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Was hat in unserem Leben absoluten Vorrang?Der Wachtturm 1996 | 15. Dezember
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Was hat in unserem Leben absoluten Vorrang?
„Tu mir den Weg kund, auf dem ich wandeln sollte“ (PSALM 143:8).
1. Zu welchem Schluß kam König Salomo in bezug auf menschliche Tätigkeiten und Interessen?
DAS Leben ist, wie wir alle wissen, angefüllt mit Tätigkeiten und Interessen. Bei näherer Betrachtung erweist sich manches davon als unverzichtbar. Anderes ist dagegen weniger wichtig oder sogar sinnlos. Wer zu dieser Erkenntnis gelangt, ist der gleichen Meinung wie König Salomo, einer der weisesten Menschen, die je gelebt haben. Nachdem er sich damit auseinandergesetzt hatte, was man im Laufe seines Lebens alles tut, kam er zu dem Schluß: „Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht“ (Prediger 2:4-9, 11; 12:13). Was bedeutet das für uns heute?
2. Welche grundlegende Frage sollten sich gottesfürchtige Menschen stellen, und welche weiteren Fragen ergeben sich daraus?
2 Wer ‘den wahren Gott fürchten und seine Gebote halten’ möchte, sollte sich folgende entscheidende Frage stellen: „Was hat in meinem Leben absoluten Vorrang?“ Zugegeben, über diese Frage macht man sich nicht jeden Tag Gedanken. Aber was spricht dagegen, es jetzt einmal zu tun? Dabei könnten uns einige weitere Fragen in den Sinn kommen, die sich daraus ergeben, wie zum Beispiel: „Lege ich möglicherweise ungebührlich großen Nachdruck auf meine Arbeit, meinen Beruf oder auf materielle Dinge? Wie wichtig sind für mich meine Wohnung, meine Familie und andere mir nahestehende Menschen?“ Ein Jugendlicher könnte sich fragen: „Wieviel Zeit und Aufmerksamkeit widme ich meiner Bildung? Gilt mein Hauptinteresse womöglich einem Hobby, dem Sport, irgendeinem Bereich der Unterhaltung oder der Technik?“ Und ungeachtet unseres Alters oder unserer Umstände sollten wir uns angebrachterweise fragen: „Welchen Platz hat der Dienst für Gott in meinem Leben?“ Über die Notwendigkeit von Prioritäten sind wir uns wahrscheinlich alle einig. Doch wie und wo können wir Hilfe finden, unsere Prioritäten weise zu setzen?
3. Was müssen Christen alles berücksichtigen, wenn sie Prioritäten setzen?
3 „Absoluten Vorrang haben“ bedeutet eigentlich, daß etwas vor allem anderen kommt oder als erstes berücksichtigt werden muß. Jeder von uns, ob er bereits ein Zeuge Jehovas ist oder zu den Millionen aufrichtigen Erforschern des Wortes Gottes gehört, die mit Jehovas Zeugen verbunden sind, sollte sich folgende Wahrheit vor Augen führen: „Für alles gibt es eine bestimmte Zeit, ja eine Zeit für jede Angelegenheit unter den Himmeln“ (Prediger 3:1). Darin inbegriffen ist unser berechtigtes, liebevolles Interesse an unseren familiären Beziehungen (Kolosser 3:18-21). Es schließt ein, durch die Berufstätigkeit auf ehrliche Weise für unsere Familie zu sorgen (2. Thessalonicher 3:10-12; 1. Timotheus 5:8). Und als Ausgleich nehmen wir uns Zeit für ein Hobby, gelegentlich auch für Unterhaltung oder Entspannung. (Vergleiche Markus 6:31.) Aber erkennen wir bei einer ernsthaften Betrachtung, daß keines von den erwähnten Dingen in unserem Leben absoluten Vorrang hat? Etwas anderes ist weit wichtiger.
4. Inwiefern hat Philipper 1:9, 10 etwas damit zu tun, Prioritäten zu setzen?
4 Wir werden wahrscheinlich zugeben, daß die Richtlinien der Bibel eine wertvolle Hilfe sind, Prioritäten zu setzen und weise Entscheidungen zu treffen. In Philipper 1:9, 10 werden Christen beispielsweise aufgefordert, ‘noch mehr und mehr mit genauer Erkenntnis und allem Unterscheidungsvermögen überzuströmen’. Wozu? Der Apostel Paulus sagte weiter: „Damit ihr euch der wichtigeren Dinge vergewissern mögt.“ Ist das nicht einleuchtend? Auf der Grundlage einer genauen Erkenntnis kann ein Christ mit Unterscheidungsvermögen festlegen, was im Leben von größtem Interesse sein oder absoluten Vorrang haben sollte.
Ein Beispiel in bezug darauf, was absoluten Vorrang hat
5. Was sagt die Bibel darüber, was für Jesus, dessen Beispiel Christen nachahmen sollten, absoluten Vorrang hatte?
5 Folgende Worte des Apostels Petrus enthalten wertvollen Aufschluß für uns: „Zu diesem Lauf wurdet ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten hat, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt“ (1. Petrus 2:21). Ja, wir können erfahren, was im Leben absoluten Vorrang hat, wenn wir untersuchen, wie Jesus Christus darüber dachte. In Psalm 40:8 wurde prophetisch über ihn vorausgesagt: „Deinen Willen zu tun, o mein Gott, ist meine Lust gewesen, und dein Gesetz ist in meinem Innern.“ Den gleichen Gedanken formulierte Jesus selbst wie folgt: „Meine Speise ist, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende“ (Johannes 4:34; Hebräer 12:2).
6. Inwiefern können wir die gleichen Erfahrungen machen wie Jesus, wenn wir wie er Gottes Willen allem voranstellen?
6 Hier haben wir den Schlüssel: Gottes Willen tun. Das Beispiel Jesu unterstreicht, was im Leben seiner Jünger richtigerweise absoluten Vorrang haben sollte, denn er sagte: „Jeder, der vollkommen unterwiesen ist, wird wie sein Lehrer sein“ (Lukas 6:40). Und Jesus zeigte, als er den von seinem Vater vorgesehenen Weg ging, daß es „Freuden bis zur Sättigung“ bringt, Gottes Willen den absoluten Vorrang einzuräumen (Psalm 16:11; Apostelgeschichte 2:28). Erkennen wir, was das bedeutet? Nachfolger Jesu, die es sich erwählen, dem Tun des Willens Gottes absoluten Vorrang zu geben, werden „Freuden bis zur Sättigung“ erleben und das wirkliche Leben genießen (1. Timotheus 6:19). Für uns sollte es also das Wichtigste sein, Gottes Willen zu tun, und dafür gibt es, wie wir gesehen haben, mehr als einen Grund.
7, 8. Welchen Prüfungen sah sich Jesus gegenüber, und was lernen wir daraus?
7 Nicht lange nachdem sich Jesus Gott dargestellt hatte, um dessen Willen zu tun, bemühte sich der Teufel, ihn davon abzubringen. Wie? Durch Versuchungen auf drei Gebieten. Jesus reagierte auf jede Versuchung mit einer unmißverständlichen biblischen Aussage (Matthäus 4:1-10). Doch weitere Prüfungen standen ihm bevor — Verfolgung, Spott, Verrat durch Judas, Falschanklagen und schließlich der Tod an einem Marterpfahl. Keine dieser Prüfungen konnte jedoch Gottes loyalen Sohn von seinem Weg abbringen. In einer besonders kritischen Situation betete Jesus: „Nicht wie ich will, sondern wie du willst. ... dein Wille [geschehe]“ (Matthäus 26:39, 42). Sollte dieses Merkmal des uns hinterlassenen Beispiels nicht jeden von uns tief bewegen, ja uns veranlassen, ‘im Gebet zu verharren’? (Römer 12:12).
8 Göttliche Anleitung hilft uns wirklich, wenn wir in unserem Leben Prioritäten setzen, vor allem wenn wir mit Feinden der Wahrheit und Gegnern des göttlichen Willens zu tun haben. Denken wir an die inständige Bitte um Anleitung, die der treue König David äußerte, als ihm Feinde Widerstand leisteten. Wir finden sie im 143. Psalm, den wir nun auszugsweise betrachten möchten. Dadurch soll uns vor Augen geführt werden, wie wir unser persönliches Verhältnis zu Jehova festigen können und was uns darin bestärken kann, weiterhin Gottes Willen zu tun und diesen in unserem Leben allem voranzustellen.
Jehova vernimmt und erhört unsere Gebete
9. (a) Was zeigen die Worte und Taten Davids, obwohl er ein Sünder war? (b) Warum dürfen wir niemals aufgeben, das Rechte zu tun?
9 David war trotz seines sündigen, sterblichen Zustands davon überzeugt, daß Jehova seiner flehentlichen Bitte Gehör schenken würde. Demütig flehte er: „O Jehova, höre mein Gebet; schenk doch meiner flehentlichen Bitte Gehör. In deiner Treue antworte mir, in deiner Gerechtigkeit. Und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir kann kein Lebendiger gerecht sein“ (Psalm 143:1, 2). Auch wenn sich David seiner Unvollkommenheit bewußt war, hatte er Gott gegenüber doch ein ungeteiltes Herz. Daher war er überzeugt, daß Gott ihm in Gerechtigkeit antworten würde. Ist das nicht ermunternd für uns? Obwohl wir Gottes Gerechtigkeit nicht erreichen, können wir zuversichtlich sein, daß er uns hört, sofern unser Herz ihm gegenüber ungeteilt ist (Prediger 7:20; 1. Johannes 5:14). In den gegenwärtigen schlimmen Zeiten müssen wir im Gebet verharren und darauf bedacht sein, ‘das Böse mit dem Guten zu besiegen’ (Römer 12:20, 21; Jakobus 4:7).
10. Warum machte David unruhige Zeiten durch?
10 Genau wie wir hatte auch David Feinde. Er machte unruhige Zeiten durch — nicht nur, als er vor Saul fliehen und an einsamen, unzugänglichen Orten Zuflucht suchen mußte, sondern auch, nachdem er König geworden war und von Feinden bedrängt wurde. Das berührte ihn gemäß seinen eigenen Worten wie folgt: „Der Feind hat meine Seele verfolgt ... Er hat mich an finsteren Stätten wohnen lassen ... Und mein Geist wird in mir schwach; in meinem Innern zeigt sich mein Herz empfindungslos“ (Psalm 143:3, 4). Hatten wir schon einmal Grund, uns ähnlich zu fühlen?
11. Was für unruhige Zeiten haben Diener Gottes in der Neuzeit erlebt?
11 Druck von Gegnern, Prüfungen durch wirtschaftliche Notlagen, schwere Krankheiten oder andere belastende Probleme haben bei einigen unter Gottes Volk den Gedanken aufkommen lassen, der Verzweiflung nahe zu sein. Gelegentlich kam es ihnen so vor, als sei ihr Herz empfindungslos. Sie haben sozusagen ausgerufen: „Du hast mich viele Bedrängnisse und Unglücksschläge sehen lassen, mögest du mich wieder beleben ... Mögest du ... mich umgeben und mich trösten“ (Psalm 71:20, 21). Wie ist ihnen geholfen worden?
Feindseligkeit mutig begegnen
12. Wie konnte König David mit Gefahren und Prüfungen fertig werden?
12 Aus Psalm 143:5 geht hervor, was David tat, wenn er Gefahren und schweren Prüfungen ausgesetzt war: „Ich habe der Tage der Vorzeit gedacht; ich habe nachgesonnen über all dein Tun; willig befaßte ich mich fortwährend mit dem Werk deiner eigenen Hände.“ David rief sich in den Sinn, wie Gott mit seinen Dienern gehandelt und wie er auch ihn schon befreit hatte. Er sann darüber nach, was Jehova um seines großen Namens willen getan hatte. Ja, David befaßte sich unentwegt mit Gottes Werken.
13. Wieso kann es uns helfen, unter Prüfungen auszuharren, wenn wir über das Beispiel treuer Diener Gottes der alten Zeit und der Neuzeit nachdenken?
13 Haben wir uns nicht schon oft in Erinnerung gerufen, wie Gott mit seinem Volk gehandelt hat? Ganz gewiß! Dazu gehören die Berichte der „großen Wolke von Zeugen“ in vorchristlicher Zeit (Hebräer 11:32-38; 12:1). Gesalbte Christen des ersten Jahrhunderts wurden ebenfalls ermuntert, ‘der früheren Tage zu gedenken’ sowie dessen, was sie erduldet hatten (Hebräer 10:32-34). Wie verhält es sich mit den Erfahrungen von Gottes Dienern in der Neuzeit, wie sie in dem Buch Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottesa geschildert werden? Durch die dort und anderswo festgehaltenen Berichte können wir uns vor Augen führen, wie Jehova seinem Volk geholfen hat, Verbote, Haft, Pöbelaktionen sowie Konzentrations- und Arbeitslager zu überstehen. Es gab Prüfungen in von Krieg zerrissenen Ländern wie Burundi, Liberia, Ruanda und dem ehemaligen Jugoslawien. Gottes Diener konnten Gegnerschaft ertragen, weil sie ihr enges Verhältnis zu Jehova bewahrten. Seine Hand stützte diejenigen, die dem Tun seines Willens in ihrem Leben absoluten Vorrang einräumten.
14. (a) Welches Beispiel zeigt, daß Gott einem Menschen helfen kann, der sich in einer ähnlichen Lage befinden mag wie wir? (b) Was können wir aus diesem Beispiel lernen?
14 Wir mögen nun entgegnen, daß wir noch nie so mißhandelt worden sind wie die Betreffenden; auch mögen wir es für unwahrscheinlich halten, daß das jemals geschehen wird. Doch Gott unterstützt sein Volk nicht nur, wenn es sich in einer anscheinend dramatischen Situation befindet. Er hat schon vielen „Durchschnitts“menschen in „normalen“ Verhältnissen geholfen. Hier ist ein Beispiel von vielen: Im Wachtturm vom 1. Dezember 1996 war der Lebensbericht von Penelope Makris abgedruckt. Welch ein herausragendes Beispiel für christliche Lauterkeit! Wissen wir noch, was sie von seiten ihrer Nachbarn alles zu erdulden hatte, wie sie mit schweren Krankheiten fertig werden mußte und welche Anstrengungen sie unternahm, um im Vollzeitdienst zu bleiben? Wie hat uns ihre stärkende Erfahrung berührt, die sie in Mytilene machte? Der springende Punkt ist: Betrachten wir solche Beispiele als Hilfe für jeden von uns, Prioritäten zu setzen und dem Tun des Willens Gottes in unserem Leben absoluten Vorrang einzuräumen?
15. Über welche Taten Jehovas sollten wir nachsinnen?
15 Es stärkt uns, wenn wir wie David über die Handlungsweise Jehovas nachsinnen. In Verbindung mit der Verwirklichung seines Vorsatzes sorgte Jehova für eine Rettungsvorkehrung, und zwar durch den Tod, die Auferstehung und die Verherrlichung seines Sohnes (1. Timotheus 3:16). Er hat sein himmlisches Königreich aufgerichtet, den Himmel von Satan und den Dämonen gereinigt sowie die wahre Anbetung auf der Erde wiederhergestellt (Offenbarung 12:7-12). Außerdem hat er ein geistiges Paradies ins Dasein gebracht und sein Volk mit Mehrung gesegnet (Jesaja 35:1-10; 60:22). Dieses Volk gibt jetzt, bevor die große Drangsal ausbricht, das Schlußzeugnis (Offenbarung 14:6, 7). Ja, wir haben tatsächlich vieles, worüber wir nachsinnen können.
16. Womit sollten wir uns befassen, und was wird uns dadurch klar?
16 Wenn wir uns mit dem Werk der Hände Gottes befassen, statt menschlichen Bemühungen unsere ganze Aufmerksamkeit zu schenken, wird uns klar, daß nichts der Macht Jehovas standhalten kann. Seine wunderbaren Werke beschränken sich aber nicht nur auf die herrlichen Schöpfungswerke, die am Himmel und auf der Erde zu sehen sind (Hiob 37:14; Psalm 19:1; 104:24). Auch die Taten, die er in alter Zeit vollbrachte, um sein auserwähltes Volk aus der Hand feindlicher Bedrücker zu befreien, gehören dazu (2. Mose 14:31; 15:6).
Den Weg kennen, auf dem wir wandeln sollten
17. Wie real war Jehova für David, und wovon können wir daher überzeugt sein?
17 David betete um Hilfe, da sein Lebenssaft in ihm zu vertrocknen schien: „Ich habe meine Hände zu dir ausgebreitet, meine Seele lechzt wie ein erschöpftes Land nach dir. O eile, antworte mir, o Jehova. Mein Geist ist zu Ende gekommen. Verbirg dein Angesicht nicht vor mir, sonst müßte ich mit denen vergleichbar werden, die in die Grube hinabfahren“ (Psalm 143:6, 7). David war zwar ein Sünder, aber er wußte, daß Gott seine Lage kannte (Psalm 31:7). Auch wir könnten mitunter das Gefühl haben, unsere geistige Gesinnung sei auf einem Tiefpunkt angelangt. Doch die Situation ist nicht hoffnungslos. Jehova, der unsere Gebete hört, kann unsere Wiederherstellung dadurch beschleunigen, daß er uns durch liebevolle Älteste stärken läßt oder uns durch Artikel im Wachtturm oder durch Programmpunkte in den Zusammenkünften, die wie für uns gemacht zu sein scheinen, ermuntert (Jesaja 32:1, 2).
18, 19. (a) Worum sollten wir Jehova ernstlich bitten? (b) Worauf können wir vertrauen?
18 Unser Vertrauen zu Jehova veranlaßt uns, ihn zu bitten: „Laß mich deine liebende Güte hören, denn auf dich habe ich mein Vertrauen gesetzt. Tu mir den Weg kund, auf dem ich wandeln sollte“ (Psalm 143:8). Hat Jehova Schwester Makris auf einer abgelegenen griechischen Insel im Stich gelassen? Wird er dann uns im Stich lassen, wenn wir dem Tun seines Willens in unserem Leben absoluten Vorrang einräumen? Der Teufel und seine Handlanger möchten uns in unserer Tätigkeit, Gottes Königreich zu verkündigen, gern behindern oder ihr Einhalt gebieten. Ob wir in einem Land tätig sind, wo die wahre Anbetung keinerlei Einschränkungen unterliegt, oder dort, wo sie unterdrückt wird — unsere vereinten Gebete entsprechen der Bitte Davids: „Befreie mich von meinen Feinden, o Jehova. Ich habe Deckung ja bei dir gesucht“ (Psalm 143:9). Wir sind vor geistigem Unglück geschützt, wenn wir im Schirm des Höchsten wohnen (Psalm 91:1).
19 Unsere Überzeugung in bezug darauf, was absoluten Vorrang hat, ist gut begründet (Römer 12:1, 2). Widerstehen wir daher dem Bemühen der Welt, uns das aufzudrängen, was sie gemäß menschlichen Erwägungen für wichtig hält. Zeigen wir weiterhin in jedem Bereich unseres Lebens, daß es gemäß unserer Überzeugung absoluten Vorrang hat, Gottes Willen zu tun (Matthäus 6:10; 7:21).
20. (a) Was haben wir aus Psalm 143:1-9 über David gelernt? (b) Wie beweisen Christen heute den gleichen Geist wie David?
20 In den ersten neun Versen von Psalm 143 wird das enge persönliche Verhältnis hervorgehoben, das David zu Jehova hatte. Als er von Feinden eingeengt wurde, bat er Gott freimütig um Anleitung. Er schüttete ihm sein Herz aus und wollte sich von ihm helfen lassen, den richtigen Weg zu gehen. Ähnlich verhält es sich heute mit dem auf der Erde befindlichen Überrest der Gesalbten und ihren Gefährten. Sie betrachten ihr Verhältnis zu Jehova als kostbar und bitten ihn um Anleitung. Trotz des Drucks von seiten des Teufels und der Welt gibt es für sie nichts Wichtigeres, als Gottes Willen zu tun.
21. Warum ist es so wichtig, daß wir ein gutes Beispiel geben, wenn wir andere darüber belehren wollen, was in ihrem Leben absoluten Vorrang haben sollte?
21 Millionen Menschen, mit denen Jehovas Zeugen die Bibel studieren, müssen erkennen, daß es absoluten Vorrang hat, Gottes Willen zu tun. Wir können ihnen helfen, das zu verstehen, wenn wir mit ihnen das 13. Kapitel des Buches Erkenntnis, die zu ewigem Leben führtb betrachten, wo Grundsätze in bezug auf den Gehorsam gegenüber dem Wort hervorgehoben werden. Wir sollten für die Betreffenden in dem, worüber wir sie belehren, selbst ein Vorbild sein. Nach relativ kurzer Zeit werden auch sie mit dem Weg vertraut sein, auf dem sie wandeln sollten. Wenn diesen Millionen persönlich bewußt wird, was in ihrem Leben von größter Wichtigkeit sein sollte, werden sich viele von ihnen zu dem Schritt der Hingabe und Taufe entschließen. Danach kann ihnen die Versammlung helfen, weiterhin auf dem Weg des Lebens zu wandeln.
22. Auf welche Fragen wird im nächsten Artikel eingegangen?
22 Viele werden ohne weiteres zugeben, daß Gottes Wille in ihrem Leben von größter Wichtigkeit sein sollte. Doch wie lehrt Jehova seine Diener fortschreitend, seinen Willen zu tun? Von welchem Nutzen ist das für sie? Auf diese Fragen wird im nächsten Artikel eingegangen, in dem außerdem ein Schlüsselvers, nämlich Psalm 143:10, behandelt wird.
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Belehrt, um Jehovas Willen zu tunDer Wachtturm 1996 | 15. Dezember
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Belehrt, um Jehovas Willen zu tun
„Lehre mich deinen Willen tun, denn du bist mein Gott“ (PSALM 143:10).
1, 2. (a) Nur wann können wir belehrt werden, und welche Erwartung ist realistisch? (b) Warum ist es so wichtig, von Jehova belehrt zu werden?
SOLANGE ein Mensch lebt und aufnahmefähig ist, kann er jeden Tag über etwas Sinnvolles belehrt werden. Das trifft auf uns persönlich genauso zu wie auf jeden anderen. Doch was geschieht, wenn jemand stirbt? Im Zustand des Todes kann er weder über etwas belehrt werden noch etwas lernen. Wie die Bibel deutlich sagt, sind sich die Toten „nicht des geringsten bewußt“. Es gibt keine Erkenntnis im Scheol, dem allgemeinen Grab der Menschheit (Prediger 9:5, 10). Ist unsere Belehrung, das Erwerben von Erkenntnis, somit vergeblich? Das hängt davon ab, worüber wir belehrt werden und wie wir diese Erkenntnis anwenden.
2 Beschränkt sich unsere Belehrung auf weltliche Dinge, werden wir keine bleibende Zukunft haben. Doch glücklicherweise werden Millionen von Menschen in der ganzen Welt darüber belehrt, was Gottes Wille im Hinblick auf das ewige Leben ist. Die Grundlage dieser Hoffnung bildet die Belehrung durch Jehova, den Quell lebengebender Erkenntnis (Psalm 94:9-12).
3. (a) Warum kann gesagt werden, daß Jesus Gottes erster Schüler war? (b) Welche Zusicherung haben wir, daß Menschen von Jehova belehrt werden sollten, und mit welchem Ergebnis?
3 Gottes erstgeborener Sohn wurde als sein erster Schüler gelehrt, den Willen seines Vaters zu tun (Sprüche 8:22-30; Johannes 8:28). Jesus seinerseits zeigte, daß sein Vater unzählige Menschen belehren würde. Welche Aussichten bieten sich uns, wenn wir uns von Gott belehren lassen? Jesus sagte: „Es steht in den PROPHETEN geschrieben: ‚Und sie werden alle von Jehova belehrt sein.‘ Jeder, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir. ... Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, hat ewiges Leben“ (Johannes 6:45-47).
4. Inwiefern wird heute Millionen von Menschen göttliche Belehrung zuteil, und welche Aussichten haben sie?
4 Die von Jesus aus Jesaja 54:13 zitierten Worte waren an Gottes symbolische Frau, das himmlische Zion, gerichtet. Daher bezieht sich diese Prophezeiung speziell auf ihre Söhne, die 144 000 geistgezeugten Jünger Jesu Christi. Heute ist noch ein Überrest dieser geistigen Söhne tätig, und er geht in einem weltumspannenden Lehrwerk führend voran. Auf Grund dessen ziehen Millionen andere Menschen — eine „große Volksmenge“ — ebenfalls Nutzen aus der Belehrung von Jehova. Sie haben die einzigartige Aussicht, zu lernen, ohne daß der Tod diesen Lernprozeß jemals unterbricht. Wie ist das möglich? Nun, sie können damit rechnen, die schnell herannahende „große Drangsal“ zu überstehen und ewig auf einer paradiesischen Erde zu leben (Offenbarung 7:9, 10, 13-17).
Mit größerem Nachdruck Gottes Willen tun
5. (a) Wie lautet der Jahrestext für 1997? (b) Wie sollten wir zum Besuch christlicher Zusammenkünfte eingestellt sein?
5 Jehovas Zeugen in den weltweit über 80 000 Versammlungen werden 1997 die Anfangsworte aus Psalm 143:10 „Lehre mich deinen Willen tun“ deutlich vor Augen haben. Das ist der Jahrestext für 1997. Diese Worte, die in den Königreichssälen gut sichtbar angebracht sein werden, sollen daran erinnern, daß besonders die Zusammenkünfte der Versammlung die Gelegenheit bieten, göttliche Belehrung zu empfangen, weil wir dort an einem fortschreitenden Lehrprogramm teilnehmen können. Wenn wir uns mit unseren Brüdern zu den Zusammenkünften versammeln, um von unserem Großen Unterweiser belehrt zu werden, können wir genauso empfinden wie der Psalmist, der schrieb: „Ich freute mich, als sie zu mir sprachen: ‚Zum Haus Jehovas laßt uns gehen‘ “ (Psalm 122:1; Jesaja 30:20).
6. Zu wem bekennen wir uns gemäß den Worten Davids?
6 Ja, wir möchten darüber belehrt werden, Gottes Willen zu tun — nicht den Willen unseres Widersachers, des Teufels, oder den Willen unvollkommener Menschen. Wie David bekennen wir uns zu dem Gott, den wir anbeten und dem wir dienen: „Du bist mein Gott. Dein Geist ist gut; er führe mich im Land der Geradheit“ (Psalm 143:10). David wollte lieber dort sein, wo die Anbetung Jehovas gepflegt wurde, als mit Menschen der Unwahrheit zusammenzusein (Psalm 26:4-6). Dadurch, daß der Geist Gottes Davids Schritte lenkte, konnte er den Spuren der Gerechtigkeit folgen (Psalm 17:5; 23:3).
7. Wie wirkt Gottes Geist in der Christenversammlung?
7 Jesus Christus, der größere David, sicherte seinen Aposteln zu, daß der heilige Geist sie alle Dinge lehren und sie an alle Dinge erinnern werde, die er ihnen gesagt hatte (Johannes 14:26). Seit Pfingsten offenbart Jehova nach und nach „die tiefen Dinge Gottes“, die sein geschriebenes Wort enthält (1. Korinther 2:10-13). Das tut er durch einen sichtbaren Kanal, den Jesus als den „treuen und verständigen Sklaven“ bezeichnete. Dieser sorgt für die geistige Speise, die im Lehrprogramm der Versammlungen des Volkes Gottes auf der ganzen Erde behandelt wird (Matthäus 24:45-47).
In unseren Zusammenkünften über Jehovas Willen belehrt
8. Warum ist die Beteiligung am Wachtturm-Studium von großem Wert?
8 Der im wöchentlichen Wachtturm-Studium der Versammlung behandelte Stoff beschäftigt sich häufig mit der Anwendung biblischer Grundsätze. Das hilft uns bestimmt, mit den Sorgen des Lebens besser fertig zu werden. Bei diesem Studium werden auch tiefe biblische Wahrheiten oder biblische Prophezeiungen besprochen. Wieviel wir doch durch solche Betrachtungen lernen können! In vielen Ländern sind die Königreichssäle bei diesen Zusammenkünften bis auf den letzten Platz besetzt. Es gibt allerdings auch Länder, wo der Zusammenkunftsbesuch rückläufig ist. Können wir uns vorstellen, warum? Lassen sich einige vielleicht durch ihre Berufstätigkeit daran hindern, regelmäßig „zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken“ zusammenzukommen? Oder fehlt ihnen wegen häufiger Geselligkeiten oder wegen stundenlangen Fernsehens die Zeit, alle Zusammenkünfte zu besuchen? Denken wir an die inspirierte Aufforderung in Hebräer 10:23-25. Ist es heute, wo wir „den Tag herannahen“ sehen, nicht wichtiger denn je, zusammenzukommen, um von Gott belehrt zu werden?
9. (a) Inwiefern kann uns die Dienstzusammenkunft für den Predigtdienst ausrüsten? (b) Wie sollten wir zum Zeugnisgeben eingestellt sein?
9 Eine unserer vordringlichsten Aufgaben besteht darin, Gott als Verkündiger zu dienen. In der Dienstzusammenkunft soll uns gezeigt werden, wie wir dabei wirkungsvoll vorgehen können. Wir lernen, wie wir Menschen ansprechen können, was wir sagen und wie wir bei einer positiven Reaktion fortfahren können, aber auch, was zu tun ist, wenn man die Botschaft ablehnt (Lukas 10:1-11). Dadurch, daß in dieser wöchentlichen Zusammenkunft wirkungsvolle Methoden besprochen und demonstriert werden, sind wir besser darauf vorbereitet, den Menschen nicht nur im Haus-zu-Haus-Dienst Zeugnis zu geben, sondern auch auf der Straße, auf Parkplätzen, in öffentlichen Transportmitteln, auf Flughäfen, in Geschäften oder in der Schule. Im Einklang mit der Bitte „Lehre mich deinen Willen tun“ werden wir gewiß jede Gelegenheit nutzen, das zu tun, wozu uns unser Herr aufforderte: „Laßt euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie ... euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen“ (Matthäus 5:16).
10. Wie können wir Menschen, ‘die es verdienen’, wirklich helfen?
10 In den Zusammenkünften der Versammlung werden wir auch darüber belehrt, wie wir Jünger machen können. Dort, wo wir Interesse vorfinden oder Veröffentlichungen abgeben, machen wir Rückbesuche mit dem Ziel, Heimbibelstudien einzurichten. In gewisser Hinsicht gleicht das dem Vorgehen der Jünger, die sich ‘bei solchen aufhielten, die es verdienten’, um sie über das zu belehren, was Jesus geboten hatte (Matthäus 10:11; 28:19, 20). Da wir hervorragende Hilfsmittel haben wie das Buch Erkenntnis, die zu ewigem Leben führt, sind wir wirklich gut ausgerüstet, unseren Dienst gründlich durchzuführen (2. Timotheus 4:5). Jede Woche sollten wir uns beim Besuch der Dienstzusammenkunft und der Theokratischen Predigtdienstschule bemühen, uns hilfreiche Gedanken zu merken, um sie dann anzuwenden, wodurch wir uns als von Gott hinreichend befähigte Diener empfehlen, die seinen Willen ausführen (2. Korinther 3:3, 5; 4:1, 2).
11. Wie haben einige gezeigt, daß sie den Worten aus Matthäus 6:33 vertrauen?
11 Gott wünscht, daß wir „fort[fahren], zuerst das Königreich und SEINE Gerechtigkeit zu suchen“ (Matthäus 6:33). Fragen wir uns: „Wie würde ich diesen Grundsatz anwenden, wenn ich durch die Forderungen, die mein Arbeitgeber [oder der meines Ehepartners] stellt, daran gehindert würde, die Zusammenkünfte zu besuchen?“ Viele geistig reife Personen würden sich gewiß bemühen, mit ihrem Arbeitgeber über die Angelegenheit zu sprechen. Eine Vollzeitverkündigerin erklärte ihrem Arbeitgeber, daß sie jede Woche für die Zusammenkünfte freihaben möchte. Er gewährte ihr die Bitte. Und da er neugierig war, was in den Zusammenkünften vor sich geht, fragte er, ob er diese besuchen könne. Dort hörte er eine Bekanntmachung, die mit dem bevorstehenden Bezirkskongreß zu tun hatte. Daraufhin richtete er es so ein, daß er dem Kongreß einen ganzen Tag beiwohnen konnte. Welche Lehre ziehen wir aus dieser Erfahrung?
Von gottesfürchtigen Eltern über Jehovas Willen belehrt
12. Was sollten christliche Eltern mit Geduld und Festigkeit tun, um ihre Kinder über Jehovas Willen zu belehren?
12 Die Zusammenkünfte der Versammlung und die Kongresse sind allerdings nicht die einzigen Vorkehrungen, die dazu dienen, darüber belehrt zu werden, Gottes Willen zu tun. Gottesfürchtigen Eltern wird geboten, ihre Kinder so zu schulen, in Zucht zu nehmen und zu erziehen, daß sie Jehova preisen und seinen Willen tun (Psalm 148:12, 13; Sprüche 22:6, 15). Das setzt voraus, daß die „Kleinen“ zu den Zusammenkünften mitgenommen werden, wo sie ‘hören und lernen’. Wie sieht es jedoch zu Hause mit ihrer Belehrung aus den heiligen Schriften aus? (5. Mose 31:12; 2. Timotheus 3:15). Viele Familien haben gewissenhaft damit begonnen, ein regelmäßiges Familienbibelstudium durchzuführen, haben aber schon nach kurzer Zeit zugelassen, daß es nur noch unregelmäßig stattfindet oder ganz vernachlässigt wird. Ist es euch auch so ergangen? Würdet ihr daraus den Schluß ziehen, daß entweder die Empfehlung, solch ein Studium regelmäßig durchzuführen, unangebracht ist oder daß in eurer Familie alles anders ist, weshalb es in eurem Fall nicht funktionieren kann? Wie dem auch sei, es wäre gut, wenn ihr Eltern euch noch einmal die vorzüglichen Artikel „Unser reiches geistiges Erbe“ und „Die Belohnung für Beharrlichkeit“ im Wachtturm vom 1. August 1995 durchlesen würdet.
13. Welchen Nutzen können Familien aus der Betrachtung des Tagestextes ziehen?
13 Alle Familien werden ermuntert, es sich zur Gewohnheit zu machen, den Tagestext aus der Broschüre Täglich in den Schriften forschen zu betrachten. Den Text und den Kommentar zu lesen ist zwar gut, aber noch nützlicher ist es, den Text zu besprechen und seine Anwendung zu zeigen. Wird beispielsweise Epheser 5:15-17 behandelt, könnte sich die Familie darüber unterhalten, wie man ‘die gelegene Zeit auskaufen’ kann, und zwar für das persönliche Studium, für die Beteiligung an einem Zweig des Vollzeitdienstes oder dafür, sich anderer theokratischer Aufgaben anzunehmen. Ja, eine Besprechung des Tagestextes im Familienkreis kann dazu führen, daß der eine oder andere noch genauer wahrnimmt, „was der Wille Jehovas ist“.
14. Wie sollten Eltern gemäß 5. Mose 6:6, 7 beim Lehren vorgehen, und was setzt das voraus?
14 Eltern müssen eifrig darauf bedacht sein, ihre Kinder zu belehren (5. Mose 6:6, 7). Das bedeutet nicht, den Kindern lediglich Strafpredigten zu halten oder sie herumzukommandieren. Vater und Mutter müssen zuhören, um herauszufinden, ob es erforderlich ist, etwas zu erklären, klarzustellen, zu veranschaulichen oder zu wiederholen. In einer bestimmten christlichen Familie regen die Eltern ihre Kinder dadurch zum offenen Gespräch an, daß sie sie auffordern, Fragen zu stellen, wenn sie etwas nicht verstehen oder wenn etwas sie beunruhigt. Auf diese Weise erfuhren die Eltern beispielsweise, daß es ihrem jugendlichen Sohn schwerfiel, zu verstehen, daß Jehova keinen Anfang hat. Die Eltern konnten ihm an Hand von Informationen aus den Wachtturm-Publikationen zeigen, daß die Endlosigkeit von Zeit und Raum als Tatsache akzeptiert wird. Sie führten dieses Argument zur Veranschaulichung des Sachverhalts an, und das leuchtete ihrem Sohn ein. Nehmen wir uns also die Zeit, die Fragen unserer Kinder genau zu beantworten, und stützen wir uns dabei auf die Bibel, damit ihnen bewußt wird, wie befriedigend es tatsächlich sein kann zu lernen, Gottes Willen zu tun. Worüber wird Gottes Volk — Jung und Alt — heute sonst noch belehrt?
Gelehrt, zu lieben und zu kämpfen
15. Wann könnte die Echtheit unserer brüderlichen Liebe auf die Probe gestellt werden?
15 Im Einklang mit Jesu neuem Gebot werden wir „von Gott gelehrt, einander zu lieben“ (1. Thessalonicher 4:9). Solange alles ruhig und glatt verläuft, sind wir wahrscheinlich davon überzeugt, wirklich alle unsere Brüder zu lieben. Doch was passiert, wenn persönliche Differenzen entstehen oder wenn wir uns durch das verletzt fühlen, was ein anderer Christ sagt oder tut? Dann wird die Echtheit unserer Liebe wahrscheinlich auf die Probe gestellt. (Vergleiche 2. Korinther 8:8.) Was wäre gemäß der Bibel in einer solchen Situation zu tun? Sie lehrt beispielsweise, daß wir uns bemühen sollten, in größtmöglichem Umfang Liebe zu zeigen (1. Petrus 4:8). Wir sollten darauf bedacht sein, weder nach den eigenen Interessen auszublicken, noch uns bei geringfügigen Versäumnissen oder Fehlern aufreizen zu lassen, noch Böses anzurechnen, sondern durch Liebe eine Menge von Sünden zuzudecken (1. Korinther 13:5). Das ist, wie wir wissen, Gottes Wille, denn so lehrt es sein Wort.
16. (a) Über die Beteiligung an welcher Art der Kriegführung werden Christen belehrt? (b) Womit sind wir ausgestattet?
16 Viele mögen zwar zwischen Liebe und Kriegführung keine Verbindung sehen, aber wir werden auch über die Kriegführung belehrt, allerdings über eine ganz bestimmte Art. David erkannte seine Abhängigkeit von Jehova, der ihn darüber belehrte, wie er bei der Kriegführung vorgehen sollte, wobei dies damals den buchstäblichen Kampf gegen die Feinde Israels einschloß (1. Samuel 17:45-51; 19:8; 1. Könige 5:3; Psalm 144:1). Was für einen Kampf führen wir heute? Unsere Waffen sind nicht fleischlich (2. Korinther 10:4). Wir führen einen geistigen Kampf, für den wir mit einer geistigen Waffenrüstung ausgestattet sein müssen (Epheser 6:10-13). Jehova lehrt uns durch sein Wort und durch die Zusammenkünfte seines Volkes, in dem geistigen Kampf erfolgreich zu kämpfen.
17. (a) Welche Taktiken wendet der Teufel an, um uns abzulenken? (b) Wovor sollten wir uns klugerweise hüten?
17 Voller Heimtücke und Hinterlist bedient sich der Teufel oft weltlicher Elemente, Abtrünniger oder anderer Gegner der Wahrheit, um uns durch Nebensächlichkeiten abzulenken (1. Timotheus 6:3-5, 11; Titus 3:9-11). Wenn er kaum Möglichkeiten sieht, uns durch einen Frontalangriff zu überwinden, so versucht er, uns dadurch zu Fall zu bringen, daß er uns veranlaßt, ständig unserem Ärger Luft zu machen oder törichte, geistlose Fragen zu stellen. Als wachsame Soldaten müssen wir diese Gefahren genauso ernst nehmen wie Frontalangriffe (1. Timotheus 1:3, 4).
18. Was schließt es alles ein, nicht mehr für uns selbst zu leben?
18 Wir unterstützen weder das Verlangen von Menschen noch den Willen der Nationen. Jehova hat uns durch das Beispiel Jesu gelehrt, daß wir nicht mehr für uns selbst leben dürfen; statt dessen sollten wir uns mit der gleichen geistigen Gesinnung wappnen, die Christus Jesus hatte, und für Gottes Willen leben (2. Korinther 5:14, 15). In der Vergangenheit haben wir vielleicht ein sehr unbescheidenes, ausschweifendes Leben geführt und kostbare Zeit vergeudet. Schwelgereien, Trinkgelage und Unsittlichkeit zeichnen die heutige gottlose Welt aus. Sind wir jetzt, nachdem wir gelehrt wurden, Gottes Willen zu tun, nicht dankbar, von der verdorbenen Welt getrennt zu sein? Führen wir deshalb einen harten geistigen Kampf darum, uns nicht auf verunreinigende weltliche Praktiken einzulassen (1. Petrus 4:1-3).
Zu unserem eigenen Nutzen belehrt
19. Welchen Nutzen hat es, über den Willen Jehovas belehrt zu werden und ihn dann zu tun?
19 Wir sollten uns unbedingt bewußtmachen, daß es für uns von größtem Nutzen ist, darüber belehrt zu werden, wie man den Willen Jehovas tut. Verständlicherweise müssen wir unseren Teil dazu beitragen, indem wir wirklich aufmerksam sind, um die Anweisungen kennenzulernen und zu befolgen, die wir sowohl durch Gottes Sohn als auch aus Gottes Wort und durch die Zusammenkünfte seines Volkes erhalten (Jesaja 48:17, 18; Hebräer 2:1). Dadurch werden wir die Kraft empfangen, in den gegenwärtigen katastrophalen Zeiten standhaft zu sein und den uns bevorstehenden Stürmen zu trotzen (Matthäus 7:24-27). Wir werden Gott heute schon gefallen, weil wir seinen Willen tun, und wir können davon überzeugt sein, daß unsere Gebete erhört werden (Johannes 9:31; 1. Johannes 3:22). Außerdem werden wir echtes Glück verspüren (Johannes 13:17).
20. Worüber sollten wir während des Jahres 1997 angebrachterweise nachdenken, wenn wir den Jahrestext sehen?
20 Während des Jahres 1997 wird sich uns häufig die Gelegenheit bieten, den Jahrestext aus Psalm 143:10 „Lehre mich deinen Willen tun“ zu lesen und zu betrachten. Dabei sollten wir gelegentlich auch über die hier besprochenen Vorkehrungen nachdenken, die Gott zu unserer Belehrung getroffen hat. Und möge das Nachsinnen über diese Worte uns dazu anregen, im Einklang mit dieser Bitte zu handeln, da wir wissen, daß derjenige, der ‘den Willen Gottes tut, immerdar bleibt’ (1. Johannes 2:17).
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