuden Mitglieder der Christenversammlung (Apostelgeschichte 10:22, 44-48). Wie wäre uns wohl zumute, wenn wir wüssten, dass uns ein Engel geholfen hat, mit einem Menschen in Kontakt zu kommen, der richtig eingestellt ist?

      Hilfe durch den heiligen Geist

      12, 13. (a) Warum hatten die Apostel guten Grund, zu glauben, dass der heilige Geist ihnen helfen konnte? (b) Wozu befähigte der heilige Geist die Christen im 1. Jahrhundert?

      12 Jesus versicherte seinen Aposteln kurz vor seinem Tod, dass sie nicht ohne Hilfe bleiben würden. Der Vater würde ihnen einen „Helfer“, den heiligen Geist, senden (Johannes 14:26). Die Apostel hatten guten Grund, zu glauben, dass der heilige Geist ihnen helfen konnte. Schließlich gab es in den inspirierten Schriften unzählige Beispiele dafür, wie Jehova durch den heiligen Geist, die stärkste verfügbare Kraft, seinem Volk geholfen hatte.

      13 Bei vielen Gelegenheiten wurden Menschen durch den heiligen Geist befähigt, den Willen Jehovas zu tun. Heiliger Geist ermöglichte es den Richtern Israels, das Volk zu befreien (Richter 3:9, 10; 6:34). Derselbe Geist befähigte die Christen im 1. Jahrhundert, trotz aller Gegnerschaft mutig weiterzupredigen (Apostelgeschichte 1:8; 4:31). Ihr erfolgreicher Predigtdienst war ein überzeugender Beweis für die Wirksamkeit des heiligen Geistes. Wie sollte man sonst erklären, dass „ungelehrte und gewöhnliche Menschen“ imstande waren, die Königreichsbotschaft in der ganzen damals bekannten Welt zu verbreiten? (Apostelgeschichte 4:13; Kolosser 1:23).

      14. Wie hat Jehova durch den heiligen Geist seine Diener erleuchtet?

      14 Jehova gebrauchte seinen heiligen Geist auch, um seine Diener zu erleuchten. Mithilfe des Geistes Gottes konnte Joseph die prophetischen Träume Pharaos deuten (1. Mose 41:16, 38, 39). Durch seinen Geist sorgte Jehova dafür, dass seine Vorsätze demütigen Menschen geoffenbart wurden, aber den stolzen verborgen blieben (Matthäus 11:25). Was die Dinge angeht, die Gott „denen bereitet hat, die ihn lieben“, sagte der Apostel Paulus nicht umsonst: „Uns hat Gott sie durch seinen Geist geoffenbart“ (1. Korinther 2:7-10). Gottes Willen wirklich zu verstehen ist nur mit der Hilfe des heiligen Geistes möglich.

      Hilfe durch Gottes Wort

      15, 16. Was sollte Josua tun, damit er weise handeln könnte?

      15 Jehovas inspiriertes Wort ist „nützlich zum Lehren“ und ermöglicht es Gottes Dienern, ‘völlig tauglich zu sein, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk’ (2. Timotheus 3:16, 17). Die Bibel enthält viele Beispiele dafür, dass die bereits aufgezeichneten Teile des Wortes Jehovas seinen Dienern in alter Zeit eine Hilfe waren.

      16 Durch die heiligen Schriften erhielten Anbeter Gottes vernünftige Anleitung. Als Josua die Aufgabe bekam, das Volk Israel zu führen, wurde ihm gesagt: „Dieses Buch des Gesetzes [das von Moses aufgezeichnet worden war] sollte nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht mit gedämpfter Stimme darin lesen, damit du darauf achtest, nach allem zu tun, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du deinen Weg zum Erfolg machen, und dann wirst du weise handeln.“ Beachten wir, dass Gott Josua nicht versprach, ihm durch ein Wunder Weisheit zu geben. Josua sollte vielmehr in dem „Buch des Gesetzes“ lesen und darüber nachsinnen. Dann würde er weise handeln (Josua 1:8; Psalm 1:1-3).

      17. Inwiefern waren für Daniel und für König Josia die zu ihrer Zeit vorhandenen heiligen Schriften eine Hilfe?

      17 Gottes geschriebenes Wort diente auch dazu, seinen Willen und seinen Vorsatz zu offenbaren. Aus den Schriften Jeremias erkannte Daniel beispielsweise, wie lange Jerusalem verödet sein sollte (Jeremia 25:11; Daniel 9:2). Beachten wir auch, was während der Regierung des Königs Josia von Juda geschah. Die Nation hatte sich von Jehova entfernt, und die Könige hatten offensichtlich weder das Gesetz abgeschrieben noch sich daran gehalten (5. Mose 17:18-20). Doch bei der Renovierung des Tempels fand man das „Buch des Gesetzes“. Vielleicht war es sogar das Original, das Moses rund 800 Jahre zuvor angefertigt hatte. Als man Josia daraus vorlas, wurde ihm bewusst, wie weit die Nation vom Willen Jehovas abgewichen war. Entschieden wirkte der König darauf hin, dass all dem entsprochen wurde, was im Gesetz geschrieben stand (2. Könige 22:8; 23:1-7). Zeigt das nicht deutlich, dass die in alter Zeit vorhandenen heiligen Schriften für Gottes Volk eine Hilfe waren?

      Hilfe durch Glaubensbrüder

      18. Wieso können wir sagen, dass es Jehova zuzuschreiben ist, wenn unter wahren Anbetern einer dem anderen hilft?

      18 Oftmals sorgt Jehova durch Glaubensbrüder für Hilfe. Ja, eigentlich ist es Jehova zuzuschreiben, wenn unter wahren Anbetern einer dem anderen hilft. Wieso kann man das sagen? Aus zwei Gründen. Erstens spielt Gottes heiliger Geist dabei eine Rolle. Personen, die sich vom heiligen Geist beeinflussen lassen, bringen als Folge davon Früchte wie Liebe und Güte hervor (Galater 5:22, 23). Wenn sich ein Diener Gottes veranlasst fühlt, einem anderen zu helfen, deutet das somit darauf hin, dass Jehovas Geist wirksam ist. Zweitens sind wir im Bilde Gottes gemacht (1. Mose 1:26). Das bedeutet, dass wir seine Eigenschaften widerspiegeln können, so zum Beispiel Freundlichkeit und Mitgefühl. Wenn daher ein Diener Jehovas einem anderen hilft, kommt die Hilfe eigentlich von dem, der dadurch widergespiegelt wird.

      19. Wie sorgte Jehova gemäß dem Bibelbericht durch Glaubensbrüder für Hilfe?

      19 Wie sah die Hilfe aus, für die Jehova in biblischer Zeit durch Mitgläubige sorgte? Häufig veranlasste er einen seiner Diener, einem anderen Rat zu geben; Jeremia gab zum Beispiel Baruch einen Rat. Dieser Rat rettete Baruch das Leben (Jeremia 45:1-5). Mitunter fühlten sich wahre Anbeter gedrängt, Mitgläubigen materielle Hilfe zu leisten; diese Bereitschaft zeigte sich bei Christen in Mazedonien und Achaia, die ihren bedürftigen Brüdern in Jerusalem halfen. Wie der Apostel Paulus schrieb, bewirkte solch eine Freigebigkeit zu Recht „eine Dankesäußerung gegenüber Gott“ (2. Korinther 9:11).

      20, 21. Unter welchen Umständen wurde der Apostel Paulus durch Brüder aus Rom gestärkt?

      20 Berichte darüber, wie sich Diener Jehovas verausgabten, um einander zu stärken und zu ermutigen, gehen uns besonders nahe. Betrachten wir einmal, was Paulus diesbezüglich erlebte, als er als Gefangener auf der Via Appia nach Rom unterwegs war. Die Reise auf dem letzten Abschnitt dieser Römerstraße war besonders unangenehm, denn sie führte durch sumpfige Niederungen.a Was taten die Brüder in der Versammlung in Rom, als sie erfuhren, dass Paulus anreiste? Hielten sie sich bis zu seiner Ankunft in ihren bequemen Stadtwohnungen auf und begrüßten ihn dann?

      21 Der Bibelschreiber Lukas, der Paulus auf dieser Reise begleitete, berichtet uns, was geschah: „Von dort [Rom] kamen uns die Brüder, als sie die Nachricht über uns hörten, bis zu dem Marktplatz des Appius und den Drei Schenken entgegen.“ Können wir uns das vorstellen? Als die Brüder hörten, dass Paulus kam, reiste ihm eine Abordnung aus Rom entgegen. Ein Teil davon wartete auf dem Marktplatz des Appius, einer bekannten Station, 74 Kilometer von Rom entfernt. Die übrigen Brüder warteten bei den Drei Schenken, einer Raststätte ungefähr 58 Kilometer vor der Stadt. Wie reagierte Paulus? Lukas berichtet: „Als Paulus sie erblickte, dankte er Gott und fasste Mut“ (Apostelgeschichte 28:15). Schon allein dass er die Brüder sah, die diesen Weg zurückgelegt hatten, war für ihn eine Kraftquelle und ein Trost. Und bei wem bedankte sich Paulus für diese Unterstützung? Er dankte dem, von dem sie ausging: Jehova Gott.

      22. Wie lautet der Jahrestext für 2005, und was wird im folgenden Artikel behandelt?

      22 Der inspirierte Bericht darüber, wie Gott handelt, spricht wirklich für sich selbst. Jehova hilft auf unvergleichliche Weise. Deshalb wurden als Jahrestext für 2005 die Worte aus Psalm 121:2 gewählt: „Meine Hilfe kommt von Jehova.“ Doch wie hilft uns Jehova heute? Diese Frage wird im folgenden Artikel behandelt.

      [Fußnote]

      a Der römische Dichter Horaz (65—8 v. u. Z.) machte dieselbe Reise und berichtete über Unbilden auf diesem Streckenabschnitt. Horaz nannte den Marktplatz des Appius „ein Nest mit Schiffertross und Beutelschneidern von Wirten“. Auch beklagte er sich über die „bösen Schnaken und die Frösche im Kanal“ sowie über das „schlimme Wasser“.

  • Nimmst du Jehovas Hilfe an?
    Der Wachtturm 2004 | 15. Dezember
    • Nimmst du Jehovas Hilfe an?

      „Jehova ist mein Helfer; ich will mich nicht fürchten“ (HEBRÄER 13:6).

      1, 2. Warum ist es für uns wichtig, Jehovas Hilfe und Führung anzunehmen?

      STELL dir vor, du bist auf einem Gebirgspfad unterwegs. Ein Bergführer hat sich angeboten, dich zu begleiten. Du bist also nicht allein. Er ist übrigens der beste Führer, den es gibt. Er besitzt viel mehr Erfahrung und Ausdauer als du. Aber er bleibt beharrlich neben dir, denn er merkt, dass du immer wieder einmal stolperst. An einer besonders schwierigen Stelle streckt er dir vorsichtshalber die Hand hin. Würdest du seine Hilfe ausschlagen? Natürlich nicht! Schließlich bist du in Gefahr!

      2 Als Christen befinden wir uns auf einem schwierigen, schmalen Weg. Müssen wir ihn allein gehen? (Matthäus 7:14). Nein. Wie die Bibel zeigt, dürfen Menschen mit Jehova Gott wandeln, dem allerbesten Führer, den es gibt (1. Mose 5:24; 6:9). Hilft Jehova seinen Dienern, diesen Weg zu gehen? Er sagt: „Ich, Jehova, dein Gott, ergreife deine Rechte, der zu dir spricht: ‚Fürchte dich nicht. Ich selbst will dir helfen‘ “ (Jesaja 41:13). Wie der Bergführer reicht Jehova denen, die gern mit ihm wandeln möchten, freundlich die Hand und bietet ihnen seine Freundschaft an. Wer von uns wollte seine Hilfe zurückweisen?

      3. Mit welchen Fragen werden wir uns im Verlauf unserer Betrachtung befassen?

      3 Im vorangegangenen Artikel wurden vier Arten besprochen, wie Jehova seinen Dienern in alter Zeit half. Hilft er seinem Volk heute auf dieselbe Weise? Und was können wir tun, damit uns seine Hilfe zugute kommt? Befassen wir uns einmal mit diesen Fragen. Das wird uns noch mehr davon überzeugen, dass uns Jehova wirklich hilft (Hebräer 13:6).

      Hilfe durch Engel

      4. Warum können Gottes Diener heute überzeugt sein, von Engeln unterstützt zu werden?

      4 Helfen Engel Dienern Jehovas heute? Aber ja! Sie treten zwar nicht sichtbar in Erscheinung, um wahre Anbeter aus einer gefährlichen Situation zu befreien. Aber auch in biblischer Zeit schritten sie nur selten sichtbar ein. Meist war ihr Wirken, genau wie heute, für menschliche Augen unsichtbar. Doch sobald Dienern Gottes bewusst wurde, dass Engel zu ihrer Unterstützung bereitstanden, fühlten sie sich sehr ermutigt (2. Könige 6:14-17). Wir haben allen Grund, genauso zu empfinden.

      5. Wie zeigt die Bibel, dass die Engel heute am Predigtwerk beteiligt sind?

      5 Die Engel Jehovas sind vor allem an einer besonderen Tätigkeit interessiert, einer Tätigkeit, die auch uns angeht. Worum handelt es sich dabei? Die Antwort finden wir in Offenbarung 14:6: „Ich sah einen anderen Engel in der Mitte des Himmels fliegen, und er hatte eine ewige gute Botschaft, um sie als frohe Nachricht denen zu verkünden, die auf der Erde wohnen, sowie jeder Nation und jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk.“ Diese „ewige gute Botschaft“ hat eindeutig mit der „guten Botschaft vom Königreich“ zu tun, die, wie Jesus vorhersagte, vor dem Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge „auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden [wird], allen Nationen zu einem Zeugnis“ (Matthäus 24:14). Die Engel predigen natürlich nicht persönlich. Diesen wichtigen Auftrag hat Jesus Menschen übertragen (Matthäus 28:19, 20). Doch ist es nicht ermutigend, zu wissen, dass uns bei der Erfüllung dieses Auftrags heilige Engel, ja weise und mächtige Geistgeschöpfe helfen?

      6, 7. (a) Was deutet darauf hin, dass Engel das Predigtwerk unterstützen? (b) Wann können wir sicher sein, dass uns Jehovas Engel unterstützen?

      6 Vieles deutet darauf hin, dass Engel unsere Tätigkeit unterstützen. Nicht selten kommt es beispielsweise vor, dass im Predigtdienst jemand angetroffen wird, der gerade zu Gott um Hilfe gebetet hat, weil er die Wahrheit sucht. Solche Fälle sind einfach zu häufig, als dass man sie als Zufall abtun könnte. So helfen Engel dabei mit, dass immer mehr Menschen der Aufforderung nachkommen, die der „Engel in der Mitte des Himmels“ verkündete: „Fürchtet Gott, und gebt ihm die Ehre“ (Offenbarung 14:7).

      7 Möchtest du gern von den mächtigen Engeln Jehovas unterstützt werden? Dann tu im Predigtdienst dein Äußerstes und geh darin auf (1. Korinther 15:58). Wenn wir diesem besonderen Auftrag Jehovas eifrig nachkommen, dürfen wir dabei auf die Hilfe von Engeln zählen.

      Hilfe durch den obersten Engel

      8. Welche hohe Stellung nimmt Jesus im Himmel ein, und wieso ist das für uns beruhigend?

      8 Jehova sorgt auch noch durch einen besonderen Engel für Hilfe. In Offenbarung 10:1 ist von einem furchteinflößenden „starken Engel“ die Rede, dessen ‘Gesicht wie die Sonne war’. Dieser Engel stellt offensichtlich Jesus Christus dar, nachdem er im Himmel verherrlicht und mit Herrschermacht ausgestattet wurde (Offenbarung 1:13, 16). Ist Jesus wirklich ein Engel? Ja, denn er wird als Erzengel bezeichnet (1. Thessalonicher 4:16). Was bedeutet dieses Wort? Es steht für den obersten Engel. Jesus ist der mächtigste aller Geistsöhne Jehovas. Ihm hat Jehova die Befehlsgewalt über seine Engelheere übertragen. Als Erzengel hat Jesus tatsächlich bedeutende Macht zu helfen. Auf welche Weise?

      9, 10. (a) Wieso ist Jesus unser Helfer, wenn wir sündigen? (b) Inwiefern ist uns Jesu Beispiel eine Hilfe?

      9 Der betagte Apostel Johannes schrieb: „Wenn jemand eine Sünde begeht, so haben wir einen Helfer beim Vater, Jesus Christus, einen Gerechten“ (1. Johannes 2:1). Warum wies Johannes darauf hin, dass Jesus insbesondere dann unser Helfer ist, wenn wir ‘eine Sünde begehen’? Wir sündigen täglich, und die Sünde führt zum Tod (Prediger 7:20; Römer 6:23). Jesus gab aber gerade wegen unserer Sünden sein Leben als Opfer für uns. Und jetzt befindet er sich bei unserem barmherzigen Vater, um Fürbitte für uns einzulegen. Diese Hilfe benötigt jeder von uns. Wie können wir sie uns zunutze machen? Wir müssen unsere Sünden bereuen und gestützt auf Jesu Opfer um Vergebung bitten. Auch müssen wir darauf achten, dass wir unsere Sünden nicht wiederholen.

      10 Jesus ist allerdings nicht nur für uns gestorben, sondern hat uns auch ein vollkommenes Beispiel gegeben (1. Petrus 2:21). Wenn wir uns davon leiten lassen, können wir schwerwiegende Sünden vermeiden und Jehova Gott gefallen. Sind wir nicht froh, diese Hilfe zu haben? Jesus versprach seinen Nachfolgern aber noch einen anderen Helfer.

      Hilfe durch den heiligen Geist

      11, 12. Was ist Jehovas Geist, wie machtvoll ist er, und warum benötigen wir ihn heute?

      11 Jesus versprach: „Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Helfer geben, damit er für immer bei euch sei: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann“ (Johannes 14:16, 17). Der „Geist der Wahrheit“ oder heilige Geist ist keine Person, sondern eine Kraft — die wirksame Kraft Jehovas. Sie ist überaus machtvoll. Durch diese Kraft erschuf Jehova das Universum. Er wirkte dadurch aufsehenerregende Wunder und offenbarte in Visionen seinen Willen. Heute gebraucht Jehova seinen Geist nicht auf solch außergewöhnliche Weise. Bedeutet das, dass wir den heiligen Geist nicht benötigen?

      12 Ganz im Gegenteil! In den heutigen ‘kritischen Zeiten, mit denen man schwer fertig wird’, benötigen wir den Geist Jehovas mehr denn je (2. Timotheus 3:1). Der Geist gibt uns die Kraft, in Prüfungen auszuharren. Er hilft uns, vorzügliche Eigenschaften zu entwickeln, Eigenschaften, die uns Jehova und unseren Glaubensbrüdern und -schwestern näher bringen (Galater 5:22, 23). Wie können wir uns denn diese wunderbare Hilfe von Jehova zunutze machen?

      13, 14. (a) Warum können wir davon überzeugt sein, dass Jehova seinen Dienern bereitwillig heiligen Geist gibt? (b) Durch welches Verhalten würden wir zeigen, dass wir uns den heiligen Geist nicht wirklich zunutze machen?

      13 Erstens müssen wir um heiligen Geist beten. Jesus sagte: „Wenn nun ihr, obwohl ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel denen heiligen Geist geben, die ihn bitten!“ (Lukas 11:13). Jehova ist bestimmt der beste Vater, den man sich vorstellen kann. Es wäre undenkbar, dass er uns den heiligen Geist vorenthält, wenn wir ihn glaubensvoll darum bitten. Die Frage ist also, ob wir Jehova darum bitten. Wir sollten diese Bitte jeden Tag im Gebet äußern.

      14 Zweitens kommt uns der heilige Geist nur dann zu Hilfe, wenn wir uns von ihm leiten lassen. Angenommen, ein Christ befasst sich immer wieder mit Pornographie, obwohl er es eigentlich nicht will. Er betet um heiligen Geist, damit er mit dieser unreinen Gewohnheit brechen kann. Er bittet auch Älteste um Hilfe. Sie raten ihm dringend, radikale Schritte zu unternehmen und einen großen Bogen um alles zu machen, was mit etwas so Entwürdigendem zu tun hat (Matthäus 5:29). Was aber, wenn er ihren Rat außer Acht lässt und sich wieder der Versuchung aussetzt? Handelt er dann seinen Gebeten entsprechend, sodass ihm der heilige Geist helfen kann? Oder läuft er nicht vielmehr Gefahr, Gottes Geist zu betrüben und ihn zu verlieren? (Epheser 4:30). Jeder von uns sollte tatsächlich alles ihm Mögliche tun, damit Jehova ihm weiterhin diese wunderbare Hilfe gewährt.

      Hilfe durch Gottes Wort

      15. Wie können wir zeigen, dass wir die Bibel nicht für selbstverständlich nehmen?

      15 Seit vielen Jahrhunderten schöpfen treue Diener Jehovas Hilfe aus der Bibel. Nehmen wir die Heilige Schrift niemals für selbstverständlich, und behalten wir im Sinn, welch eine unerschöpfliche Quelle sie ist. Ihre Hilfe zu nutzen setzt allerdings Anstrengungen voraus. Wir müssen uns das regelmäßige Bibellesen zur Gewohnheit machen.

      16, 17. (a) Was bringt das Lesen des Gesetzes Gottes gemäß Psalm 1:2, 3? (b) Wieso kann man sagen, dass Psalm 1:3 ein Bild harter Arbeit zeichnet?

      16 In Psalm 1:2, 3 heißt es von dem Menschen, der Gott wohlgefällig ist, dass er „seine Lust hat an dem Gesetz Jehovas und mit gedämpfter Stimme in seinem Gesetz liest Tag und Nacht. Und er wird gewiss wie ein Baum werden, gepflanzt an Wasserbächen, der seine eigene Frucht gibt zu seiner Zeit und dessen Laub nicht welkt, und alles, was er tut, wird gelingen.“ Erkennen wir, was diese Textpassage sagen soll? Nur allzu leicht könnte man meinen, es werde lediglich ein schönes Bild von einer friedlichen Szene gemalt: ein Schatten spendender Baum an einem Fluss. Wie angenehm es doch wäre, an einem solchen Ort ein Mittagsschläfchen zu halten! Aber dieser Psalm fordert uns ganz und gar nicht auf, ans Ausruhen zu denken. Er zeichnet ein ganz anderes Bild, ein Bild, das zu harter Arbeit anregt. Inwiefern?

      17 Beachten wir, dass es sich hier nicht um einen Schatten spendenden Baum handelt, der rein zufällig an einem Fluss wächst. Es ist ein Baum, der Frucht trägt, und er wurde bewusst an einem bestimmten Ort „gepflanzt“: „an Wasserbächen“. Aber wie kann denn ein und derselbe Baum an mehreren Wasserbächen wachsen? Zum Beispiel dann, wenn der Eigentümer eines Obstgartens Bewässerungsgräben ausgehoben hat, um den Wurzeln seiner wertvollen Bäume Wasser zuzuleiten. Damit kommen wir der Sache schon näher. Wenn wir in geistiger Hinsicht gedeihen wie jener Baum, dann deshalb, weil man für uns viel getan hat. Wir sind mit einer Organisation verbunden, die uns das reine Wasser der Wahrheit zuleitet, doch müssen auch wir unseren Teil tun. Wir müssen nämlich dieses wertvolle Wasser durch Nachsinnen und Nachforschen aufsaugen, damit die Wahrheiten des Wortes Gottes bei uns in Sinn und Herz gelangen. Dann werden auch wir gute Früchte tragen.

      18. Was ist nötig, damit wir biblisch gestützte Antworten auf unsere Fragen finden?

      18 Die Bibel nützt uns nichts, wenn sie ungeöffnet im Bücherregal steht. Wir dürfen sie aber auch nicht als eine Art Zaubermittel oder Talisman betrachten, indem wir sie mit geschlossenen Augen aufs Geratewohl aufschlagen und dann auf der vor uns liegenden Seite eine Antwort auf unsere Frage erwarten. Wenn wir vor Entscheidungen stehen, müssen wir nach der „Erkenntnis Gottes“ wie nach einem verborgenen Schatz graben (Sprüche 2:1-5). Oftmals ist fleißiges und sorgfältiges Nachforschen nötig, damit wir für unsere speziellen Bedürfnisse biblisch fundierten Rat finden. Unsere vielen biblischen Veröffentlichungen sind uns dabei eine Hilfe. Wenn wir sie nutzen, um eifrig nach der wertvollen Weisheit in Gottes Wort zu suchen, machen wir in Wirklichkeit von einer Hilfe Jehovas Gebrauch.

      Hilfe durch Glaubensbrüder

      19. (a) Wieso können wir Wachtturm- und Erwachet!-Artikel als eine Hilfe betrachten, die durch Glaubensbrüder kommt? (b) Wie hat dir ein bestimmter Artikel in einer unserer Zeitschriften geholfen?

      19 Jehovas menschliche Diener haben sich immer untereinander geholfen. Hat Jehova daran etwas geändert? Keinesfalls. Bestimmt kann sich jeder von uns an eine Situation erinnern, in der ihm von Glaubensbrüdern genau zur richtigen Zeit geholfen wurde. Kannst du dich beispielsweise noch an einen Wachtturm- oder Erwachet!-Artikel erinnern, der dich genau zur richtigen Zeit getröstet hat oder der dir half, ein Problem zu lösen oder mit einer Glaubensprüfung fertig zu werden? Diese Hilfe ließ dir Jehova durch den „treuen und verständigen Sklaven“ zukommen, der den Auftrag hat, „Speise zur rechten Zeit“ auszuteilen (Matthäus 24:45-47).

      20. Wie erweisen sich Älteste als „Gaben in Form von Menschen“?

      20 Häufig erhalten wir von Glaubensbrüdern auf noch direktere Weise Hilfe. Ein Ältester hält vielleicht einen Vortrag, der uns tief berührt, oder er hilft uns durch einen Hirtenbesuch über eine schwierige Situation hinweg. Vielleicht gibt er uns einen freundlichen Rat, der uns hilft, eine Schwäche zu erkennen und zu überwinden. Eine dankbare Zeugin Jehovas schreibt, wie ihr ein Ältester half: „Als wir zusammen im Predigtdienst waren, hörte er sich geduldig an, was ich auf dem Herzen hatte. Am Abend zuvor hatte ich Jehova um jemand gebeten, mit dem ich reden könnte. Am nächsten Tag unterhielt sich dieser Bruder mit mir und war sehr mitfühlend. Er half mir zu erkennen, wie Jehova mir schon jahrelang geholfen hat. Ich bin Jehova sehr dankbar, dass er mir diesen Ältesten geschickt hat.“ So zeigt es sich, dass Älteste „Gaben in Form von Menschen“ sind, für die Jehova durch Jesus Christus gesorgt hat, damit sie uns helfen, auf dem Weg zum Leben auszuharren (Epheser 4:8).

      21, 22. (a) Was ist die Folge, wenn alle in der Versammlung der Aufforderung aus Philipper 2:4 nachkommen? (b) Warum zählen selbst kleinere Hilfeleistungen?

      21 Außer den Ältesten sollten auch alle anderen treuen Christen der inspirierten Aufforderung entsprechen, ‘nicht nur die eigenen Dinge im eigenen Interesse im Auge zu behalten, sondern auch persönlich Interesse zu zeigen für die der anderen’ (Philipper 2:4). Wenn alle in der Christenversammlung diesen Rat befolgen, wird auf eindrucksvolle Weise Gutes getan. Eine Familie traf beispielsweise ein zweifaches Unglück. Der Vater hatte die kleine Tochter zum Einkaufen mitgenommen. Auf dem Heimweg hatten sie einen Autounfall, bei dem die Tochter ums Leben kam und der Vater schwer verletzt wurde. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus war er zunächst so behindert, dass er ganz und gar auf Hilfe angewiesen war. Aber seine Frau war noch zu verstört, als dass sie allein für ihn hätte sorgen können. Daher nahm ein Ehepaar aus der Versammlung dieses leidgeprüfte Paar in seine Wohnung auf und umsorgte die beiden mehrere Wochen lang.

      22 Damit man Gutes tun kann, muss sich nicht erst ein Unglück ereignen und es sind auch nicht immer persönliche Opfer nötig. Hilfe wird uns bisweilen in viel kleinerem Umfang geleistet. Dennoch schätzen wir sie. Weißt du noch, wie dir ein Bruder oder eine Schwester durch ein freundliches Wort oder eine wohl überlegte Tat genau die richtige Hilfe zukommen ließ? Oftmals zeigt Jehova auf diese Weise sein Interesse an uns (Sprüche 17:17; 18:24).

      23. Wie betrachtet es Jehova, wenn wir uns bemühen, einander zu helfen?

      23 Möchtest du gern, dass Jehova dich gebraucht, um anderen zu helfen? Diese besondere Gelegenheit steht dir offen. Jehova schätzt es, wenn du dich entsprechend anstrengst. In seinem Wort heißt es: „Wer dem Geringen Gunst erweist, leiht Jehova, und er wird ihm sein Tun vergelten“ (Sprüche 19:17). Uns für unsere Brüder und Schwestern zu verausgaben bereitet uns große Freude (Apostelgeschichte 20:35). Wer sich dagegen bewusst absondert, verspürt weder die Freude des Hilfeleistens noch die Ermunterung durch eine empfangene Hilfe (Sprüche 18:1). Besuchen wir daher regelmäßig unsere Zusammenkünfte, damit wir einander ermuntern können (Hebräer 10:24, 25).

      24. Warum sollten wir uns nicht benachteiligt fühlen, wenn wir keine aufsehenerregenden Wunder erleben, wie Jehova sie in der Vergangenheit wirkte?

      24 Ist es nicht schön, zu sehen, wie uns Jehova hilft? Jehova wirkt zwar heute keine aufsehenerregenden Wunder, um das auszuführen, was er sich vorgenommen hat. Aber wir brauchen uns deswegen nicht benachteiligt zu fühlen. Wirklich von Bedeutung ist, dass uns Jehova jede Hilfe bietet, die nötig ist, damit wir treu bleiben können. Und wenn wir gemeinsam im Glauben ausharren, werden wir die aufsehenerregendsten und glorreichsten Taten Jehovas erleben, die die Geschichte gesehen hat. Nehmen wir also unbedingt Jehovas liebevolle Hilfe an und machen wir vollen Gebrauch davon, damit wir den Worten unseres Jahrestextes für 2005 zustimmen können: „Meine Hilfe kommt von Jehova“ (Psalm 121:2).

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