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  • „Naht euch Gott“
    Der Wachtturm 2002 | 15. Dezember
    • „Naht euch Gott“

      „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen“ (JAKOBUS 4:8).

      1, 2. (a) Was behaupten Menschen nicht selten? (b) Wozu forderte Jakobus Christen auf, und warum war das nötig?

      „GOTT mit uns“. Mit diesen Worten hat man Standarten, Wappen und sogar Koppelschlösser von Soldaten versehen. Und die Devise „Auf Gott vertrauen wir“ ist heute auf zahllosen Münzen und Geldscheinen einer international verbreiteten Währung zu lesen. Nicht selten behaupten Menschen, ein enges Verhältnis zu Gott zu haben. Würden wir aber nicht auch sagen, dass dazu mehr erforderlich ist, als lediglich davon zu reden oder einen Wahlspruch zur Schau zu tragen?

      2 Wie die Bibel zeigt, kann man durchaus ein Verhältnis zu Gott haben. Dazu sind allerdings Anstrengungen erforderlich. Selbst einige gesalbte Christen im 1. Jahrhundert mussten ihr Verhältnis zu Jehova Gott noch vertiefen. Der christliche Aufseher Jakobus musste sie darauf hinweisen, dass ihre fleischlichen Neigungen ihre geistige Reinheit gefährdeten. „Naht euch Gott“, forderte er sie nachdrücklich auf und fügte hinzu: „Und er wird sich euch nahen“ (Jakobus 4:1-12). Was meinte Jakobus mit seiner Aufforderung?

      3, 4. (a) Woran könnten einige Leser des Jakobusbriefes im 1. Jahrhundert durch die Worte „Naht euch Gott“ erinnert worden sein? (b) Warum dürfen wir davon überzeugt sein, dass der Zutritt zu Gott möglich ist?

      3 Die Wortwahl des Jakobus dürfte vielen seiner Leser geläufig gewesen sein. Das mosaische Gesetz enthielt nämlich spezielle Anweisungen, wie sich die Priester stellvertretend für das Volk Jehova „nahen“ sollten (2. Mose 19:22). Somit wurden die Leser des Jakobusbriefes wohl daran erinnert, dass es nicht selbstverständlich ist, Zutritt zu Jehova zu haben. Schließlich gibt es im Universum keinen Würdenträger, der höher ist als er.

      4 Andererseits „offenbart die Ermahnung [in Jakobus 4:8] eindrucksvollen Optimismus“, wie ein Bibelgelehrter bemerkte. Jakobus wusste, dass Jehova von jeher unvollkommene Menschen liebevoll aufgefordert hat, sich ihm zu nahen (2. Chronika 15:2). Jesu Opfer ermöglichte den Zutritt zu Jehova in vollerem Maße (Epheser 3:11, 12). Heute haben Millionen Zutritt zu Gott erlangt. Wie können wir diese wunderbare Gelegenheit weiterhin nutzen? Drei Möglichkeiten, Jehova Gott näher zu kommen, möchten wir einmal kurz betrachten.

      ‘Fortgesetzt Erkenntnis über Gott in sich aufnehmen’

      5, 6. Wie lässt sich durch Samuels Beispiel veranschaulichen, was es heißt, ‘fortgesetzt Erkenntnis über Gott in sich aufzunehmen’?

      5 Gemäß Johannes 17:3 sagte Jesus: „Dies bedeutet ewiges Leben, dass sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus.“ Viele Übersetzungen unterscheiden sich bei diesem Vers etwas von der Neuen-Welt-Übersetzung. Sie geben das betreffende Verb nicht mit „fortgesetzt Erkenntnis [über Gott] in sich aufnehmen“ wieder, sondern mit „[Gott] erkennen“ oder „[Gott] kennen“. Wie jedoch Gelehrte erklären, drückt die hier gebrauchte griechische Verbform mehr aus, nämlich die Fortdauer einer Handlung, die im vorliegenden Fall dazu führen kann, mit jemandem gut vertraut zu werden.

      6 Der Gedanke, mit Gott gut vertraut zu werden, war in den Tagen Jesu nichts Neues. In den Hebräischen Schriften lesen wir zum Beispiel von dem Knaben Samuel: „Er hatte Jehova noch nicht kennen gelernt“ (1. Samuel 3:7). Heißt das, Samuel habe sehr wenig über seinen Gott gewusst? Nein. Von seinen Eltern und den Priestern hatte er sicherlich viel gelernt. Doch kann das hebräische Wort in diesem Vers auch für ein „intimes [vertrautes] Kennen“ stehen, wie ein Gelehrter erklärt. Samuel wurde erst später mit Jehova enger vertraut, wo er als sein Sprecher diente. Während Samuel heranwuchs, lernte er Jehova wirklich kennen und entwickelte ein enges persönliches Verhältnis zu ihm (1. Samuel 3:19, 20).

      7, 8. (a) Warum sollten wir uns von den tiefer gehenden biblischen Lehren nicht abschrecken lassen? (b) Welches sind einige tiefer gehende Lehren des Wortes Gottes, mit denen wir uns eingehend befassen sollten?

      7 Nehmen wir fortgesetzt Erkenntnis über Jehova in uns auf, sodass wir mit ihm gut vertraut werden? Dazu müssen wir ein „Verlangen“ nach der geistigen Speise entwickeln, für die Gott sorgt (1. Petrus 2:2). Begnügen wir uns nicht mit dem Grundlegendsten. Seien wir bestrebt, auch tiefer gehende biblische Lehren zu erfassen (Hebräer 5:12-14). Lassen wir uns vielleicht von solchen Lehren abschrecken in der Annahme, sie seien zu schwierig? Wenn ja, dann sollten wir daran denken, dass Jehova der „Große Unterweiser“ ist (Jesaja 30:20). Er weiß, wie man unvollkommenen Menschen tiefe Wahrheiten vermittelt. Und er kann unser aufrichtiges Bemühen, seine Lehren zu erfassen, segnen (Psalm 25:4).

      8 Warum uns nicht selbst einmal prüfen, was einige der „tiefen Dinge Gottes“ angeht? (1. Korinther 2:10). Es handelt sich dabei nicht etwa um trockene Themen, wie sie von Theologen und Geistlichen erörtert werden, sondern um Lehren, die uns einen faszinierenden Einblick in Sinn und Herz unseres liebevollen Vaters gewähren. Da sind zum Beispiel das Lösegeld, das „heilige Geheimnis“ und die verschiedenen Bünde, durch die Jehova sein Volk segnet und seine Vorsätze verwirklicht — diese und viele ähnliche Themen bieten sich als reizvolle und lohnende Objekte für Nachforschungen und das persönliche Studium an (1. Korinther 2:7).

      9, 10. (a) Warum ist es gefährlich, stolz zu werden, und wie können wir das vermeiden? (b) Weshalb sollten wir auf Demut bedacht sein, wenn es um die Erkenntnis Jehovas geht?

      9 Nimmt unsere Erkenntnis tiefer gehender biblischer Wahrheiten zu, müssen wir uns in Acht nehmen, damit wir nicht stolz werden (1. Korinther 8:1). Stolz ist gefährlich, denn dadurch werden Menschen Gott entfremdet (Sprüche 16:5; Jakobus 4:6). Bedenken wir, dass kein Mensch Grund hat, sich seines Wissens zu rühmen. Als Bestätigung seien Worte aus dem Vorwort eines Buches angeführt, das einen Überblick über die jüngsten wissenschaftlichen Fortschritte gibt: „Je mehr wir hinzulernen, umso mehr wird uns bewusst, wie wenig wir wissen. . . . Alles, was wir kennen gelernt haben, ist nichts im Vergleich zu dem, was es noch kennen zu lernen gilt.“ Eine solche Bescheidenheit ist erfrischend. Was das größte Wissensgebiet angeht — die Erkenntnis Jehovas —, haben wir sogar noch mehr Grund, immer bescheiden zu sein. Wieso?

      10 Beachten wir einige biblische Aussagen über Jehova. „Sehr tief sind deine Gedanken“ (Psalm 92:5). „[Jehovas] Verstand ist unermesslich“ (Psalm 147:5). „[Jehovas] Verstand ist unerforschlich“ (Jesaja 40:28). „O Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!“ (Römer 11:33). Offensichtlich werden wir niemals alles wissen, was es über Jehova zu erfahren gibt (Prediger 3:11). Er hat uns viele wunderbare Dinge gelehrt, dennoch liegt immer ein unendlich großes Wissensgebiet vor uns, auf dem es noch mehr kennen zu lernen gibt. Finden wir das nicht begeisternd und stimmt es uns nicht zugleich demütig? Wenn wir etwas hinzugelernt haben, wollen wir unsere Erkenntnis also stets dazu gebrauchen, Jehova näher zu kommen und auch anderen in dieser Hinsicht behilflich zu sein — niemals sollten wir uns damit hervortun (Matthäus 23:12; Lukas 9:48).

      Zeigen, dass wir Jehova lieben

      11, 12. (a) Wie sollte uns die Erkenntnis berühren, die wir über Jehova in uns aufnehmen? (b) Was entscheidet, ob jemandes Liebe zu Gott echt ist?

      11 Der Apostel Paulus brachte Erkenntnis passenderweise mit Liebe in Zusammenhang. Er schrieb: „Um das bete ich weiterhin, dass eure Liebe noch mehr und mehr überströme mit genauer Erkenntnis und allem Unterscheidungsvermögen“ (Philipper 1:9). Statt vor Stolz aufgeblasen zu werden, sollten wir durch jede kostbare Wahrheit, die wir über Jehova und seine Vorsätze kennen lernen, in unserer Liebe zu unserem himmlischen Vater wachsen.

      12 Es gibt viele Menschen, die sagen, dass sie Gott lieben, es aber offensichtlich nicht tun. Vom Gefühl her meinen sie vielleicht, Gott von Herzen zu lieben. Wenn solche Gefühle auf genauer Erkenntnis beruhen, sind sie durchaus gut und lobenswert. Echte Liebe zu Gott erfordert jedoch mehr. Was denn? Beachten wir, wie in Gottes Wort diese Liebe definiert wird: „Darin besteht die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten“ (1. Johannes 5:3). Liebe zu Jehova ist somit nur dann echt, wenn sie sich durch gehorsames Handeln äußert.

      13. Inwiefern hilft uns Gottesfurcht, unsere Liebe zu Jehova zu beweisen?

      13 Wenn es darum geht, Jehova zu gehorchen, hilft uns die Gottesfurcht. Diese tiefe Ehrfurcht und Achtung vor Jehova entsteht, wenn wir Erkenntnis über ihn aufnehmen und seine uneingeschränkte Heiligkeit, Herrlichkeit, Macht, Gerechtigkeit, Weisheit und Liebe kennen lernen. Ohne Gottesfurcht kann man sich ihm nicht nahen. In Psalm 25:14 heißt es: „Die vertraute Gemeinschaft mit Jehova gehört denen, die ihn fürchten.“ Wenn wir also eine gesunde Furcht davor haben, unserem geliebten himmlischen Vater zu missfallen, dürfen wir uns ihm nahen. Aus Gottesfurcht werden wir den in Sprüche 3:6 aufgezeichneten Rat befolgen: „Beachte ihn auf all deinen Wegen, und er selbst wird deine Pfade gerade machen.“ Was heißt das?

      14, 15. (a) Welches sind einige Entscheidungen, die wir tagtäglich zu treffen haben? (b) Wie können wir Entscheidungen treffen, die von Gottesfurcht zeugen?

      14 Tagtäglich stehen größere und kleinere Entscheidungen an. Wir müssen zum Beispiel entscheiden, worüber wir uns mit unseren Arbeitskollegen, Mitschülern oder Nachbarn unterhalten wollen und worüber nicht (Lukas 6:45). Wollen wir die uns gestellten Aufgaben fleißig erledigen oder nur das Allernötigste tun? (Kolosser 3:23). Möchten wir uns mit Personen anfreunden, die wenig oder gar keine Liebe zu Jehova erkennen lassen, oder bemühen wir uns um ein enges Verhältnis zu geistig gesinnten Menschen? (Sprüche 13:20). Was tun wir, um die Interessen des Königreiches Gottes zu fördern, und sei es auch nur in geringem Umfang? (Matthäus 6:33). Wenn wir uns tagtäglich bei unseren Entscheidungen von biblischen Grundsätzen wie den hier angeführten leiten lassen, beachten wir Jehova wirklich ‘auf all unseren Wegen’.

      15 Bei jeder Entscheidung sollten wir uns eigentlich fragen: Was erwartet Jehova von mir? Worüber würde er sich am meisten freuen? (Sprüche 27:11). Auf diese Weise Gottesfurcht zu zeigen ist eine vorzügliche Möglichkeit, Liebe zu Jehova zum Ausdruck zu bringen. Gottesfurcht drängt uns auch, geistig, moralisch und körperlich rein zu bleiben. Beachten wir, dass Jakobus in dem gleichen Vers, in dem er Christen auffordert, sich Gott zu nahen, auch mahnend sagt: „Reinigt eure Hände, ihr Sünder, und läutert euer Herz, ihr Unentschlossenen“ (Jakobus 4:8).

      16. Was werden wir niemals bewirken, wenn wir Jehova etwas geben, doch was können wir erreichen?

      16 Unserer Liebe zu Jehova Ausdruck zu verleihen schließt natürlich weit mehr ein, als vom Bösen abzustehen. Die Liebe drängt uns auch, das Rechte zu tun. Wie reagieren wir zum Beispiel auf Jehovas überwältigende Großzügigkeit? Jakobus schrieb: „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk stammt von oben, denn es kommt vom Vater der himmlischen Lichter herab“ (Jakobus 1:17). Natürlich bereichern wir Jehova nicht, wenn wir ihm etwas von dem geben, was wir besitzen. Ihm gehören ohnehin alle Güter und Ressourcen (Psalm 50:12). Und wenn wir Jehova von unserer Zeit und Kraft geben, helfen wir nicht etwa einem Bedürfnis ab, das er andernfalls nicht befriedigen könnte. Er könnte sogar die Steine schreien lassen, wenn wir uns weigern würden, die gute Botschaft von Gottes Königreich zu predigen. Weshalb sollten wir ihm denn dann von unseren Mitteln, unserer Zeit und unserer Kraft geben? Vor allem weil wir dadurch zeigen, dass wir ihn mit ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzem Sinn und ganzer Kraft lieben (Markus 12:29, 30).

      17. Was kann uns dazu anregen, Jehova freudig zu geben?

      17 Wenn wir Jehova etwas geben, sollten wir es gern tun, „denn Gott liebt einen fröhlichen Geber“ (2. Korinther 9:7). Der Grundsatz in 5. Mose 16:17 regt zu freudigem Geben an: „Die Gabe der Hand eines jeden sollte entsprechend dem Segen Jehovas, deines Gottes, sein, den er dir gegeben hat.“ Wenn wir darüber nachdenken, wie großzügig Jehova zu uns ist, drängt es uns, ihm gegenüber ebenfalls großzügig zu sein. Dadurch können wir sein Herz genauso erfreuen, wie ein Kind durch ein kleines Geschenk seinen Vater oder seine Mutter erfreut. Durch diese Äußerung unserer Liebe nahen wir uns Jehova.

      Vertrauterer Umgang mit Gott durch das Gebet

      18. Warum lohnt es sich, zu überlegen, wie wir unsere Gebete verbessern können?

      18 Äußerst kostbar sind für uns die Augenblicke, in denen wir unserem himmlischen Vater allein im Gebet etwas Persönliches oder Vertrauliches sagen können (Philipper 4:6). Ja, das Gebet spielt eine ganz wesentliche Rolle, wenn es darum geht, uns Gott zu nahen. Deshalb lohnt es sich, einmal innezuhalten und zu überlegen, wie wir unsere Gebete verbessern können. Nicht dass sie in Aufbau und Wortwahl mustergültig sein müssten, doch sie sollten aufrichtig sein und von Herzen kommen. Wie könnten wir unsere Gebete verbessern?

      19, 20. Warum und worüber sollten wir vor dem Beten nachdenken?

      19 Wir sollten zunächst einmal nachdenken, bevor wir beten. Dann können wir nicht nur ein sinnvolles Gebet sprechen und auf spezielle Dinge eingehen, sondern auch mit der Gewohnheit brechen, bereits geläufige Formulierungen zu gebrauchen, die uns schnell in den Sinn kommen mögen (Sprüche 15:28, 29). Vielleicht ist es eine Hilfe, an einiges aus dem Mustergebet Jesu zu denken und dies dann auf die eigenen Umstände zu beziehen (Matthäus 6:9-13). In aller Bescheidenheit könnten wir uns fragen, was wir gern dazu beitragen möchten, dass der Wille Jehovas auf der Erde geschieht. Könnten wir Jehova nicht sagen, dass wir uns gern für ihn auf die bestmögliche Weise einsetzen möchten, und ihn für eine Aufgabe, die er uns übertragen hat, um seine Hilfe bitten? Belasten uns Sorgen wegen einer materiellen Notlage? Welche Sünden müssten uns vergeben werden, und wem sollten wir großzügiger vergeben? Mit welchen Versuchungen werden wir konfrontiert, und sind wir uns bewusst, wie dringend wir in dieser Hinsicht den Schutz Jehovas benötigen?

      20 Des Weiteren könnten wir an Personen denken, von denen wir wissen, dass sie ganz besonders auf die Hilfe Jehovas angewiesen sind (2. Korinther 1:11). Nicht vergessen sollten wir auch, Dank zu sagen. Wenn wir uns etwas Zeit nehmen, nachzudenken, fallen uns bestimmt Gründe ein, Jehova zu danken und ihn jeden Tag wegen seiner unermesslichen Güte zu preisen (5. Mose 8:10; Lukas 10:21). Daraus ergibt sich für uns ein weiterer Nutzen: Es verhilft uns zu einer optimistischeren Lebensauffassung und zu größerer Dankbarkeit.

      21. Welche biblischen Beispiele zu studieren könnte uns bei unseren Gebeten eine Hilfe sein?

      21 Auch durch das Studium können wir unsere Gebete verbessern. In Gottes Wort sind hervorragende Gebete treuer Männer und Frauen festgehalten worden. Kommt beispielsweise ein schwieriges Problem auf uns zu und bangen wir deswegen sorgenvoll sogar um das Wohl unserer Angehörigen, dann könnten wir das Gebet durchlesen, das Jakob sprach, bevor er mit seinem rachsüchtigen Bruder Esau zusammentraf (1. Mose 32:9-12). Eine andere Möglichkeit wäre, uns eingehend mit dem Gebet zu befassen, das König Asa an Gott richtete, als eine Streitmacht von etwa einer Million Äthiopier Gottes Volk bedrohte (2. Chronika 14:11, 12). Falls wir wegen einer Sache beunruhigt sind, durch die Schmach auf den Namen Jehovas kommen könnte, lohnt es sich, das Gebet zu beachten, das Elia vor den Baalsanbetern auf dem Berg Karmel sprach, oder das Gebet Nehemias wegen des beklagenswerten Zustands der Stadt Jerusalem (1. Könige 18:36, 37; Nehemia 1:4-11). Solche Gebete zu lesen und darüber nachzusinnen kann unseren Glauben stärken und uns zeigen, wie wir uns mit unseren Sorgen am besten an Jehova wenden können.

      22. Wie lautet der Jahrestext für 2003, und was könnten wir uns während des Jahres von Zeit zu Zeit fragen?

      22 Es gibt offensichtlich keine größere Ehre, kein erhabeneres Ziel, als uns Gott zu nahen, wozu Jakobus auffordert (Jakobus 4:8). Befolgen wir diese Aufforderung, indem wir an der Erkenntnis Gottes zunehmen, unserer Liebe zu ihm immer mehr Ausdruck verleihen und durch unsere Gebete ein vertrautes Verhältnis zu ihm entwickeln. Behalten wir im Jahr 2003 Jakobus 4:8 im Sinn — es ist unser Jahrestext — und prüfen wir uns fortgesetzt, ob wir uns wirklich Jehova nahen. Wie steht es aber mit dem zweiten Teil des Bibeltextes? In welchem Sinne wird sich Jehova uns nahen und welche Segnungen gehen damit einher? Das wird im nächsten Artikel erörtert.

  • „Er wird sich euch nahen“
    Der Wachtturm 2002 | 15. Dezember
    • „Er wird sich euch nahen“

      „[Gott ist] tatsächlich einem jeden von uns nicht fern“ (APOSTELGESCHICHTE 17:27).

      1, 2. (a) Welche Fragen könnten wir uns über den Schöpfer stellen, wenn wir zum Sternenhimmel aufblicken? (b) Inwiefern versichert uns die Bibel, dass Menschen in den Augen Jehovas alles andere als unbedeutend sind?

      HABEN wir schon einmal in einer sternklaren Nacht den Himmel bestaunt? Die zahllosen Sterne und die Weite des Weltraums flößen uns wirklich Ehrfurcht ein. Die Erde ist in dem unermesslichen Universum nur ein Staubkörnchen. Heißt das aber, dass der Schöpfer, „der Höchste . . . über die ganze Erde“, zu erhaben ist, als dass er an Menschen interessiert wäre? Ist er zu weit entfernt und zu unerforschlich, als dass Menschen ihn erkennen könnten? (Psalm 83:18).

      2 Wie uns in der Bibel versichert wird, sind Menschen in den Augen Jehovas alles andere als unbedeutend. Wir werden sogar aufgefordert, ihn zu suchen, und lesen in Gottes Wort die Zusicherung: „Er [ist] tatsächlich einem jeden von uns nicht fern“ (Apostelgeschichte 17:27; 1. Chronika 28:9). Wenn wir Gottes Nähe suchen, wird er auf unser Bemühen eingehen. Auf welche Weise? Unser Jahrestext für 2003 gibt folgende beglückende Antwort: „Er wird sich euch nahen“ (Jakobus 4:8). Besprechen wir einmal einige der wunderbaren Segnungen, die Jehova über diejenigen ausgießt, die ihm nahe sind.

      Ein persönliches Geschenk Jehovas

      3. Welches Geschenk macht Jehova Menschen, die sich ihm nahen?

      3 Jehovas Diener besitzen ein kostbares Geschenk, das er nur ihnen gemacht hat. Alles, was das gegenwärtige System der Dinge an Macht, Reichtum und Bildung zu bieten hat, kommt diesem Geschenk nicht gleich. Es ist ein persönliches Geschenk, das Jehova nur denen macht, die ihm nahe sind. Worum handelt es sich dabei? In Gottes Wort steht die Antwort: „Wenn du . . . nach Verständnis selbst rufst und zum Unterscheidungsvermögen deine Stimme erhebst, wenn du danach fortwährend wie nach Silber suchst und du wie nach verborgenen Schätzen ständig danach forschst, dann wirst du die Furcht Jehovas verstehen, und du wirst die wahre Erkenntnis Gottes finden. Denn Jehova selbst gibt Weisheit“ (Sprüche 2:3-6). Stellen wir uns vor: Unvollkommene Menschen können die „wahre Erkenntnis Gottes“ finden! Dieses Geschenk — die Erkenntnis aus Gottes Wort — wird mit „verborgenen Schätzen“ verglichen. Warum?

      4, 5. Wieso ist die Suche nach der „wahren Erkenntnis Gottes“ mit der Suche nach „verborgenen Schätzen“ zu vergleichen? Veranschauliche es.

      4 Die Erkenntnis Gottes ist von großem Wert. Eine ihrer kostbarsten Segnungen ist die Aussicht auf ewiges Leben (Johannes 17:3). Unser Leben wird jedoch heute schon durch diese Erkenntnis bereichert. Bei unserem gewissenhaften Studium des Wortes Gottes sind uns wichtige Fragen beantwortet worden, zum Beispiel: Wie lautet der Name Gottes? (Psalm 83:18). In welchem Zustand befinden sich die Toten in Wirklichkeit? (Prediger 9:5, 10). Was hat Gott mit der Erde und den Menschen vor? (Jesaja 45:18). Wir haben auch kennen gelernt, dass es am besten ist, nach dem weisen Rat der Bibel zu leben (Jesaja 30:20, 21; 48:17, 18). Folglich verfügen wir über eine vernünftige Anleitung. Sie ermöglicht es uns, die Sorgen des Lebens zu bewältigen und ein Leben zu führen, das echte Freude und Befriedigung einträgt. Vor allem aber hat uns das Studium des Wortes Gottes befähigt, Jehovas wundervolle Eigenschaften kennen zu lernen und uns ihm zu nahen. Was könnte wertvoller sein als ein enges Verhältnis zu Jehova, das sich auf die „wahre Erkenntnis Gottes“ stützt?

      5 Die Suche nach der Erkenntnis Gottes kann noch aus einem anderen Grund mit der Suche nach „verborgenen Schätzen“ verglichen werden. Diese Erkenntnis ist — wie viele andere wertvolle Dinge — relativ selten anzutreffen. Von den heute sechs Milliarden Erdbewohnern haben nur die rund sechs Millionen Anbeter Jehovas — also nur jeder Tausendste — die „wahre Erkenntnis Gottes“ gefunden. Um zu zeigen, wie selten und wertvoll die Erkenntnis der Wahrheit aus Gottes Wort ist, braucht man nur eine Frage herauszugreifen: Was geschieht mit den Menschen beim Tod? Aus der Heiligen Schrift wissen wir, dass die Seele stirbt und die Toten nicht bei Bewusstsein sind (Hesekiel 18:4). Doch die irrige Ansicht, nach dem Tod des Menschen lebe etwas ihm Innewohnendes weiter, haben die meisten Religionen übernommen. Sie ist für die Religionsgemeinschaften der Christenheit kennzeichnend und findet sich auch im Buddhismus, Dschainismus, Hinduismus, Islam, Judaismus, Schintoismus, Sikhismus und Taoismus. Man stelle sich vor: Schon allein durch diese eine Irrlehre werden Milliarden von Menschen betrogen!

      6, 7. (a) Wer nur kann die „wahre Erkenntnis Gottes“ finden? (b) Welches Beispiel zeigt, dass Jehova uns Einsicht gewährt, die vielen „Weisen und Intellektuellen“ fehlt?

      6 Warum haben nicht mehr Menschen die „wahre Erkenntnis Gottes“ gefunden? Weil man die Bedeutung des Wortes Gottes nicht ohne Gottes Hilfe völlig erfassen kann. Vergessen wir nicht: Diese Erkenntnis ist ein Geschenk. Jehova macht dieses Geschenk nur Personen, die willens sind, sein Wort aufrichtig und demütig zu erforschen. Jene Menschen sind womöglich nicht „dem Fleische nach Weise“ (1. Korinther 1:26). Viele von ihnen mögen an weltlichen Maßstäben gemessen als „ungelehrte und gewöhnliche Menschen“ gelten (Apostelgeschichte 4:13). Doch das ist nicht von Belang. Jehova belohnt sie mit der „wahren Erkenntnis Gottes“, weil er in ihrem Herzen bestimmte Eigenschaften vorfindet.

      7 Betrachten wir folgendes Beispiel: Viele Gelehrte in der Christenheit haben umfangreiche Kommentare zur Bibel geschrieben. In solchen Nachschlagewerken wird unter anderem der geschichtliche Hintergrund sowie die Bedeutung der hebräischen und griechischen Wörter erläutert. Haben diese Gelehrten mit all ihrem Wissen aber wirklich die „wahre Erkenntnis Gottes“ gefunden? Haben sie ein klares Verständnis des Themas der Bibel — die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas durch sein himmlisches Königreich? Wissen sie, dass Jehova Gott kein Teil einer Dreieinigkeit ist? Wir haben ein genaues Verständnis darüber. Warum? Weil Jehova uns Einsicht in biblische Wahrheiten gewährt, die vielen „Weisen und Intellektuellen“ verborgen bleiben (Matthäus 11:25). Wie sehr Jehova doch diejenigen segnet, die ihm nahe sind!

      „Jehova behütet alle, die ihn lieben“

      8, 9. (a) Wie beschrieb David einen weiteren Segen, der allen zuteil wird, die Jehova nahe sind? (b) Warum benötigen wahre Christen göttlichen Schutz?

      8 Wer Jehova nahe ist, erfreut sich noch eines weiteren Segens, nämlich des göttlichen Schutzes. Der Psalmist David war mit Widerwärtigkeiten vertraut und schrieb: „Jehova ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Wahrhaftigkeit anrufen. Das Begehren derer, die ihn fürchten, wird er ausführen, und ihren Hilferuf wird er hören, und er wird sie retten. Jehova behütet alle, die ihn lieben“ (Psalm 145:18-20). Ja, Jehova ist allen nahe, die ihn lieben, und kann daher schnell auf ihren Hilferuf eingehen.

      9 Warum benötigen wir göttlichen Schutz? Nicht nur, weil wir heute in ‘kritischen Zeiten leben, mit denen man schwer fertig wird’, sondern auch, weil wahre Christen das besondere Ziel Satans, des Teufels, des Hauptwidersachers Jehovas, sind (2. Timotheus 3:1). Dieser listige Feind hat es darauf abgesehen, uns zu „verschlingen“ (1. Petrus 5:8). Wir werden von Satan verfolgt, unter Druck gesetzt und versucht. Zudem hält er bei uns nach einer Geisteshaltung Ausschau, die er für seine Zwecke nutzen kann. Sein Ziel ist es, unseren Glauben zu schwächen und uns in geistiger Hinsicht zu vernichten (Offenbarung 12:12, 17). Ist es angesichts eines so mächtigen Feindes nicht beruhigend, zu wissen, dass Jehova „alle [behütet], die ihn lieben“?

      10. (a) Wie behütet Jehova sein Volk? (b) Welches ist die wichtigste Art Schutz, und warum?

      10 Wie aber behütet Jehova sein Volk? Sein Versprechen, uns zu beschützen, garantiert uns im gegenwärtigen System weder ein problemfreies Leben, noch bedeutet es, dass er verpflichtet wäre, Wunder für uns zu wirken. Nichtsdestoweniger bietet Jehova seinem Volk als Gruppe gesehen buchstäblichen Schutz. Niemals würde er zulassen, dass der Teufel die wahren Anbeter auf der Erde ausrottet (2. Petrus 2:9). Jehova beschützt uns in erster Linie in geistiger Hinsicht. Er rüstet uns mit allem aus, was wir benötigen, um in Erprobungen auszuharren und unser Verhältnis zu ihm zu bewahren. Geistiger Schutz ist letztendlich die wichtigste Art von Schutz. Warum? Solange wir ein Verhältnis zu Jehova haben, kann uns durch nichts — nicht einmal durch den Tod — bleibender Schaden zugefügt werden (Matthäus 10:28).

      11. Wofür sorgt Jehova, damit sein Volk geistig geschützt ist?

      11 Jehova sorgt großzügig für den geistigen Schutz derer, die ihm nahe sind. Durch sein Wort, die Bibel, gibt er uns die Weisheit, mit den verschiedenen Erprobungen richtig umzugehen (Jakobus 1:2-5). Es kommt darauf an, den praktischen Rat, den wir in der Bibel finden, umzusetzen. Zudem gibt Jehova „denen heiligen Geist . . ., die ihn bitten“ (Lukas 11:13). Dieser Geist ist die stärkste Kraft im Universum. Durch ihn sind wir mit Sicherheit jeder Erprobung oder Versuchung gewachsen. Auch sorgt Jehova durch Christus für „Gaben in Form von Menschen“ (Epheser 4:8). Diese geistig befähigten Männer bemühen sich, Jehovas tiefes Mitgefühl widerzuspiegeln, wenn sie Glaubensbrüdern beistehen (Jakobus 5:14, 15).

      12, 13. (a) Wie versorgt uns Jehova mit geistiger Speise zur rechten Zeit? (b) Wie denken wir persönlich über das, was uns Jehova zu unserem geistigen Wohl zur Verfügung stellt?

      12 Um uns zu schützen, sorgt Jehova außerdem für geistige Speise zur rechten Zeit (Matthäus 24:45). Sowohl durch Druckschriften wie die Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! als auch durch Versammlungszusammenkünfte sowie größere und kleinere Kongresse erhalten wir zur passenden Zeit genau das, was wir benötigen. Können wir uns noch an etwas erinnern, was wir in einer christlichen Zusammenkunft oder auf einem Kongress hörten und was uns tief berührte und uns stärkte oder tröstete? Haben wir nicht auch schon einmal einen Artikel in einer der zuvor erwähnten Zeitschriften gelesen und uns gedacht, er sei wie für einen persönlich geschrieben?

      13 Eine der wirkungsvollsten Waffen Satans ist die Entmutigung, und keiner von uns ist dagegen immun. Satan weiß nur allzu gut, dass länger anhaltende Niedergeschlagenheit an unserer Kraft zehrt und uns verwundbar macht (Sprüche 24:10). Da er negative Gefühle auszunutzen sucht, benötigen wir Hilfe. In den Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! sind gelegentlich Artikel erschienen, die uns helfen, gegen Entmutigung anzugehen. In Bezug auf einen dieser Artikel schrieb eine Schwester: „Den Artikel lese ich fast jeden Tag und mir kommen immer noch die Tränen. Er liegt bei mir am Bett, damit ich ihn zur Hand habe, wenn ich niedergeschlagen bin. Durch solche Artikel spüre ich geradezu, wie mich Jehova in seinen schützenden Armen hält.“a Sind wir Jehova nicht dankbar dafür, dass er uns zeitgemäße geistige Speise zukommen lässt? Bedenken wir: Alles, wofür er zu unserem geistigen Wohl sorgt, zeugt davon, dass er uns nahe ist und uns fürsorglich schützt.

      Beim „Hörer des Gebets“ Gehör finden

      14, 15. (a) Welchen Segen gewährt Jehova Menschen, die ihm nahe sind? (b) Warum ist es eine große Ehre, dass wir uns jederzeit ungehindert im Gebet an Jehova wenden dürfen?

      14 Ist uns schon einmal aufgefallen, dass Menschen, die Macht oder besondere Befugnisse erhalten haben, für ihre Untergebenen oft nicht mehr so leicht erreichbar sind? Wie verhält es sich indes mit Jehova Gott? Ist er zu weit entfernt, als dass er an dem interessiert wäre, was Menschen ihm sagen möchten? Im Gegenteil! Die Gabe des Gebets ist ein weiterer Segen, den er Menschen gewährt, die ihm nahe sind. Zutritt zum „Hörer des Gebets“ zu haben ist tatsächlich eine außergewöhnliche Ehre (Psalm 65:2). Wieso?

      15 Ein Beispiel: Der Chef einer großen Firma hat sich um vieles zu kümmern. Er entscheidet, was er persönlich in die Hand nimmt und was er delegiert. Dem souveränen Herrscher des Universums steht es ebenfalls frei, zu entscheiden, welcher Angelegenheiten er sich selbst annimmt und welche er delegieren möchte. Denken wir einmal an das, was Jehova an seinen geliebten Sohn Jesus delegiert hat. Ihm wurde „Gewalt gegeben, Gericht zu halten“ (Johannes 5:27). Die Engel sind „ihm unterworfen“ worden (1. Petrus 3:22). Damit Jesus seine Jünger auf der Erde leiten kann, steht ihm Jehovas machtvoller Geist zur Verfügung (Johannes 15:26; 16:7). Daher konnte Jesus sagen: „Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf der Erde gegeben worden“ (Matthäus 28:18). Was jedoch unsere Gebete angeht, hat Jehova beschlossen, sich selbst damit zu befassen. Deshalb werden wir in der Bibel aufgefordert, unsere Gebete nur an Jehova zu richten, und zwar im Namen Jesu (Psalm 69:13; Johannes 14:6, 13).

      16. Warum können wir davon überzeugt sein, dass sich Jehova unsere Gebete wirklich anhört?

      16 Hört sich Jehova wirklich unsere Gebete an? Wären sie ihm gleichgültig, dann würde er uns nicht auffordern, ‘im Gebet zu verharren’ oder unsere Bürden und Sorgen auf ihn zu werfen (Römer 12:12; Psalm 55:22; 1. Petrus 5:7). Treue Diener in biblischer Zeit vertrauten völlig darauf, dass sich Jehova Gebete anhört (1. Johannes 5:14). Der Psalmist David erklärte zum Beispiel: „[Jehova] hört meine Stimme“ (Psalm 55:17). Auch wir haben allen Grund, überzeugt zu sein, dass Jehova uns nahe ist, bereit, sich all unsere Gedanken und Sorgen anzuhören.

      Jehova belohnt seine Diener

      17, 18. (a) Wie denkt Jehova über den treuen Dienst seiner vernunftbegabten Geschöpfe? (b) Erkläre, inwiefern aus Sprüche 19:17 zu erkennen ist, dass es Jehova nicht entgeht, wenn wir Gutes tun.

      17 Was Menschen aus Fleisch und Blut auch immer tun, die Stellung Jehovas als universeller Souverän bleibt davon unberührt. Das heißt aber nicht, dass Jehova kein dankbarer Gott wäre. Er schätzt den treuen Dienst seiner vernunftbegabten Geschöpfe, ja er sieht ihn sogar als kostbar an (Psalm 147:11). Und er belohnt seine Diener, was ein weiterer Segen für Menschen ist, die Jehova nahe sind (Hebräer 11:6).

      18 Wie aus der Bibel eindeutig hervorgeht, schätzt Jehova, was seine Anbeter tun. Wir lesen zum Beispiel: „Wer dem Geringen Gunst erweist, leiht Jehova, und er wird ihm sein Tun vergelten“ (Sprüche 19:17). Jehovas barmherzige Rücksichtnahme auf Geringe zeigte sich im mosaischen Gesetz (3. Mose 14:21; 19:15). Wie empfindet Jehova, wenn wir seine Barmherzigkeit im Umgang mit Geringen nachahmen? Was wir dem Geringen geben, ohne es zurückzuerwarten, betrachtet Jehova als Leihgabe an ihn. Er verspricht, diese Schuld in Form von Gunst und Segen zu erstatten (Sprüche 10:22; Matthäus 6:3, 4; Lukas 14:12-14). Es berührt Jehovas Herz, wenn wir einem Mitchristen, der in Not ist, Mitleid erweisen. Können wir nicht dankbar sein, zu wissen, dass es unserem himmlischen Vater nicht entgeht, wenn wir Gutes tun! (Matthäus 5:7).

      19. (a) Wieso dürfen wir davon überzeugt sein, dass Jehova das schätzt, was wir im Werk des Predigens und Jüngermachens tun? (b) Wie belohnt Jehova die zur Unterstützung seines Königreiches geleisteten Dienste?

      19 Jehova schätzt besonders das, was wir für sein Königreich tun. Wenn wir Jehova näher kommen, ist es nur natürlich, dass wir unsere Zeit, unsere Kraft und unsere Mittel so weit wie möglich für das Königreichspredigtwerk und das Jüngermachen einsetzen möchten (Matthäus 28:19, 20). Bisweilen haben wir vielleicht den Eindruck, wir würden nicht viel erreichen. Unser unvollkommenes Herz könnte uns sogar zu der Frage veranlassen, ob Jehova mit unseren Anstrengungen überhaupt zufrieden ist (1. Johannes 3:19, 20). Doch Jehova schätzt jede Gabe, die einem von Liebe motivierten Herzen entspringt, ungeachtet wie klein sie auch sein mag (Markus 12:41-44). In der Bibel wird uns versichert: „Gott ist nicht ungerecht, dass er eure Arbeit und die Liebe vergessen würde, die ihr seinem Namen gegenüber erzeigt habt“ (Hebräer 6:10). Tatsächlich erinnert sich Jehova selbst an den kleinsten zur Unterstützung des Königreiches geleisteten Dienst und belohnt ihn. Neben den reichen Segnungen, die uns in geistiger Hinsicht bereits heute zuteil werden, können wir gespannt den Freuden des Lebens in der neuen Welt entgegensehen, wo Jehova großzügig seine Hand öffnen und die berechtigten Wünsche aller befriedigen wird, die ihm nahe sind (Psalm 145:16; 2. Petrus 3:13).

      20. Wie können wir im Jahr 2003 die Worte unseres Jahrestextes im Sinn behalten, und was wird die Folge sein?

      20 Fragen wir uns im Laufe des Dienstjahres 2003 immer wieder, ob wir uns unablässig bemühen, unserem himmlischen Vater näher zu kommen. Wenn ja, dürfen wir sicher sein, dass er darauf so reagiert, wie er es versprochen hat, denn ‘Gott kann nicht lügen’ (Titus 1:2). Wenn wir uns ihm nahen, wird er sich uns nahen (Jakobus 4:8). Und was wird die Folge sein? Reicher Segen heute und die Aussicht, im Laufe der Ewigkeit Jehova immer näher zu kommen.

      [Fußnote]

      a Die Leserzuschrift bezieht sich auf den Artikel „Jehova ist größer als unser Herz“ in der Wachtturm-Ausgabe vom 1. Mai 2000, Seite 28—31.

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