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Höhepunkte des vergangenen JahresJahrbuch der Zeugen Jehovas 2001
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Einen dringenden Bedarf an Königreichssälen decken
Da die Zahl der Menschen, die Jehova lieben und ihm dienen, weiterhin zunimmt, entsteht ein großer Bedarf an Königreichssälen, in denen sie sich zur Anbetung versammeln können. Um dem Bedarf gerecht zu werden, helfen die Zweigbüros in Australien, Brasilien, Deutschland, Mexiko und Südafrika bei der Planung und dem Bau von Königreichssälen in der jeweiligen Region. Befähigte Brüder aus diesen Zweigbüros besuchen andere Zweige, um dort zu helfen, organisatorische Angelegenheiten den Bedürfnissen entsprechend zu regeln. Gegenwärtig wird 72 Ländern Hilfe geboten, wie zum Beispiel in Asien/Ozeanien, Osteuropa, Ost- und Westafrika, Mittel- und Südamerika und den Inseln der Karibik.
Über 100 International Servants sind damit beschäftigt, einheimische Brüder zu schulen, als Königreichssaal-Baugruppen in den jeweiligen Ländern zusammenzuarbeiten. Im Rahmen dieser Einrichtung wurden bis jetzt in 30 Ländern 453 Königreichssäle fertiggestellt, und weitere 727 Gebäude sind im Bau. Wert gelegt wurde auf die Entwicklung von landesweit einheitlichen Königreichssaal-Bauplänen, bei denen landesübliche Baumaterialien und Baumethoden berücksichtigt werden. In Kenia werden behauene Steine verwendet; in Togo nimmt man gewöhnlich Ziegelsteine; in Kamerun werden Zementblöcke bevorzugt, die man später verputzt. Auf diese Weise können sich einheimische Brüder schnell die nötigen Fertigkeiten aneignen, um bei einem landesweiten Programm wichtige Aufgaben wahrzunehmen.
Als die Brüder in den verschiedenen Ländern erfuhren, was getan werden kann, bestand bei vielen großes Interesse, sich zu beteiligen. Hunderte von fähigen einheimischen Brüdern und Schwestern haben sich angeboten. In bestimmten Ländern, in denen die örtlichen Umstände es ihnen normalerweise unmöglich machen mitzuhelfen, werden anerkannte Bewerber mit Nahrung und Unterkunft versorgt, so daß sie sich voll und ganz der dringenden Bauarbeiten und der Renovierung von Königreichssälen in ihrem Land annehmen können.
Wie wirkt sich der Bau von Königreichssälen auf die Tätigkeit der Zeugen Jehovas an dem betreffenden Ort aus? Aus Benin (Westafrika) kommt folgender Bericht: „Ihr werdet Euch freuen zu erfahren, daß gestern in Krake der Königreichssaal eingeweiht wurde. Die Versammlung besteht aus 34 Verkündigern, und sonntags sind durchschnittlich 73 Personen anwesend, aber bei der Bestimmungsübergabe waren 651 zugegen. In der Vergangenheit hatten die Brüder in dieser Stadt mit vielen Vorurteilen und viel Spott zu tun, weil der frühere Königreichssaal im Vergleich zu einigen Kirchen sehr einfach war. Der neue Königreichssaal ist jetzt eines der schönsten Gebäude in der Stadt. Die meisten Anwesenden waren Einheimische, die ihre Meinung änderten, nachdem sie erlebt hatten, was die Brüder in nur ein paar Wochen leisten konnten.“ Die Versammlung Nafisi in Malawi berichtet: „Jetzt wird durch unseren schönen Königreichssaal ein hervorragendes Zeugnis gegeben. Das Ergebnis ist, daß im Predigtdienst leicht Bibelstudien eingerichtet werden können. Überall sind die Menschen erstaunt.“
Angesichts des Wachstums in den letzten Jahren werden in Liberia dringend Königreichssäle benötigt. Die Brüder hätten es sich auf keinen Fall leisten können, Königreichssäle zu bauen. Sie können kaum die Miete für ihre eigenen dürftigen Unterkünfte aufbringen. An vielen Orten kamen sie einfach in Häusern von Brüdern zusammen; es waren so viele anwesend, daß einige draußen standen. Oder sie trafen sich in provisorischen Bauten. Es schien für dieses Problem keine Lösung zu geben, bis die Nachricht von der wunderbaren Einrichtung zum Bau von Königreichssälen in Ländern mit begrenzten Mitteln eintraf. Mittel, die Brüder aus anderen Ländern spendeten, wurden verwandt, um dort Säle zu bauen, wo ein echter Bedarf bestand. In den letzten sechs Monaten sind bereits fünf neue Säle gebaut worden. Die Brüder haben ihre „Bereitschaft“ trotz dessen, was sie ‘nicht haben’ (von Geldmitteln her gesehen), gezeigt, und zwar durch ihre großartige Bereitwilligkeit, ihre Kräfte für die Arbeit einzusetzen (2. Kor. 8:12). Zum Beispiel stellte die Versammlung New Georgia an einem Tag über 1 000 Zementblöcke in Handarbeit her!
Neue und erweiterte Zweigbüros
Damit man sich um die wachsende Zahl der Zeugen Jehovas kümmern und sie für den Predigtdienst ausrüsten kann, sind auch geeignete Zweigbüros nötig. Eine ganze Anzahl wurde im vergangenen Jahr der Bestimmung übergeben. In diesen Gebäuden sind weltweit insgesamt 19 587 ordinierte Diener beschäftigt — alles Mitglieder der ordensähnlichen Gemeinschaft der Sondervollzeitdiener.
SÜDAFRIKA: Als 1987 die Zweiggebäude in Krugersdorp fertiggestellt worden waren, schienen sie größer als nötig zu sein. Aber nur 12 Jahre danach wurden das erweiterte Bürogebäude, drei neue Wohnhäuser, eine Lkw-Reparaturwerkstatt und ein geräumiges neues Versandlager der Bestimmung übergeben.
Seit Ende des kalten Krieges ist die zunehmende Freiheit für Jehovas Volk ein Grund zur Freude. In Ländern wie Ruanda, Malawi, Mosambik und Angola wurde das Verbot der Zeugen Jehovas aufgehoben. Seit Fertigstellung der Zweiggebäude im Jahr 1987 haben zehn der Länder, die aus Südafrika Lieferungen erhalten, insgesamt eine 148prozentige Zunahme an Verkündigern erlebt! (Allein Mosambik hatte in den 12 Jahren eine Zunahme von insgesamt 523 Prozent.)
Ferner führte ein Regierungswechsel in Südafrika und der Abbau der Apartheid zu weniger Beschränkungen bei der Ein- und Ausreise im innerafrikanischen Reiseverkehr. Der südafrikanische Zweig hat nun mehr Möglichkeiten, Güter in Nachbarländer zu senden. Außer Zeitschriften, Broschüren und anderes Material zu drucken, lagert der Zweig Literatur und bearbeitet Versammlungsbestellungen für eine Reihe umliegender Länder. Als der Bau von Kongreß- und Königreichssälen in Afrika an Schwung zunahm, stellte Südafrika die Baumaterialien für andere Zweige zur Verfügung.
Andere Faktoren: Im Gebiet des südafrikanischen Zweiges hat die Zahl der Königreichsverkündiger von 1987 bis heute um 62 Prozent zugenommen. In den letzten paar Jahren mußte die Übersetzungsabteilung vergrößert werden, um die zusätzliche Arbeit bewältigen zu können, die wegen der Übersetzung der Bibel in sieben einheimische Sprachen anfällt — Afrikaans, Pedi, Sutho, Tsonga, Tswana, Xhosa und Zulu. Kein Wunder, daß dieser wichtige Bereich im südafrikanischen Zweig erweitert werden mußte.
Am 23. Oktober 1999 wurden daher die erweiterten Zweiggebäude in Südafrika eingeweiht. Daniel Sydlik, ein Mitglied der leitenden Körperschaft, der bei diesem Anlaß zugegen war, hielt den interessanten Vortrag mit dem Thema „Bestimmungsübergaben, die die Herrlichkeit Gottes widerspiegeln“.
JAPAN: Ein paar Wochen später, am 13. November, wurden die erweiterten Zweiggebäude in Ebina (Japan) eingeweiht. Zu der Erweiterung gehören zwei 12geschossige Wohngebäude und ein 4geschossiges Wirtschaftsgebäude. Das Projekt wurde in dreieinhalb Jahren von über 70 erfahrenen International Servants und Volunteers fertiggestellt, die mit ungefähr 2 000 einheimischen Lang- und Kurzzeitmitarbeitern zusammenwirkten.
Das Programm zur Bestimmungsübergabe fand 50 Jahre nach dem Eintreffen der ersten Missionare der Watch Tower Society in Japan statt. Einige dieser Missionare, die noch in Japan tätig sind, waren zusammen mit den reisenden Aufsehern aus Japan, anderen langjährigen Dienern Jehovas und 344 Delegierten aus 37 anderen Ländern bei diesem Anlaß zugegen.
Als die ersten Missionare nach dem Zweiten Weltkrieg in Tokio eintrafen und dort die Predigttätigkeit neu belebten, gab es in Japan nur eine Handvoll treuer Anbeter Jehovas. Heute gibt es über 221 000 aktive Königreichsverkündiger, die die gute Botschaft in jedem Winkel des Landes verkündigen. Die biblische Literatur wird in Japan nicht nur in 27 Sprachen gedruckt, sondern von dort aus auch in andere Länder versandt; außerdem leistet das Zweigbüro unter Anleitung der leitenden Körperschaft einigen asiatischen Ländern in Verbindung mit der Predigttätigkeit unmittelbare Hilfe.
Am Tag nach der Bestimmungsübergabe sprach Theodore Jaracz, ein Mitglied der leitenden Körperschaft, bei einer besonderen Zusammenkunft im Internationalen Stadion von Yokohama zu einer Zuhörerschaft von 61 323 Personen. Die Zahl derer, die an 41 Orten im ganzen Land miteinander verbunden waren, betrug insgesamt 269 376. Das Programm umfaßte Berichte von ausländischen Delegierten, und alle Anwesenden wurden durch den Vortrag von Bruder Jaracz mit dem Thema „Die Belehrung Jehovas — nützlich für heute und für die Ewigkeit“ sehr ermuntert, weiterhin geistige Fortschritte zu machen.
BENIN: Dieses westafrikanische Land erweist sich in der geistigen Ernte als ein ertragreiches Feld. Es gibt dort 6 343 Verkündiger der guten Botschaft, und gut die Hälfte ließ sich in den 1990er Jahren taufen.
Um dieser wachsenden Menge wahrer Anbeter dort und in Niger zu dienen, wurden am 1. Januar 2000 in Abomey-Calavi (Benin) neue Zweiggebäude, ein neuer Kongreßsaal und ein Missionarheim der Bestimmung übergeben. Gerrit Lösch, ein Mitglied der leitenden Körperschaft, nutzte die Gelegenheit, um zwei wichtige Gedanken hervorzuheben: 1. Der wichtigste Grund, warum wir Jehova dienen, ist nicht unsere Hoffnung auf ewiges Leben, sondern die Liebe zu ihm. 2. Lesen wir Gottes Wort, die Bibel, jeden Tag. Welch praktische Ermahnungen!
MYANMAR: Ein paar Wochen nach der Bestimmungsübergabe in Benin wurden die neuen Zweiggebäude in Myanmar eingeweiht. Das Zweigbüro war dort 1947 gegründet worden. 1977 gelangte die Gesellschaft in den Besitz eines Grundstücks, auf dem geeignete Gebäude gebaut werden konnten. Welch große Schwierigkeiten doch überwunden werden mußten! Für Jehovas Zeugen war es bis dahin nicht möglich gewesen, sich gesetzlich eintragen zu lassen. Wie konnten sie also eine Baugenehmigung erhalten? Baumaterialien müßten eingeführt werden. Aber wie war das zu verwirklichen, da solche Genehmigungen noch nie irgendeiner Organisation erteilt worden waren? Brüder aus dem Ausland zur Mithilfe bei Bauarbeiten zu bekommen schien unmöglich, da für solch eine Arbeit nur dann ein Visum ausgestellt wurde, wenn die Regierung ein Projekt selbst förderte. Damit nicht genug, ging eine Frau vor Gericht und behauptete, das Grundstück, das seit über 20 Jahren im Besitz der Gesellschaft ist, gehöre in Wirklichkeit ihr. Doch plötzlich lösten sich die Probleme in Luft auf. Die Regierung verfuhr in jedem der Punkte, die zuvor ein Hindernis waren, anders. Und als mit dem Bau begonnen wurde, wies das Gericht die Forderung der Frau ab, die versucht hatte, das Grundstück zu bekommen.
Das meiste Baumaterial schickten die Brüder aus Australien als Geschenk; weiteres Material kam aus Malaysia, Singapur und Thailand. Die Brüder kamen aus Australien, Deutschland, Fidschi, Griechenland, Großbritannien, Neuseeland und den Vereinigten Staaten, um bei den Arbeiten mitzuhelfen, und die einheimischen Zeugen unterstützten sie. Als die fertiggestellten Gebäude am 22. Januar 2000 anläßlich des Besuchs von John E. Barr, einem Mitglied der leitenden Körperschaft, der Bestimmung übergeben wurden, fühlten sich die Anwesenden gedrängt zu sagen: „Jehova hat Großes getan durch das, was er mit uns getan hat. Wir sind fröhlich geworden“ (Ps. 126:3).
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Höhepunkte des vergangenen JahresJahrbuch der Zeugen Jehovas 2001
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[Bilder auf Seite 24]
Königreichssaal in Krake (Benin) — vorher und nachher
[Bilder auf Seite 27]
(1) Myanmar, (2) Benin, (3) Südafrika, (4) Japan
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