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  • Was wissen Sie über Jehovas Zeugen?
    Erwachet! 2010 | August
    • Was wissen Sie über Jehovas Zeugen?

      „Über die Zeugen Jehovas hatte ich eine ganze Menge im Internet gelesen, mir war das eine oder andere Gerücht zu Ohren gekommen und ich hatte gewaltig viele Vorurteile gehört. Mein Bild von ihnen war daher alles andere als positiv.“

      DIESE Redaktionsvolontärin in Dänemark sollte nun eine Familie von Zeugen Jehovas besuchen und interviewen. Mit welchem Ergebnis? „Schon mit dem ersten Kontakt begann sich mein Bild zu verändern. Vielleicht weiß man einfach zu wenig über sie oder man urteilt viel zu schnell. So ging es mir jedenfalls. Doch mir wurde klar: Ich lag falsch“ (Cecilie Feyling, Jydske Vestkysten).

      Der Personalberater einer Handelskette in Europa suchte ausdrücklich Zeugen Jehovas als Arbeitskräfte. Warum? Er hatte sie im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit für ihre Ehrlichkeit schätzen gelernt.

      Den meisten dürften Jehovas Zeugen natürlich durch ihr Missionieren bekannt sein. Das löst unterschiedliche Reaktionen aus: Die einen wünschen kein biblisches Gespräch, die anderen sind dafür durchaus aufgeschlossen. Weltweit gibt es sogar über 7 Millionen Menschen, die an einem Bibelkurs mit Jehovas Zeugen teilnehmen, und so manch einer von ihnen wird selbst ein Bibellehrer. Wie der Nationale Kirchenrat der USA zum Beispiel berichtet, gehören Jehovas Zeugen zu den nur vier der 25 größten Kirchen und christlichen Gemeinschaften, die Mitglieder dazugewinnen konnten.

      Warum lassen sich Millionen Menschen die Bibel von Zeugen Jehovas näherbringen? Und wie läuft so ein Bibelkurs ab? Wird von einem erwartet, ein Zeuge Jehovas zu werden? Jeder hat das gute Recht, zumindest richtige Informationen zu erhalten. Wie die Bibel zeigt, ist es ratsam, sich ein eigenes Bild von den Fakten zu machen, um sich seine Meinung nicht von anderen bilden zu lassen; sie stellt fest: „Wer unerfahren ist, schenkt allen Worten Glauben; wer klug ist, achtet auf den eigenen Weg“ (Sprüche 14:15, Bibel in gerechter Sprache).

      Es liegt uns am Herzen, mit dieser Erwachet!-Ausgabe ein vollständigeres und genaueres Bild von Jehovas Zeugen zu vermitteln. Und wir sind überzeugt, dass Sie, lieber Leser, sich aufgeschlossen und objektiv damit beschäftigen werden. Vielleicht noch ein Vorschlag: Sie könnten beim Lesen der nächsten vier Artikel und der Zusatzinformationen die angegebenen Bibelstellen in Ihrer eigenen Bibel nachschlagen.a Das wäre nicht nur klug — laut Gottes Wort zeugt es auch von einem „edlen“ Denken (Apostelgeschichte 17:11).

      a Haben Sie keine Bibel, aber Zugang zum Internet, könnten Sie dort die Texte unter www.watchtower.org/x unter dem Link „Lesen Sie die Bibel online“ nachschlagen. Auf der Website finden Sie auch biblische Veröffentlichungen in über 380 Sprachen.

  • Was andere sagen
    Erwachet! 2010 | August
    • Was andere sagen

      Frankreich „Jehovas Zeugen sind Bürger, die sich an die Gesetze der Republik halten. . . . Sie gefährden in keinster Weise die öffentliche Ordnung. Sie arbeiten, zahlen ihre Steuern, tragen ihren Teil zur wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes bei und spenden für wohltätige Zwecke. Zu sehen, wie sich eine bunte Mischung von Leuten unterschiedlichster Herkunft und Nationalität friedlich versammelt, ist eine wahre Freude. . . . Wäre jedermann ein Zeuge Jehovas, würden wir Polizisten arbeitslos sein“ (Sprecher einer Polizeigewerkschaft).

      Ukraine „Jehovas Zeugen geben ihren Kindern hohe moralische Grundsätze mit auf den Weg. Sie legen ihnen ans Herz, sich vor Verhaltensweisen, Aktivitäten und sogar Denkweisen zu hüten, die für die Kinder selbst und für andere gefährlich sein könnten, auch wenn sie heutzutage als normal gelten. Darum machen sie ihre Kinder auf die Gefahren von Drogen- und Alkoholmissbrauch sowie des Rauchens aufmerksam. Sie sind sich bewusst, wie wichtig es ist, ehrlich zu sein und hart zu arbeiten. . . . Jehovas Zeugen vermitteln ihren Kindern ethische Werte, halten sie an, die Behörden zu respektieren, andere Menschen und ihr Eigentum zu achten und gesetzestreue Bürger zu sein“ (The History of Religion in Ukraine, herausgegeben von Professor Petro Jarozki).

      Italien „Stille im Olympiastadion bei 30 000 Anwesenden . . . Kein Schnipsel Papier, kein Lärm, kein Geschrei. So war es gestern im Olympiastadion . . . Keine unangebrachten Gesten, keine Zigaretten, keine leeren Dosen, nur geöffnete Bibeln, Leute, die sich Notizen machen, und ruhige Kinder“ (Bericht in der Zeitung L’Unità über einen Kongress von Jehovas Zeugen in Rom).

      „Jehovas Zeugen vermitteln ihren Kindern ethische Werte, halten sie an, . . . gesetzestreue Bürger zu sein“

      Großbritannien „Der Erzdiakon von Cheltenham erklärte, . . . [die Kirche von England] brauche auch Gruppen engagierter Leute, die so missionieren gehen wie die Zeugen Jehovas“ (The Gazette, Diözese Gloucester).

      Niederlande Jehovas Zeugen in Leeuwarden erhielten von Anwohnern aus der Nachbarschaft ihres Königreichssaals (wo Jehovas Zeugen ihre Gottesdienste abhalten) einen Brief, in dem es auszugsweise hieß: „Wir möchten Ihnen ein großes Lob aussprechen. Sie tragen wesentlich zum gepflegten Erscheinungsbild unseres Noorderwegs bei. Ihre Leute sind immer gut angezogen und benehmen sich ganz hervorragend. Die Kinder sind gut erzogen, die Erwachsenen parken ihre Autos nie im Parkverbot. Sie werfen keinen Müll auf die Straße und das Gelände um den Königreichssaal ist immer sauber und gepflegt. Wir hoffen, dass wir noch lange Nachbarn bleiben. Wir sind sehr froh, Sie hier zu haben.“

      Mexiko Elio Masferrer, Professor an der Escuela Nacional de Antropología e Historia, wird in der Zeitung Excélsior mit den Worten zitiert, Jehovas Zeugen hätten Menschen geholfen, „die mit Vergewaltigung, Missbrauch in der Familie, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit und anderen Lebenskrisen zu kämpfen hatten“. Dank ihrer Glaubensansichten erhielten „Menschen, denen es an Selbstwertgefühl mangelt, ihre Würde zurück“ und würden dadurch, dass „sie ein Leben führen, wie es Gott gefällt, von größeren Problemen verschont“.

      Ein Kongress von Jehovas Zeugen

      „. . . bunte Mischung von Leuten unterschiedlichster Herkunft und Nationalität friedlich versammelt . . .“

      Brasilien Die Zeitung Comércio da Franca berichtet: „Die Organisation der Zeugen Jehovas ist echt beeindruckend. Die Räumlichkeiten, wo sie zusammenkommen, sind immer sauber. Alles ist durchorganisiert . . . Nach Schluss der Veranstaltung verlassen sie alles sauberer, als sie es vorgefunden haben. Während des Programms herrscht völlige Ruhe. Keiner schubst oder drängelt. Allerorts gutes Benehmen . . . Ihre Religion ist wirklich sehr auf Ordnung bedacht. Sie wissen, was sich gehört, wenn man Gott anbetet.“

      Jehovas Zeugen sind fest davon überzeugt, dass der Schöpfer besser als jeder andere weiß, nach welchen Richtlinien die Menschen, die er erschaffen hat, leben sollten (Jesaja 48:17, 18). Daher geben sie ihm die Ehre, wenn sie von anderen für ihr Verhalten gelobt werden. Jesus sagte: „Lasst euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure vortrefflichen Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen“ (Matthäus 5:16).

  • Was glauben Jehovas Zeugen?
    Erwachet! 2010 | August
    • Was glauben Jehovas Zeugen?

      Was Jehovas Zeugen glauben, ist kein Geheimnis, denn ihre Schriften sind in Hunderten von Sprachen leicht erhältlich. Hier ein kurzer Überblick über ihre Grundlehren.

      1. Die Bibel

      Jehovas Zeugen glauben: „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert“, also von ihm eingegeben (2. Timotheus 3:16). Jason D. BeDuhn, Professor für Religionswissenschaften, schreibt, dass Jehovas Zeugen „irgendwie unbefangen an die Bibel herangehen und ihre Glaubenslehre und -praxis auf dem reinen Bibelwort aufbauen, ohne etwas hineinlesen zu wollen“. Statt die Bibel nach eigenem Gutdünken zu deuten, richten sie sich nach dem, was darin geschrieben steht. Gleichzeitig sind sie sich darüber im Klaren, dass nicht alles in der Bibel wörtlich zu verstehen ist. Bei den sieben Schöpfungstagen zum Beispiel handelt es sich nicht um buchstäbliche Tage, sondern um große Zeiträume (1. Mose 1:31; 2:4).

      2. Der Schöpfer

      Der wahre Gott hat sich einen Eigennamen gegeben, durch den er sich von falschen Göttern unterscheidet: Jehova (oder Jahwe, die in der Jerusalemer Bibel verwendete und von einigen heutigen Wissenschaftlern bevorzugte Form) (Psalm 83:18).a Im Urtext erscheint die hebräische Form des Gottesnamens etwa 7 000 Mal. Wie bedeutsam dieser Name ist, machte Jesus im Vaterunser deutlich, wenn er sagte: „Dein Name werde geheiligt“ (Matthäus 6:9, Luther). Gott erwartet von uns, dass wir nur ihm ergeben sind, und daher verwenden Jehovas Zeugen bei ihrer Anbetung keine Kultbilder (1. Johannes 5:21).

      Jesus Christus

      „Der Vater ist größer als ich“ (Johannes 14:28)

      3. Jesus Christus

      Er ist unser Erlöser, der „Sohn Gottes“ und „der Erstgeborene aller Schöpfung“ (Johannes 1:34; Kolosser 1:15; Apostelgeschichte 5:31). Als ein von Gott erschaffenes Wesen ist er nicht Teil einer Dreieinigkeit. „Der Vater ist größer als ich“, erklärte Jesus (Johannes 14:28). Bevor er auf die Erde kam, hatte er im Himmel gelebt; nach dem Opfertod und seiner Auferstehung kehrte er wieder dorthin zurück. Er sagte: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Johannes 14:6).

      4. Gottes Reich

      Hierbei handelt es sich um eine reale Regierung im Himmel mit einem König, Jesus Christus, und 144 000 Mitregenten, „die von der Erde erkauft worden sind“ (Offenbarung 5:9, 10; 14:1, 3, 4; Daniel 2:44; 7:13, 14). Sie werden über die Erde regieren, von der alles Böse entfernt sein wird und auf der viele Millionen Menschen leben werden, die Gott gern dienen (Sprüche 2:21, 22).

      5. Die Erde

      In Prediger 1:4 wird erklärt: „Die Erde bleibt für alle Zeiten bestehen!“ (Hoffnung für alle). Nach der Vernichtung alles Bösen wird die Erde zu einem Paradies, in dem gerechte Menschen für immer leben (Psalm 37:10, 11, 29). So werden sich Jesu Worte aus seinem Gebet erfüllen: „Dein Wille geschehe hier auf der Erde“ (Matthäus 6:10, Hoffnung für alle).

      6. Biblische Prophezeiungen

      Gott „kann nicht lügen“ (Titus 1:2, Neues Leben). Was er voraussagt, trifft daher immer ein — dazu gehören auch die biblischen Voraussagen über das Ende der Welt von heute (Jesaja 55:11; Matthäus 24:3-14). Wer wird überleben? „Wer so handelt, wie Gott es will, wird für immer leben“ (1. Johannes 2:17, Neue Genfer Übersetzung).

      7. Weltliche Behörden

      Jesus sagte: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ (Markus 12:17, Einheitsübersetzung). Dem kommen Jehovas Zeugen nach, indem sie sich an die Gesetze ihres Landes halten, solange diese nicht den Gesetzen Gottes widersprechen (Apostelgeschichte 5:29; Römer 13:1-3).

      Zwei Frauen unterhalten sich über die Bibel

      „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:14)

      8. Missionstätigkeit

      Jesus sagte voraus, „diese gute Botschaft vom Königreich“ werde auf der ganzen Erde verkündet, bevor das Ende kommt (Matthäus 24:14). Für Zeugen Jehovas ist es eine Ehre, ihren Mitmenschen diese lebensrettende Botschaft zu bringen. Natürlich muss jeder selbst entscheiden, ob er sie annehmen möchte oder nicht. „Jeder, der wünscht, nehme Wasser des Lebens kostenfrei“, heißt es in der Bibel (Offenbarung 22:17).

      9. Taufe

      Getauft werden kann nur jemand, der sich nach einem gründlichen Studium der Bibel entschlossen hat, Gott als sein Zeuge dienen zu wollen (Hebräer 12:1). Durch das Untertauchen im Wasser wird gezeigt, dass man Gott versprochen hat, in Zukunft ganz für ihn zu leben (Matthäus 3:13, 16; 28:19).

      10. Unterscheidung zwischen Geistlichen und Laien

      „Ihr alle seid Brüder“, sagte Jesus zu seinen Nachfolgern (Matthäus 23:8, Neue Genfer Übersetzung). Bei den ersten Christen, darunter auch die Bibelschreiber, gab es keinen Klerus. Jehovas Zeugen halten sich an dieses biblische Vorbild.

      a Der Name „Jehova“ ist keine Erfindung von Jehovas Zeugen. Vor vielen Jahrhunderten wurde der Gottesname in zahlreichen Volkssprachen mit „Jehova“ wiedergegeben, zum Beispiel in Englisch und Deutsch. Heutzutage ersetzen ihn leider einige Bibelübersetzer mit Titeln wie „Gott“ und „Herr“ — eine große Respektlosigkeit gegenüber dem Autor der Bibel.

  • Ein Jurist nimmt Jehovas Zeugen unter die Lupe
    Erwachet! 2010 | August
    • Ein Jurist nimmt Jehovas Zeugen unter die Lupe

      „VON Zeugen Jehovas hatte ich kaum eine Ahnung“, erklärt Les Civin, Rechtsanwalt und Geschäftsführer einer Kanzlei in Südafrika. Was veranlasste ihn, sich mit ihren Glaubensansichten auseinanderzusetzen? Zu welchem Schluss kam er? Dazu äußerte er sich im Interview mit Erwachet!.

      Wo liegen Ihre religiösen Wurzeln?

      Ich bin jüdischer Abstammung. Anfang der 1970er-Jahre heiratete ich Carol, die der anglikanischen Kirche angehörte, aber nicht religiös war. Damals spielte Religion in unserem Leben keine Rolle. Als jedoch unser Sohn Andrew 8 Jahre alt war, meinte Carol, wir müssten ihm irgendeine religiöse Grundlage mitgeben. Ein Rabbiner erklärte mir, wenn Carol zum Judentum konvertiere, werde Andrew damit automatisch ein Jude und könne an seinem 13. Geburtstag seine Bar-Mizwa [jüdische Feier zum Erwerb der Religionsmündigkeit] feiern. Also besuchten wir von da an wöchentliche Konversionskurse in der Synagoge.

      Wie kamen Sie mit Jehovas Zeugen in Kontakt?

      Wenn die Zeugen an unsere Tür kamen, hab ich das Gespräch immer schnell abgebrochen mit dem Einwand: „Ich bin Jude und glaube nicht an das Neue Testament.“ Dann erzählte mir Carol, dass eine ihrer Bekannten eine Zeugin Jehovas sei und die Bibel sehr gut kenne. Carol fand, wir sollten die Bibel etwas besser kennenlernen. Widerwillig stimmte ich einem Bibelkurs mit Zeugen Jehovas zu.

      Wie sind Sie die Sache angegangen?

      Ich benahm mich ziemlich herablassend — hatte ich doch gerade mein jüdisches Erbe wiederentdeckt und glaubte, zum auserwählten Volk zu gehören. „Was können diese Leute mir schon beibringen!?“, dachte ich. Gleich im ersten Gespräch sagte ich zu dem Zeugen, der uns besuchte: „Ich bin als Jude geboren. Ich habe zu meiner Religion zurückgefunden und werde als Jude sterben. Was auch immer Sie mir sagen, es wird daran nichts ändern.“ Er akzeptierte das freundlich. Also gingen wir Freitag- und Montagabend zum jüdischen Konversionskurs und studierten am Sonntagmorgen mit den Zeugen (wenn ich mich nicht gerade davor drücken konnte). Nebenbei bemerkt, war ihr Unterricht kostenfrei, anders als in der Synagoge.

      Da ich glaubte, mit ihrer Bibelübersetzung würden die Zeugen nur ihre eigenen Ansichten stützen, gebrauchte ich meine jüdische — war dann aber überrascht, festzustellen, wie sehr die beiden Bibeln übereinstimmten. Das machte mich umso entschlossener, den Zeugen zu beweisen, dass sie keine Ahnung hatten, wovon sie sprachen.

      Nach einigen Stunden Unterricht mit dem Rabbi erklärte mir Carol, dass er ihrer Meinung nach seine Bibel nicht gut genug kannte. Sie machte mir klar, sie wolle an diesem Unterricht nicht mehr teilnehmen. Auch von Christus werde sie sich nicht lossagen. Ich war erschüttert und spielte mit dem Gedanken, mich scheiden zu lassen. Nach dem ersten Schreck entschied ich mich jedoch für eine andere Strategie: Ich wollte meine juristischen Fähigkeiten nutzen, um Carol zu beweisen, dass diese „schräge Sekte“ falsch lag.

      Und hatten Sie Erfolg?

      Ein Rabbi gab mir ein Buch, das die Prophezeiungen über den Messias zu widerlegen suchte. Carol und ich studierten es gemeinsam 18 Monate lang, setzten gleichzeitig aber auch den wöchentlichen Bibelkurs mit den Zeugen fort. Mit jeder in dem Buch genannten Voraussage, die wir untersuchten, wuchs jedoch mein Unbehagen. Anders als darin behauptet, wiesen die messianischen Prophezeiungen der Bibel übereinstimmend auf eine einzige Person hin: Jesus Christus. Die Voraussage in Daniel 9:24-27, nach der der Messias im Jahr 29 u. Z.a erscheinen würde, gab schließlich den Ausschlag. Der Zeuge besorgte mir eine Interlinearübersetzung, in der unter jedem hebräischen Wort das entsprechende englische stand. Ich prüfte den Wortlaut, rechnete die chronologischen Angaben selbst nach und kam zu dem Schluss: „Okay, die Prophezeiung weist auf das Jahr 29 u. Z. hin. Na und?“

      „In eben diesem Jahr wurde Jesus getauft“, sagte der Zeuge.

      Ich war sprachlos! Und es erstaunte mich, wie genau die biblischen Prophezeiungen sind und wie nahtlos sie ineinandergreifen.

      Wie haben Ihre Freunde reagiert?

      Einige machten sich echte Sorgen und wollten uns mit Leuten zusammenbringen, die uns nachweisen könnten, wir seien Opfer einer Gehirnwäsche geworden. Aber unsere Überzeugung basierte auf genauen Untersuchungen und logischer Argumentation — das komplette Gegenteil einer Gehirnwäsche.

      Was hat Sie veranlasst, ein Zeuge zu werden?

      Zunächst habe ich mit meiner Fraub, die mittlerweile eine Zeugin Jehovas geworden war, einige Gottesdienste im Königreichssaal besucht. Sehr beeindruckt hat mich die Freundlichkeit der Zeugen, auch ihre Liebe untereinander, unabhängig von der Hautfarbe. So etwas hatte ich in meinem Glauben nie erlebt. Nach rund 3 Jahren weiteren Studiums ließ ich mich dann taufen.

      Wie denken Sie heute über Ihre Entscheidung?

      Es ist mir eine Ehre, sagen zu können: „Ich bin ein Zeuge Jehovas.“ Wenn ich allerdings daran denke, wie sehr ich mich anfangs gegen die Wahrheit aus Gottes Wort gesträubt habe, denke ich manchmal, ich hätte all das Gute, was mir Jehova geschenkt hat, gar nicht verdient. Meine Entscheidung werde ich niemals bereuen.

      Sind Sie glücklich?

      Unbedingt. Ich bin dankbar, als Ältester, also als Seelsorger und Lehrer, in unserer Gemeinde anderen beistehen zu dürfen. Und mit meinem Fachwissen konnte ich schon die Rechtsabteilung im Zweigbüro der Zeugen Jehovas in Südafrika unterstützen. Das größte Geschenk überhaupt aber ist, dass ich Jehova und seinen Sohn kennenlernen durfte und dass mir klar geworden ist, was es mit den welterschütternden Ereignissen unserer Zeit auf sich hat.

      [Fußnoten]

      a Die Abkürzung steht für „unsere Zeitrechnung“. Mehr zur Prophezeiung Daniels über den Messias ist in dem Buch Was lehrt die Bibel wirklich?, Seite 197 zu finden (herausgegeben von Jehovas Zeugen).

      b Carol starb 1994 und Les Civin hat wieder geheiratet.

      [Herausgestellter Text auf Seite 11]

      Es erstaunte mich, wie genau die biblischen Prophezeiungen sind und wie nahtlos sie ineinandergreifen

  • Häufig gestellte Fragen
    Erwachet! 2010 | August
    • Häufig gestellte Fragen

      Warum reden manche schlecht über Jehovas Zeugen?

      Oft liegt es einfach daran, dass sie nicht richtig informiert sind. Dem einen oder anderen gefällt vielleicht auch ihre Missionsarbeit nicht. Warum gehen Jehovas Zeugen denn von Haus zu Haus? Weil ihnen ihre Mitmenschen sehr am Herzen liegen. Ihnen ist bewusst: „Jeder, der den Namen Jehovas anruft, wird gerettet werden“ (Römer 10:13).

      Sind Jehovas Zeugen Protestanten, Fundamentalisten oder eine „Sekte“?

      Jehovas Zeugen sind Christen, aber sie sind weder Protestanten noch Katholiken. Sie haben nämlich erkannt, dass sich einige Lehrmeinungen dieser Gemeinschaften nicht auf die Bibel stützen: so zum Beispiel, dass ein Gott, der durch und durch liebevoll ist, Menschen für immer und ewig in einer Feuerhölle quält oder dass der Mensch eine unsterbliche Seele hat. Genauso wenig lehrt die Bibel, dass Christen politisch aktiv werden sollten (Hesekiel 18:4; Johannes 15:19; 17:14; Römer 6:23).a

      „Fundamentalismus ist in den USA eine breite Bewegung im Protestantismus“, heißt es in der World Book Encyclopedia. Einige dieser Organisationen „vertreten soziale und politische Positionen, die auf einer wörtlichen Auslegung von Bibeltexten basieren“. Auf Jehovas Zeugen trifft diese Definition nicht zu. Wie schon erwähnt, halten sie sich aus politischen Angelegenheiten heraus. Auch drängen sie niemand ihre Ansichten auf — weder auf politischem Wege noch auf eine andere Art und Weise. Wie die ersten Christen suchen sie vielmehr das persönliche Gespräch und vertreten dabei ihren Standpunkt sachlich und logisch (Apostelgeschichte 19:8).

      Als „Sekte“ bezeichnet man Gemeinschaften, die sich von einer anderen Religionsgemeinschaft, einer Kirche, abgespalten haben. Jehovas Zeugen haben sich von keiner Kirche abgespalten, sind also schon von daher keine Sekte.

      Wie laufen ihre Gottesdienste ab?

      Eine Zusammenkunft von Jehovas Zeugen

      In ihren Zusammenkünften — zu denen jedermann herzlich eingeladen ist — stehen vor allem biblische Inhalte im Mittelpunkt; häufig erhalten die Anwesenden Gelegenheit, sich zu äußern. Die wöchentliche „Theokratische Predigtdienstschule“ zum Beispiel dient der Weiterbildung, etwa im öffentlichen Vorlesen, im Nachforschen und in der Lehrkompetenz. Es gibt auch 30-minütige Vorträge zu Themen, die besonders für Außenstehende interessant sind. Zumeist folgt dann ein Gruppenstudium der Bibel anhand der Zeitschrift Der Wachtturm. Zu Beginn und am Ende eines jeden Gottesdienstes wird ein Lied gesungen und ein Gebet gesprochen. Geld wird nicht gesammelt; weder Klingelbeutel noch Kollektenteller werden herumgereicht (2. Korinther 8:12).

      Wie finanzieren sich Jehovas Zeugen?

      Jemand spendet etwas

      Durch freiwillige Spenden. Für Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen oder andere Dienste werden keine Gebühren erhoben; auch gibt es weder Kirchensteuern noch einen Zehnten. Jeder, der etwas geben möchte, kann das in einen unauffällig platzierten Spendenkasten im Königreichssaal einwerfen. Die biblischen Schriften, die Jehovas Zeugen verwenden, stellen sie selbst her. Auch ihre zweckmäßig konstruierten Königreichssäle und Zweiggebäude werden in aller Regel von Freiwilligen errichtet. Auf diese Weise werden die Kosten niedrig gehalten.

      Lassen Zeugen Jehovas sich medizinisch behandeln?

      Ein Ehepaar im Gespräch mit dem Hausarzt

      Ja. Mehr noch, sie bemühen sich um die bestmögliche Heilbehandlung für sich und ihre Angehörigen. Nicht wenige Zeugen sind auch selbst auf dem medizinischen Sektor tätig — zum Beispiel als Krankenschwestern, Sanitäter, Ärzte oder Chirurgen. Eine Behandlungsmethode lehnen Zeugen Jehovas jedoch ab: Bluttransfusionen. Die Bibel fordert dazu auf, sich von Blut zu enthalten (Apostelgeschichte 15:28, 29). Interessanterweise halten immer mehr Mediziner fremdblutfreie Behandlungsmethoden für den „Goldstandard“, da viele durch Blutprodukte bedingte Gesundheitsrisiken vermieden werden können.

      a Die biblische Ansicht zu diesen und anderen wichtigen Themen finden Sie in dem Buch Was lehrt die Bibel wirklich?, herausgegeben von Jehovas Zeugen.

      HIER „HERRSCHT RELIGIÖSE TOLERANZ“

      Im Gemeindebezirk Bejucal de Ocampo im Süden Mexikos ist alles ein bisschen anders als anderswo: „Die überwiegende Mehrheit der Einwohner sind Zeugen; in der Bevölkerung und auch seitens der Behörden herrscht religiöse Toleranz“, erfährt man aus einem Bericht der Zeitung Excélsior. „Die Einwohner haben Trinkgelage und Zigaretten gegen Singen und Bibellesen eingetauscht. Und sie respektieren die Behörden.“

      Es gebe zwar verschiedene Konfessionen in der Gemeinde, „aber keine religiösen Konflikte oder Streit“, heißt es dort weiter. „Feindschaft hat hier keinen Platz. Die Menschen grüßen einander, auch wenn sie religiös verschieden orientiert sind. . . . Jede Familie bekennt ihren Glauben offen, und das steht einer gesellschaftlichen Integration nicht im Wege. Dass es so viele Zeugen Jehovas in Bejucal gibt, befremdet keinen.“ Ihren Kindern bescheinigt ein Lehrer, der kein Zeuge Jehovas ist, sie seien „gut gekleidet“, hätten „gute Noten“ und „ein gutes Benehmen“.

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