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Jehova ist bereit zu vergeben: Was bedeutet das für dich?Der Wachtturm 2012 | 15. November
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WIE DAVID BETET UND JEHOVA IHM VERGIBT
8, 9. Was verrät Psalm 51 über Davids tiefste Empfindungen, und was erfahren wir darin über Jehova?
8 Wie unendlich leid David das alles tut, wird an einem Lied deutlich, das er nach diesen Ereignissen verfasst: Psalm 51. Seine zu Herzen gehenden Bitten verraten, dass es für ihn nicht damit getan ist, seine Fehler zuzugeben — er bereut sie zutiefst! Seine allergrößte Sorge dabei ist sein Verhältnis zu seinem Gott: „Gegen dich, dich allein, habe ich gesündigt“, räumt er ein und fleht Jehova an: „Schaffe in mir auch ein reines Herz, o Gott, und leg einen neuen, einen festen Geist in mich. . . . Lass zu mir wiederkehren das Frohlocken der von dir bewirkten Rettung, und mögest du mich auch mit einem willigen Geist stützen“ (Ps. 51:1-4, 7-12). Da stellt sich uns unwillkürlich die Frage: Bin ich genauso ehrlich und bringe meine innersten Gefühle zum Ausdruck, wenn ich Jehova meine Fehler bekenne?
9 Jehova erspart David nicht die bitteren Folgen seiner Sünden. Sie begleiten den König sein Leben lang. Aber Jehova vergibt ihm. Auf welcher Grundlage? Er hält ihm seine echte Reue zugute, sein „gebrochenes und zerschlagenes Herz“ (Ps. 51:17). (Lies Psalm 32:5.) In seiner Allmacht und Größe kennt Jehova ganz genau die eigentlichen Gefühle und Motive hinter einer Sünde. Aus Barmherzigkeit nimmt er den Fall von David und Bathseba persönlich in die Hand, statt die beiden von unvollkommenen Menschen aburteilen und nach dem Gesetz Mose als Ehebrecher hinrichten zu lassen (3. Mo. 20:10). Später setzt er sogar einen Sohn der beiden — Salomo — als König über Israel ein (1. Chr. 22:9, 10).
10. (a) Welchen Grund hatte Jehova vielleicht noch, David zu vergeben? (b) Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, damit einem Jehova vergeben kann?
10 Jehova vergab David vielleicht auch deshalb, weil David selbst früher mit Saul barmherzig umgegangen war (1. Sam. 24:4-7). Wie Jesus erklärte, behandelt uns Jehova so, wie wir andere behandeln: „Hört auf zu richten, damit ihr nicht gerichtet werdet; denn mit dem Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch messen“ (Mat. 7:1, 2). Ist es nicht enorm beruhigend zu wissen, dass Jehova bereit ist, unsere Sünden zu vergeben — sogar wenn es sich um so schwere Fehler wie Ehebruch oder Mord handelt? Die Voraussetzung dafür ist, dass wir selbst zum Vergeben bereit sind, ihm unsere Sünden ehrlich bekennen und einen grundlegenden Sinneswandel erkennen lassen. Wenn Sünder ehrlich bereuen, dann können sie mit „Zeiten der Erquickung“ rechnen. (Lies Apostelgeschichte 3:19.)
MANASSE SÜNDIGT SCHWER, BEREUT ABER
11. In welchem Ausmaß tat Manasse, was böse war in Jehovas Augen?
11 Wie weit Jehovas Bereitschaft zu vergeben geht, wird auch an einem anderen Bibelbericht deutlich. Seit Davids Regierungsantritt sind etwa 360 Jahre vergangen, da wird Manasse König von Juda. Er regiert 55 Jahre lang. Seine Herrschaft wird zum Synonym für abgrundtiefe Bosheit. Was er treibt, ist so abscheulich, dass Jehova ein Strafurteil ausspricht. Er tut wirklich „in großem Ausmaß“, was böse ist in den Augen Jehovas: baut Altäre für den falschen Gott Baal, betet Sonne, Mond und Sterne an, lässt seine Söhne als Opfer für einen Götzen im Feuer verbrennen, fördert spiritistische Praktiken und vieles mehr (2. Chr. 33:1-6).
12. Wie kehrte Manasse zu Jehova um?
12 Schließlich wird Manasse nach Babylon verschleppt und dort ins Gefängnis geworfen. Jetzt erinnert er sich möglicherweise an etwas, was Moses den Israeliten einmal gesagt hatte: „Wenn du in Bedrängnis bist und alle diese Worte am Ausgang der Tage bei dir eingetroffen sind, dann wirst du zu Jehova, deinem Gott, umkehren und auf seine Stimme hören müssen“ (5. Mo. 4:30). Und Manasse kehrt tatsächlich zu Jehova um. Wie? Er „demütigt sich ständig tief“ und „betet fortwährend“ zu Gott (wie auf Seite 21 zu sehen ist) (2. Chr. 33:12, 13). Was genau Manasse in seinen Gebeten sagt, berichtet die Bibel nicht. Aber man kann sich gut vorstellen, dass er ähnliche Worte gebraucht wie David in Psalm 51. Fest steht: Manasse ändert seine Einstellung von Grund auf.
13. Warum vergab Jehova Manasse?
13 Wie reagiert Jehova nun auf Manasses Gebete? Er lässt sich „von ihm erbitten“ und hört „sein Flehen um Gunst“. Wie einst David erkennt Manasse die Tragweite seiner Sünden und bereut von Herzen. Deshalb vergibt ihm Jehova, bringt ihn nach Jerusalem zurück und lässt ihn wieder als König regieren. So erkennt Manasse, „dass Jehova der wahre Gott ist“ (2. Chr. 33:13). Macht nicht auch dieses Beispiel viel Mut? Was für ein eindrucksvoller Beweis, dass Jehova barmherzig ist und vergibt, wenn jemand ehrlich bereut!
Manasse durfte wieder in Jerusalem als König regieren, weil Jehova ihm vergab
VERGIBT JEHOVA IMMER?
14. Was entscheidet darüber, ob Jehova Sündern vergibt?
14 Heute müssen wohl die wenigsten von uns Jehova jemals wegen so schwerer Sünden um Vergebung bitten wie David und Manasse. Aber dass Jehova diesen beiden Königen vergab, macht deutlich: Unser Gott ist bereit, sogar schwerste Sünden zu verzeihen, sofern der Sünder von Herzen bereut.
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Jehova ist bereit zu vergeben: Was bedeutet das für dich?Der Wachtturm 2012 | 15. November
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JEHOVAS BEREITSCHAFT ZU VERGEBEN — UND WIR
17, 18. Welche Einstellung brauchen wir, damit uns Jehova vergeben kann?
17 Wozu sollte Jehovas Bereitschaft zu vergeben uns veranlassen? Ganz bestimmt ist es angebracht, so zu reagieren wie David und Manasse: unseren sündigen Zustand eingestehen, unsere Fehler bereuen, Jehova eindringlich um Vergebung anflehen und ihn bitten, in uns ein „reines Herz“ zu schaffen (Ps. 51:10). Und falls es sich um schwere Sünden handelt, sollten wir uns auch an die Ältesten um Hilfe wenden (Jak. 5:14, 15). Ganz gleich, in welcher Lage wir sind — es ist ein großer Trost, daran zu denken, wie sich Jehova Moses gegenüber einmal selbst beschrieben hat: als einen Gott, „barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit, der Tausenden liebende Güte bewahrt, der Vergehung und Übertretung und Sünde verzeiht“. Jehova hat sich seitdem kein bisschen geändert (2. Mo. 34:6, 7).
18 Reumütigen Israeliten versprach er, ihre Sünden vollständig auszulöschen. Dazu gebrauchte er ein eindrucksvolles Beispiel: Auch wenn ihre Sünden scharlachrot wären, würden sie so weiß werden wie Schnee. (Lies Jesaja 1:18.) Was bedeutet Jehovas Bereitschaft zu vergeben also für uns? Dass unsere Fehler und Sünden komplett aus der Welt geschafft werden — vorausgesetzt, wir lassen eine reumütige, dankbare Einstellung erkennen.
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