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  • Fordert Jehova zuviel von uns?
    Der Wachtturm 1999 | 15. September
    • Fordert Jehova zuviel von uns?

      „Was fordert Jehova von dir zurück, als Recht zu üben und Güte zu lieben und bescheiden zu wandeln mit deinem Gott?“ (MICHA 6:8).

      1. Was könnte der Grund sein, warum viele Jehova nicht dienen?

      JEHOVA erwartet etwas von seinem Volk. Doch die obigen Worte, zitiert aus der Prophezeiung Michas, lassen eigentlich nur den Schluß zu, daß Gottes Forderungen vernünftig sind. Ungeachtet dessen dienen viele unserem großen Schöpfer nicht, und einige haben aufgehört, ihm zu dienen. Warum? Weil sie denken, Gott fordere zuviel von uns. Tut er das? Oder könnte das Problem eher die Einstellung sein, die jemand zu dem hat, was Jehova erwartet? Ein historischer Bericht gibt uns entsprechenden Aufschluß.

      2. Wer war Naaman, und wozu forderte Jehovas Prophet ihn auf?

      2 Der syrische Heeroberste Naaman litt an Aussatz. Er wurde jedoch davon unterrichtet, daß es in Israel einen Propheten Jehovas gab, der ihn heilen könnte. Deshalb reiste Naaman samt seinem Gefolge nach Israel und gelangte schließlich zum Haus Elisas, des Propheten Gottes. Doch dieser kam nicht einmal aus seinem Haus heraus, um den vornehmen Besucher zu begrüßen. Statt dessen sandte Elisa einen Diener, der zu Naaman sagte: „Du sollst siebenmal im Jordan baden, damit dein Fleisch dir zurückkehrt; und sei rein“ (2. Könige 5:10).

      3. Warum weigerte sich Naaman zunächst, das zu tun, was Jehova forderte?

      3 Hätte Naaman die Bedingung erfüllt, die Gottes Prophet gestellt hatte, wäre er von einer ekelerregenden Krankheit geheilt worden. Verlangte Jehova also zuviel von ihm? Eigentlich nicht. Doch Naaman wollte dem nicht nachkommen, was Jehova forderte. „Sind nicht der Abana und der Parpar, die Ströme von Damaskus, besser als alle Gewässer Israels?“ protestierte er. „Kann ich mich nicht darin baden und bestimmt rein werden?“ Damit ging Naaman im Grimm weg (2. Könige 5:12).

      4, 5. (a) Was war der Lohn für Naamans Gehorsam, und wie reagierte er, als er den Lohn empfing? (b) Was werden wir jetzt betrachten?

      4 Was war Naamans eigentliches Problem? Die Bedingung war an sich nicht schwer zu erfüllen. Naamans Diener sagten taktvoll: „Würdest du, wäre es eine große Sache gewesen, die der Prophet selbst zu dir geredet hätte, sie nicht tun? Wieviel mehr also, da er zu dir gesagt hat: ‚Bade dich, und sei rein.‘?“ (2. Könige 5:13). Das Problem war Naamans Einstellung. Seiner Ansicht nach war er nicht mit der Würde behandelt worden, die ihm gebührte, und das, was er tun sollte, hielt er offensichtlich für unwirksam und erniedrigend. Naaman befolgte jedoch den taktvollen Rat seiner Diener und tauchte siebenmal im Jordan unter. Stellen wir uns seine Freude vor, als ‘sein Fleisch zurückkehrte, dem Fleisch eines kleinen Knaben gleich, und er rein wurde’! Er war von Dank erfüllt. Außerdem erklärte Naaman, daß er von nun an keinen anderen Gott anbeten werde als Jehova (2. Könige 5:14-17).

      5 Die ganze Menschheitsgeschichte hindurch hat Jehova Menschen gebeten, verschiedene Anordnungen zu befolgen. Wir sind eingeladen, einige davon zu betrachten. Fragen wir uns dabei, wie wir reagiert hätten, wenn Jehova dasselbe von uns erwartet hätte. Später werden wir untersuchen, was Jehova heute von uns erwartet.

      Was Jehova in der Vergangenheit erwartete

      6. Was wurde dem ersten Menschenpaar geboten, und wie hätten wir auf diese Anweisungen reagiert?

      6 Jehova wies das erste Menschenpaar, Adam und Eva, an, Kinder großzuziehen, sich die Erde zu unterwerfen und sich die Tiere untertan zu halten. Der Mann und seine Frau waren auch mit einer geräumigen, parkähnlichen Heimstätte gesegnet (1. Mose 1:27, 28; 2:9-15). Es gab allerdings eine Einschränkung: Von einem bestimmten Baum — von einem einzigen unter den vielen fruchttragenden Bäumen im Garten Eden — durften sie nicht essen (1. Mose 2:16, 17). War das zuviel verlangt? Hätten wir uns nicht gern an solch eine Anweisung gehalten, noch dazu, wenn die Aussicht damit verknüpft gewesen wäre, für immer in vollkommener Gesundheit zu leben? Selbst wenn ein Versucher im Garten erschienen wäre, hätten wir seine Behauptungen nicht zurückgewiesen? Und würden wir nicht zustimmen, daß Jehova das Recht hat, jemandem eine einfache Einschränkung aufzuerlegen? (1. Mose 3:1-5).

      7. (a) Welche Aufgabe wurde Noah übertragen, und auf welchen Widerstand stieß er? (b) Wie betrachten wir das, was Jehova von Noah verlangte?

      7 Später richtete Jehova an Noah die Bitte, eine Arche zu bauen, die während einer globalen Sintflut zur Rettung dienen sollte. Angesichts der gewaltigen Größe der Arche war die Aufgabe keineswegs leicht, und wahrscheinlich mußte sie inmitten von Spott und Feindseligkeit ausgeführt werden. Doch welch ein Vorrecht war es für Noah, seine Hausgemeinschaft retten zu können, von den vielen Tieren gar nicht zu reden! (1. Mose 6:1-8, 14-16; Hebräer 11:7; 2. Petrus 2:5). Hätten wir fleißig gearbeitet, um diese Aufgabe auszuführen, wenn sie uns übertragen worden wäre? Oder wären wir zu dem Schluß gelangt, Jehova verlange zuviel von uns?

      8. Wozu wurde Abraham aufgefordert, und was wurde dadurch veranschaulicht, daß er der Aufforderung nachkam?

      8 Gott forderte Abraham auf, etwas äußerst Schwieriges zu tun, als er zu ihm sagte: „Nimm bitte deinen Sohn, deinen einzigen Sohn, den du so liebst, Isaak, und mache eine Reise nach dem Land Moria, und opfere ihn dort als ein Brandopfer“ (1. Mose 22:2). Da Jehova verheißen hatte, der damals noch kinderlose Isaak werde Nachkommen haben, wurde Abrahams Glaube an Gottes Fähigkeit, Isaak zum Leben zurückzubringen, auf die Probe gestellt. Als Abraham im Begriff war, Isaak zu opfern, bewahrte Gott den jungen Mann. Durch diese Begebenheit wurde veranschaulicht, daß Gott seinen eigenen Sohn für die Menschen opfern und ihn später auferwecken würde (1. Mose 17:19; 22:9-18; Johannes 3:16; Apostelgeschichte 2:23, 24, 29-32; Hebräer 11:17-19).

      9. Warum forderte Jehova nicht zuviel von Abraham?

      9 Mancher könnte denken, Jehova Gott habe von Abraham zuviel gefordert. War das jedoch der Fall? Ist es von seiten unseres Schöpfers, der die Toten auferwecken kann, tatsächlich lieblos, daß er uns bittet, ihm zu gehorchen, selbst wenn es zur Folge haben sollte, zeitweilig im Tod zu schlafen? Jesus Christus und seine ersten Nachfolger dachten nicht so. Sie waren bereit, in Verbindung mit dem Tun des Willens Gottes körperliche Mißhandlungen, ja sogar den Tod zu erleiden (Johannes 10:11, 17, 18; Apostelgeschichte 5:40-42; 21:13). Wären wir bereit, dasselbe zu tun, wenn es die Umstände erforderten? Betrachten wir, was Jehova unter anderem von denjenigen erwartete, die einwilligten, sein Volk zu sein.

      Jehovas Gesetz für Israel

      10. Wer versprach, alles zu tun, was Jehova forderte, und was gab er ihnen?

      10 Abrahams Nachkommenschaft durch seinen Sohn Isaak und seinen Enkel Jakob (oder Israel) bildete schließlich die Nation Israel. Jehova befreite die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten (1. Mose 32:28; 46:1-3; 2. Samuel 7:23, 24). Kurz darauf versprachen sie, zu tun, was immer Gott von ihnen fordern würde. Sie sagten: „Alles, was Jehova geredet hat, wollen wir tun“ (2. Mose 19:8). Im Einklang mit dem Wunsch der Israeliten, sich von Jehova leiten zu lassen, gab er der Nation mehr als 600 Gesetze, einschließlich der Zehn Gebote. Im Lauf der Zeit wurden diese Gesetze Gottes, die durch Moses gegeben worden waren, einfach als „das Gesetz“ bezeichnet (Esra 7:6; Lukas 10:25-27; Johannes 1:17).

      11. Worin bestand ein Zweck des Gesetzes, und welche Bestimmungen dienten dazu, diesen zu erfüllen?

      11 Ein Zweck des Gesetzes bestand darin, die Israeliten zu schützen, und zwar durch nützliche Bestimmungen, die zum Beispiel eine gute Geschlechtsmoral, Geschäftsangelegenheiten und die Betreuung von Kindern betrafen (2. Mose 20:14; 3. Mose 18:6-18, 22-24; 19:35, 36; 5. Mose 6:6-9). Es wurden Regeln festgelegt, wie man seine Mitmenschen und die eigenen Haustiere behandeln sollte (3. Mose 19:18; 5. Mose 22:4, 10). Erfordernisse in bezug auf jährliche Feste und das Zusammenkommen zur Anbetung trugen dazu bei, das Volk in geistiger Hinsicht zu schützen (3. Mose 23:1-43; 5. Mose 31:10-13).

      12. Was war der Hauptzweck des Gesetzes?

      12 Auf einen wichtigen Zweck des Gesetzes machte der Apostel Paulus aufmerksam, als er schrieb: „Es wurde hinzugefügt, um Übertretungen offenbar zu machen, bis der Same [Christus] gekommen wäre, dem die Verheißung gegeben worden war“ (Galater 3:19). Das Gesetz erinnerte die Israeliten daran, daß sie unvollkommen waren. Folglich benötigten sie ein vollkommenes Opfer, das ihre Sünden vollständig beseitigen konnte (Hebräer 10:1-4). Das Gesetz sollte das Volk daher darauf vorbereiten, Jesus, den Messias oder Christus, anzunehmen. Paulus schrieb: „Das GESETZ [ist] unser Erzieher geworden, der zu Christus führt, damit wir zufolge des Glaubens gerechtgesprochen werden könnten“ (Galater 3:24).

      War Jehovas Gesetz eine Last?

      13. (a) Wie betrachteten unvollkommene Menschen das Gesetz, und warum? (b) War das Gesetz tatsächlich eine Last?

      13 Obwohl das Gesetz „heilig und gerecht und gut“ war, hielten viele es für eine Last (Römer 7:12). Weil das Gesetz vollkommen war, konnten die Israeliten seinem hohen Maßstab nicht entsprechen (Psalm 19:7). Deshalb bezeichnete der Apostel Petrus es als „ein Joch ..., das weder unsere Vorväter noch wir tragen konnten“ (Apostelgeschichte 15:10). Natürlich war das Gesetz als solches keine Last, und es zu halten war zum Nutzen des Volkes.

      14. Welche Beispiele zeigen, daß das Gesetz für die Israeliten von großem Nutzen war?

      14 Unter dem Gesetz wurde zum Beispiel ein Dieb nicht eingesperrt, sondern er mußte arbeiten, um das, was er gestohlen hatte, mindestens doppelt zu erstatten. Die Opfer erlitten so weder einen Verlust, noch wurde hartarbeitenden Menschen die Bürde auferlegt, für den Strafvollzug aufzukommen (2. Mose 22:1, 3, 4, 7). Gesundheitsgefährdende Nahrungsmittel waren verboten. Schweinefleisch kann, wenn es nicht ausreichend erhitzt wird, Trichinose übertragen und Kaninchenfleisch die Tularämie (3. Mose 11:4-12). In ähnlicher Weise war das Gesetz dadurch ein Schutz, daß es die Berührung von Kadavern verbot. Wer einen Leichnam angefaßt hatte, mußte sich und seine Kleidung waschen (3. Mose 11:31-36; 4. Mose 19:11-22). Exkremente mußten vergraben werden, wodurch das Volk vor der Verbreitung von Krankheitserregern geschützt wurde, deren Existenz von Wissenschaftlern erst in den letzten Jahrhunderten nachgewiesen wurde (5. Mose 23:13).

      15. Was erwies sich für die Israeliten als eine Last?

      15 Das Gesetz forderte nicht zuviel vom Volk. Ganz anders war es dagegen bei jenen Männern, die sich als Ausleger des Gesetzes aufspielten. In bezug auf die Regeln, die sie aufstellten, heißt es in einem von James Hastings herausgegebenen Werk: „Jedes biblische Gebot war von einem Netzwerk kleinlicher Regeln umgeben. ... Man versuchte also, jeden erdenklichen Fall in die Reichweite des Gesetzes zu bringen und mit unbarmherziger Logik alle Einzelheiten im menschlichen Leben streng zu regulieren. ... Die Stimme des Gewissens wurde erstickt; die lebendige Macht des Wortes Gottes wurde aufgehoben und unter einer Vielzahl unwesentlicher Regeln erdrückt“ (A Dictionary of the Bible).

      16. Was sagte Jesus über die belastenden Regeln und Überlieferungen der geistlichen Führer?

      16 Jesus Christus verurteilte die geistlichen Führer, die eine Unmenge von Regeln festgelegt hatten, mit den Worten: „Sie binden schwere Lasten zusammen und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen“ (Matthäus 23:2, 4). Er wies darauf hin, daß ihre bedrückenden menschlichen Regeln und Überlieferungen, einschließlich umständlicher Reinigungsvorschriften, ‘das Wort Gottes ungültig machten’ (Markus 7:1-13; Matthäus 23:13, 24-26). Doch auch schon bevor Jesus auf der Erde war, vermittelten religiöse Lehrer in Israel ein falsches Bild von dem, was Jehova wirklich erwartet.

      Was Jehova tatsächlich erwartet

      17. Warum mißfielen Jehova die Brandopfer der treulosen Israeliten?

      17 Jehova sagte durch den Propheten Jesaja: „Ich habe genug gehabt der Ganzbrandopfer von Widdern und des Fettes wohlgenährter Tiere; und am Blut von jungen Stieren und männlichen Lämmern und Ziegenböcken habe ich kein Gefallen gehabt“ (Jesaja 1:10, 11). Warum mißfielen Gott Opfer, die er selbst gemäß dem Gesetz verlangt hatte? (3. Mose 1:1 bis 4:35). Weil das Volk ihn respektlos behandelte. Es wurde daher wie folgt ermahnt: „Wascht euch; reinigt euch; schafft mir die Schlechtigkeit eurer Handlungen aus den Augen; hört auf, Böses zu tun. Lernt Gutes tun; forscht nach dem Recht; weist den Bedrücker zurecht; fällt einen Rechtsspruch für den vaterlosen Knaben; führt die Rechtssache der Witwe“ (Jesaja 1:16, 17). Können wir daraus nicht ersehen, was Jehova von seinen Dienern getan haben möchte?

      18. Was forderte Jehova tatsächlich von den Israeliten?

      18 Jesus zeigte, was Gott tatsächlich wünscht. Das tat er, als man ihm die Frage stellte: „Welches ist das größte Gebot im GESETZ?“ Jesus antwortete: „ ,Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘ Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ An diesen zwei Geboten hängt das ganze GESETZ und die PROPHETEN“ (Matthäus 22:36-40; 3. Mose 19:18; 5. Mose 6:4-6). Der Prophet Moses äußerte denselben Gedanken, als er fragte: „Was fordert Jehova, dein Gott, von dir, als Jehova, deinen Gott, zu fürchten, um auf allen seinen Wegen zu wandeln und ihn zu lieben und Jehova, deinem Gott, mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele zu dienen, die Gebote Jehovas und seine Satzungen zu halten ...?“ (5. Mose 10:12, 13; 15:7, 8).

      19. Wie versuchten die Israeliten, den Eindruck zu erwecken, heilig zu sein, aber was sagte Jehova zu ihnen?

      19 Die Israeliten wollten trotz ihres Unrechttuns den Eindruck erwecken, heilig zu sein. Gemäß dem Gesetz sollte nur am jährlichen Sühnetag gefastet werden, doch sie führten es ein, öfter zu fasten (3. Mose 16:30, 31). Jehova tadelte sie jedoch und fragte: „Ist nicht dies das Fasten, das ich erwähle? Die Fesseln der Bosheit zu lösen, die Bande der Jochstange loszumachen und die Zerschlagenen frei wegzusenden und daß ihr jede Jochstange entzweibrechen solltet? Ist es nicht, dem Hungrigen dein Brot auszuteilen und daß du die Niedergedrückten, Heimatlosen in dein Haus bringen solltest? Daß du, falls du jemand nackt sehen solltest, ihn bedecken sollst und daß du dich vor deinem eigenen Fleisch nicht verbergen solltest?“ (Jesaja 58:3-7).

      20. Wofür tadelte Jesus die religiösen Heuchler?

      20 Die selbstgerechten Israeliten hatten ein ähnliches Problem wie die religiösen Heuchler, zu denen Jesus sagte: „Ihr [gebt] den Zehnten ... von der Minze und dem Dill und dem Kümmel; aber ihr habt die gewichtigeren Dinge des GESETZES außer acht gelassen, nämlich das Recht und die Barmherzigkeit und die Treue. Diese Dinge hätte man tun, die anderen Dinge jedoch nicht außer acht lassen sollen“ (Matthäus 23:23; 3. Mose 27:30). Können wir aus Jesu Worten nicht ersehen, was Jehova tatsächlich von uns getan haben möchte?

      21. Wie faßte der Prophet Micha das zusammen, was Jehova von uns erwartet und was nicht?

      21 Um klarzustellen, was Jehova von uns erwartet und was nicht, fragte Gottes Prophet Micha: „Womit soll ich vor Jehova treten? Womit soll ich mich beugen vor Gott in der Höhe? Soll ich mit Ganzbrandopfern vor ihn treten, mit einjährigen Kälbern? Wird Jehova an Tausenden von Widdern Gefallen haben, an Zehntausenden von Ölbächen? Soll ich meinen erstgeborenen Sohn für meine Auflehnung geben, die Frucht meines Leibes für die Sünde meiner Seele? Er hat dir mitgeteilt, o Erdenmensch, was gut ist. Und was fordert Jehova von dir zurück, als Recht zu üben und Güte zu lieben und bescheiden zu wandeln mit deinem Gott?“ (Micha 6:6-8).

      22. Was wollte Jehova ausdrücklich von den Menschen getan haben, die unter dem Gesetz lebten?

      22 Was erwartete Jehova also ausdrücklich von den Menschen, die unter dem Gesetz lebten? Natürlich sollten sie Jehova Gott lieben. Der Apostel Paulus sagte überdies: „Das ganze GESETZ ist in e i n e m Ausspruch erfüllt, nämlich: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‘ “ (Galater 5:14). In ähnlicher Weise schrieb Paulus den Christen in Rom: „Wer seinen Mitmenschen liebt, hat das Gesetz erfüllt. ... die Liebe [ist] die Erfüllung des Gesetzes“ (Römer 13:8-10).

      Es ist nicht zuviel

      23, 24. (a) Warum sollte es uns niemals zuviel sein, das zu tun, was Jehova von uns erwartet? (b) Was werden wir als nächstes betrachten?

      23 Sind wir nicht beeindruckt, welch ein liebevoller, rücksichtsvoller und barmherziger Gott Jehova ist? Sein einziggezeugter Sohn, Jesus Christus, kam zur Erde, um Gottes Liebe herauszustellen — um Menschen bewußtzumachen, wie kostbar sie für Jehova sind. Um Gottes Liebe zu veranschaulichen, sagte Jesus mit Bezug auf gewöhnliche Sperlinge: „Kein einziger von ihnen wird ohne eures Vaters Wissen zur Erde fallen.“ Daraus folgerte er: „Fürchtet euch nicht: Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge“ (Matthäus 10:29-31). Gewiß sollte es uns niemals zuviel sein, das zu tun, was solch ein liebevoller Gott von uns erwartet!

      24 Doch was erwartet Jehova von uns heute? Und warum denken einige anscheinend, Gott fordere zuviel? Eine Behandlung dieser Fragen sollte uns erkennen lassen, warum es ein wunderbares Vorrecht ist, alles zu tun, was Jehova von uns erwartet.

  • Was erwartet Jehova von uns heute?
    Der Wachtturm 1999 | 15. September
    • Was erwartet Jehova von uns heute?

      „Eine Stimme aus der Wolke sprach: ‚Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; hört auf ihn!‘ “ (MATTHÄUS 17:5).

      1. Wann hatte das mosaische Gesetz seinen Zweck erfüllt?

      JEHOVA gab der Nation Israel das mosaische Gesetz mit seinen vielen Einzelbestimmungen. Mit Bezug darauf schrieb der Apostel Paulus: „Sie waren rechtliche Erfordernisse, die das Fleisch betrafen, und wurden bis zu der bestimmten Zeit der Richtigstellung der Dinge auferlegt“ (Hebräer 9:10). Nachdem das Gesetz einen Überrest der Israeliten dazu veranlaßt hatte, Jesus als den Messias oder Christus anzunehmen, war sein Zweck erfüllt. Deshalb verkündete Paulus: „Christus ist das Ende des GESETZES“ (Römer 10:4; Galater 3:19-25; 4:4, 5).

      2. Wer war unter dem Gesetz, und wann wurden sie davon frei gemacht?

      2 Heißt das, daß dieses Gesetz für uns heute nicht bindend ist? Tatsächlich stand die große Mehrheit der Menschen niemals unter jenem Gesetz, wie der Psalmist erklärte: „[Jehova] tut sein Wort Jakob kund, seine Bestimmungen und seine richterlichen Entscheidungen Israel. Er hat keiner anderen Nation so getan; und was seine richterlichen Entscheidungen betrifft, sie haben sie nicht gekannt“ (Psalm 147:19, 20). Als Gott den neuen Bund auf der Grundlage des Opfers Jesu einführte, war sogar die Nation Israel nicht länger verpflichtet, sich an das Gesetz zu halten (Galater 3:13; Epheser 2:15; Kolosser 2:13, 14, 16). Wenn das Gesetz nicht mehr bindend ist, was erwartet Jehova dann von den Menschen, die ihm heute dienen möchten?

      Was Jehova erwartet

      3, 4. (a) Was erwartet Jehova im wesentlichen von uns heute? (b) Warum sollten wir Jesu Fußstapfen genau nachfolgen?

      3 Irgendwann im letzten Jahr seines Dienstes stieg Jesus in Begleitung seiner Apostel Petrus, Jakobus und Johannes auf einen hohen Berg, möglicherweise einen Ausläufer des Berges Hermon. Dort erhielten sie eine prophetische Vision, in der Jesus in überwältigender Herrlichkeit erschien, und sie hörten Gottes eigene Stimme verkünden: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; hört auf ihn!“ (Matthäus 17:1-5). Das ist im wesentlichen das, was Jehova von uns erwartet — auf seinen Sohn zu hören und seinem Beispiel und seinen Lehren zu folgen (Matthäus 16:24). Deshalb schrieb der Apostel Petrus: „Christus [hat] für euch gelitten ..., euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt“ (1. Petrus 2:21).

      4 Warum sollten wir Jesu Fußstapfen genau nachfolgen? Weil wir dadurch, daß wir Jesus nachahmen, Jehova Gott nachahmen. Jesus kannte den Vater ganz genau; er hatte Milliarden von Jahren bei ihm im Himmel verbracht, bevor er auf die Erde kam (Sprüche 8:22-31; Johannes 8:23; 17:5; Kolosser 1:15-17). Auf der Erde vertrat Jesus loyal seinen Vater. Er erklärte: „So, wie der Vater mich gelehrt hat, rede ich diese Dinge.“ Tatsächlich ahmte Jesus Jehova so genau nach, daß er sagen konnte: „Wer mich gesehen hat, hat auch den Vater gesehen“ (Johannes 8:28; 14:9).

      5. Unter welchem Gesetz stehen Christen, und wann trat dieses Gesetz in Kraft?

      5 Was ist damit verbunden, auf Jesus zu hören und ihn nachzuahmen? Bedeutet es, unter einem Gesetz zu stehen? Paulus schrieb: „Ich selbst [bin] nicht unter Gesetz.“ Er bezog sich damit auf den ‘alten Bund’, den Gesetzesbund, der mit Israel geschlossen wurde. Paulus anerkannte, daß er „unter Gesetz gegenüber Christus“ war (1. Korinther 9:20, 21; 2. Korinther 3:14). Mit dem Ende des alten Bundes, des Gesetzesbundes, trat ein ‘neuer Bund’ in Kraft zusammen mit dem „Gesetz des Christus“, dem alle Diener Jehovas heute gehorchen müssen (Lukas 22:20; Galater 6:2; Hebräer 8:7-13).

      6. Wie kann man das „Gesetz des Christus“ beschreiben, und wann befolgen wir es?

      6 Jehova hat das „Gesetz des Christus“ nicht in Form eines Gesetzbuches aufgeschrieben und es auch nicht in verschiedene Kategorien eingeteilt, wie es mit dem alten Bund, dem Gesetzesbund, geschah. Das neue Gesetz für Christi Nachfolger besteht nicht aus einer umfangreichen Liste von Geboten und Verboten. In seinem Wort ließ Jehova jedoch vier umfassende Berichte über das Leben und die Lehren seines Sohnes festhalten. Außerdem inspirierte Gott einige der ersten Nachfolger Jesu, Anweisungen in bezug auf die persönliche Lebensführung, Versammlungsangelegenheiten, das Verhalten im Familienkreis und andere Angelegenheiten niederzuschreiben (1. Korinther 6:18; 14:26-35; Epheser 5:21-33; Hebräer 10:24, 25). Wenn wir entsprechend dem Beispiel und den Lehren Jesu Christi leben sowie den Rat der inspirierten Bibelschreiber des ersten Jahrhunderts beachten, halten wir uns an das „Gesetz des Christus“. Das erwartet Jehova von seinen heutigen Dienern.

      Die Bedeutung der Liebe

      7. Wie hob Jesus während des letzten Passahs mit seinen Aposteln den Kern seines Gesetzes hervor?

      7 Die Liebe, die auch unter dem mosaischen Gesetz schon wichtig war, ist der eigentliche Kern oder das Wesentliche des Gesetzes des Christus. Jesus betonte diese Tatsache, als er 33 u. Z. mit seinen Aposteln zusammenkam, um das Passah zu feiern. Gemäß der vom Apostel Johannes aufgezeichneten Zusammenfassung der Ereignisse an jenem Abend schlossen Jesu von Herzen kommende Worte 28 Bezugnahmen auf die Liebe ein. Dadurch wurden seine Apostel nachdrücklich auf diesen wesentlichen Bestandteil oder den Geist seines Gesetzes hingewiesen. Bezeichnenderweise leitete Johannes seine Berichterstattung über die Geschehnisse an jenem bedeutsamen Abend mit den Worten ein: „Jetzt, vor dem Passahfest, da Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt hinaus zum Vater zu gehen, liebte er die Seinen, die in der Welt waren und die er geliebt hatte, bis ans Ende“ (Johannes 13:1).

      8. (a) Was läßt darauf schließen, daß die Auseinandersetzung zwischen den Aposteln länger andauerte? (b) Wie lehrte Jesus seine Apostel Demut?

      8 Jesus liebte seine Apostel, obwohl seine Mühe, ihnen zu helfen, ihr übertriebenes Streben nach Macht und Einfluß zu überwinden, ohne sichtbaren Erfolg geblieben war. Monate vor ihrer Ankunft in Jerusalem ‘diskutierten sie miteinander darüber, wer größer sei’. Und kurz bevor sie in die Stadt kamen, um das Passah zu feiern, setzte das Positionsgerangel wieder ein (Markus 9:33-37; 10:35-45). Daß dies ein andauerndes Problem war, ist an dem zu erkennen, was geschah, kurz nachdem die Apostel den Obersaal betreten hatten, um ihr letztes gemeinsames Passah zu begehen. Bei diesem Anlaß ergriff niemand die Gelegenheit, den üblichen Freundschaftsdienst zu erweisen, den anderen die Füße zu waschen. Um sie in Demut zu lehren, wusch Jesus ihnen die Füße (Johannes 13:2-15; 1. Timotheus 5:9, 10).

      9. Wie ging Jesus mit der Situation um, die im Anschluß an das letzte Passah entstand?

      9 Beachten wir jedoch, was sich trotz dieser Lektion ereignete, nachdem die Passahfeier beendet war und Jesus die Gedenkfeier an seinen bevorstehenden Tod eingesetzt hatte. Im Lukasevangelium lesen wir: „Es entstand indessen auch ein hitziger Wortstreit unter ihnen darüber, wer von ihnen der Größte zu sein scheine.“ Statt zornig auf die Apostel zu werden und sie auszuschimpfen, erteilte Jesus ihnen freundlich Rat in bezug auf die Notwendigkeit, anders zu sein als die machthungrigen Herrscher in der Welt (Lukas 22:24-27). Er legte dann etwas fest, was als Grundpfeiler des Gesetzes des Christus bezeichnet werden könnte, indem er sagte: „Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe, daß auch ihr einander liebt“ (Johannes 13:34).

      10. Welches Gebot gab Jesus seinen Jüngern, und was war damit verbunden?

      10 Später an jenem Abend führte Jesus aus, wie weit die christliche Liebe gehen sollte. Er erklärte: „Dies ist mein Gebot, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe. Niemand hat größere Liebe als die, daß einer seine Seele zugunsten seiner Freunde hingebe“ (Johannes 15:12, 13). Sagte Jesus, daß seine Nachfolger bereit sein sollten, für Mitchristen zu sterben, wenn die Situation dies erforderte? So verstand es Johannes, der ein Augenzeuge dieser Begebenheit war, denn er schrieb später: „Dadurch haben wir die Liebe kennengelernt, weil jener [Jesus Christus] seine Seele für uns hingegeben hat; und wir sind verpflichtet, unsere Seele für unsere Brüder hinzugeben“ (1. Johannes 3:16).

      11. (a) Wie erfüllen wir das Gesetz des Christus? (b) Welches Beispiel gab Jesus?

      11 Somit erfüllen wir das Gesetz des Christus nicht einfach dadurch, daß wir andere über ihn belehren. Wir müssen auch so leben und uns so verhalten wie Jesus. Es stimmt, Jesus gebrauchte in seinen Darlegungen beeindruckende, wohlüberlegte Worte. Doch er lehrte auch durch vorbildliches Verhalten. Auch wenn Jesus im Himmel ein mächtiges Geistgeschöpf gewesen war, ergriff er die Gelegenheit, den Interessen seines Vaters auf der Erde zu dienen und zu zeigen, wie wir leben sollten. Er war demütig, gütig und rücksichtsvoll und half denjenigen, die beladen und niedergedrückt waren (Matthäus 11:28-30; 20:28; Philipper 2:5-8; 1. Johannes 3:8). Und Jesus forderte seine Nachfolger auf, einander genauso zu lieben, wie er sie liebte.

      12. Warum kann gesagt werden, daß das Gesetz des Christus nichts an der Notwendigkeit ändert, Jehova zu lieben?

      12 Welchen Platz nimmt die Liebe zu Jehova — das größte Gebot des mosaischen Gesetzes — im Gesetz des Christus ein? (Matthäus 22:37, 38; Galater 6:2). Den zweiten Platz? Keinesfalls! Die Liebe zu Jehova und die Liebe zu unseren Glaubensbrüdern sind untrennbar miteinander verbunden. Man kann Jehova nicht wirklich lieben, ohne auch seinen Bruder zu lieben, denn der Apostel Johannes betonte: „Wenn jemand erklärt: ‚Ich liebe Gott‘ und doch seinen Bruder haßt, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, kann Gott nicht lieben, den er nicht gesehen hat“ (1. Johannes 4:20; vergleiche 1. Johannes 3:17, 18).

      13. Welche Wirkung hatte es, daß die Jünger das neue Gebot Jesu befolgten?

      13 Als Jesus seinen Jüngern das neue Gebot gab, einander so zu lieben, wie er sie geliebt hatte, beschrieb er auch die Wirkung, die das haben würde. Er sagte: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt“ (Johannes 13:35). Gemäß den Worten Tertullians, der mehr als hundert Jahre nach Jesu Tod lebte, hatte die brüderliche Liebe der ersten Christen genau diese Wirkung. Tertullian zitierte Nichtchristen, die über Christi Nachfolger sagten: „Seht, ... wie sie sich gegenseitig lieben ... und wie sie für einander zu sterben bereit sind.“ Wir könnten uns fragen: „Beweist die Liebe, die ich gegenüber meinen Glaubensbrüdern zeige, daß ich ein Jünger Jesu bin?“

      Wie wir unsere Liebe unter Beweis stellen

      14, 15. Was könnte es erschweren, das Gesetz des Christus zu befolgen, doch was kann uns helfen?

      14 Für Jehovas Diener ist es unerläßlich, christliche Liebe zu offenbaren. Fällt es uns jedoch schwer, Mitchristen mit selbstsüchtigen Charakterzügen zu lieben? Nun, wie wir gesehen haben, stritten sich selbst die Apostel und versuchten, ihre eigenen Interessen zu fördern (Matthäus 20:20-24). Auch unter den Galatern gab es Auseinandersetzungen. Nachdem Paulus ausgeführt hatte, daß die Nächstenliebe die Erfüllung des Gesetzes sei, sagte er warnend zu ihnen: „Wenn ihr jedoch einander fortgesetzt beißt und verschlingt, so seht euch vor, daß ihr nicht voneinander vertilgt werdet.“ Dann stellte er die Werke des Fleisches der Frucht des Geistes Gottes gegenüber und fügte die Ermahnung an: „Laßt uns nicht ichsüchtig werden, indem wir miteinander wetteifern und einander beneiden.“ Anschließend gab der Apostel den eindringlichen Rat: „Fahrt fort, einander die Bürden zu tragen, und so erfüllt das Gesetz des Christus“ (Galater 5:14 bis 6:2).

      15 Erwartet Jehova zuviel von uns, wenn er Gehorsam gegenüber dem Gesetz des Christus verlangt? Obwohl es nicht leicht sein mag, gegenüber jemand freundlich zu sein, der uns angefaucht und abgekanzelt hat, sind wir verpflichtet, ‘Nachahmer Gottes als geliebte Kinder zu werden und weiterhin in der Liebe zu wandeln’ (Epheser 5:1, 2). Wir dürfen nie das Beispiel Gottes außer acht lassen, der „seine eigene Liebe zu uns dadurch [empfiehlt], daß Christus für uns starb, während wir noch Sünder waren“ (Römer 5:8). Wenn wir die Initiative ergreifen und anderen helfen — einschließlich derjenigen, die uns unfreundlich behandeln —, können wir die befriedigende Gewißheit haben, daß wir Gott nachahmen und das Gesetz des Christus befolgen.

      16. Wodurch beweisen wir unsere Liebe zu Gott und zu Christus?

      16 Bedenken wir, daß wir unsere Liebe nicht nur durch das beweisen, was wir sagen, sondern auch durch das, was wir tun. Selbst Jesus fiel es einmal schwer, einen Aspekt des Willens Gottes hinzunehmen, angesichts all dessen, was damit verbunden war. „Vater, wenn du willst, entferne diesen Becher von mir“, betete er. Aber er fügte sofort hinzu: „Doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe“ (Lukas 22:42). Trotz all dem, was Jesus ertragen mußte, tat er Gottes Willen (Hebräer 5:7, 8). Gehorsam ist ein Beweis unserer Liebe und zeigt, daß wir Gottes Weg als den besten Weg anerkennen. In der Bibel heißt es: „Darin besteht die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten“ (1. Johannes 5:3). Und Jesus sagte zu seinen Aposteln: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten“ (Johannes 14:15).

      17. Welches spezielle Gebot gab Jesus seinen Nachfolgern, und woher wissen wir, daß es für uns heute gilt?

      17 Welches spezielle Gebot außer dem Gebot, einander zu lieben, gab Christus seinen Nachfolgern noch? Er gebot ihnen, das Predigtwerk durchzuführen, für das er sie geschult hatte. Petrus sagte: „Er [befahl] uns, dem Volk zu predigen und ein gründliches Zeugnis ... abzulegen“ (Apostelgeschichte 10:42). Jesus hatte ausdrücklich geboten: „Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe“ (Matthäus 28:19, 20; Apostelgeschichte 1:8). Wie Jesus zeigte, sollten diese Anweisungen auch für seine Nachfolger heute, in der „Zeit des Endes“, gelten, denn er sagte: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Daniel 12:4; Matthäus 24:14). Natürlich ist es Gottes Wille, daß wir predigen. Doch einige denken womöglich, Gott fordere zuviel von uns, wenn er von uns verlangt, dieses Werk durchzuführen. Ist das aber tatsächlich der Fall?

      Warum es schwierig erscheinen mag

      18. Woran sollten wir denken, wenn wir leiden, weil wir den Forderungen Jehovas nachkommen?

      18 Wie wir gesehen haben, hat Jehova zu allen Zeiten von Menschen erwartet, verschiedene Bedingungen einzuhalten. Und so unterschiedlich wie das, was von ihnen erwartet wurde, waren auch die Prüfungen, die sie durchmachten. Gottes geliebter Sohn erduldete die schwersten Prüfungen und wurde schließlich auf grausamste Art und Weise getötet, weil er das tat, was Gott von ihm erwartete. Wenn wir leiden, weil wir den Forderungen Jehovas nachkommen, sollten wir daran denken, daß nicht er für unsere Prüfungen verantwortlich ist (Johannes 15:18-20; Jakobus 1:13-15). Die Rebellion Satans führte zu Sünde, Leid und Tod, und er hat die Verhältnisse herbeigeführt, die es häufig sehr erschweren, das zu tun, was Jehova von seinen Dienern erwartet (Hiob 1:6-19; 2:1-8).

      19. Warum ist es ein Vorrecht, das zu tun, worum Gott uns durch seinen Sohn gebeten hat?

      19 Durch seinen Sohn hat Jehova eine Anweisung ergehen lassen, wonach seine Diener in der gegenwärtigen Zeit des Endes weltweit verkündigen sollen, daß die Königreichsherrschaft das einzige Heilmittel für alle Leiden der Menschen ist. Diese Regierung Gottes wird alle Probleme auf der Erde beseitigen — Krieg, Verbrechen, Armut, Alter, Krankheit und Tod. Das Königreich wird auch ein herrliches irdisches Paradies herbeiführen, und sogar die Toten werden dann auferweckt werden (Matthäus 6:9, 10; Lukas 23:43; Apostelgeschichte 24:15; Offenbarung 21:3, 4). Welch ein Vorrecht ist es doch, die gute Botschaft von solchen Dingen zu verbreiten! Bei dem, was Jehova von uns getan haben möchte, gibt es offensichtlich kein Problem. Wir stoßen zwar auf Widerstand, aber dafür sind Satan, der Teufel, und seine Welt verantwortlich.

      20. Wodurch sind wir jeder vom Teufel kommenden Herausforderung gewachsen?

      20 Wodurch sind wir jeder von Satan kommenden Herausforderung gewachsen? Dadurch, daß wir folgende Worte im Sinn behalten: „Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, damit ich dem, der mich höhnt, eine Antwort geben kann“ (Sprüche 27:11). Jesus lieferte Jehova eine Antwort auf Satans Höhnen, indem er sein behütetes Leben im Himmel aufgab, um den Willen seines Vaters auf der Erde zu tun (Jesaja 53:12; Hebräer 10:7). Als Mensch erduldete Jesus alle Prüfungen, die über ihn kamen, sogar den Tod an einem Marterpfahl. Wenn wir ihm als unserem Vorbild nachfolgen, können auch wir Leiden ertragen und das tun, was Jehova von uns erwartet (Hebräer 12:1-3).

      21. Wie denken wir über die Liebe, die Jehova und sein Sohn gezeigt haben?

      21 Welch eine Liebe Gott und sein Sohn uns gegenüber gezeigt haben! Auf Grund des Opfers Jesu haben gehorsame Menschen die Aussicht, für immer im Paradies zu leben. Lassen wir daher nicht zu, daß unsere Hoffnung durch irgend etwas geschwächt wird. Statt dessen wollen wir uns persönlich bewußtmachen, was Jesus ermöglicht hat, so wie es Paulus tat, der vom „Sohn Gottes“ als demjenigen sprach, „der mich geliebt und sich selbst für mich dahingegeben hat“ (Galater 2:20). Und unserem liebevollen Gott, Jehova, gegenüber, der niemals zuviel von uns erwartet, wollen wir von Herzen kommende Dankbarkeit zeigen.

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