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Die Methoden: Alle Möglichkeiten zu predigen werden ausgeschöpftGottes Königreich regiert!
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13, 14. Wie nutzte man den Rundfunk zur Verbreitung der guten Botschaft? (Siehe auch „Das Programm des WBBR“ und „Ein denkwürdiger Kongress“.)
13 Rundfunk. In den 20er-Jahren lief die Vorführung des „Photo-Dramas“ allmählich aus, doch nun bot sich der Rundfunk als wirksames Mittel an, die gute Botschaft vom Königreich bekannt zu machen. Am 16. April 1922 hielt Bruder Rutherford in der Metropolitan Opera in Philadelphia (Pennsylvania) eine historische Rundfunkansprache. Seinen Vortrag „Millionen jetzt Lebender werden nie sterben“ hörten schätzungsweise 50 000 Menschen. 1923 wurde dann erstmals ein Kongressprogramm ausgestrahlt. Man entschied sich dafür, künftig nicht nur kommerzielle Sender zu nutzen, sondern auch eine eigene Rundfunkstation einzurichten. Sie wurde auf Staten Island (New York) gebaut und unter dem Namen WBBR eingetragen. Am 24. Februar 1924 ging von dort aus die erste Sendung über den Äther.
1922 hörten schätzungsweise 50 000 Menschen den Rundfunkvortrag „Millionen jetzt Lebender werden nie sterben“
14 Den Zweck des WBBR beschrieb Der Wacht-Turm vom 15. Januar 1925 wie folgt: „Wir glauben, dass der Rundfunk bis jetzt der sparsamste und wirksamste Weg ist, die Botschaft der Wahrheit auszubreiten.“ Weiter hieß es: „Wenn der Herr es für passend hält, dass wir weitere Radiostationen für die Ausbreitung der Wahrheit bauen, so wird er das Geld auf seine eigene gute Weise beschaffen“ (Ps. 127:1). 1926 besaß man 6 Rundfunkstationen. 2 davon standen in den Vereinigten Staaten: WBBR in New York und WORD bei Chicago. Die anderen 4 befanden sich in Kanada, und zwar in Alberta, Britisch-Kolumbien, Ontario und Saskatchewan.
15, 16. (a) Wie reagierten kanadische Geistliche auf unsere Sendungen? (b) Wie ergänzten sich die Rundfunkvorträge und der Haus-zu-Haus-Dienst?
15 Die großflächige Ausstrahlung der biblischen Wahrheit blieb der Geistlichkeit nicht verborgen. Bruder Albert Hoffman, der die Rundfunkstation in Saskatchewan gut kannte, berichtete: „Immer mehr Menschen erfuhren von den Bibelforschern [heute Jehovas Zeugen]. Bis zum Jahr 1928 wurde ein großartiges Zeugnis gegeben. Doch schließlich verloren alle kanadischen Stationen der Bibelforscher auf Betreiben der Kirche ihre Lizenz.“
16 Danach ließ man in Kanada jedoch von kommerziellen Sendern weiter Bibelvorträge ausstrahlen (Mat. 10:23). Um die Einschaltquoten zu erhöhen, wurde eine Liste dieser Sender im Wacht-Turm und im Goldenen Zeitalter (heute Erwachet!) abgedruckt. So konnten die Verkündiger bei ihrer Tätigkeit von Haus zu Haus die Leute anregen, sich diese Sendungen anzuhören. Welche Wirkung hatte das? Im Bulletin vom Januar 1931 stand zu lesen: „Die Nutzung des Rundfunks hat den Brüdern echten Auftrieb für das Predigen von Tür zu Tür gegeben. Es sind viele Berichte über Zuhörer eingegangen, die nach einem Vortrag von Bruder Rutherford nur zu gern die angebotenen Bücher entgegennahmen.“ Das Bulletin bezeichnete die Rundfunksendungen und den Dienst von Haus zu Haus als „die beiden großen Bereiche der Öffentlichkeitsarbeit innerhalb der Organisation des Herrn“.
17, 18. Welche Rolle spielte der Rundfunk in späteren Jahren?
17 In den 30er-Jahren regte sich Widerstand dagegen, dass wir kommerzielle Rundfunksender nutzten. Ende 1937 passte man sich der veränderten Situation an und konzentrierte sich mehr auf den Dienst von Tür zu Tür.a Dennoch spielte der Rundfunk weiter eine wichtige Rolle dabei, die Botschaft vom Königreich in entfernte oder politisch isolierte Teile der Welt dringen zu lassen. Von 1951 bis 1991 beispielsweise brachte ein Westberliner Sender regelmäßig Bibelvorträge, die man in der DDR hören konnte. Von 1961 an strahlte ein Rundfunksender in Surinam (Südamerika) mehr als 30 Jahre lang landesweit jede Woche eine 15-minütige biblische Sendung aus. Von 1969 bis 1977 produzierte man über 350 Sendungen mit dem Thema „Die ganze Schrift ist nützlich“. Sie wurden von 291 Rundfunkstationen in 48 US-Bundesstaaten ausgestrahlt. 1996 standen „Antworten auf Ihre Fragen zur Bibel“ wöchentlich auf dem Programm eines Rundfunksenders in Apia, der Hauptstadt des südpazifischen Inselstaates Samoa.
18 Ende des 20. Jahrhunderts spielte der Rundfunk keine entscheidende Rolle mehr für die Verbreitung der guten Botschaft. Doch es bahnte sich eine technische Neuerung an, durch die man eine Leserschaft ungeahnten Ausmaßes erreichen kann.
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