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  • Die Christen und die Gesellschaft heute
    Der Wachtturm 1993 | 1. Juli
    • Die Christen und die Gesellschaft heute

      „Ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Nationen sein“ (MATTHÄUS 24:9).

      1. Was sollte ein charakteristisches Kennzeichen des Christentums sein?

      DAS Getrenntsein von der Welt war ein charakteristisches Kennzeichen der ersten Christen. Christus sagte mit Bezug auf seine Jünger im Gebet zu seinem himmlischen Vater, Jehova: „Ich habe ihnen dein Wort gegeben, doch die Welt hat sie gehaßt, weil sie kein Teil der Welt sind, so wie ich kein Teil der Welt bin“ (Johannes 17:14). Als Jesus vor Pontius Pilatus stand, erklärte er: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt“ (Johannes 18:36). Daß sich das Urchristentum von der Welt getrennt hielt, wird sowohl in den Christlichen Griechischen Schriften als auch von Geschichtswissenschaftlern bestätigt.

      2. (a) Sollte es im Laufe der Zeit eine Änderung in dem Verhältnis der Nachfolger Jesu zur Welt geben? (b) Sollte Jesu Königreich durch die Bekehrung der Nationen kommen?

      2 Offenbarte Jesus in späterer Zeit, daß es eine Änderung in dem Verhältnis seiner Nachfolger zur Welt geben sollte und daß sein Königreich durch die Bekehrung der Welt zum Christentum kommen würde? Keineswegs. Nichts, was Jesu Nachfolger nach seinem Tod unter Inspiration aufzeichneten, liefert auch nur den geringsten Hinweis darauf (Jakobus 4:4 [geschrieben kurz vor 62 u. Z.]; 1. Johannes 2:15-17; 5:19 [geschrieben um 98 u. Z.]). Richtig ist dagegen, daß die Bibel Jesu „Gegenwart“ und das darauf folgende „Kommen“ in Königreichsmacht mit dem „Abschluß des Systems der Dinge“ verbindet — mit dem „Ende“ oder der Vernichtung des gegenwärtigen Systems als Höhepunkt (Matthäus 24:3, 14, 29, 30; Daniel 2:44; 7:13, 14). In Verbindung mit dem Zeichen, das Jesus für seine parousía oder Gegenwart gab, sagte er seine Nachfolger betreffend: „Dann wird man euch der Drangsal überliefern und wird euch töten, und ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Nationen sein“ (Matthäus 24:9).

      Wahre Christen heute

      3, 4. (a) Was wird in einer katholischen Enzyklopädie über die ersten Christen gesagt? (b) Mit welchen ähnlichen Worten werden Jehovas Zeugen und die ersten Christen beschrieben?

      3 Welche Glaubensgemeinschaft hat sich heute den Ruf erworben, treu an christlichen Grundsätzen festzuhalten und sich von der Welt getrennt zu halten, wobei ihre Mitglieder gehaßt und verfolgt werden? Welche weltweite christliche Organisation entspricht in jeder Hinsicht den historischen Beschreibungen der ersten Christen? In der New Catholic Encyclopedia (Band 3, Seite 694) wird über sie gesagt: „Die urchristliche Gemeinschaft, die zunächst nur als eine weitere Sekte innerhalb des jüdischen Umfelds betrachtet wurde, erwies sich als einzigartig sowohl in ihrer theologischen Lehre als auch besonders im Eifer ihrer Mitglieder, die als Zeugen Christi dienten, und zwar ‚in ganz Judäa und Samaria und selbst bis zu den Enden der Erde‘ (Apostelgeschichte 1,8).“

      4 Man beachte die Aussagen „als eine weitere Sekte ... betrachtet“, „einzigartig ... in ihrer ... Lehre“ und „Eifer ... als Zeugen“. Und nun beachte man, wie in derselben Enzyklopädie Jehovas Zeugen beschrieben werden: „Eine Sekte ... Die Zeugen sind fest davon überzeugt, daß in wenigen Jahren das Ende der Welt kommt. Dieser lebendige Glaube scheint die stärkste Triebkraft hinter ihrem unermüdlichen Eifer zu sein. ... Die grundlegende Verpflichtung jedes Mitglieds der Sekte ist, für Jehova Zeugnis zu geben, und zwar durch die Verkündigung seines kommenden Königreiches. ... Sie betrachten die Bibel als Quelle ihres Glaubens und Richtschnur für ihr Verhalten ... Als echter Zeuge muß man auf die eine oder andere Weise wirkungsvoll predigen“ (Band 7, Seite 864, 865).

      5. (a) In welcher Hinsicht sind die Lehren von Jehovas Zeugen einzigartig? (b) Zeige anhand von Beispielen, daß die Glaubensansichten von Jehovas Zeugen mit der Bibel im Einklang sind.

      5 In welcher Hinsicht sind die Lehren von Jehovas Zeugen einzigartig? In der New Catholic Encyclopedia werden einige Lehren erwähnt: „Sie [Jehovas Zeugen] verwerfen die Dreieinigkeit als heidnische Götzenanbetung ... Sie betrachten Jesus als den größten Zeugen Jehovas, als ‚einen Gott‘ (so übersetzen sie Joh 1,1), der niemand anders über sich hat als Jehova. ... Er starb als Mensch und wurde als unsterblicher Geistsohn auferweckt. Seine Leiden und sein Tod waren der Preis, den er bezahlte, um für die Menschen das Recht wiederzuerlangen, ewig auf der Erde zu leben. Tatsächlich hofft die ‚große Schar‘ (Off 7,9) treuer Zeugen auf ein irdisches Paradies; nur 144 000 Treue (Off 7,4; 14,1, 4) sollen himmlische Herrlichkeit mit Christus erlangen. Die Bösen werden die vollständige Vernichtung erleiden. ... Die Taufe, die die Zeugen durch Untertauchen vollziehen ..., [ist] das äußerliche Symbol ihrer Hingabe an den Dienst für Jehova Gott. ... Jehovas Zeugen haben durch die Verweigerung von Bluttransfusionen öffentliche Aufmerksamkeit erregt ... Ihre eheliche und geschlechtliche Moral ist ziemlich streng.“ Mit diesen Ansichten mögen Jehovas Zeugen zwar allein dastehen, aber ihre Haltung zu sämtlichen Punkten stützt sich fest auf die Bibel (Psalm 37:29; Matthäus 3:16; 6:10; Apostelgeschichte 15:28, 29; Römer 6:23; 1. Korinther 6:9, 10; 8:6; Offenbarung 1:5).

      6. Welche Haltung haben Jehovas Zeugen beibehalten? Warum?

      6 Das katholische Werk fügt noch hinzu, daß 1965 (offenbar das Jahr, in dem der Beitrag verfaßt wurde) „die Zeugen sich noch nicht als zu der Gesellschaft gehörend betrachteten, in der sie leben“. Der Verfasser glaubte offenbar, die Zeugen würden im Laufe der Zeit und mit zunehmender Zahl „mehr und mehr die Merkmale einer Kirche im Gegensatz zu denen einer Sekte“ annehmen, also ein Teil der Welt werden. Doch das ist nicht der Fall gewesen. Heute gibt es zwar viermal so viele Zeugen Jehovas wie 1965, aber sie haben ihre Haltung zur Welt unbeirrt beibehalten. „Sie sind kein Teil der Welt“, so wie Jesus „kein Teil der Welt“ war (Johannes 17:16).

      Nicht dazugehörend, dennoch nicht feindlich gesinnt

      7, 8. Wodurch zeichnen sich Jehovas Zeugen heute aus, was auch schon auf die ersten Christen zutraf?

      7 Robert M. Grant zitiert in seinem Buch Christen als Bürger im Römischen Reich Justin den Märtyrer, einen Apologeten des 2. Jahrhunderts, der die ersten Christen wie folgt verteidigte: „Wenn die Christen revolutionär gesinnt wären, würden sie sich verborgen halten, um ihr Ziel zu erreichen. ... sie sind die besten Verbündeten des Kaisers in der Sache des Friedens und einer stabilen Ordnung.“ Ebenso sind Jehovas Zeugen heute in der ganzen Welt als friedliebende, ordentliche Bürger bekannt. Regierungen — ungeachtet des Systems — wissen, daß sie von Jehovas Zeugen nichts zu befürchten haben.

      8 Ein nordamerikanischer Leitartikelschreiber äußerte sich wie folgt: „Wer glaubt, Jehovas Zeugen wären für eine Regierung eine Gefahr, muß eine bigotte und paranoide Denkweise haben; sie sind so wenig staatsgefährdend und so friedliebend, wie eine Religionsgemeinschaft nur sein kann.“ Jean-Pierre Cattelain schreibt in seinem Buch L’objection de conscience (Verweigerung aus Gewissensgründen): „Die Zeugen sind der Obrigkeit vollkommen untertan und halten im allgemeinen die Gesetze; sie zahlen ihre Steuern und suchen keine Regierung in Frage zu stellen, zu ändern oder zu stürzen, denn sie kümmern sich nicht um die Angelegenheiten dieser Welt.“ Wie Cattelain weiter ausführt, verweigern Zeugen Jehovas nur dann den Gehorsam, wenn der Staat auf sie selbst Anspruch erhebt, da sie sich vollständig Gott hingegeben haben. In dieser Hinsicht erinnern sie sehr an die ersten Christen (Markus 12:17; Apostelgeschichte 5:29).

      Von der herrschenden Klasse nicht verstanden

      9. Worin unterschieden sich die ersten Christen wesentlich von den heutigen Katholiken, was das Getrenntsein von der Welt betrifft?

      9 Die meisten römischen Kaiser verstanden die ersten Christen nicht und verfolgten sie. In dem von einigen in das 2. Jahrhundert u. Z. datierten Diognetbrief wird der Grund genannt: „Die Christen wohnen in der Welt, aber sie stammen nicht aus der Welt.“ Dagegen forderte das Zweite Vatikanische Konzil in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche die Katholiken auf, in der „Regelung der zeitlichen Dinge das Reich Gottes zu suchen“ und „zur Heiligung der Welt ... von innen her beizutragen“.

      10. (a) Wie betrachtete die herrschende Klasse die ersten Christen? (b) Wie werden Jehovas Zeugen oft betrachtet, und wie reagieren sie darauf?

      10 Wie der Historiker E. G. Hardy erklärt, hielten die römischen Kaiser die ersten Christen für „reichlich verachtenswerte Enthusiasten“. Der französische Historiker Étienne Trocmé spricht von „der Geringschätzung, mit der gebildete griechische und römische Beamte diese in ihren Augen äußerst seltsame orientalische Sekte [die Christen] betrachteten“. Der Briefwechsel zwischen Plinius dem Jüngeren, dem römischen Statthalter von Bithynien, und Kaiser Trajan zeigt, daß die herrschende Klasse im allgemeinen nichts über das wahre Wesen des Christentums wußte. Ebenso werden Jehovas Zeugen heute von den Regierenden der Welt oft nicht verstanden und sogar verachtet. Das ist für die Zeugen weder überraschend, noch sind sie darüber bestürzt (Apostelgeschichte 4:13; 1. Petrus 4:12, 13).

      „Überall widersprochen“

      11. (a) Was wurde über die ersten Christen gesagt, und was wird über Jehovas Zeugen gesagt? (b) Warum halten sich Jehovas Zeugen aus der Politik heraus?

      11 Über die ersten Christen wurde gesagt: „Was diese Sekte betrifft, ist uns bekannt, daß ihr überall widersprochen wird“ (Apostelgeschichte 28:22). Im 2. Jahrhundert u. Z. behauptete der Heide Celsus, das Christentum würde nur den Abschaum der Menschheit ansprechen. In ähnlicher Weise ist über Jehovas Zeugen gesagt worden, daß „sie zum größten Teil den Unterprivilegierten unserer Gesellschaft entstammen“. Wie der Kirchenhistoriker August Neander berichtet, „bezeichnete man die Christen als der Welt abgestorbene, für das Leben unbrauchbare Menschen“, und man fragte sich: „Was sollte aus dem Verkehr des Lebens werden, wenn es Alle so machten?“ Weil sich Jehovas Zeugen aus der Politik heraushalten, werden auch sie oft beschuldigt, nutzlose Mitglieder der menschlichen Gesellschaft zu sein. Doch wie könnten sie politische Aktivisten sein und gleichzeitig Gottes Königreich als einzige Hoffnung für die Menschheit vertreten? Jehovas Zeugen beherzigen folgende Worte des Apostels Paulus: „Leide mit mir als guter Soldat Christi Jesu. Keiner, der in den Krieg zieht, läßt sich in Alltagsgeschäfte verwickeln, denn er will, daß sein Heerführer mit ihm zufrieden ist“ (2. Timotheus 2:3, 4, Einheitsübersetzung, ökumenischer Text).

      12. In welchem wichtigen Bereich halten sich Jehovas Zeugen genau wie die ersten Christen von der Welt getrennt?

      12 Professor K. S. Latourette schreibt in seinem Buch: „Zu den Streitpunkten, bei denen sich die ersten Christen gegen die griechisch-römische Welt stellten, gehörte die Beteiligung am Krieg. In den ersten drei Jahrhunderten verzeiht keine christliche Schrift, die bis in unsere Zeit überdauert hat, die Beteiligung von Christen am Krieg“ (A History of Christianity). In Edward Gibbons Werk Geschichte des Verfalles und Unterganges des römischen Weltreiches wird gesagt: „Es war unmöglich, daß Christen, ohne eine heiligere Pflicht zu verläugnen, den Charakter von Kriegern, obrigkeitlichen Personen oder Fürsten annehmen konnten.“ Die gleiche Haltung der strikten Neutralität nehmen Jehovas Zeugen heute ein, und sie befolgen die biblischen Grundsätze, die in Jesaja 2:2-4 und Matthäus 26:52 umrissen werden.

      13. Welche Anschuldigung wird gegen Jehovas Zeugen vorgebracht, doch was zeigen die Tatsachen?

      13 Jehovas Zeugen werden von ihren Gegnern beschuldigt, Familien zu zerstören. Es gibt natürlich Fälle von religiös geteilten Familien, weil ein oder mehrere Angehörige Zeugen Jehovas geworden sind. Jesus sagte voraus, daß das geschehen würde (Lukas 12:51-53). Wie Statistiken erkennen lassen, ist es jedoch die Ausnahme, daß Ehen aus diesem Grund zerbrechen. In Frankreich kommt beispielsweise unter Zeugen Jehovas auf zwei Ehen, in denen beide Zeugen sind, eine religiös gemischte Ehe. Doch die Scheidungsrate ist bei diesen Mischehen keineswegs höher als der nationale Durchschnitt. Warum? Die Apostel Paulus und Petrus gaben Christen, die mit Ungläubigen verheiratet sind, weisen inspirierten Rat, und Zeugen Jehovas bemühen sich, ihre Worte zu beherzigen (1. Korinther 7:12-16; 1. Petrus 3:1-4). Wenn eine Mischehe auseinanderbricht, geht die Initiative fast immer von dem Partner aus, der kein Zeuge ist. Andererseits sind Tausende von Ehen gerettet worden, weil die Eheleute Zeugen Jehovas wurden und in ihrem Leben biblische Grundsätze anzuwenden begannen.

      Christen, keine Trinitarier

      14. Welche Anschuldigung wurde gegen die ersten Christen vorgebracht, aber inwiefern war das paradox?

      14 Paradoxerweise wurden die ersten Christen im Römischen Reich unter anderem beschuldigt, Atheisten zu sein. Dr. August Neander schrieb: „Götterläugner oder Gottesläugner ... [war] der gewöhnliche Name der Christen im Munde des Volkes.“ Wie seltsam, daß Christen, die statt einer Vielzahl von Göttern den lebendigen Schöpfer anbeteten, von Heiden, die „keine Götter, sondern das Werk von Menschenhänden, Holz und Stein“, anbeteten, als Gottesleugner tituliert wurden (Jesaja 37:19).

      15, 16. (a) Was haben einige Religionsvertreter über Jehovas Zeugen gesagt, doch zu welcher Frage gibt das Anlaß? (b) Was zeigt, daß Jehovas Zeugen wirklich Christen sind?

      15 Genauso paradox ist es, wenn heute von gewissen Autoritäten in der Christenheit geleugnet wird, daß Jehovas Zeugen Christen sind. Womit wird es begründet? Weil Jehovas Zeugen die Dreieinigkeit oder Trinität ablehnen. Gemäß der voreingenommenen Definition der Christenheit sind „Christen ... diejenigen, die Christus als Gott anerkennen“. Im Gegensatz dazu definiert ein modernes Wörterbuch den Begriff „Christ“ als „jemand, der an Jesus Christus glaubt und seiner Lehre nachfolgt“, und „Christentum“ als „die Religion, die auf die Lehren Jesu Christi und auf den Glauben gestützt ist, daß er der Sohn Gottes war“. Welche Gruppe kommt dieser Beschreibung am nächsten?

      16 Jehovas Zeugen lassen das gelten, was Jesus selbst darüber sagte, wer er sei. Er erklärte: „Ich bin Gottes Sohn“, nicht: „Ich bin Gott, der Sohn“ (Johannes 10:36; vergleiche Johannes 20:31). Sie akzeptieren das, was der Apostel Paulus unter Inspiration über Jesus schrieb: „Obwohl er göttlichen Wesens war, wollte er doch die Gottgleichheit nicht an sich reißen“ (Philipper 2:6, Thimme).a In einem Buch heißt es: „Jesus Christus sprach nie von einer solchen Erscheinung [einer gleichrangigen Dreieinigkeit], und im Neuen Testament erscheint nirgendwo das Wort ‚Dreieinigkeit‘. Diese Lehre wurde erst 300 Jahre nach dem Tode unseres Herrn in die Kirche aufgenommen; und ihr Ursprung ist völlig heidnisch“ (The Paganism in Our Christianity). Jehovas Zeugen anerkennen das, was die Bibel über Christus lehrt. Sie sind Christen, keine Trinitarier.

      Kein Ökumenismus

      17. Warum arbeiten Jehovas Zeugen nicht mit der ökumenischen oder interkonfessionellen Bewegung zusammen?

      17 Zwei weitere Klagen werden gegen Jehovas Zeugen erhoben: zum einen, daß sie die Beteiligung an der ökumenischen Bewegung verweigern, und zum anderen, daß sie eine „aggressive Proselytenmacherei“ betreiben. Beides wurde auch den ersten Christen vorgeworfen. Die Christenheit, bestehend aus dem katholischen, dem orthodoxen und dem protestantischen Lager, ist unleugbar ein Teil der Welt. Jehovas Zeugen sind dagegen wie Jesus „kein Teil der Welt“ (Johannes 17:14). Wie könnten sie sich also durch interkonfessionelle Bestrebungen mit Religionsgemeinschaften verbinden, die einen unchristlichen Lebenswandel und unchristliche Glaubensansichten fördern?

      18. (a) Warum kann man Jehovas Zeugen nicht kritisieren, weil sie behaupten, die allein wahre Religion auszuüben? (b) Was haben Katholiken nicht, obwohl sie überzeugt sind, die wahre Religion auszuüben?

      18 Wer kann Jehovas Zeugen rechtmäßig kritisieren, weil sie wie die ersten Christen glauben, allein die wahre Religion auszuüben? Selbst die katholische Kirche, die zwar heuchlerisch behauptet, mit der ökumenischen Bewegung zusammenzuarbeiten, verkündet: „[Die] einzige wahre Religion, so glauben wir, ist verwirklicht in der katholischen, apostolischen Kirche, die von Jesus dem Herrn den Auftrag erhalten hat, sie unter allen Menschen zu verbreiten. Er sprach ja zu den Aposteln: ‚Gehet hin, und lehret alle Völker‘“ (Zweites Vatikanisches Konzil, „Erklärung über die Religionsfreiheit“). Doch offensichtlich genügt ein solcher Glaube nicht, um Katholiken mit unermüdlichem Eifer zu erfüllen, so daß sie hingehen und lehren, das heißt Jünger machen.

      19. (a) Wozu sind Jehovas Zeugen entschlossen, und was ist ihr Beweggrund? (b) Was wird im nächsten Artikel behandelt?

      19 Jehovas Zeugen besitzen diesen Eifer. Sie sind entschlossen, weiterhin Zeugnis zu geben, solange Gott das von ihnen wünscht (Matthäus 24:14). Sie verrichten ihre Zeugnistätigkeit eifrig, nicht aggressiv. Kein Menschenhaß, sondern Nächstenliebe veranlaßt sie dazu. Sie hoffen, daß möglichst viele Menschen gerettet werden (1. Timotheus 4:16). Wie die ersten Christen bemühen sie sich, „mit allen Menschen Frieden [zu halten]“ (Römer 12:18). Wie sie das tun, wird im nächsten Artikel behandelt.

      [Fußnote]

      a Eine Abhandlung über diese Passage enthält Der Wachtturm vom 15. September 1971, Seite 547, 548.

  • In Weisheit gegenüber der Welt wandeln
    Der Wachtturm 1993 | 1. Juli
    • In Weisheit gegenüber der Welt wandeln

      „Fahrt fort, in Weisheit gegenüber den Außenstehenden zu wandeln“ (KOLOSSER 4:5).

      1. Womit wurden die ersten Christen konfrontiert, und welchen Rat gab Paulus der Versammlung in Kolossä?

      DIE ersten Christen, die in den Städten der römischen Welt lebten, wurden ständig mit Götzendienst, mit Sittenlosigkeit und Vergnügungssucht sowie mit heidnischen Riten und Bräuchen konfrontiert. Wer von ihnen in Kolossä, einer Stadt im Westen Kleinasiens, wohnte, kam zweifellos mit der Anbetung der Muttergottheit und dem Spiritismus der einheimischen Phrygier, mit der heidnischen Philosophie der griechischen Siedler und mit dem Judaismus der jüdischen Kolonie in Berührung. Der Apostel Paulus riet der Christenversammlung, solchen „Außenstehenden“ gegenüber weiterhin „in Weisheit ... zu wandeln“ (Kolosser 4:5).

      2. Warum müssen Jehovas Zeugen heute in Weisheit gegenüber den Außenstehenden wandeln?

      2 Heute werden Jehovas Zeugen mit ähnlichen, ja sogar mit noch weit mehr falschen Praktiken konfrontiert. Auch sie müssen in ihrem Verhältnis zu Personen außerhalb der wahren Christenversammlung Weisheit offenbaren. Viele Mitarbeiter in religiösen und in politischen Einrichtungen sowie in den Medien sind ihnen nicht wohlgesinnt. Manche dieser Gegner versuchen durch direkte Angriffe — aber häufiger noch durch versteckte Andeutungen —, den Ruf der Zeugen Jehovas in den Schmutz zu ziehen und Vorurteile gegen sie zu schüren. Genauso, wie die ersten Christen zu Unrecht als fanatische und sogar als gefährliche „Sekte“ betrachtet wurden, werden Jehovas Zeugen heute oft Opfer von Vorurteilen und Mißverständnissen (Apostelgeschichte 24:14; 1. Petrus 4:4).

      Vorurteile abbauen

      3, 4. (a) Warum werden wahre Christen niemals in der Welt beliebt sein, aber was sollten wir dennoch versuchen? (b) Was schrieb eine Autorin über Zeugen Jehovas, die in einem nationalsozialistischen Konzentrationslager waren?

      3 Wahre Christen erwarten nicht, in der Welt beliebt zu sein, die nach den Worten des Apostels Johannes „in der Macht dessen [liegt], der böse ist“ (1. Johannes 5:19). Trotzdem werden Christen in der Bibel ermuntert, Einzelpersonen für Jehova und die wahre Anbetung zu gewinnen. Das tun wir durch direktes Zeugnisgeben, aber auch durch unser gutes Benehmen. Der Apostel Petrus schreibt: „Führt euren Wandel vortrefflich unter den Nationen, damit sie in dem, worin sie gegen euch als von Übeltätern reden, zufolge eurer vortrefflichen Werke, von denen sie Augenzeugen sind, Gott verherrlichen mögen am Tag seiner Besichtigung“ (1. Petrus 2:12).

      4 Sylvia Salvesen berichtet in ihrem Buch von zwei Zeuginnen, die zusammen mit ihr in einem nationalsozialistischen Konzentrationslager waren: „Die beiden, Käthe und Margarethe, sowie viele weitere haben mir sehr geholfen, und zwar nicht nur durch ihren Glauben, sondern auch in praktischen Dingen. Sie besorgten uns die ersten sauberen Tücher für unsere Wunden ... Kurz gesagt, wir befanden uns unter Menschen, die uns wohlgesinnt waren und die ihre freundschaftlichen Gefühle durch ihre Handlungen bewiesen“ (Forgive—But Do Not Forget). Welch ein hervorragendes Zeugnis von „Außenstehenden“!

      5, 6. (a) Welches Werk führt Christus gegenwärtig durch, und was dürfen wir nie vergessen? (b) Wie sollten wir gegenüber den Menschen in der Welt eingestellt sein, und warum?

      5 Durch unser kluges Verhalten gegenüber Außenstehenden können wir viel dazu beitragen, Vorurteile abzubauen. Zugegeben, wir leben in der Zeit, wo unser regierender König, Christus Jesus, die Menschen der Nationen voneinander trennt, „so wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken trennt“ (Matthäus 25:32). Doch wir dürfen nie vergessen, daß Christus der Richter ist; er entscheidet darüber, wer die „Schafe“ sind und wer zu den „Ziegenböcken“ gehört (Johannes 5:22).

      6 Das sollte unsere Einstellung gegenüber den Menschen beeinflussen, die nicht zur Organisation Jehovas gehören. Für uns mögen sie weltlich gesinnt sein, aber sie gehören zu der Menschenwelt, die Gott „so sehr ... geliebt [hat], daß er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe“ (Johannes 3:16). Es ist weit besser, andere als voraussichtliche Schafe zu betrachten, statt sie anmaßend als Ziegenböcke zu verurteilen. Einige, die der Wahrheit früher heftigen Widerstand geleistet haben, sind heute Gott hingegebene Zeugen. Und viele von ihnen wurden zunächst durch Freundlichkeit gewonnen, bevor sie auf ein direktes Zeugnis positiv reagierten. Siehe zum Beispiel das Bild auf Seite 18.

      Eifrig, nicht aggressiv

      7. Welche Kritik äußerte der Papst, doch welche Frage könnten wir stellen?

      7 Papst Johannes Paul II. kritisierte Sekten im allgemeinen und Jehovas Zeugen im besonderen, als er erklärte: „Der fast aggressive Eifer, mit dem manche neue Anhänger suchen, indem sie von Haus zu Haus gehen oder Passanten an den Straßenecken aufhalten, ist eine sektiererische Verfälschung des apostolischen und missionarischen Eifers.“ Man könnte fragen: Wenn man uns „eine sektiererische Verfälschung des apostolischen und missionarischen Eifers“ vorwirft, wo ist denn dann der echte Evangelisierungseifer zu finden? Gewiß weder unter den Katholiken noch unter den Protestanten, noch unter den Mitgliedern der orthodoxen Kirchen.

      8. Wie sollten wir den Haus-zu-Haus-Dienst durchführen, und welches Ergebnis erhoffen wir?

      8 Trotzdem sollten wir, um jeden Vorwurf, wir würden bei unserem Zeugnisgeben aggressiv vorgehen, zu widerlegen, stets freundlich, respektvoll und höflich sein, wenn wir die Menschen ansprechen. Der Jünger Jakobus schreibt: „Wer ist weise und verständig unter euch? Er zeige aus seinem vortrefflichen Wandel seine Werke mit einer Sanftmut, die zur Weisheit gehört“ (Jakobus 3:13). Der Apostel Paulus ermahnt uns, „nicht streitsüchtig zu sein“ (Titus 3:2). Warum beispielsweise nicht aufrichtiges Interesse an der Meinung einer Person zeigen, der wir Zeugnis geben, statt ihre Glaubensansichten offen zu verurteilen? Nachdem sich die Person geäußert hat, können wir ihr die in der Bibel enthaltene gute Botschaft darlegen. Menschen anderen Glaubens auf positive Weise anzusprechen und ihnen gebührenden Respekt zu erweisen trägt dazu bei, daß sie eher geneigt sind zuzuhören, und sie werden möglicherweise erkennen, welchen Wert die Botschaft der Bibel hat. Es kann durchaus dazu führen, daß einige „Gott verherrlichen“ (1. Petrus 2:12).

      9. Wie können wir den Rat anwenden, den Paulus gibt (a) gemäß Kolosser 4:5? (b) gemäß Kolosser 4:6?

      9 Der Apostel Paulus gibt den Rat: „Fahrt fort, in Weisheit gegenüber den Außenstehenden zu wandeln, indem ihr die gelegene Zeit für euch auskauft“ (Kolosser 4:5). J. B. Lightfoot erklärt den letzten Teil wie folgt: „Sich keine Gelegenheit entgehen lassen, etwas zu sagen und zu tun, was die Sache Gottes fördern mag“ (Kursivschrift von uns). Ja, wir müssen zur gelegenen Zeit zu Worten und zu Taten bereit sein. Es zeugt auch von Weisheit, für unsere Besuche eine passende Tageszeit zu wählen. Wird unsere Botschaft zurückgewiesen, weil die Menschen sie nicht schätzen, oder geschieht es, weil wir zu einer Zeit vorsprechen, die wahrscheinlich ungünstig ist? Paulus sagt außerdem: „Eure Rede sei stets gefällig, mit Salz gewürzt, damit ihr wißt, wie ihr jedem zu antworten habt“ (Kolosser 4:6). Das erfordert Voraussicht und echte Nächstenliebe. Wir möchten die Königreichsbotschaft stets auf gefällige Weise darbieten.

      Respektvoll und ‘bereit für jedes gute Werk’

      10. (a) Welchen Rat gab der Apostel Paulus den Christen auf Kreta? (b) Inwiefern haben Jehovas Zeugen den Rat des Paulus vorbildlich befolgt?

      10 Wir dürfen biblische Grundsätze nicht preisgeben. Allerdings sollten wir uns auch nicht auf unnötige Auseinandersetzungen wegen Fragen einlassen, die die christliche Lauterkeit überhaupt nicht berühren. Der Apostel Paulus wies seinerzeit auf folgendes hin: „Erinnere sie [die Christen auf Kreta] weiterhin daran, Regierungen und Gewalten als Herrschern untertan und gehorsam zu sein, bereit zu sein für jedes gute Werk, von niemandem nachteilig zu reden, nicht streitsüchtig zu sein, sondern vernünftig, indem sie allen Menschen gegenüber alle Milde an den Tag legen“ (Titus 3:1, 2). Der Bibelgelehrte E. F. Scott kommentiert diese Passage wie folgt: „Christen sollen nicht nur der Obrigkeit gehorchen, sondern müssen zu jedem guten Werk bereit sein. Das ... bedeutet, daß Christen nötigenfalls vor allen anderen Gemeinsinn zeigen müssen. Es würde ständig Brände, Seuchen und Unglücksfälle verschiedenster Art geben, bei denen alle guten Bürger versuchen würden, ihren Mitbürgern zu helfen.“ Auf der ganzen Welt sind Jehovas Zeugen bei vielen Katastrophen unter den ersten gewesen, die Hilfsmaßnahmen eingeleitet haben. Und sie haben nicht nur ihren Glaubensbrüdern geholfen, sondern auch Außenstehenden.

      11, 12. (a) Wie sollten Christen gegenüber der Obrigkeit handeln? (b) Was schließt die Unterordnung unter die Obrigkeit in Verbindung mit dem Bau von Königreichssälen ein?

      11 Die Aussage aus dem Brief des Paulus an Titus unterstreicht zudem, wie wichtig es ist, eine respektvolle Einstellung zur Obrigkeit einzunehmen. Junge Christen, die wegen ihrer neutralen Haltung vor Gericht stehen, sollten besonders darauf achten, in Weisheit gegenüber den Außenstehenden zu wandeln. Sie können durch ihre äußere Erscheinung, ihr Benehmen und die Art und Weise, wie sie mit solchen hochgestellten Persönlichkeiten sprechen, viel zum guten Ruf des Volkes Jehovas beitragen — oder dem Ruf schaden. Sie sollten „dem, der Ehre verlangt, die Ehre“ erstatten und ihre Verteidigung mit tiefem Respekt vorbringen (Römer 13:1-7; 1. Petrus 2:17; 3:15).

      12 Zur Obrigkeit gehören des weiteren lokale Behörden. Da heute immer mehr Königreichssäle gebaut werden, sind Kontakte zu lokalen Behörden unvermeidlich. Älteste stoßen oft auf Vorurteile. Es erweist sich jedoch immer wieder, daß dort, wo Vertreter der Versammlung ein gutes Verhältnis zu den Behörden entwickeln und mit der Stadtplanungsbehörde zusammenarbeiten, solche Vorurteile überwunden werden können. Oft erhalten Personen ein gutes Zeugnis, die zuvor wenig oder gar nichts über Jehovas Zeugen und ihre Botschaft gewußt haben.

      ‘Wenn möglich, haltet mit allen Frieden’

      13, 14. Welchen Rat gab Paulus den Christen in Rom, und wie können wir ihn befolgen, wenn wir mit Außenstehenden zu tun haben?

      13 Paulus gab den Christen, die im heidnischen Rom lebten, folgenden Rat: „Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Sorgt für die Dinge, die in den Augen aller Menschen vortrefflich sind. Wenn möglich, haltet, soweit es von euch abhängt, mit allen Menschen Frieden. Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt dem Zorn Raum; denn es steht geschrieben: ‚Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht Jehova.‘ Doch ‚wenn dein Feind hungrig ist, speise ihn; wenn er durstig ist, gib ihm etwas zu trinken; denn wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt häufen‘. Laß dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse stets mit dem Guten“ (Römer 12:17-21).

      14 Wenn wir als wahre Christen mit Außenstehenden zu tun haben, wird es sich kaum vermeiden lassen, daß wir auf Gegner treffen. In der oben zitierten Passage zeigte Paulus, daß man sich klugerweise bemühen sollte, Widerstand durch freundliches Handeln zu überwinden. Gleichsam wie feurige Kohlen können solche Freundlichkeiten einen Gegner erweichen und ihn dazu bringen, gegenüber Jehovas Volk eine freundlichere Gesinnung zu entwickeln, ja vielleicht sogar sein Interesse an der guten Botschaft wecken. Wenn das geschieht, wird das Böse mit dem Guten besiegt.

      15. Wann müssen Christen besonders darauf achten, in Weisheit gegenüber den Außenstehenden zu wandeln?

      15 In Weisheit gegenüber den Außenstehenden zu wandeln ist besonders in Familien wichtig, in denen ein Ehepartner die Wahrheit noch nicht angenommen hat. Durch das Beachten biblischer Grundsätze werden die Menschen bessere Ehemänner und Ehefrauen sowie bessere Väter und Mütter; auch werden Kinder gehorsamer sein und sich in der Schule mehr anstrengen. Ein Ungläubiger sollte erkennen können, welch gute Auswirkungen biblische Grundsätze auf einen Gläubigen haben. So mögen einige „durch den Wandel“ Gott hingegebener Angehöriger „ohne ein Wort gewonnen werden“ (1. Petrus 3:1, 2).

      „Gegenüber allen das Gute wirken“

      16, 17. (a) Welche Schlachtopfer sind Gott wohlgefällig? (b) Wie sollten wir gegenüber unseren Glaubensbrüdern und gegenüber den Außenstehenden „das Gute wirken“?

      16 Das Beste, was wir für unsere Mitmenschen tun können, ist, ihnen die Botschaft des Lebens zu überbringen und sie über die Versöhnung mit Jehova durch Jesus Christus zu belehren (Römer 5:8-11). Daher fordert Paulus uns auch auf: „Durch ihn [Christus] laßt uns Gott allezeit ein Schlachtopfer der Lobpreisung darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die eine öffentliche Erklärung für seinen Namen abgeben“ (Hebräer 13:15). Paulus sagt weiter: „Überdies, vergeßt nicht, Gutes zu tun und die Dinge mit anderen zu teilen, denn solche Schlachtopfer sind Gott wohlgefällig“ (Hebräer 13:16). Neben unserem öffentlichen Zeugnisgeben sollten wir nicht vergessen, „Gutes zu tun“. Es bildet einen festen Bestandteil der Schlachtopfer, die Gott wohlgefällig sind.

      17 Natürlich tun wir auch unseren Glaubensbrüdern Gutes, die in emotioneller, geistiger, physischer oder in materieller Hinsicht Hilfe benötigen. Darauf macht Paulus mit folgenden Worten aufmerksam: „Laßt uns denn, solange wir günstige Zeit dafür haben, gegenüber allen das Gute wirken, besonders aber gegenüber denen, die uns im Glauben verwandt sind“ (Galater 6:10; Jakobus 2:15, 16). Wir dürfen dabei allerdings nicht die Worte vergessen: „Laßt uns ... gegenüber allen das Gute wirken.“ Eine Freundlichkeit, die wir einem Verwandten, einem Nachbarn oder einem Arbeitskollegen erweisen, kann viel dazu beitragen, Vorurteile, die der Betreffende gegen uns haben mag, abzubauen und sein Herz für die Wahrheit zu öffnen.

      18. (a) Vor welchen Gefahren müssen wir uns hüten? (b) Wie können wir unsere öffentliche Zeugnistätigkeit durch unsere christliche Güte unterstützen?

      18 Dafür müssen wir mit Außenstehenden keine enge Freundschaft pflegen. Solche Gemeinschaft birgt Gefahren in sich (1. Korinther 15:33). Und wir wollen kein Freund der Welt sein (Jakobus 4:4). Aber durch unsere christliche Güte können wir unser Predigen unterstützen. In manchen Ländern wird es immer schwieriger, mit den Menschen zu Hause zu sprechen. Die Sicherheitsmaßnahmen in einigen Appartementhäusern machen es uns unmöglich, die Bewohner zu erreichen. In den Industrieländern bietet das Telefon eine Möglichkeit zu predigen. Der Straßendienst kann in den meisten Ländern durchgeführt werden. Doch überall gibt es Gelegenheiten, Vorurteile abzubauen und ein gutes Zeugnis zu geben, indem wir anderen gegenüber liebenswürdig, höflich, freundlich und zuvorkommend sind.

      Gegner zum Schweigen bringen

      19. (a) Womit müssen wir rechnen, da wir nicht darauf aus sind, Menschen zu gefallen? (b) Inwiefern sollten wir uns bemühen, das Beispiel Daniels nachzuahmen und den Rat des Petrus zu beherzigen?

      19 Jehovas Zeugen sind keineswegs darauf aus, Menschen zu gefallen, und sie haben auch keine Menschenfurcht (Sprüche 29:25; Epheser 6:6). Sie sind sich völlig darüber im klaren, daß trotz all ihrer Bemühungen, vorbildliche Steuerzahler und gute Bürger zu sein, Gegner boshafte Lügen verbreiten und geringschätzig von ihnen reden werden (1. Petrus 3:16). Da sie das wissen, bemühen sie sich, Daniel nachzuahmen, von dem seine Feinde sagten: „Wir werden an diesem Daniel überhaupt keinen Vorwand finden, es sei denn, wir müssen ihn im Gesetz seines Gottes gegen ihn finden“ (Daniel 6:5). Wir werden niemals biblische Grundsätze preisgeben, um Menschen zu gefallen. Andererseits möchten wir uns auch nicht unbedingt zu Märtyrern machen. Wir bemühen uns, ein friedliches Leben zu führen und den apostolischen Rat zu befolgen: „Das ist der Wille Gottes, daß ihr durch Gutestun das Gerede der Unwissenheit der unvernünftigen Menschen zum Schweigen bringt“ (1. Petrus 2:15).

      20. (a) Wovon sind wir überzeugt, und welche Ermunterung erhalten wir von Jesus? (b) Wie können wir weiterhin in Weisheit gegenüber den Außenstehenden wandeln?

      20 Wir sind überzeugt, daß unsere Haltung des Getrenntseins von der Welt mit der Bibel in völliger Übereinstimmung ist. Dies wird durch die Geschichte der Christen des ersten Jahrhunderts bestätigt. Wir beherzigen die Worte Jesu: „In der Welt habt ihr Drangsal, doch faßt Mut! Ich habe die Welt besiegt“ (Johannes 16:33). Wir haben keine Furcht. „In der Tat, wer ist der Mensch, der euch schaden wird, wenn ihr Eiferer für das Gute werdet? Aber wenn ihr auch um der Gerechtigkeit willen leiden solltet, seid ihr glücklich. Fürchtet jedoch nicht das, was sie fürchten, noch werdet erregt. Sondern heiligt den Christus als Herrn in eurem Herzen, stets bereit zu einer Verteidigung vor jedermann, der von euch einen Grund für die Hoffnung verlangt, die in euch ist, doch tut es mit Milde und tiefem Respekt“ (1. Petrus 3:13-15). Danach wollen wir handeln, während wir weiterhin in Weisheit gegenüber den Außenstehenden wandeln.

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