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Jehova — der Gott mit einem VorsatzDer Wachtturm 1994 | 15. März
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Jehova — der Gott mit einem Vorsatz
„Gewiß, so, wie ich es erdacht habe, so soll es geschehen; und wie ich beschlossen habe, so wird es eintreffen“ (JESAJA 14:24).
1, 2. Wie äußern sich viele über den Sinn des Lebens?
ÜBERALL möchten Menschen wissen, was der Sinn des Lebens ist. Ein Politiker aus einem westlichen Land erklärte: „Mehr Menschen als je zuvor fragen: ‚Wer sind wir? Was ist unser Ziel?‘“ Als eine Zeitung jungen Leuten die Frage nach dem Sinn des Lebens stellte, antworteten viele von ihnen: „Zu tun, was das Herz begehrt.“ „Jeden Augenblick des Lebens auskosten.“ „Sich ordentlich amüsieren.“ „Kinder haben, glücklich sein und dann sterben.“ Die meisten glaubten, daß mit dem jetzigen Leben alles vorbei ist. Niemand sprach von einem längerfristigen Sinn des Lebens auf der Erde.
2 Ein konfuzianischer Gelehrter erklärte: „Der eigentliche Sinn des Lebens ist in unserem üblichen menschlichen Dasein zu finden.“ Nach dieser Ansicht würden immer wieder Menschen geboren, die sich 70 oder 80 Jahre durchkämpfen, dann sterben und in die ewige Nichtexistenz gehen müßten. Ein Evolutionswissenschaftler sagte: „Wahrscheinlich wünschten wir uns eine ‚erhabenere‘ Antwort — aber die gibt es nicht.“ Für Evolutionisten wie ihn ist das Leben ein Kampf ums Überleben, und mit dem Tod ist alles vorbei. Solche Philosophien sind eine hoffnungslose Lebensanschauung.
3, 4. Welchen Einfluß haben die Weltverhältnisse auf die Lebensanschauung vieler?
3 Viele bezweifeln, daß das Leben einen Sinn hat, wenn sie das ungeheure Leid sehen, mit dem das menschliche Dasein angefüllt ist. In unserer Zeit, wo man der Ansicht ist, auf industriellem und wissenschaftlichem Gebiet einen Höhepunkt erreicht zu haben, leiden weltweit etwa eine Milliarde Menschen an ernsthaften Krankheiten oder an Unterernährung. Millionen von Kindern sterben jedes Jahr an den Folgen. Außerdem haben in unserem Jahrhundert Kriege viermal so viele Todesopfer gefordert wie in den vorangegangenen 400 Jahren zusammen. Verbrechen, Brutalität, Drogenmißbrauch, Familienzerrüttung, Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten — die Liste negativer Faktoren wird immer länger. Die führenden Köpfe der Welt haben keine Lösung für diese Probleme zu bieten.
4 Eine Frau sprach das aus, was nicht wenige angesichts solcher Zustände glauben: „Das Leben hat keinen Sinn. Wenn all diese schlimmen Dinge geschehen können, dann hat das Leben nicht viel zu bedeuten.“ Ein älterer Mann sagte: „Ich habe mich fast mein ganzes Leben lang gefragt, warum ich hier bin. Sollte es wirklich einen Sinn haben, so ist es mir jetzt egal.“ Weil die meisten Menschen nicht wissen, warum Gott Leiden zuläßt, haben sie aufgrund der bedrückenden Weltverhältnisse keine echte Zukunftshoffnung.
5. Inwiefern tragen die Religionen der Welt zur Verwirrung bei, was den Sinn des Lebens betrifft?
5 Selbst Geistliche sind geteilter Meinung und unsicher, was den Sinn des Lebens betrifft. Ein ehemaliger Dekan der Londoner Saint Paul’s Cathedral sagte: „Mein ganzes Leben lang habe ich danach gerungen, den Zweck des Lebens zu ergründen. ... Es ist mir nicht gelungen.“ Viele Geistliche lehren zwar, daß beim Tod die Guten in den Himmel kommen und die Bösen für immer in das Höllenfeuer geworfen werden. Doch nach dieser Auffassung würde das leidvolle Leben der Menschen auf der Erde ewig so weitergehen. Und wenn Gott gewollt hätte, daß die Menschen im Himmel leben, warum hat er sie dann nicht von vornherein als himmlische Wesen gleich den Engeln erschaffen und ihnen dadurch unsagbares Leid erspart? Überall stößt man auf Verwirrung in bezug auf den Sinn des Lebens auf der Erde, oder man weigert sich, im Leben einen bestimmten Zweck zu sehen.
Der Gott mit einem Vorsatz
6, 7. Was erfahren wir aus der Bibel über den höchsten Souverän?
6 Das am weitesten verbreitete Buch der Geschichte, die Bibel, sagt uns, daß Jehova, der höchste Souverän, der Gott mit einem Vorsatz ist. Es zeigt, daß er einen langfristigen, ja einen ewigen Vorsatz in Verbindung mit der Menschheit auf der Erde hat. Und wenn Jehova einen Vorsatz faßt, wird dieser auf jeden Fall verwirklicht werden. Wie der Regen den Samen zum Sprossen bringt, sagt Gott, „so wird sich mein Wort erweisen, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht ergebnislos zu mir zurückkehren, sondern es wird gewiß das tun, woran ich Gefallen gehabt habe, und es wird bestimmt Erfolg haben in dem, wozu ich es gesandt habe“ (Jesaja 55:10, 11). Alles, was Jehova sagt, wird er ausführen, „es [wird] eintreffen“ (Jesaja 14:24).
7 Wir Menschen können völlig darauf vertrauen, daß der Allmächtige hält, was er verspricht, da er „nicht lügen kann“ (Titus 1:2; Hebräer 6:18). Wenn er uns sagt, er habe sich etwas vorgenommen, ist sein Wort eine Garantie dafür, daß es geschehen wird. Es ist so gut wie ausgeführt. Er erklärt: „Ich [bin] der Göttliche ..., und da ist kein anderer Gott noch irgendeiner wie ich; der von Anfang an den Ausgang kundtut und von alters her die Dinge, die nicht getan worden sind; der spricht: ‚Mein eigener Beschluß wird bestehen, und alles, was mir gefällt, werde ich tun‘ ... Ich habe es ja geredet; ich werde es auch herbeiführen. Ich habe es gebildet, ich werde es auch tun“ (Jesaja 46:9-11).
8. Läßt sich Gott von Personen finden, die den aufrichtigen Wunsch haben, ihn kennenzulernen?
8 Außerdem wünscht Jehova nicht, „daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen“ (2. Petrus 3:9). Deshalb soll niemand in Unkenntnis über ihn bleiben. Ein Prophet namens Asarja sagte: „Wenn ihr ihn [Gott] sucht, wird er sich von euch finden lassen, doch wenn ihr ihn verlaßt, wird er euch verlassen“ (2. Chronika 15:1, 2). Wer den aufrichtigen Wunsch hat, Gott und damit auch Gottes Vorsätze kennenzulernen, kann das gewiß tun, wenn er sich bemüht, ihn zu suchen.
9, 10. (a) Was steht denjenigen zur Verfügung, die Gott kennenlernen möchten? (b) Wozu wird uns das Forschen in Gottes Wort befähigen?
9 Wo sollte man suchen? Gott hat denjenigen, die ihn wirklich suchen, sein Wort, die Bibel, gegeben. Durch seinen heiligen Geist — dieselbe wirksame Kraft, deren er sich bei der Erschaffung des Universums bediente — leitete Gott treue Männer an, das niederzuschreiben, was wir über seine Vorsätze wissen müssen. So sagte der Apostel Petrus mit Bezug auf biblische Prophezeiungen: „Prophetie wurde niemals durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern Menschen redeten von Gott aus, wie sie von heiligem Geist getrieben wurden“ (2. Petrus 1:21). Ähnlich äußerte sich der Apostel Paulus: „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes völlig tauglich sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk“ (2. Timotheus 3:16, 17; 1. Thessalonicher 2:13).
10 Beachten wir, daß Gottes Wort es uns ermöglicht, nicht nur teilweise oder unvollständig, sondern „völlig tauglich ..., vollständig ausgerüstet“ zu sein. Es befähigt einen, sich dessen sicher zu sein, wer Gott ist, welche Vorsätze er hat und was er von seinen Dienern verlangt. Das sollte man von einem Buch, dessen Autor Gott ist, erwarten können. Und Gottes Wort ist die einzige Quelle, in der wir forschen können, um eine genaue Erkenntnis über Gott zu erlangen (Sprüche 2:1-5; Johannes 17:3). Wenn wir das tun, werden wir „nicht mehr Unmündige ... [sein], die wie von Wellen umhergeworfen und von jedem Wind der Lehre hierhin und dorthin getrieben werden durch das Trugspiel der Menschen, durch List im Ersinnen von Irrtum“ (Epheser 4:13, 14). Der Psalmist brachte die richtige Einstellung zum Ausdruck, als er sagte: „[Gottes] Wort ist eine Leuchte meinem Fuß und ein Licht für meinen Pfad“ (Psalm 119:105).
Fortschreitend offenbart
11. Wie hat Jehova der Menschheit seine Vorsätze offenbart?
11 Ganz am Anfang der Menschheitsgeschichte offenbarte Jehova seine Vorsätze in Verbindung mit der Erde und den darauf lebenden Menschen (1. Mose 1:26-30). Doch als unsere Ureltern Gottes Souveränität verwarfen, geriet die Menschheit in geistige Finsternis und wurde dem Tod unterworfen (Römer 5:12). Jehova wußte allerdings, daß es Menschen geben würde, die ihm dienen wollten. Daher offenbarte er über die Jahrhunderte hinweg seinen treuen Dienern fortschreitend seine Vorsätze. So trat er zum Beispiel mit Henoch (1. Mose 5:24; Judas 14, 15), Noah (1. Mose 6:9, 13), Abraham (1. Mose 12:1-3) und Moses (2. Mose 31:18; 34:27, 28) in Verbindung. Amos, einer der Propheten Gottes, schrieb: „Der Souveräne Herr Jehova wird kein Ding tun, es sei denn, er habe seine vertrauliche Sache seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart“ (Amos 3:7; Daniel 2:27, 28).
12. Wie warf Jesus weiteres Licht auf Gottes Vorsätze?
12 Als sich Gottes Sohn, Jesus Christus, auf der Erde befand, etwa 4 000 Jahre nach der Rebellion in Eden, wurden viele weitere Einzelheiten der Vorsätze Jehovas geoffenbart. Das betraf insbesondere Gottes Vorsatz, ein himmlisches Königreich aufzurichten, das über die Erde regieren soll (Daniel 2:44). Jesus machte dieses Königreich zum Thema seiner Lehrtätigkeit (Matthäus 4:17; 6:10). Er und seine Jünger lehrten, daß Gottes ursprünglicher Vorsatz in Verbindung mit der Erde und den Menschen durch dieses Königreich verwirklicht werden wird. Die Erde soll in ein Paradies umgestaltet und von vollkommenen Menschen bewohnt werden, die ewig leben (Psalm 37:29; Matthäus 5:5; Lukas 23:43; 2. Petrus 3:13; Offenbarung 21:4). Jesus und seine Jünger gaben außerdem durch die Wunder, zu denen Gott sie befähigte, eine Vorschau auf das, was in der neuen Welt geschehen wird (Matthäus 10:1, 8; 15:30, 31; Johannes 11:25-44).
13. Welcher Wechsel, der Gottes Handeln mit der Menschheit betraf, erfolgte Pfingsten 33 u. Z.?
13 Zu Pfingsten 33 u. Z., 50 Tage nach Jesu Auferstehung, wurde Gottes Geist auf die Versammlung der Nachfolger Christi ausgegossen. Sie ersetzte das untreue Israel als Bundesvolk Jehovas (Matthäus 21:43; 27:51; Apostelgeschichte 2:1-4). Die Ausgießung des heiligen Geistes lieferte bei dieser Gelegenheit den Beweis dafür, daß Gott von jener Zeit an die Wahrheiten in bezug auf seine Vorsätze durch diesen neuen Kanal offenbaren würde (Epheser 3:10). Im Verlauf des ersten Jahrhunderts u. Z. entstand der organisatorische Rahmen der Christenversammlung (1. Korinther 12:27-31; Epheser 4:11, 12).
14. Woran können Wahrheitssucher die wahre Christenversammlung erkennen?
14 Für heutige Wahrheitssucher ist die wahre Christenversammlung daran zu erkennen, daß sie beständig Gottes herausragendste Eigenschaft, die Liebe, offenbart (1. Johannes 4:8, 16). Ja, die brüderliche Liebe ist ein Erkennungsmerkmal des wahren Christentums. Jesus sagte: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt.“ „Dies ist mein Gebot, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe“ (Johannes 13:35; 15:12). Außerdem erinnerte Jesus seine Zuhörer an folgendes: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete“ (Johannes 15:14). Wahre Diener Gottes zeichnen sich somit dadurch aus, daß sie das Gesetz der Liebe ausleben. Sie reden nicht nur davon, denn „Glaube ohne Werke [ist] tot“ (Jakobus 2:26).
Mit Verständnis erfüllt
15. Wovon können Gottes Diener überzeugt sein?
15 Jesus sagte voraus, daß die wahre Christenversammlung im Laufe der Zeit Gottes Vorsätze immer besser verstehen wird. Er versprach seinen Nachfolgern: „Der Helfer ..., der heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, dieser wird euch alle Dinge lehren“ (Johannes 14:26). Außerdem erklärte Jesus: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschluß des Systems der Dinge“ (Matthäus 28:20). Dementsprechend nimmt das Verständnis der Wahrheit über Gott und seine Vorsätze unter Gottes Dienern zu. Ja, „der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Licht, das heller und heller wird, bis es voller Tag ist“ (Sprüche 4:18).
16. Wie weit sind Gottes Vorsätze gemäß unserem Verständnis fortgeschritten?
16 Heute ist das geistige Licht heller als je zuvor, denn wir leben in der Zeit, in der sich viele biblische Prophezeiungen erfüllen oder vor der Erfüllung stehen. Sie zeigen uns, daß die „letzten Tage“ des gegenwärtigen bösen Systems der Dinge angebrochen sind. Dieser Zeitabschnitt wird als der ‘Abschluß des Systems der Dinge’ bezeichnet; danach folgt Gottes neue Welt (2. Timotheus 3:1-5, 13; Matthäus 24:3-13). Wie von Daniel vorausgesagt, wird Gottes himmlisches Königreich bald „alle diese [jetzt bestehenden] Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen“ (Daniel 2:44).
17, 18. Welche herausragenden Prophezeiungen erfüllen sich gegenwärtig?
17 Eine der Prophezeiungen, die sich gegenwärtig erfüllen, finden wir in Matthäus, Kapitel 24, Vers 14. Jesus sagte: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen.“ Millionen von Zeugen Jehovas führen heute weltweit das Königreichspredigtwerk durch. Und jedes Jahr schließen sich ihnen Hunderttausende an. Dies ist im Einklang mit der Prophezeiung aus Jesaja 2:2, 3, die besagt, daß „im Schlußteil der Tage“ der bösen Welt Menschen aus vielen Nationen zur wahren Anbetung Jehovas kommen werden und daß ‘er sie über seine Wege unterweisen wird und sie auf seinen Pfaden wandeln werden’.
18 Diese Neuen strömen in Übereinstimmung mit der Voraussage in Jesaja, Kapitel 60, Vers 8 „so wie eine Wolke“ zur Anbetung Jehovas. In Vers 22 heißt es weiter: „Der Kleine selbst wird zu einem Tausend werden und der Geringe zu einer mächtigen Nation. Ich selbst, Jehova, werde es beschleunigen zu seiner eigenen Zeit.“ Alle Anzeichen sprechen dafür, daß wir gegenwärtig in dieser Zeit leben. Und Neue, die sich Jehovas Zeugen angeschlossen haben, können sich dessen gewiß sein, daß sie mit der wahren Christenversammlung verbunden sind.
19. Warum können wir sagen, daß Neue, die sich mit Jehovas Zeugen verbunden haben, in die wahre Christenversammlung gekommen sind?
19 Warum können wir das mit solcher Bestimmtheit sagen? Weil diese Neuen genau wie die Millionen, die bereits zur Organisation Jehovas gehören, sich Gott hingegeben haben und seinen Willen tun. Das schließt ein, im Einklang mit dem Gesetz der gottgefälligen Liebe zu leben. Als Beweis dafür haben diese Christen unter anderem ‘ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Speere zu Winzermessern geschmiedet und lernen den Krieg nicht mehr’ (Jesaja 2:4). Alle Zeugen Jehovas auf der Erde haben das getan, weil sie Liebe üben. Aus diesem Grund würden sie niemals Kriegswaffen gegen ihre Glaubensbrüder oder gegen andere erheben. In dieser Hinsicht sind sie einzigartig — ganz anders als die Anhänger der Religionen der Welt (Johannes 13:34, 35; 1. Johannes 3:10-12, 15). Sie lassen sich nicht von dem trennend wirkenden Nationalismus anstecken, denn sie bilden eine weltweite Bruderschaft, zusammengeschweißt durch die Liebe, die „ein vollkommenes Band der Einheit“ ist (Kolosser 3:14; Matthäus 23:8; 1. Johannes 4:20, 21).
Die meisten wollen nichts wissen
20, 21. Warum befindet sich der größte Teil der Menschheit in geistiger Finsternis? (2. Korinther 4:4; 1. Johannes 5:19).
20 Während unter Gottes Dienern das geistige Licht heller und heller wird, sinkt die übrige Weltbevölkerung immer tiefer in die geistige Finsternis. Die meisten kennen weder Jehova noch seine Vorsätze. Gottes Prophet beschrieb unsere Zeit mit folgenden Worten: „Siehe, Finsternis, sie wird die Erde bedecken und dichtes Dunkel die Völkerschaften“ (Jesaja 60:2). Das ist der Fall, weil die Allgemeinheit kein aufrichtiges Interesse daran hat, etwas über Gott zu erfahren, und es ihr gar nicht wünschenswert erscheint, ihm wohlzugefallen. Jesus sagte: „Dies nun ist die Grundlage für das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, aber die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer schlechte Dinge treibt, haßt das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht gerügt werden“ (Johannes 3:19, 20).
21 Diese Menschen haben kein echtes Interesse daran, Gottes Willen zu ergründen. In ihrem Leben dreht sich statt dessen alles darum, gemäß dem eigenen Willen zu handeln. Dadurch, daß sie Gottes Willen außer acht lassen, bringen sie sich in größte Gefahr, denn in Gottes Wort wird erklärt: „Wer sein Ohr vom Hören des Gesetzes abwendet — sogar sein Gebet ist etwas Verabscheuungswürdiges“ (Sprüche 28:9). Sie werden die Folgen der von ihnen gewählten Handlungsweise tragen müssen. Der Apostel Paulus schrieb: „Laßt euch nicht irreführen: Gott läßt sich nicht verspotten. Denn was immer ein Mensch sät, das wird er auch ernten“ (Galater 6:7).
22. Was tut heute eine große Schar Menschen, die Gott kennenlernen möchte?
22 Es gibt jedoch eine große Schar Menschen, die Gottes Willen kennenlernen möchte, die aufrichtig nach Gott sucht und die sich zu ihm hingezogen fühlt. „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen“, heißt es in Jakobus 4:8. Jesus sagte über solche Menschen: „Wer ... das tut, was wahr ist, kommt zum Licht, damit seine Werke als solche offenbar gemacht werden, die in Harmonie mit Gott gewirkt worden sind“ (Johannes 3:21). Und welch eine wunderbare Zukunft Gott für diejenigen vorgesehen hat, die zum Licht kommen! Unser nächster Artikel wird sich mit den begeisternden Aussichten beschäftigen.
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Auf die Verwirklichung des Vorsatzes Jehovas vertrauenDer Wachtturm 1994 | 15. März
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Auf die Verwirklichung des Vorsatzes Jehovas vertrauen
„Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen“ (PSALM 37:29).
1. Welchen Vorsatz hat Jehova in Verbindung mit den Menschen und der Erde?
JEHOVA erschuf Adam und Eva, unsere Ureltern, vollkommen. Und er erschuf sie so, daß sie für immer auf der Erde leben konnten — solange sie seine Gesetze befolgten (1. Mose 1:26, 27; 2:17). Außerdem setzte Gott sie in eine paradiesische Umgebung (1. Mose 2:8, 9). Jehova sagte zu ihnen: „Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde, und unterwerft sie euch“ (1. Mose 1:28). Ihre Nachkommen sollten sich somit über die ganze Erde ausbreiten, und der ganze Planet sollte zu einem Paradies werden, bewohnt von vollkommenen, glücklichen Menschen. Welch einen hervorragenden Anfang die Menschheitsfamilie doch hatte! „Gott [sah] alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (1. Mose 1:31).
2. Zu welchen Fragen gibt der Zustand der Menschheit Anlaß?
2 Der Zustand, in dem sich die Menschheit seit Tausenden von Jahren befindet, erinnert jedoch nicht im geringsten an Gottes ursprünglichen Vorsatz. Die Menschen sind von der Vollkommenheit weit entfernt, und sie sind alles andere als glücklich. Es herrschen bedrückende Weltverhältnisse, und wie vorausgesagt, haben sich diese in unserer Zeit drastisch verschlechtert (2. Timotheus 3:1-5, 13). Wieso können wir angesichts dessen zuversichtlich sein, daß Gottes Vorsatz in Verbindung mit den Menschen in naher Zukunft verwirklicht werden wird? Werden die bedrückenden Zustände noch lange Zeit fortbestehen?
Was kam dazwischen?
3. Warum machte Jehova der Rebellion der Menschen nicht sofort ein Ende?
3 Alle, die das inspirierte Wort Gottes genau kennen, wissen, warum Jehova die schlimmen Zustände auf der Erde zuläßt. Sie wissen auch, was er dagegen unternehmen wird. Ihnen ist aus dem Bibelbericht bekannt, daß unsere Ureltern die wunderbare Gabe des freien Willens, den Gott dem Menschen gegeben hat, mißbrauchten. (Vergleiche 1. Petrus 2:16.) Leider erwählten sie sich den Weg der Unabhängigkeit von Gott (1. Mose, Kapitel 2 und 3). Ihre Rebellion warf Fragen von großer Tragweite auf wie zum Beispiel: Hat der höchste Souverän das Recht, über die Menschen zu herrschen? Ist seine Herrschaft die beste für sie? Können sich die Menschen ohne Gottes Anleitung erfolgreich selbst regieren? Diese Fragen würden durch einige Jahrhunderte Menschenherrschaft am besten beantwortet werden können. Die Ergebnisse würden über jeden Zweifel erhaben zeigen, ob Menschen ohne ihren Schöpfer zurechtkommen könnten.
4, 5. (a) Welche Folgen hat es gehabt, daß die Menschen Gottes Herrschaft verworfen haben? (b) Was hat die Vergangenheit zweifelsfrei bewiesen?
4 Als Adam und Eva Gott verlassen hatten, tat dieser nichts mehr, um ihre Vollkommenheit zu bewahren. Ohne seine Unterstützung setzte bei ihnen der Verfall ein. Die Folgen waren Unvollkommenheit, Alter und schließlich der Tod. Aufgrund der Vererbungsgesetze gaben unsere Ureltern diese negativen Merkmale an alle Nachkommen weiter — auch an uns (Römer 5:12). Und wie sehen die Ergebnisse von einigen tausend Jahren Menschenherrschaft aus? Sie sind katastrophal, genau so, wie es in Prediger 8:9 wahrheitsgemäß heißt: „Der Mensch [hat] über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht.“
5 Die Vergangenheit hat zweifelsfrei bewiesen, daß Menschen nicht in der Lage sind, ihre Angelegenheiten ohne ihren Schöpfer erfolgreich zu regeln. Der inspirierte Bibelschreiber Jeremia erklärte: „Ich weiß wohl, o Jehova, daß nicht beim Erdenmenschen sein Weg steht. Es steht nicht bei dem Mann, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten“ (Jeremia 10:23; 5. Mose 32:4, 5; Prediger 7:29).
Gottes Vorsatz ist unverändert
6, 7. (a) Hat sich Jehovas Vorsatz während der Jahrtausende der Menschheitsgeschichte geändert? (b) Was schließt der Vorsatz Jehovas ein?
6 Hat sich dadurch, daß Jahrtausende der Menschheitsgeschichte — voller Bosheit und Leid — vergangen sind, etwas an Gottes Vorsatz geändert? In seinem Wort heißt es: „Dies ist, was Jehova gesprochen hat, der Schöpfer der Himmel, ER, der wahre Gott, der Bildner der Erde und der sie gemacht hat, ER, der ihr festen Bestand gab, der sie nicht einfach umsonst erschuf, der sie bildete, damit sie auch bewohnt werde“ (Jesaja 45:18). Somit bildete Gott die Erde, damit sie von Menschen bewohnt werde, und das ist immer noch sein Vorsatz.
7 Jehova erschuf die Erde nicht nur, damit sie bewohnt werde, sondern er beabsichtigte von vornherein auch, sie zu einem Paradies zu machen, in dem vollkommene, glückliche Menschen leben. Deshalb wird in der Bibel vorausgesagt, daß es eine „neue Erde“ geben wird, eine neue menschliche Gesellschaft, in der „Gerechtigkeit wohnen [wird]“ (2. Petrus 3:13). Und wie die Bibel in Offenbarung 21:4 zeigt, wird Gott in der neuen Welt ‘jede Träne von den Augen der Menschen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein’. Aus diesen Gründen konnte Jesus die künftige neue Welt als ein „Paradies“ bezeichnen (Lukas 23:43).
8. Warum können wir uns darauf verlassen, daß Jehova seinen Vorsatz verwirklichen wird?
8 Da Jehova der allmächtige und allweise Schöpfer des Universums ist, kann niemand seinen Vorsatz durchkreuzen. „Jehova der Heerscharen hat geschworen, indem er sprach: ‚Gewiß, so, wie ich es erdacht habe, so soll es geschehen; und wie ich beschlossen habe, so wird es eintreffen‘“ (Jesaja 14:24). Wenn Gott sagt, er werde die Erde zu einem Paradies machen, bewohnt von vollkommenen Menschen, wird daher auch genau das geschehen. Jesus erklärte: „Glücklich sind die Mildgesinnten, da sie die Erde erben werden“ (Matthäus 5:5; vergleiche Psalm 37:29). Wir können uns auf die Verwirklichung dieser Verheißung verlassen. Ja, wir können mit unserem Leben dafür einstehen.
Sie vertrauten auf Jehova
9. Wodurch bewies Abraham sein Vertrauen zu Jehova?
9 Im Verlauf der Geschichte standen viele gottesfürchtige Menschen mit ihrem Leben für Gottes Vorsatz in Verbindung mit der Erde ein, weil sie überzeugt waren, daß er ihn verwirklichen wird. Trotz ihrer möglicherweise begrenzten Erkenntnis vertrauten sie auf Gott und richteten ihr Leben darauf aus, seinen Willen zu tun. Nehmen wir als Beispiel Abraham, der etwa 2 000 Jahre vor Jesus auf der Erde lebte — lange bevor man mit dem Schreiben der Bibel begann. Er vertraute darauf, daß Jehova seine Verheißungen verwirklicht. Wahrscheinlich wurde Abraham von seinem treuen Vorfahren Sem über den Schöpfer unterwiesen, der wiederum von Noah belehrt worden war. Als Gott Abraham aufforderte, aus dem wohlhabenden Ur der Chaldäer wegzuziehen in das ihm unbekannte und gefährliche Land Kanaan, wußte der Patriarch daher, daß er Jehova vertrauen konnte, und deshalb machte er sich auf den Weg (Hebräer 11:8). Zu gegebener Zeit sagte Jehova zu ihm: „Ich werde aus dir eine große Nation machen“ (1. Mose 12:2).
10, 11. Warum war Abraham bereit, Isaak, seinen einziggezeugten Sohn, zu opfern?
10 Was geschah nach der Geburt von Abrahams Sohn Isaak? Jehova ließ Abraham wissen, daß seine Nachkommenschaft durch Isaak zu einer großen Nation werden sollte (1. Mose 21:12). Deshalb muß es Abraham als völliger Widerspruch erschienen sein, als Jehova ihn aufforderte, seinen Sohn Isaak als Beweis des Glaubens zu opfern (1. Mose 22:2). Doch voller Vertrauen auf Jehova unternahm Abraham entsprechende Schritte und griff sogar zu seinem Messer, um Isaak zu töten. Ein von Gott gesandter Engel hielt Abraham im letzten Augenblick davon zurück (1. Mose 22:9-14).
11 Warum war Abraham so gehorsam? Das geht aus Hebräer 11:17-19 hervor: „Durch Glauben brachte Abraham, als er auf die Probe gestellt wurde, Isaak so gut wie als Opfer dar, und der Mann, der die Verheißungen gern empfangen hatte, versuchte, seinen einziggezeugten Sohn als Opfer darzubringen, obwohl ihm gesagt worden war: ‚Was „dein Same“ genannt werden wird, wird durch Isaak kommen.‘ Doch rechnete er damit, daß Gott imstande sei, ihn sogar von den Toten aufzuerwecken; und in sinnbildlicher Weise empfing er ihn auch von dort.“ Etwas Ähnliches wird in Römer 4:20, 21 erwähnt: „Wegen der Verheißung Gottes wankte er [Abraham] nicht im Unglauben, ... [da er] völlig überzeugt war, daß er [Gott] das, was er verheißen hatte, auch zu tun vermochte.“
12. Wie wurde Abraham für seinen Glauben belohnt?
12 Abraham wurde für seinen Glauben nicht nur dadurch belohnt, daß Isaak verschont blieb und daß durch ihn eine „große Nation“ ins Dasein kam, sondern auch in anderer Hinsicht. Gott sagte zu Abraham: „Durch deinen Samen werden sich bestimmt alle Nationen der Erde zufolge der Tatsache segnen, daß du auf meine Stimme gehört hast“ (1. Mose 22:18). Wie würde das geschehen? Der König des himmlischen Königreichs Gottes sollte aus Abrahams Geschlechtslinie hervorgehen. Dieses Königreich wird die von Satan beherrschte böse Welt aus dem Dasein auslöschen (Daniel 2:44; Römer 16:20; Offenbarung 19:11-21). Auf einer gereinigten Erde wird dann unter der Königreichsherrschaft das Paradies weltweit erstehen, und Menschen aus ‘allen Nationen’, die Gottes Willen tun, werden sich vollkommener Gesundheit erfreuen und für immer in diesem Paradies leben (1. Johannes 2:15-17). Obwohl Abraham nur begrenzten Aufschluß über das Königreich besaß, erwartete er dessen Aufrichtung im Vertrauen auf Gott (Hebräer 11:10).
13, 14. Warum vertraute Hiob auf Gott?
13 Einige hundert Jahre später gab es einen Mann namens Hiob, der zwischen dem 17. und dem 16. Jahrhundert v. u. Z. im Gebiet des heutigen Arabien wohnte. Auch er lebte vor der Zeit der Niederschrift der Bibel. Hiob „erwies sich als untadelig und rechtschaffen und gottesfürchtig und von Schlechtem weichend“ (Hiob 1:1). Als Hiob von Satan mit einer ekelerregenden, schmerzhaften Krankheit geschlagen wurde, redete dieser treue Mann während der ganzen Zeit der Prüfung „nichts Frevelhaftes gegen Gott“ (Hiob 2:10, Zink). Hiob vertraute auf Gott. Und obwohl ihm nicht im einzelnen bekannt war, warum er so sehr leiden mußte, stand er mit seinem Leben für Gott und dessen Verheißungen ein.
14 Hiob wußte, daß im Fall seines Todes Gott ihn eines Tages durch die Auferstehung wieder zum Leben bringen könnte. Diese Hoffnung brachte er zum Ausdruck, als er zu Jehova Gott sagte: „O daß du mich im Scheol [dem Grab] verbärgest, ... daß du mir eine Zeitgrenze setztest und meiner gedächtest! Wenn ein kräftiger Mann stirbt, kann er wieder leben? ... Du wirst rufen, und ich, ich werde dir antworten“ (Hiob 14:13-15). Trotz größter Qualen setzte Hiob Glauben in die Souveränität Jehovas und erklärte: „Bis ich verscheide, werde ich meine unversehrte Lauterkeit nicht von mir weichen lassen!“ (Hiob 27:5).
15. Wie brachte David sein Vertrauen in den Vorsatz Jehovas zum Ausdruck?
15 Ungefähr 600 Jahre nach Hiob und etwa 1 000 Jahre bevor Jesus auf die Erde kam, brachte David sein Vertrauen auf eine neue Welt zum Ausdruck. Er sagte in den Psalmen: „Die ... auf Jehova hoffen, sind es, die die Erde besitzen werden. Und nur noch eine kleine Weile, und der Böse wird nicht mehr sein ... Die Sanftmütigen aber werden die Erde besitzen, und sie werden wirklich ihre Wonne haben an der Fülle des Friedens. Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen.“ Davids unerschütterliche Hoffnung veranlaßte ihn zu der Aufforderung: „Vertraue auf Jehova ... Auch habe Wonne an Jehova, und er wird dir die Bitten deines Herzens gewähren“ (Psalm 37:3, 4, 9-11, 29).
16. Welche Hoffnung hegte ‘eine große Wolke von Zeugen’?
16 Über die Jahrhunderte hinweg hegten treue Männer und Frauen dieselbe Hoffnung, die Hoffnung auf ewiges Leben auf der Erde. Sie bildeten tatsächlich ‘eine große Wolke von Zeugen’, die auch buchstäblich mit ihrem Leben für die Verheißungen Jehovas einstanden. Viele dieser Zeugen Jehovas der alten Zeit waren wegen ihres Glaubens bereit, sich foltern und töten zu lassen, „damit sie eine bessere Auferstehung erlangen könnten“. Wie ist das zu verstehen? In der neuen Welt wird Gott sie sowohl mit einer besseren Auferstehung als auch mit der Aussicht auf ewiges Leben belohnen (Johannes 5:28, 29; Hebräer 11:35; 12:1).
Christliche Zeugen vertrauen auf Gott
17. Inwiefern vertrauten die Christen des ersten Jahrhunderts fest auf Jehova?
17 Im ersten Jahrhundert u. Z. offenbarte Jehova der neugegründeten Christenversammlung weitere Einzelheiten in bezug auf das Königreich und dessen Herrschaft über die Erde. Sein Geist inspirierte beispielsweise den Apostel Johannes, die Zahl derer aufzuschreiben, die im Königreich der Himmel mit Jesus verbunden sein werden, nämlich 144 000. Es handelt sich dabei um treue Diener Gottes, die ‘aus den Menschen erkauft wurden’ (Offenbarung 7:4; 14:1-4). Sie sollen vom Himmel aus mit Christus „als Könige“ über die Erde regieren (Offenbarung 20:4-6). Die Christen des ersten Jahrhunderts vertrauten so sehr darauf, daß Jehova seinen Vorsatz in Verbindung mit dem himmlischen Königreich und dessen irdischem Herrschaftsgebiet verwirklichen wird, daß sie bereit waren, für ihren Glauben ihr Leben zu geben. Und viele von ihnen mußten es tatsächlich.
18. Wie ahmen die heutigen Zeugen Jehovas ihre Glaubensbrüder aus alter Zeit nach?
18 Heute setzen nahezu fünf Millionen Zeugen Jehovas dasselbe Vertrauen in Gott wie ihre Glaubensbrüder in den Jahrhunderten vor ihnen. Auch die neuzeitlichen Zeugen stehen mit ihrem Leben für Gottes Verheißungen ein. Sie haben sich Gott hingegeben, und sie verfügen über die vollständige Bibel, die es ihnen ermöglicht, sich im Glauben zu stärken (2. Timotheus 3:14-17). Diese neuzeitlichen Zeugen Jehovas ahmen die Nachfolger Jesu aus dem ersten Jahrhundert nach, die erklärten, daß sie „Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5:29). In unserem Jahrhundert sind viele christliche Zeugen wegen ihres Glaubens grausam verfolgt worden. Einige hat man sogar getötet. Andere sind infolge von Krankheiten, durch Unfälle oder an Altersschwäche gestorben. Doch gleich den Zeugen früherer Zeiten vertrauten die Betreffenden auf Gott, weil sie wußten, daß er sie durch die Auferstehung in seiner neuen Welt wieder zum Leben bringen wird (Johannes 5:28, 29; Apostelgeschichte 24:15; Offenbarung 20:12, 13).
19, 20. Was wissen wir aus den biblischen Prophezeiungen, die sich auf unsere Tage beziehen?
19 Jehovas Zeugen kennen die biblischen Prophezeiungen aus alter Zeit, die vorausgesagt haben, daß sie aus allen Nationen herausgebracht und zu einer weltweiten Bruderschaft vereint werden würden (Jesaja 2:2-4; Offenbarung 7:4, 9-17). Und Jehova läßt sie ein weltweites Predigtwerk durchführen, um weitere aufrichtige Personen einzusammeln, die dann ebenfalls seine Gunst und seinen Schutz genießen (Sprüche 18:10; Matthäus 24:14; Römer 10:13). Sie alle setzen ihr ganzes Vertrauen auf Jehova, da sie wissen, daß er seine wunderbare neue Welt bald erstehen lassen wird. (Vergleiche 1. Korinther 15:58; Hebräer 6:10.)
20 Wie die biblischen Prophezeiungen erkennen lassen, dauern die letzten Tage für Satans Welt schon fast 80 Jahre an — nämlich seit dem entscheidenden Jahr 1914. Die Welt ist dem Ende nahe (Römer 16:20; 2. Korinther 4:4; 2. Timotheus 3:1-5). Jehovas Zeugen fassen daher Mut, weil sie erkennen, daß Gottes Königreich bald die Herrschaft über die ganze Erde übernehmen wird. Dadurch, daß Gott der gegenwärtigen bösen Welt ein Ende bereitet und seine gerechte neue Welt erstehen läßt, wird er die schlimmen Zustände, die viele Jahrhunderte lang auf der Erde geherrscht haben, vollkommen beseitigen (Sprüche 2:21, 22).
21. Warum können wir uns ungeachtet der gegenwärtigen Schwierigkeiten freuen?
21 Dann wird Gott für alle Ewigkeit sein großes Interesse an uns dadurch beweisen, daß er uns mit Segnungen überschüttet, durch die alle Leiden, die wir in der Vergangenheit erduldet haben, mehr als ausgeglichen werden. In der neuen Welt erwartet uns so viel Gutes, daß die Erinnerung an frühere Probleme immer schwächer werden wird. Wie trostreich zu wissen, daß Jehova dann ‘seine Hand öffnen und das Begehren alles Lebenden sättigen wird’ (Psalm 145:16; Jesaja 65:17, 18).
22. Warum sollten wir unser Vertrauen auf Jehova setzen?
22 Die treuen Menschen werden in der neuen Welt die Erfüllung von Römer 8:21 erleben, nämlich daß „die Schöpfung selbst auch von der Sklaverei des Verderbens frei gemacht werden wird zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“. Das Gebet, das Jesus seine Nachfolger lehrte, wird sich dann vor ihren Augen erfüllt haben: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:10). Setzen wir daher unser Vertrauen voll und ganz auf Jehova, denn seine unfehlbare Verheißung lautet: „Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen“ (Psalm 37:29).
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