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  • Jehova — ein Gott, der belehrt
    Der Wachtturm 1995 | 1. August
    • Jehova — ein Gott, der belehrt

      „Sie werden alle von Jehova belehrt sein“ (JOHANNES 6:45).

      1. Was tat Jesus in Kapernaum?

      NACHDEM Jesus Christus einige Wunder gewirkt hatte, lehrte er in einer Synagoge in Kapernaum nahe dem Galiläischen Meer (Johannes 6:1-21, 59). Viele wollten ihm nicht glauben, als er erklärte: „Ich bin vom Himmel herabgekommen.“ Murrend sagten sie: „Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kommt es, daß er nun sagt: ‚Ich bin vom Himmel herabgekommen.‘?“ (Johannes 6:38, 42). Jesus wies sie durch die Aussage zurecht: „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, der Vater, der mich gesandt hat, ziehe ihn; und ich will ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen“ (Johannes 6:44).

      2. Auf welcher Grundlage beruht der Glaube an Jesu Verheißung einer Auferstehung?

      2 Welch eine wunderbare Verheißung — am letzten Tag, wenn Gottes Königreich herrscht, wird es eine Auferstehung geben! Wir können dieser Verheißung Glauben schenken, weil der Vater, Jehova Gott, die Garantie dafür gegeben hat (Hiob 14:13-15; Jesaja 26:19). Ja, Jehova, der lehrt, daß die Toten auferstehen werden, ist „der beste Lehrer, den wir kennen“ (Hiob 36:22, Die Gute Nachricht). Jesus lenkte als nächstes die Aufmerksamkeit auf die Belehrung durch den Vater, indem er sagte: „Es steht in den PROPHETEN geschrieben: ‚Und sie werden alle von Jehova belehrt sein‘“ (Johannes 6:45).

      3. Mit welchen Fragen werden wir uns beschäftigen?

      3 Es wäre gewiß ein Vorrecht, zu denjenigen zu gehören, von denen der Prophet Jesaja schrieb: „Alle deine Söhne werden von Jehova Belehrte sein“ (Jesaja 54:13). Können wir es sein? Wen betrachtet Jehova als seine Söhne, die er belehrt? Welche wichtigen Lehren Jehovas müssen wir kennen und beachten, um von ihm gesegnet zu werden? Wie hat Jehova in der Vergangenheit gelehrt, und tut er es heute genauso? Mit diesen Fragen werden wir uns beschäftigen.

      Vater, Lehrer, Ehemann

      4. Welche Söhne Jehovas wurden als erste belehrt?

      4 Jehova wurde gleichzeitig Vater und Lehrer, als er seinen einziggezeugten Sohn, den vormenschlichen Jesus Christus, erschuf. Dieser wird „das WORT“ genannt, weil er Jehovas Hauptwortführer ist (Johannes 1:1, 14; 3:16). Das WORT diente neben dem Vater als „Werkmeister“, und es lernte wirklich viel von seinem Vater (Sprüche 8:22, 30). Es wurde tatsächlich das Mittel oder Werkzeug, durch das der Vater alle anderen Dinge erschuf, einschließlich der „[Geist-]Söhne Gottes“. Wie sie sich gefreut haben müssen, von Gott belehrt zu werden! (Hiob 1:6; 2:1; 38:7; Kolosser 1:15-17). Später wurde Adam, der erste Mensch, erschaffen. Auch er war ein „Sohn Gottes“, und wie die Bibel zeigt, wurde er von Gott unterwiesen (Lukas 3:38; 1. Mose 2:7, 16, 17).

      5. Welches kostbare Vorrecht verlor Adam, aber wen belehrte Jehova dennoch, und warum?

      5 Leider verlor Adam durch seinen bewußten Ungehorsam das Vorrecht, weiterhin ein Sohn Gottes zu sein. Daher konnten seine Nachkommen nicht einfach auf der Grundlage ihrer Geburt das Verhältnis beanspruchen, Söhne Gottes zu sein. Jehova belehrte jedoch unvollkommene Menschen, die zu ihm um Leitung aufblickten. Noah beispielsweise erwies sich als ein „gerechter Mann“, der „mit dem wahren Gott“ wandelte, und deshalb wurde er von Jehova unterwiesen (1. Mose 6:9, 13 bis 7:5). Abraham bewies durch seinen Gehorsam, daß er ein „Freund Jehovas“ war, und daher wurde auch er von Jehova belehrt (Jakobus 2:23; 1. Mose 12:1-4; 15:1-8; 22:1, 2).

      6. Wen betrachtete Jehova als seinen „Sohn“, und was für ein Lehrer war Jehova?

      6 Viel später, in Moses’ Tagen, ging Jehova ein Bundesverhältnis mit der Nation Israel ein. Infolgedessen wurde die Nation sein auserwähltes Volk; es wurde als sein „Sohn“ betrachtet. Gott sagte: „Israel ist mein Sohn“ (2. Mose 4:22, 23; 19:3-6; 5. Mose 14:1, 2). Auf Grund dieses Bundesverhältnisses konnten die Israeliten das sagen, was der Prophet Jesaja aufzeichnete: „Du, o Jehova, [bist] unser Vater“ (Jesaja 63:16). Jehova nahm sich seiner Vaterpflichten an und belehrte liebevoll seine Kinder, die Israeliten (Psalm 71:17; Jesaja 48:17, 18). Selbst als sie untreu wurden, bat er sie in seiner Barmherzigkeit: „Kehrt zurück, o ihr abtrünnigen Söhne“ (Jeremia 3:14).

      7. Was für ein Verhältnis hatte Israel zu Jehova?

      7 Da Jehova mit Israel in einem Bundesverhältnis stand, wurde er sinnbildlich auch der Ehemann der Nation, und sie wurde seine sinnbildliche Frau. Sie betreffend schrieb der Prophet Jesaja: „Dein großer Erschaffer ist dein ehelicher Besitzer, Jehova der Heerscharen ist sein Name“ (Jesaja 54:5; Jeremia 31:32). Während Jehova seiner Rolle als Ehemann ehrenhaft nachkam, entwickelte sich die Nation Israel zu einer untreuen Ehefrau. „Wie eine Ehefrau treulos von ihrem Gefährten weggegangen ist, so habt ihr, o Haus Israel, treulos an mir gehandelt“, sagte Jehova (Jeremia 3:20). Er wandte sich jedoch weiterhin bittend an die Söhne seiner untreuen Ehefrau; er blieb ihr „Großer Unterweiser“ (Jesaja 30:20; 2. Chronika 36:15).

      8. Welche gegenbildliche symbolische Ehefrau hat Jehova heute, obwohl er Israel als Nation verworfen hat?

      8 Gott verwarf Israel schließlich, als es Jesus Christus, seinen Sohn, ablehnte und tötete. Die jüdische Nation war nicht mehr seine sinnbildliche Ehefrau, ebensowenig war er der Vater und Lehrer ihrer widerspenstigen Söhne (Matthäus 23:37, 38). Israels Rolle als Ehefrau diente allerdings nur als Vorbild oder als Beispiel. Der Apostel Paulus zitierte aus Jesaja 54:1, wo von einer „Unfruchtbaren“ die Rede ist, die sich völlig von der „Frau mit einem ehelichen Besitzer“, der Nation des natürlichen Israel, unterscheidet. Paulus offenbarte, daß die gesalbten Christen Kinder der „Unfruchtbaren“ sind, die er als das „Jerusalem droben“ bezeichnete. Diese gegenbildliche symbolische Frau besteht aus Gottes himmlischer Organisation, den Geistgeschöpfen (Galater 4:26, 27).

      9. (a) Wen meinte Jesus, als er davon sprach, daß ‘deine Söhne von Jehova Belehrte sein werden’? (b) Auf welcher Grundlage wird man ein geistiger Sohn Gottes?

      9 Als Jesus in der Synagoge von Kapernaum die Prophezeiung Jesajas zitierte: „Alle deine Söhne werden von Jehova Belehrte sein“, sprach er von denjenigen, die „Söhne“ des „Jerusalem droben“ — der mit einer Frau vergleichbaren Organisation Gottes — werden würden. Die jüdischen Zuhörer hätten durch die Annahme der Lehren Jesu Christi, des aus dem Himmel stammenden Vertreters Gottes, Kinder der zuvor unfruchtbaren himmlischen Frau Gottes werden und „eine heilige Nation“, das geistige „Israel Gottes“, bilden können (1. Petrus 2:9, 10; Galater 6:16). Der Apostel Johannes beschrieb die durch Jesus ermöglichte großartige Gelegenheit, geistige Söhne Gottes zu werden, mit folgenden Worten: „Er kam in sein eigenes Heim, aber sein eigenes Volk nahm ihn nicht auf. So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Befugnis, Kinder Gottes zu werden, weil sie Glauben an seinen Namen ausübten“ (Johannes 1:11, 12).

      Wichtige Lehren Jehovas

      10. Was lehrte Jehova unmittelbar nach der Rebellion in Eden mit Bezug auf den „Samen“, und wer erwies sich als dieser Same?

      10 Da Jehova ein liebevoller Vater ist, unterrichtet er seine Kinder von seinen Vorsätzen. Als daher ein rebellischer Engel das erste Menschenpaar zum Ungehorsam verleitete, gab Jehova sofort Aufschluß darüber, was er tun würde, um seinen Vorsatz, die Erde zu einem Paradies zu machen, zu verwirklichen. Er sagte, daß er zwischen der „Urschlange“, Satan, dem Teufel, und „der Frau“ Feindschaft setzen würde. Weiter erklärte er, daß der „Same“ der Frau den „Kopf“ Satans zermalmen, das heißt ihn töten würde (1. Mose 3:1-6, 15; Offenbarung 12:9; 20:9, 10). Wie wir gesehen haben, ist die Frau — die später als das „Jerusalem droben“ bezeichnet wurde — Gottes himmlische Organisation, bestehend aus Geistgeschöpfen. Doch wer ist ihr „Same“? Es ist Gottes Sohn, Jesus Christus, der vom Himmel gesandt wurde und der Satan schließlich vernichten wird (Galater 4:4; Hebräer 2:14; 1. Johannes 3:8).

      11, 12. Wie erweiterte Jehova seine wichtige Lehre vom „Samen“?

      11 Jehova erweiterte diese wichtige Lehre vom „Samen“, als er Abraham verhieß: „[Ich werde] deinen Samen bestimmt mehren ... wie die Sterne der Himmel ... Und durch deinen Samen werden sich bestimmt alle Nationen der Erde [segnen]“ (1. Mose 22:17, 18). Durch den Apostel Paulus ließ Jehova erklären, daß Jesus Christus zwar der verheißene Same Abrahams ist, daß aber auch noch andere ein Teil des „Samens“ werden würden. „Wenn ihr Christus angehört“, schrieb Paulus, „seid ihr wirklich Abrahams Same, Erben hinsichtlich einer Verheißung“ (Galater 3:16, 29).

      12 Außerdem offenbarte Jehova, daß Christus, der Same, aus der königlichen Abstammungslinie Judas kommen und daß ihm „der Gehorsam der Völker“ gehören würde (1. Mose 49:10). Mit Bezug auf König David, der aus dem Stamm Juda war, verhieß Jehova: „Ich werde seinen Samen gewiß für immer einsetzen und seinen Thron gleich den Tagen des Himmels. Sein Same, er wird sogar auf unabsehbare Zeit bestehen und sein Thron wie die Sonne vor mir“ (Psalm 89:3, 4, 29, 36). Als der Engel Gabriel die Geburt Jesu ankündigte, erklärte er, daß es sich bei dem Kind um den von Gott ernannten Herrscher, den Samen Davids, handeln würde. „Dieser wird groß sein und wird Sohn des Höchsten genannt werden“, sagte Gabriel, „und Jehova Gott wird ihm den Thron Davids, seines Vaters, geben, ... und sein Königreich wird kein Ende haben“ (Lukas 1:32, 33; Jesaja 9:6, 7; Daniel 7:13, 14).

      13. Wie müssen wir zu den Lehren Jehovas eingestellt sein, damit wir von ihm gesegnet werden können?

      13 Damit wir den Segen Jehovas erhalten können, müssen wir die wichtige Lehre von Gottes Königreich kennen und entsprechend handeln. Wir müssen glauben, daß Jesus aus dem Himmel herabgekommen ist, daß er Gottes ernannter König ist — der königliche Same, der die Umgestaltung der Erde zu einem Paradies beaufsichtigen wird — und daß er die Toten auferwecken wird (Lukas 23:42, 43; Johannes 18:33-37). Als Jesus in Kapernaum über die Auferstehung der Toten sprach, hätte den Juden klar sein müssen, daß er die Wahrheit sagte. Schließlich hatte er nur wenige Wochen zuvor, möglicherweise sogar dort in Kapernaum, die 12jährige Tochter eines Synagogenvorstehers auferweckt (Lukas 8:49-56). Gewiß haben auch wir allen Grund, der vielversprechenden Lehre Jehovas von seinem Königreich zu glauben und entsprechend zu handeln.

      14, 15. (a) Welche Bedeutung mißt Jesus dem Königreich Jehovas bei? (b) Was müssen wir in Verbindung mit Jehovas Königreich verstehen und anderen erklären können?

      14 Jesus verwandte sein irdisches Leben darauf, andere über Jehovas Königreich zu belehren. Er machte es zum Thema seines Dienstes, und er wies seine Nachfolger sogar an, um das Kommen des Königreiches zu beten (Matthäus 6:9, 10; Lukas 4:43). Eigentlich sollten natürliche Juden „Söhne des Königreiches“ werden, doch wegen ihres Unglaubens blieb den meisten dieses Vorrecht verwehrt (Matthäus 8:12; 21:43). Wie Jesus offenbarte, haben nur die Glieder einer „kleinen Herde“ das Vorrecht, „Söhne des Königreiches“ zu werden. Diese „Söhne“ werden „Miterben mit Christus“ in seinem himmlischen Königreich sein (Lukas 12:32; Matthäus 13:38; Römer 8:14-17; Jakobus 2:5).

      15 Wie viele Königreichserben wird Jesus in den Himmel aufnehmen, damit sie mit ihm über die Erde regieren? Gemäß der Bibel sind es nur 144 000 (Johannes 14:2, 3; 2. Timotheus 2:12; Offenbarung 5:10; 14:1-3; 20:4). Jesus sagte aber, daß er auch „andere Schafe“ hat, die irdische Untertanen dieser Königreichsregierung sein werden. Sie werden sich auf einer paradiesischen Erde vollkommener Gesundheit und ewigen Friedens erfreuen (Johannes 10:16; Psalm 37:29; Offenbarung 21:3, 4). Wir müssen die Lehre Jehovas vom Königreich verstehen und anderen erklären können.

      16. Welche wichtige Lehre Jehovas müssen wir kennen und in die Tat umsetzen?

      16 Der Apostel Paulus machte auf eine weitere wichtige Lehre Jehovas aufmerksam. Er sagte: „Ihr selbst seid von Gott gelehrt, einander zu lieben“ (1. Thessalonicher 4:9). Wir müssen eine solche Liebe zeigen, wenn wir Gott gefallen möchten. „Gott [ist] Liebe“, heißt es in der Bibel, und wir müssen sein Beispiel im Erweisen von Liebe nachahmen (1. Johannes 4:8; Epheser 5:1, 2). Doch die meisten Menschen lernen es beklagenswerterweise nie, ihre Mitmenschen so zu lieben, wie Gott uns lehrt. Wie steht es mit uns? Setzen wir diese Lehre Jehovas in die Tat um?

      17. Wessen Einstellung sollten wir nachahmen?

      17 Es ist wichtig, daß wir alle Lehren Jehovas annehmen. Wir sollten genauso eingestellt sein wie der Psalmist, der schrieb: „Deine eigenen Wege, o Jehova, laß mich erkennen; deine eigenen Pfade lehre mich. Laß mich in deiner Wahrheit wandeln, und lehre mich.“ „Lehre mich deine Bestimmungen. Lehre mich Gutes, Vernünftigkeit und Erkenntnis selbst, ... deine richterlichen Entscheidungen lehre mich“ (Psalm 25:4, 5; 119:12, 66, 108). Wenn wir genauso empfinden wie der Psalmist, können wir zu der großen Menge Menschen gehören, die von Jehova belehrt werden.

      Die große Volksmenge der Belehrten

      18. Was sollte gemäß der Voraussage des Propheten Jesaja in unserer Zeit geschehen?

      18 Der Prophet Jesaja sagte etwas voraus, was in unserer Zeit eintreten sollte: „Es soll geschehen im Schlußteil der Tage, daß der Berg des Hauses Jehovas fest gegründet werden wird über dem Gipfel der Berge ... Und viele Völker werden bestimmt hingehen und sagen: ‚Kommt, und laßt uns zum Berg Jehovas hinaufziehen, zum Haus des Gottes Jakobs; und er wird uns über seine Wege unterweisen‘“ (Jesaja 2:2, 3; Micha 4:2). Wer sind die von Jehova Belehrten?

      19. Wer gehört heute zu den von Jehova Belehrten?

      19 Zu ihnen gehören nicht nur diejenigen, die mit Christus im Himmel regieren werden, sondern auch andere. Wie bereits erwähnt, sagte Jesus, daß er außer der „kleinen Herde“ der Königreichserben noch „andere Schafe“ hat — irdische Untertanen des Königreiches (Johannes 10:16; Lukas 12:32). Die „große Volksmenge“, die die „große Drangsal“ überlebt, besteht aus der Klasse der anderen Schafe, die auf der Grundlage des Glaubens an das vergossene Blut Jesu die Anerkennung Jehovas erlangt hat (Offenbarung 7:9, 14). Die anderen Schafe gehören zwar nicht direkt zu den „Söhnen“, von denen in Jesaja 54:13 die Rede ist, aber sie werden dadurch gesegnet, daß sie von Jehova belehrt werden. Daher sprechen sie Gott richtigerweise als „Vater“ an, denn durch den „Ewigvater“, Jesus Christus, wird er sozusagen ihr Großvater sein (Matthäus 6:9; Jesaja 9:6).

      Wie Jehova lehrt

      20. Auf welche Weise lehrt Jehova?

      20 Jehova lehrt auf vielfältige Weise. Er tut es zum Beispiel durch seine Schöpfungswerke; diese bezeugen sowohl seine Existenz als auch seine große Weisheit (Hiob 12:7-9; Psalm 19:1, 2; Römer 1:20). Er lehrt außerdem durch direkte Kommunikation, wie er es bei der Unterweisung des vormenschlichen Jesus tat. Und es wird von drei Gelegenheiten berichtet, wo er direkt vom Himmel zu Menschen auf der Erde sprach (Matthäus 3:17; 17:5; Johannes 12:28).

      21. Durch welchen Engel ließ sich Jehova in erster Linie vertreten, und woher wissen wir, daß er sich auch anderer Engel bediente?

      21 Jehova läßt sich beim Lehren außerdem von Engeln sowie von seinem erstgeborenen Sohn, dem „WORT“, vertreten (Johannes 1:1-3). Im Garten Eden hätte Jehova zwar direkt mit Adam, seinem vollkommenen menschlichen Sohn, sprechen können, aber wahrscheinlich gebrauchte er den vormenschlichen Jesus als Sprecher (1. Mose 2:16, 17). Dieser war möglicherweise auch „der Engel des wahren Gottes ..., der vor dem Lager Israels herzog“ und auf den sich folgendes Gebot Jehovas bezog: „Gehorche seiner Stimme“ (2. Mose 14:19; 23:20, 21). Der vormenschliche Jesus war zweifellos auch der „Fürst des Heeres Jehovas“, der Josua erschien und ihn stärkte (Josua 5:14, 15). Jehova bediente sich auch anderer Engel, um seine Belehrung zu vermitteln — man denke nur einmal an diejenigen, die er gebrauchte, als er Moses das Gesetz übermittelte (2. Mose 20:1; Galater 3:19; Hebräer 2:2, 3).

      22. (a) Wen gebrauchte Jehova auf der Erde zum Lehren? (b) Wodurch belehrt Jehova die Menschen heute hauptsächlich?

      22 Des weiteren bedient sich Jehova Gott menschlicher Vertreter, um andere zu belehren. In Israel sollten die Eltern ihre Kinder belehren, und Propheten, Priester, Fürsten und Leviten lehrten die Nation das Gesetz Jehovas (5. Mose 11:18-21; 1. Samuel 12:20-25; 2. Chronika 17:7-9). Jesus war Gottes Hauptwortführer auf der Erde (Hebräer 1:1, 2). Wie Jesus des öfteren sagte, hatte er das, was er lehrte, genauso vom Vater gelernt; deshalb wurden seine Zuhörer sozusagen von Jehova belehrt (Johannes 7:16; 8:28; 12:49; 14:9, 10). Jehova ließ seine Äußerungen aufzeichnen, und in unseren Tagen belehrt er Menschen hauptsächlich durch diese inspirierten Schriften (Römer 15:4; 2. Timotheus 3:16).

      23. Um welche Fragen geht es im nächsten Artikel?

      23 Wir leben in einer bedeutsamen Zeit, da in der Bibel verheißen wird, daß ‘im Schlußteil der Tage [die Zeit, in der wir leben] viele Menschen über die Wege Jehovas unterwiesen werden’ (Jesaja 2:2, 3). Wie wird für diese Unterweisung gesorgt? Was müssen wir tun, um aus dem großartigen Lehrprogramm Jehovas, das heute im Gange ist, Nutzen zu ziehen? Um diese Fragen geht es im nächsten Artikel.

  • Bis auf den heutigen Tag von Jehova belehrt
    Der Wachtturm 1995 | 1. August
    • Bis auf den heutigen Tag von Jehova belehrt

      „Jehova selbst hat mir die Zunge der Belehrten gegeben“ (JESAJA 50:4).

      1, 2. (a) Worauf bereitete Jehova seinen Lieblingsschüler vor, und mit welchem Ergebnis? (b) Was sagte Jesus über den Ursprung seiner Lehren?

      JEHOVA GOTT ist ein Lehrer, seit er Vater ist. Einige Zeit nachdem manche seiner Kinder rebelliert hatten, bereitete er seinen Lieblingsschüler, seinen erstgeborenen Sohn, für den Dienst auf der Erde vor (Sprüche 8:30). In Jesaja, Kapitel 50 wird dieser Schüler prophetisch vorgestellt, wenn es dort heißt: „Der Souveräne Herr Jehova selbst hat mir die Zunge der Belehrten gegeben, damit ich dem Müden mit einem Wort zu antworten weiß“ (Jesaja 50:4). Da Jesus auf der Erde das anwandte, was ihn sein Vater gelehrt hatte, war er für alle, die ‘müde und beladen waren’, ein Quell der Erfrischung (Matthäus 11:28-30).

      2 Jesus vollbrachte im ersten Jahrhundert viele Machttaten. Er öffnete Blinden die Augen und weckte sogar Tote auf; trotzdem war er bei seinen Zeitgenossen hauptsächlich als Lehrer bekannt. Sowohl seine Nachfolger als auch seine Gegner nannten ihn so (Matthäus 8:19; 9:11; 12:38; 19:16; Johannes 3:2). Jesus nahm nie die Ehre für das in Anspruch, was er lehrte; statt dessen gab er demütig zu: „Was ich lehre, ist nicht mein, sondern gehört dem, der mich gesandt hat.“ „So, wie der Vater mich gelehrt hat, rede ich diese Dinge“ (Johannes 7:16; 8:28; 12:49).

      Ein ideales Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler

      3. Inwiefern offenbart die Prophezeiung Jesajas das Interesse Jehovas an den von ihm Belehrten?

      3 Ein befähigter Lehrer ist persönlich, ernsthaft und liebevoll an seinen Schülern interessiert. Wie aus Jesaja, Kapitel 50 hervorgeht, hat Jehova Gott diese Art von Interesse an denjenigen, die er belehrt. „Er weckt Morgen für Morgen, er weckt mir das Ohr, damit ich höre wie die Belehrten“, heißt es in der Prophezeiung (Jesaja 50:4). Diese Aussage erinnert an einen Unterweiser, der seine Schüler frühmorgens weckt, um sie zu belehren. Ein Bibelgelehrter sagte über die Anwendung der Prophezeiung: „Die Vorstellung ist, daß der Loskäufer jemand sein würde, der sozusagen bei Gott in die Schule ging und der geeignet wäre, andere zu unterweisen. ... Der Messias sollte auf Grund der göttlichen Belehrung hervorragend als Unterweiser der Menschen geeignet sein.“

      4. Wie reagierte Jesus auf die Belehrung seines Vaters?

      4 Im Idealfall sind die Schüler für die Belehrung ihres Unterweisers empfänglich. Wie reagierte Jesus auf die Belehrung seines Vaters? Seine Reaktion stimmte mit dem überein, was wir in Jesaja 50:5 lesen: „Der Souveräne Herr Jehova selbst hat mein Ohr geöffnet, und ich meinerseits war nicht rebellisch. Ich wandte mich nicht in die entgegengesetzte Richtung.“ Ja, Jesus war begierig, etwas zu lernen. Er war, wie man sagt, ganz Ohr. Außerdem war er bereit, alles zu tun, worum ihn sein Vater bat. Er war nicht rebellisch; statt dessen sagte er: „Nicht mein Wille, sondern der deine geschehe“ (Lukas 22:42).

      5. (a) Was zeigt, daß Jesus im voraus von den Leiden wußte, die ihm auf der Erde widerfahren sollten? (b) Wie erfüllte sich die Prophezeiung aus Jesaja 50:6?

      5 Die Prophezeiung läßt erkennen, daß der Sohn darüber unterrichtet war, welche Folgen es für ihn haben würde, den Willen Gottes zu tun. Das ist aus folgender Aussage des Belehrten zu ersehen: „Meinen Rücken bot ich den Schlagenden und meine Wangen denen, die das Haar ausraufen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Demütigungen und Speichel“ (Jesaja 50:6). Genau wie prophezeit, wurde Jesus auf der Erde brutal behandelt. „Sie [spien] ihm ins Gesicht“, schrieb der Apostel Matthäus. „Andere gaben ihm Backenstreiche“ (Matthäus 26:67). Das widerfuhr Jesus in der Passahnacht des Jahres 33 u. Z. von seiten der geistlichen Führer. Am folgenden Tag bot er seinen Rücken den Schlagenden, als ihn die römischen Soldaten unbarmherzig auspeitschten, bevor sie ihn an den Stamm hängten, an dem er dann starb (Johannes 19:1-3, 16-23).

      6. Was zeigt, daß Jesus nie das Vertrauen zu seinem Lehrer verlor, und wie wurde sein Vertrauen belohnt?

      6 Der Sohn, der im voraus gut geschult worden war, verlor nie das Vertrauen zu seinem Lehrer. Das läßt das erkennen, was er gemäß der Prophezeiung als nächstes sagte: „Der Souveräne Herr Jehova aber wird mir helfen. Darum werde ich mich nicht gedemütigt zu fühlen brauchen“ (Jesaja 50:7). Jesu Vertrauen auf die Hilfe seines Lehrers wurde reich belohnt. Sein Vater erhöhte ihn, indem er ihn mit einer Stellung segnete, die höher ist als die aller anderen Diener Gottes (Philipper 2:5-11). Auch auf uns warten großartige Segnungen, wenn wir gehorsam an der Belehrung Jehovas festhalten und uns nicht „in die entgegengesetzte Richtung“ wenden. Beschäftigen wir uns jetzt einmal damit, wie bis in unsere Zeit für Belehrung gesorgt worden ist.

      Ein umfangreiches Lehrprogramm

      7. Durch wen setzte Jehova seine Belehrung auf der Erde fort?

      7 Wie bereits erwähnt, gebrauchte Jehova im ersten Jahrhundert seinen irdischen Vertreter, Jesus Christus, um die göttliche Belehrung weiterzugeben (Johannes 16:27, 28). Jesus wies unentwegt auf Gottes Wort als Autorität für sein Lehren hin, wodurch er den von ihm Belehrten ein Beispiel gab (Matthäus 4:4, 7, 10; 21:13; 26:24, 31). Anschließend wurde die Belehrung Jehovas auf der Erde durch diese Belehrten verbreitet. Erinnern wir uns an das Gebot, das Jesus ihnen gab: „Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, ... lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe“ (Matthäus 28:19, 20). Wenn neue Jünger hinzukamen, wurden diese ein Teil des ‘Hauses Gottes, der Versammlung des lebendigen Gottes’ (1. Timotheus 3:15). Die Jünger verbanden sich auch zu Versammlungen, in denen sie von Jehova belehrt wurden (Apostelgeschichte 14:23; 15:41; 16:5; 1. Korinther 11:16). Gibt es diese Art der göttlichen Belehrung auch heute noch?

      8. Was sagte Jesus über die Leitung des Predigtwerks, das vor dem Ende auf der Erde durchgeführt werden würde?

      8 Aber gewiß! Jesus sagte drei Tage vor seinem Tod voraus, daß vor dem Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge ein großes Predigtwerk durchgeführt werden würde. „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis“, erklärte er, „und dann wird das Ende kommen.“ Jesus beschrieb außerdem das Mittel, durch das diese weltweite Predigt- und Lehrtätigkeit geleitet werden würde. Er sprach von dem „treuen und verständigen Sklaven“, der als Kanal oder Werkzeug dienen würde, um seine Diener mit geistiger Speise zu versorgen (Matthäus 24:14, 45-47). Jehova Gott gebraucht diesen „Sklaven“, um die Königreichsinteressen auf der ganzen Erde zu beaufsichtigen.

      9. Wer bildet heute den treuen und verständigen Sklaven?

      9 Der Überrest der Königreichserben bildet heute den treuen und verständigen Sklaven. Es handelt sich um gesalbte Christen — die auf der Erde Übriggebliebenen der 144 000, die ‘Christus angehören’ und ein Teil des „Samens Abrahams“ sind (Galater 3:16, 29; Offenbarung 14:1-3). Woran ist der treue und verständige Sklave zu erkennen? Vor allem an der Tätigkeit, die er durchführt, und daran, daß er sich eng an Gottes Wort, die Bibel, hält.

      10. Welcher Hilfsmittel bedient sich die Sklavenklasse, um die Lehren Jehovas bekanntzumachen?

      10 Jehova bedient sich heute seines „Sklaven“, um Menschen zu belehren. Alle, die sich zur Sklavenklasse zählten, nahmen 1931 den Namen Jehovas Zeugen an. Seitdem haben sich ihr Millionen von Menschen angeschlossen, die ebenfalls diesen Namen tragen und Gottes Königreich verkündigen. Die vorliegende Zeitschrift, Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich, ist das Hilfsmittel, dessen sich der „Sklave“ bei der Lehrtätigkeit hauptsächlich bedient. Es werden allerdings auch andere Veröffentlichungen verwendet, zum Beispiel Bücher, Broschüren, Traktate und die Zeitschrift Erwachet!

      11. Welche Schulen unterhält der „Sklave“, und welchem Zweck dient jede dieser Schulen?

      11 Der „Sklave“ unterhält auch verschiedene Schulen. Dazu gehört die Wachtturm-Bibelschule Gilead, die in einem fünfmonatigen Kurs junge Diener Gottes auf den Missionardienst im Ausland vorbereitet, sowie die zwei Monate dauernde Schule zur dienstamtlichen Weiterbildung, auf der ledige Älteste und Dienstamtgehilfen für besondere theokratische Aufgaben geschult werden. Weiter gibt es die Königreichsdienstschule, in der christliche Älteste und Dienstamtgehilfen regelmäßig in bezug auf ihre Versammlungsaufgaben unterwiesen werden, und die Pionierdienstschule, die Vollzeitverkündiger ausrüstet, das Predigtwerk noch wirkungsvoller durchzuführen.

      12. Was gehört zu dem allwöchentlichen Lehrprogramm?

      12 Einen weiteren Bestandteil des Lehrprogramms bilden die fünf wöchentlichen Zusammenkünfte, die von den weltweit über 75 500 Versammlungen des Volkes Jehovas abgehalten werden. Ziehen wir den größtmöglichen Nutzen aus diesen Zusammenkünften? Zeigen wir durch unsere Aufmerksamkeit, die wir der erteilten Unterweisung schenken, daß wir wirklich davon überzeugt sind, sozusagen in Gottes Schule zu sein? Läßt unser geistiger Fortschritt andere deutlich erkennen, daß wir „die Zunge der Belehrten“ haben? (Jesaja 50:4; 1. Timotheus 4:15, 16).

      Belehrung in den Zusammenkünften der Versammlung

      13. (a) Was ist ein wichtiges Mittel, durch das Jehova heute sein Volk belehrt? (b) Wie können wir unsere Wertschätzung für den Wachtturm zeigen?

      13 Jehova belehrt sein Volk vor allem durch das wöchentliche Studium der Bibel, bei dem Der Wachtturm als Lehrmittel verwendet wird. Betrachten wir diese Zusammenkunft als Gelegenheit, von Jehova belehrt zu werden? Jesaja 50:4 bezieht sich zwar in erster Linie auf Jesus, aber der Vers kann auch auf alle anderen angewandt werden, die sich Gottes Vorkehrungen zunutze machen, um „die Zunge der Belehrten“ zu bekommen. Wir können zum Beispiel zeigen, daß wir den Wachtturm schätzen, indem wir ihn nach Erhalt so bald wie möglich lesen. Wenn Der Wachtturm dann in der Versammlung studiert wird, können wir Jehova dadurch unsere Wertschätzung zeigen, daß wir anwesend sind und uns darauf vorbereitet haben, eine öffentliche Erklärung unserer Hoffnung abzulegen (Hebräer 10:23).

      14. (a) Warum ist das Geben von Kommentaren in den Zusammenkünften ein bedeutsames Vorrecht? (b) Welche Kommentare von Kindern sind am ermunterndsten?

      14 Schätzen wir es, daß wir durch unsere Kommentare in den Zusammenkünften einen Anteil an dem großartigen Lehrprogramm Jehovas haben können? Das Geben von Kommentaren in den Zusammenkünften ist gewiß eine wichtige Möglichkeit, uns „zur Liebe und zu vortrefflichen Werken“ anzuspornen (Hebräer 10:24, 25). Können auch Kinder einen Anteil an diesem Lehrprogramm haben? Durchaus. Die von Herzen kommenden Kommentare von Kindern sind oft eine Ermunterung für die Älteren. Solche Kommentare haben Personen, die erst seit kurzem unsere Zusammenkünfte besuchen, schon veranlaßt, sich ernsthafter für die biblische Wahrheit zu interessieren. Manche Kinder machen es sich zur Gewohnheit, ihre Kommentare direkt aus dem Absatz vorzulesen oder das nachzusprechen, was ihnen ein Erwachsener ins Ohr flüstert. Am ermunterndsten sind ihre Kommentare jedoch, wenn sie gut vorbereitet wurden. Solche Kommentare sind wirklich eine Ehre für unseren Großen Unterweiser und sein ausgezeichnetes Lehrprogramm (Jesaja 30:20, 21).

      15. Was können Eltern tun, um ihren Kindern zu helfen, wirkungsvollere Kommentare zu geben?

      15 Es ist eine Freude, wenn man Kinder sieht, die unbedingt einen Anteil an der Lobpreisung unseres Gottes haben möchten. Jesus schätzte Äußerungen des Lobpreises von Kindern (Matthäus 21:15, 16). Ein christlicher Ältester erzählte: „Als Kind wollte ich im Wachtturm-Studium Kommentare geben. Nachdem mir mein Vater geholfen hatte, einen Kommentar vorzubereiten, forderte er mich auf, den Kommentar mindestens siebenmal zu üben.“ Als Eltern könntet ihr euren Kindern beispielsweise während des Familienbibelstudiums helfen, zu ausgewählten Absätzen im Wachtturm Kommentare vorzubereiten, die sie dann mit eigenen Worten geben. Helft ihnen, das große Vorrecht zu schätzen, einen Anteil am Lehrprogramm Jehovas zu haben.

      16. Von welchem Nutzen ist die Theokratische Predigtdienstschule, und wer kann sich eintragen lassen?

      16 Auch der Belehrung in den anderen christlichen Zusammenkünften sollte man ernste Bedeutung beimessen — ganz gleich, ob man das Vorrecht hat, die Gedanken darzulegen, oder ob man durch das Dargebotene unterwiesen wird. Bereits seit über 50 Jahren gebraucht Jehova die allwöchentliche Theokratische Predigtdienstschule, um Millionen von Männern und Frauen zu schulen, die Königreichsbotschaft noch wirkungsvoller darzubieten. Alle, die aktiv mit der Versammlung verbunden sind, können sich eintragen lassen, auch Personen, die noch nicht so lange die Zusammenkünfte besuchen, sofern ihre Lebensweise mit den biblischen Grundsätzen übereinstimmt.

      17. (a) Hauptsächlich aus welchem Grund wurde die Zusammenkunft für die Öffentlichkeit eingerichtet? (b) Was sollten Vortragsredner im Sinn behalten?

      17 Ein weiterer Bestandteil des Lehrprogramms ist seit langem die Zusammenkunft für die Öffentlichkeit. Wie der Name schon sagt, wurde diese Zusammenkunft hauptsächlich eingerichtet, um Personen, die keine Zeugen Jehovas sind, mit grundlegenden biblischen Lehren vertraut zu machen. Deshalb muß der Vortragsredner den Stoff so darbieten, daß er auch für jemand verständlich ist, der die Botschaft zum erstenmal hört. Das bedeutet, daß Ausdrücke wie „andere Schafe“, „Brüder“ oder „Überrest“ erklärt werden müssen, weil Personen, die keine Zeugen Jehovas sind, sie wahrscheinlich nicht verstehen. Da die Glaubensansichten und der Lebensstil der Menschen, die der Zusammenkunft für die Öffentlichkeit beiwohnen, in völligem Gegensatz zur Bibel stehen können — obwohl sie von der heutigen Gesellschaft akzeptiert werden —, sollte der Redner stets taktvoll sein und sich nicht über ihre Ansichten oder ihren Lebensstil lustig machen. (Vergleiche 1. Korinther 9:19-23.)

      18. Welche weiteren wöchentlichen Zusammenkünfte gibt es, und welchem Zweck dienen sie?

      18 Das Versammlungsbuchstudium ist eine Zusammenkunft, bei der jede Woche in Verbindung mit der Bibel Veröffentlichungen studiert werden, die unter der Leitung des treuen und verständigen Sklaven vorbereitet wurden. Gegenwärtig wird in vielen Ländern das Buch Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe! betrachtet. Die Dienstzusammenkunft soll das Volk Jehovas ausrüsten, einen vollen Anteil am Predigen der guten Botschaft vom Königreich und am Jüngermachen zu haben (Matthäus 28:19, 20; Markus 13:10).

      Belehrung bei größeren Zusammenkünften

      19. Welche größeren Zusammenkünfte veranstaltet der „Sklave“ alljährlich?

      19 Seit über hundert Jahren veranstaltet der „treue Sklave“ kleinere und größere Kongresse, die zur Belehrung und zur besonderen Ermunterung wahrer Christen dienen. Gegenwärtig werden jährlich drei solcher größeren Zusammenkünfte durchgeführt. Es gibt einen eintägigen Kongreß, den mehrere Versammlungen besuchen, die zusammen einen Kreis bilden. Im Laufe des Jahres hat jeder Kreis auch eine zweitägige Veranstaltung, die als Kreiskongreß bezeichnet wird. Eine weitere Zusammenkunft, Bezirkskongreß genannt, wird von mehreren Kreisen besucht. In manchen Jahren werden internationale Kongresse abgehalten. Diese großen Veranstaltungen mit Gästen aus vielen Ländern sind für das Volk Jehovas besonders glaubensstärkend. (Vergleiche 5. Mose 16:16.)

      20. Worauf wurde bei größeren Zusammenkünften der Zeugen Jehovas stets Nachdruck gelegt?

      20 Als 1922 etwa 10 000 Personen in Cedar Point (Ohio, USA) zusammenkamen, wurden die Delegierten durch folgende Aufforderung des Redners angespornt: „Dies ist der Tag aller Tage. Seht, der König regiert! Ihr seid seine öffentlichen Verkündiger. Deshalb verkündet, verkündet, verkündet den König und sein Königreich.“ Auf den großen Kongressen wurde stets Nachdruck auf das Predigtwerk gelegt. So wurde beispielsweise auf dem internationalen Kongreß, der 1953 in New York stattfand, angekündigt, daß in allen Versammlungen ein Schulungsprogramm für den Haus-zu-Haus-Dienst eingeführt werden sollte. Die Durchführung dieses Programms hatte in vielen Ländern äußerst positive Auswirkungen auf das Königreichspredigtwerk.

      Von Gott belehrt, um zu lehren

      21. Welches Vorrecht sollten wir wahrnehmen, ohne den Zweck zu verfehlen, dem es dient?

      21 Jehova führt heute auf der Erde zweifellos ein wunderbares Lehrprogramm durch. Alle, die es sich zunutze machen, können von Gott Belehrte sein, ja sie können zu denjenigen gehören, denen „die Zunge der Belehrten“ gegeben wurde. Welch ein Vorrecht ist es doch, sozusagen bei Gott in die Schule zu gehen! Doch wenn wir dieses Vorrecht wahrnehmen, dürfen wir den Zweck nicht verfehlen, dem es dient. Jehova belehrte Jesus, damit dieser andere belehren konnte, und Jesus belehrte seine Jünger, damit sie dasselbe Werk durchführen konnten wie er, allerdings in einem noch größeren Umfang. In ähnlicher Weise werden wir durch Jehovas großartiges Lehrprogramm geschult, andere zu belehren (Johannes 6:45; 14:12; 2. Korinther 5:20, 21; 6:1; 2. Timotheus 2:2).

      22. (a) Welches Problem hatten Moses und Jeremia, und wie wurde es gelöst? (b) Wieso können wir sicher sein, daß Gott für die Durchführung des Königreichspredigtwerks sorgen wird?

      22 Sagen wir wie Moses: „Ich bin kein gewandter Redner“ oder wie Jeremia: „Ich weiß wirklich nicht zu reden.“? Jehova wird uns genauso helfen, wie er ihnen geholfen hat. „Es wird sich erweisen, daß ich selbst mit deinem Mund bin“, sagte er zu Moses. Und Jeremia versicherte er: „Fürchte dich nicht ..., denn ‚ich bin mit dir‘“ (2. Mose 4:10-12; Jeremia 1:6-8). Jesus sagte, als geistliche Führer seine Jünger zum Schweigen bringen wollten: „Wenn diese stumm blieben, würden die Steine schreien“ (Lukas 19:40). Doch die Steine mußten weder damals schreien, noch müssen sie es heute, weil Jehova die Zunge der von ihm Belehrten gebraucht, um seine Königreichsbotschaft bekanntzumachen.

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