Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Mit Gott wandeln — die ersten Schritte
    Der Wachtturm 1998 | 15. November
    • Mit Gott wandeln — die ersten Schritte

      „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen“ (JAKOBUS 4:8).

      1, 2. Warum ist es unserer Ansicht nach ein großes Vorrecht, Jehova zu dienen?

      DER Mann hatte jahrelang im Gefängnis geschmachtet. Dann wurde er vor den Herrscher des Landes gerufen. Alles ging ganz schnell. Von einem Moment auf den anderen stand der Häftling in den Diensten des mächtigsten Monarchen der damaligen Zeit. Der frühere Häftling wurde in eine äußerst verantwortungsvolle Stellung eingesetzt, und ihm wurde außergewöhnliche Ehre zuteil. Joseph — der Mann, dessen Füße zuvor in Fesseln gewesen waren — wandelte nun an der Seite eines Königs! (1. Mose 41:14, 39-43; Psalm 105:17, 18).

      2 Heute haben Menschen die Gelegenheit, jemandem zu dienen, der weit größer ist als der Pharao von Ägypten. Der Höchste des Universums lädt uns alle ein, ihm zu dienen. Welch ein ehrfurchteinflößendes Vorrecht das doch ist, und es kommt noch hinzu, daß wir ein enges Verhältnis zu Jehova, dem allmächtigen Gott, entwickeln können! In der Bibel ist in Verbindung mit ihm von majestätischer Macht und Herrlichkeit sowie von Ruhe, Schönheit und Lieblichkeit die Rede (Hesekiel 1:26-28; Offenbarung 4:1-3). All sein Tun wird von Liebe bestimmt (1. Johannes 4:8). Niemals würde er lügen (4. Mose 23:19). Und niemals enttäuscht Jehova diejenigen, die ihm gegenüber loyal sind (Psalm 18:25). Dadurch, daß wir seinen gerechten Erfordernissen entsprechen, können wir uns nicht nur heute eines glücklichen, sinnvollen Lebens erfreuen, sondern wir haben auch die Aussicht auf ewiges Leben (Johannes 17:3). Kein menschlicher Herrscher hat etwas zu bieten, was auch nur entfernt mit solchen Segnungen und Vorrechten zu vergleichen wäre.

      3. Inwiefern ‘wandelte Noah mit dem wahren Gott’?

      3 Vor langer Zeit entschied sich der Patriarch Noah, im Einklang mit Gottes Willen und Vorsatz zu leben. Ihn betreffend heißt es in der Bibel: „Noah war ein gerechter Mann. Er erwies sich als untadelig unter seinen Zeitgenossen. Noah wandelte mit dem wahren Gott“ (1. Mose 6:9). Natürlich wandelte Noah nicht buchstäblich mit Jehova, denn kein Mensch „hat GOTT jemals gesehen“ (Johannes 1:18). Vielmehr wandelte Noah insofern mit Gott, als er das tat, was Gott ihm auftrug. Da Noah sein Leben dem Tun des Willens Jehovas widmete, erfreute er sich eines herzlichen, vertrauten Verhältnisses zu dem allmächtigen Gott. Heute kann von Millionen Menschen, die im Einklang mit Jehovas Rat und Unterweisung leben, gesagt werden, daß sie wie Noah ‘mit Gott wandeln’. Wie beginnt man damit, diesen Weg zu gehen?

      Genaue Erkenntnis ist unbedingt erforderlich

      4. Wie unterweist Jehova sein Volk?

      4 Damit wir mit Jehova wandeln können, müssen wir ihn zunächst einmal kennenlernen. Der Prophet Jesaja sagte voraus: „Es soll geschehen im Schlußteil der Tage, daß der Berg des Hauses Jehovas fest gegründet werden wird über dem Gipfel der Berge, und er wird gewiß erhaben sein über die Hügel; und zu ihm sollen alle Nationen strömen. Und viele Völker werden bestimmt hingehen und sagen: ‚Kommt, und laßt uns zum Berg Jehovas hinaufziehen, zum Haus des Gottes Jakobs; und er wird uns über seine Wege unterweisen, und wir wollen auf seinen Pfaden wandeln.‘ Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort Jehovas von Jerusalem“ (Jesaja 2:2, 3). Ja, wir können darauf vertrauen, daß Jehova alle unterweisen wird, die auf seinen Wegen wandeln möchten. Jehova hat sein Wort, die Bibel, zur Verfügung gestellt, und er hilft uns, es zu verstehen. Er tut dies unter anderem durch den „treuen und verständigen Sklaven“ (Matthäus 24:45-47). Jehova bedient sich des ‘treuen Sklaven’, um religiöse Unterweisung durch biblische Schriften, christliche Zusammenkünfte und kostenlose Heimbibelstudien zu vermitteln. Gott hilft seinem Volk auch durch den heiligen Geist, sein Wort zu verstehen (1. Korinther 2:10-16).

      5. Warum ist die biblische Wahrheit so kostbar?

      5 Die biblische Wahrheit ist kostbar, obwohl wir kein Geld dafür bezahlen müssen. Wenn wir Gottes Wort studieren, lernen wir Gott kennen — seinen Namen, seine Persönlichkeit, seinen Vorsatz und seine Handlungsweise mit den Menschen. Wir erhalten auch befreiende Antworten auf die grundlegenden Fragen des Lebens: Warum sind wir hier? Warum läßt Gott Leid zu? Was bringt die Zukunft? Warum werden wir alt und sterben? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Außerdem erfahren wir, was Gottes Wille für uns ist, also wie wir leben sollten, um ihm völlig zu gefallen. Uns wird gezeigt, daß es vernünftig und absolut nützlich ist, seinen Erfordernissen entsprechend zu leben. Ohne Gottes Unterweisung könnten wir dies niemals verstehen.

      6. Welchen Weg können wir auf Grund der genauen biblischen Erkenntnis gehen?

      6 Die biblische Wahrheit ist machtvoll und veranlaßt uns, in unserem Leben Änderungen vorzunehmen (Hebräer 4:12). Bevor wir die Erkenntnis aus der Bibel in uns aufnahmen, konnten wir nur „gemäß dem System der Dinge dieser Welt“ wandeln (Epheser 2:2). Die genaue Erkenntnis des Wortes Gottes zeichnet uns einen völlig anderen Weg vor, damit wir ‘Jehovas würdig wandeln, um ihm völlig zu gefallen’ (Kolosser 1:10). Welch eine Freude es doch ist, wenn wir unsere ersten Schritte machen, um mit Jehova, der erhabensten Person im ganzen Universum, zu wandeln! (Lukas 11:28).

      Zwei wichtige Schritte: Hingabe und Taufe

      7. Welche Wahrheit, menschliche Anleitung betreffend, wird offensichtlich, wenn wir Gottes Wort studieren?

      7 Mit zunehmendem Verständnis der Bibel beginnen wir, das menschliche System und unser eigenes Leben im geistigen Licht des Wortes Gottes zu beurteilen. Eine wichtige Wahrheit wird dabei offensichtlich. Diese Wahrheit wurde vor langer Zeit von dem Propheten Jeremia geäußert. Er schrieb: „Ich weiß wohl, o Jehova, daß nicht beim Erdenmenschen sein Weg steht. Es steht nicht bei dem Mann, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten“ (Jeremia 10:23). Menschen — also wir alle — benötigen Gottes Anleitung.

      8. (a) Was veranlaßt einen Menschen, sich Gott hinzugeben? (b) Was ist die christliche Hingabe?

      8 Das Verständnis dieser wichtigen Tatsache motiviert uns, bei Jehova Anleitung zu suchen. Und durch die Liebe zu Gott werden wir veranlaßt, uns ihm hinzugeben. Sich Gott hinzugeben bedeutet, ihm im Gebet feierlich zu geloben, das eigene Leben in seinen Dienst zu stellen und treu auf seinen Wegen zu wandeln. Dadurch ahmen wir das Beispiel Jesu nach, der sich Jehova mit dem festen Entschluß darstellte, seinen Willen auszuführen (Hebräer 10:7).

      9. Warum gibt sich jemand Jehova hin?

      9 Jehova Gott drängt oder zwingt niemanden, sich ihm hinzugeben. (Vergleiche 2. Korinther 9:7.) Außerdem erwartet er nicht, daß man sich ihm auf Grund einer vorübergehenden Gefühlsregung hingibt. Bevor sich jemand taufen läßt, muß er bereits ein Jünger sein, und das setzt das ernsthafte Bemühen voraus, Erkenntnis in sich aufzunehmen (Matthäus 28:19, 20). Paulus bat bereits getaufte Personen inständig, ‘ihre Leiber als ein lebendiges, heiliges, für Gott annehmbares Schlachtopfer darzustellen, das ist ein heiliger Dienst gemäß der Vernunft’ (Römer 12:1). In ähnlicher Weise gebrauchen wir unsere Vernunft, wenn wir uns Jehova Gott hingeben. Nachdem wir erfahren haben, was damit verbunden ist, und uns die Angelegenheit gründlich überlegt haben, geben wir uns Gott bereitwillig und freudig hin (Psalm 110:3).

      10. Welche Verbindung besteht zwischen Hingabe und Taufe?

      10 Haben wir Gott in einem persönlichen Gebet unsere Entschlossenheit zum Ausdruck gebracht, auf seinen Wegen zu wandeln, machen wir den nächsten Schritt. Durch unsere Taufe im Wasser geben wir unsere Hingabe öffentlich bekannt. Auf diese Weise legen wir die öffentliche Erklärung ab, daß wir gelobt haben, Gottes Willen zu tun. Jesus ließ sich am Anfang seines irdischen Dienstes von Johannes taufen und gab uns dadurch ein Beispiel (Matthäus 3:13-17). Später beauftragte Jesus seine Nachfolger, Jünger zu machen und sie zu taufen. Hingabe und Taufe sind somit unabdingbare Schritte für jeden, der mit Jehova wandeln möchte.

      11, 12. (a) Inwiefern kann die Taufe mit einer Hochzeit verglichen werden? (b) Welche Parallele kann zwischen unserem Verhältnis zu Jehova und dem Verhältnis, das zwischen Mann und Frau besteht, gezogen werden?

      11 Ein Gott hingegebener, getaufter Jünger Jesu Christi zu werden hat gewisse Ähnlichkeit mit einer Heirat. In vielen Ländern gehen einer Eheschließung mehrere Schritte voraus. Ein Mann und eine Frau begegnen sich, lernen einander kennen und verlieben sich ineinander. Als nächstes kommt die Verlobung. Durch die Hochzeit wird öffentlich bekanntgemacht, was vertraulich beschlossen wurde — die Ehe einzugehen und dann als Mann und Frau zusammenzuleben. Die Hochzeit kennzeichnet öffentlich den Anfang des besonderen Verhältnisses. Das betreffende Datum markiert den Beginn der Ehe. Vergleichbar damit kennzeichnet die Taufe den Beginn eines Lebens, das man gemäß seiner Hingabe an Jehova führt.

      12 Nehmen wir einen anderen Vergleich. Nach dem Hochzeitstag sollte die Liebe zwischen Mann und Frau vertieft werden und reifen. Damit sich beide Ehepartner immer näher kommen, müssen sie sich selbstlos bemühen, ihre Ehe fortzuführen und zu stärken. Wir gehen mit Gott zwar keine Ehe ein, aber nach unserer Taufe müssen wir darauf hinwirken, ein enges Verhältnis zu Jehova zu bewahren. Er beobachtet und schätzt unsere Anstrengungen, seinen Willen zu tun, und er naht sich uns. „Naht euch Gott“, schrieb der Jünger Jakobus, „und er wird sich euch nahen“ (Jakobus 4:8).

      In Jesu Fußstapfen wandeln

      13. Wessen Beispiel sollten wir nachahmen, was das Wandeln mit Gott betrifft?

      13 Wer mit Jehova wandeln möchte, muß dem Beispiel folgen, das Jesus Christus gab. Der Apostel Petrus schrieb: „Zu diesem Lauf wurdet ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten hat, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt“ (1. Petrus 2:21). Da Jesus vollkommen war, wir dagegen unvollkommen sind, können wir sein Beispiel nicht perfekt nachahmen. Ungeachtet dessen erwartet Jehova von uns, daß wir das Bestmögliche tun. Wir wollen fünf Bereiche des Lebens und des Dienstes Jesu betrachten, in denen Gott hingegebene Christen auf Nachahmung bedacht sein sollten.

      14. Was ist damit verbunden, Gottes Wort zu kennen?

      14 Jesus verfügte über eine genaue und gründliche Erkenntnis des Wortes Gottes. Im Predigtdienst zitierte Jesus oft aus den Hebräischen Schriften (Lukas 4:4, 8). Natürlich bezogen sich auch die bösen geistlichen Führer jener Tage auf die Schriften (Matthäus 22:23, 24). Doch im Gegensatz zu ihnen verstand Jesus, was die Schriften bedeuteten, und er wandte sie in seinem Leben an. Er kannte nicht nur den Buchstaben, sondern auch den Geist des Gesetzes. Wenn wir Christi Beispiel nachahmen, sollten auch wir uns bemühen, Gottes Wort zu verstehen, also dessen Sinn oder Geist zu erfassen. Dadurch können wir von Gott anerkannte Arbeiter werden, die ‘das Wort der Wahrheit recht handhaben’ (2. Timotheus 2:15).

      15. Welches Beispiel gab Jesus in bezug darauf, über Gott zu sprechen?

      15 Christus Jesus sprach mit anderen über seinen himmlischen Vater. Jesus behielt seine Erkenntnis des Wortes Gottes nicht für sich. Selbst seine Gegner redeten ihn mit „Lehrer“ an, weil er, wo er ging und stand, mit anderen über Jehova und dessen Vorsätze sprach (Matthäus 12:38). Jesus predigte öffentlich im Tempelgebiet, in Synagogen, in Städten und auf dem Land (Markus 1:39; Lukas 8:1; Johannes 18:20). Er lehrte mit Mitgefühl und Freundlichkeit, zeigte Liebe zu den Personen, denen er half (Matthäus 4:23). Diejenigen, die Jesu Beispiel nachahmen, finden ebenfalls die verschiedensten Mittel und Wege, um andere über Jehova Gott und seine wunderbaren Vorsätze zu belehren.

      16. Wie eng war Jesu Verhältnis zu Mitanbetern Jehovas?

      16 Zwischen Jesus und anderen, die Jehova anbeteten, bestand eine enge Bindung. Als Jesus bei einer Gelegenheit die Volksmengen lehrte, kamen seine Mutter und seine ungläubigen Brüder, um mit ihm zu reden. Der Bibelbericht lautet: „Jemand [sagte] zu ihm: ‚Siehe! Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen dich zu sprechen.‘ Als Antwort sagte er zu dem, der es ihm mitteilte: ‚Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?‘ Und er streckte seine Hand nach seinen Jüngern aus und sprach: ‚Siehe! Meine Mutter und meine Brüder! Denn wer immer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter‘ “ (Matthäus 12:47-50). Das bedeutete nicht, daß sich Jesus von seinen Angehörigen distanzierte, wie spätere Geschehnisse beweisen (Johannes 19:25-27). Doch dieser Bericht hebt die Liebe hervor, die Jesus zu Mitanbetern hatte. In ähnlicher Weise suchen heute diejenigen, die mit Gott wandeln, die Gemeinschaft anderer Diener Jehovas, und sie vertiefen ihre von ganzem Herzen kommende Liebe zu ihnen (1. Petrus 4:8).

      17. Wie dachte Jesus darüber, den Willen seines himmlischen Vaters zu tun, und wie sollte sich das auf uns auswirken?

      17 Jesus zeigte dadurch, daß er Gottes Willen tat, Liebe zu seinem himmlischen Vater. Er gehorchte Jehova in allem. So sagte er: „Meine Speise ist, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende“ (Johannes 4:34). Wie Christus außerdem erklärte, ‘tat er allezeit das, was Gott wohlgefällig war’ (Johannes 8:29). Jesus liebte seinen himmlischen Vater so sehr, daß ‘er sich selbst erniedrigte und gehorsam wurde bis zum Tod, ja zum Tod an einem Marterpfahl’ (Philipper 2:8). Dafür wurde Jesus von Jehova gesegnet; er verlieh ihm ein Maß an Autorität und Ehre, das nur von seinem eigenen übertroffen wird (Philipper 2:9-11). Wie Jesus zeigen wir unsere Liebe zu Gott dadurch, daß wir seine Gebote halten und seinen Willen tun (1. Johannes 5:3).

      18. Welches Beispiel gab Jesus in bezug auf das Beten?

      18 Jesus war ein Mann des Gebets. Er betete bei seiner Taufe (Lukas 3:21). Bevor er seine 12 Apostel auswählte, verbrachte er eine ganze Nacht im Gebet (Lukas 6:12, 13). Jesus lehrte seine Jünger, wie man beten sollte (Lukas 11:1-4). Am Abend vor seinem Tod betete er für seine Jünger und mit ihnen (Johannes 17:1-26). Das Gebet war ein wichtiger Bestandteil des Lebens Jesu, und es sollte auch in unserem Leben eine wesentliche Rolle spielen, da wir seine Nachfolger sind. Welch eine Ehre es doch ist, im Gebet zu dem universellen Souverän zu sprechen! Außerdem erhört Jehova Gebete, denn Johannes schrieb: „Dies ist die Zuversicht, die wir ihm gegenüber haben, daß er uns hört, ungeachtet dessen, was wir gemäß seinem Willen bitten. Und wenn wir wissen, daß er uns in dem, worum immer wir bitten, hört, wissen wir, daß wir die erbetenen Dinge haben werden, da wir sie von ihm erbeten haben“ (1. Johannes 5:14, 15).

      19. (a) Welche Eigenschaften Jesu sollten wir nachahmen? (b) In welcher Hinsicht ziehen wir Nutzen daraus, uns mit Jesu Leben und Dienst zu befassen?

      19 Man kann aus einer eingehenden Betrachtung des irdischen Lebens und Dienstes Jesu Christi wirklich viel lernen. Denken wir über die Eigenschaften nach, die er offenbarte: Liebe, Mitgefühl, Freundlichkeit, Stärke, Ausgeglichenheit, Vernünftigkeit, Bescheidenheit, Mut und Selbstlosigkeit. Je mehr wir über Jesus lernen, desto größer ist unser Wunsch, einer seiner treuen Nachfolger zu sein. Die Erkenntnis über Jesus läßt auch eine engere Bindung zu Jehova entstehen. Schließlich war Jesus das vollkommene Abbild seines himmlischen Vaters. Er war mit Jehova so vertraut, daß er sagen konnte: „Wer mich gesehen hat, hat auch den Vater gesehen“ (Johannes 14:9).

      Darauf vertrauen, daß Gott uns stützen wird

      20. Wie können wir vertrauensvoll mit Jehova wandeln?

      20 Wenn Kinder laufen lernen, sind ihre Schritte noch unsicher. Wie lernen sie, sicher zu gehen? Nur durch ausdauerndes Üben. Nun, diejenigen, die mit Jehova wandeln, bemühen sich, das mit festen, stetigen Schritten zu tun. Auch das erfordert Zeit und Ausdauer. Paulus wies auf die Bedeutung der Ausdauer beim Wandeln mit Gott hin, als er schrieb: „Schließlich, Brüder, bitten und ermahnen wir euch durch den Herrn Jesus, so wie ihr die Anweisung von uns darüber empfangen habt, wie ihr wandeln und Gott gefallen solltet — wie ihr auch tatsächlich wandelt —, daß ihr fortfahrt, es in noch vollerem Maße zu tun“ (1. Thessalonicher 4:1).

      21. Welcher Segnungen können wir uns erfreuen, während wir mit Jehova wandeln?

      21 Wenn wir Gott völlig ergeben sind, wird er uns helfen, weiterhin mit ihm zu wandeln (Jesaja 40:29-31). Nichts, was die heutige Welt zu bieten hat, kann mit den Segnungen verglichen werden, die Gott denjenigen verleiht, die auf seinen Wegen wandeln. Er ist ‘derjenige, der uns zum Nutzen uns lehrt, der uns auf den Weg treten läßt, auf dem wir wandeln sollten. Und wenn wir seinen Geboten Aufmerksamkeit schenken, wird unser Frieden so werden wie ein Strom und unsere Gerechtigkeit wie die Meereswellen’ (Jesaja 48:17, 18). Wenn wir die Einladung annehmen, mit Gott zu wandeln, und das treu tun, dann können wir uns für immer des Friedens mit ihm erfreuen.

  • Mit Gott wandeln — im Hinblick auf die Ewigkeit
    Der Wachtturm 1998 | 15. November
    • Mit Gott wandeln — im Hinblick auf die Ewigkeit

      „Wir ... werden im Namen Jehovas, unseres Gottes, wandeln auf unabsehbare Zeit, ja immerdar“ (MICHA 4:5).

      1. Warum kann Jehova als „König der Ewigkeit“ bezeichnet werden?

      JEHOVA GOTT hat keinen Anfang. Er wird passenderweise der „Alte an Tagen“ genannt, denn seine Existenz reicht endlos in die Vergangenheit (Daniel 7:9, 13). Jehova hat auch eine ewige Zukunft. Er allein ist der „König der Ewigkeit“ (Offenbarung 10:6; 15:3). In seinen Augen sind tausend Jahre „nur wie der gestrige Tag, wenn er vergangen ist, und wie eine Wache während der Nacht“ (Psalm 90:4).

      2. (a) Was ist Gottes Vorsatz bezüglich gehorsamer Menschen? (b) Worauf sollten sich unsere Hoffnungen und Pläne konzentrieren?

      2 Da der Lebengeber ewig existiert, konnte er dem ersten Menschenpaar, Adam und Eva, endloses Leben in einem Paradies in Aussicht stellen. Adam büßte jedoch wegen seines Ungehorsams das Recht auf ewiges Leben ein, und er gab Sünde und Tod an seine Nachkommen weiter (Römer 5:12). Doch Adams Rebellion vereitelte nicht Gottes ursprünglichen Vorsatz. Es ist der Wille Jehovas, daß gehorsame Menschen für immer leben, und er wird seinen Vorsatz ganz bestimmt verwirklichen (Jesaja 55:11). Wie passend ist es daher, daß wir unsere Hoffnungen und Pläne darauf konzentrieren, Jehova im Hinblick auf die Ewigkeit zu dienen. Während wir den „Tag Jehovas“ fest im Sinn behalten, müssen wir unbedingt an unser Ziel denken: für immer mit Gott zu wandeln (2. Petrus 3:12).

      Jehova handelt zu der von ihm vorgesehenen Zeit

      3. Woher wissen wir, daß Jehova eine „bestimmte Zeit“ hat, um seine Vorsätze zu verwirklichen?

      3 Wer mit Gott wandelt, ist sehr daran interessiert, seinen Willen zu tun. Wir wissen, daß Jehova der große Gott ist, der seine Zeit einhält, und wir hegen volles Vertrauen, daß er niemals versäumt, seine Vorsätze zu der von ihm vorgesehenen Zeit zu verwirklichen. Einige Beispiele: „Als ... die Grenze der Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn“ (Galater 4:4). Dem Apostel Johannes wurde mitgeteilt, daß es eine „bestimmte Zeit“ für die Verwirklichung der prophetischen Dinge gibt, die ihm in Zeichen dargelegt wurden (Offenbarung 1:1-3). Es gibt eine „bestimmte Zeit für die Toten, um gerichtet zu werden“ (Offenbarung 11:18). Vor mehr als 1 900 Jahren wurde der Apostel Paulus zu der Aussage inspiriert, daß Gott „einen Tag festgesetzt [hat], an dem er die bewohnte Erde in Gerechtigkeit richten will“ (Apostelgeschichte 17:31).

      4. Wieso wissen wir, daß Jehova dem gegenwärtigen bösen System der Dinge ein Ende machen will?

      4 Jehova wird dem bösen System der Dinge ein Ende machen, weil die heutige Welt seinen Namen schmäht. Die Bösen nehmen überhand (Psalm 92:7). Sie beleidigen Gott durch ihre Worte und ihre Taten, und es schmerzt ihn, zu sehen, daß seine Diener beschimpft und verfolgt werden (Sacharja 2:8). Kein Wunder, daß Jehova bestimmt hat, Satans gesamter Organisation bald ein Ende zu machen! Gott hat genau festgesetzt, wann dies geschehen wird, und die Erfüllung biblischer Prophezeiungen zeigt deutlich, daß wir in der „Zeit des Endes“ leben (Daniel 12:4). Er wird bald zum Segen aller handeln, die ihn lieben.

      5. Wie betrachteten Lot und Habakuk die Verhältnisse, die sie umgaben?

      5 Jehovas Diener früherer Zeiten sehnten sich danach, das Ende der Bosheit zu erleben. Der gerechte Lot „[war] schwer bedrängt ... durch den zügellosen Wandel von Personen, die dem Gesetz trotzten“ (2. Petrus 2:7). Und der Prophet Habakuk bat inständig, betrübt wegen der ihn umgebenden Verhältnisse: „Wie lange, o Jehova, soll ich um Hilfe schreien, und du hörst nicht? Wie lange werde ich zu dir wegen der Gewalttat um Beistand rufen, und du rettest nicht? Warum läßt du mich Schädliches sehen und schaust ständig auf nichts als Ungemach? Und warum sind Verheerung und Gewalttat vor mir, und warum entsteht Gezänk, und warum wird Streit geführt?“ (Habakuk 1:2, 3).

      6. Was sagte Jehova auf das Gebet Habakuks hin, und was können wir daraus lernen?

      6 Jehova sagte zu Habakuk unter anderem folgendes: „Die Vision ist noch für die bestimmte Zeit, und sie geht keuchend dem Ende zu, und sie wird keine Lüge mitteilen. Selbst wenn sie säumen sollte, so harre ihrer; denn sie wird sich ganz bestimmt bewahrheiten. Sie wird sich nicht verspäten“ (Habakuk 2:3). Gott machte deutlich, daß er zur ‘bestimmten Zeit’ handeln würde. Obwohl es den Anschein einer Verzögerung haben mag, wird Jehova seinen Vorsatz ganz bestimmt verwirklichen (2. Petrus 3:9).

      Mit unermüdlichem Eifer dienen

      7. Wie verrichtete Jesus seine Tätigkeit, obwohl er nicht genau wußte, wann Jehovas Tag kommen würde?

      7 Müssen wir den von Jehova genau festgelegten zeitlichen Ablauf der Ereignisse kennen, damit wir voller Eifer mit Gott wandeln können? Gewiß nicht. Betrachten wir einige Beispiele. Jesus war sehr daran interessiert, wann Gottes Wille auf der Erde so geschehen würde wie im Himmel. Tatsächlich lehrte Christus seine Nachfolger beten: „Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt. Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:9, 10). Obwohl Jesus wußte, daß diese Bitte erhört werden würde, war ihm der genaue zeitliche Ablauf nicht bekannt. In seiner großen Prophezeiung über das Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge sagte er: „Von jenem Tag und jener Stunde hat niemand Kenntnis, weder die Engel der Himmel noch der Sohn, sondern nur der Vater“ (Matthäus 24:36). Da Jesus Christus eine zentrale Rolle bei der Verwirklichung der Vorsätze Gottes spielt, wird er direkt an der Hinrichtung der Feinde seines himmlischen Vaters beteiligt sein. Doch als Jesus auf der Erde war, wußte selbst er nicht, wann Gott handeln würde. War er deshalb weniger eifrig im Dienst für Jehova? Auf keinen Fall! „Seine Jünger erinnerten sich daran, daß geschrieben steht: ‚Der Eifer um dein Haus wird mich verzehren‘ “, als sie sahen, mit welchem Eifer Jesus den Tempel reinigte (Johannes 2:17; Psalm 69:9). Jesus war gesandt worden, um ein bestimmtes Werk zu tun, und er verrichtete es mit unermüdlichem Eifer. Er diente Gott außerdem im Hinblick auf die Ewigkeit.

      8, 9. Was wurde den Jüngern gesagt, als sie nach der Wiederherstellung des Königreiches fragten, und wie reagierten sie darauf?

      8 Dasselbe traf auf Christi Jünger zu. Kurz bevor Jesus in den Himmel auffuhr, versammelte er sie noch einmal um sich. Der Bericht lautet: „Als sie nun zusammengekommen waren, gingen sie daran, ihn zu fragen: ‚Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Königreich wieder her?‘ “ Wie ihr Herr sehnten sie sich nach dem Kommen des Königreiches. Jesus erwiderte jedoch: „Es ist nicht eure Sache, über die Zeiten oder Zeitabschnitte Kenntnis zu erlangen, die der Vater in seine eigene Rechtsgewalt gesetzt hat; aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet Zeugen von mir sein sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Apostelgeschichte 1:6-8).

      9 Nichts läßt darauf schließen, daß die Jünger wegen dieser Antwort entmutigt waren. Statt dessen machten sie sich eifrig an das Werk des Predigens. Innerhalb weniger Wochen hatten sie Jerusalem mit ihrer Lehre erfüllt (Apostelgeschichte 5:28). Und innerhalb von 30 Jahren dehnten sie das Predigtwerk in einem solchen Umfang aus, daß Paulus sagen konnte, die gute Botschaft sei „in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist“, gepredigt worden (Kolosser 1:23). Obwohl keine ‘Wiederherstellung des Königreiches für Israel’ erfolgte, wie es die Jünger fälschlich erwartet hatten, und obwohl das Königreich zu ihren Lebzeiten auch im Himmel nicht aufgerichtet wurde, dienten sie Jehova weiterhin eifrig im Hinblick auf die Ewigkeit.

      Unsere Beweggründe überprüfen

      10. Was können wir dadurch, daß wir nicht wissen, wann Gott das System Satans vernichten wird, beweisen?

      10 Auch die neuzeitlichen Diener Jehovas sehnen das Ende des bösen Systems der Dinge herbei. Unser Hauptinteresse ist jedoch nicht, befreit zu werden und in die von Gott verheißene neue Welt zu gelangen. Wir möchten Jehovas Namen geheiligt und seine Souveränität gerechtfertigt sehen. Deshalb können wir uns freuen, daß Gott uns ‘Tag und Stunde’ für die Vernichtung des satanischen Systems nicht mitgeteilt hat. Dadurch können wir unsere Entschlossenheit beweisen, ewig mit Gott zu wandeln, weil wir ihn lieben, und nicht, weil wir kurzfristige, selbstsüchtige Ziele verfolgen.

      11, 12. Inwiefern wurde Hiobs Lauterkeit angezweifelt, und wieso betrifft uns das?

      11 Bewahren wir unsere Lauterkeit Gott gegenüber, liefern wir auch den Beweis, daß der Teufel im Unrecht war, als er den rechtschaffenen Hiob — und damit Menschen gleich ihm — beschuldigte, Gott aus reinem Eigennutz zu dienen. Nachdem Jehova seinen Diener Hiob als einen untadeligen, rechtschaffenen, gottesfürchtigen Mann beschrieben hatte, behauptete Satan böswillig: „Ist es etwa umsonst, daß Hiob Gott gefürchtet hat? Hast nicht du selbst um ihn und um sein Haus und um alles, was er hat, ringsum eine Hecke aufgerichtet? Das Werk seiner Hände hast du gesegnet, und sein Viehbestand, er hat sich ausgebreitet auf der Erde. Aber zur Abwechslung strecke bitte deine Hand aus, und taste alles an, was er hat, und sieh, ob er dir nicht direkt ins Angesicht fluchen wird“ (Hiob 1:8-11). Hiob bewies durch die Bewahrung seiner Lauterkeit unter Prüfung, daß diese boshafte Behauptung überhaupt nicht stimmte.

      12 Auch wir können dadurch, daß wir wie Hiob am Weg der Lauterkeit festhalten, jede Beschuldigung Satans widerlegen, wir würden Gott nur dienen, weil wir wüßten, daß wir sehr bald dafür belohnt werden. Nicht die genaue Zeit zu kennen, wann Gott an den Bösen Vergeltung üben wird, gibt uns Gelegenheit zu beweisen, daß wir Jehova wirklich lieben und für immer auf seinen Wegen wandeln möchten. Es zeigt, daß wir gegenüber Gott loyal sind und Vertrauen in seine Vorgehensweise haben. Tag und Stunde nicht zu kennen hilft uns außerdem, wachsam zu sein und in geistiger Hinsicht wach zu bleiben, weil wir uns bewußt sind, daß das Ende jederzeit kommen kann, genauso wie ein Dieb in der Nacht (Matthäus 24:42-44). Wenn wir täglich mit Jehova wandeln, erfreuen wir sein Herz und geben dem Teufel, der ihn höhnt, eine Antwort (Sprüche 27:11).

      Planen wir für die Ewigkeit!

      13. Was läßt die Bibel in bezug auf Zukunftspläne erkennen?

      13 Wer mit Gott wandelt, weiß, daß es weise ist, vernünftige Zukunftspläne zu machen. Angesichts der Probleme und Grenzen, die das Alter mit sich bringt, versuchen viele Menschen, von ihrer Jugend und Kraft guten Gebrauch zu machen, damit sie später im Leben finanziell abgesichert sind. Wie verhält es sich denn mit unserer weit wichtigeren Zukunft in geistiger Hinsicht? In Sprüche 21:5 heißt es: „Die Pläne des Fleißigen gereichen sicherlich zum Vorteil, aber jeder Hastige geht sicherlich dem Mangel entgegen.“ Vorausplanung im Hinblick auf die Ewigkeit ist wirklich von Vorteil. Da wir jedoch nicht genau wissen, wann das Ende des gegenwärtigen Systems kommt, müssen wir uns gewisse Gedanken über unsere künftigen Bedürfnisse machen. Aber wir wollen ausgeglichen bleiben und in unserem Leben Gottes Interessen allem voranstellen. Menschen, denen es an Glauben fehlt, halten es vielleicht für kurzsichtig, wenn sich jemand darauf konzentriert, Gottes Willen zu tun. Stimmt das jedoch?

      14, 15. (a) Welches Gleichnis Jesu spricht von Zukunftsplänen? (b) Warum war der reiche Mann in Jesu Gleichnis kurzsichtig?

      14 Ein Gleichnis Jesu ist in dieser Hinsicht sehr aufschlußreich. Er sagte: „Das Land eines gewissen Reichen lieferte einen guten Ertrag. Demzufolge begann er, bei sich zu überlegen, und sagte: ‚Was soll ich tun, nun, da ich keinen Raum habe, wohin ich meine Ernten einbringen könnte?‘ Da sprach er: ‚So will ich’s machen: Ich will meine Vorratshäuser abbrechen und größere bauen, und ich will dorthin all mein Getreide und alle meine guten Dinge einsammeln; und ich will zu meiner Seele sagen: „Seele, du hast viele gute Dinge für viele Jahre aufgehäuft; laß dir’s wohl sein, iß, trink und sei fröhlich.“ ‘ Gott aber sprach zu ihm: ‚Du Unvernünftiger, in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Wer soll dann die Dinge haben, die du aufgespeichert hast?‘ So ergeht es dem Menschen, der Schätze für sich aufhäuft, aber nicht reich ist Gott gegenüber“ (Lukas 12:16-21).

      15 Ging es Jesus darum, zu zeigen, daß es von seiten des reichen Mannes verkehrt war, darauf hinzuarbeiten, für die Zukunft materiell abgesichert zu sein? Nein, denn die Bibel ermuntert zu harter Arbeit (2. Thessalonicher 3:10). Der Fehler des Reichen bestand darin, daß er nicht das Notwendige tat, um ‘Gott gegenüber reich zu sein’. Selbst wenn es ihm möglich gewesen wäre, seinen materiellen Reichtum viele Jahre zu genießen, wäre er schließlich gestorben. Er handelte kurzsichtig und dachte nicht an die Ewigkeit.

      16. Warum können wir zuversichtlich auf Jehova vertrauen, wenn es um eine sichere Zukunft geht?

      16 Im Hinblick auf die Ewigkeit mit Jehova zu wandeln ist nützlich und verrät Weitblick. Es ist die beste Möglichkeit, für die Zukunft zu planen. Obwohl es weise ist, praktische Pläne zu machen, was die Ausbildung, die Beschäftigung und familiäre Verpflichtungen betrifft, sollten wir immer daran denken, daß Jehova seine loyalen Diener niemals im Stich läßt. König David sang: „Ein junger Mann bin ich gewesen, ich bin auch alt geworden, und doch habe ich keinen Gerechten gänzlich verlassen gesehen noch seine Nachkommen nach Brot suchen“ (Psalm 37:25). Jesus gab in ähnlicher Weise die Zusicherung, daß Gott für alle sorgen wird, die zuerst das Königreich suchen und auf Jehovas gerechten Wegen wandeln (Matthäus 6:33).

      17. Wieso wissen wir, daß das Ende nahe ist?

      17 Auch wenn wir Gott im Hinblick auf die Ewigkeit dienen, behalten wir trotzdem Jehovas Tag fest im Sinn. Die Erfüllung biblischer Prophezeiungen bezeugt deutlich die Nähe dieses Tages. Unser Jahrhundert ist durch Kriege, Seuchen, Erdbeben und Nahrungsmittelknappheit sowie durch die Verfolgung wahrer Christen und das umfassende Predigen der guten Botschaft von Gottes Königreich gekennzeichnet. All das sind Merkmale der Zeit des Endes für das gegenwärtige böse System der Dinge (Matthäus 24:7-14; Lukas 21:11). Die Welt ist voller Menschen, die „eigenliebig ... [sind], geldliebend, anmaßend, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, nicht loyal, ohne natürliche Zuneigung, für keine Übereinkunft zugänglich, Verleumder, ohne Selbstbeherrschung, brutal, ohne Liebe zum Guten, Verräter, unbesonnen, aufgeblasen vor Stolz, die Vergnügungen mehr lieben als Gott“ (2. Timotheus 3:1-5). In den gegenwärtigen kritischen letzten Tagen ist das Leben für uns als Diener Jehovas nicht leicht. Wie sehr wir doch den Tag herbeisehnen, an dem Jehovas Königreich alle Bosheit hinwegfegen wird! Bis es soweit ist, wollen wir entschlossen sein, im Hinblick auf die Ewigkeit mit Gott zu wandeln.

      Im Hinblick auf ein endloses Leben dienen

      18, 19. Was zeigt, daß treue Personen aus alter Zeit Gott im Hinblick auf die Ewigkeit dienten?

      18 Während wir mit Jehova wandeln, wollen wir den Glauben Abels, Henochs, Noahs, Abrahams und Saras im Sinn behalten. Paulus schrieb, nachdem er auf diese Personen Bezug genommen hatte: „Alle diese starben im Glauben, ohne die Erfüllung der Verheißungen erhalten zu haben, aber sie sahen sie von fern und hießen sie willkommen und erklärten öffentlich, daß sie Fremde und zeitweilig Ansässige im Land seien“ (Hebräer 11:13). Diese Treuen ‘strebten nach einem besseren Ort, nämlich einem, der zum Himmel gehört’ (Hebräer 11:16). Glaubensvoll freuten sie sich auf einen besseren Ort unter der Herrschaft des messianischen Königreiches Gottes. Wir können sicher sein, daß Gott sie mit ewigem Leben an diesem besseren Ort belohnen wird, nämlich im irdischen Paradies unter der Königreichsherrschaft (Hebräer 11:39, 40).

      19 Der Prophet Micha brachte die Entschlossenheit des Volkes Jehovas zum Ausdruck, Gott bis in alle Ewigkeit anzubeten. Er schrieb: „Alle Völker ihrerseits werden wandeln, jedes im Namen seines Gottes; wir aber unsererseits werden im Namen Jehovas, unseres Gottes, wandeln auf unabsehbare Zeit, ja immerdar“ (Micha 4:5). Micha diente Jehova loyal bis zu seinem Tod. Nach seiner Auferstehung in der neuen Welt wird der Prophet zweifellos weiterhin mit Gott wandeln — bis in alle Ewigkeit. Welch ein vorzügliches Beispiel für uns, die wir in der bereits weit fortgeschrittenen Zeit des Endes leben!

      20. Wozu sollten wir entschlossen sein?

      20 Jehova schätzt die Liebe, die wir seinem Namen gegenüber zeigen (Hebräer 6:10). Er weiß, daß es für uns nicht leicht ist, die ihm gebührende Lauterkeit in der heutigen, vom Teufel beherrschten Welt zu bewahren. Doch „die Welt vergeht“, aber „wer ... den Willen Gottes tut, bleibt immerdar“ (1. Johannes 2:17; 5:19). Wir wollen daher entschlossen sein, mit Jehovas Hilfe in den Prüfungen auszuharren, denen wir Tag für Tag gegenüberstehen. Möge sich unser Denken und unsere Lebensweise auf die wunderbaren Segnungen konzentrieren, die unser liebevoller himmlischer Vater verheißen hat. Diese können uns zuteil werden, wenn wir weiterhin im Hinblick auf die Ewigkeit mit Gott wandeln (Judas 20, 21).

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen