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‘Verteidigung und gesetzliche Befestigung der guten Botschaft’Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes
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Wo sich Schwierigkeiten ergeben, können Älteste am Ort mit Behördenvertretern eine Lösung ausarbeiten. Jehovas Zeugen weigern sich standhaft, um eine Erlaubnis zu ersuchen, das von Gott gebotene Werk zu verrichten, und die Verfassung der Vereinigten Staaten garantiert — gestützt durch Entscheidungen des Obersten Bundesgerichts — Religions- und Pressefreiheit, die nicht die Entrichtung einer Gebühr voraussetzen. Jehovas Zeugen haben aber Verständnis für die Angst der Menschen und können sich nötigenfalls damit einverstanden erklären, die Polizei zu benachrichtigen, bevor sie mit ihrer Tätigkeit in einem bestimmten Gebiet beginnen. Falls jedoch kein annehmbarer Kompromiß zu erzielen ist, erläutert ein Anwalt aus der Zentrale der Gesellschaft den örtlichen Behörden auf schriftlichem Wege das Werk der Zeugen Jehovas sowie das Verfassungsrecht, das ihr Recht zu predigen stützt, und ihre Möglichkeit, dieses Recht auf Bundesebene durch Schadenersatzklagen gegen die Stadtgemeinde und ihre Behörden geltend zu machen.f
In einigen Ländern erweist es sich sogar als nötig, zur Sicherung grundlegender Freiheiten, die lange als selbstverständlich galten, vor Gericht zu gehen. Das war 1976 und auch 1983 in Finnland der Fall. Angeblich um eine Ruhestörung zu vermeiden, wurden in vielen Städten Verordnungen erlassen, mit denen religiöse Betätigungen verboten wurden, die Besuche von Haus zu Haus einschlossen. In Loviisa und in Rauma wurde jedoch vor Gericht darauf hingewiesen, daß das Predigen von Haus zu Haus ein Bestandteil der Religion der Zeugen Jehovas ist und die Regierung diese Methode des Evangelisierens genehmigt hatte, als sie die Statuten der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas bewilligte. Weiter wurde ausgeführt, daß viele Menschen die Besuche der Zeugen begrüßen und es eine Beschränkung der Freiheit wäre, eine solche Tätigkeit zu verbieten, nur weil sie nicht von jedem geschätzt werde. Nach dem erfolgreichen Abschluß dieser Fälle hoben viele Ortschaften und Städte ihre Verordnung wieder auf.
Das Verfassungsrecht mitgestaltet
Die Tätigkeit der Zeugen Jehovas hat in einigen Ländern wesentlich zur Gestaltung des Rechts beigetragen. Jeder amerikanische Jurastudent weiß nur zu gut, was Jehovas Zeugen in den Vereinigten Staaten zur Verteidigung der Bürgerrechte beigetragen haben. An das Ausmaß ihres Beitrages erinnern Artikel wie „Was das Verfassungsrecht den Zeugen Jehovas zu verdanken hat“ (erschienen in der Minnesota Law Review vom März 1944) und „Ein Katalysator für die Entwicklung des Verfassungsrechts: Jehovas Zeugen vor dem Obersten Bundesgericht“ (veröffentlicht in der University of Cincinnati Law Review, 1987).
Ihre Gerichtsfälle bilden einen bedeutenden Teil des amerikanischen Rechts, was die Religions-, Rede- und Pressefreiheit angeht. Diese Fälle haben nicht nur zur Wahrung der Grundrechte der Zeugen Jehovas, sondern auch der der gesamten Bevölkerung wesentlich beigetragen. In einer Ansprache an der Drake-Universität sagte Irving Dilliard, ein bekannter Autor und Redakteur: „Ob man es nun gern hört oder nicht, Jehovas Zeugen haben mehr getan, um mitzuhelfen, unsere Grundrechte zu wahren, als irgendeine andere religiöse Gruppe.“
Über die Situation in Kanada ist im Vorwort des Buches State and Salvation—The Jehovah’s Witnesses and Their Fight for Civil Rights zu lesen: „Die Zeugen Jehovas belehrten den Staat und das kanadische Volk darüber, worin der gesetzliche Schutz nonkonformistischer Gruppen in der Praxis bestehen sollte. Überdies führte die ... Verfolgung [der Zeugen in der Provinz Quebec] zu einer Reihe von Fällen, die in den 40er und 50er Jahren bis vor das Oberste Bundesgericht von Kanada gelangten. Diese Fälle haben auch einen wichtigen Beitrag zur Einstellung der Kanadier gegenüber den Bürgerrechten geleistet, und sie bilden heute in der kanadischen Rechtslehre das Fundament der Bürgerrechte.“ „Ein Resultat“ des Rechtsstreits der Zeugen um Religionsfreiheit, so heißt es in dem Buch, „waren die langanhaltenden Diskussionen und Debatten, die zur Charter of Rights führten“, die heute einen Teil des kanadischen Grundgesetzes bildet.
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‘Verteidigung und gesetzliche Befestigung der guten Botschaft’Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes
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In den fünf Jahren von 1938 bis 1943 gelangten etwa einunddreißig Fälle, in die sie verwickelt waren, vor das Oberste Bundesgericht, und die Urteile, die in diesen und auch in späteren Prozessen gefällt wurden, haben im allgemeinen wesentlich zur Förderung der in der Bill of Rights verankerten Grundrechte und im besonderen zum Schutz der Religionsfreiheit beigetragen“ (Anson Phelps Stokes, „Church and State in the United States“, Bd. III, 1950, S. 546).
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