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  • Wer sind sie?
    Jehovas Zeugen im zwanzigsten Jahrhundert
    • Wer sind sie?

      Jehovas Zeugen haben den Wunsch, daß Sie etwas besser mit ihnen vertraut werden. Vielleicht haben Sie sie als Nachbarn und Arbeitskollegen oder sonstwie im täglichen Leben kennengelernt. Sie haben wahrscheinlich gesehen, wie sie auf der Straße Passanten ihre Zeitschriften anbieten. Vielleicht haben Sie auch kurz mit ihnen an Ihrer Tür gesprochen.

      Tatsächlich sind Jehovas Zeugen an Ihnen und an Ihrem Wohlergehen interessiert. Sie möchten gern Ihre Freunde sein und Ihnen etwas über sich selbst, ihren Glauben und ihre Organisation erzählen sowie darüber, wie sie über die Menschen allgemein und über die Welt, in der wir leben, denken. Zu diesem Zweck ist diese Broschüre für Sie geschrieben worden.

      Jehovas Zeugen sind fast in jeder Hinsicht Menschen wie alle anderen. Sie haben ihre Probleme — wirtschaftliche, physische und emotionale. Sie machen manchmal Fehler, denn sie sind weder vollkommen noch inspiriert oder unfehlbar. Sie versuchen aber, aus ihren Erfahrungen zu lernen, und beschäftigen sich viel mit der Bibel, um die nötigen Berichtigungen vorzunehmen. Sie haben sich Gott hingegeben, um seinen Willen zu tun, und sie bemühen sich, dementsprechend zu leben. Bei allem, was sie tun, suchen sie die Anleitung des Wortes Gottes und seines heiligen Geistes.

      Sie sehen es als sehr wichtig an, daß sich ihr Glaube auf die Bibel stützt und nicht lediglich auf menschlichen Spekulationen und religiösen Glaubensbekenntnissen beruht. Sie sind der gleichen Ansicht wie der Apostel Paulus, der unter Inspiration schrieb: „Gott werde als wahrhaftig befunden, wenn auch jeder Mensch als Lügner erfunden werde“ (Römer 3:4, Neue-Welt-Übersetzunga). In bezug auf Lehren, die ihnen als biblische Wahrheit dargeboten werden, handeln sie genauso, wie es die Beröer taten, als ihnen der Apostel Paulus predigte: „Sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese Dinge so verhielten“ (Apostelgeschichte 17:11). Jehovas Zeugen glauben, daß alle religiösen Lehren anhand der Bibel geprüft werden sollten, ganz gleich, ob es sich um Lehren handelt, die sie selbst vertreten, oder um die Lehren von jemand anders. Das ist auch die Grundlage für ein Gespräch mit Ihnen, zu dem Sie herzlich eingeladen sind.

      Die obigen Darlegungen haben bereits gezeigt, daß Jehovas Zeugen an die Bibel als das Wort Gottes glauben. Sie halten die 66 Bücher der Bibel für inspiriert und historisch genau. Den Teil, der normalerweise das Neue Testament genannt wird, bezeichnen sie als die Christlichen Griechischen Schriften, und das Alte Testament bezeichnen sie als die Hebräischen Schriften. Sie stützen sich sowohl auf die Griechischen als auch auf die Hebräischen Schriften und nehmen sie wörtlich, es sei denn, bestimmte Ausdrücke oder der Zusammenhang ließe deutlich erkennen, daß es sich um etwas Sinnbildliches oder Symbolisches handelt. Sie sind der Auffassung, daß sich viele Prophezeiungen der Bibel bereits erfüllt haben, daß andere in Erfüllung begriffen sind und weitere in Zukunft in Erfüllung gehen werden.

      IHR NAME

      Jehovas Zeugen? Ja, so bezeichnen sie sich. Dies ist ein beschreibender Name. Er läßt erkennen, daß sie über Jehova, seine Göttlichkeit und seine Vorsätze Zeugnis ablegen. Bezeichnungen wie „Gott“, „Herr“ und „Schöpfer“ sind Titel — ähnlich wie „Präsident“, „König“ und „General“ — und können auf verschiedene Personen angewandt werden. Aber „Jehova“ ist ein Eigenname und bezieht sich auf den allmächtigen Gott und Schöpfer des Universums. Das geht aus Psalm 83:18 hervor, wo es heißt: „Damit man erkenne, daß du, dessen Name Jehova ist, du allein, der Höchste bist über die ganze Erde.“

      Der Name Jehova (oder Jahwe, eine Schreibweise, die man in der katholischen Jerusalemer Bibel findet und die von einigen heutigen Gelehrten bevorzugt wird) erscheint in den ursprünglichen Hebräischen Schriften fast 7 000mal. In den meisten Bibeln ist dieser Name nicht enthalten. Dafür sind die Ersatzwörter „Gott“ oder „Herr“ eingesetzt worden. Doch selbst in solchen Bibeln kann man gewöhnlich erkennen, wo in den ursprünglichen Hebräischen Schriften der Name Jehova steht, denn an diesen Stellen sind die Ersatzbezeichnungen in Großbuchstaben und Kapitälchen gesetzt, zum Beispiel so: GOTT, HERR. Mehrere moderne Übersetzungen benutzen entweder den Namen Jehova oder den Namen Jahwe. Daher heißt es in der Neuen-Welt-Übersetzung in Jesaja 42:8: „Ich bin Jehova. Das ist mein Name.“

      Der Bibelbericht, dem Jehovas Zeugen ihren Namen entnommen haben, ist im 43. Kapitel des Buches Jesaja zu finden. Dort wird die Weltszene als ein Gerichtsverfahren dargestellt: Die Götter der Nationen werden aufgefordert, ihre Zeugen zu stellen, um ihre angebliche Gerechtigkeit zu beweisen, oder die Zeugen für Jehovas Seite anzuhören und die Wahrheit anzuerkennen. In diesem Zusammenhang sagt Jehova zu seinem Volk: „Ihr seid meine Zeugen, spricht Jehova, und mein Knecht, den ich erwählt habe: damit ihr erkennet und mir glaubet und einsehet, daß ich derselbe bin. Vor mir ward kein Gott gebildet, und nach mir wird keiner sein. Ich, ich bin Jehova, und außer mir ist kein Heiland“ (Jesaja 43:10, 11, Elberfelder Bibel, 1966).

      Jehova Gott hatte bereits während der Jahrtausende vor Christus Zeugen auf der Erde. In Hebräer, Kapitel 11 sind einige dieser Glaubensmänner aufgeführt. Dann heißt es in Hebräer 12:1 weiter: „Da wir denn von einer so großen Wolke von Zeugen umgeben sind, so laßt uns auch allen Ballast und die uns leicht umstrickende Sünde ablegen, und laßt uns in dem vor uns liegenden Wettlauf mit Ausharren laufen.“ Jesus sagte vor Pontius Pilatus: „Dazu bin ich geboren worden und dazu bin ich in die Welt gekommen, damit ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.“ Er wird als der „treue und wahrhaftige Zeuge“ bezeichnet (Johannes 18:37; Offenbarung 3:14). Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Ihr werdet Zeugen von mir sein sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Apostelgeschichte 1:8).

      Daher sind die mehr als 3 750 000 Personen, die heute die gute Botschaft von Jehovas messianischem Königreich in über 200 Ländern verkündigen, der Überzeugung, daß es angebracht ist, sich als Jehovas Zeugen zu bezeichnen.

  • Neuzeitliche Entwicklung und Wachstum
    Jehovas Zeugen im zwanzigsten Jahrhundert
    • Neuzeitliche Entwicklung und Wachstum

      In der Neuzeit traten Jehovas Zeugen vor etwas mehr als hundert Jahren in Erscheinung. Anfang der 1870er Jahre begannen einige Personen ein unauffälliges Bibelstudium in Allegheny (Pennsylvanien, USA), jetzt ein Teil von Pittsburgh. Charles Taze Russell war der Hauptinitiator der Gruppe. Im Juli des Jahres 1879 wurde die erste Ausgabe der Zeitschrift Zions Wacht-Turm und Verkünder der Gegenwart Christi in Englisch veröffentlicht. Bis zu Beginn der 1880er Jahre waren aus dieser kleinen Bibelstudiengruppe bereits Dutzende von Versammlungen in verschiedenen umliegenden Bundesstaaten hervorgegangen. Im Jahre 1881 wurde Zion’s Watch Tower Tract Society gegründet, und im Jahre 1884 wurde sie gesetzlich eingetragen. Russell war ihr Präsident. Später wurde der Name der Gesellschaft auf Watch Tower Bible and Tract Society abgeändert. Viele gaben von Haus zu Haus Zeugnis und boten biblische Schriften an. Im Jahre 1888 taten dies fünfzig Personen hauptamtlich — heute widmen weltweit etwa eine halbe Million Männer und Frauen ihre ganze Zeit dieser Tätigkeit.

      Bis zum Jahre 1909 hatte sich das Werk bereits auf andere Länder ausgedehnt, und das Hauptbüro der Gesellschaft wurde nach Brooklyn (New York), seinem gegenwärtigen Sitz, verlegt. In verschiedenen Zeitungen wurden Predigten veröffentlicht. Im Jahre 1913 wurden solche Predigten in vier verschiedenen Sprachen an etwa 3 000 Zeitungen in den Vereinigten Staaten, in Kanada und Europa versandt. Viele hundert Millionen Bücher, Broschüren und Traktate wurden verbreitet.

      Im Jahre 1912 begann die Arbeit am Photo-Drama der Schöpfung. Diapositive und Filme mit Tonuntermalung behandelten die Zeit von der Erschaffung der Erde bis zum Ende der Tausendjahrherrschaft Christi. 1914 begannen die Vorführungen; 35 000 sahen das Photo-Drama täglich. Es stellte eine Pionierleistung auf dem Gebiet des Tonfilms dar.

      DAS JAHR 1914

      Nun rückte eine entscheidende Zeit näher. Im Jahre 1876 hatte der Bibelforscher Charles Taze Russell den Artikel geschrieben: „Wann enden die Heidenzeiten?“ Dieser Artikel wurde in der Oktober-Ausgabe der in Brooklyn herausgegebenen Zeitschrift Bible Examiner veröffentlicht. Auf Seite 27 hieß es: „Die sieben Zeiten werden 1914 enden.“ Mit dem Ausdruck „Heidenzeiten“ ist die Zeitspanne gemeint, die Jesus als die „bestimmten Zeiten der Nationen“ bezeichnete (Lukas 21:24). 1914 gingen zwar nicht alle Erwartungen in Erfüllung, aber dieses Jahr kennzeichnete das Ende der Heidenzeiten und war ein Jahr von besonderer Bedeutung. Viele Historiker und Kommentatoren sind sich darin einig, daß das Jahr 1914 ein Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte war. Die folgenden Zitate bestätigen dies:

      „Das letzte vollständig ‚normale‘ Jahr in der Geschichte war das Jahr 1913, das Jahr vor Beginn des Ersten Weltkrieges“ (Times-Herald, Washington [D. C.] 13. März 1949).

      „Seit dem Jahre 1914 ist jedermann, der sich der Tendenzen der Welt bewußt ist, tief beunruhigt über das, was ihm wie ein schicksalhafter, vorbestimmter Marsch einem noch größeren Unheil entgegen erscheint. Viele ernst denkende Menschen haben das Gefühl, daß nichts getan werden könne, um den Sturz ins Verderben zu verhüten“ (Bertrand Russell, The New York Times Magazine, 27. September 1953).

      „Die ganze Welt geriet durch den Ersten Weltkrieg aus den Fugen, und wir wissen immer noch nicht, warum. Vorher dachten die Menschen, Utopia sei in Sicht. Es herrschten Frieden und Wohlstand. Dann ging alles in Rauch auf. Seitdem sind wir in einem Zustand der Bewußtlosigkeit ... In unserem Jahrhundert sind mehr Menschen getötet worden als in der ganzen Menschheitsgeschichte zuvor“ (Dr. Walker Percy, American Medical News, 21. November 1977).

      Über 50 Jahre nach 1914 schrieb der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer: „Seit 1914 führen die Menschen kein sicheres und ruhiges Leben mehr“ (The West Parker, Cleveland [Ohio], 20. Januar 1966).

      Der erste Präsident der Wachtturm-Gesellschaft, C. T. Russell, starb im Jahre 1916. Sein Nachfolger wurde im darauffolgenden Jahr Joseph F. Rutherford. Viele Veränderungen fanden statt. Eine Begleitzeitschrift des Wachtturms, Das Goldene Zeitalter, wurde eingeführt. (Diese Zeitschrift wird jetzt Erwachet! genannt und hat eine Auflage von etwa 12 000 000 Exemplaren in über 50 Sprachen.) Es wurde nun mehr Nachdruck auf die Zeugnistätigkeit von Tür zu Tür gelegt. Um sich von den Glaubensgemeinschaften der Christenheit zu unterscheiden, nahmen diese Christen im Jahre 1931 den Namen „Jehovas Zeugen“ an, der sich auf Jesaja 43:10-12 stützt.

      In den 1920er und 1930er Jahren wurde ausgiebig vom Rundfunk Gebrauch gemacht. Im Jahre 1933 benutzte die Gesellschaft 403 Rundfunkstationen, um biblische Vorträge auszustrahlen. Später wurden Rundfunkvorträge hauptsächlich durch vermehrte Hausbesuche ersetzt, die Jehovas Zeugen mit Hilfe von tragbaren Grammophonen durchführten, auf denen sie Schallplattenvorträge abspielten. Zeigte jemand Interesse, so richteten sie ein Heimbibelstudium ein.

      SIEGE VOR GERICHT

      In den 30er und 40er Jahren wurden viele Zeugen aufgrund ihrer Tätigkeit verhaftet. Zur Wahrung der Rede-, Presse-, Versammlungs- und Religionsfreiheit führten sie zahlreiche Rechtskämpfe. In den USA brachten 43 Berufungsverfahren vor dem Obersten Gerichtshof Siege für Jehovas Zeugen ein. Von hohen Gerichten in anderen Ländern wurden ebenfalls günstige Urteile gefällt. In bezug auf diesen siegreichen Rechtskampf schrieb Professor C. S. Braden in seinem Buch These Also Believe über Jehovas Zeugen: „Durch ihren Kampf für die Bewahrung ihrer bürgerlichen Rechte haben sie der Demokratie einen Dienst erwiesen, denn sie haben sehr dazu beigetragen, diese Rechte für jede Minderheitsgruppe in Amerika zu sichern.“

      BESONDERE SCHULUNGSPROGRAMME

      J. F. Rutherford starb im Jahre 1942. Ihm folgte N. H. Knorr als Präsident. Ein gut abgestimmtes Schulungsprogramm begann. Im Jahre 1943 wurde eine besondere Schule zur Ausbildung von Missionaren gegründet, Wachtturm-Bibelschule Gilead genannt. Von da an sind Absolventen dieser Schule in über 140 Länder der Erde ausgesandt worden. Auf diese Weise sind Versammlungen in Ländern entstanden, in denen es bis dahin keine gegeben hatte, und es konnten inzwischen über 90 Zweigbüros in verschiedenen Ländern eingerichtet werden. Von Zeit zu Zeit werden besondere Kurse zur Schulung von Versammlungsältesten, von freiwilligen Mitarbeitern in den Zweigbüros und von Personen, die (als Pioniere) ihre ganze Zeit im Zeugniswerk einsetzen, durchgeführt.

      N. H. Knorr starb im Jahre 1977. Eine der letzten organisatorischen Änderungen, an denen er vor seinem Tod einen Anteil hatte, war die Erweiterung der leitenden Körperschaft, die ihren Sitz in der Weltzentrale in Brooklyn hat. Im Jahre 1976 wurde die administrative Verantwortung für das weltweite Werk auf verschiedene Komitees aufgeteilt, die sich aus Gliedern der leitenden Körperschaft zusammensetzen. Jedes der 12 Glieder (im Jahre 1989) der leitenden Körperschaft hat seit mehr als 45 Jahren seine ganze Zeit dem Zeugniswerk gewidmet.

      AUSDEHNUNG DER DRUCKEREIEN

      Die neuzeitliche Geschichte der Zeugen Jehovas ist voller dramatischer Ereignisse. Aus der kleinen Bibelstudiengruppe, die es 1870 in Pennsylvanien gab, sind bis zum Jahre 1989 in der ganzen Welt über 60 000 Versammlungen der Zeugen Jehovas geworden. Zuerst wurden alle Schriften von kommerziellen Firmen gedruckt. Im Jahre 1920 stellten dann die Zeugen einige Schriften in gemieteten Fabrikgebäuden selbst her. Doch vom Jahre 1927 an wurden weit mehr Schriften in dem achtstöckigen Druckereigebäude in Brooklyn (New York) hergestellt, das der Watchtower Bible and Tract Society of New York, Inc. gehört. Die Druckerei ist inzwischen auf sieben Gebäude und einen großen Bürokomplex erweitert worden. Unweit davon stehen in Brooklyn andere Gebäude, in denen die etwa 3 000 Mitarbeiter wohnen, die in der Druckerei tätig sind. Außerdem gibt es in der Nähe von Wallkill im nördlichen Teil des Staates New York eine Farm mit einer Druckerei, wo ungefähr 1 000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Dort werden die Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! gedruckt und Nahrungsmittel für die 4 000 freiwilligen Mitarbeiter produziert. Jeder dieser Mitarbeiter erhält monatlich eine kleine Zuwendung zur Deckung persönlicher Ausgaben.

      INTERNATIONALE KONGRESSE

      Im Jahre 1893 fand in Chicago der erste größere Kongreß statt. 360 Personen waren anwesend, und 70 neue Gläubige wurden getauft. Der letzte einzelne große internationale Kongreß fand im Jahre 1958 in New York statt. Für diesen Zweck wurden das Yankee-Stadion und die damals noch bestehenden Polo Grounds gemietet. Es war eine Höchstzahl von 253 922 Anwesenden zu verzeichnen; 7 136 Personen wurden getauft. Seither sind internationale Kongresse in Form von Kongreßserien in verschiedenen Ländern abgehalten worden. Heutzutage schließen solche internationale Kongreßserien etwa 1 000 Veranstaltungen in über 80 Ländern ein.

      [Herausgestellter Text auf Seite 6]

      Erste Filme mit Tonuntermalung

      [Herausgestellter Text auf Seite 7]

      Ein Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte

      [Herausgestellter Text auf Seite 8]

      Den bürgerlichen Freiheiten einen Dienst erwiesen

      [Bild auf Seite 6]

      „Der Wachtturm“ stieg von 6 000 Exemplaren in einer Sprache auf etwa 14 000 000 in über 100 Sprachen

      [Bilder auf Seite 10]

      Druckerei in Wallkill (New York) ...

      ... und in Brooklyn (New York)

  • Was glauben sie?
    Jehovas Zeugen im zwanzigsten Jahrhundert
    • Was glauben sie?

      Jehovas Zeugen glauben an den allmächtigen Gott Jehova, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Schon allein das Vorhandensein der bis ins einzelne ausgeklügelten Wunder des Universums spricht dafür, daß alles von einem äußerst intelligenten und mächtigen Schöpfer hervorgebracht wurde. Genauso, wie die Werke von Menschen die Eigenschaften ihrer Urheber widerspiegeln, so ist es auch bei den Werken Jehovas. Die Bibel berichtet uns, daß Gottes ‘unsichtbare Eigenschaften seit Erschaffung der Welt deutlich gesehen werden, da sie durch die gemachten Dinge wahrgenommen werden’. Auch heißt es von den Himmeln, daß sie ohne Stimme oder Worte ‘die Herrlichkeit Gottes verkünden’ (Römer 1:20; Psalm 19:1-4).

      Menschen formen Tongefäße oder stellen Fernsehgeräte und Computer nicht ohne Zweck her. Die Erde mit ihren pflanzlichen und tierischen Schöpfungswerken ist weit wunderbarer als das, was der Mensch hervorgebracht hat. Der Aufbau des menschlichen Körpers mit seinen Milliarden von Zellen geht über unsere Verstandeskraft hinaus. Schon allein das Gehirn, mit dem wir denken, ist unvorstellbar kompliziert! Wenn schon Menschen mit ihren verhältnismäßig unbedeutenden Erfindungen eine Absicht verfolgen, so verfolgte gewiß auch Jehova Gott eine Absicht mit seinen ehrfurchteinflößenden Schöpfungswerken. Dies wird in Sprüche 16:4 bestätigt: „Alles hat Jehova zu seinem Zweck gemacht.“

      Daß Jehova die Erde zu einem bestimmten Zweck erschuf, geht auch aus seinen Worten an das erste Menschenpaar hervor: „Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde ..., und haltet euch die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel untertan und jedes lebende Geschöpf, das sich auf der Erde regt“ (1. Mose 1:28). Die ersten Menschen wurden aber ungehorsam und erfüllten daher nicht ihren Auftrag, die Erde mit gerechten Familien zu füllen, die sich liebevoll der Erde und ihrer Pflanzen und Tiere annehmen würden. Doch ihr Versagen brachte Jehovas Vorsatz nicht zum Scheitern. Jahrtausende später wurden folgende Worte niedergeschrieben: „Gott, der Bildner der Erde ..., [erschuf] sie nicht einfach umsonst.“ Er erschuf sie, „damit sie auch bewohnt werde“. Sie soll nicht vernichtet werden, nein, „die Erde ... bleibt immer bestehen“ (Jesaja 45:18; Prediger 1:4, Luther). Jehovas ursprüngliche Absicht mit der Erde wird verwirklicht werden, denn er sichert uns zu: „Mein eigener Beschluß wird bestehen, und alles, was mir gefällt, werde ich tun“ (Jesaja 46:10).

      Jehovas Zeugen glauben daher, daß die Erde immer bestehen wird und daß alle — die Lebenden und die Toten —, die mit dem Vorsatz Jehovas in bezug auf eine verschönerte, bewohnte Erde im Einklang sind, darauf ewig leben können. Alle Menschen haben von Adam und Eva die Unvollkommenheit ererbt und sind daher Sünder (Römer 5:12). Die Bibel sagt uns: „Der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod.“ „Die Lebenden sind sich bewußt, daß sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt.“ „Die Seele, die sündigt — sie selbst wird sterben“ (Römer 6:23; Prediger 9:5; Hesekiel 18:4, 20). Wie wird es denn möglich sein, daß die Toten wieder leben, um der irdischen Segnungen teilhaftig zu werden? Nur durch das Loskaufsopfer Christi Jesu, denn er sagte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer Glauben an mich ausübt, wird zum Leben kommen, auch wenn er stirbt.“ „Alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, [werden] seine Stimme hören und herauskommen“ (Johannes 11:25; 5:28, 29; Matthäus 20:28).

      Wie wird dies möglich sein? Die Antwort darauf ist in der „guten Botschaft vom Königreich“ enthalten, die Jesus auf der Erde zu verkündigen begann (Matthäus 4:17-23). Heute predigen Jehovas Zeugen die gute Botschaft aber auf eine ganz besondere Weise.

      [Übersicht auf Seite 13]

      WAS JEHOVAS ZEUGEN GLAUBEN

      GLAUBENSLEHRE BIBLISCHE BEWEISE

      Die Bibel ist Gottes Wort und 2. Tim. 3:16, 17;

      ist Wahrheit 2. Pet. 1:20, 21; Joh. 17:17

      Die Bibel ist zuverlässiger als Mat. 15:3; Kol. 2:8

      die Überlieferung

      Der Name Gottes ist Jehova Ps. 83:18; Jes. 26:4; 42:8;

      2. Mo. 6:3

      Christus ist der Sohn Gottes und Mat. 3:17; Joh. 8:42; 14:28; 20:17;

      steht unter ihm 1. Kor. 11:3; 15:28

      Christus war der Anfang der Kol. 1:15; Offb. 3:14

      Schöpfung Gottes

      Christus starb nicht an einem Gal. 3:13; Apg. 5:30

      Kreuz, sondern an einem Pfahl

      Christus gab sein menschliches Mat. 20:28; 1. Tim. 2:5, 6;

      Leben als Lösegeld für die Tit. 2:14; 1. Pet. 2:24

      gehorsamen Menschen dahin

      Christi Opfer genügte Röm. 6:10; Heb. 9:25-28

      Christus wurde als unsterbliche 1. Pet. 3:18; Röm. 6:9;

      Geistperson von den Toten Offb. 1:17, 18

      auferweckt

      Christus kommt zum zweiten Male Joh. 14:19; Mat. 24:3;

      „im Geiste“ 2. Kor. 5:16; Ps. 110:1, 2

      Christus wird durch das Königreich Jes. 9:6, 7; 11:1-5;

      eine gerechte und friedliche Dan. 7:13, 14; Mat. 6:10

      Herrschaft über die Erde ausüben

      Das Königreich führt ideale Ps. 72:1-4; Offb. 7:9, 10, 13-17;

      Lebensbedingungen herbei 21:3, 4

      Die Erde wird nie zerstört oder Pred. 1:4; Jes. 45:18;

      entvölkert werden Ps. 78:69

      Gott wird das gegenwärtige System Offb. 16:14, 16; Zeph. 3:8;

      der Dinge in der Schlacht von Dan. 2:44; Jes. 34:2

      Har–Magedon vernichten

      Die Bösen werden für ewig Mat. 25:41-46;

      vernichtet werden 2. Thes. 1:6-9

      Menschen, die Gott billigt, Joh. 3:16; 10:27, 28; 17:3;

      werden ewiges Leben empfangen Mar. 10:29, 30

      Es gibt nur einen Weg zum Mat. 7:13, 14; Eph. 4:4, 5

      Leben

      Wir leben in der Zeit des Endes Mat. 24:3-14; 2. Tim. 3:1-5;

      Luk. 17:26-30

      Der Mensch stirbt wegen der Röm. 5:12; 6:23

      Sünde Adams

      Wenn der Tod eintritt, hört die Hes. 18:4; Pred. 9:10;

      Menschenseele zu existieren auf Ps. 6:5; 146:4; Joh. 11:11-14

      Die Hölle ist das allgemeine Grab Hiob 14:13;

      der Menschheit Offb. 20:13, 14, Scofield Bibel

      Die Auferstehung ist die Hoffnung 1. Kor. 15:20-22;

      für die Toten Joh. 5:28,29; 11:25, 26

      Der adamische Tod wird aufhören 1. Kor. 15:26; Offb. 21:4;

      Jes. 25:8; 1. Kor. 15:54

      Nur eine kleine Herde von 144 000 Luk. 12:32; Offb. 14:1, 3;

      kommt in den Himmel und regiert 1. Kor. 15:40-53;

      mit Christus Offb. 5:9, 10

      Die 144 000 werden als geistige 1. Pet. 1:23; Joh. 3:3;

      Söhne Gottes wiedergeboren Offb. 7:3, 4

      Der neue Bund wurde mit dem Jer. 31:31; Heb. 8:10-13

      geistigen Israel geschlossen

      Christi Versammlung ist auf Eph. 2:20; Jes. 28:16;

      ihm aufgebaut Mat. 21:42

      Gebete müssen an Jehova durch Joh. 14:6, 13, 14;

      Christus gerichtet werden 1. Tim. 2:5

      Es dürfen keine Bilder bei der 2. Mo. 20:4, 5; 3. Mo. 26:1;

      Anbetung verwendet werden 1. Kor. 10:14; Ps. 115:4-8

      Christen müssen den Spiritismus 5. Mo. 18:10-12;

      meiden Gal. 5:19-21; 3. Mo. 19:31

      Satan ist der unsichtbare 1. Joh. 5:19; 2. Kor. 4:4;

      Herrscher der Welt Joh. 12:31

      Ein Christ darf sich nicht an 2. Kor. 6:14-17; 11:13-15;

      interkonfessionellen Bewegungen Gal. 5:9; 5. Mo. 7:1-5

      beteiligen

      Ein Christ muß sich von der Welt Jak. 4:4; 1. Joh. 2:15;

      getrennt halten Joh. 15:19; 17:16

      Ein Christ sollte allen Mat. 22:20, 21;

      menschlichen Gesetzen, die mit den 1. Pet. 2:12; 4:15

      göttlichen Gesetzen nicht in

      Widerspruch stehen, gehorchen

      Blutaufnahme durch den Mund oder 1. Mo. 9:3, 4; 3. Mo. 17:14;

      auf intravenöse Weise verletzt Apg. 15:28, 29

      das Gesetz Gottes

      Man muß den biblischen 1. Kor. 6:9, 10; Heb. 13:4;

      Sittengesetzen gehorchen 1. Tim. 3:2; Spr. 5:1-23

      Das Sabbatgebot galt nur den 5. Mo. 5:15; 2. Mo. 31:13;

      Juden, es hörte zusammen mit Röm. 10:4; Gal. 4:9, 10;

      dem Gesetz Mose zu bestehen auf Kol. 2:16, 17

      Eine Geistlichen-Klasse und Mat. 23:8-12; 20:25-27;

      besondere Titel sind unbiblisch Hiob 32:21, 22

      Der Mensch hat sich nicht Jes. 45:12; 1. Mo. 1:27

      entwickelt, sondern er wurde

      erschaffen

      Christi Dienst für Gott ist ein 1. Pet. 2:21; Heb. 10:7;

      Beispiel für Christen, das sie Joh. 4:34; 6:38

      nachahmen müssen

      Die Taufe durch völliges Mar. 1:9, 10; Joh. 3:23;

      Untertauchen im Wasser Apg. 19:4, 5

      symbolisiert die Hingabe an Gott

      Christen müssen die biblische Röm. 10:10; Heb. 13:15;

      Wahrheit öffentlich bezeugen Jes. 43:10-12

      [Bild auf Seite 12]

      DIE ERDE ... von Jehova erschaffen ... vom Menschen gepflegt ... für immer bewohnt

      [Bildnachweis]

      Foto: NASA

  • Die „gute Botschaft“, von der sie Ihnen erzählen möchten
    Jehovas Zeugen im zwanzigsten Jahrhundert
    • Die „gute Botschaft“, von der sie Ihnen erzählen möchten

      Als Jesus auf der Erde war, wurde er von seinen Jüngern gefragt: „Was wird das Zeichen deiner Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge sein?“ Er antwortete darauf, daß es Kriege geben werde, in die viele Nationen hineingezogen würden, ferner Hungersnöte, Seuchen, Erdbeben, zunehmende Gesetzlosigkeit und falsche religiöse Lehrer, die viele irreführen würden. Auch würden seine wahren Nachfolger gehaßt und verfolgt werden, und in vielen Menschen werde die Liebe zur Gerechtigkeit erkalten. Wenn diese Dinge anfangen würden zu geschehen, so sei dies ein Anzeichen für Christi unsichtbare Gegenwart und für die Nähe des himmlischen Königreiches. Das wäre tatsächlich eine gute Botschaft! Jesus fügte daher folgende Worte als Bestandteil des Zeichens hinzu: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:3-14).

      Die Weltereignisse der letzten Jahrzehnte waren an sich schlecht, doch sie sind ein Anzeichen für etwas Gutes, nämlich für Christi Gegenwart. Jesus sagte daher: „Wenn ... diese Dinge zu geschehen anfangen, dann richtet euch auf und hebt eure Häupter empor, denn eure Befreiung naht“ (Lukas 21:28). Diese Dinge begannen in dem weithin angekündigten Jahr 1914 zu geschehen. Dieses Jahr kennzeichnete das Ende der Heidenzeiten und den Beginn einer Zeitspanne des Übergangs von der Menschenherrschaft zur Tausendjahrherrschaft Jesu Christi.

      Daß es eine solche Übergangszeit geben sollte, geht aus den ersten beiden Versen des 110. Psalms hervor sowie aus Offenbarung 12:7-12. Dort wird gezeigt, daß Christus bis zur Zeit seines zweiten Kommens zur Rechten Gottes im Himmel sitzen würde. Dann sollte im Himmel ein Krieg stattfinden. Satan würde zur Erde hinabgeworfen, was für diese ein Wehe bedeutete, und Christus würde für eine Zeitspanne von nicht mehr als einer Generation inmitten seiner Feinde herrschen. Das vollständige Ende des Bösen soll durch eine „große Drangsal“ herbeigeführt werden, die im Krieg von Har-Magedon gipfeln und der die tausendjährige Friedensherrschaft Christi folgen wird (Matthäus 24:21, 33, 34; Offenbarung 16:14-16).

      „Dieses aber erkenne“, sagt die Bibel, „daß in den letzten Tagen kritische Zeiten dasein werden, mit denen man schwer fertig wird. Denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, anmaßend, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, nicht loyal, ohne natürliche Zuneigung, für keine Übereinkunft zugänglich, Verleumder, ohne Selbstbeherrschung, brutal, ohne Liebe zum Guten, Verräter, unbesonnen, aufgeblasen vor Stolz, die Vergnügungen mehr lieben als Gott, die ein Form der Gottergebenheit haben, sich aber hinsichtlich deren Kraft als falsch erweisen; und von diesen wende dich weg“ (2. Timotheus 3:1-5). Einige mögen nun einwenden, daß solche Zustände auch schon in früheren Zeiten geherrscht haben.

      Wie jedoch Historiker und Kommentatoren bestätigen, hat es auf der Erde noch nie eine Zeit gegeben wie die Zeit, die wir seit 1914 erleben. Die Probleme sind viel umfassender als früher. Außerdem sind heute noch andere Merkmale des Zeichens Christi für die letzten Tage zu sehen, die in Betracht gezogen werden sollten: Die weltweite Verkündigung der Gegenwart Christi und seines Königreiches hat noch nie dagewesene Ausmaße angenommen. Noch nie sind Christen wegen des Predigens so sehr verfolgt worden wie Jehovas Zeugen. Hunderte von ihnen wurden in Hitlers Konzentrationslagern hingerichtet. Noch heute sind Jehovas Zeugen in vielen Ländern verboten, und in anderen werden sie verhaftet, eingesperrt, gefoltert und getötet. All das ist ein Bestandteil des Zeichens, das Jesus gab.

      Wie in Offenbarung 11:18 vorhergesagt, sind ‘die Nationen zornig’ über Jehovas treue Zeugen geworden, und das zeigt, daß Jehova bald seinen ‘eigenen Zorn’ gegen diese Nationen zum Ausdruck bringen wird. In dem gleichen Schrifttext heißt es, Gott werde ‘die verderben, die die Erde verderben’. Noch nie zuvor hat es eine Zeit gegeben, in der die Erhaltung des Lebens auf der Erde bedroht war. Doch heute warnen viele Wissenschaftler, daß die Erde unbewohnbar wird, wenn der Mensch sie weiterhin so verschmutzt. Jehova hat die Erde aber ‘gebildet, damit sie bewohnt werde’, und er wird die Verschmutzer beseitigen, bevor sie die Erde völlig verderben (Jesaja 45:18).

      IRDISCHE SEGNUNGEN UNTER DEM KÖNIGREICH

      Der Gedanke daran, daß Menschen hier auf der Erde als Untertanen des Königreiches Gottes leben werden, mag vielen Bibelgläubigen, die denken, alle erretteten Menschen kämen in den Himmel, fremd sein. Die Bibel zeigt jedoch, daß nur eine begrenzte Anzahl Menschen in den Himmel kommen und daß diejenigen, die für immer auf der Erde leben werden, eine große Volksmenge von unbegrenzter Zahl sein werden (Offenbarung 14:1-5; 7:9; Psalm 37:11, 29). Daß Gottes Königreich unter Christus sich über die ganze Erde erstrecken und darüber herrschen wird, geht aus einer Prophezeiung des Bibelbuches Daniel hervor.

      Christi Königreich wird darin als ein Stein dargestellt, der der mit einem Berg verglichenen Souveränität Jehovas entstammt. Er trifft und zerstört ein Standbild, das mächtige Nationen der Erde versinnbildlicht, und wird ‘zu einem großen Berg und erfüllt die ganze Erde’. Weiter heißt es in der Prophezeiung: „In den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird. Und das Königreich selbst wird an kein anderes Volk übergehen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen“ (Daniel 2:34, 35, 44).

      Über dieses Königreich und die biblisch begründete Hoffnung auf ewiges Leben auf einer gereinigten und verschönerten Erde möchten ihnen Jehovas Zeugen erzählen. Millionen jetzt lebender Menschen und viele Millionen, die in den Gräbern liegen, werden die Gelegenheit erhalten, auf dieser gereinigten Erde ewiges Leben zu erlangen. Dann, unter der Tausendjahrherrschaft Christi Jesu, wird die Absicht verwirklicht werden, die Jehova ursprünglich mit der Erschaffung der Erde und des ersten Menschenpaares verfolgte. Dieses irdische Paradies wird nie langweilig werden. Genauso, wie Adam im Garten Eden Arbeit zu tun bekam, so werden die Menschen auch dann interessante Aufgaben in Verbindung mit dem Bebauen der Erde und mit der Sorge für die Pflanzen- und die Tierwelt darauf erhalten. „Die Früchte ihrer Arbeit sollen sie selbst genießen“ (Jesaja 65:22, Die Gute Nachricht, 1977; 1. Mose 2:15).

      Es könnten viele Schriftstellen angeführt werden, um die Zustände zu beschreiben, die herrschen werden, wenn das Gebet, das Jesus uns lehrte, erhört wird: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:10). Dieser eine Text möge jedoch genügen: „Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: ‚Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.‘ Und der, der auf dem Thron saß, sprach: ‚Siehe! Ich mache alle Dinge neu.‘ Auch sagt er: ‚Schreibe, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr‘ “ (Offenbarung 21:3-5).

      [Herausgestellter Text auf Seite 15]

      „Kritische Zeiten ..., mit denen man schwer fertig wird“, ABER: „Eure Befreiung naht“

  • Wie sie die Botschaft verkündigen
    Jehovas Zeugen im zwanzigsten Jahrhundert
    • Wie sie die Botschaft verkündigen

      Christus gab seinen Nachfolgern den Auftrag: „Macht Jünger aus Menschen aller Nationen.“ Das bedeutet aber nicht, daß sie Druck ausüben oder andere mit Gewalt bekehren sollten. Jesu Auftrag lautete, „den Sanftmütigen gute Botschaft kundzutun“, „die zu verbinden, die gebrochenen Herzens sind“, und „zu trösten alle Trauernden“ (Matthäus 28:19; Jesaja 61:1, 2; Lukas 4:18, 19). Jehovas Zeugen bemühen sich, dies zu tun, indem sie die in der Bibel dargelegte gute Botschaft verkündigen. Wie der Prophet Hesekiel in alter Zeit, so bemühen sich auch Jehovas Zeugen heute, diejenigen zu finden, die „seufzen und stöhnen über all die Abscheulichkeiten, die ... getan werden“ (Hesekiel 9:4).

      Die bekannteste Methode, die sie anwenden, um diejenigen zu finden, die wegen der gegenwärtigen Verhältnisse bekümmert sind, ist ihre Tätigkeit von Haus zu Haus. Auf diese Weise unternehmen sie positive Anstrengungen, um die Öffentlichkeit zu erreichen, geradeso wie Jesus es tat, als er ‘von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zog, wobei er predigte und die gute Botschaft vom Königreich Gottes verkündete’. Seine ersten Jünger gingen ebenso vor (Lukas 8:1; 9:1-6; 10:1-9). Heute bemühen sich Jehovas Zeugen, wenn möglich mehrmals im Jahr an jeder Haustür vorzusprechen und mit den Wohnungsinhabern ein paar Minuten über ein Thema von lokalem oder internationalem Interesse zu sprechen. Ein oder zwei Schriftstellen mögen besprochen werden, und wenn der Wohnungsinhaber Interesse zeigt, mag der Zeuge einen weiteren Besuch für eine passende Zeit vereinbaren, um das Gespräch fortzusetzen. Es werden Bibeln und bibelerklärende Schriften angeboten, und wenn der Wohnungsinhaber wünscht, wird unentgeltlich ein Heimbibelstudium durchgeführt. Im Jahre 1988 wurden auf diese Weise in der ganzen Welt durchschnittlich etwa 3 250 000 Bibelstudien regelmäßig durchgeführt.

      Eine andere Möglichkeit, „die gute Botschaft vom Königreich“ zu verkündigen, ergibt sich durch die Zusammenkünfte, die die Zeugen wöchentlich in ihren Königreichssälen abhalten. In einer Zusammenkunft wird ein öffentlicher Vortrag über ein Thema von allgemeinem Interesse gehalten und danach ein biblisches Thema oder eine Prophezeiung studiert. Dabei dient die Zeitschrift Der Wachtturm als Quellenmaterial. In einer anderen Zusammenkunft findet eine Schule statt, in der Jehovas Zeugen geholfen wird, bessere Verkündiger der guten Botschaft zu werden, und anschließend daran wird das Zeugniswerk im Gebiet der Versammlung besprochen. Außerdem kommen die Zeugen einmal wöchentlich in kleinen Gruppen in Privatwohnungen zum Bibelstudium zusammen.

      Alle diese Zusammenkünfte stehen Außenstehenden offen. Es finden keine Kollekten statt. Solche Zusammenkünfte sind für alle nützlich. Die Bibel sagt: „Laßt uns aufeinander achten und uns zur Liebe und zu guten Taten anspornen. Laßt uns nicht unseren Zusammenkünften fernbleiben, wie es einigen zur Gewohnheit geworden ist, sondern ermuntert einander, und das um so mehr, als ihr seht, daß der Tag naht.“ Privates Studieren und Forschen ist notwendig, aber das Zusammenkommen mit anderen ist anregend: „Eisen wird an Eisen geschliffen; so schleift einer den Charakter des andern“ (Hebräer 10:24, 25; Sprüche 27:17, Einheitsübersetzung).

      Jehovas Zeugen nehmen auch gern Gelegenheiten wahr, über die gute Botschaft zu sprechen, wenn sie im täglichen Leben mit anderen in Berührung kommen. Sie mögen einige Worte mit Nachbarn oder einem Mitreisenden (z. B. im Bus oder Flugzeug) wechseln, ein längeres Gespräch mit einem Bekannten oder einem Verwandten führen oder sich mit einem Arbeitskollegen in der Mittagspause unterhalten. Jesus gab bei vielen solchen Gelegenheiten Zeugnis — wenn er am Strand entlangging, an einem Bergabhang saß, bei jemandem zu Gast war, an einer Hochzeit teilnahm oder sich in einem Fischerboot auf dem Galiläischen Meer befand. Er lehrte in den Synagogen und im Tempel in Jerusalem. Wo immer er war, fand er Gelegenheiten, über Gottes Königreich zu sprechen. Jehovas Zeugen bemühen sich, auch in dieser Hinsicht Jesu Fußstapfen zu folgen (1. Petrus 2:21).

      DURCH EIN GUTES VORBILD PREDIGEN

      Keine dieser Methoden, die gute Botschaft zu verkündigen, würde Ihnen etwas bedeuten, würde nicht der, der sie verkündigt, die Lehren auf sich selbst anwenden. Etwas zu sagen, aber etwas anderes zu tun ist Heuchelei, und aufgrund von religiöser Heuchelei haben sich bereits Millionen von der Bibel abgewandt. Der Bibel wird jedoch zu Unrecht die Schuld gegeben. Die Schriftgelehrten und Pharisäer hatten die Hebräischen Schriften, aber Jesus verurteilte sie als Heuchler. Er erwähnte, daß sie aus dem Gesetz Mose vorlasen, und sagte dann zu seinen Jüngern: „Alles daher, was sie euch sagen, tut und haltet, aber handelt nicht nach ihren Taten, denn sie sagen es wohl, aber handeln nicht entsprechend“ (Matthäus 23:3). Ein Christ kann durch ein vorbildliches Leben mehr sagen als durch stundenlanges Predigen. Darauf wurden christliche Frauen hingewiesen, die ungläubige Ehemänner hatten: „[Sie mögen] durch den Wandel ihrer Frauen ohne ein Wort gewonnen werden ..., weil sie Augenzeugen eures keuschen Wandels, verbunden mit tiefem Respekt, gewesen sind“ (1. Petrus 3:1, 2).

      Daher bemühen sich Jehovas Zeugen, die gute Botschaft auch dadurch zu empfehlen, daß sie in ihrem Verhalten als Christen vorbildlich sind. Sie versuchen, andere so zu behandeln, wie sie selbst gern behandelt werden möchten (Matthäus 7:12). Sie bemühen sich, zu allen Menschen gut zu sein, nicht nur zu ihren Glaubensbrüdern, ihren Freunden, ihren Nachbarn oder ihren Verwandten. Da sie unvollkommen sind, gelingt ihnen dies nicht immer 100prozentig. Doch ist es ihr Herzenswunsch, allen Menschen Gutes zu tun, nicht nur, indem sie ihnen von der guten Botschaft vom Königreich erzählen, sondern auch, indem sie anderen helfen, wann immer es möglich ist (Jakobus 2:14-17).

      [Herausgestellter Text auf Seite 21]

      Ohne ein Wort gewonnen

      [Bilder auf Seite 20]

      Königreichssäle, praktisch in der Gestaltung, sind Stätten zum Bibelstudium

      [Bilder auf Seite 22]

      In ihrer eigenen Familie sowie im Umgang mit anderen bemühen sich die Zeugen aufrichtig, das anzuwenden, was sie anderen predigen

  • Der praktische Nutzen der „guten Botschaft“ für die Allgemeinheit
    Jehovas Zeugen im zwanzigsten Jahrhundert
    • Der praktische Nutzen der „guten Botschaft“ für die Allgemeinheit

      In der heutigen Welt hören wir oft die Meinung: „Die Grundsätze des Christentums sind nicht zweckmäßig. Sie lassen sich in der heutigen komplexen Gesellschaft nicht anwenden.“ In einer Unterhaltung zwischen dem Hinduführer Mohandas K. Gandhi und dem früheren britischen Vizekönig von Indien, Lord Irwin, kam jedoch eine ganz andere Ansicht zum Ausdruck. Lord Irwin fragte Gandhi, wie sich seiner Ansicht nach die Probleme zwischen Großbritannien und Indien lösen ließen. Gandhi nahm eine Bibel in die Hand, schlug das 5. Kapitel des Matthäusevangeliums auf und sagte: „Wenn sich Ihr Land und mein Land, gestützt auf die Lehren, die Christus in dieser Bergpredigt festlegte, verständigen würden, dann wären nicht nur die Probleme unserer Länder, sondern auch die Probleme der ganzen Welt gelöst.“

      In dieser Predigt ist davon die Rede, daß man geistige Dinge suchen, mild gesinnt, friedsam und barmherzig sein und Gerechtigkeit lieben solle. Sie verurteilt nicht nur Mord, sondern auch Haßgefühle, nicht nur Ehebruch, sondern auch unsittliche Gedanken. Sie wendet sich gegen unverantwortliche Ehescheidungen, durch die Familien auseinandergerissen werden und unter denen Kinder zu leiden haben. Sie sagt uns sinngemäß: „Liebt auch die, die euch nicht mögen, gebt den Bedürftigen, hört auf, andere unbarmherzig zu richten, behandelt andere so, wie ihr selbst behandelt werden möchtet.“ Würde man all diese Ratschläge anwenden, so hätte dies großartige Ergebnisse zur Folge. Je mehr Menschen sie anwenden würden, desto besser sähe es in Ihrer Nachbarschaft aus.

      Jehovas Zeugen üben einen Einfluß in dieser Richtung aus. Die Bibel lehrt sie, die Ehe in Ehren zu halten. Sie erziehen ihre Kinder nach rechten Grundsätzen. Sie heben die Bedeutung der Familie hervor. Vereinte Familien sind ein Gewinn für die Gemeinde, ja für den ganzen Staat. Die Geschichte ist voll von Beispielen, die zeigen, daß Weltmächte zerfielen, wenn die Familienbande geschwächt wurden und die Unmoral zunahm. Je mehr Einzelpersonen und Familien sich von Jehovas Zeugen beeinflussen lassen, nach christlichen Grundsätzen zu leben, desto weniger Pflichtvergessenheit, Unmoral und Kriminalität wird es geben.

      Eines der großen Probleme, die Gemeinden und Nationen plagen, sind Rassenvorurteile. Der Apostel Petrus sagte: „Bestimmt merke ich, daß Gott nicht parteiisch ist, sondern daß für ihn in jeder Nation der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar ist.“ Und Paulus schrieb: „Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist weder männlich noch weiblich; denn ihr alle seid e i n e r in Gemeinschaft mit Christus Jesus“ (Apostelgeschichte 10:34, 35; Galater 3:28). Jehovas Zeugen akzeptieren das. In ihrer Weltzentrale, in den Zweigbüros und in den Versammlungen leben und arbeiten Menschen aller Rassen zusammen.

      Ein ständiges Problem in Afrika besteht darin, daß gewisse Stämme nicht zusammensein können, ohne daß Streitigkeiten ausbrechen. Auf den Kongressen der Zeugen Jehovas dort kommen jedoch Angehörige vieler verschiedener Stämme zusammen. Sie haben gemeinsame Mahlzeiten, gemeinsame Unterkünfte und üben ihre Anbetung gemeinsam aus. Unter ihnen herrscht völlige Harmonie und ein herzliches Einvernehmen. Regierungsbeamte sind überrascht, wenn sie das beobachten. Ein Beispiel für die vereinigende Kraft wahren Christentums wurde in der New Yorker Zeitschrift Amsterdam News vom 2. August 1958 angeführt. Es handelte sich dabei um den bereits erwähnten internationalen Kongreß, auf dem sich über eine viertel Million Menschen versammelten. Wörtlich hieß es:

      „Neger, Weiße und Orientalen aller Stände und Länder freuten sich gemeinsam und verkehrten ungezwungen miteinander. ... Die Zeugen aus 120 Ländern haben friedlich und in Einheit Gott angebetet und den Amerikanern gezeigt, wie leicht es ist. ... Der Kongreß ist ein leuchtendes Beispiel dafür, daß die Menschen einträchtig leben und arbeiten können.“

      Viele mögen behaupten, daß sich die Grundsätze des Christentums in der heutigen Welt nicht mehr anwenden lassen. Doch was soll oder wird sonst funktionieren? Die christlichen Grundsätze können von echtem Wert sein, wenn man sie jetzt auf das Zusammenleben mit anderen anwendet, und sie werden die Grundlage für die Vereinigung aller ‘Nationen und Stämme’ sein, wenn Gottes Königreich über die Menschheit regiert (Offenbarung 7:9, 10).

      [Herausgestellter Text auf Seite 24]

      Menschen aller Rassen und Hautfarben arbeiten zusammen

      [Herausgestellter Text auf Seite 24]

      Das Christentum ist anwendbar. Was hat sonst funktioniert?

  • Ihre weltweite Organisation und ihr Werk
    Jehovas Zeugen im zwanzigsten Jahrhundert
    • Ihre weltweite Organisation und ihr Werk

      Das Zeugniswerk in den über 200 Ländern, in denen es durchgeführt wird, ist stufenweise organisiert. Die leitende Körperschaft in der Weltzentrale in Brooklyn (New York) beaufsichtigt das Werk. Sie sendet jedes Jahr Beauftragte in 15 oder mehr „Zonen“ in der ganzen Welt aus, die mit den Vertretern der Zweigbüros in jeder Zone Besprechungen durchführen. In jedem Zweigbüro gibt es ein aus drei bis sieben Personen bestehendes Zweigkomitee, das das Werk in den Ländern beaufsichtigt, die seinem Zuständigkeitsbereich unterstehen. Viele Zweigbüros haben eigene Druckereien; einige davon arbeiten mit Rotationsmaschinen. Das Land oder das Gebiet, für das ein Zweigbüro zuständig ist, ist in Bezirke aufgegliedert, und diese Bezirke wiederum sind in Kreise unterteilt. Jeder Kreis umfaßt etwa 20 Versammlungen. Ein Bezirksaufseher besucht die Kreise in seinem Bezirk turnusgemäß. Für jeden Kreis wird zweimal im Jahr ein Kongreß veranstaltet. Es gibt auch einen Kreisaufseher, und dieser besucht jede Versammlung in seinem Kreis gewöhnlich zweimal im Jahr. Bei diesen Besuchen hilft er den Zeugen, das Predigtwerk im Gebiet der Versammlung zu organisieren und durchzuführen.

      Die Ortsversammlung mit ihrem Königreichssaal ist das Zentrum, von wo aus die gute Botschaft in Ihrer Nachbarschaft verkündigt wird. Das Gebiet, für das eine Versammlung zuständig ist, ist in kleinere Gebiete aufgeteilt, und diese werden an die einzelnen Zeugen ausgegeben, die sich bemühen, die Menschen darin zu besuchen und mit ihnen zu sprechen. In jeder Versammlung — ganz gleich, ob sie nur aus wenigen oder aus fast 200 Zeugen besteht — gibt es Älteste, die sich verschiedener Pflichten annehmen. Jeder einzelne Verkündiger der guten Botschaft ist in der Organisation der Zeugen Jehovas wichtig. Jeder Zeuge, ganz gleich, ob er in der Weltzentrale, in einem Zweigbüro oder in einer Versammlung dient, beteiligt sich an der Verkündigung von Gottes Königreich.

      Berichte über diese Tätigkeit erreichen schließlich die Weltzentrale, und darauf wird ein Jahrbuch zusammengestellt und veröffentlicht. Auch wird jedes Jahr in der Wachtturm-Ausgabe vom 1. Januar eine Tabelle veröffentlicht. Diese beiden Publikationen enthalten ausführliche Berichte darüber, was Jehovas Zeugen während eines Jahres in bezug auf das Zeugnisgeben für Jehova und sein Königreich unter Christus Jesus erreicht haben. Aus dem Jahrbuch 1989 geht hervor, daß im Jahre 1988 9 201 071 Zeugen und interessierte Personen bei der jährlichen Feier zum Gedenken an den Tod Jesu anwesend waren. Während des Dienstjahres 1988 verwandten Jehovas Zeugen über 785 000 000 Stunden auf die Verkündigung der guten Botschaft, und 239 268 neue Zeugen wurden getauft. Hunderte von Millionen Schriften wurden verbreitet.

  • Fragen, die oft von interessierten Personen gestellt werden
    Jehovas Zeugen im zwanzigsten Jahrhundert
    • Fragen, die oft von interessierten Personen gestellt werden

      Manche Fragen werden häufiger gestellt als andere. Einige davon werden im folgenden kurz behandelt.

      Wenn Gott Liebe ist, warum läßt er dann das Böse zu?

      Gott läßt das Böse zu, und Millionen Menschen auf der Erde verüben es willentlich. Zum Beispiel erklären sie Kriege, werfen auf Kinder Bomben ab, verseuchen die Erde und verursachen Hungersnöte. Millionen rauchen und bekommen Lungenkrebs, treiben Ehebruch und werden geschlechtskrank, trinken zuviel und bekommen Leberzirrhose usw. Solche Personen wünschen in Wirklichkeit gar nicht, daß alles Böse beseitigt wird. Sie möchten nur den Folgen des Bösen entgehen. Wenn sie ernten, was sie gesät haben, jammern sie: „Warum ich?“ Und sie geben dann Gott die Schuld, wie Sprüche 19:3 zeigt: „Die Torheit verdirbt dem Menschen den Weg, und dann grollt sein Herz gegen den Herrn“ (Einheitsübersetzung). Hätte Gott ihrem bösen Treiben Einhalt geboten, dann hätten sie sich beschwert, sie seien ihrer Freiheit beraubt worden.

      Jehova läßt das Böse hauptsächlich zu, um Satans Herausforderung zu beantworten. Satan, der Teufel, sagte, Gott könne keine Menschen auf der Erde haben, die ihm unter Prüfung treu blieben (Hiob 1:6-12; 2:1-10). Jehova läßt Satan bestehen, um ihm die Gelegenheit zu geben, seine Behauptung zu beweisen. (Vergleiche 2. Mose 9:16.) Satan bringt heute weiter Böses über die Menschen, um sie zu veranlassen, sich gegen Gott zu wenden, wodurch seine Behauptung bestätigt würde (Offenbarung 12:12). Hiob jedoch bewahrte seine Lauterkeit. Auch Jesus tat es. Und heute tun es wahre Christen ebenfalls (Hiob 27:5; 31:6; Matthäus 4:1-11; 1. Petrus 1:6, 7).

      Ich würde gern an ein irdisches Paradies glauben, in dem Menschen für immer leben können. Doch ist das nicht zu schön, um wahr zu sein?

      Nicht gemäß der Bibel. Es erscheint nur deswegen zu schön, um wahr zu sein, weil die Menschheit seit Jahrhunderten das Böse kennt. Jehova erschuf die Erde und gebot den Menschen, sie mit gerechten Männern und Frauen zu füllen, die sich der Pflanzen und Tiere gut annehmen und die Schönheit der Erde bewahren würden, statt sie zu zerstören. (Siehe Seite 12 und 17.) Das verheißene Paradies ist nicht zu schön, um wahr zu sein, sondern der gegenwärtige beklagenswerte Zustand ist zu schlecht, um weiterzubestehen. Das Paradies wird ihn ersetzen.

      Der Glaube an diese Verheißung hat nichts mit Leichtgläubigkeit zu tun. „Der Glaube [folgt] auf das Gehörte.“ Wenn wir Gottes Wort studieren, erkennen wir seine Weisheit, und unser Glaube wächst (Römer 10:17; Hebräer 11:1).

      Was kann ich Spöttern entgegnen, die behaupten, die Bibel sei ein Märchenbuch und unwissenschaftlich?

      Die biblische Archäologie bestätigt zum großen Teil die geschichtliche Genauigkeit der Bibel. Die exakte Wissenschaft ist mit der Bibel in Übereinstimmung. Folgende Tatsachen waren in der Bibel enthalten, lange bevor weltliche Gelehrte sie entdeckten: die Reihenfolge der einzelnen Phasen, die die Erde in ihrer Entwicklung durchmachte; daß die Erde rund ist; daß sie frei im Raum schwebt und daß Zugvögel wandern (1. Mose, Kapitel 1; Jesaja 40:22; Hiob 26:7; Jeremia 8:7).

      Erfüllte Prophezeiungen beweisen, daß die Bibel von Gott inspiriert ist. Daniel sagte den Aufstieg und Niedergang von Weltmächten voraus sowie die Zeit, wann der Messias kommen und wann er zu Tode gebracht werde (Daniel, Kapitel 2 und 8; 9:24-27). Auch heute sind Prophezeiungen in Erfüllung begriffen, und sie kennzeichnen unsere Zeit als die „letzten Tage“ (2. Timotheus 3:1-5; Matthäus, Kapitel 24). Ein solches Vorherwissen liegt nicht in der Macht des Menschen (Jesaja 41:23). Weitere Beweise sind in den Wachtturm-Publikationen Die Bibel — Gottes oder Menschenwort? und Das Leben — Wie ist es entstanden? Durch Evolution oder durch Schöpfung? zu finden.

      Wie kann ich die Fähigkeit erlangen, biblische Fragen zu beantworten?

      Sie müssen die Bibel studieren und darüber nachsinnen und gleichzeitig Gott bitten, Sie durch seinen Geist zu leiten (Sprüche 15:28; Lukas 11:9-13). „Wenn es also einem von euch an Weisheit fehlt, so bitte er Gott unablässig, denn er gibt allen großmütig und ohne Vorwürfe zu machen; und sie wird ihm gegeben werden“ (Jakobus 1:5). Außerdem gibt es biblische Hilfsmittel, die man zu Rate ziehen kann. Gewöhnlich braucht man auch Hilfe von anderen, wie es bei dem Äthiopier der Fall war, mit dem Philippus studierte (Apostelgeschichte 8:26-35). Jehovas Zeugen führen mit interessierten Personen unentgeltlich Bibelstudien in ihrer Wohnung durch. Sie dürfen diesen Dienst gern in Anspruch nehmen.

      Warum sind so viele Leute gegen Jehovas Zeugen und warnen davor, mit ihnen zu studieren?

      Viele leisteten dem Predigtwerk Jesu Widerstand, und er sagte, auch seine Nachfolger hätten Widerstand zu erwarten. Als einige von Jesu Art zu lehren beeindruckt waren, sagten religiöse Gegner zu ihnen: „Ihr seid doch nicht etwa auch irregeführt worden? Es glaubt doch niemand von den Vorstehern oder den Pharisäern an ihn?“ (Johannes 7:46-48; 15:20). Viele, die davor warnen, mit Jehovas Zeugen zu studieren, sind entweder unwissend oder voreingenommen. Wir empfehlen Ihnen, mit den Zeugen zu studieren und sich selbst zu überzeugen, ob Sie ein besseres biblisches Verständnis erhalten oder nicht (Matthäus 7:17-20).

      Warum sprechen Jehovas Zeugen bei Menschen vor, die bereits eine Religion haben?

      Sie folgen dabei dem Beispiel Jesu. Er ging zu den Juden. Die Juden hatten ihre eigene Religion, aber in mancher Hinsicht wich sie vom Worte Gottes ab (Matthäus 15:1-9). Alle Nationen haben irgendeine Religion, sei es ein „christliche“ oder eine „nichtchristliche“. Es ist sehr wichtig, einen Glauben zu haben, der mit Gottes eigenem Wort in Übereinstimmung ist, und die Bemühungen der Zeugen, anderen dabei zu helfen, sind ein Zeichen von Nächstenliebe.

      Glauben die Zeugen, daß sie allein den wahren Glauben haben?

      Jeder, der seinen Glauben ernst nimmt, sollte ihn für den wahren halten. Warum sollte man sonst dafür eintreten? Christen werden ermahnt: „Vergewissert euch aller Dinge; haltet an dem fest, was vortrefflich ist“ (1. Thessalonicher 5:21). Man sollte sich vergewissern, ob sich seine Glaubensansichten auf die Heilige Schrift stützen, denn es gibt nur einen wahren Glauben. Das wird in Epheser 4:5 bestätigt: „[Da ist] e i n Herr, e i n Glaube, e i n e Taufe.“ Jesus stimmte nicht mit der modernen, großzügigen Ansicht überein, viele Wege, viele Religionen, führten zur Rettung. Statt dessen sagte er: „Eng ist das Tor und eingeengt der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden.“ Jehovas Zeugen glauben, daß sie ihn gefunden haben. Sonst würden sie sich nach einer anderen Religion umsehen (Matthäus 7:14).

      Glauben sie, daß nur sie gerettet werden?

      Nein. Viele Millionen Menschen, die in vergangenen Jahrhunderten lebten und die keine Zeugen Jehovas waren, werden auferstehen und die Gelegenheit erhalten, Leben zu erlangen. Viele von denen, die heute leben, mögen noch vor der „großen Drangsal“ für Wahrheit und Gerechtigkeit eintreten, und auch sie werden gerettet werden. Außerdem warnte Jesus davor, andere zu richten. Wir sehen nur das Äußere; Gott aber sieht das Herz. Er kann alles genau beurteilen und ist ein barmherziger Richter. Er hat das Gericht Jesus Christus übertragen, nicht uns (Matthäus 7:1-5; 24:21).

      Welche finanziellen Beiträge werden von denen erwartet, die die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas besuchen?

      Über Geldspenden sagte der Apostel Paulus: „Jeder tue so, wie er es in seinem Herzen beschlossen hat, nicht widerwillig oder aus Zwang, denn Gott liebt einen fröhlichen Geber“ (2. Korinther 9:7). In den Königreichssälen und auf den Kongressen der Zeugen Jehovas werden keine Kollekten eingesammelt. Es werden Spendenkästen aufgestellt, so daß jeder, der kann und möchte, etwas spenden kann. Niemand weiß, was andere geben. Einige können mehr geben als andere; manche können vielleicht überhaupt nichts geben. Jesus wies auf die richtige Ansicht hin, als er sich einmal über den Schatzkasten im Tempel und über die, die etwas hineinwarfen, äußerte: Ausschlaggebend ist, ob jemand in der Lage ist, etwas zu geben, und das Motiv des Gebens, nicht die Höhe des gespendeten Betrages (Lukas 21:1-4).

      Wenn ich ein Zeuge Jehovas würde, müßte ich dann genauso predigen wie sie?

      Wenn man von der Erkenntnis über das verheißene irdische Paradies unter dem Königreich Christi erfüllt ist, hat man einfach den Wunsch, darüber zu sprechen. Ihnen wird es genauso gehen. Schließlich ist es eine gute Botschaft (Apostelgeschichte 5:41, 42).

      Dadurch, daß man dies tut, beweist man, daß man ein Jünger Jesu Christi ist. In der Bibel wird Jesus als der „treue und wahrhaftige Zeuge“ bezeichnet. Als er auf der Erde war, predigte er: „Das Königreich der Himmel hat sich genaht.“ Auch sandte er seine Jünger aus, das gleiche zu tun (Offenbarung 3:14; Matthäus 4:17; 10:7). Später gebot Jesus seinen Nachfolgern: „Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen ..., und lehrt sie.“ Er sagte auch voraus, daß — bevor das Ende kommt — „diese gute Botschaft vom Königreich ... auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden [wird], allen Nationen zu einem Zeugnis“ (Matthäus 28:19, 20; 24:14).

      Es gibt viele Möglichkeiten, die gute Botschaft zu verkündigen. Oft ergibt sich durch ein Gespräch mit Freunden und Bekannten die Gelegenheit dazu. Einige tun es, indem sie Briefe schreiben oder das Telefon benutzen. Andere schicken an Bekannte Literatur über ein Thema, von dem sie denken, daß es sie besonders interessiert. Da die Zeugen niemand übersehen wollen, gehen sie mit der Botschaft auch von Tür zu Tür.

      Die Bibel enthält folgende von Herzen kommende Einladung: „Der Geist und die Braut sagen fortwährend: ‚Komm!‘ Und jeder, der es hört, sage: ‚Komm!‘ Und jeder, den dürstet, komme; jeder, der wünscht, nehme Wasser des Lebens kostenfrei“ (Offenbarung 22:17). Wer anderen von der paradiesischen Erde und ihren Segnungen erzählt, sollte dies freiwillig tun, von Herzen und von dem Wunsch erfüllt, andere an der guten Botschaft teilhaben zu lassen.

      Wir sind davon überzeugt, daß Sie noch weitere Fragen über Jehovas Zeugen und ihre Glaubensansichten haben, vielleicht sogar einige strittige Fragen. Wir sind gern bereit, Ihnen diese zu beantworten. In dieser Broschüre ist der Platz begrenzt; wir ermuntern Sie daher, Jehovas Zeugen an Ihrem Wohnort zu fragen, entweder in ihrem Königreichssaal oder wenn sie Sie zu Hause besuchen. Sie können ihre Fragen aber auch an die Wachtturm-Gesellschaft richten. Schreiben Sie an das nächstgelegene Zweigbüro. Die Anschriften sind unten angeführt.

  • Unsere Einladung an Sie
    Jehovas Zeugen im zwanzigsten Jahrhundert
    • Unsere Einladung an Sie

      Wir haben uns gefreut, daß wir durch die Seiten dieser Broschüre zu Ihnen sprechen konnten, und wir hoffen, daß auch Sie sich gefreut haben, etwas mehr über Jehovas Zeugen zu erfahren. Nehmen Sie bitte unsere Einladung an, uns in unserem Königreichssaal am Ort zu besuchen. Erleben Sie, wie unsere Zusammenkünfte durchgeführt werden. Erleben Sie selbst, wie wir uns bemühen, anderen die gute Botschaft von einer paradiesischen Erde unter dem Königreich Christi zu übermitteln.

      Gott hat es verheißen. „Es [gibt] neue Himmel und eine neue Erde, die wir gemäß seiner Verheißung erwarten, und in diesen wird Gerechtigkeit wohnen“ (2. Petrus 3:13). Seitdem sind neunzehnhundert Jahre vergangen. Die Zeit des Wartens geht nun zu Ende. Die Weltverhältnisse zeigen dies deutlich. Jetzt rückt die Erfüllung der Verheißung Jesu näher: „Wenn aber diese Dinge zu geschehen anfangen, dann richtet euch auf und hebt eure Häupter empor, denn eure Befreiung naht“ (Lukas 21:28).

      „Laßt uns aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken“, schrieb der Apostel Paulus, „indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben, ... und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht“ (Hebräer 10:24, 25). Unsere Einladung an Sie lautet daher: Beherzigen Sie den Rat des Paulus, und kommen Sie mit uns zusammen!

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