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Christen beten Gott mit Geist und Wahrheit anDer Wachtturm 2002 | 15. Juli
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Christen beten Gott mit Geist und Wahrheit an
„Gott ist ein GEIST, und die ihn anbeten, müssen ihn mit Geist und Wahrheit anbeten“ (JOHANNES 4:24).
1. Welche Anbetung wünscht Gott?
JESUS CHRISTUS, der einziggezeugte Sohn Jehovas, ließ keinen Zweifel daran, welche Anbetung sein himmlischer Vater wünscht. Als Jesus an einem Brunnen bei der Stadt Sychar einer Samariterin ein zu Herzen gehendes Zeugnis gab, sagte er unter anderem: „Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn die Rettung ist aus den Juden. Dennoch kommt die Stunde, und sie ist jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater mit Geist und Wahrheit anbeten werden; denn in der Tat, der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist ein GEIST, und die ihn anbeten, müssen ihn mit Geist und Wahrheit anbeten“ (Johannes 4:22-24). Wie sind diese Worte zu verstehen?
2. Worauf stützten die Samariter ihre Anbetung?
2 Die Samariter hatten falsche Glaubensvorstellungen. Sie betrachteten nur die ersten fünf Bücher der heiligen Schriften als inspiriert — und anerkannten diese auch nur gemäß ihrer eigenen Überarbeitung, die als samaritanischer Pentateuch bezeichnet wird. Im Gegensatz zu den Samaritern, die Gott nicht wirklich kannten, war den Juden eine Erkenntnis der Schriften anvertraut worden (Römer 3:1, 2). Außer treuen Juden konnten auch andere in Jehovas Gunst gelangen. Doch was setzte das ihrerseits voraus?
3. Nur wann kann man Gott „mit Geist und Wahrheit“ anbeten?
3 Was mussten Juden, Samariter und andere in der Vergangenheit tun, um Jehova zu gefallen? Sie mussten ihn „mit Geist und Wahrheit“ anbeten. Das wird auch von uns erwartet. Der Dienst für Gott sollte zwar begeistert oder eifrig durchgeführt werden und einem Herzen voller Liebe und Glauben entspringen, wollen wir Gott aber mit Geist anbeten, muss vor allem sein heiliger Geist auf uns ruhen, und wir müssen uns von ihm leiten lassen. Durch das Studium und die Anwendung des Wortes Gottes müssen wir unseren Geist oder unsere Gesinnung auf Jehova ausrichten (1. Korinther 2:8-12). Damit unsere Anbetung für Jehova annehmbar ist, muss sie ihm auch mit Wahrheit dargebracht werden, also mit dem übereinstimmen, was Gottes Wort, die Bibel, über ihn und seine Vorsätze aussagt.
Die Wahrheit lässt sich finden
4. Wie betrachten einige Wahrheit?
4 Manche Anhänger der Philosophie vertreten die Ansicht, die absolute Wahrheit sei für den Menschen nicht fassbar. Tatsächlich schrieb der schwedische Autor Alf Ahlberg: „Eine Vielzahl philosophischer Fragen sind solcher Natur, dass es unmöglich ist, sie definitiv zu beantworten.“ Ist es tatsächlich so, dass es nur eine relative Wahrheit gibt, wie einige behaupten? Jesus Christus war anderer Meinung.
5. Warum kam Jesus in die Welt?
5 Versetzen wir uns in folgende Szene, die sich im Frühjahr 33 u. Z. abspielte: Jesus steht vor dem römischen Statthalter Pontius Pilatus und sagt: „Dazu bin ich in die Welt gekommen, damit ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.“ Pilatus fragt darauf: „Was ist Wahrheit?“ Allerdings gibt er Jesus keine Gelegenheit, sich dazu zu äußern (Johannes 18:36-38).
6. (a) Wie wird „Wahrheit“ definiert? (b) Welchen Auftrag gab Jesus seinen Nachfolgern?
6 „Wahrheit“ wird definiert als „das Wahre, wahrer, richtiger Sachverhalt, Übereinstimmung mit den Tatsachen; Tatsache“ (Wahrig, Deutsches Wörterbuch). Legte Jesus jedoch Zeugnis ab für Wahrheit im Allgemeinen? Nein. Er hatte eine bestimmte Wahrheit im Sinn. Er beauftragte seine Nachfolger, diese Wahrheit zu verkünden, denn er gebot ihnen: „Macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe“ (Matthäus 28:19, 20). Vor dem Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge sollten Jesu wahre Nachfolger die „Wahrheit der guten Botschaft“ weltweit verkünden (Matthäus 24:3; Galater 2:14). Das würde in Erfüllung folgender Worte Jesu geschehen: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:14). Es gilt daher, herauszufinden, wer alle Nationen durch das Predigen der guten Botschaft vom Königreich die Wahrheit lehrt.
Wie man die Wahrheit kennen lernen kann
7. Wie würden wir beweisen, dass Jehova der Quell der Wahrheit ist?
7 Jehova ist der Quell der Glaubenswahrheit. Der Psalmist David bezeichnete Jehova tatsächlich als „Gott der Wahrheit“ (Psalm 31:5; 43:3). Jesus erkannte das Wort seines Vaters als Wahrheit an, und er erklärte außerdem: „Es steht in den PROPHETEN geschrieben: ‚Und sie werden alle von Jehova belehrt sein.‘ Jeder, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir“ (Johannes 6:45; 17:17; Jesaja 54:13). Wahrheitssucher müssen somit von Jehova, dem Großen Unterweiser, belehrt werden (Jesaja 30:20, 21). Sie müssen „die wahre Erkenntnis Gottes“ erlangen (Sprüche 2:5). Liebevollerweise hat Jehova die Wahrheit auf verschiedene Weise gelehrt oder übermittelt.
8. Auf welche Weise hat Gott die Wahrheit gelehrt oder übermittelt?
8 Gott gebrauchte zum Beispiel Engel, um den Israeliten das Gesetz zu übermitteln (Galater 3:19). In Träumen verhieß er den Patriarchen Abraham und Jakob, sie zu segnen (1. Mose 15:12-16; 28:10-19). Gott sprach sogar vom Himmel. Als Jesus sich taufen ließ, waren auf der Erde folgende begeisternde Worte zu hören: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe“ (Matthäus 3:17). Wir können auch dafür dankbar sein, dass Gott die Wahrheit übermittelte, indem er die Bibelschreiber inspirierte (2. Timotheus 3:16, 17). Dadurch, dass wir uns mit Gottes Wort vertraut machen, können wir also „Glauben an die Wahrheit“ haben (2. Thessalonicher 2:13).
Die Wahrheit und Gottes Sohn
9. Wie hat Gott seinen Sohn gebraucht, um die Wahrheit darzulegen?
9 Gott gebrauchte seinen Sohn, Jesus Christus, in besonderer Weise, um den Menschen die Wahrheit darzulegen (Hebräer 1:1-3). Tatsächlich redete Jesus die Wahrheit wie kein anderer Mensch vor ihm (Johannes 7:46). Sogar nach seiner Himmelfahrt enthüllte er die von seinem Vater ausgehende Wahrheit. Der Apostel Johannes erhielt zum Beispiel „eine Offenbarung von Jesus Christus, die Gott ihm gab, um seinen Sklaven die Dinge zu zeigen, die in kurzem geschehen sollen“ (Offenbarung 1:1-3).
10, 11. (a) Worum ging es bei der Wahrheit, für die Jesus Zeugnis ablegte? (b) Wie ließ Jesus die Wahrheit Wirklichkeit werden?
10 Jesus war, wie er zu Pontius Pilatus sagte, auf die Erde gekommen, um Zeugnis für die Wahrheit abzulegen. Im Verlauf seiner Predigttätigkeit zeigte Jesus, dass es bei dieser Wahrheit um die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas durch Gottes Königreich mit Christus als König ging. Doch für die Wahrheit Zeugnis abzulegen erforderte von Jesus mehr, als zu predigen und zu lehren. Jesus ließ diese Wahrheit zur Wirklichkeit werden, indem er sie erfüllte. Deshalb schrieb der Apostel Paulus: „Möge euch niemand wegen Speise und Trank oder in Hinsicht auf ein Fest oder die Beobachtung des Neumonds oder eines Sabbats richten; denn diese Dinge sind ein Schatten der künftigen Dinge, aber die Wirklichkeit gehört dem Christus“ (Kolosser 2:16, 17).
11 Die Wahrheit wurde unter anderem dadurch Wirklichkeit, dass Jesus wie vorausgesagt in Bethlehem geboren wurde (Micha 5:2; Lukas 2:4-11). Sie wurde auch zur Wirklichkeit, als sich Daniels prophetische Worte über das Erscheinen des Messias am Ende von 69 „Jahrwochen“ erfüllten. Dies geschah, als Jesus sich 29 u. Z., genau zu der vorausgesagten Zeit, Gott zur Taufe darstellte und mit heiligem Geist gesalbt wurde (Daniel 9:25; Lukas 3:1, 21, 22). Die Wahrheit wurde auch Wirklichkeit durch Jesu Dienst als Königreichsverkündiger und den Aufschluss, den er dadurch vermittelte (Jesaja 9:1, 2, 6, 7; 61:1, 2; Matthäus 4:13-17; Lukas 4:18-21). Wirklichkeit wurde sie außerdem durch seinen Tod und seine Auferstehung (Psalm 16:8-11; Jesaja 53:5, 8, 11, 12; Matthäus 20:28; Johannes 1:29; Apostelgeschichte 2:25-31).
12. Warum konnte Jesus sagen: ‘Ich bin die Wahrheit’?
12 Da sich die Wahrheit um Jesus Christus dreht, konnte er sagen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Johannes 14:6). Menschen werden von Glaubensirrtümern befreit, wenn sie sich ‘auf die Seite der Wahrheit’ stellen, indem sie Jesu Rolle in Gottes Vorsatz anerkennen (Johannes 8:32-36; 18:37). Weil schafähnliche Menschen die Wahrheit annehmen und Christus glaubensvoll nachfolgen, werden sie ewiges Leben empfangen (Johannes 10:24-28).
13. Welche drei Bereiche der biblischen Wahrheit werden wir untersuchen?
13 Die Gesamtheit der Wahrheit, die Jesus und seine von Gott inspirierten Jünger verkündeten, bildet den wahren christlichen Glauben. Von denjenigen, die „dem Glauben gehorsam [sind]“, kann somit gesagt werden, dass sie „fortfahren, in der Wahrheit zu wandeln“ (Apostelgeschichte 6:7; 3. Johannes 3, 4). Wer wandelt also heute in der Wahrheit? Wer lehrt tatsächlich alle Nationen die Wahrheit? Bei der Beantwortung dieser Fragen konzentrieren wir uns auf die ersten Christen und untersuchen die biblische Wahrheit in Bezug auf 1. die Glaubenslehren, 2. die Religionsausübung und 3. den Lebenswandel.
Die Wahrheit und die Glaubenslehren
14, 15. Was würden wir über die Einstellung der Zeugen Jehovas und der ersten Christen zur Heiligen Schrift sagen?
14 Jehovas geschriebenes Wort wurde von den ersten Christen hoch geachtet (Johannes 17:17). Es war maßgebend, wenn es um Glaubenslehren und -handlungen ging. Klemens von Alexandria, der im zweiten und dritten Jahrhundert lebte, sagte: „Wer aber willig ist, sich um des herrlichsten Lohnes willen abzumühen, wird nicht früher von dem Suchen nach der Wahrheit ablassen, als bis er den Beweis von der Heiligen Schrift selbst erhalten hat.“
15 Wie die ersten Christen haben Jehovas Zeugen hohe Achtung vor der Bibel. Sie glauben, dass „die ganze Schrift . . . von Gott inspiriert und nützlich [ist] zum Lehren“ (2. Timotheus 3:16). Betrachten wir daher einige Glaubenslehren der ersten Christen und vergleichen sie mit dem, was Jehovas heutige Diener gelernt haben, weil sie die Bibel als vorrangiges Lehrbuch verwenden.
Die Wahrheit über die Seele
16. Was ist die Wahrheit über die Seele?
16 Da die ersten Christen das glaubten, was in der Heiligen Schrift gesagt wird, lehrten sie die Wahrheit über die Seele. Sie waren mit dem Gedanken vertraut, dass „der Mensch . . . eine lebende Seele [wurde]“, als Gott ihn erschuf (1. Mose 2:7). Außerdem waren sie davon überzeugt, dass die menschliche Seele stirbt (Hesekiel 18:4; Jakobus 5:20). Und sie wussten, dass ‘sich die Toten nicht des Geringsten bewusst sind’ (Prediger 9:5, 10).
17. Wie würden wir erklären, welche Hoffnung es für die Toten gibt?
17 Die frühchristlichen Jünger Jesu hatten allerdings die sichere Hoffnung, dass alle Toten, die sich in Gottes Gedächtnis befinden, auferweckt werden oder zum Leben zurückkehren werden. Diesen Glauben brachte Paulus deutlich zum Ausdruck, denn er verkündete: „Ich habe die Hoffnung zu Gott, . . . dass es eine Auferstehung sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten geben wird“ (Apostelgeschichte 24:15). Selbst in späterer Zeit schrieb der nominelle Christ Minucius Felix: „Wo ist übrigens ein so törichter und ungeschlachter Mensch, dass er einen Widerstreit gegen den Satz wagte, ‚der Mensch könne von Gott ebenso von neuem wiedergeschaffen werden, wie er zuerst geschaffen worden? . . .‘ “ Wie die ersten Christen vertreten Jehovas Zeugen die biblische Wahrheit über die menschliche Seele, den Tod und die Auferstehung. Befassen wir uns nun damit, in welchem Verhältnis Gott und Christus zueinander stehen.
Die Wahrheit und die Dreieinigkeit
18, 19. Warum kann gesagt werden, dass die Dreieinigkeit keine biblische Lehre ist?
18 Die ersten Christen betrachteten Gott, Christus und den heiligen Geist nicht als eine Dreieinigkeit. So heißt es in der Encyclopædia Britannica: „Weder das Wort Trinität noch die Lehre als solche erscheint im Neuen Testament, noch beabsichtigten Jesus und seine Nachfolger, dem Schema Israel [ein hebräisches Gebet] im Alten Testament zu widersprechen: ‚Höre, o Israel: Der Herr, unser Gott, ist e i n Herr‘ (5. Mo. 6:4).“ Die Christen beteten weder die römische Göttertriade noch irgendwelche anderen Götter an. Sie beherzigten Jesu Aussage, dass allein Jehova Anbetung gebührt (Matthäus 4:10). Außerdem glaubten sie folgenden Worten Christi: „Der Vater ist größer als ich“ (Johannes 14:28). Jehovas Zeugen sehen das heute genauso.
19 Die frühchristlichen Nachfolger Jesu unterschieden Gott, Christus und den heiligen Geist klar und deutlich voneinander. Tatsächlich tauften sie Jünger 1. im Namen des Vaters, 2. im Namen des Sohnes und 3. im Namen des heiligen Geistes — nicht im Namen einer Dreieinigkeit. Jehovas Zeugen lehren in gleicher Weise die biblische Wahrheit und machen daher einen Unterschied zwischen Gott, seinem Sohn und dem heiligen Geist (Matthäus 28:19).
Die Wahrheit und die Taufe
20. Über welche Erkenntnis müssen Taufbewerber verfügen?
20 Jesus beauftragte seine Nachfolger, Jünger zu machen, indem sie Menschen die Wahrheit lehrten. Eine Voraussetzung für die Taufe ist eine grundlegende biblische Erkenntnis. Taufbewerber müssen zum Beispiel die Stellung und die Autorität des Vaters und seines Sohnes, Jesus Christus, anerkennen (Johannes 3:16). Sie müssen auch verstehen, dass der heilige Geist keine Person, sondern Gottes wirksame Kraft ist (1. Mose 1:2, Fußnote).
21, 22. Wie würden wir begründen, dass die Taufe Gläubigen vorbehalten ist?
21 Die frühen Christen tauften nur reumütige Personen, die wussten, worum es ging, und die sich Gott rückhaltlos hingegeben hatten, um seinen Willen zu tun. Juden und Proselyten, die sich Pfingsten 33 u. Z. in Jerusalem versammelten, verfügten bereits über eine Erkenntnis der Hebräischen Schriften. Auf das hin, was der Apostel Petrus über Jesus, den Messias, ausführte, ließen sich etwa 3 000 Personen taufen, Menschen, „die sein Wort von Herzen annahmen“ (Apostelgeschichte 2:41; 3:19 bis 4:4; 10:34-38).
22 Die christliche Taufe ist Gläubigen vorbehalten. Menschen in Samaria nahmen die Wahrheit an, und daraufhin, dass sie „Philippus glaubten, der die gute Botschaft vom Königreich Gottes und vom Namen Jesu Christi verkündigte, ließen sie sich taufen, sowohl Männer als auch Frauen“ (Apostelgeschichte 8:12). Der äthiopische Eunuch, der als gottesfürchtiger Proselyt eine Erkenntnis über Jehova besaß, nahm zunächst das an, was Philippus ihm über die Verwirklichung der messianischen Prophezeiungen darlegte, und ließ sich anschließend taufen (Apostelgeschichte 8:34-36). Bei einer späteren Gelegenheit sagte Petrus zu Kornelius und anderen Nichtjuden, dass für Gott „der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar ist“ und dass jeder, der an Jesus Christus glaubt, Vergebung der Sünden erlangt (Apostelgeschichte 10:35, 43; 11:18). All das steht im Einklang mit Jesu Gebot, ‘Jünger zu machen und sie zu lehren, alles zu halten, was er geboten hat’ (Matthäus 28:19, 20; Apostelgeschichte 1:8). Jehovas Zeugen halten sich an diese Vorgabe und lassen nur Personen zur Taufe zu, die über eine grundlegende biblische Erkenntnis verfügen und sich Gott hingegeben haben.
23, 24. Was ist die richtige Form der christlichen Taufe?
23 Vollständiges Untertauchen im Wasser ist die richtige Form der Taufe für Gläubige. Nach Jesu Taufe im Jordan ‘kam er aus dem Wasser herauf’ (Markus 1:10). Der äthiopische Eunuch ließ sich in einem „Gewässer“ taufen. Er und Philippus „stiegen beide in das Wasser hinab“, und anschließend ‘kamen sie aus dem Wasser herauf’ (Apostelgeschichte 8:36-40). In der Bibel wird die Taufe mit der Vorstellung von einem symbolischen Begräbnis verknüpft, was ebenfalls auf vollständiges Untertauchen im Wasser hinweist (Römer 6:4-6; Kolosser 2:12).
24 In einem Bibellexikon wird erklärt: „Wie die Beschreibungen bestimmter neutestamentlicher Taufen zeigen, wurden die Täuflinge unter Wasser getaucht“ (The Oxford Companion to the Bible). „Die ersten Christen wurden irgendwo, wo Wasser vorhanden war, durch Untertauchen getauft“, heißt es in einem französischen Werk (Larousse du XXe Siècle, Paris, 1928). Und in dem Buch After Jesus—The Triumph of Christianity wird gesagt: „In ihrer ursprünglichsten Form erforderte . . . [die Taufe] ein Glaubensbekenntnis des Anwärters, gefolgt von vollständigem Untertauchen im Namen Jesu.“
25. Was wird im folgenden Artikel besprochen?
25 Die erwähnten Gedanken zu den auf die Bibel gestützten Glaubenslehren und -handlungen der ersten Christen sind lediglich Beispiele. Es könnten durchaus noch weitere Entsprechungen zwischen ihren Glaubenslehren und dem, was Jehovas Zeugen glauben, angeführt werden. Im folgenden Artikel werden wir weitere Merkmale besprechen, an denen diejenigen zu erkennen sind, die den Menschen die Wahrheit lehren.
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Sie fahren fort, in der Wahrheit zu wandelnDer Wachtturm 2002 | 15. Juli
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Sie fahren fort, in der Wahrheit zu wandeln
„Ich habe keine größere Ursache zur Dankbarkeit als diese Dinge, dass ich höre, dass meine Kinder fortfahren, in der Wahrheit zu wandeln“ (3. JOHANNES 4).
1. Worum dreht sich die „Wahrheit der guten Botschaft“?
JEHOVA findet nur an denjenigen Wohlgefallen, die ihn „mit Geist und Wahrheit“ anbeten (Johannes 4:24). Die Betreffenden halten sich an die Wahrheit und erkennen alle christlichen Lehren an, die auf Gottes Wort gestützt sind. Die „Wahrheit der guten Botschaft“ dreht sich um Jesus Christus und um die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas durch das Königreich (Galater 2:14). Gott lässt Menschen, die die Lüge vorziehen, „eine Wirksamkeit des Irrtums“ zugehen. Die Rettung dagegen hängt davon ab, an die gute Botschaft zu glauben und in der Wahrheit zu wandeln (2. Thessalonicher 2:9-12; Epheser 1:13, 14).
2. Wofür war der Apostel Johannes äußerst dankbar, und welches Verhältnis hatte er zu Gajus?
2 Königreichsverkündiger sind ‘Mitarbeiter in der Wahrheit’. Wie der Apostel Johannes und sein Freund Gajus halten sie entschlossen an der Wahrheit fest und wandeln darin. Johannes schrieb, wobei er unter anderem an Gajus dachte: „Ich habe keine größere Ursache zur Dankbarkeit als diese Dinge, dass ich höre, dass meine Kinder fortfahren, in der Wahrheit zu wandeln“ (3. Johannes 3-8). Selbst wenn Gajus nicht persönlich von dem betagten Johannes in der Wahrheit belehrt worden war, war es angesichts des fortgeschrittenen Alters des Apostels, seiner christlichen Reife und seiner väterlichen Zuneigung passend, dass er den offensichtlich jüngeren Mann als eines seiner geistigen Kinder betrachtete.
Die Wahrheit und die christliche Religionsausübung
3. Worin bestand der Zweck und der Nutzen der Zusammenkünfte, die die ersten Christen abhielten?
3 Die ersten Christen kamen als Versammlung häufig in Privatwohnungen zusammen, um die Wahrheit kennen zu lernen (Römer 16:3-5). So konnten sie sich gegenseitig ermuntern und einander zur Liebe und zu vortrefflichen Werken anspornen (Hebräer 10:24, 25). Tertullian (um 155 bis nach 220 u. Z.) schrieb über nominelle Christen in späteren Zeiten: „Zusammen kommen wir zur Verlesung der göttlichen Schriften . . . Zumindest geben wir unserem Glauben mit den heiligen Worten Nahrung, richten unsere Hoffnung empor, festigen unsere Zuversicht“ (Apologeticum, Kapitel 39).
4. Welche Rolle spielt das Singen in christlichen Zusammenkünften?
4 Das Singen war wahrscheinlich ein fester Bestandteil frühchristlicher Zusammenkünfte (Epheser 5:19; Kolosser 3:16). Wie Professor Henry Chadwick schreibt, fand Celsus, ein Kritiker des 2. Jahrhunderts, die offenbar melodischen Gesänge der nominellen Christen „so schön . . ., dass er ihre Gefühlswirkung ablehnte“. Chadwick fügt hinzu: „Klemens von Alexandrien ist der erste christliche Schriftsteller, der die Frage erörtert, welche Art von Musik für den Gebrauch der Christen passend sei. Er erklärt, dass sie keine Beziehungen zu erotischer Tanzmusik haben solle“ (Die Kirche in der antiken Welt, Seite 321, 322). Genau wie die ersten Christen, die offensichtlich sangen, wenn sie zusammenkamen, singen Jehovas Zeugen regelmäßig auf die Bibel gestützte Lieder, darunter kraftvolle Hymnen, in denen Gott und das Königreich gepriesen werden.
5. (a) Wie wurde in den frühchristlichen Versammlungen Anleitung im Glauben vermittelt? (b) Wie haben wahre Christen Jesu Worte gemäß Matthäus 23:8, 9 angewandt?
5 In den frühchristlichen Versammlungen lehrten Aufseher die Wahrheit, während Dienstamtgehilfen ihren Glaubensbrüdern in verschiedener Hinsicht behilflich waren (Philipper 1:1). Eine leitende Körperschaft, die auf Gottes Wort und den heiligen Geist vertraute, sorgte für Anleitung im Glauben (Apostelgeschichte 15:6, 23-31). Es gab keine religiösen Titel, weil Jesus seinen Jüngern geboten hatte: „Lasst euch nicht Rabbi nennen, denn e i n e r ist euer Lehrer, während ihr alle Brüder seid. Des Weiteren nennt niemand auf der Erde euren Vater, denn e i n e r ist euer Vater, der himmlische“ (Matthäus 23:8, 9). Nicht nur in dieser, sondern auch in manch anderer Hinsicht bestehen Parallelen zwischen den ersten Christen und Jehovas Zeugen.
Verfolgt wegen des Predigens der Wahrheit
6, 7. Wie sind wahre Christen behandelt worden, obwohl sie eine friedliche Botschaft verkündigen?
6 Obwohl die ersten Christen eine friedliche Botschaft, die Königreichsbotschaft, verkündigten, wurden sie — genau wie Jesus — verfolgt (Johannes 15:20; 17:14). Der Historiker Johann L. von Mosheim bezeichnete die Christen des ersten Jahrhunderts als „eine Schar Menschen von harmlosestem, gutartigstem Charakter . . ., die in ihrem Sinn nie einen Wunsch oder Gedanken nährten, der dem Wohle des Staates zuwider gewesen wäre“. Dr. Mosheim führte einiges an, was die Römer gegen die Christen reizte, und erklärte weiter: „Zu diesen Ursachen kam hauptsächlich noch dieses, dass die christliche Religion mit der von anderen Völkern gar nichts gemein hatte.“ Er fügte an: „Unter den Christen waren keine Opfer, keine Tempel, keine Bildsäulen, keine Orakel, keine Priestergesellschaften; und Leute, bei welchen nichts von diesen Dingen anzutreffen war, wurden insgemein von den Unwissenden für Leute ohne Religion gehalten. Die aber für Gottesleugner angesehen wurden, zählte man auch nach den römischen Gesetzen unter die schädlichsten Leute.“
7 Priester, Kunsthandwerker und andere, die ihren Lebensunterhalt durch den Götzendienst bestritten, wiegelten das Volk gegen die Christen auf, die keine götzendienerischen Bräuche pflegten (Apostelgeschichte 19:23-40; 1. Korinther 10:14). Tertullian schrieb, dass nach allgemeiner Überzeugung „an jeder Katastrophe des Staates, an jedem Missgeschick des Volkes die Christen die Schuld trügen. Wenn der Tiber die Mauern überflutet, wenn der Nil die Felder nicht überflutet, wenn der Himmel sich nicht rührt, wenn die Erde sich bewegt, wenn eine Hungersnot, wenn eine Seuche wütet, gleich schreit man: ‚Die Christen vor den Löwen!‘ “ Wahre Christen ‘hüten sich vor Götzen’, und zwar ohne Rücksicht auf die Folgen (1. Johannes 5:21).
Die Wahrheit und religiöse Feste
8. Warum feiern diejenigen, die in der Wahrheit wandeln, kein Weihnachten?
8 Wer in der Wahrheit wandelt, macht keine unbiblischen Feste mit, weil Licht keine Teilhaberschaft mit Finsternis hat (2. Korinther 6:14-18). Er feiert zum Beispiel kein Weihnachten, ein Fest, das auf den 25. Dezember fällt. „Niemand kennt das genaue Datum der Geburt Christi“, wird in der World Book Encyclopedia eingeräumt. In der Encyclopedia Americana (Ausgabe 1956) wird erklärt: „Die Saturnalien, ein Fest, das die Römer Mitte Dezember feierten, lieferten das Vorbild für viele weihnachtliche Lustbarkeiten.“ In M’Clintocks und Strongs Cyclopædia wird festgestellt: „Die Beobachtung des Weihnachtsfestes ist nicht von Gott geboten worden, noch ist es neutestamentlichen Ursprungs.“ Und in dem Buch Er kam in sein Eigentum ist zu lesen: „Die Herden . . . verbrachten den Winter in Schafställen, und diese Einzelheit genügt, um zu beweisen, dass unser vertrautes Weihnachtsdatum im Winter kaum richtig sein kann, denn das Evangelium sagt uns, dass die Hirten auf dem Felde waren“ (Lukas 2:8-11).
9. Warum feiern heutige Diener Jehovas genau wie die ersten Christen nicht das Osterfest?
9 Mit dem Osterfest gedenkt man angeblich der Auferstehung Christi, aber in anerkannten Nachschlagewerken wird es mit der falschen Religion in Verbindung gebracht. Gemäß dem Westminster Dictionary of the Bible war Ostern „ursprünglich das Frühlingsfest zu Ehren der germanischen Licht- und Frühlingsgöttin, die im Angelsächsischen als Eastre [oder Eostre] bekannt war“. Zudem wird in der Encyclopædia Britannica (11. Ausgabe) erklärt: „Im Neuen Testament gibt es keinen Hinweis auf die Beobachtung eines Osterfestes.“ Ostern war kein frühchristliches Fest und wird auch heute nicht von Dienern Jehovas gefeiert.
10. Welche Feier setzte Jesus ein, und wer führt sie in der ursprünglichen Weise durch?
10 Jesus gebot seinen Nachfolgern nicht, seine Geburt oder seine Auferstehung zu feiern. Stattdessen setzte er eine Gedenkfeier an seinen Opfertod ein (Römer 5:8). Allein dieses Ereignis, das auch als Abendmahl des Herrn bezeichnet wird, sollten seine Jünger alljährlich feiern (Lukas 22:19, 20; 1. Korinther 11:20-26). Jehovas Zeugen tun dies bis auf den heutigen Tag.
Weltweite Verkündigung der Wahrheit
11, 12. Wie haben diejenigen, die in der Wahrheit wandeln, schon immer das Predigtwerk unterstützt?
11 Diejenigen, die die Wahrheit kennen, betrachten es als eine Ehre, ihre Zeit, ihre Kraft und ihre sonstigen Mittel für das Predigen der guten Botschaft einzusetzen (Markus 13:10). Die frühchristliche Predigttätigkeit wurde durch freiwillige Spenden unterstützt (2. Korinther 8:12; 9:7). Tertullian schrieb: „Auch wenn es eine Art Kasse gibt, wird sie nicht aus Antrittsgeldern [wie bei euren Ämtern] zusammengebracht, so als wäre die Religion käuflich. Ein bescheidenes Scherflein steuert jeder Einzelne bei an einem bestimmten Tag im Monat oder wenn er will und falls er überhaupt will und falls er überhaupt kann. Denn niemand wird gezwungen, sondern man zahlt aus freien Stücken“ (Apologeticum, Kapitel 39).
12 Das weltweite Königreichspredigtwerk der Zeugen Jehovas wird ebenfalls durch freiwillige Spenden unterstützt. Außer den Zeugen betrachten es des Weiteren dankbare Personen, die sich für die biblische Wahrheit interessieren, als eine Ehre, diese Tätigkeit durch Spenden zu unterstützen. Auch in dieser Hinsicht besteht eine Parallele zwischen den ersten Christen und Jehovas Zeugen.
Die Wahrheit und der Lebenswandel
13. Welchen Rat des Petrus in Bezug auf den Lebenswandel beherzigen Jehovas Zeugen?
13 Als Menschen, die in der Wahrheit wandelten, gehorchten die ersten Christen folgendem Rat des Apostels Petrus: „Führt euren Wandel vortrefflich unter den Nationen, damit sie in dem, worin sie gegen euch als von Übeltätern reden, zufolge eurer vortrefflichen Werke, von denen sie Augenzeugen sind, Gott verherrlichen mögen am Tag seiner Besichtigung“ (1. Petrus 2:12). Jehovas Zeugen beherzigen diese Worte ebenfalls.
14. Wie betrachten Christen unmoralische Unterhaltung?
14 Selbst nachdem der Abfall um sich gegriffen hatte, mieden nominelle Christen unmoralisches Treiben. W. D. Killen, Professor für Kirchengeschichte, schrieb: „Im zweiten und dritten Jahrhundert war das Theater in jeder größeren Stadt ein Zentrum der Verlockung; und da die Schauspieler hauptsächlich äußerst sittenlose Personen waren, appellierten ihre Aufführungen beständig an die verdorbenen Gelüste jener Zeit. . . . alle wahren Christen betrachteten das Theater mit Abscheu. . . . sie schauderten vor dessen Obszönität zurück; und das ständige Anrufen der Götter und Göttinnen des Heidentums war ihren Glaubensansichten zuwider“ (The Ancient Church, Seite 318, 319). Auch heute hüten sich Jesu wahre Nachfolger vor obszönen und sittlich entwürdigenden Formen der Unterhaltung (Epheser 5:3-5).
Die Wahrheit und die „obrigkeitlichen Gewalten“
15, 16. Was sind die „obrigkeitlichen Gewalten“, und wie sind diejenigen, die in der Wahrheit wandeln, dazu eingestellt?
15 Trotz ihres vorzüglichen Lebenswandels wurden die ersten Christen von den meisten römischen Kaisern falsch beurteilt. Wie der Historiker E. G. Hardy sagte, betrachteten die Kaiser sie als „reichlich verachtenswerte Enthusiasten“. Die Korrespondenz zwischen Plinius dem Jüngeren, Statthalter von Bithynien, und Kaiser Trajan belegt, dass die Herrschenden im Allgemeinen über die wahre Natur des christlichen Glaubens in Unkenntnis waren. Wie betrachten Christen den Staat?
16 Genau wie die frühchristlichen Nachfolger Jesu ordnen sich Jehovas Zeugen bedingt den regierenden „obrigkeitlichen Gewalten“ unter (Römer 13:1-7). Kommt es zu einem Konflikt zwischen einer Forderung von Menschen und dem Willen Gottes, nehmen sie folgenden Standpunkt ein: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5:29). Dazu heißt es in dem Buch After Jesus—The Triumph of Christianity: „Die Christen beteiligten sich wohl nicht am Kaiserkult, waren aber trotzdem keine Aufrührer, und ihre Religion, die aus Sicht der Heiden sonderbar und manchmal anstößig erschien, stellte keine echte Bedrohung für das Römische Reich dar.“
17. (a) Die ersten Christen waren Befürworter welcher Regierung? (b) Wie haben wahre Nachfolger Christi die Worte aus Jesaja 2:4 in ihrem Leben angewendet?
17 Die ersten Christen waren Befürworter des Königreiches Gottes, ebenso wie die Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob Glauben ausübten an die verheißene ‘Stadt, deren Erbauer Gott ist’ (Hebräer 11:8-10). Jesu Jünger waren wie ihr Herr „kein Teil der Welt“ (Johannes 17:14-16). Ungeachtet der Kriege und Streitigkeiten unter den Menschen jagten sie dem Frieden nach, indem sie ‘ihre Schwerter zu Pflugscharen schmiedeten’ (Jesaja 2:4). Geoffrey F. Nuttall, Dozent für Kirchengeschichte, zog eine interessante Parallele: „Die Einstellung der ersten Christen zum Krieg war ganz ähnlich wie die jener Menschen, die sich als Zeugen Jehovas bezeichnen — ein Eingeständnis, das uns nicht gerade leicht fällt.“
18. Warum hat keine Regierung irgendeinen Grund, Jehovas Zeugen zu fürchten?
18 Die ersten Christen waren zwar neutral, aber den „obrigkeitlichen Gewalten“ trotzdem untertan, und stellten demnach keine Bedrohung für irgendwelche politischen Einrichtungen dar — genau wie Jehovas Zeugen. „Wer glaubt, Jehovas Zeugen wären für eine Regierung eine Gefahr, muss eine bigotte und paranoide Denkweise haben; sie sind so wenig staatsgefährdend und so friedliebend, wie eine Religionsgemeinschaft nur sein kann“, kommentierte ein nordamerikanischer Leitartikelschreiber. Gut unterrichtete Regierungen wissen, dass sie von Jehovas Zeugen nichts zu befürchten haben.
19. Was kann hinsichtlich Steuern über die ersten Christen und über Jehovas Zeugen gesagt werden?
19 Die ersten Christen bewiesen ihre Achtung vor den „obrigkeitlichen Gewalten“ unter anderem dadurch, dass sie ihre Steuern bezahlten. Justin der Märtyrer schrieb an den römischen Kaiser Antonius Pius (138 bis 161 u. Z.), dass Christen „vor allen anderen“ ihre Steuern zahlten (1. Apologie, Kapitel 17). Und Tertullian wies die römischen Herrscher darauf hin, dass ihre Steuereinnehmer „den Christen . . . dankbar sein“ müssten für die gewissenhafte Bezahlung der Steuern (Apologeticum, Kapitel 42). Christen zogen Nutzen aus der Pax Romana, dem römischen Frieden, der sich durch Recht und Ordnung auszeichnete, ferner aus den guten Straßen und dem relativ sicheren Seeverkehr. Sie erkannten ihre Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft und beherzigten daher die Worte Jesu: „Zahlt Cäsars Dinge Cäsar zurück, Gottes Dinge aber Gott“ (Markus 12:17). Die Diener Jehovas halten sich heute ebenfalls an diesen Rat und werden immer wieder für ihre Ehrlichkeit gelobt, beispielsweise was das Zahlen von Steuern betrifft (Hebräer 13:18).
Die Wahrheit — ein vereinigendes Band
20, 21. Wie gleichen Jehovas heutige Diener den ersten Christen, was die Friedfertigkeit ihrer Bruderschaft betrifft?
20 Weil die ersten Christen in der Wahrheit wandelten, waren sie in einer friedfertigen Bruderschaft vereint, genau wie Jehovas Zeugen heute (Apostelgeschichte 10:34, 35). In einem Brief, der in der Moscow Times abgedruckt wurde, hieß es: „[Jehovas Zeugen sind] gut bekannt als nette, freundliche und sanftmütige Menschen, mit denen man sehr gut auskommt, die andere nie unter Druck setzen und die sich in ihrem Verhältnis zu ihren Mitmenschen . . . stets um ein friedliches Miteinander bemühen. Bei ihnen lässt sich niemand bestechen, unter ihnen gibt es keine Trinker oder Drogensüchtige, und dafür gibt es einen ganz simplen Grund: Sie versuchen einfach, sich in allem, was sie tun und sagen, an ihre biblisch begründete Überzeugung zu halten. Würden sich alle Menschen weltweit wenigstens bemühen, nach der Bibel zu leben, so wie es Jehovas Zeugen tun, sähe unsere grausame Welt völlig anders aus.“
21 In der Encyclopedia of Early Christianity heißt es: „Die Urkirche betrachtete sich als neues Menschengeschlecht, das früher verfeindeten Gruppen, Juden und Nichtjuden, die Möglichkeit bot, in Frieden vereint zusammenzuleben.“ Jehovas Zeugen bilden ebenfalls eine friedliebende internationale Bruderschaft — eine echte Neue-Welt-Gesellschaft (Epheser 2:11-18; 1. Petrus 5:9; 2. Petrus 3:13). Als der oberste Sicherheitsbeamte der Pretoria Show Grounds (Südafrika) sah, wie Zeugen Jehovas aller Rassen friedlich als Kongressdelegierte zusammenkamen, erklärte er: „Jeder ist und bleibt höflich, man unterhält sich nett miteinander und die Einstellung, die sie in den wenigen vergangenen Tagen offenbarten — all das bezeugt, dass die Mitglieder Ihrer Gesellschaft ein hohes Niveau haben und dass alle wie in einer glücklichen Familie zusammenleben.“
Gesegnet, weil sie die Wahrheit lehren
22. Was ist geschehen, weil Christen die Wahrheit kundmachen?
22 Paulus und anderen Christen gelang es durch ihren Lebenswandel und durch die Predigttätigkeit, ‘die Wahrheit kundzumachen’ (2. Korinther 4:2). Sind wir nicht auch der Meinung, dass Jehovas Zeugen dasselbe tun und alle Nationen die Wahrheit lehren? Menschen auf der ganzen Erde schließen sich dem wahren Glauben an und strömen in immer größerer Zahl zum „Berg des Hauses Jehovas“ (Jesaja 2:2, 3). Jedes Jahr lassen sich Tausende zum Zeichen ihrer Hingabe an Gott taufen, was zur Gründung vieler neuer Versammlungen führt.
23. Wie betrachten wir diejenigen, die alle Nationen die Wahrheit lehren?
23 Obwohl Jehovas Diener unterschiedlichster Herkunft sind, sind sie im wahren Glauben vereint. Ihre Liebe kennzeichnet sie als Jünger Jesu (Johannes 13:35). Ist für uns offensichtlich, dass ‘Gott wirklich unter ihnen ist’? (1. Korinther 14:25). Haben wir Stellung auf der Seite derjenigen bezogen, die alle Nationen die Wahrheit lehren? Wenn ja, dann können wir uns ständig dankbar erweisen für die Wahrheit und für das Vorrecht, für immer darin zu wandeln.
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