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  • ‘Geht hin und macht Jünger, tauft sie’
    Der Wachtturm 2006 | 1. April
    • ‘Geht hin und macht Jünger, tauft sie’

      „Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie . . . und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe“ (MATTHÄUS 28:19, 20).

      1. Wofür entschied sich die Nation Israel am Fuß des Sinai?

      VOR rund 3 500 Jahren gab eine ganze Nation Gott ein feierliches Versprechen. Die Israeliten erklärten am Fuß des Sinai öffentlich: „Alles, was Jehova geredet hat, wollen wir tun.“ Von da an war Israel ein Gott hingegebenes Volk, sein „besonderes Eigentum“ (2. Mose 19:5, 8; 24:3). Die Israeliten freuten sich darauf, von Gott beschützt zu werden und über viele Generationen in einem Land zu wohnen, „das von Milch und Honig [floss]“ (3. Mose 20:24).

      2. Welches Verhältnis zu Gott ist heute möglich?

      2 Doch wie der Psalmist Asaph einräumte, „hielten [die Israeliten] den Bund Gottes nicht, und in seinem Gesetz zu wandeln, weigerten sie sich“ (Psalm 78:10). Sie brachen das Versprechen, das ihre Vorfahren Jehova gegeben hatten, und schließlich verlor die Nation ihr einzigartiges Verhältnis zu Gott (Prediger 5:4; Matthäus 23:37, 38). So kam es, dass Gott „seine Aufmerksamkeit den Nationen zuwandte, um aus ihnen ein Volk für seinen Namen herauszunehmen“ (Apostelgeschichte 15:14). Und in den heutigen letzten Tagen versammelt er eine „große Volksmenge, die kein Mensch zählen . . . [kann], aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen“. Sie erkennt freudig an: „Die Rettung verdanken wir unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm“ (Offenbarung 7:9, 10).

      3. Welche Schritte muss jemand unternehmen, um in ein persönliches Verhältnis zu Gott zu gelangen?

      3 Wer ein solch kostbares Verhältnis zu Gott haben möchte, muss sich Jehova hingeben und sich zum Zeichen dafür öffentlich taufen lassen. So beweist er, dass er das direkte Gebot Jesu an seine Jünger anerkennt: „Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe“ (Matthäus 28:19, 20). Den Israeliten wurde das „Buch des Bundes“ vorgelesen (2. Mose 24:3, 7, 8). Sie kannten also ihre Pflichten gegenüber Jehova. Auch heute ist es wichtig, sich vor der Taufe mit dem Wort Gottes, der Bibel, zu befassen, um Gottes Willen genau kennen zu lernen.

      4. Was muss der Taufe vorausgehen? (Siehe auch den obigen Kasten.)

      4 Zweifellos möchte Jesus, dass der Glaube seiner Jünger bereits vor der Taufe eine feste Grundlage hat. Daher wies er seine Nachfolger nicht nur an, hinzugehen und Jünger zu machen; sie sollten die Jünger auch lehren, ‘alles zu halten, was er geboten hat’ (Matthäus 7:24, 25; Epheser 3:17-19). Deswegen studiert jemand normalerweise über Monate oder sogar ein, zwei Jahre die Bibel, bevor er sich taufen lassen kann. So hat er genügend Zeit, eine gut durchdachte Entscheidung zu treffen. Vor der eigentlichen Taufe beantwortet der Taufbewerber zwei wichtige Fragen mit Ja. Da Jesus betonte, dass ‘unser Ja ja bedeuten soll und unser Nein nein’, ist es für jeden von uns nützlich, etwas näher auf die Bedeutung der beiden Tauffragen einzugehen (Matthäus 5:37).

      Reue und Hingabe

      5. Um welche zwei wichtigen Schritte geht es in der ersten Tauffrage?

      5 Dem Taufbewerber wird zunächst die Frage gestellt, ob er seinen früheren Lebenswandel bereut und sich Jehova hingegeben hat, um dessen Willen zu tun. In dieser Frage geht es um zwei wichtige Schritte, die der Taufe vorausgehen müssen: die Reue und die Hingabe.

      6, 7. (a) Warum ist vor der Taufe Reue nötig? (b) Was muss jemand ändern, nachdem er bereut hat?

      6 Warum muss der Taufe Reue vorausgehen? Der Apostel Paulus erklärt: „Wir alle [führten] einst unseren Wandel gemäß den Begierden unseres Fleisches“ (Epheser 2:3). Bevor wir den Willen Gottes genau kennen lernten, lebten wir in Einklang mit der Welt, ihren Wertvorstellungen und Maßstäben. Wir waren unter dem Einfluss Satans, des Gottes dieses Systems (2. Korinther 4:4). Doch seit wir den Willen Gottes kennen, sind wir entschlossen, „nicht mehr für die menschlichen Begierden, sondern nach dem Willen Gottes [zu leben]“ (1. Petrus 4:2).

      7 Diese neue Lebensweise hat viele Vorteile. Vor allem ermöglicht sie uns etwas besonders Kostbares: ein Verhältnis zu Jehova. Dieses große Vorrecht vergleicht David mit einer Einladung, in Gottes „Zelt“ und auf seinen „heiligen Berg“ zu kommen (Psalm 15:1). Jehova lädt natürlich nicht irgendwen zu sich ein, sondern nur den, der „untadelig wandelt und Gerechtigkeit übt und die Wahrheit redet in seinem Herzen“ (Psalm 15:2). Je nachdem, welches Leben jemand geführt hat, bevor er die Wahrheit kennen lernte, muss er sein Benehmen und seine Persönlichkeit mehr oder weniger stark ändern, um diesen Voraussetzungen zu entsprechen (1. Korinther 6:9-11; Kolosser 3:5-10). Die Triebkraft für solche Änderungen ist Reue. Dazu gehört es, seine frühere Lebensweise aufrichtig zu bedauern und Jehova unbedingt gefallen zu wollen. Nachdem jemand seinen selbstsüchtigen, weltlichen Lebenswandel aufgegeben hat, beginnt er ein ganz neues Leben und bemüht sich jetzt, Gott zu gefallen (Apostelgeschichte 3:19).

      8. Wie gibt man sich Jehova hin, und wie sind Hingabe und Taufe miteinander verknüpft?

      8 Im zweiten Teil der ersten Tauffrage wird der Taufbewerber gefragt, ob er sich Jehova hingegeben hat, um dessen Willen zu tun. Die Hingabe ist ein wichtiger Schritt, der der Taufe vorausgehen muss. Dabei äußern wir in einem Gebet den Wunsch, unser Leben durch Christus in den Dienst Jehovas zu stellen (Römer 14:7, 8; 2. Korinther 5:15). So wird Jehova unser Herr und Besitzer; wie Jesus finden wir Freude daran, den Willen Gottes zu tun (Psalm 40:8; Epheser 6:6). Die Hingabe ist ein einmaliges, feierliches Versprechen und eine persönliche Angelegenheit zwischen Jehova und uns. Damit aber auch andere erkennen können, dass wir uns unserem himmlischen Vater feierlich hingegeben haben, legen wir am Tauftag eine öffentliche Erklärung ab (Römer 10:10).

      9, 10. (a) Was bedeutet es, den Willen Gottes zu tun? (b) Auf welche Weise haben sogar Beamte des NS-Regimes zugegeben, dass wir uns Gott hingegeben haben?

      9 Was bedeutet es für uns, dem Beispiel Jesu zu folgen und Gottes Willen zu tun? Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme seinen Marterpfahl auf und folge mir beständig“ (Matthäus 16:24). Jesus erwähnte hier drei Erfordernisse. Erstens ‘verleugnen’ wir uns selbst. Anders ausgedrückt: Wir sagen zu unseren selbstsüchtigen, unvollkommenen Interessen Nein und zu Gottes Rat und Anleitung Ja. Zweitens ‘nehmen wir unseren Marterpfahl auf’. Zur Zeit Jesu verband man mit einem Marterpfahl Schande und Leiden. Als Christen nehmen wir um der guten Botschaft willen bereitwillig Leiden auf uns (2. Timotheus 1:8). Wenn die Welt uns auch verspottet und uns Vorwürfe macht, sind wir doch wie Christus eingestellt: „Der Schande nicht achtend“, sind wir glücklich, weil wir wissen, dass wir Gott gefallen (Hebräer 12:2). Und drittens folgen wir Jesus „beständig“ (Psalm 73:26; 119:44; 145:2).

      10 Interessanterweise sehen selbst manche Gegner ein, dass sich Jehovas Zeugen Gott hingegeben haben, um ihm uneingeschränkt zu dienen. Unter dem NS-Regime mussten beispielsweise die Zeugen, die sich weigerten ihrem Glauben abzuschwören, im Konzentrationslager Buchenwald folgende Erklärung unterschreiben: „Ich [bin] nach wie vor überzeugter Bibelforscher . . . und [werde] meinen Schwur, den ich Jehova geleistet habe, niemals brechen.“ Bestimmt sind alle ergebenen, treuen Diener Jehovas so eingestellt! (Apostelgeschichte 5:32).

      Man gibt sich als ein Zeuge Jehovas zu erkennen

      11. Welches Vorrecht erhält man durch die Taufe?

      11 In der zweiten Frage wird der Taufbewerber zunächst gefragt, ob er sich darüber im Klaren ist, dass er sich durch die Taufe als ein Zeuge Jehovas zu erkennen gibt. Nach der Taufe ist er ein ordinierter Diener Gottes und trägt den Namen Jehovas. Das ist ein besonderes Vorrecht, bringt aber auch eine große Verantwortung mit sich. Bleibt er treu, hat er durch die Taufe die Aussicht auf ewige Rettung (Matthäus 24:13).

      12. Welche Verpflichtung ist mit der Ehre verbunden, den Namen Jehovas zu tragen?

      12 Es ist bestimmt eine ganz besondere Ehre, den Namen des allmächtigen Gottes, Jehova, zu tragen. Der Prophet Micha schrieb: „Alle Völker ihrerseits werden wandeln, jedes im Namen seines Gottes; wir aber unsererseits werden im Namen Jehovas, unseres Gottes, wandeln auf unabsehbare Zeit, ja immerdar“ (Micha 4:5). Diese Ehre verpflichtet allerdings auch: Wir müssen uns anstrengen, so zu leben, dass der Name, den wir tragen, geehrt wird. Paulus erinnerte die Christen in Rom daran, dass der Name Gottes „gelästert“ oder in Verruf gebracht wird, wenn man nicht nach dem handelt, was man predigt (Römer 2:21-24).

      13. Warum hat jeder, der sich Jehova hingegeben hat, die Verantwortung, über seinen Gott Zeugnis abzulegen?

      13 Wer ein Zeuge Jehovas wird, übernimmt damit auch die Verantwortung, über seinen Gott Zeugnis abzulegen. Jehova forderte die ihm hingegebene Nation Israel auf, als seine Zeugen seine ewige Göttlichkeit bekannt zu machen (Jesaja 43:10-12, 21). Die Nation nahm diese Verantwortung aber nicht ernst und verlor schließlich Jehovas Gunst. Heute sind wahre Christen stolz darauf, für Jehova Zeugnis ablegen zu dürfen. Wir tun das, weil wir ihn lieben und uns nach der Heiligung seines Namens sehnen. Wir kennen die Wahrheit über unseren himmlischen Vater und wissen, was er vorhat. Wie könnten wir da schweigen? Wir denken so wie der Apostel Paulus: „Eine Notwendigkeit ist mir auferlegt. Tatsächlich, wehe mir, wenn ich die gute Botschaft nicht verkündigte!“ (1. Korinther 9:16).

      14, 15. (a) Welche Rolle spielt Jehovas Organisation für unser geistiges Wachstum? (b) Wofür wurde zu unserem geistigen Nutzen gesorgt?

      14 Die zweite Frage erinnert den Taufbewerber auch an seine Verantwortung, mit der vom Geist geleiteten Organisation Jehovas zusammenzuarbeiten. Wir können Jehova nicht allein dienen, sondern benötigen die Hilfe, die Unterstützung und die Ermunterung der „ganzen Bruderschaft“ (1. Petrus 2:17; 1. Korinther 12:12, 13). Gottes Organisation spielt eine wichtige Rolle für unser geistiges Wachstum. Sie sorgt für viele biblische Veröffentlichungen, die uns helfen, eine immer genauere Erkenntnis zu erlangen, Probleme richtig anzugehen und ein enges Verhältnis zu Gott zu entwickeln. Wie sich eine Mutter darum kümmert, dass ihr Kind genügend zu essen bekommt und gut versorgt ist, so sorgt der „treue und verständige Sklave“ großzügig für zeitgemäße geistige Speise, damit wir in geistiger Hinsicht Fortschritte machen können (Matthäus 24:45-47; 1. Thessalonicher 2:7, 8).

      15 Jehovas Diener werden in wöchentlichen Zusammenkünften geschult und ermuntert, treue Zeugen für Jehova zu sein (Hebräer 10:24, 25). In der Theokratischen Predigtdienstschule lernen wir, vor einer Zuhörerschaft zu sprechen, und in der Dienstzusammenkunft wird uns gezeigt, wie wir die gute Botschaft wirkungsvoll verkündigen können. In den Zusammenkünften und beim persönlichen Studium biblischer Veröffentlichungen können wir erkennen, wie der Geist Jehovas wirkt und seine Organisation leitet. Durch die regelmäßigen Zusammenkünfte und das Studium macht uns Gott auf Gefahren aufmerksam; außerdem hilft er uns dadurch, als seine Diener erfolgreich zu sein und geistig wach zu bleiben (Psalm 19:7, 8, 11; 1. Thessalonicher 5:6, 11; 1. Timotheus 4:13).

      Warum sich jemand für die Taufe entscheidet

      16. Warum gibt man sich Jehova hin?

      16 Taufbewerber werden durch die zwei Tauffragen an die Bedeutung der Wassertaufe und die damit verbundene Verantwortung erinnert. Doch warum sollte man sich taufen lassen? Niemand wird gezwungen, ein getaufter Jünger zu werden, vielmehr ‘zieht’ uns Jehova (Johannes 6:44). Da „Gott Liebe ist“, herrscht er liebevoll über das Universum und zwingt niemanden zu etwas (1. Johannes 4:8). Wir fühlen uns von Jehovas freundlichem Wesen und der Art und Weise, wie er mit uns umgeht, angezogen. Jehova gab für uns seinen einziggezeugten Sohn und bietet uns die bestmögliche Zukunft an (Johannes 3:16). Daher drängt es uns, unser Leben Jehova zu widmen, das heißt, uns ihm hinzugeben (Sprüche 3:9; 2. Korinther 5:14, 15).

      17. Was ist mit unserer Hingabe nicht gemeint?

      17 Wir geben uns keiner Sache und auch keinem Werk hin, sondern Jehova persönlich. Seine Diener bleiben ihm unter allen Umständen hingegeben — auch wenn Jehova ihnen im Laufe der Zeit unterschiedliche Arbeiten aufträgt. Beispielsweise gebot er Abraham etwas ganz anderes als Jeremia (1. Mose 13:17, 18; Jeremia 1:6, 7). Doch weil sie Jehova liebten und treu seinen Willen tun wollten, taten sie genau das, was Gott ihnen auftrug. In der heutigen Zeit des Endes bemühen sich alle getauften Nachfolger Christi, nach besten Kräften Jesu Gebot zu befolgen, die gute Botschaft vom Königreich zu verkündigen und Jünger zu machen (Matthäus 24:14; 28:19, 20). Wenn wir dieses Werk rückhaltlos unterstützen, zeigen wir unserem himmlischen Vater, dass wir ihn lieben und ihm aufrichtig ergeben sind (1. Johannes 5:3).

      18, 19. (a) Was erklärt man bei der Taufe öffentlich? (b) Was wird im nächsten Artikel behandelt?

      18 Auch wenn der Schritt der Taufe zweifellos zu vielen Segnungen führt, sollte man ihn nicht leicht nehmen (Lukas 14:26-33). Man drückt dadurch den Entschluss aus, die damit einhergehende Verantwortung allem voranzustellen (Lukas 9:62). Bei der Taufe erklärt man praktisch öffentlich: „Dieser Gott ist unser Gott auf unabsehbare Zeit, ja für immer. Er selbst wird uns leiten, bis wir sterben“ (Psalm 48:14).

      19 Im nächsten Artikel wird noch näher auf die Wassertaufe eingegangen. Gibt es stichhaltige Gründe, die jemanden davon abhalten könnten, sich taufen zu lassen? Spielt das Alter eine Rolle? Wie kann jeder zur Würde des Anlasses beitragen?

  • Die Voraussetzungen für die christliche Taufe erfüllen
    Der Wachtturm 2006 | 1. April
    • Die Voraussetzungen für die christliche Taufe erfüllen

      „Was hindert mich, getauft zu werden?“ (APOSTELGESCHICHTE 8:36).

      1, 2. Wie kam Philippus mit einem äthiopischen Beamten ins Gespräch, und wieso kann man sagen, dass dieser an geistigen Dingen interessiert war?

      EIN oder zwei Jahre nach dem Tod Jesu fuhr ein Hofbeamter mit seinem Wagen südwärts auf der Straße von Jerusalem nach Gasa. Vor ihm lag eine schätzungsweise 1 600 Kilometer lange, beschwerliche Reise. Der gottesfürchtige Mann hatte den weiten Weg von Äthiopien bis nach Jerusalem auf sich genommen, um Jehova anzubeten; und jetzt, auf seinem Heimweg, nutzte er die Zeit, um im Wort Gottes zu lesen. Er muss daher seinen Glauben ernst genommen haben. Jehova beachtete diesen aufrichtigen Mann und wies den Jünger Philippus durch einen Engel an, ihm zu predigen (Apostelgeschichte 8:26-28).

      2 Philippus fiel es nicht schwer, mit dem äthiopischen Beamten ins Gespräch zu kommen. Der Mann las nämlich laut, wie es damals üblich war, und so konnte Philippus hören, dass er in einer Jesaja-Schriftrolle las. Philippus weckte mit der einfachen Frage „Verstehst du wirklich, was du liest?“ das Interesse des Mannes. Danach konnte Philippus mit ihm über den Text sprechen, den wir heute in Jesaja 53:7, 8 finden. Schließlich „verkündigte er ihm die gute Botschaft über Jesus“ (Apostelgeschichte 8:29-35).

      3, 4. (a) Warum taufte Philippus den Äthiopier unverzüglich? (b) Welche Fragen werden wir behandeln?

      3 Es dauerte nicht lange und der Äthiopier verstand, welche Rolle Jesus in Gottes Vorsatz spielt und wie wichtig es ist, sich als Jünger Christi taufen zu lassen. Als er ein geeignetes Gewässer sah, fragte er Philippus: „Was hindert mich, getauft zu werden?“ Hierbei handelte es sich natürlich um eine besondere Situation. Als jüdischer Proselyt war der Äthiopier bereits gläubig und betete Gott an. Wahrscheinlich hätte er in absehbarer Zeit keine andere Gelegenheit gehabt, sich taufen zu lassen. Noch wichtiger war, dass er verstand, was Gott von ihm erwartete, und es ohne Wenn und Aber tun wollte. Philippus ging gern auf seine Bitte ein. Nach seiner Taufe „zog [der Äthiopier] freudig seines Weges weiter“ und sicherlich verkündigte er später in seiner Heimat eifrig die gute Botschaft (Apostelgeschichte 8:36-39).

      4 Man sollte sich zwar nicht unüberlegt oder übereilt Gott hingeben und taufen lassen, doch wie das Beispiel des äthiopischen Beamten zeigt, kam es mitunter vor, dass sich Personen, kurz nachdem sie die Wahrheit aus Gottes Wort gehört hatten, taufen ließen.a Daher ist es gut, dass wir uns jetzt mit folgenden Fragen beschäftigen: Wie sollte man sich auf die Taufe vorbereiten? Inwieweit spielt das Alter eine Rolle? Welche geistigen Fortschritte sollte jemand machen, bevor er sich für die Taufe eignet? Und vor allem: Warum erwartet Jehova diesen Schritt von seinen Dienern?

      Ein feierliches Versprechen

      5, 6. (a) Wie erwiderte Gottes Volk in der Vergangenheit Jehovas Liebe? (b) Welches enge Verhältnis zu Gott können wir nach der Taufe haben?

      5 Als Jehova die Israeliten aus Ägypten befreit hatte, war er bereit, sie als sein „besonderes Eigentum“ anzunehmen, sie zu lieben, zu beschützen und eine „heilige Nation“ aus ihnen zu machen. Doch damit sie so gesegnet werden konnten, mussten sie die Liebe Gottes mit konkreten Schritten erwidern. Daher stimmten sie zu, „alles, was Jehova geredet hat“, zu tun und einen Bund mit ihm einzugehen (2. Mose 19:4-9). Im ersten Jahrhundert gebot Jesus seinen Nachfolgern dann, Jünger aus Menschen aller Nationen zu machen; und diejenigen, die seine Lehren annahmen, ließen sich taufen. Wer ein gutes Verhältnis zu Gott haben wollte, musste an Jesus Christus glauben und sich taufen lassen (Matthäus 28:19, 20; Apostelgeschichte 2:38, 41).

      6 Wie die Bibel also zeigt, segnet Jehova diejenigen, die feierlich versprechen, ihm zu dienen, und ihr Versprechen halten. Hingabe und Taufe sind für Christen notwendige Schritte, um von Jehova gesegnet zu werden. Wir sind entschlossen, auf seinen Wegen zu wandeln, und möchten von ihm angeleitet werden (Psalm 48:14). Jehova nimmt uns deswegen sozusagen an die Hand und führt uns auf dem Weg, auf dem wir gehen sollen (Psalm 73:23; Jesaja 30:21; 41:10, 13).

      7. Warum muss jeder selbst entscheiden, ob er sich Gott hingibt und taufen lässt?

      7 Was sollte jemanden anspornen, diese Schritte zu unternehmen? Liebe zu Jehova und der Wunsch, ihm zu dienen. Niemand sollte sich nur deswegen taufen lassen, weil ihm jemand gesagt hat, er habe lange genug studiert, oder weil sich seine Freunde taufen lassen. Natürlich ermuntern Eltern oder andere reife Christen dazu, über die Hingabe und die Taufe nachzudenken. Auch der Apostel Petrus hat zu Pfingsten seinen Zuhörern eindringlich nahe gelegt, sich ‘taufen zu lassen’ (Apostelgeschichte 2:38). Doch ob sich jemand Gott hingibt, ist seine persönliche Entscheidung, die ihm niemand abnehmen kann. Jeder muss selbst entscheiden, ob er Gottes Willen tun möchte oder nicht (Psalm 40:8).

      Ausreichende Vorbereitung auf die Taufe

      8, 9. (a) Warum ist die Kleinkindertaufe unbiblisch? (b) Welche geistigen Fortschritte sollten junge Leute vor der Taufe gemacht haben?

      8 Kann ein kleines Kind die Bedeutung der Hingabe völlig verstehen? Die Bibel nennt zwar kein Mindestalter für die Taufe, doch kleine Kinder können weder Gläubige sein noch Glauben ausüben noch sich Gott hingeben (Apostelgeschichte 8:12). Der Historiker August Neander schreibt in dem Werk Geschichte der Pflanzung und Leitung der christlichen Kirche durch die Apostel über die Christen im ersten Jahrhundert, dass „Glaube und Taufe immer miteinander verbunden wurde, . . . und der Gebrauch einer Kindertaufe lag diesem Zeitalter fern“.

      9 Einige junge Leute entwickeln schon sehr früh eine gewisse geistige Gesinnung. Doch bevor sich ein junger Mensch taufen lässt, sollte er genauso wie ein erwachsener Taufbewerber ein persönliches Verhältnis zu Jehova und ein gutes biblisches Grundwissen haben; außerdem muss er sich völlig bewusst sein, was die Hingabe alles einschließt.

      10. Welche Schritte müssen der Hingabe und der Taufe vorausgehen?

      10 Jesus trug seinen Jüngern auf, Neue alles zu lehren, was er geboten hatte (Matthäus 28:20). Daher muss sich ein Neuer zunächst eine genaue Erkenntnis der Wahrheit aneignen; das hilft ihm, Glauben an Jehova und sein Wort zu entwickeln (Römer 10:17; 1. Timotheus 2:4; Hebräer 11:6). Wenn dann die biblische Wahrheit sein Herz anspricht, veranlasst sie ihn, zu bereuen und sich zu ändern (Apostelgeschichte 3:19). Schließlich möchte er sich Jehova hingeben und taufen lassen, wie es Jesus gebot.

      11. Warum ist es wichtig, bereits vor der Taufe regelmäßig zu predigen?

      11 Ein anderer wichtiger Schritt vor der Taufe ist das Predigen der guten Botschaft vom Königreich. Das ist die Hauptaufgabe, die Jehova seinem Volk für die heutigen letzten Tage übertragen hat (Matthäus 24:14). Ungetaufte Verkündiger verspüren dabei, dass es Freude macht, über den Glauben zu sprechen. So erhalten sie außerdem das Rüstzeug, um auch nach der Taufe regelmäßig und fleißig zu predigen (Römer 10:9, 10, 14, 15).

      Hindert dich etwas, getauft zu werden?

      12. Warum zögern einige, sich taufen zu lassen?

      12 Einige zögern vielleicht, sich taufen zu lassen, weil sie die damit verbundene Verantwortung scheuen. Sie wissen, dass sie ihr Leben drastisch ändern müssten, um Jehovas Maßstäben zu entsprechen. Oder sie befürchten, dass es ihnen nach der Taufe schwer fällt, den Erfordernissen Gottes gerecht zu werden. Manch einer denkt womöglich: „Vielleicht mache ich nach der Taufe einmal einen schweren Fehler und werde aus der Versammlung ausgeschlossen.“

      13. Warum zögerten einige in Jesu Tagen, ihm nachzufolgen?

      13 In den Tagen Jesu ließen sich einige wegen persönlicher Interessen oder familiärer Bindungen davon abhalten, seine Jünger zu werden. Ein Schriftgelehrter sagte, er wolle Jesus überallhin folgen. Jesus wies ihn aber darauf hin, dass er oft nicht einmal eine Übernachtungsstätte hatte. Als Jesus einen anderen Zuhörer ermunterte, ihm nachzufolgen, entgegnete der Mann, er müsse vorher seinen Vater „begraben“. Wahrscheinlich wollte er zu Hause warten, bis sein Vater gestorben war, statt Jesus gleich nachzufolgen und sich erst nach dem Tod des Vaters um das Begräbnis zu kümmern. Ein anderer sagte zu Jesus, er wolle zunächst seinen Hausgenossen ‘Lebewohl sagen’, bevor er ihm nachfolge. Jesus verglich ein solches Zögern mit dem Verhalten von jemandem, der „nach den Dingen blickt, die dahinten sind“. Wer seiner christlichen Verantwortung nicht nachkommen möchte, scheint demnach immer eine Ausrede zu finden (Lukas 9:57-62).

      14. (a) Wie reagierten Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes, als Jesus sie aufforderte, Menschenfischer zu werden? (b) Warum sollten wir nicht zögern, Jesu Joch auf uns zu nehmen?

      14 Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes reagierten ganz anders. Was taten sie, als Jesus sie aufforderte, ihm nachzufolgen und Menschenfischer zu werden? „Sogleich verließen sie die Netze und folgten ihm“ (Matthäus 4:19-22). Sie handelten unverzüglich und konnten daher später die folgenden Worte Jesu bestätigen: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Matthäus 11:29, 30). Mit der Taufe nimmt man zwar ein Joch der Verantwortung auf sich, doch Jesus versichert uns, dass es angenehm, nicht zu schwer und sehr erfrischend ist.

      15. Wie zeigt uns das Beispiel von Moses und von Jeremia, dass wir uns auf Gottes Unterstützung verlassen können?

      15 Es ist durchaus nicht ungewöhnlich, zu denken, man sei einer solchen Verantwortung nicht gewachsen. Sowohl Moses als auch Jeremia fühlten sich zunächst nicht in der Lage, das zu tun, was Jehova ihnen geboten hatte (2. Mose 3:11; Jeremia 1:6). Wie wurden sie von Gott ermutigt? „Es [wird] sich erweisen . . ., dass ich mit dir bin“, sagte er zu Moses. Und Jeremia versicherte er: „Ich bin mit dir, um dich zu befreien“ (2. Mose 3:12; Jeremia 1:8). Auch wir können auf die Unterstützung Gottes bauen. Liebe zu Gott und Vertrauen zu ihm können nagende Zweifel zerstreuen, ob man gemäß seiner Hingabe auch leben kann. „Furcht gibt es nicht in der Liebe“, schrieb der Apostel Johannes, „sondern vollkommene Liebe treibt die Furcht aus“ (1. Johannes 4:18). Ein kleiner Junge ist vielleicht ängstlich, wenn er alleine irgendwohin gehen muss, doch wenn er an der Hand seines Vaters gehen kann, fühlt er sich sicher. So verhält es sich auch mit uns. Jehova sichert uns zu, ‘unsere Pfade gerade zu machen’, wenn wir mit ihm wandeln und ihm rückhaltlos vertrauen (Sprüche 3:5, 6).

      Ein würdiger Anlass

      16. Warum wird man bei der Taufe ganz im Wasser untergetaucht?

      16 Vor der Taufe wird gewöhnlich in einer biblischen Ansprache die Bedeutung der christlichen Taufe erklärt. Am Ende der Ansprache werden die Taufbewerber gebeten, die zwei Tauffragen zu beantworten und dadurch eine öffentliche Erklärung für ihren Glauben abzulegen (Römer 10:10; siehe Kasten auf Seite 22). Danach lassen sich die Bewerber, wie einst Jesus, im Wasser untertauchen. Gemäß der Bibel ‘kam Jesus aus dem Wasser herauf’, als er getauft war (Matthäus 3:16; Markus 1:10). Johannes der Täufer hatte ihn also ganz untergetaucht.b Das vollständige Untertauchen veranschaulicht treffend die drastische Veränderung in unserem Leben: Unser früheres Leben endet sozusagen und wir beginnen ein neues Leben im Dienst für Gott.

      17. Wie können Taufbewerber und andere zur Würde des Anlasses beitragen?

      17 Die Taufe ist ein ernster, aber auch ein freudiger Anlass. Wie die Bibel zeigt, betete Jesus, als Johannes ihn im Jordan untertauchte (Lukas 3:21, 22). Heutige Taufbewerber sollten wie Jesus zeigen, dass sie sich der Würde des Anlasses bewusst sind. In der Bibel werden wir ermahnt, uns stets anständig zu kleiden, und das trifft natürlich ganz besonders auf den Tag der Taufe zu (1. Timotheus 2:9). Alle anderen sollten die Taufansprache aufmerksam verfolgen und sich auch während der Taufe ordentlich verhalten, um die Würde des Anlasses zu wahren (1. Korinther 14:40).

      Wie getaufte Jünger gesegnet werden

      18, 19. Welche Vorrechte und Segnungen gehen mit der Taufe einher?

      18 Nach unserer Hingabe und Taufe gehören wir zu einer einzigartigen Familie. Das schließt einen ganz besonderen Segen ein: Jehova wird unser Vater und Freund. Vor der Taufe waren wir von Gott entfremdet, jetzt sind wir mit ihm versöhnt (2. Korinther 5:19; Kolosser 1:20). Durch das Opfer Jesu kommen wir Gott näher und er kommt uns näher (Jakobus 4:8). Der Prophet Maleachi schrieb, dass Jehova denen aufmerksam zuhört, die seinen Namen gebrauchen und tragen. Er nimmt ihre Namen in sein Gedenkbuch auf. „Sie werden gewiss mein werden“, sagt Gott. „Und ich will ihnen Mitleid erweisen, so wie ein Mann seinem Sohn Mitleid erweist, der ihm dient“ (Maleachi 3:16-18).

      19 Nach der Taufe gehören wir auch zu einer weltweiten Bruderschaft. Als der Apostel Petrus Christus fragte, was die Jünger für die Opfer erhalten würden, die sie gebracht hatten, versprach Jesus: „Jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Ländereien verlassen hat, wird vielmal mehr empfangen und wird ewiges Leben erben“ (Matthäus 19:29). Jahre später erwähnte Petrus die ‘ganze Bruderschaft’, die „in der Welt“ entstanden war. Er verspürte am eigenen Leib den Beistand und den Segen einer liebevollen Bruderschaft, und das können auch wir (1. Petrus 2:17; 5:9).

      20. Welche schöne Aussicht eröffnet die Taufe?

      20 Jesus erwähnte außerdem, dass seine Nachfolger „ewiges Leben erben“ würden. Wir können also nach unserer Hingabe und Taufe darauf hoffen, „das wirkliche Leben fest [zu] ergreifen“ — ewiges Leben in Gottes neuer Welt (1. Timotheus 6:19). Könnten wir für uns und unsere Familie eine bessere Grundlage für die Zukunft legen? Diese schöne Aussicht ermöglicht es uns, „im Namen Jehovas, unseres Gottes, [zu] wandeln auf unabsehbare Zeit, ja immerdar“ (Micha 4:5).

      [Fußnoten]

      a Auch dreitausend Juden und Proselyten, die zu Pfingsten den Vortrag des Petrus hörten, wurden gleich darauf getauft. Natürlich waren auch sie, wie der äthiopische Eunuch, bereits mit den Grundlehren und Grundsätzen in Gottes Wort vertraut (Apostelgeschichte 2:37-41).

      b Das griechische Wort báptisma wird mit Taufe übersetzt und bezeichnet „den Vorgang vom Untertauchen bis zum Auftauchen“ (W. E. Vine, Expository Dictionary of New Testament Words).

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