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Gottes Vorsatz: Der Mensch sollte in einem Paradies lebenDer Wachtturm 1989 | 1. August
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Gottes Vorsatz: Der Mensch sollte in einem Paradies leben
„Jehova Gott nahm dann den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und ihn pflege“ (1. MOSE 2:15).
1. Welchen Vorsatz hatte der Schöpfer ursprünglich hinsichtlich der gehorsamen Menschen?
ES WAR der ursprüngliche Vorsatz des Schöpfers — und ist es heute noch —, daß sich gehorsame Menschen des Lebens erfreuen sollten, ohne zu altern, in unerschöpflicher, ewigwährender Jugendkraft, frei von aller Langeweile, da es ständig etwas Sinnvolles zu tun gäbe, eines Lebens, in dem die Menschen auf selbstlose Weise Liebe schenken und wieder geliebt werden sollten — vollkommenes Leben in einem Paradies! (1. Mose 2:8; vergleiche Lukas 23:42, 43).
2. (a) Was muß geschehen sein, als der erste Mensch zu bewußtem Leben erwachte? (b) Wann, wo und zu welcher Zeit des Jahres wurde der erste Mensch erschaffen?
2 Um uns davon zu überzeugen, wollen wir uns einmal in die Zeit zurückversetzen, als der gerade erschaffene Adam zu bewußtem Leben erwachte, als er seinen Körper untersuchte und alles um sich herum sah, hörte und fühlte — als er mit einem Mal erkannte, daß er lebte. Das spielte sich vor rund 6 000 Jahren ab, im Jahre 4026 vor unserer Zeitrechnung gemäß den Zeitangaben in der Heiligen Schrift. Es trug sich in einem Landstrich in der heutigen Türkei zu, das heißt im südwestlichen Teil des jetzt Asien genannten Kontinents, irgendwo in der Nähe der Flüsse Euphrat und Tigris und somit auf der Nordhalbkugel unseres Erdballs. Wahrscheinlich war es um den 1. Oktober, da in den meisten alten Kalendern der Menschheit die Zeit etwa an diesem Datum zu zählen beginnt.
3. (a) In welchem Zustand kam der erste Mensch zum Leben? (b) Welchen Namen erhielt der erste Mensch, und was bedeutet er?
3 Der erste Mensch war voll erwachsen, als er zum Leben kam, er war vollkommen geformt, vollkommen gesund und auch sittlich vollkommen. Sein Name, der im Bibelbericht wiederholt vorkommt, lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das, woraus er gebildet worden war, denn er lautete ’Adháma. Die Erde oder der Erdboden, aus dem er gemacht worden war, wurde ’adhamáh genannt. Demnach kann durchaus gesagt werden, daß der Eigenname des ersten Menschen, Adam, „Erdenmensch“ bedeutet. Welch ein Gefühl muß es für Adam gewesen sein, als er zum Leben kam, das heißt eine intelligente, mit Bewußtsein ausgestattete Person wurde!
4. Welches seltsame Erwachen zum Leben blieb dem ersten Menschen erspart, und wessen Nachkomme war er demnach nicht?
4 Als Adam, der erste Mensch — ein vernunftbegabtes Geschöpf —, zu bewußtem Leben erwachte und seine Augen öffnete, lag er nicht an einer behaarten Brust, in den kräftigen langen Armen eines affenähnlichen weiblichen Geschöpfs, an das er sich klammerte, dem er in die Augen blickte und das er mit inniger Zuneigung Mutter nannte. Der erste Mensch, Adam, erlebte nicht ein solch seltsames Erwachen zum Leben. Es gab weder damals noch später, als er erstmals einen solchen Affen sah, irgendwelche verwandtschaftlichen Bindungen zwischen ihnen. Am Tag seiner Erschaffung deutete nichts darauf hin, daß er ein Nachkomme oder ein entfernter männlicher Verwandter eines Affen oder eines affenähnlichen Geschöpfs war. Wurde der erste Mensch darüber, wie er ins Dasein gekommen war, im ungewissen gelassen? Keineswegs.
5. Was wußte Adam definitiv über den parkähnlichen Garten und über sich selbst?
5 Natürlich wird er zunächst nicht gewußt haben, wie all die wunderbaren Dinge, die er sah, gebildet worden waren. Er befand sich in einem Paradies, einem parkähnlichen Garten, den er selbst weder geplant noch angelegt hatte. Wie war er entstanden? Da der Mensch mit vollkommener Intelligenz und Denkfähigkeit ausgestattet war, wollte er das wissen. Er konnte auf keine früheren Erfahrungen zurückgreifen. Ihm war allerdings bewußt, daß er sich nicht selbst gemacht, sich nicht von selbst entwickelt hatte. Diesen Zustand hatte er nicht durch eigenes Bemühen erreicht. (Vergleiche Psalm 100:3; 139:14.)
6. Wie dürfte Adam darauf reagiert haben, in einem vollkommenen irdischen Zuhause zu leben?
6 Adam, der erste Mensch, dürfte zu Anfang jedoch aufgrund der völlig neuen Erfahrung, in einem vollkommenen irdischen Zuhause am Leben zu sein, viel zu erregt gewesen sein, um darüber nachzudenken, woher er kam und warum er lebte. Wahrscheinlich hat er vor Freude gejauchzt. Ihm wurde bewußt, daß Worte aus seinem Mund kamen. Er hörte sich in der Sprache der Menschen reden und machte Bemerkungen über die lieblichen Dinge, die er sah und hörte. Wie schön war es doch, hier in diesem paradiesischen Garten zu leben! Als er voller Freude die Einzelheiten all der Anblicke, Geräusche, Gerüche und Eindrücke in sich aufnahm, wurde er zum Denken angeregt. Hätten wir uns an seiner Stelle befunden, wäre das Ganze für uns ein Geheimnis gewesen, ein Geheimnis, das wir nicht hätten ergründen können.
Die Existenz des Menschen kein Geheimnis
7. Wieso war sich Adam nicht lange im unklaren darüber, warum er lebte und sich in einem paradiesischen Garten befand?
7 Für Adam, den ersten Menschen, blieb die Situation, in der er sich befand — er lebte, aber war allein, weil es in dem paradiesischen Garten niemanden gab, der so war wie er —, nicht lange ein Rätsel. Er hörte eine Stimme, jemand sprach mit ihm! Der Mensch konnte das Gesagte verstehen. Aber wo war der Sprecher? Der Mensch sah den Redenden nicht. Die Stimme kam aus dem unsichtbaren Bereich, und die Worte waren an ihn gerichtet. Es war die Stimme dessen, der den Menschen gemacht hatte, die seines Schöpfers! Und der Mensch konnte ihm in derselben Sprache antworten. Ja, er sprach mit Gott, dem Schöpfer. Der Mensch benötigte keinen komplizierten modernen Radioempfänger, um Gottes Stimme zu hören. Gott unterhielt sich direkt mit seinem Geschöpf.
8, 9. (a) Welche Fragen wurden Adam beantwortet, und welche väterliche Fürsorge wurde ihm zuteil? (b) Welche Antwort erhielt Adam von seinem himmlischen Vater?
8 Jetzt wußte der Mensch, daß er nicht allein war, und er fühlte sich aufgrund dessen bestimmt noch besser. Sein Sinn war voller Fragen, die er dem Unsichtbaren stellen konnte, der mit ihm sprach. Wer hatte ihn und den Garten der Wonne gemacht? Warum war er dorthin gesetzt worden, und was sollte er mit seinem Leben anfangen? Hatte sein Leben einen bestimmten Sinn? Dem ersten Menschen, Adam, wurde väterliche Fürsorge zuteil, denn seine Fragen wurden zur Befriedigung seines wißbegierigen Sinnes beantwortet. Welch eine Freude muß es für seinen Erschaffer, seinen Lebengeber, seinen himmlischen Vater, gewesen sein, zu hören, wie der Mensch zu reden begann und seine ersten Worte sprach! Wie glücklich muß der himmlische Vater gewesen sein, zu hören, daß sein Sohn sich mit ihm unterhielt! Die Frage, die möglicherweise zuerst gestellt wurde, lautete: „Wie bin ich ins Dasein gekommen?“ Gern beantwortete der himmlische Vater dies, und er erkannte dadurch den ersten Menschen als seinen Sohn an. Der Mensch war ein ‘Sohn Gottes’ (Lukas 3:38). Jehova gab sich als der Vater des ersten Menschen, Adam, zu erkennen. Die Antwort, die Adam auf seine Frage von seinem himmlischen Vater erhielt und die er seinen Nachkommen überlieferte, lautete im wesentlichen wie folgt:
9 „Jehova Gott ging daran, den Menschen aus Staub vom Erdboden zu bilden und in seine Nase den Odem des Lebens zu blasen, und der Mensch wurde eine lebende Seele. Ferner pflanzte Jehova Gott einen Garten in Eden, gegen Osten, und dorthin setzte er den Menschen, den er gebildet hatte. So ließ Jehova Gott aus dem Erdboden allerlei Bäume hervorwachsen, begehrenswert für den Anblick und gut zur Speise, und auch den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Nun war da ein Strom, der von Eden ausging, um den Garten zu bewässern, und von dort aus begann er sich zu teilen, und er wurde gleichsam zu vier Hauptflüssen“ (1. Mose 2:7-10).b
10, 11. (a) Welche genauen Tatsachen erfuhr Adam, aber welche anderen Fragen mußten ihm noch beantwortet werden? (b) Was antwortete der himmlische Vater Adam?
10 Adams lebhafter, unerfahrener Geist sog diese zufriedenstellenden Hinweise gierig in sich auf. Jetzt wußte er, daß er nicht aus dem unsichtbaren Bereich stammte, aus dem sein Schöpfer und Bildner sprach. Er war statt dessen aus dem Erdboden gebildet worden, auf dem er lebte, und war somit ein irdisches Wesen. Sein Lebengeber und Vater war Jehova Gott. Adam war eine „lebende Seele“. Da er sein Leben von Jehova Gott erhalten hatte, war er ein ‘Sohn Gottes’. Die Bäume im Garten Eden brachten Früchte hervor, die gut zur Speise waren; er aß sie, um als lebende Seele weiterzuexistieren. Aber warum mußte er überhaupt am Leben bleiben, und warum war er auf die Erde, in diesen Garten Eden, gesetzt worden? Er war ein vollkommen gestalteter, intelligenter Mensch mit körperlichen Fähigkeiten, und ihm stand es zu, das zu wissen. Wie hätte er sonst seinen Daseinszweck erfüllen und durch das Tun des göttlichen Willens seinen Schöpfer und Vater erfreuen können? Die Antworten auf diese verständlichen Fragen erhielt er durch folgenden Aufschluß:
11 „Jehova Gott nahm dann den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und pflege. Und Jehova Gott erlegte dem Menschen auch dieses Gebot auf: ‚Von jedem Baum des Gartens darfst du bis zur Sättigung essen. Was aber den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse betrifft, davon sollst du nicht essen, denn an dem Tag, an dem du davon ißt, wirst du bestimmt sterben‘“ (1. Mose 2:15-17).
12. Wofür muß Adam seinem Schöpfer gedankt haben, und wie konnte der Mensch auf diese Weise Gott ehren?
12 Adam muß seinem Schöpfer dafür gedankt haben, daß er ihm in dem schönen Garten eine sinnvolle Arbeit auftrug. Nun kannte er den Willen seines Schöpfers, und er konnte auf der Erde etwas für ihn tun. Er trug jetzt eine Verantwortung, nämlich den Garten Eden zu bebauen und ihn zu pflegen, aber das war eine schöne Aufgabe. Auf diese Weise wurde der Garten Eden in einem Zustand bewahrt, der Jehova Gott, dem Schöpfer des Gartens, Ehre machte und zu seinem Lobpreis beitrug. Wenn Adam bei seiner Arbeit Hunger verspürte, durfte er bis zur Sättigung von den Bäumen des Gartens essen. Dadurch konnte er seine Kraft erneuern und sein Leben endlos — unendlich — verlängern. (Vergleiche Prediger 3:10-13.)
Aussicht auf ewiges Leben
13. Welche Aussicht hatte der erste Mensch, und weshalb?
13 Endlos? Welch ein fast unglaublicher Gedanke muß das für den vollkommenen Menschen gewesen sein! Aber warum nicht? Sein Schöpfer hatte nicht vor, den meisterhaft angelegten Garten Eden zu zerstören. Warum sollte er sein eigenes Werk zunichte machen, wenn es so gut war und darin seine künstlerische Kreativität zum Ausdruck kam? Es lag logischerweise nicht in seiner Absicht, das zu tun (Jesaja 45:18). Und da dieser unvergleichliche Garten ständig gepflegt werden sollte, war jemand nötig, der sich um ihn kümmerte, jemand wie der vollkommene Mensch, Adam. Wenn der als Verwalter eingesetzte Mensch die Frucht von dem verbotenen „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ nicht aß, würde er nie sterben. Der vollkommene Mensch konnte für immer leben.
14. Wieso konnte Adam ewig im Paradies leben?
14 Adam hatte die Aussicht, in dem paradiesischen Garten Eden ewig zu leben. Er konnte das Leben ewig genießen, vorausgesetzt, er blieb seinem Schöpfer vollkommen gehorsam, indem er nie die Frucht aß, die der Schöpfer dem Menschen verboten hatte. Gott wollte, daß der vollkommene Mensch gehorsam war und ewig lebte. Das Verbot, die Frucht vom „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ zu essen, wurde nicht deshalb ausgesprochen, weil die Frucht tödlich war. Es handelte sich lediglich um eine Prüfung, ob der Mensch seinem Vater vollkommen gehorsam war. Der Mensch hatte dadurch eine Möglichkeit, seine Liebe zu Gott, seinem Schöpfer, zu beweisen.
15. Warum konnte Adam einer herrlichen Zukunft entgegensehen und Gutes aus den Händen seines Schöpfers erwarten?
15 Angesichts dessen, daß der vollkommene Mensch die innere Gewißheit hatte, nicht ein unbeabsichtigter Zufall zu sein, sondern einen himmlischen Vater zu haben, und weil er über seinen Daseinszweck aufgeklärt worden war und ihm ewiges Leben im Paradies in Aussicht stand, blickte er einer herrlichen Zukunft entgegen. Er aß von den Bäumen, die gut zur Speise waren, hütete sich jedoch vor dem „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“. Er wünschte Gutes aus den Händen seines Schöpfers zu erhalten. Die Arbeit des vollkommenen Menschen, den Garten Eden zu pflegen, war gut und nicht von vergänglicher Natur.
Keine Notwendigkeit für spezielle Erklärungen
16—18. Welche „Geheimnisse“ zu ergründen, fühlte sich Adam nicht verpflichtet, und warum nicht?
16 Das Tageslicht schwand, als das große Licht des Tages, dessen Bewegung der Mensch am Himmel beobachten konnte, unterging. Es wurde dunkel, Nacht, und der Mond wurde sichtbar. Der Mensch empfand keine Angst dabei; der Mond war das geringere Licht zur Beherrschung der Nacht (1. Mose 1:14-18). Wahrscheinlich flogen Leuchtkäfer durch den Garten, deren kaltes Licht wie kleine Lampen von Zeit zu Zeit aufblitzte.
17 Als die Nacht kam und die Dunkelheit ihn überraschte, empfand er die Notwendigkeit zu schlafen, wie es die Tiere auch taten. Nachdem er wieder erwacht war, hatte er Hunger, und er aß mit gutem Appetit von den erlaubten Fruchtbäumen, um zu „frühstücken“.
18 Durch die Nachtruhe gestärkt und sehr erfrischt, wandte er seine Aufmerksamkeit wieder der Tagesarbeit zu. Angesichts des vielen Grüns, das ihn umgab, kam ihm nicht der Gedanke, in das Geheimnis dessen eindringen zu müssen, was die Menschen Tausende von Jahren später als Photosynthese bezeichnen sollten — jenen rätselhaften Vorgang, bei dem das Chlorophyll, der grüne Farbstoff in den Pflanzen, mit Hilfe der Energie des Sonnenlichts Nahrungsmittel für Menschen und Tiere herstellt und dabei gleichzeitig das Kohlendioxyd aufnimmt, das Menschen und Tiere ausatmen, und Sauerstoff abgibt, den diese wiederum einatmen. Ein Mensch mag dies als Geheimnis bezeichnen, aber für Adam bestand keine Notwendigkeit, es zu lösen. Es war ein Wunder des Schöpfers des Menschen. Dieser verstand den Vorgang, denn er hatte ihn zum Nutzen der Geschöpfe auf der Erde in Gang gesetzt. Es genügte somit der vollkommenen Intelligenz des ersten Menschen, zu wissen, daß Gott, der Schöpfer, die Dinge wachsen ließ und daß dem Menschen von Gott die Arbeit übertragen worden war, sich um die pflanzlichen Lebensformen im Garten Eden zu kümmern. (Siehe 1. Mose 1:12.)
Allein — aber nicht ohne Freude
19. Was tat Adam nicht, obwohl er erkannte, daß er allein war, da sich niemand, der ihm gleich war, auf der Erde befand?
19 Die Belehrung des Menschen durch seinen himmlischen Vater war noch nicht abgeschlossen. Der Mensch kümmerte sich allein um den Garten Eden, da sich niemand, der ihm gleich war, auf der Erde befand und sich ihm anschließen oder ihm helfen konnte. Er war der einzige Vertreter der menschlichen Lebensform. Doch er begab sich nicht auf die Suche nach jemandem gleich ihm, um irdische Begleitung zu haben. Auch bat er Gott, seinen himmlischen Vater, nicht, ihm einen Bruder oder eine Schwester zu geben. Das Alleinsein trieb den Menschen weder zum Wahnsinn, noch raubte es ihm die Freude am Leben oder an der Arbeit. Er pflegte Gemeinschaft mit Gott. (Vergleiche Psalm 27:4.)
20. (a) Was war für Adam das höchste Glück? (b) Warum wäre es für Adam keine unerträgliche Härte gewesen, weiterhin so zu leben? (c) Was wird im nächsten Artikel behandelt?
20 Adam wußte, daß sowohl er als auch seine Arbeit unter der Aufsicht seines himmlischen Vaters stand. Es war sein höchstes Glück, seinem Gott und Schöpfer zu gefallen, dessen Herrlichkeit sich in all den wunderbaren Schöpfungswerken, die den Menschen umgaben, offenbarte. (Vergleiche Offenbarung 15:3.) Weiterhin so zu leben wäre keine unerträgliche Härte oder langweilige Aufgabe für den vollkommen ausgeglichenen Menschen gewesen, der sich mit seinem Gott unterhalten konnte. Und Gott gab Adam interessante und faszinierende Arbeit, die ihm große Befriedigung und Freude bringen sollte. Der nächste Artikel wird weiter über die Segnungen des Paradieses berichten sowie über das, was der liebevolle Schöpfer Adam in Aussicht stellte.
[Fußnoten]
a Dieses Wort wird in der Sprache gebraucht, in der der Schöpfungsbericht ursprünglich in der Bibel aufgezeichnet wurde (1. Mose 1:26, NW, Stud., Fußnote).
b Der Prophet Moses, der das Bibelbuch 1. Mose im 16. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung schrieb, fügte über diesen Strom in Eden folgende Informationen hinzu, denen das Wissen seiner Tage zugrunde lag:
„Der Name des ersten ist Pischon; es ist der, der das ganze Land Hawila umfließt, wo es Gold gibt. Und das Gold jenes Landes ist gut. Dort gibt es auch das Bdelliumharz und den Onyxstein. Und der Name des zweiten Stromes ist Gihon; es ist der, der das ganze Land Kusch umfließt. Und der Name des dritten Stromes ist Hiddekel; es ist der, der östlich von Assyrien fließt. Und der vierte Strom ist der Euphrat“ (1. Mose 2:11-14).
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Großartige Aussichten für die Menschen in einem Paradies der WonneDer Wachtturm 1989 | 1. August
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Großartige Aussichten für die Menschen in einem Paradies der Wonne
„Gott [segnete] sie, und Gott sprach zu ihnen: ‚Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde, und unterwerft sie euch, und haltet euch die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel untertan und jedes lebende Geschöpf, das sich auf der Erde regt‘“ (1. Mose 1:28).
1, 2. Weshalb ist Jehova liebevoll für die Menschen tätig, und welche Aufgabe übertrug er Adam?
„GOTT ist Liebe“, heißt es in der Heiligen Schrift. Er ist liebevoll und selbstlos an den Menschen interessiert und ist unablässig tätig, damit sie sich einmal für immer des Lebens in Gesundheit und Frieden in einem irdischen Paradies der Wonne erfreuen können (1. Johannes 4:16; vergleiche Psalm 16:11). Der erste Mensch, der vollkommene Adam, führte ein friedliches Leben und hatte eine interessante, schöne Arbeit. Der Schöpfer des Menschen beauftragte ihn zunächst, den herrlichen Garten Eden zu pflegen. Dann übertrug er ihm eine weitere besondere Aufgabe, eine herausfordernde Aufgabe, wie der Bericht zeigt:
2 „Jehova Gott bildete aus dem Erdboden jedes wildlebende Tier des Feldes und jedes fliegende Geschöpf der Himmel, und er begann sie zu dem Menschen zu bringen, um zu sehen, wie er jedes nennen würde; und wie immer der Mensch sie, nämlich jede lebende Seele, nennen würde, das sei ihr Name. Da gab der Mensch allen Haustieren und den fliegenden Geschöpfen der Himmel und jedem wildlebenden Tier des Feldes Namen“ (1. Mose 2:19, 20).
3. Warum hatten Adam und die Tiere keine Angst voreinander?
3 Der Mensch nannte das Pferd ßuß, den Stier schōr, das Schaf ßeh, die Ziege ‛es, einen Vogel ‛ōph, die Taube jōnáh, den Pfau tukkí, den Löwen ’arjéh oder ’arí, den Bären dov, den Affen qōph, den Hund kélev, die Schlange nachásch usw.a Als er an den Fluß trat, der vom Garten Eden ausging, sah er Fische. Diese nannte er dagáh. Der unbewaffnete Mensch hatte keine Angst vor den Haustieren und den wildlebenden Tieren, die Vögel eingeschlossen, und diese hatten auch keine Angst vor dem Menschen, den sie instinktiv als eine ihnen übergeordnete, höhere Lebensform betrachteten. Sie waren Geschöpfe Gottes, die von ihm das Leben erhalten hatten, und der Mensch verspürte keinen Wunsch oder keine Neigung, sie zu verletzen oder ihnen das Leben zu nehmen.
4. Was können wir in bezug auf die Namengebung der Tiere durch Adam vermuten, und was für eine Erfahrung muß das gewesen sein?
4 Der Bericht sagt uns nicht, wie lange dem Menschen die Haustiere, die wildlebenden Tiere und die fliegenden Geschöpfe der Himmel gezeigt wurden. Alles geschah unter göttlicher Leitung und Anordnung. Adam nahm sich wahrscheinlich Zeit, um jedes einzelne Tier zu studieren, sich mit den verschiedenen Gewohnheiten und dem unterschiedlichen Aussehen vertraut zu machen; dann wird er den Namen ausgewählt haben, der am besten paßte. Somit könnte beträchtliche Zeit darüber hingegangen sein. Für Adam war es eine höchst interessante Erfahrung, auf diese Weise die Lebewesen der Erde in ihrer Vielfalt kennenzulernen, und es erforderte große geistige Fähigkeiten und auch Sprachvermögen, die verschiedenen Arten lebender Geschöpfe durch einen passenden Namen zu charakterisieren.
5—7. (a) Welche Fragen sind wahrscheinlich aufgekommen? (b) Welche Antworten wurden Adam durch den Schöpfungsbericht gegeben, den wir in 1. Mose 1:1-25 finden?
5 Doch in welcher Reihenfolge war die Erschaffung der lebenden Geschöpfe vor sich gegangen? Wurden die Landtiere vor den Vögeln erschaffen oder umgekehrt? Und wo steht im Vergleich zu den lebenden Geschöpfen niederer Art der Mensch, was die zeitliche Abfolge betrifft? Wie bereitete Gott die Oberfläche der Erde für eine so große Vielfalt von lebenden Geschöpfen vor, wie sorgte er für die Luft, in der die Vögel bis in große Höhen fliegen können, wie stellte er Wasser zum Trinken zur Verfügung und Pflanzen, die als Speise dienen sollten, wie machte er das größere Licht, um den Tag zu erhellen, und wie das geringere Licht für die Nacht? Wieso war das Wetter so mild und warm, daß der Mensch ungeschützt und nackt umhergehen, arbeiten und schlafen konnte?
6 Der Mensch brauchte sich über die Antworten nicht den Kopf zu zerbrechen. Sein fragender Sinn verdiente vernünftige Antworten von einer maßgebenden Autorität, die genau Bescheid wußte. Er war nicht als unwissender Sohn Gottes auf sich allein gestellt, sondern sein hohes Maß an Intelligenz wurde höchstwahrscheinlich durch den wunderbaren Schöpfungsbericht zufriedengestellt, den wir in 1. Mose 1:1-25 finden.
7 Adam wird für den begeisternden Schöpfungsbericht bestimmt sehr dankbar gewesen sein, denn dieser erklärte vieles. Dem Gesagten konnte er entnehmen, daß es drei lange Zeitabschnitte gegeben hatte, die Gott gemäß seiner Zeitbestimmung Tage nannte, bevor er im Verlauf des vierten Schöpfungsabschnitts die beiden großen Lichter in der Ausdehnung der Himmel erscheinen ließ, um den viel kürzeren 24-Stunden-Tag des Menschen anzuzeigen. Dieser kürzere Tag auf der Erde war die Zeit zwischen zwei Untergängen des größeren Lichts. Adam wurde außerdem bewußt, daß die Zeit auch nach Jahren eingeteilt war, und er begann zweifellos damit, seine Lebensjahre zu zählen. Das größere Licht in der Ausdehnung sollte es ihm ermöglichen, das zu tun. Was jedoch die längeren Schöpfungstage Gottes betrifft, erkannte der Mensch, daß er nun am sechsten Tag lebte, das heißt am sechsten Tag der schöpferischen Tätigkeit Gottes bezüglich der Erde. Ihm war noch nicht gesagt worden, daß der sechste Tag, an dem alle Landtiere erschaffen worden waren und schließlich auch die separate Erschaffung des Menschen erfolgt war, zu Ende sei. Jetzt verstand er die Reihenfolge der Erschaffung des pflanzlichen Lebens, der Meeresbewohner, der Vögel und der Landtiere. Doch ganz allein im Garten Eden entsprach Adam nicht völlig dem liebevollen Vorsatz Gottes in bezug auf den Menschen in seinem irdischen Paradies.
Die Erschaffung der ersten Frau
8, 9. (a) Was stellte der vollkommene Mensch in bezug auf die Tiere fest, aber was schloß er in bezug auf sich selbst? (b) Warum war es angebracht, daß der vollkommene Mensch Gott nicht um eine Gefährtin bat? (c) Wie wird im Bibelbericht die Erschaffung der ersten Frau beschrieben?
8 Der erste Mensch stellte mit Hilfe seines vollkommenen Verstandes und seiner vollkommenen Beobachtungsgabe fest, daß es bei den Vögeln und den anderen Tieren jeweils männliche und weibliche Tiere gab und daß sie zusammen ihre Art fortpflanzten. Nicht so jedoch beim Menschen. Wenn ihn diese Beobachtung zu dem Gedanken an eine Gefährtin veranlaßte, so fand er im tierischen Bereich kein passendes Gegenstück, nicht einmal unter den Affen. Adam mußte schlußfolgern, daß es für ihn keine Gefährtin gab, denn hätte Gott ihm diese nicht gebracht, wenn das der Fall gewesen wäre? Der Mensch war getrennt von allen Tierarten erschaffen worden, und er sollte sich von diesen unterscheiden. Er war allerdings nicht geneigt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und Gott, seinen Schöpfer, unbesonnenerweise um eine Gefährtin zu bitten. Es war angebracht, daß der vollkommene Mensch die gesamte Angelegenheit Gott überließ, denn kurz darauf stellte er fest, daß Gott aus der Situation seine eigenen Schlüsse gezogen hatte. Darüber und über das, was daraufhin geschah, heißt es im Bibelbericht:
9 „Für den Menschen fand sich keine Gehilfin als sein Gegenstück. Deshalb ließ Jehova Gott einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, und während er schlief, nahm er eine von seinen Rippen und schloß dann das Fleisch an deren Stelle zu. Und Jehova Gott ging daran, aus der Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, eine Frau zu bauen und sie zu dem Menschen zu bringen. Da sprach der Mensch: ‚Dies ist endlich Bein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch. Diese wird Männin genannt werden, denn vom Manne wurde diese genommen.‘ Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen, und er soll fest zu seiner Frau halten, und sie sollen e i n Fleisch werden. Und sie beide waren weiterhin nackt, der Mensch und seine Frau, und doch schämten sie sich nicht“ (1. Mose 2:20-25).
10. Wie reagierte der vollkommene Mann, als ihm die vollkommene Frau vorgestellt wurde, und was könnten seine Worte andeuten?
10 Aus den Worten, die der Mensch äußerte, als ihm die vollkommene Frau als Gehilfin und Gegenstück vorgestellt wurde, spricht völlige Zufriedenheit: „Dies ist endlich Bein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch.“ In Anbetracht dieser Worte, die er äußerte, als er seine gerade geschaffene Frau sah, hatte er möglicherweise einige Zeit darauf gewartet, sein wunderbares menschliches Gegenstück zu erhalten. Als Adam seine Frau, sein Gegenstück, beschrieb, nannte er sie „Männin“ (’ischscháh oder buchstäblich „weiblicher Mensch“), „denn vom Mann wurde diese genommen“ (1. Mose 2:23, NW, Stud., Fußnote). Zwischen Adam und den fliegenden Geschöpfen oder den Landtieren, die Gott ihn zuvor hatte beobachten lassen, damit er ihnen Namen gebe, bestanden keinerlei verwandtschaftliche Bande. Sein Fleisch unterschied sich von dem ihren. Aber diese Frau war wirklich Fleisch von seiner Art. Der Rippenknochen, der aus seiner Seite genommen worden war, erzeugte dieselbe Art von Blut, wie sie sich in seinem Körper befand. (Siehe Matthäus 19:4-6.) Jetzt hatte er jemanden, für den er als Gottes Prophet amten und dem er den wunderbaren Schöpfungsbericht mitteilen konnte.
11—13. (a) Welche Fragen mögen entstanden sein, als Adam eine Frau erhielt? (b) Welchen Vorsatz hatte Gott in bezug auf das erste Menschenpaar? (c) Was sollte der vollkommenen Menschheitsfamilie als Speise dienen?
11 Welche Absicht verfolgte der Schöpfer des Menschen jedoch damit, daß er ihm eine Frau gab? Geschah es lediglich, um ihm eine Gehilfin und ein Gegenstück zu geben, eine Gefährtin von seiner eigenen Art, damit er sich nicht einsam fühlte? Der Bericht, in dem der Segen erwähnt wird, den Gott über ihre Ehe aussprach, offenbart Gottes Vorsatz:
12 „Und Gott sprach weiter: ‚Laßt uns Menschen machen in unserem Bilde, gemäß unserem Gleichnis; und sie sollen sich untertan halten die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel und die Haustiere und die ganze Erde und jedes sich regende Tier, das sich auf der Erde regt.‘ Und Gott ging daran, den Menschen in seinem Bilde zu erschaffen, im Bilde Gottes erschuf er ihn; männlich und weiblich erschuf er sie. Auch segnete Gott sie, und Gott sprach zu ihnen: ‚Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde, und unterwerft sie euch, und haltet euch die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel untertan und jedes lebende Geschöpf, das sich auf der Erde regt.‘“
13 „Und Gott sprach weiter: ‚Hier habe ich euch alle samentragenden Pflanzen gegeben, die es auf der Oberfläche der ganzen Erde gibt, und jeden Baum, an dem es samentragende Baumfrucht gibt. Euch diene es als Speise. Und jedem wildlebenden Tier der Erde und jedem fliegenden Geschöpf der Himmel und allem, was sich auf der Erde regt, in welchem Leben als eine Seele ist, habe ich alle grünen Pflanzen zur Speise gegeben.‘ Und so wurde es“ (1. Mose 1:26-30).
Die Aussichten des ersten Menschenpaars
14. Welche Zukunft lag mit Gottes Segen vor dem vollkommenen Mann und seiner Frau, und was konnten sie sich zu Recht im Geiste vorstellen?
14 Wie wunderbar war es für den vollkommenen Mann und seine vollkommene Frau, die Stimme Gottes zu hören, der mit ihnen sprach und ihnen sagte, was sie tun sollten, und sie segnete! Mit Gottes Segen waren sie in der Lage, das zu tun, was ihnen aufgetragen würde; ihr Leben wäre niemals fruchtlos gewesen. Welch eine Zukunft lag vor ihnen! Als das glücklich verheiratete Paar in seinem Zuhause, dem Garten Eden, stand, dachten die beiden wahrscheinlich darüber nach, was geschehen würde, während sie Gottes Willen ausführten. Bei ihrem Blick in die ferne Zukunft sahen sie im Geiste vor sich, daß nicht nur der „Garten in Eden, gegen Osten“, sondern die gesamte Erde mit freudestrahlenden Männern und Frauen gefüllt war (1. Mose 2:8). Das Herz des Mannes und der Frau schlug höher bei dem Gedanken, daß das alles ihre Kinder waren, ihre Nachkommen. Alle waren vollkommen, makellos im Aussehen und im Körperbau, ausgestattet mit ewiger Jugend, strotzend vor Gesundheit und voller Freude, am Leben zu sein; alle bekundeten untereinander vollkommene Liebe, alle beteten vereint ihren großen Schöpfer und himmlischen Vater an, und sie taten dies zusammen mit ihren menschlichen Ureltern. Welch große Freude den ersten Mann und seine Frau erfüllt haben muß, als sie daran dachten, einmal eine solche Familie zu haben!
15, 16. (a) Warum wäre ausreichend Nahrung für die Menschheitsfamilie vorhanden? (b) Welche Arbeit wäre außerhalb des Gartens Eden zu tun, wenn die glückliche Familie an Zahl zunähme?
15 Es wäre ausreichend Nahrung für jedes Glied der Menschheitsfamilie vorhanden, die die gesamte Erde füllen würde. Schon zu Anfang, im Garten Eden, gab es genug zu essen. Gott hatte für die Menschen gesorgt und ihnen alle samentragenden Pflanzen gegeben, die zusammen mit dem Ertrag der Fruchtbäume als gesunde, lebenerhaltende Nahrung dienen sollten. (Vergleiche Psalm 104:24.)
16 Wenn ihre glückliche Familie an Zahl zunähme, würden sie den Garten auf das Land jenseits der Grenzen von Eden ausdehnen, denn wie Gottes Worte andeuteten, war der Erdboden außerhalb des Gartens Eden nicht urbar gemacht worden. Zumindest kümmerte sich niemand darum, und er war nicht in dem besonderen Maße kultiviert wie der Garten Eden. Daher wies der Schöpfer die Menschen auch an, sich die Erde zu ‘unterwerfen’, während sie sie füllten (1. Mose 1:28).
17. Warum gäbe es ausreichend Nahrung für die wachsende Bevölkerung, und welcher Zustand würde schließlich eintreten, wenn der Garten immer weiter vergrößert würde?
17 Wenn der Garten von vollkommenen Landwirten ausgedehnt würde, brächte die unterworfene Erde reichen Ertrag für die wachsende Bevölkerung. Schließlich würde der sich ständig vergrößernde Garten die gesamte Erde bedecken, und ein weltweites Paradies würde als ewige Heimat des Menschen dienen. Es wäre vom Himmel her wunderschön anzusehen, und der himmlische Schöpfer könnte es als sehr gut bezeichnen. (Vergleiche Hiob 38:7.)
18. Warum wäre der weltumspannende Garten Eden frei von Störungen, und in welcher Hinsicht würde Frieden herrschen?
18 Das weltweite Paradies wäre so friedlich und frei von Störungen wie jener Garten Eden, in dem sich das neuvermählte Paar befand. Man müßte keine Gefahren oder keinen Schaden von seiten all jener Tiere und fliegenden Geschöpfe befürchten, die Adam, der erste Mensch, sich genau angesehen hatte, um ihnen Namen zu geben. Die vollkommenen Bewohner des weltweiten Paradieses würden sich wie ihre Ureltern die Fische des Meeres, die fliegenden Geschöpfe der Himmel und alles, was sich auf der Erde regt, auch die wildlebenden Tiere des freien Feldes, untertan halten. Da diese niedrigeren lebenden Geschöpfe dem Menschen, der „im Bilde Gottes“ erschaffen worden war, instinktiv untertan waren, würden sie mit ihm in Frieden leben. Die liebevollen, vollkommenen menschlichen Herren der niedrigeren Geschöpfe würden sich diese nicht nur untertan halten, sondern auch für eine friedliche Atmosphäre unter den Tieren sorgen. Der friedliche Einfluß der gottähnlichen menschlichen Herren würde sich schützend über diesen zufriedenen niedrigeren lebenden Geschöpfen ausbreiten. Doch das Wichtigste: Die vollkommene Menschheit hätte Frieden mit Gott, dessen Segen niemals von ihr weichen würde. (Vergleiche Jesaja 11:9.)
Gott ruht von seinen Schöpfungswerken
19. (a) Was müssen der erste Mann und seine Frau in bezug auf Gottes Vorsatz erkannt haben? (b) Was gab Gott ihnen bezüglich der Zeit zu verstehen?
19 Als sich das vollkommene Menschenpaar die vollendete irdische Szenerie gemäß Gottes Vorsatz vorstellte, dürften die beiden eines erkannt haben: Es würde Zeit erfordern, Gottes wunderbaren Auftrag auszuführen. Wieviel Zeit? Ihr Schöpfer und himmlischer Vater wußte es. Er gab ihnen zu verstehen, daß in dem großen Ablauf der Schöpfungstage nun ein weiterer Abschluß erreicht worden war, daß es „Abend“ war und somit ein neuer Tag gemäß Gottes eigener Bezeichnung der Schöpfungstage begann. Es sollte ein gesegneter Tag sein, der für Gottes eigenen reinen, gerechten Vorsatz geheiligt war. Der vollkommene Mann, der Prophet Gottes, nahm das zur Kenntnis. Der inspirierte Bericht lautet:
20. Was sagt der Bibelbericht über den „siebten Tag“?
20 „Nach diesem sah Gott alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen, ein sechster Tag. So kamen die Himmel und die Erde und ihr ganzes Heer zu ihrer Vollendung. Und bis zum siebten Tag kam Gott zur Vollendung seines Werkes, das er gemacht hatte, und er begann am siebten Tag von all seinem Werk zu ruhen, das er gemacht hatte. Und Gott ging daran, den siebten Tag zu segnen und ihn zu heiligen, denn an ihm hat er fortan geruht von all seinem Werk, das Gott, um es zu machen, geschaffen hat. Dies ist die Geschichte der Himmel und der Erde zu der Zeit, da sie erschaffen wurden, an dem Tag, an dem Jehova Gott Erde und Himmel machte“ (1. Mose 1:31 bis 2:4).
21. (a) Sagt die Bibel, daß Gott seinen Ruhetag beendete und daß er sehr gut war? Erkläre es. (b) Welche Fragen sind noch offen?
21 Der Bericht sagt nicht, daß Gott seinen Ruhetag beendete und sah, daß er sehr gut war, auch nicht, daß es Abend und Morgen wurde, ein siebter Tag. Um den vorangegangenen sechs Schöpfungstagen zu entsprechen, muß der siebte Tag noch als sehr gut bezeichnet werden, denn er ist noch nicht zu Ende. Kann Jehova Gott den Verlauf des Tages bis jetzt als sehr gut bezeichnen? War es für ihn bisher ein Tag friedlicher Ruhe? Wie verhält es sich mit den wunderbaren Aussichten, die sich der erste Mann und seine Frau an ihrem Hochzeitstag im Paradies vorstellten? Wir wollen sehen, während sich die Szenerie im nächsten Artikel weiter entfaltet.
[Fußnote]
a Diese Namen stehen im hebräischen Text der Genesis und anderer Bücher der inspirierten Hebräischen Schriften.
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Hoffnung auf ein Paradies berechtigt trotz des Ungehorsams der MenschenDer Wachtturm 1989 | 1. August
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Hoffnung auf ein Paradies berechtigt trotz des Ungehorsams der Menschen
1. Wo sind der erste Mann und die erste Frau nach einiger Zeit zu sehen, und in welcher Umgebung befinden sie sich?
DIE Zeit ist vergangen. Der erste Mann und die erste Frau sind nicht mehr unschuldig und nackt. Sie sind bekleidet — mit langen Gewändern aus Fell. Im Augenblick befinden sie sich jenseits des Eingangs zum vollkommenen Garten Eden. Ihr Rücken ist dem Garten zugewandt. Sie betrachten die Landschaft vor sich. Alles, was sie sehen, ist unbebauter Boden. Offenbar ruht Gottes Segen nicht darauf. Vor ihnen wachsen Dornen und Disteln. Ist das die Erde, die sie sich gemäß ihrem Auftrag unterwerfen sollten? Das schon, aber der erste Mann und die erste Frau sind nicht dort draußen, um den Garten Eden auf dieses unkultivierte Land auszudehnen.
2. Warum versuchen der Mann und die Frau nicht, wieder in den paradiesischen Garten hineinzugelangen?
2 Warum kehren sie angesichts eines solch gegensätzlichen Anblicks nicht in den paradiesischen Garten zurück? Das ist leicht gesagt, aber sieh, wer sich hinter ihnen am Eingang des Gartens befindet! Dort stehen Geschöpfe, die sie nie zuvor gesehen haben, nicht einmal in dem Garten. Es sind Cherube mit der flammenden Klinge eines sich fortwährend drehenden Schwertes. Der Mann und die Frau kämen nie lebendig an ihnen vorbei in den Garten hinein (1. Mose 3:24).
3. Was war geschehen, so daß sich die Lebensumstände für das erste Menschenpaar drastisch veränderten?
3 Was war geschehen? Das Geheimnis ist nicht so rätselhaft, daß es Tausende von Jahren unerforscht geblieben wäre. Es ist leicht zu lüften. Der erste Mann und die erste Frau sollten die wunderbaren Aussichten, die ihnen Gottes Auftrag bot, der ihnen an ihrem Hochzeitstag gegeben worden war, Wirklichkeit werden lassen, aber unter der Bedingung, daß sie ihrem himmlischen Vater auch in den kleinsten Dingen gehorsam wären. Ihr vollkommener Gehorsam sollte durch ein einfaches Nahrungsverbot auf die Probe gestellt werden: Sie durften nicht von der Frucht vom „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ essen (1. Mose 2:16, 17). Wenn sie dies gegen den Befehl Gottes täten, sollten sie bestimmt sterben. So erklärte es Adam als Gottes Prophet seiner Frau, dem jüngeren menschlichen Geschöpf. Aber überraschenderweise bestritt die nachásch, die Schlange, die Wahrhaftigkeit dessen, was Gott zu Adam gesagt hatte, als er ihn davor warnte, von dem verbotenen „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ zu essen. Die Schlange verleitete die Frau zu dem Glauben, sie würde wie Gott werden, wenn sie Gottes Gesetz bräche und von der verbotenen Frucht äße, und sie würde dadurch in bezug auf die Entscheidung, was gut und was böse sei, von ihm unabhängig werden (1. Mose 3:1-5).
Keine erfundene Geschichte
4, 5. Wie zeigt der Apostel Paulus, daß der Bericht darüber, daß die erste Frau von der Schlange betrogen worden war, keine Legende war?
4 Ist das unglaublich? Klingt es zu sehr nach einem Märchen, nach einer Legende, die sich nicht auf Tatsachen stützt und somit für den aufgeklärten, modernen Menschen unannehmbar ist? Nein, nicht für einen noch heute viel gelesenen Schriftsteller, einen vertrauenswürdigen Autor, einen besonders erwählten Apostel, der sich der Richtigkeit dessen, was er niederschrieb, bewußt war. An die Versammlung reifer Christen in der weltlich weisen Stadt Korinth schrieb der Apostel Paulus: „Ich fürchte aber, daß etwa so, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, euer Sinn verdorben werde, hinweg von der Aufrichtigkeit und der keuschen Reinheit, die dem Christus gebühren“ (2. Korinther 11:3).
5 Paulus hätte kaum auf eine erfundene Geschichte, auf eine Fabel, Bezug genommen und mit Hilfe eines Phantasieprodukts sein Argument bei jenen Korinthern vorgebracht, die ja mit den Mythen der heidnischen griechischen Religion gut vertraut waren. Der Apostel bestätigte, daß „die Schlange Eva durch ihre List verführte“, indem er aus den inspirierten Hebräischen Schriften, die er als „das Wort Gottes“ bezeichnete, zitierte (1. Thessalonicher 2:13). Außerdem schrieb der Apostel an einen christlichen Aufseher, der die Pflicht hatte, „das Muster gesunder Worte“ zu lehren: „Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva. Auch wurde Adam nicht betrogen, aber die Frau wurde gründlich betrogen und geriet in Übertretung“ (2. Timotheus 1:13; 1. Timotheus 2:13, 14).
6. (a) Inwiefern unterschied sich Adams Übertretung von der der Frau? (b) Warum ist es sicher, daß die Frau keine Geschichte über die Schlange erfunden hat?
6 Daß die Frau von der Schlange betrogen wurde, ist keine Legende, sondern eine Tatsache, und zwar ebenso, wie die Folgen ihres Ungehorsams, des Essens von der verbotenen Frucht, unwiderlegbare geschichtliche Tatsachen sind. Nachdem sie sich in den Augen Gottes der Übertretung schuldig gemacht hatte, veranlaßte sie ihren Mann, sich ihr beim Essen anzuschließen. Adam aß allerdings nicht deshalb, weil er gründlich betrogen wurde (1. Mose 3:6). In den Aufzeichnungen darüber, daß beide später vor Gott Rechenschaft ablegen mußten, heißt es: „Und der Mensch sprach weiter: ‚Die Frau, die du mir beigegeben hast, sie gab mir Frucht von dem Baum, und so aß ich.‘ Jehova Gott sprach hierauf zur Frau: ‚Was hast du da getan?‘ Darauf erwiderte die Frau: ‚Die Schlange — sie betrog mich, und so aß ich‘“ (1. Mose 3:12, 13). Die Frau erfand keine Geschichte über jene nachásch, jene Schlange, und Jehova Gott faßte ihre Erklärung nicht als frei erfunden oder als Legende auf. Er verfuhr mit der Schlange wie mit einem Werkzeug, das gebraucht worden war, um die Frau dazu zu verleiten, sich gegen ihren Gott und Schöpfer zu vergehen. Es wäre für Gott unter seiner Würde gewesen, sich mit einer legendären Schlange zu befassen.
7. (a) Wie wird in der Bibel Gottes weiteres Vorgehen gegen die Schlange geschildert? (b) Inwiefern könnte die Schlange, die die erste Frau betrog, auch uns betrügen? (Beziehe dich auch auf die Fußnote.)
7 In dem Bericht wird Gottes weiteres Vorgehen gegen jene Schlange im Garten Eden geschildert und gesagt: „Und Jehova Gott sprach dann zur Schlange: ‚Weil du diese Sache getan hast, bist du das verfluchte unter allen Haustieren und unter allen wildlebenden Tieren des Feldes. Auf deinem Bauch wirst du gehen, und Staub wirst du fressen alle Tage deines Lebens. Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen‘“ (1. Mose 3:14, 15). Jedes seriöse Gericht urteilt nach den Tatsachen und sichtet die echten Beweise, keine Legenden. Jehova Gott hielt sich nicht selbst zum Narren, indem er über eine mythische Schlange ein Gerichtsurteil fällte, sondern er sprach ein Urteil über ein tatsächlich existierendes Geschöpf, das für seine Tat verantwortlich war. Es wäre nicht zum Lachen, sondern bedauerlich, wenn jene Schlange uns zu dem Gedanken verleitete, sie hätte nie existiert, sei nur ein Phantasieprodukt und somit für kein Vergehen auf der Erde verantwortlich.a
8. Welches Urteil fällte Gott über die Frau, und wie wirkte sich dies auf ihre Töchter und Enkelinnen aus?
8 In den Aufzeichnungen, die Frau betreffend, wird deren Aussage über die Schlange als Tatsache betrachtet und erklärt: „Zur Frau sprach er: ‚Ich werde die Mühsal deiner Schwangerschaft sehr mehren; mit Geburtsschmerzen wirst du Kinder hervorbringen, und dein tiefes Verlangen wird nach deinem Mann sein, und er wird über dich herrschen‘“ (1. Mose 3:16). Gott hatte bei ihrer Vermählung mit Adam nichts dergleichen gesagt, als er den Auftrag erteilte: „Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde“ (1. Mose 1:28). Der gesegnete Auftrag für das vollkommene Menschenpaar ließ auf viele Schwangerschaften der Frau schließen, aber nicht auf vorzeitige Wehen und extreme Geburtsschmerzen und auch nicht auf Unterdrückung durch den Ehemann. Dieses Urteil, das über die Gesetzesbrecherin gefällt wurde, sollte ihre Töchter und Enkelinnen Generation um Generation in Mitleidenschaft ziehen.
Gottes Gesetz durch das Urteil über Adam verherrlicht
9, 10. (a) Welche Warnung ließ Gott persönlich an Adam ergehen, und was wären die Folgen, wenn Gott an einer solchen Strafe festhielte? (b) Welches Urteil verhängte Gott über Adam?
9 Welche veränderten Umstände sollten außer für die Frau auch für den Mann eintreten, den sie ja dazu veranlaßt hatte, sich ihr in ihrer Übertretung anzuschließen? Zu dem Mann hatte Gott persönlich gesagt: „Was aber den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse betrifft, davon sollst du nicht essen, denn an dem Tag, an dem du davon ißt, wirst du bestimmt sterben“ (1. Mose 2:17). Würde Gott als Richter an einem solch endgültigen Urteil festhalten, nur weil Adam von einer Frucht gegessen hatte? Man bedenke, was die Vollstreckung einer solchen Strafe nach sich zöge! Jene herzerfreuende Hoffnung, die Adam und Eva am Tag ihrer Hochzeit hegten, wäre dahin, nämlich die Aussicht, die ganze Erde mit Nachkommen zu füllen, mit einem vollkommenen Menschengeschlecht, das in ewiger Jugend eine paradiesische Erde bewohnen würde, und das in Frieden mit seinem Gott und himmlischen Vater. Gott wirkte bestimmt nicht seinem eigenen wunderbaren Vorsatz hinsichtlich der Menschheit und ihrer irdischen Heimat entgegen, als er mit Strenge die Todesstrafe über die Ureltern der gesamten Menschheit verhängte. Beachten wir daher die göttliche Verfügung, die deutlich im Bibelbericht aufgezeichnet wurde:
10 „Und zu Adam sprach er: ‚Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört hast und darangegangen bist, von dem Baum zu essen, von dem ich dir geboten habe: „Du sollst nicht davon essen“‚ so ist der Erdboden deinetwegen verflucht. In Mühsal wirst du seinen Ertrag essen alle Tage deines Lebens. Und Dornen und Disteln wird er dir wachsen lassen, und du sollst die Pflanzen des Feldes essen. Im Schweiße deines Angesichts wirst du Brot essen, bis du zum Erdboden zurückkehrst, denn aus ihm wurdest du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren‘“ (1. Mose 3:17-19).
11. Welche Tatsachen hinsichtlich des Gehorsams veranschaulichen, daß Adam Gottes Urteil verdiente?
11 Jenes Urteil bedeutete die Vollstreckung der Todesstrafe für den Menschen, ungeachtet der Auswirkungen auf Gottes Vorsatz, eine paradiesische Erde mit vollkommenen Männern und Frauen zu füllen, die in Liebe und Frieden beieinanderwohnen und für immer den weltweiten paradiesischen Garten hegen und pflegen würden. Der Mann hatte nicht auf die Stimme Gottes gehört, die ihm sagte, er dürfe nicht von dem verbotenen „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ essen, sondern auf die Stimme seiner Frau. Und wenn er selbst nicht auf die Stimme seines Gottes und Schöpfers hörte, hätte er dann beständig seine Kinder gelehrt, es zu tun? Hätte er auf sein eigenes Beispiel verweisen können, um sie zu lehren, Jehova Gott zu gehorchen? (Vergleiche 1. Samuel 15:22.)
12, 13. (a) Wie würde sich Adams Sünde auf seine Kinder auswirken? (b) Warum verdiente Adam es keinesfalls, für immer im Paradies, ja überhaupt auf der Erde zu leben?
12 Würden Adams Kinder Gottes Gesetz vollkommen halten können, so wie er früher in seiner menschlichen Vollkommenheit dazu in der Lage war? Würde er nicht nach den Vererbungsgesetzen seine Schwäche und seine Neigung, der Stimme Gottes nicht zu gehorchen und auf eine andere Stimme zu hören, an seine Kinder weitergeben? Die geschichtlichen Tatsachen geben die Antwort auf diese Fragen (Römer 5:12).
13 Verdiente es ein Mann, der sich zugunsten eines Menschengeschöpfes von dem vollkommenen Gehorsam gegenüber Gott als Ausdruck einer vollkommenen Liebe zu Gott abwandte, für immer im Paradies, ja überhaupt auf der Erde zu leben? Wäre es nicht gefährlich, ihn ewig auf der Erde leben zu lassen? Würde durch die Erlaubnis, für immer als Übertreter zu leben, Gottes Gesetz verherrlicht und Gottes absolute Gerechtigkeit offenbart werden, oder wäre es ein Anreiz zur Respektlosigkeit gegenüber Gottes Gesetz, und würde es zeigen, daß Gottes Wort unzuverlässig ist?
Aus dem Garten Eden vertrieben
14. Wie schildert der Bibelbericht Gottes Vorgehen gegen Adam und seine Frau?
14 Aus dem Bibelbericht erfahren wir, wie Gott bezüglich dieser Angelegenheiten entschied: „Und Jehova Gott ging daran, für Adam und für seine Frau lange Gewänder aus Fell zu machen und sie zu bekleiden. Und Jehova Gott sprach dann: ‚Siehe, der Mensch ist im Erkennen von Gut und Böse wie einer von uns geworden, und nun, daß er seine Hand nicht ausstrecke und tatsächlich auch Frucht vom Baum des Lebens nehme und esse und auf unabsehbare Zeit lebe —‘ Darauf tat ihn Jehova Gott aus dem Garten Eden hinaus, damit er den Erdboden bebaue, von dem er genommen worden war. Und so trieb er den Menschen hinaus und stellte im Osten des Gartens Eden die Cherube auf und die flammende Klinge eines sich fortwährend drehenden Schwertes, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen“ (1. Mose 3:21-24).
15. (a) Wie nahm Gott Rücksicht auf das Schamgefühl, das Adam und seine Frau angesichts ihrer Nacktheit verspürten? (b) Wie wurde das erste Menschenpaar aus dem Garten Eden vertrieben? (c) In welchen veränderten Umständen befanden sich Adam und seine Frau außerhalb des Gartens Eden?
15 Der göttliche Richter nahm Rücksicht auf das Schamgefühl, das Adam und seine Frau als Sünder angesichts ihrer Nacktheit verspürten. Auf eine nicht näher bezeichnete Weise versah er sie mit langen Gewändern aus Fell, die als Ersatz für die Lendenschurze dienen sollten, die sie sich aus Feigenblättern zusammengenäht hatten (1. Mose 3:7). Die Gewänder aus Fell waren dauerhafter und schützten besser vor den Dornen und Disteln und anderen Dingen außerhalb des Gartens, an denen sie sich verletzen konnten. Weil sie nach ihrer Sünde ein schlechtes Gewissen hatten, versuchten sie, sich unter den Bäumen des Gartens Eden vor Gott zu verstecken (1. Mose 3:8). Jetzt, nachdem sie verurteilt worden waren, verspürten sie eine Form göttlichen Zwanges, als sie von Gott aus dem Garten Eden vertrieben wurden. Sie wurden nach Osten getrieben, und bald darauf befanden sie sich außerhalb des Gartens — für immer daraus verbannt! Sie arbeiteten nicht mehr daran, diesen Garten zu vergrößern und die paradiesähnlichen Zustände bis an die Enden der Erde auszudehnen. Von nun an sollten sie Brot essen, das sie aus Pflanzen des Feldes herstellen müßten, aber es würde sie nicht ewig am Leben erhalten. Sie waren von dem „Baum des Lebens“ abgeschnitten. Nach einer gewissen, unbestimmten Zeit mußten sie sterben.
Jehovas ursprünglicher Vorsatz nicht zu vereiteln
16. Was hatte Gott nicht vor, und warum nicht?
16 Entschloß sich Gott nun dazu, die Erde samt Sonne, Mond und Sternen in einem Weltenbrand zu vernichten, nur weil diese beiden Geschöpfe aus Staub gegen ihn gesündigt hatten? Wäre nicht dadurch sein glorreicher Vorsatz vereitelt worden — nur wegen dem, was eine nachásch in Gang gesetzt hatte? Könnte eine einfache Schlange seinen Vorsatz zunichte machen? An Adams und Evas Hochzeitstag hatte er ihnen seinen Vorsatz erklärt, als er sie segnete und ihnen seinen Willen sie betreffend mitteilte: Sie sollten die ganze Erde mit einem vollkommenen Menschengeschlecht füllen, sich die ganze Erde wie den vollkommenen Garten Eden untertan machen und sich gemeinsam mit allen anderen Menschen die niedrigeren Geschöpfe auf dem Land und im Wasser in Frieden untertan halten. Welch eine eindrucksvolle Vision des verwirklichten Vorsatzes Gottes, den er über Tausende von Jahren an den sechs Schöpfungstagen vorbereitet hatte! Sollte dieser lobenswerte Vorsatz nur wegen einer Schlange und zufolge des Eigensinns des ersten Menschenpaares unverwirklicht bleiben? Kaum! (Vergleiche Jesaja 46:9-11.)
17. Was hatte Gott im Hinblick auf den siebten Tag zu tun beschlossen, und wie wird dieser Tag somit enden?
17 Es war noch der siebte Tag, der Ruhetag Gottes. Gott hatte beschlossen, diesen Tag zu segnen und ihn zu heiligen. Nichts sollte ihn zu einem verfluchten Tag machen, und jedem Fluch, den jemand über diesen Ruhetag zu bringen gedächte, würde er entgegenwirken und ihn in einen Segen umwandeln, so daß der Tag segensreich enden würde. Die gesamte Erde sollte eine heilige Stätte werden, wo Gottes Wille ebenso geschähe wie im Himmel, und dies würde durch ein vollkommenes Menschengeschlecht bewirkt. (Vergleiche Matthäus 6:10.)
18, 19. (a) Warum können die leidenden Nachkommen des sündigen ersten Menschenpaares froh sein? (b) Was wird demnächst im Wachtturm behandelt werden?
18 Gott war keineswegs enttäuscht. Er gab seinen Vorsatz nicht auf. Er beschloß, sich zu rechtfertigen und zu beweisen, daß er absolut zuverlässig ist und daß er Vorsätze, die er einmal gefaßt hat, zu seiner Ehre auch völlig verwirklicht (Jesaja 45:18). Die unvollkommenen, leidenden Nachkommen des sündigen ersten Menschenpaares können froh sein und darauf hoffen, daß Gott seinen ursprünglichen Vorsatz zu ihrem ewigen Nutzen verwirklichen wird. Mehrere Jahrtausende seines Ruhetages sind bereits verstrichen, und der Schlußteil dieses Tages, auf dem sein besonderer Segen ruhen wird, muß nahe sein. Der „Abend“ seines Ruhetages geht zu Ende, und wie an den vorigen sechs Schöpfungstagen muß es „Morgen“ werden. Wenn dieser „Morgen“ seine Vollkommenheit erreicht und allen Beobachtern die glorreiche Verwirklichung des unveränderlichen Vorsatzes Gottes sichtbar macht, wird man niederschreiben können: ‘Und es wurde Abend, und es wurde Morgen, ein siebter Tag.’ Tatsächlich eine wunderbare Aussicht!
19 Daran zu denken kann einen in erwartungsvolle Erregung versetzen. Demnächst wird im Wachtturm mehr über die großartigen Aussichten auf ein Paradies gesagt werden, über Aussichten für gehorsame Menschen, die Gottes Gesetz lieben.
[Fußnote]
a In Offenbarung 12:9 wird Satan, der Teufel, als „die Urschlange“ kenntlich gemacht; und in Johannes 8:44 spricht Jesus von ihm als dem „Vater der Lüge“.
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