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Jehova ist mein AnteilDer Wachtturm 2011 | 15. September
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Jehova ist mein Anteil
„Ich bin dein Anteil und dein Erbe inmitten der Söhne Israels“ (4. MO. 18:20)
1, 2. (a) Wie erging es den Leviten, als das Land der Verheißung unter die Stämme aufgeteilt wurde? (b) Was sicherte Jehova den Leviten zu?
ALS die Israeliten das Land der Verheißung weitgehend erobert hatten, machte sich Josua zusammen mit Vorstehern der Stämme und dem Hohen Priester Eleasar daran, das Land aufzuteilen. Durch Losentscheid wurde jedem Stamm ein Anteil als Erbbesitz zugesprochen (4. Mo. 34:13-29). Den Leviten jedoch sollte als einzigem Stamm kein Landanteil gegeben werden (Jos. 14:1-5). Warum erhielten sie kein eigenes Stammesgebiet? Wurden sie übergangen?
2 Das erfahren wir aus dem, was ihnen Jehova selbst dazu sagte. Er versicherte ihnen, sie nicht im Stich zu lassen, und erklärte: „Ich bin dein Anteil und dein Erbe inmitten der Söhne Israels“ (4. Mo. 18:20). Ist das nicht ein wunderschönes Versprechen: „Ich bin dein Anteil“? Wie würdest du empfinden, wenn Jehova das zu dir sagen würde? Vielleicht würdest du erst einmal denken: „Bin ich es denn wert, dass mir der Allmächtige so etwas verspricht?“ Und eventuell würdest du dich fragen: „Ist es überhaupt möglich, dass Jehova für einen Christen heute zum ‚Anteil‘ wird, wo wir doch alle unvollkommen sind?“ Diese Fragen gehen dich ganz persönlich an und auch die Menschen, die du liebst. Untersuchen wir also, was mit dieser Aussage gemeint ist. Das wird uns verstehen helfen, wie Jehova heute der „Anteil“ eines Christen sein kann — ja ganz konkret dein „Anteil“, ganz gleich, ob du darauf hoffen darfst, in den Himmel zu kommen oder im Paradies auf der Erde zu leben.
Jehova sorgt für die Leviten
3. Wie kam es dazu, dass Jehova die Leviten für seinen Dienst einsetzte?
3 Bevor Jehova den Israeliten das Gesetz Mose gab, diente jedes Familienoberhaupt als Priester für seine Angehörigen. Doch unter dem Gesetz sorgte er dann für eine hauptamtliche Priesterschaft sowie für Gehilfen aus dem Stamm Levi. Wie kam es dazu? Als er alle Erstgeborenen der Ägypter tötete, heiligte er alle Erstgeborenen Israels, das heißt, er sonderte sie ab als persönliches Eigentum für seinen Dienst. Dann entschied er, die Leviten dafür einzusetzen „anstelle aller Erstgeborenen unter den Söhnen Israels“. Eine Zählung ergab, dass es nicht ganz so viele Leviten gab wie erstgeborene Söhne der Israeliten, und deshalb wurde für die Differenz ein Loskaufspreis bezahlt (4. Mo. 3:11-13, 41, 46, 47). So konnten jetzt die Leviten die Aufgabe übernehmen, dem Gott Israels zu dienen.
4, 5. (a) Was bedeutete es für die Leviten, dass Jehova ihr „Anteil“ war? (b) Wie sorgte er für sie?
4 Was ergab sich für die Leviten daraus? Jehova sagte, er werde ihr „Anteil“. Wie? Statt einen Landanteil zu bekommen, wurde ihnen eine unvergleichlich wertvolle Dienstaufgabe als Erbe anvertraut: „das Priestertum Jehovas“ (Jos. 18:7). Würden sie deshalb mittellos dastehen? Keineswegs. Das zeigt der Zusammenhang von 4. Mose 18:20. (Lies 4. Mose 18:19, 21, 24.) Die Leviten sollten „jeden Zehnten in Israel zum Erbteil als Entgelt für ihren Dienst“ erhalten. Ihnen wurden also zehn Prozent vom Ertrag der Israeliten sowie vom Zuwachs ihrer Viehherden gegeben. Mit dem zehnten Teil davon wiederum sollten die Leviten die Priester unterstützen — und zwar mit dem „Allerbesten“ (4. Mo. 18:25-29).a Die Priester sollten auch „alle heiligen Beiträge“ erhalten, die die Israeliten Gott zu seiner Anbetungsstätte brachten. Wer zur Priesterschaft gehörte, hatte demnach allen Grund, darauf zu vertrauen, dass Jehova für ihn sorgen würde.
5 Wie es scheint, sah das Gesetz Mose noch einen zweiten Zehnten vor, der hauptsächlich zurückgelegt wurde, damit die Familien bei den alljährlichen heiligen Zusammenkünften ihre Unkosten decken und sich auch einmal etwas gönnen konnten (5. Mo. 14:22-27). Am Ende jedes dritten und jedes sechsten Jahres im Zyklus der Sabbatjahre dagegen sollten die Israeliten diesen Zehnten an ihrem Wohnort den Armen zukommen lassen sowie den Leviten. Warum auch ihnen? Weil sie „weder Anteil noch Erbbesitz“ in Israel hatten (5. Mo. 14:28, 29).
6. Wo wohnten die Leviten, die ja keinen Stammesbesitz in Israel hatten?
6 „Wo lebten denn die Leviten, wenn sie kein Land hatten?“, fragst du dich vielleicht. Gott sorgte für sie. Er gab ihnen 48 Städte samt den umliegenden Weidegründen, darunter die sechs Zufluchtsstädte (4. Mo. 35:6-8). Damit hatten sie ein Zuhause, wenn sie nicht in Gottes Heiligtum dienten. Alle, die sich im Dienst für Jehova verausgabten, wurden von ihm bestens versorgt. Er konnte sich um all ihre Bedürfnisse kümmern und wollte das auch. Dadurch, dass sich die Leviten voll und ganz darauf verließen, zeigten sie: Jehova war tatsächlich ihr „Anteil“.
7. Was brauchten die Leviten, damit Jehova ihr „Anteil“ sein konnte?
7 Das Gesetz Mose schrieb keine Strafe für einen Israeliten vor, der den Zehnten nicht zahlte. Vernachlässigte das Volk diese Pflicht, hatten allerdings die Priester und die Leviten darunter zu leiden. Dazu kam es beispielsweise in den Tagen Nehemias. Weil den Leviten nichts anderes übrig blieb, als auf ihren Feldern zu arbeiten, kam ihr Dienst im Tempel zu kurz. (Lies Nehemia 13:10.) Ob der Stamm Levi versorgt war, hing somit maßgeblich davon ab, wie es um den Gehorsam der Nation gegenüber Jehova bestellt war. Und auch die Priester und Leviten selbst mussten auf Jehova vertrauen und auf die Art und Weise, wie er sie versorgte.
Einzelpersonen hatten Jehova als ihren „Anteil“
8. Was machte dem Leviten Asaph zu schaffen?
8 Jehova war also für den Stamm Levi als „Anteil“ bestimmt, aber interessanterweise gebrauchten auch einzelne Leviten die Formulierung „Jehova ist mein Teil“, um auszudrücken, dass sie ihm ergeben waren und auf ihn vertrauten (Klag. 3:24). Einer von ihnen war ein levitischer Sänger und Komponist, den wir Asaph nennen wollen — auch wenn es sich bei ihm möglicherweise nicht um den Asaph handelte, der die Sänger in den Tagen König Davids anleitete, sondern um einen seiner Nachkommen (1. Chr. 6:31-43). In Psalm 73 erfahren wir, dass dieser Asaph einmal neidisch wurde auf die Bösen. Er konnte nicht verstehen, warum es ihnen allem Anschein nach so gut ging, und sagte sogar: „Sicherlich ist es vergeblich, dass ich mein Herz gereinigt habe und dass ich in Unschuld meine Hände wasche.“ Offenbar hatte er aus den Augen verloren, was für eine wertvolle Dienstaufgabe ihm Jehova übertragen hatte und dass Jehova sein „Anteil“ war. Zu schaffen machte ihm das so lange, bis er „in das großartige Heiligtum Gottes kam“ (Ps. 73:2, 3, 12, 13, 17).
9, 10. Warum konnte Asaph Jehova als „mein Teil auf unabsehbare Zeit“ bezeichnen?
9 Dort gelang es Asaph, alles wieder mit Jehovas Augen zu sehen. Ist es dir schon einmal ähnlich ergangen? Vielleicht hattest du damals ein wenig das Gefühl dafür verloren, wie kostbar dein heiliger Dienst ist, und dir mehr Gedanken darüber gemacht, worauf du materiell alles verzichten musst. Aber durch das Bibelstudium und die Zusammenkünfte hast du dir wieder die Sichtweise Jehovas angeeignet. Asaph ging auf, welches Ende es mit den Bösen nehmen würde. Er dachte über seine Lebensumstände als Diener Jehovas nach und erkannte, dass ihn sein Gott bei der Hand nehmen und führen würde. Deshalb konnte er zu Jehova sagen: „Neben dir habe ich keine andere Lust auf der Erde“ (Ps. 73:23, 25). Anschließend nannte er Jehova „mein Teil“. (Lies Psalm 73:26.) Selbst wenn sein Organismus und sein Herz versagen würden — Gott wäre sein „Teil auf unabsehbare Zeit“. Er war zuversichtlich: Jehova würde sich an ihn als Freund erinnern und seinen treuen Dienst nie vergessen (Pred. 7:1). Das muss Asaph sehr viel Mut gemacht haben! Er schrieb: „Was aber mich betrifft, so ist es für mich gut, mich Gott zu nahen. Zu dem Souveränen Herrn Jehova habe ich meine Zuflucht genommen“ (Ps. 73:28).
10 Wenn Asaph Jehova als seinen „Teil“ oder „Anteil“ bezeichnete, meinte er damit nicht nur die materielle Unterstützung, die er als Levit erhielt. Vor allem ging es ihm um seinen wertvollen Dienst für Jehova und um sein Verhältnis zu ihm: die Freundschaft, die er zum Allerhöchsten aufgebaut hatte (Jak. 2:21-23). Um ein Freund Jehovas bleiben zu dürfen, musste er fest an ihn glauben und ihm vertrauen. Er musste davon überzeugt sein, dass Jehova ihn mit einer glücklichen Zukunft belohnen würde, wenn er so lebte, wie es seinem Gott gefiel. Für dich wird der Allmächtige genau das Gleiche tun — darauf kannst du bauen!
11. Welche Frage machte Jeremia zu schaffen, und wie wurde sie beantwortet?
11 Der Prophet Jeremia war ebenfalls ein Levit, der sagte: „Jehova ist mein Teil.“ Was meinte er damit? Er wohnte in Anathoth, einer Stadt der Leviten in der Nähe von Jerusalem (Jer. 1:1). Auch ihm machte einmal die Frage schwer zu schaffen: Warum ging es den Bösen so gut, während die Gerechten leiden mussten? (Jer. 12:1). Mit anschauen zu müssen, was sich in Jerusalem und Juda abspielte, drängte ihn dazu, Jehova sein Leid zu klagen. Er wusste natürlich, dass Jehova gerecht ist. Und Jehova beantwortete ihm seine Frage auf eindrucksvolle Weise: Er ließ ihn die Vernichtung der Bösen voraussagen und machte diese Prophezeiung dann auch wahr. Wer Jehovas Anweisungen gehorchte, erhielt tatsächlich „seine Seele“ als „Beute“, die wohlhabenden Bösen dagegen ignorierten die Warnung und kamen ums Leben (Jer. 21:9).
12, 13. (a) Was veranlasste Jeremia zu sagen: „Jehova ist mein Teil“, und wie war er eingestellt? (b) Warum brauchten alle Stämme Israels die gleiche „wartende Haltung“?
12 Als sich Jeremia später seine verwüstete Heimat betrachtete, kam es ihm so vor, als ließe ihn Jehova in tiefer Dunkelheit umhergehen und „an finsteren Stätten“ sitzen „wie längst Verstorbene“ (Klag. 1:1, 16; 3:6). Jeremia hatte an die widerspenstigen Israeliten appelliert, zu ihrem himmlischen Vater umzukehren, aber ihr schlechtes Verhalten nahm solche Ausmaße an, dass Jehova nichts anderes übrig blieb, als Jerusalem und Juda vernichten zu lassen. Das tat Jeremia sehr weh, obwohl ihn ja keine Schuld traf. In seiner tiefen Trauer erinnerte er sich an Jehovas von Herzen kommendes, aktives Mitgefühl. Er sagte: „Es sind die Taten liebender Güte Jehovas, dass es mit uns nicht zu Ende gegangen ist, denn seine Erbarmungen . . . sind jeden Morgen neu.“ In genau diesem Zusammenhang äußerte er die Worte: „Jehova ist mein Teil.“ Er durfte seinem Gott nämlich nach wie vor als Prophet dienen. (Lies Klagelieder 3:22-24.)
13 Siebzig Jahre lang sollten die Israeliten ohne Heimat sein, sollte ihr Land verwüstet daliegen (Jer. 25:11). Doch Jeremia vertraute auf die Barmherzigkeit Jehovas. Das zeigen seine Worte: „Jehova ist mein Teil.“ Er hatte somit allen Grund, „eine wartende Haltung“ zu bekunden — zuversichtlich, dass Jehova etwas unternehmen würde. Die gleiche Einstellung brauchten alle Israeliten, denn jeder Stamm hatte sein Erbe verloren. Ihre einzige Hoffnung war Jehova. Nach den 70 Jahren konnte Gottes Volk in seine Heimat zurückkehren und durfte Jehova dort wieder dienen (2. Chr. 36:20-23).
Auch andere konnten Jehova als ihren „Anteil“ haben
14, 15. Welcher Nichtlevit hatte Jehova als seinen „Anteil“, und warum?
14 Asaph wie auch Jeremia gehörten zum Stamm Levi. Erhielten aber nur Leviten die wertvolle Aufgabe, Jehova zu dienen? Nein. Als junger Mann sagte David, der zum künftigen König über Israel bestimmt war, zu Jehova: „Du bist . . . mein Teil im Land der Lebenden.“ (Lies Psalm 142:1, 5.) David befand sich nicht in einem Palast, als er diesen Psalm schrieb, ja nicht einmal in einem Haus. Er war in einer Höhle, wo er sich vor seinen Feinden versteckte. Bei mindestens zwei Gelegenheiten suchte David Zuflucht in einer Höhle: einmal bei Adullam und ein anderes Mal in der Wildnis von En-Gedi. Gut möglich, dass er Psalm 142 in einer dieser Höhlen verfasste.
15 Falls das zutrifft, war es König Saul, der David nachstellte und ihn umbringen wollte. David floh in eine schwer zugängliche Höhle (1. Sam. 22:1, 4). Die Gegend war sehr abgelegen und David dürfte sich ziemlich alleingelassen gefühlt haben, ohne den Schutz und Beistand eines Freundes (Ps. 142:4). In dieser Lage rief er seinen Gott an.
16, 17. (a) Was für Gründe hätte David haben können, sich allein und verloren vorzukommen? (b) Von wem konnte sich David Hilfe erhoffen?
16 Vielleicht hatte David, als er Psalm 142 schrieb, gerade erfahren, wie es dem Hohen Priester Ahimelech ergangen war. Dieser hatte David unterstützt, ohne zu wissen, dass er vor Saul auf der Flucht war. Dafür hatte der eifersüchtige König ihn und seine Hausgemeinschaft umbringen lassen (1. Sam. 22:11, 18, 19). David fühlte sich verantwortlich für ihren Tod — so sehr, als hätte er die Priester, die ihm geholfen hatten, selbst getötet. Hättest du an Davids Stelle genauso empfunden? Dazu kam, dass er keine ruhige Minute hatte, weil Saul ihm ständig auf den Fersen war.
17 Kurz darauf starb der Prophet Samuel, der David zum künftigen König gesalbt hatte (1. Sam. 25:1). Wie allein und verloren sich David jetzt gefühlt haben könnte! Aber er wusste genau, an wen er sich um Hilfe wenden konnte: an Jehova. Ihm war zwar nicht die gleiche Dienstaufgabe übertragen worden wie den Leviten, aber er war bereits dazu gesalbt worden, seinem Gott in der Zukunft auf andere Weise zu dienen — als König über Gottes Volk (1. Sam. 16:1, 13). David schüttete daher Jehova sein Herz aus und verließ sich weiter auf seine Anleitung. Verausgabst auch du dich im Dienst für Jehova? Dann kannst du ihn ebenfalls als deinen „Anteil“ und deinen Zufluchtsort betrachten — ja, du solltest es sogar.
18. Wie bewiesen die Diener Jehovas, über die wir gesprochen haben, dass sie Jehova als ihren „Anteil“ hatten?
18 Was bedeutete es für die Diener Jehovas, über die wir gesprochen haben, Jehova als ihren „Anteil“ zu haben? Sie alle erhielten eine Aufgabe in seinem Dienst. Und sie vertrauten darauf, dass sie dabei von ihm versorgt würden. Sowohl Leviten als auch andere Israeliten (wie David) konnten Jehova als ihren „Anteil“ betrachten. Wie kannst du es ihnen nachmachen? Das wollen wir im nächsten Artikel besprechen.
[Fußnote]
a Zu Einzelheiten über den Unterhalt der Priester siehe Einsichten über die Heilige Schrift, Band 2, Seite 616.
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Erlaubst du Jehova, dein „Anteil“ zu sein?Der Wachtturm 2011 | 15. September
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Erlaubst du Jehova, dein „Anteil“ zu sein?
Fahrt fort, zuerst das Königreich und SEINE Gerechtigkeit zu suchen, und alle diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden (MAT. 6:33)
1, 2. (a) Wofür steht das „Israel Gottes“, von dem in Galater 6:16 die Rede ist? (b) Wofür stehen die „zwölf Stämme Israels“ aus Matthäus 19:28?
WORAN denkst du, wenn du den Namen „Israel“ in der Bibel liest? An Isaaks Sohn Jakob, der in „Israel“ umbenannt wurde? Oder an seine Nachkommen, das Volk Israel? Vielleicht denkst du ja auch an das „geistige“ Israel. Spricht die Bibel im übertragenen Sinn von Israel, ist in der Regel das „Israel Gottes“ gemeint, die 144 000, die mit heiligem Geist gesalbt worden sind, um im Himmel Könige und Priester zu werden (Gal. 6:16; Offb. 7:4; 21:12). Aber es gibt da noch einen besonderen Hinweis auf die 12 Stämme Israels. Wir finden ihn in Matthäus 19:28.
2 Jesus sagte: „In der Wiedererschaffung, wenn sich der Menschensohn auf seinen Thron der Herrlichkeit setzt, werdet auch ihr selbst, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.“ In diesem Vers stehen die „zwölf Stämme Israels“ für alle, die von Jesu gesalbten Nachfolgern gerichtet werden und ewig im Paradies auf der Erde leben dürfen. Ihnen werden die Priesterdienste der 144 000 zugutekommen.
3, 4. Welches gute Beispiel geben gesalbte Christen?
3 Wie die Priester und Leviten in alter Zeit, so betrachten auch gesalbte Christen heute ihren Dienst als etwas Kostbares (4. Mo. 18:20). Gesalbten Christen ist ebenfalls kein Erbe auf der Erde in Form eines „Landes“ oder Gebiets in Aussicht gestellt worden. Sie erwarten stattdessen, im Himmel mit Jesus Christus als Könige und Priester zu dienen, und werden dort ihren Dienst für Jehova fortsetzen. Das geht aus Offenbarung 4:10, 11 hervor, wo sie in ihrer himmlischen Stellung beschrieben werden (Hes. 44:28).
4 Solange sie noch auf der Erde sind, ist an ihrer Lebensweise zu erkennen, dass Jehova ihr „Anteil“ ist. Absoluten Vorrang geben sie ihrem kostbaren Dienst für Gott. Sie glauben fest an das Loskaufsopfer Jesu Christi und folgen ihm beständig, um so ihre „Berufung und Auserwählung festzumachen“ (2. Pet. 1:10). Nicht alle von ihnen haben die gleichen Umstände und Fähigkeiten. Aber irgendwelche persönlichen Grenzen sind für sie kein Vorwand, sich im Dienst für Gott auf ein Minimum zu beschränken. Im Gegenteil, dieser Dienst hat einen so hohen Stellenwert für sie, dass sie sich darin verausgaben. Damit geben sie allen, die hoffen, im Paradies auf der Erde zu leben, ein gutes Beispiel.
5. Wie können alle Christen Jehova als ihren „Anteil“ haben? Warum ist das nicht immer leicht?
5 Für alle Christen — ob sie im Himmel oder auf der Erde leben werden — gilt Jesu Aussage: „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme seinen Marterpfahl auf und folge mir beständig“ (Mat. 16:24). Millionen, die ewiges Leben im Paradies in Aussicht haben, dienen Gott und folgen Christus auf genau diese Weise. Sie geben sich nicht mit ein wenig Einsatz im Dienst für Gott zufrieden, wenn sie wissen, dass sie eigentlich mehr tun könnten. Viele haben ihr Leben vereinfacht und sind Pioniere geworden. Andere schaffen es, ein paar Monate im Jahr Pionier zu sein. Und selbst wer nicht Pionier sein kann, gibt im Dienst sein Bestes. Was all diese Christen tun, erinnert an Maria, die aus Ergebenheit duftendes Öl über Jesus ausgoss. Er sagte dazu: „Sie hat eine vortreffliche Tat an mir getan. . . . Sie hat getan, was sie konnte“ (Mar. 14:6-8). Für uns ist es nicht immer leicht, zu tun, was wir können. Schließlich leben wir in einer vom Teufel beherrschten Welt. Aber wir setzen unsere ganze Kraft ein und verlassen uns auf Jehova. Vier Bereiche, in denen sich das deutlich zeigt, möchten wir uns jetzt etwas näher ansehen.
Zuerst Gottes Königreich suchen
6. (a) Woran zeigt sich, dass die meisten ihren „Anteil“ nur im heutigen Leben sehen? (b) Warum ist es besser, so zu denken wie David?
6 Jesus lehrte seine Nachfolger, sie sollten zuerst das Königreich Gottes und seine Gerechtigkeit suchen. Die meisten Menschen heute stellen eher ihre eigenen Interessen voran. Die Bibel bezeichnet sie als „Menschen dieses Systems der Dinge, deren Anteil in diesem Leben ist“. (Lies Psalm 17:1, 13-15.) Vielen liegt einfach nichts an ihrem Schöpfer, und so konzentrieren sie sich voll und ganz darauf, ihr Leben möglichst angenehm zu gestalten, Kinder aufzuziehen und ihnen ein Erbe zu hinterlassen. Ihr „Anteil“ ist nur im heutigen Leben. David dagegen wollte sich einen „guten Namen“ bei Jehova machen, wie sein Sohn Salomo später jedem ans Herz legte (Pred. 7:1, Fn.). Genau wie Asaph wusste auch David: Jehova zum Freund zu haben ist das Allerwichtigste im Leben, viel wichtiger als eigene Interessen. Seinen Weg mit Gott zu gehen machte ihm große Freude. Heute gibt es viele Christen, die dem Dienst für Jehova den Vorrang vor ihrer Berufstätigkeit gegeben haben.
7. Wie wurde ein Bruder dafür gesegnet, dass er das Königreich an die erste Stelle setzte?
7 Ein Beispiel dafür ist Jean-Claude, ein Ältester und Vater von drei Kindern in der Zentralafrikanischen Republik. Arbeit ist in diesem Land nur schwer zu finden, und die meisten, die eine Stelle haben, würden so gut wie alles dafür tun, sie zu behalten. Eines Tages wurde Jean-Claude von seinem Produktionsleiter angewiesen, ab sofort abends ab halb sieben zu arbeiten — und das an sieben Tagen in der Woche. Jean-Claude erklärte ihm, er sei nicht nur dafür verantwortlich, dass seine Familie materiell versorgt ist, sondern auch seelsorgerisch. Außerdem habe er ähnliche Pflichten auch in seiner Gemeinde. Darauf bekam er zur Antwort: „Wenn Sie in der glücklichen Lage sind, eine Stelle zu haben, müssen Sie alles andere vergessen, auch Ihre Frau, Ihre Kinder und Ihre Probleme. Sie haben für Ihre Arbeit zu leben — für nichts als Ihre Arbeit. Sie müssen sich entscheiden, was Ihnen wichtiger ist: Ihre Religion oder Ihr Job!“ Was hättest du an Jean-Claudes Stelle getan? Er machte sich bewusst: Verliert er seine Arbeit, dann wird sich Jehova um ihn kümmern. Im Dienst für ihn hätte er mehr als genug zu tun, und er würde ihn dabei unterstützen, seine Familie mit allem Nötigen zu versorgen. Deshalb besuchte er die nächste Zusammenkunft während der Woche. Danach machte er sich fertig für die Arbeit, ohne zu wissen, ob er die Stelle überhaupt noch hatte. Er wollte gerade gehen, da erhielt er einen Anruf. Der Produktionsleiter war entlassen worden — nicht aber unser Bruder!
8, 9. Wie können wir uns an den Priestern und Leviten ein Beispiel nehmen und Jehova als unseren „Anteil“ betrachten?
8 Wer schon einmal in der Situation war, dass er um seinen Arbeitsplatz fürchten musste, hat sich vielleicht gefragt: „Wie soll ich dann meiner Verpflichtung nachkommen, für meine Familie zu sorgen?“ (1. Tim. 5:8). Aber selbst wenn du so etwas noch nie durchmachen musstest, weißt du doch bestimmt eines ganz sicher: Ist Jehova dein „Anteil“ — bedeutet es dir enorm viel, ihm dienen zu dürfen —, dann wirst du von ihm nie enttäuscht werden. Als Jesus seine Jünger aufforderte, zuerst das Königreich zu suchen, versicherte er ihnen: „Alle diese anderen Dinge“ — also Essen, Trinken und Kleidung — „werden euch hinzugefügt werden“ (Mat. 6:33).
9 Denken wir noch einmal an die Leviten, die ja kein Land als Erbe erhielten. Da sie sich vor allem auf die wahre Anbetung konzentrierten, mussten sie sich darauf verlassen, dass Jehova sie versorgte. Und er hatte ihnen zugesichert: „Ich bin dein Anteil“ (4. Mo. 18:20). Wir sind zwar nicht in einem buchstäblichen Tempel tätig wie damals die Priester und Leviten. Aber wir können die gleiche Einstellung haben wie sie und darauf vertrauen, dass sich Jehova um uns kümmern wird. Dieser feste Glaube an seine Macht, für uns zu sorgen, wird immer wichtiger, je näher wir dem Ende kommen (Offb. 13:17).
Zuerst Gottes Gerechtigkeit suchen
10, 11. Wie haben einige bei der Wahl ihrer Beschäftigung bewiesen, dass sie auf Jehova vertrauen? Kannst du ein Beispiel dafür anführen?
10 Jesus hatte seinen Jüngern auch dringend ans Herz gelegt, zuerst Gottes Gerechtigkeit zu suchen (Mat. 6:33). Das erfordert, sich nicht an menschlichen Maßstäben dafür zu orientieren, was richtig und falsch ist, sondern daran, was Jehova festlegt. (Lies Jesaja 55:8, 9.) Nicht wenige haben, als sie die Wahrheit kennenlernten, ihre Arbeitsstelle gewechselt, um sich taufen lassen zu können, weil sie bis dahin beruflich zum Beispiel mit dem Anbau oder Verkauf von Tabak zu tun hatten, mit der Ausbildung von Soldaten oder mit der Herstellung oder dem Verkauf von Waffen (Jes. 2:4; 2. Kor. 7:1; Gal. 5:14).
11 Andrew beispielsweise war sehr stolz auf seinen Beruf, gab ihn aber trotzdem auf. Warum? Er arbeitete für eine Organisation, deren Ziele nicht mit der christlichen Neutralität vereinbar sind. Als seine Frau und er Jehova kennenlernten, reifte in ihnen der Entschluss, ihm zu dienen. Deshalb wollte er unbedingt die Gerechtigkeit Gottes an die erste Stelle in seinem Leben setzen. Bei seinem Ausscheiden stand er erst einmal ohne Einkommen da — mit zwei kleinen Kindern und Ersparnissen, die nur für ein paar Monate reichten. Aus rein menschlicher Sicht hätte man meinen können, er habe (wie die Leviten) keinen „Erbbesitz“. Aber im Vertrauen auf Jehova machte sich Andrew auf Arbeitssuche. Rückblickend können er und seine Familie die Worte bestätigen: „Die Hand Jehovas ist nicht zu kurz geworden, dass sie nicht retten kann“ (Jes. 59:1). Andrew und seine Frau achteten darauf, ein einfaches Leben zu führen, und dadurch war es ihnen sogar möglich, Vollzeitprediger zu sein. Er erzählt: „Geld- und Wohnungssorgen, Krankheiten und das Älterwerden haben uns hin und wieder zu schaffen gemacht. Doch Jehova hat uns immer beigestanden.“ Und fügt hinzu: „Wenn wir unser Leben Revue passieren lassen, können wir voller Überzeugung sagen: Es gibt keine größere Ehre, als Jehova zu dienen. Nichts ist lohnender“ (Pred. 12:13).a
12. Welche Eigenschaft brauchen wir, um zuerst Gottes Gerechtigkeit zu suchen? Kennst du persönlich Beispiele, die das beweisen?
12 Angenommen, du gerätst in Schwierigkeiten, weil du die Gerechtigkeit Gottes an die erste Stelle setzen willst. Was würde dir helfen, es trotzdem zu tun? Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Wenn ihr Glauben habt von der Größe eines Senfkorns, werdet ihr zu diesem Berg sagen: ‚Rück von hier nach dort!‘, und er wird wegrücken, und nichts wird euch unmöglich sein“ (Mat. 17:20). Falls du dir da nicht so sicher bist: Sprich doch mal mit anderen in der Versammlung darüber. Was sie schon mit Jehova erlebt haben, wird dir bestimmt Mut machen und deinen Glauben stärken.
Dankbar sein für das, womit Jehova unseren Glauben stark erhält
13. Worauf können wir uns absolut verlassen, wenn wir uns im Dienst für Jehova verausgaben?
13 Betrachtest du deinen Dienst für Jehova als einen kostbaren Schatz, kannst du absolut sicher sein, dass er für alles sorgt, was du brauchst — wie in alter Zeit für die Leviten. Oder denk an David. Sogar versteckt in einer Höhle konnte er darauf bauen, dass ihn sein Gott versorgen würde. Genauso können wir uns auf Jehova verlassen, auch wenn uns eine Situation ausweglos erscheint. Und weißt du noch, wann Asaph geholfen wurde, das, was ihm zu schaffen machte, besser zu verstehen? Als er „in das großartige Heiligtum Gottes kam“ (Ps. 73:17). Wenden auch wir uns immer an den, der uns mit allem versorgt, was wir für unser gutes Verhältnis zu ihm brauchen! Damit zeigen wir, wie froh und dankbar wir sind, ihm dienen zu dürfen — ganz gleich, wie schwierig unsere Umstände vielleicht sind. Und so erlauben wir Jehova, unser „Anteil“ zu sein.
14, 15. Wie reagieren wir am besten, wenn bestimmte Bibeltexte genauer erklärt werden, und warum?
14 Wie berührt es dich, wenn helleres Licht auf „die tiefen Dinge Gottes“ aus der Bibel fällt? Schließlich stammt ja alles Licht der Wahrheit von Jehova (1. Kor. 2:10-13). Der Apostel Petrus ist uns da ein hervorragendes Beispiel. Bei einer Gelegenheit sagte Jesus zu seinen Zuhörern: „Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch selbst.“ Viele Jünger nahmen das wörtlich und sagten: „Diese Rede ist anstößig; wer kann sie anhören?“ Deswegen wandten sie sich von ihm ab, „den hinter ihnen liegenden Dingen zu“. Wie aber reagierte Petrus? Er sagte: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens“ (Joh. 6:53, 60, 66, 68).
15 Petrus verstand auch nicht, was Jesus hatte sagen wollen. Aber er hatte das Vertrauen, dass Jehova das Licht der Wahrheit heller werden lässt. Wird dieses Licht heute heller, bemühst du dich dann, die Begründung dafür aus der Heiligen Schrift nachzuvollziehen? (Spr. 4:18). Über die Beröer im ersten Jahrhundert wird gesagt: „Sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten“ (Apg. 17:11). Nimmst du dir an ihnen ein Beispiel, dann wird deine Dankbarkeit dafür vertieft, Jehova dienen zu dürfen und ihn als deinen „Anteil“ zu haben.
Nur im Herrn heiraten
16. Wie kann Jehova unser „Anteil“ sein, wenn es um das Gebot aus 1. Korinther 7:39 geht?
16 Die biblische Anweisung, „nur im Herrn“ zu heiraten, ist ein weiteres Gebiet, auf dem Christen nicht vergessen dürfen, worauf Jehova hinarbeitet (1. Kor. 7:39). Viele sind lieber ledig geblieben, als sich über diese Anweisung ihres Gottes hinwegzusetzen. Und Jehova kümmert sich liebevoll um sie. Was tat David, als er einsam war und allem Anschein nach keinen Helfer hatte? Er berichtet: „Vor ihm [Jehova] schüttete ich unablässig mein Anliegen aus; meine Bedrängnis tat ich weiterhin vor ihm kund, als mein Geist in mir schwach wurde“ (Ps. 142:1-3). Gefühle dieser Art dürften auch dem Propheten Jeremia nicht fremd gewesen sein, der seinem Gott als Unverheirateter treu diente — und das jahrzehntelang. Vielleicht tut es dir gut, dich etwas intensiver mit seinem Beispiel zu befassen, wie es in Kapitel 8 des Buches Was Gott uns durch Jeremia sagen lässt behandelt wird.
17. Wie geht eine ledige Schwester damit um, wenn sie sich ab und zu einsam fühlt?
17 Eine Schwester in den Vereinigten Staaten erzählt: „Ich habe mich nie bewusst dafür entschieden, ledig zu bleiben. Wenn mir der Richtige über den Weg läuft, würde ich schon gern heiraten. Meine Mutter, die keine Zeugin Jehovas ist, wollte mich überreden, einfach irgendjemand zu heiraten. Ich habe sie gefragt, ob sie schuld sein wolle, wenn ich in einer unglücklichen Ehe ende. Mit der Zeit konnte sie sehen, dass ich eine gute Arbeit hatte, gut zurechtkam und glücklich war. Da hat sie aufgehört, auf mich einzureden.“ Es kommt schon ab und zu vor, dass sich diese Schwester einsam fühlt. Was dann? Sie sagt: „Dann vertraue ich ganz besonders auf Jehova. Er lässt mich nie allein.“ Was hat ihr denn geholfen, auf Jehova zu vertrauen? „Durch das Gebet spüre ich, dass Jehova wirklich da ist und ich nie allein bin. Die höchste Person des ganzen Universums hört mir zu — da kann ich gar nicht anders, als mich geehrt zu fühlen und mich zu freuen!“ Sie ist auch fest davon überzeugt, dass Geben glücklicher macht als Empfangen, und erzählt: „Ich bemühe mich, für andere da zu sein und ihnen zu helfen, ohne selbst etwas zu erwarten. Wenn ich mir überlege: ‚Was kann ich für diesen Menschen tun?‘, dann spüre ich eine tiefe Freude“ (Apg. 20:35). Diese Schwester hat wirklich Jehova als ihren „Anteil“ und freut sich sehr darüber, ihm dienen zu dürfen.
18. Wie kann Jehova dich zu seinem „Anteil“ machen?
18 Wie auch immer dein Leben gerade aussieht: Jehova kann auch dein „Anteil“ sein. Erlaubst du ihm, für dich da zu sein, dann zählst du zu seinem glücklichen Volk (2. Kor. 6:16, 17). Und das ebnet den Weg dafür, dass Jehova dich als seinen „Anteil“ (oder seine „Zuteilung“) betrachtet, wie er das schon bei anderen seiner Diener getan hat. (Lies 5. Mose 32:9, 10.) So wie Israel Jehovas „Zuteilung“ unter den Nationen wurde, so kann er auch dich auswählen, sein „Anteil“ zu sein, und dich liebevoll umsorgen (Ps. 17:8).
[Fußnote]
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