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Verliere die große Streitfrage nicht aus den AugenDer Wachtturm (Studienausgabe) 2017 | Juni
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Verliere die große Streitfrage nicht aus den Augen
„Damit man erkenne, dass du, dessen Name Jehova ist, du allein, der Höchste bist über die ganze Erde“ (PS. 83:18)
1, 2. (a) Welches Thema betrifft alle Menschen? (b) Warum sollte uns dieses Thema am Herzen liegen?
HEUTE ist Geld für viele das Wichtigste. Ihr Ziel ist es, reich zu werden oder zumindest den Lebensstandard zu halten. Für andere zählt vor allem die Familie, die Gesundheit oder die Selbstverwirklichung.
2 Ein sehr wichtiges Thema, das uns alle betrifft, ist jedoch die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas. Dieses Thema dürfen wir nicht aus den Augen verlieren. Wie könnte das passieren? Die Anforderungen, die der Alltag an uns stellt, könnten uns völlig vereinnahmen. Oder womöglich überlagern persönliche Schwierigkeiten dieses wichtige Thema. Doch je mehr uns die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas am Herzen liegt, desto besser können wir den alltäglichen Herausforderungen begegnen. Und wir kommen dadurch Jehova näher.
WARUM SO WICHTIG?
3. Was behauptet der Teufel in Bezug auf Gottes Herrschaft?
3 Der Teufel hat die Frage aufgeworfen, ob Jehovas Souveränität rechtmäßig ist. Er behauptet, Gottes Herrschaft sei korrupt und Gott enthalte seinen Geschöpfen Gutes vor. Den Menschen ginge es besser und sie wären viel glücklicher, wenn sie sich selbst regierten (1. Mo. 3:1-5). Er deutete auch an, kein Mensch wäre Gott gegenüber völlig loyal — unter genügend Druck würde sich jeder gegen Jehovas Herrschaft entscheiden (Hiob 2:4, 5). Wie hat Jehova auf diese Vorwürfe reagiert? Er hat Zeit eingeräumt, damit die Erfahrung der Menschen ans Licht bringt, wie bitter ein Leben ohne Gottes gerechte Herrschaft ist.
4. Warum muss die Frage der Souveränität geklärt werden?
4 Natürlich weiß Jehova, wie verkehrt die Behauptungen des Teufels sind. Warum ist er dann nicht sofort eingeschritten? Warum lässt er dem Teufel Zeit, seine Behauptung zu beweisen? An der Antwort sind alle vernunftbegabten Geschöpfe beteiligt. (Lies Psalm 83:18.) Das erste Menschenpaar lehnte Jehovas Herrschaft ab — genauso wie viele andere danach. Deshalb könnte die Frage aufkommen, ob der Teufel recht hat. Solange diese Frage vor Menschen und Engeln ungeklärt ist, wird es Uneinigkeit zwischen Staaten, Volksgruppen, Familien und Einzelpersonen geben. Doch ist Jehovas Souveränität erst einmal gerechtfertigt, werden sich alle für immer seiner gerechten Herrschaft unterordnen. Überall im Universum wird wieder Frieden herrschen (Eph. 1:9, 10).
5. Welche Rolle spielen wir in der Streitfrage der Souveränität?
5 Die Rechtmäßigkeit der Souveränität Gottes wird bestätigt werden; die Herrschaft des Teufels und der Menschen wird kläglich scheitern und beseitigt werden. Gottes Herrschaft durch das messianische Königreich wird Erfolg haben. Die Bewahrer der Lauterkeit werden bewiesen haben, dass Menschen für Gottes Herrschaft Stellung beziehen können (Jes. 45:23, 24). Möchten wir zu diesen Unterstützern der Souveränität Jehovas gehören? Wenn ja, dann müssen wir unseren Blick auf die große Streitfrage gerichtet halten und verstehen, wie wichtig sie tatsächlich ist.
ETWAS WICHTIGERES ALS RETTUNG
6. Welchen Stellenwert hat die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas?
6 Wie bereits erwähnt, ist die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas von grundlegender Bedeutung für die Menschheit. Es ist wichtiger als unser eigenes Glück. Schmälert das den Wert unserer Rettung oder deutet es an, Jehova interessiere sich eigentlich nicht für uns? Auf keinen Fall. Warum nicht?
7, 8. Warum schließt die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas die Erfüllung seiner Verheißungen ein?
7 Jehova liebt und schätzt die Menschen sehr. Durch das Blut seines Sohnes hat er uns ewige Rettung ermöglicht (Joh. 3:16; 1. Joh. 4:9). Würden sich Jehovas Verheißungen nicht erfüllen, könnte ihn der Teufel einen Lügner nennen, der den Menschen Gutes vorenthält und deshalb ein ungerechter Herrscher ist. Jehova würde auch seinen Gegnern in die Hände spielen, die spöttisch fragen: „Wo ist diese seine verheißene Gegenwart? Ja, von dem Tag an, da unsere Vorväter im Tod entschlafen sind, gehen alle Dinge genauso weiter wie von Anfang der Schöpfung an“ (2. Pet. 3:3, 4). Daher ist die Rettung gehorsamer Menschen Teil der Rechtfertigung der Souveränität Jehovas. (Lies Jesaja 55:10, 11.) Außerdem zeichnet sich seine Souveränität durch Liebe aus. Wir können uns also sicher sein, dass er seine loyalen Diener immer lieben und schätzen wird (2. Mose 34:6).
8 Die Bedeutung der Oberhoheit Jehovas anzuerkennen setzt unsere Rettung oder unseren Wert in seinen Augen nicht herab. Wir bringen die Souveränität und unsere Rettung nur in das richtige Verhältnis zueinander. Das erleichtert es uns, den Blick auf die große Streitfrage gerichtet zu halten und auf der Seite der gerechten Herrschaft Jehovas Stellung zu beziehen.
HIOB MUSSTE UMDENKEN
9. Was behauptete der Teufel von Hiob? (Siehe Anfangsbild.)
9 Wie wichtig es ist, einer Sache den richtigen Stellenwert beizumessen, macht eines der ältesten Bibelbücher deutlich — das Buch Hiob. Wir erfahren von der Behauptung des Teufels, Hiob würde sich von Gott abwenden, wenn er schwerem Leid ausgesetzt wäre. Der Teufel schlug vor, Gott selbst könnte Hiob Leid zufügen. Darauf ging Jehova nicht ein, aber er erlaubte dem Teufel, Hiob auf die Probe zu stellen, und sagte: „Alles, was er hat, ist in deiner Hand.“ (Lies Hiob 1:7-12.) In kurzer Zeit verlor Hiob seine Diener, seine Lebensgrundlage und seine zehn geliebten Kinder. Der Teufel ließ es so aussehen, als sei Gott dafür verantwortlich (Hiob 1:13-19). Dann schlug der Teufel Hiob mit einer schweren, abstoßenden Krankheit (Hiob 2:7). Zu Hiobs verzweifelter Lage kamen noch die entmutigenden Worte seiner Frau und seiner drei Gefährten, die so taten, als seien sie seine Freunde (Hiob 2:9; 3:11; 16:2).
10. (a) Wie bewies Hiob seine Lauterkeit Gott gegenüber? (b) Worin irrte er sich?
10 Wie ging die Sache aus? Die Behauptung des Teufels erwies sich als völlig haltlos. Hiob wandte sich nicht von Jehova ab (Hiob 27:5). Trotzdem hatte er vorübergehend eine falsche Sichtweise. Alles drehte sich nur um seine eigene Rechtfertigung; er verlangte sogar eine Erklärung für sein Leid (Hiob 7:20; 13:24). Vielleicht denken wir, das sei angesichts all dessen, was Hiob durchmachen musste, auch verständlich. Doch Gott korrigierte Hiobs Denkweise. Was sagte Jehova zu ihm?
11, 12. Was machte Jehova Hiob deutlich, und wie reagierte Hiob?
11 Die Worte Gottes an Hiob füllen vier Kapitel im Buch Hiob — Kapitel 38 bis 41. Doch nirgends nennt Gott ausdrücklich den Grund für Hiobs Leid. Jehova ging es nicht in erster Linie darum, Hiob zu erklären, warum er litt, so als müsste er sich rechtfertigen. Vielmehr wollte er Hiob verstehen helfen, wie klein er doch im Vergleich zu Jehovas Größe war. Er sollte erkennen, dass es Wichtigeres gibt, was einen beschäftigen sollte. (Lies Hiob 38:18-21.) So konnte Hiob die Dinge wieder richtig einordnen.
12 War Jehova zu streng, als er Hiob — nach allem, was er durchgemacht hatte — so direkt ermahnte? Nein, und Hiob empfand das auch nicht so. Trotz des Martyriums, das hinter ihm lag, zeigte er sich schließlich einsichtig. Als Folge des treffenden und wohltuenden Rates Jehovas sagte Hiob sogar: „[Ich] widerrufe . . ., und ich bereue wirklich in Staub und Asche“ (Hiob 42:1-6). Zuvor war Hiob schon von dem jungen Elihu korrigiert worden (Hiob 32:5-10). Nachdem Hiob Gottes Zurechtweisung angenommen und seine Sicht korrigiert hatte, erwähnte Jehova anderen gegenüber, dass er sich über Hiobs treues Ausharren freute (Hiob 42:7, 8).
13. Wie nützte Jehovas Rat Hiob auch später noch?
13 Jehovas Rat sollte Hiob auch nach seiner prüfungsreichen Zeit noch nützen. Wie? Obwohl Jehova „das Ende Hiobs danach mehr [segnete] als seinen Anfang“, dauerte es eine gewisse Zeit, bis sich Hiob und sein Umfeld erholt hatten. Später hatte er wieder „sieben Söhne und drei Töchter“ (Hiob 42:12-14). Ganz sicher vermisste Hiob seine Kinder, die durch die Hand des Teufels ums Leben gekommen waren. Die schmerzlichen Erinnerungen werden ihn noch einige Zeit begleitet haben. Auch wenn er den Grund für sein Leid schließlich besser verstand, fragte er sich vielleicht gelegentlich, warum er so schwer leiden musste. Was auch immer er gedacht haben mag: Er konnte über Gottes Rat nachdenken und so die richtige Sichtweise behalten und Trost finden (Ps. 94:19).
Können wir über eigene Probleme hinaussehen und die große Streitfrage erkennen? (Siehe Absatz 14)
14. Was können wir aus Hiobs Erfahrung lernen?
14 Auch uns hilft der Bericht über Hiob, Dinge im richtigen Licht zu sehen und Trost zu finden. Immerhin hat Jehova dafür gesorgt, dass das Buch Hiob „zu unserer Unterweisung . . . [bewahrt blieb], damit wir durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können“ (Röm. 15:4). Was lernen wir aus dem Bericht über Hiob? Vor allem wollen wir uns von nichts so vereinnahmen lassen, dass wir das Wichtigste aus den Augen verlieren — die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas. Und: Unsere Rolle in der Klärung dieser Streitfrage schließt ein, auch unter schwierigen Umständen treu zu bleiben wie Hiob.
15. Was wird durch unsere Treue in schweren Zeiten bewirkt?
15 Warum ist es tröstlich, über den Wert unserer Treue nachzudenken? Wir erkennen dann, dass Schwierigkeiten auch etwas Gutes haben. Sie sind niemals ein Hinweis auf Jehovas Missfallen. Vielmehr bieten sie uns eine Möglichkeit, für seine Souveränität einzutreten (Spr. 27:11). Unser Ausharren bewirkt einen „bewährten Zustand“ und stärkt unsere Hoffnung. (Lies Römer 5:3-5.) Der Bericht über Hiob bestätigt, dass „Jehova voll inniger Zuneigung und barmherzig ist“ (Jak. 5:11). Er wird uns und alle, die seine Souveränität verteidigen, belohnen. Diese Gewissheit hilft uns, „völlig auszuharren und mit Freuden langmütig zu sein“ (Kol. 1:11).
DEN RICHTIGEN BLICK BEWAHREN
16. Warum müssen wir uns immer wieder vergegenwärtigen, wie wichtig die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas ist?
16 Natürlich ist es nicht immer leicht, die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas im Blick zu haben. Manchmal haben wir vielleicht das Gefühl, Probleme würden uns überwältigen. Selbst verhältnismäßig kleine Sorgen können sich zu großen auftürmen, wenn man bei ihnen verweilt. Daher sollten wir immer wieder daran denken, wie wichtig es ist, in schwierigen Zeiten für Gottes Souveränität einzutreten.
17. Wobei hilft uns das regelmäßige Zeugnisgeben?
17 Beteiligen wir uns weiter regelmäßig an Jehovas Werk, fällt es uns leichter, unseren Blick auf die große Streitfrage gerichtet zu halten. So war es auch bei einer Zeugin namens Renee. Sie erlitt einen Schlaganfall, hatte chronische Schmerzen und kämpfte gegen Krebs. Wenn sie zur Behandlung in medizinische Einrichtungen musste, predigte sie dem Personal, Patienten und Besuchern. Einmal gab sie in nur zweieinhalb Wochen 80 Stunden Zeugnis. Selbst als sie im Sterben lag, verlor sie die Streitfrage nie aus den Augen. Das machte ihr Leiden erträglicher.
18. Wie macht die Erfahrung einer Schwester deutlich, dass es sich gut auswirkt, für Jehovas Souveränität einzutreten?
18 Natürlich möchten wir auch bei alltäglichen Belastungen den richtigen Fokus bewahren. Jennifer musste am Flughafen drei Tage auf ihren Heimflug warten. Ein Flug nach dem anderen wurde gestrichen. Sie fühlte sich allein, war erschöpft und hätte leicht in Selbstmitleid versinken können. Doch sie betete darum zu erkennen, wie sie anderen in geistiger Hinsicht beistehen konnte. Das Ergebnis? Sie sprach mit vielen über die Wahrheit und gab viel Literatur ab. Sie sagt: „Die Umstände waren nicht einfach, doch ich spürte, dass mich Jehova segnete und mir Kraft gab, seinen Namen zu ehren.“ Jennifer hielt ihre Augen fest auf Jehovas Vorsatz gerichtet.
19. Was zeichnet wahre Anbeter aus?
19 Die Bedeutung der Souveränität Jehovas zu erkennen unterscheidet die wahre Religion von der falschen. Seit Langem steht Gottes Volk für Jehovas Souveränität ein. Als Unterstützer der wahren Anbetung sollte das weiter unser Herzensanliegen bleiben.
20. Wie denkt Jehova über deinen Einsatz für seine Souveränität?
20 Jehova schätzt es, wie du dich durch deinen treuen Dienst und dein Ausharren unter Schwierigkeiten für seine Souveränität einsetzt — dessen kannst du dir sicher sein (Ps. 18:25). Im nächsten Artikel geht es um weitere Gründe, warum Jehovas Souveränität deine volle Unterstützung verdient und wie du dich sonst noch dafür einsetzen kannst.
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Setze dich für Jehovas Souveränität ein!Der Wachtturm (Studienausgabe) 2017 | Juni
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Setze dich für Jehovas Souveränität ein!
„Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast“ (OFFB. 4:11)
1, 2. Wovon muss jeder von uns überzeugt sein? (Siehe Anfangsbild.)
WIE im vorigen Artikel besprochen, behauptet der Teufel, Jehova sei nicht der rechtmäßige Souverän. Den Menschen ginge es besser, wenn sie sich selbst regieren würden. Hat der Teufel damit recht? Was wäre, wenn Menschen, die sich lieber selbst regieren, ewig leben könnten? Ginge es ihnen ohne Gottes Herrschaft besser? Wärst du glücklicher, wenn du völlig unabhängig wärst und ewig leben könntest?
2 Diese Fragen muss jeder selbst durchdenken und für sich beantworten. Dabei wird man unweigerlich zu dem Schluss kommen: Gottes Souveränität ist rechtmäßig. Seine Herrschaft ist die beste und sie verdient unsere uneingeschränkte Unterstützung. Diese Überzeugung beruht auf der Bibel. Gehen wir zuerst darauf ein, was sie über die Rechtmäßigkeit der Souveränität Jehovas sagt.
JEHOVA HAT DAS RECHT ZU HERRSCHEN
3. Warum ist Jehova der rechtmäßige Souverän?
3 Jehova ist als allmächtiger Gott und Schöpfer der rechtmäßige Souverän des Universums (1. Chr. 29:11; Apg. 4:24). In einer Vision werden die 144 000 himmlischen Mitregenten Christi dargestellt, die sagen: „Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast, und deines Willens wegen existierten sie und wurden sie erschaffen“ (Offb. 4:11). Jehova hat alles erschaffen und hat deshalb das uneingeschränkte Recht, über Menschen und Geistwesen zu regieren.
4. Wozu berechtigt der freie Wille nicht?
4 Der Teufel hat nichts erschaffen. Er hat somit keinen Anspruch auf die universelle Herrschaft. Sowohl er als auch das erste Menschenpaar waren anmaßend, als sie gegen Jehovas Souveränität rebellierten (Jer. 10:23). Natürlich hatten sie einen freien Willen und konnten sich für die Unabhängigkeit von Gott entscheiden. Aber hatten sie das Recht dazu? Nein. Der freie Wille erlaubt es dem Menschen, täglich viele Entscheidungen zu treffen. Doch er berechtigt nicht dazu, gegen den Schöpfer und Lebengeber zu rebellieren. Sich gegen Jehova zu stellen ist eindeutig ein Missbrauch des freien Willens. Als Menschen brauchen wir Jehovas gerechte Herrschaft.
5. Warum können wir sicher sein, dass Gottes Entscheidungen gerecht sind?
5 Jehova ist auch deshalb der rechtmäßige Souverän, weil er seine Gewalt vollkommen gerecht ausübt. Er erklärt: „Ich [bin] Jehova . . ., der liebende Güte, Recht und Gerechtigkeit auf der Erde übt; denn an diesen Dingen habe ich Gefallen“ (Jer. 9:24). Er zieht kein Gesetzbuch von unvollkommenen Menschen zurate, um zu entscheiden, was richtig ist. Sein vollkommenes Gerechtigkeitsempfinden entspringt seinem Wesen. Auf dieser Grundlage sorgte er für geschriebene Gesetze. „Gerechtigkeit und Gericht sind die feste Stätte . . . [seines] Thrones.“ Daher können wir sicher sein, dass alle seine Gebote, Grundsätze und Entscheidungen gerecht sind (Ps. 89:14; 119:128). Obwohl der Teufel Jehova beschuldigt hat, kein fairer Herrscher zu sein, ist er selbst bis heute nicht fähig gewesen, eine gerechte Welt zu schaffen.
6. Nenne einen Grund, warum Jehova das Recht hat, die Welt zu regieren.
6 Jehova kann auch deshalb als rechtmäßiger Souverän bezeichnet werden, weil er das Wissen und die Weisheit hat, die nötig sind, um für alles, was er erschaffen hat, zu sorgen. Denken wir zum Beispiel daran, dass Gott seinem Sohn die Fähigkeit gab, Krankheiten zu heilen, gegen die Ärzte machtlos waren (Mat. 4:23, 24; Mar. 5:25-29). Für Jehova war das nichts Außergewöhnliches. Er versteht die Vorgänge im Körper und kann jeden Schaden rückgängig machen. Das schließt ein, Tote wieder aufzuerwecken und Naturkatastrophen zu verhindern.
7. Worin ist die Weisheit der Welt der Weisheit Jehovas weit unterlegen?
7 Die Welt unter dem Einfluss des Teufels sucht immer noch nach Mitteln und Wegen, nationale und internationale Konflikte zu lösen. Die nötige Weisheit, um für Weltfrieden zu sorgen, hat allein Jehova (Jes. 2:3, 4; 54:13). Je mehr wir über Jehovas Wissen und seine Weisheit erfahren, desto mehr empfinden wir wie Paulus, der unter Inspiration schrieb: „O Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Gerichte und unausspürbar seine Wege!“ (Röm. 11:33).
JEHOVAS HERRSCHAFT IST DIE BESTE
8. Was berührt dich an Jehovas Regierungsweise?
8 Die Bibel bestätigt nicht nur, dass Jehova das Recht hat zu herrschen. Sie erklärt auch, warum seine Herrschaft jeder anderen überlegen ist. Ein Grund ist, dass er mit Liebe regiert. Berührt es uns nicht, wie er seine Macht ausübt? Er ist „barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit“ (2. Mo. 34:6). Jehova behandelt seine Diener auf der Erde mit Würde und Respekt. Er sorgt besser für uns, als wir es selbst könnten. Im Gegensatz zu der Behauptung des Teufels enthält Jehova seinen treuen Dienern nichts Gutes vor. Er gab sogar seinen kostbaren Sohn, damit wir die Aussicht haben, ewig zu leben. (Lies Psalm 84:11; Römer 8:32.)
9. Woher wissen wir, dass sich Jehova für jeden Einzelnen interessiert?
9 Jehova ist nicht nur an seinem Volk als Ganzes interessiert. Er interessiert sich für jeden Einzelnen. Das zeigte sich beispielsweise in den gut 300 Jahren, in denen Jehova Richter einsetzte, um das Volk Israel von Unterdrückern zu befreien. In dieser turbulenten Zeit fiel ihm eine Nichtisraelitin namens Ruth auf, die große Opfer brachte, um seine Anbeterin zu werden. Jehova segnete Ruth mit einem Ehemann und einem Sohn. Aber damit nicht genug. Nach der Auferstehung wird sie erfahren, dass ihr Sohn ein Vorfahre des Messias war. Und stellen wir uns vor, wie sie reagiert, wenn sie ihren Lebensbericht in einem Bibelbuch entdeckt, das ihren Namen trägt (Ruth 4:13; Mat. 1:5, 16).
10. Warum ist Jehovas Herrschaft nicht zu einschränkend?
10 Jehovas Herrschaft ist weder bedrückend noch streng. Sie lässt uns Freiheit und trägt zur Freude bei (2. Kor. 3:17). David sagte dazu: „Würde und Pracht sind vor ihm [Gott], Stärke und Freude sind an seiner Stätte“ (1. Chr. 16:7, 27). Und der Psalmist Ethan schrieb: „Glücklich ist das Volk, das den Jubelschall kennt. O Jehova, im Licht deines Angesichts wandeln sie fortwährend. In deinem Namen frohlocken sie den ganzen Tag, und in deiner Gerechtigkeit sind sie erhöht“ (Ps. 89:15, 16).
11. Wie können wir unsere Überzeugung stärken, dass Jehovas Souveränität nicht zu übertreffen ist?
11 Immer wieder darüber nachzudenken, wie gut Jehova ist, kann unsere Überzeugung stärken, dass seine Herrschaft die beste ist. Wir empfinden dann wie der Psalmist: „Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als tausend anderswo“ (Ps. 84:10). Und das verwundert auch nicht, denn Jehova ist unser liebevoller Bildner und Schöpfer. Er weiß, was wir brauchen, um wirklich glücklich zu sein, und er stillt unsere Bedürfnisse großzügig. Was immer er von uns erwartet, ist für uns zum Guten und führt schließlich zu echter Freude, selbst wenn das für uns Opfer bedeutet. (Lies Jesaja 48:17.)
12. Was ist der Hauptgrund, warum wir uns für Jehovas Souveränität einsetzen?
12 Wie die Bibel zeigt, wird es nach der Tausendjahrherrschaft Christi Menschen geben, die sich gegen Jehovas Souveränität auflehnen (Offb. 20:7, 8). Wieso? Der Teufel ist dann wieder auf freiem Fuß und versucht, die Menschheit irrezuführen. Wie in der Vergangenheit wird er bestimmt an die Selbstsucht appellieren. Vielleicht wird er Menschen davon überzeugen wollen, dass man auch ewig leben kann, ohne Jehova zu gehorchen. Natürlich ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Aber die Frage ist: Wird so eine Behauptung einen Reiz auf uns ausüben? Nicht, wenn wir Jehova lieben und ihm dienen, weil er der beste und rechtmäßige Herrscher des Universums ist. So eine teuflische Behauptung wird uns dann abstoßen. Denn wir wünschen uns nichts sehnlicher als ein Leben unter der rechtmäßigen und liebevollen Oberhoheit Jehovas!
LOYAL FÜR GOTTES SOUVERÄNITÄT EINSTEHEN
13. Wie können wir Jehovas Souveränität noch unterstützen?
13 Jehova hat also das Recht zu herrschen, und seine Herrschaftsweise ist durch und durch gut. Wir können für seine Souveränität einstehen, wenn wir unsere Lauterkeit bewahren und ihm treu dienen. Wie noch? Indem wir alles so tun, wie Jehova es gern von uns getan hätte. Dadurch wird deutlich, dass wir seine Herrschaftsweise lieben und uns für sie einsetzen. (Lies Epheser 5:1, 2.)
14. Wie können Älteste und Familienoberhäupter Jehova nachahmen?
14 Aus unserem Studium der Bibel wissen wir, dass Jehova seine Macht liebevoll ausübt. Familienoberhäupter und Älteste, die seine Souveränität lieben, treten deshalb nicht fordernd auf, so als hätten sie ihren eigenen kleinen Herrschaftsbereich. Sie ahmen Jehova nach. Auch Paulus ahmte Gott und seinen Sohn nach (1. Kor. 11:1). Er brachte andere nicht in Verlegenheit, noch zwang er sie, etwas auf eine ganz bestimmte Weise zu tun. Stattdessen wandte er sich bittend an sie (Röm. 12:1; Eph. 4:1). So geht Jehova an etwas heran. Und wer seine Herrschaftsweise liebt und unterstützt, ahmt ihn darin nach.
15. Woran ist zu erkennen, dass wir Jehovas Herrschaftsweise lieben?
15 Wie stehen wir zu dem göttlichen Prinzip der Leitung durch ein Haupt? Durch unsere Bereitschaft, respektvoll mit anderen zusammenzuarbeiten, unterstützen wir Jehovas Souveränität. Wir respektieren die theokratische Ordnung selbst dann, wenn wir eine Entscheidung nicht völlig verstehen oder damit nicht einiggehen. Das zeichnet ein Leben unter der Herrschaft Jehovas aus, auch wenn sich die Welt ganz anders verhält (Eph. 5:22, 23; 6:1-3; Heb. 13:17). Da Gott unser Wohl am Herzen liegt, wirkt es sich nur gut aus, so zu handeln.
16. Wie treffen Unterstützer der Souveränität Gottes persönliche Entscheidungen?
16 Auch durch unsere persönlichen Entscheidungen können wir Gottes Souveränität unterstützen. Jehova stellt nicht für jede Situation ein Gebot auf. Stattdessen offenbart er uns seine Denkweise und möchte, dass wir uns davon leiten lassen. Zum Beispiel legt er nicht haargenau fest, wie sich Christen kleiden sollen. Doch er lässt uns wissen, was er sich in Bezug auf unser Äußeres wünscht: Es sollte bescheiden und für einen Diener Gottes passend sein (1. Tim. 2:9, 10). Ihm liegt auch viel daran, dass wir durch unsere Entscheidungen niemand beunruhigen oder bei ihm Anstoß erregen (1. Kor. 10:31-33). Uns nach Jehovas Denkweise und Interessen auszurichten und nicht nach eigenen Vorlieben, verrät, wie sehr wir seine Herrschaftsweise schätzen.
Als Familie und bei Entscheidungen für Jehovas Souveränität eintreten (Siehe Absatz 16—18)
17, 18. Wie können Ehepaare Jehovas Souveränität unterstützen?
17 Sehen wir uns nun an, wie sich Ehepaare für Jehovas Souveränität einsetzen können. Was, wenn das Eheleben schwieriger ist als erwartet? Vielleicht ist man sogar regelrecht enttäuscht. Dann halten wir doch einmal inne und denken darüber nach, wie Jehova mit Israel in alter Zeit umging. Er bezeichnete sich als Ehemann dieses Volkes (Jes. 54:5; 62:4). Und was für eine schwierige „Ehe“ das war! Aber Jehova gab nicht leichtfertig auf. Er war immer wieder barmherzig und stand loyal zu seinem Bund mit ihnen. (Lies Psalm 106:43-45.) Wie anziehend Jehovas loyale Liebe doch ist!
18 Ehepaare, die Jehovas Maßstäbe lieben, ahmen ihn nach. Sie suchen keinen Ausweg aus ihrer Ehe. Ihnen ist bewusst: Jehova hat sie verbunden und er möchte, dass sie fest zueinanderhalten. Der einzige schriftgemäße Grund für eine Scheidung, die zur Wiederverheiratung berechtigen mag, ist sexuelle Unmoral (Mat. 19:5, 6, 9). Wenn Ehepaare das Beste aus ihrer Situation machen und sich sogar bemühen, sie zu verbessern, beziehen sie für Jehovas gerechte Herrschaftsweise Stellung.
19. Was sollten wir tun, wenn es uns nicht gelungen ist, für Gottes Souveränität einzutreten?
19 Wir sind nicht vollkommen und enttäuschen Jehova manchmal. Er weiß das und hat in seiner Liebe durch das Lösegeld Christi für uns Vorsorge getroffen. Unterläuft uns ein Fehler, können wir Jehova daher um Vergebung bitten (1. Joh. 2:1, 2). Bemühen wir uns, aus dem Fehler zu lernen, statt uns immer wieder selbst zu verurteilen. Wenn wir Jehova nahebleiben, wird er uns vergeben, uns heilen und uns helfen, ähnliche Situationen zu meistern (Ps. 103:3).
20. Warum ist jetzt die Zeit, Jehovas Souveränität zu unterstützen?
20 In der neuen Welt werden alle unter Jehovas Souveränität leben und seine gerechten Wege kennenlernen (Jes. 11:9). Vieles lernen wir jedoch schon heute. Und die Klärung der Streitfrage ist in vollem Gange. Jetzt ist die Zeit, für Gottes Souveränität Stellung zu beziehen — durch unsere Lauterkeit, unseren Dienst und unser ernsthaftes Bemühen, ihn bei allem, was wir tun, nachzuahmen.
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