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Jerusalem — „die Stadt des großen Königs“Der Wachtturm 1998 | 15. Oktober
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Jerusalem — „die Stadt des großen Königs“
„Schwört [nicht] ... bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs“ (MATTHÄUS 5:34, 35).
1, 2. Warum mögen manche in Verbindung mit Jerusalem etwas verwundert sein?
JERUSALEM — dieser Name weckt in Menschen verschiedenster Religionen starke Emotionen. Tatsächlich kann niemand von uns diese uralte Stadt ignorieren, angesichts dessen, wie oft sie in den Medien erwähnt wird. Doch leider offenbaren die Berichte häufig, daß Jerusalem nicht unbedingt ein Ort des Friedens ist.
2 Manche Bibelleser mögen darüber etwas verwundert sein. In der Vergangenheit lautete der verkürzte Name Jerusalems nämlich Salem, was „Frieden“ bedeutet (1. Mose 14:18; Psalm 76:2; Hebräer 7:1, 2). Wir fragen uns daher womöglich: „Wie ist es zu erklären, daß in einer Stadt mit diesem Namen in den letzten Jahrzehnten kaum Frieden geherrscht hat?“
3. Wo können wir zuverlässige Informationen über Jerusalem finden?
3 Zur Beantwortung dieser Frage müssen wir in der Geschichte weit zurückgehen und uns mit dem Jerusalem früherer Tage beschäftigen. Vielleicht denken wir nun: „Ich habe gar keine Zeit, alte Geschichte zu studieren.“ Dennoch ist eine genaue Kenntnis der frühen Geschichte Jerusalems für uns alle von Wert. Die Bibel zeigt mit folgenden Worten, warum: „Alles, was vorzeiten geschrieben wurde, ist zu unserer Unterweisung geschrieben worden, damit wir durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können“ (Römer 15:4). Der biblische Aufschluß über Jerusalem kann uns sowohl Trost verleihen als auch Hoffnung auf Frieden geben — Frieden, der nicht nur in jener Stadt herrschen wird, sondern weltweit.
Der Ort, wo sich der „Thron Jehovas“ befand
4, 5. Wie trug David dazu bei, daß Jerusalem eine Schlüsselrolle bei der Verwirklichung des Vorsatzes Gottes spielte?
4 Im elften Jahrhundert v. u. Z. wurde Jerusalem als Hauptstadt einer sorglosen und friedlichen Nation weltberühmt. Jehova Gott hatte den jungen David zum König über die damalige Nation Israel gesalbt. Daher saßen David und seine königlichen Nachkommen, deren Regierungssitz Jerusalem war, „auf dem Thron des Königtums Jehovas“ oder auf dem „Thron Jehovas“ (1. Chronika 28:5; 29:23).
5 Der gottesfürchtige David — ein Israelit aus dem Stamm Juda — hatte Jerusalem den götzendienerischen Jebusitern entrissen. Die Stadt lag damals nur auf der Zion genannten Erhebung, wobei dieser Name zum Synonym für Jerusalem wurde. Im Laufe der Zeit ließ David die Bundeslade, die mit dem Bund zwischen Gott und Israel in Verbindung stand, nach Jerusalem bringen, wo sie in einem Zelt untergebracht wurde. Viele Jahre früher hatte Gott aus einer Wolke über der heiligen Lade mit seinem Propheten Moses gesprochen (2. Mose 25:1, 21, 22; 3. Mose 16:2; 1. Chronika 15:1-3). Die Bundeslade symbolisierte Gottes Gegenwart, denn Jehova war der wahre König von Israel. In zweifachem Sinn konnte daher gesagt werden, daß Jehova Gott von Jerusalem aus herrschte.
6. Was verhieß Jehova in bezug auf David und Jerusalem?
6 Jehova verhieß David, das Königtum seines königlichen Hauses, dargestellt durch Zion oder Jerusalem, werde nicht enden. Demnach würde ein Nachkomme Davids das Recht erben, für immer als Gottes Gesalbter — Messias oder Christus — zu herrschen (Psalm 132:11-14; Lukas 1:31-33).a Wie die Bibel außerdem zeigt, soll dieser bleibende Erbe des ‘Thrones Jehovas’ über alle Nationen herrschen, nicht nur über Jerusalem (Psalm 2:6-8; Daniel 7:13, 14).
7. Wie förderte König David die reine Anbetung?
7 Versuche, König David, den Gesalbten Gottes, zu stürzen, schlugen fehl. Statt dessen wurden feindliche Nationen unterworfen und die Grenzen des Landes der Verheißung so weit hinausgeschoben, wie Gott es vorgesehen hatte. David nutzte diese Situation, um die reine Anbetung zu fördern. Und in vielen Psalmen Davids wird Jehova als wahrer König von Zion gepriesen (2. Samuel 8:1-15; Psalm 9:1, 11; 24:1, 3, 7-10; 65:1, 2; 68:1, 24, 29; 110:1, 2; 122:1-4).
8, 9. Wodurch wurde die wahre Anbetung in Jerusalem unter der Herrschaft König Salomos gefördert?
8 Während der Herrschaft Salomos, des Sohnes Davids, erreichte die Anbetung Jehovas ihre höchste Blüte. Salomo erweiterte Jerusalem nach Norden hin, so daß es den Berg Moria (das Gebiet des heutigen Felsendoms) einschloß. Auf dieser höheren Erhebung durfte er zum Lobpreis Jehovas einen prächtigen Tempel errichten. Die Bundeslade wurde im Allerheiligsten des Tempels aufgestellt (1. Könige 6:1-38).
9 Die Nation Israel genoß Frieden, während sie die Anbetung Jehovas rückhaltlos unterstützte, deren Mittelpunkt Jerusalem war. Die Bibel enthält folgende schöne Beschreibung der damaligen Verhältnisse: „Juda und Israel waren so viele wie die Sandkörner, die am Meer sind, an Menge; sie aßen und tranken und waren voll Freude. ... und es gab für ihn [Salomo] tatsächlich Frieden in seiner ganzen Gegend ringsum. Und Juda und Israel wohnten fortwährend in Sicherheit, ein jeder unter seinem eigenen Weinstock und unter seinem eigenen Feigenbaum“ (1. Könige 4:20, 24, 25).
10, 11. Inwieweit bestätigt die Archäologie das, was in der Bibel über Jerusalem unter der Herrschaft Salomos gesagt wird?
10 Archäologische Funde bestätigen diesen Bericht über die von Wohlstand gekennzeichnete Herrschaft Salomos. Professor Yohanan Aharoni erklärte in einem seiner Werke: „Der Reichtum, der aus allen Richtungen in den Königshof floß, und der blühende Handel ... führten eine schnelle und bemerkenswerte Revolution in jedem Bereich der materiellen Kultur herbei. ... Die Veränderung in der materiellen Kultur ... ist nicht nur an Luxusgegenständen erkennbar, sondern vor allem auch an der Keramik. ... Die Qualität der Töpferwaren und das Brennen derselben wurde revolutionär verbessert“ (The Archaeology of the Land of Israel).
11 Ähnliches schrieb Jerry M. Landay: „Unter Salomo machte die materielle Kultur der Israeliten innerhalb von drei Jahrzehnten mehr Fortschritte als in den vorangegangenen zweihundert Jahren. Wir finden in salomonischen Schichten die Überreste monumentaler Bauten und großer Städte mit massiven Mauern sowie von Wohnvierteln, die aus dem Boden schossen, darunter ganze Ansammlungen gut gebauter Häuser von Begüterten. Außerdem gab es einen entscheidenden Schritt nach vorn im technischen Können der Töpfer und in der Herstellung von Keramik. Man findet auch Überreste von Artefakten, die sich als Waren aus fernen Ländern erweisen, was ein Indiz für einen lebhaften internationalen Handelsverkehr ist“ (The House of David).
Vom Frieden zur Verwüstung
12, 13. Wie kam es dazu, daß die wahre Anbetung in Jerusalem nicht mehr gepflegt wurde?
12 Der Frieden und die Wohlfahrt Jerusalems, der Stadt, wo sich Jehovas Heiligtum befand, waren passenderweise Gegenstand von Gebeten. David schrieb: „O bittet um den Frieden Jerusalems. Die dich lieben, o Stadt, werden frei von Sorge sein. Friede sei weiterhin innerhalb deiner Vormauer, Freiheit von Sorge innerhalb deiner Wohntürme. Um meiner Brüder und meiner Gefährten willen will ich nun reden: ‚Friede sei in dir‘ “ (Psalm 122:6-8). Obwohl Salomo das Vorrecht erhalten hatte, den prächtigen Tempel in der friedlichen Stadt zu errichten, heiratete er schließlich viele heidnische Frauen. Im Alter wurde er von ihnen verleitet, die Anbetung falscher Götter jener Tage zu fördern. Diese Abtrünnigkeit wirkte sich verderblich auf die ganze Nation aus, da dem Land und seinen Bewohnern der wahre Frieden genommen wurde (1. Könige 11:1-8; 14:21-24).
13 Kurz nach Beginn der Herrschaft von Salomos Sohn Rehabeam rebellierten zehn Stämme und gründeten das nördliche Königreich Israel. Wegen des Götzendienstes, der in jenem Königreich getrieben wurde, ließ Gott zu, daß es von Assyrien unterworfen wurde (1. Könige 12:16-30). Im südlichen Zweistämmereich Juda stand Jerusalem weiterhin im Mittelpunkt. Doch im Laufe der Zeit wandte man sich auch dort von der reinen Anbetung ab, weshalb Gott zuließ, daß die widerspenstige Stadt 607 v. u. Z. von den Babyloniern zerstört wurde. 70 Jahre lang schmachteten die Exiljuden als Gefangene in Babylon. Dann wurde ihnen auf Grund der Barmherzigkeit Gottes gestattet, nach Jerusalem zurückzukehren und die wahre Anbetung wiederherzustellen (2. Chronika 36:15-21).
14, 15. Wie gelangte Jerusalem nach dem Babylonischen Exil wieder in eine Schlüsselstellung, aber was hatte sich geändert?
14 Nach 70 Jahren der Verwüstung müssen die zerstörten Gebäude mit Unkraut überwuchert gewesen sein. Jerusalems Mauer war niedergerissen, und große Lücken klafften dort, wo einmal Tore und Befestigungstürme gestanden hatten. Doch die zurückgekehrten Juden faßten Mut. Sie bauten einen Altar an der Stelle des früheren Tempels und begannen, Jehova die täglichen Schlachtopfer darzubringen.
15 Das war zwar ein verheißungsvoller Beginn, aber das wiederhergestellte Jerusalem sollte nie wieder die Hauptstadt eines Königreiches sein mit einem Nachkommen König Davids auf dem Thron. Statt dessen unterstanden die Juden einem Statthalter, der von den Eroberern Babylons eingesetzt wurde, und sie mußten ihren persischen Herren Steuern zahlen (Nehemia 9:34-37). Obwohl Jerusalem gewissermaßen „zertreten“ wurde, handelte es sich immer noch um die einzige Stadt auf der ganzen Erde, die von Jehova Gott besonders begünstigt wurde (Lukas 21:24). Als Mittelpunkt der reinen Anbetung stand sie auch für das Recht Gottes, durch einen Nachkommen König Davids seine Souveränität über die Erde auszuüben.
Widerstand von seiten götzendienerischer Nachbarn
16. Warum hörten die aus Babylon zurückgekehrten Juden auf, Jerusalem wieder aufzubauen?
16 Bald legten die Juden, die aus dem Exil nach Jerusalem zurückgekehrt waren, die Grundlage für einen neuen Tempel. Doch ihre Nachbarn, die die falsche Religion praktizierten, sandten einen verleumderischen Brief an den persischen König Artaxerxes, in dem sie die Juden der Rebellion bezichtigten. Daraufhin verbot Artaxerxes den weiteren Aufbau von Jerusalem. Hätten wir damals in der Stadt gelebt, hätten wir uns sicher gefragt, was die Zukunft für Jerusalem wohl bringen würde. Die Juden stellten schließlich den Bau des Tempels ein und gingen ihren eigenen materiellen Bestrebungen nach (Esra 4:11-24; Haggai 1:2-6).
17, 18. Wie sorgte Jehova dafür, daß Jerusalem wieder aufgebaut wurde?
17 Etwa 17 Jahre nach der Rückkehr der Juden erweckte Gott die Propheten Haggai und Sacharja, um das Denken seines Volkes zu korrigieren. Zur Reue veranlaßt, machten sich die Juden erneut an den Wiederaufbau des Tempels. Inzwischen war Darius König von Persien geworden. Er bestätigte den von König Cyrus gegebenen Befehl, den Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen. Darius sandte einen Brief an die Nachbarn der Juden mit dem warnenden Hinweis, daß sie ‘sich von Jerusalem fernhalten’ sollten und daß finanzielle Unterstützung aus der an den König abzuführenden Steuer gewährt werden sollte, damit die Bauarbeiten vollendet werden könnten (Esra 6:1-13).
18 Die Juden stellten den Tempel im 22. Jahr ihrer Rückkehr fertig. Wir können uns vorstellen, daß dieser Meilenstein mit großer Freude gefeiert wurde. Jerusalem und seine Mauern lagen allerdings immer noch weitgehend in Trümmern. Die Stadt erhielt die nötige Aufmerksamkeit „in den Tagen Nehemias, des Statthalters, und Esras, des Priesters, des Abschreibers“ (Nehemia 12:26, 27). Gegen Ende des fünften Jahrhunderts v. u. Z. war Jerusalem offenbar vollständig wieder aufgebaut und zählte zu den großen Städten der Antike.
Der Messias erscheint!
19. Wie bestätigte der Messias die einzigartige Stellung Jerusalems?
19 Wir wollen nun einige Jahrhunderte überspringen und zu einem Ereignis von universeller Bedeutung kommen, nämlich der Geburt Jesu Christi. Der Engel Jehovas sagte zu der Jungfrau, die Jesu Mutter werden sollte: „Jehova Gott wird ihm den Thron Davids, seines Vaters, geben, ... und sein Königreich wird kein Ende haben“ (Lukas 1:32, 33). Jahre später hielt Jesus die berühmte Bergpredigt. Darin äußerte er ermunternde Gedanken und gab auch Rat zu vielen Themen. Er forderte seine Zuhörer zum Beispiel auf, ihre vor Gott abgelegten Gelübde zu erfüllen, sich aber davor zu hüten, leichtfertig einen Eid abzulegen. Jesus sagte: „Ihr [habt] gehört, daß zu denen, die in alten Zeiten lebten, gesagt wurde: ‚Du sollst nicht schwören, ohne entsprechend zu handeln, sondern du sollst Jehova deine Gelübde bezahlen.‘ Doch ich sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs“ (Matthäus 5:33-35). Beachtenswerterweise bestätigte Jesus die einzigartige Stellung Jerusalems — eine Stellung, die es jahrhundertelang innehatte. Ja, Jerusalem war „die Stadt des großen Königs“, Jehova Gott.
20, 21. Welcher drastische Sinneswandel ging in vielen Bewohnern Jerusalems vor sich?
20 Gegen Ende seines irdischen Lebens stellte sich Jesus den Bewohnern Jerusalems als ihr rechtmäßig gesalbter König vor. Auf dieses begeisternde Geschehnis reagierten viele mit dem freudigen Ausruf: „Gesegnet ist, der im Namen Jehovas kommt! Gesegnet ist das kommende Königreich unseres Vaters David!“ (Markus 11:1-10; Johannes 12:12-15).
21 Nicht einmal eine Woche später wandten sich die Volksmengen jedoch auf Veranlassung der geistlichen Führer Jerusalems gegen Jesus. Er sagte warnend voraus, daß die Stadt Jerusalem und die gesamte Nation ihre begünstigte Stellung vor Gott verlieren würden (Matthäus 21:23, 33-45; 22:1-7). So verkündete Jesus unter anderem: „Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind — wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel versammelt! Ihr aber habt nicht gewollt. Seht! Euer Haus wird euch verödet überlassen“ (Matthäus 23:37, 38). Zur Passahzeit des Jahres 33 u. Z. ließen Jesu Gegner ihn ungerechterweise außerhalb von Jerusalem hinrichten. Jehova auferweckte allerdings seinen Gesalbten und verherrlichte ihn dadurch, daß er ihm unvergängliches Leben als Geistperson im himmlischen Zion gab. Aus dem, was dadurch erreicht wurde, können wir alle Nutzen ziehen (Apostelgeschichte 2:32-36).
22. Worauf sind nach Jesu Tod viele Bezugnahmen auf Jerusalem anzuwenden?
22 Seit jener Zeit können die meisten Prophezeiungen über Zion oder Jerusalem, die sich noch nicht erfüllt haben, dahin gehend verstanden werden, daß sie sich auf himmlische Vorkehrungen oder auf Jesu gesalbte Nachfolger beziehen (Psalm 2:6-8; 110:1-4; Jesaja 2:2-4; 65:17, 18; Sacharja 12:3; 14:12, 16, 17). Zahlreiche Bezugnahmen auf „Jerusalem“ oder „Zion“, die nach Jesu Tod schriftlich festgehalten wurden, haben eindeutig symbolische Bedeutung und sind nicht auf die buchstäbliche Stadt oder jene Örtlichkeit anzuwenden (Galater 4:26; Hebräer 12:22; 1. Petrus 2:6; Offenbarung 3:12; 14:1; 21:2, 10). Der endgültige Beweis, daß Jerusalem nicht mehr „die Stadt des großen Königs“ war, wurde 70 u. Z. erbracht, als es von römischen Heeren zerstört wurde, so wie Daniel und Jesus Christus es prophezeit hatten (Daniel 9:26; Lukas 19:41-44). Weder die Bibelschreiber noch Jesus sagten voraus, daß das irdische Jerusalem später wieder in die besondere Gunst Jehovas gelangen sollte, die es einst genossen hatte (Galater 4:25; Hebräer 13:14).
Vorgeschmack auf dauernden Frieden
23. Warum sollten wir immer noch an Jerusalem interessiert sein?
23 Nachdem wir nun einen Überblick über die frühe Geschichte des irdischen Jerusalem erhalten haben, ist nicht zu leugnen, daß die Stadt während der friedlichen Herrschaft König Salomos der Bedeutung ihres Names — „Besitz[tum] (Gründung) zweifachen Friedens“ — gerecht wurde. Doch das war nur ein Vorgeschmack auf den Frieden und die Wohlfahrt, deren sich bald Menschen, die Gott lieben, auf der in ein Paradies umgewandelten Erde erfreuen werden (Lukas 23:43).
24. Was können wir aus den Verhältnissen lernen, die vorherrschten, als Salomo regierte?
24 Der 72. Psalm vermittelt ein Bild der Verhältnisse, die während der Herrschaft König Salomos vorherrschten. Das schöne Lied weist allerdings schon prophetisch auf Segnungen für Menschen unter der himmlischen Regierung des Messias, Jesus Christus, hin. Ihn betreffend sang der Psalmist: „In seinen Tagen wird der Gerechte sprossen und Fülle von Frieden, bis der Mond nicht mehr ist. ... er wird den Armen befreien, der um Hilfe ruft, auch den Niedergedrückten und jeden, der keinen Helfer hat. Es wird ihm leid sein um den Geringen und den Armen, und die Seelen der Armen wird er retten. Von Bedrückung und von Gewalttat wird er ihre Seele erlösen, und ihr Blut wird kostbar sein in seinen Augen. Es wird Fülle an Getreide auf der Erde geben; auf dem Gipfel der Berge wird Überfluß sein“ (Psalm 72:7, 8, 12-14, 16).
25. Warum sollten wir mehr über Jerusalem erfahren wollen?
25 Welchen Trost und welche Hoffnung diese Worte Menschen, die Gott lieben, doch vermitteln — sei es in Jerusalem oder irgendwo sonst auf der Erde! Wir können zu denjenigen gehören, die sich weltweiten Friedens unter dem messianischen Königreich Gottes erfreuen werden. Aufschluß über die Vergangenheit Jerusalems kann uns helfen, Gottes Vorsatz bezüglich der Menschheit zu verstehen. Die folgenden Artikel werden sich auf Vorgänge im siebten und achten Jahrzehnt nach der Rückkehr der Juden aus dem Babylonischen Exil konzentrieren. Daraus können alle Trost schöpfen, die Jehova Gott, den großen König, auf annehmbare Weise anbeten möchten.
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Jerusalem — Erheben wir es ‘über die Hauptursache unserer Freuden’?Der Wachtturm 1998 | 15. Oktober
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Jerusalem — Erheben wir es ‘über die Hauptursache unserer Freuden’?
„Meine Zunge klebe an meinem Gaumen, ... wenn ich Jerusalem nicht erheben würde über die Hauptursache meiner Freuden“ (PSALM 137:6).
1. Wie waren viele Juden im Exil zu der von Gott erwählten Stadt eingestellt?
ANNÄHERND sieben Jahrzehnte waren vergangen, seit die ersten Juden 537 v. u. Z. aus dem Exil nach Jerusalem zurückgekehrt waren. Gottes Tempel war zwar wieder aufgebaut worden, aber die Stadt lag immer noch in Trümmern. Inzwischen war im Exil eine neue Generation herangewachsen. Zweifellos empfanden viele so wie der Psalmist, der sang: „Wenn ich dich vergessen sollte, o Jerusalem, so sei meine rechte Hand vergeßlich“ (Psalm 137:5). Einige taten mehr, als lediglich an Jerusalem zu denken; sie bewiesen durch ihre Handlungsweise, daß sie es ‘über die Hauptursache ihrer Freuden erhoben’ (Psalm 137:6).
2. Wer war Esra, und womit wurde er gesegnet?
2 Ein Beispiel dafür war der Priester Esra. Schon bevor er in sein Heimatland zurückkehrte, hatte er sich eifrig für die Interessen der reinen Anbetung in Jerusalem eingesetzt (Esra 7:6, 10). Esra wurde dafür reich gesegnet. Jehova Gott bewog den persischen König dazu, Esra das Vorrecht zu gewähren, eine zweite Gruppe von Exiljuden nach Jerusalem zurückzuführen. Außerdem übergab der König ihnen einen großen Beitrag in Form von Gold und Silber, um „das Haus Jehovas zu verschönern“ (Esra 7:21-27).
3. Wie bewies Nehemia, daß sein Hauptinteresse Jerusalem galt?
3 Etwa 12 Jahre später trat ein anderer Jude auf, der entschieden vorging: Nehemia. Er diente im persischen Palast in Susa. Nehemia hatte zwar eine angesehene Stellung als Mundschenk des Königs Artaxerxes, aber das war nicht die ‘Hauptursache seiner Freuden’. Statt dessen wünschte er sich sehnlich, nach Jerusalem zu gehen und es wieder aufzubauen. Monatelang betete Nehemia wegen dieser Angelegenheit, und Jehova Gott segnete ihn dafür. Als der persische König von Nehemias Wunsch erfuhr, stattete er ihn mit einer Streitmacht und mit Briefen aus, die ihn befugten, Jerusalem wieder aufzubauen (Nehemia 1:1 bis 2:9).
4. Wie können wir zeigen, daß es für uns keine größere Ursache zur Freude gibt als die Anbetung Jehovas?
4 Ohne Zweifel bewiesen Esra und Nehemia sowie viele andere Juden, die mit ihnen zusammenarbeiteten, daß die Anbetung Jehovas, deren Mittelpunkt Jerusalem war, ihnen weit wichtiger war als alles andere — daß sie Jerusalem ‘über die Hauptursache ihrer Freuden erhoben’, das heißt über alles andere, worüber sie sich freuen konnten. Welch eine Ermunterung solche Personen doch für alle sind, die Jehova, seine Anbetung und seine vom Geist geleitete Organisation heute genauso betrachten! Trifft das auf uns zu? Zeigen wir durch unser Ausharren in gottgefälligen Werken, daß unsere größte Ursache zur Freude das Vorrecht ist, Jehova mit seinem ihm hingegebenen Volk anzubeten? (2. Petrus 3:11). Als weitere Ermunterung wollen wir die hervorragenden Ergebnisse der Reise Esras nach Jerusalem betrachten.
Segnungen und Verpflichtungen
5. Welche besonderen Segnungen wurden den Bewohnern Judas in den Tagen Esras zuteil?
5 Die etwa 6 000 Personen, die mit Esra aus dem Exil zurückkehrten, brachten Beiträge in Form von Gold und Silber für Jehovas Tempel mit. Der Wert entsprach umgerechnet etwa 35 Millionen Dollar. Das war über siebenmal mehr Gold und Silber, als die ersten Rückkehrer aus dem Exil mitbringen konnten. Wie dankbar müssen die Bewohner Jerusalems und Judas Jehova gegenüber gewesen sein für diese Menschen, die sie unterstützen wollten, und für die materielle Hilfe! Doch der reiche Segen Gottes bringt auch Verantwortung mit sich (Lukas 12:48).
6. Was stellte Esra in seinem Heimatland fest, und wie reagierte er?
6 Esra stellte bald fest, daß viele Juden, einschließlich einiger Priester und älterer Männer, durch die Heirat mit heidnischen Frauen Gottes Gesetz übertreten hatten (5. Mose 7:3, 4). Zu Recht war er sehr betrübt über diese Verletzung des Gesetzesbundes Gottes. „Sobald ich nun von dieser Sache hörte, zerriß ich mein Kleid und mein ärmelloses Obergewand, ... und ich blieb betäubt sitzen“ (Esra 9:3). Dann schüttete Esra in Anwesenheit besorgter Israeliten sein Herz Jehova im Gebet aus. Vor den Ohren aller ging Esra darin auf Israels früheren Ungehorsam ein und auf Gottes Warnung, was geschehen würde, wenn sie die heidnischen Bewohner des Landes heiraten würden. Er kam zu dem Schluß: „O Jehova, du Gott Israels, du bist gerecht, denn wir sind als ein entronnenes Volk übriggelassen worden, wie es an diesem Tag ist. Hier sind wir vor dir in unserer Schuld, denn es ist unmöglich, diesbezüglich vor dir zu bestehen“ (Esra 9:14, 15).
7. (a) Welches vorzügliche Beispiel gab Esra bei der Behandlung von Missetaten? (b) Wie reagierten die Schuldigen in Esras Tagen?
7 Esra gebrauchte den Ausdruck „wir“. Ja, er schloß sich selbst mit ein, obwohl er persönlich nicht schuldig war. Esras tiefe Sorge zusammen mit seinem demütigen Gebet berührte das Volk und veranlaßte es, Werke zu verrichten, die der Reue entsprachen. Freiwillig boten sie eine schmerzliche Lösung an: Alle, die Gottes Gesetz übertreten hatten, sollten ihre ausländischen Frauen in deren Heimatländer zurückschicken, zusammen mit den Kindern, die sie ihnen geboren hatten. Esra stimmte dieser Maßnahme zu und ermunterte die schuldigen Personen, es auch zu tun. Auf Grund der ihm vom persischen König verliehenen Autorität hätte Esra das Recht gehabt, alle Gesetzesbrecher hinzurichten oder sie aus Jerusalem und Juda zu verbannen (Esra 7:12, 26). Aber allem Anschein nach mußte er nicht zu solchen Maßnahmen greifen. Die „ganze Versammlung“ sagte: „Genau nach deinem Wort obliegt es uns zu tun.“ Außerdem bekannte sie: „Wir haben in dieser Sache in hohem Maße rebelliert“ (Esra 10:11-13). In Esra, Kapitel 10 werden die Namen von 111 Männern angegeben, die entsprechend der Entscheidung ihre ausländischen Frauen und die Kinder, die sie ihnen geboren hatten, wegschickten.
8. Warum war die drastische Maßnahme, die ausländischen Frauen wegzuschicken, im Interesse der gesamten Menschheit?
8 Diese Handlungsweise war nicht nur im Interesse Israels, sondern auch im Interesse der gesamten Menschheit. Wäre in dieser Sache nichts unternommen worden, hätten die Israeliten von den Nachbarnationen assimiliert werden können. In diesem Fall wäre die Abstammungslinie des verheißenen Samens, durch den sich die gesamte Menschheit segnen sollte, nicht rein erhalten geblieben (1. Mose 3:15; 22:18). Es wäre schwierig gewesen, die Identität des verheißenen Samens als Nachkomme des Königs David aus dem Stamm Juda festzustellen. Etwa 12 Jahre später wurde dieser wichtigen Angelegenheit erneut Aufmerksamkeit geschenkt, als „die Nachkommen Israels ... daran[gingen], sich von allen Ausländern abzusondern“ (Nehemia 9:1, 2; 10:29, 30).
9. Welcher gute Rat wird in der Bibel Christen gegeben, die mit einem Ungläubigen verheiratet sind?
9 Was können Jehovas heutige Diener aus diesem Bericht lernen? Nun, Christen stehen nicht unter dem Gesetzesbund (2. Korinther 3:14). Statt dessen gehorchen sie dem „Gesetz des Christus“ (Galater 6:2). Deshalb befolgt ein Christ, der mit einem Ungläubigen verheiratet ist, den von Paulus gegebenen Rat: „Wenn irgendein Bruder eine ungläubige Frau hat und sie dennoch einverstanden ist, bei ihm zu wohnen, so verlasse er sie nicht“ (1. Korinther 7:12). Außerdem sind Christen, die mit einem Ungläubigen verheiratet sind, biblisch verpflichtet, auf den Erfolg ihrer Ehe hinzuarbeiten (1. Petrus 3:1, 2). Das Befolgen dieses vorzüglichen Rates hat oft die segensreiche Auswirkung gehabt, daß der ungläubige Ehepartner seine Einstellung gegenüber der wahren Anbetung änderte. Einige ließen sich sogar taufen und sind heute treue Christen (1. Korinther 7:16).
10. Was können Christen von den 111 israelitischen Männern lernen, die ihre ausländischen Frauen wegschickten?
10 Ledige Christen können eine vorzügliche Lehre aus dem Vorgehen der Israeliten ziehen, die ihre ausländischen Frauen wegschickten. Sie sollten sich nicht um eine andersgläubige Person vom anderen Geschlecht bemühen. Es kann schwierig, ja sogar schmerzlich sein, sich nicht auf solch eine Beziehung einzulassen, aber es ist das Beste, was jemand tun kann, um stets Gottes Segen zu haben. Christen wird geboten: „Laßt euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen“ (2. Korinther 6:14). Ein lediger Christ, der heiraten möchte, sollte dafür nur einen echten Mitchristen in Betracht ziehen (1. Korinther 7:39).
11. Inwiefern könnten wir wie die israelitischen Männer in bezug auf die Ursache unserer Freuden geprüft werden?
11 Auch auf vielen anderen Gebieten haben Christen Änderungen vorgenommen, wenn sie darauf aufmerksam gemacht wurden, daß sie einen unbiblischen Weg eingeschlagen hatten (Galater 6:1). Von Zeit zu Zeit wurde in dieser Zeitschrift auf einen unbiblischen Lebenswandel aufmerksam gemacht, der jemand untauglich machen würde, ein Teil der Organisation Gottes zu bleiben. 1973 erlangte Jehovas Volk zum Beispiel ein vollständiges Verständnis darüber, daß Drogenmißbrauch und der Tabakkonsum schwerwiegende Sünden sind. Um ein gottgefälliges Leben zu führen, müssen wir „uns selbst reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und Geistes“ (2. Korinther 7:1). Sehr viele nahmen sich den biblischen Rat zu Herzen; sie waren bereit, die anfänglichen Entzugserscheinungen zu ertragen, um ein Teil des reinen Volkes Gottes zu bleiben. Deutliche biblische Anleitung wurde auch in bezug auf das Geschlechtsleben, die Kleidung und die sonstige äußere Erscheinung gegeben sowie in bezug auf eine kluge Wahl der Beschäftigung, der Musik und der sonstigen Unterhaltung. Wie die 111 israelitischen Männer wollen wir gern bereit sein, „wieder zurechtgebracht zu werden“, ungeachtet dessen, auf welche biblischen Grundsätze wir aufmerksam gemacht werden (2. Korinther 13:11). Dadurch zeigen wir, daß wir das Vorrecht, Jehova in Gemeinschaft mit seinem heiligen Volk anzubeten, ‘über die Hauptursache unserer Freuden erheben’.
12. Was geschah 455 v. u. Z.?
12 Aus der Bibel geht nicht hervor, was in den nächsten 12 Jahren nach dem Vorfall mit den ausländischen Frauen in Jerusalem geschah. Israels Nachbarn wurden wegen der Annullierung so vieler Ehen zweifellos noch feindseliger. 455 v. u. Z. traf Nehemia mit einer Militäreskorte in Jerusalem ein. Er war zum Statthalter von Juda ernannt worden und brachte Briefe des persischen Königs mit, die ihn befugten, die Stadt wieder aufzubauen (Nehemia 2:9, 10; 5:14).
Widerstand von seiten neidischer Nachbarn
13. Welche Einstellung offenbarten die götzendienerischen Nachbarn der Juden, und wie reagierte Nehemia darauf?
13 Die götzendienerischen Nachbarn der Juden widersetzten sich dem Vorhaben, das Nehemia nach Jerusalem geführt hatte. Drohend richteten ihre Führer an Nehemia die Frage: „Rebelliert ihr gegen den König?“ Voller Glauben an Jehova entgegnete Nehemia: „Der Gott der Himmel, ER wird uns Gelingen schenken, und wir selbst, seine Knechte, werden uns aufmachen, und wir wollen bauen; ihr aber habt weder Anteil noch Rechtsanspruch, noch Andenken in Jerusalem“ (Nehemia 2:19, 20). Als die Reparaturarbeiten an der Mauer begannen, spotteten dieselben Gegner: ‘Was tun die hinfälligen Juden? Werden sie die Steine aus den verstaubten Schutthaufen zum Leben bringen? Wenn ein Fuchs dagegen aufstiege, würde er bestimmt ihre Steinmauer niederreißen.’ Statt sich zu diesen Bemerkungen zu äußern, betete Nehemia: „Höre, o unser Gott, denn wir sind ein Gegenstand der Verachtung geworden; und laß ihre Schmähung auf ihr eigenes Haupt zurückkehren“ (Nehemia 4:2-4). Unentwegt gab Nehemia ein vorzügliches Beispiel des Vertrauens auf Jehova (Nehemia 6:14; 13:14).
14, 15. (a) Wie begegnete Nehemia der Gewaltandrohung von seiten der Feinde? (b) Wie konnten Jehovas Zeugen trotz erbittertem Widerstand ihre geistige Bautätigkeit fortsetzen?
14 Jehovas Zeugen vertrauen heute in Verbindung mit der Durchführung ihres wichtigen Predigtauftrags ebenso auf Gott. Gegner versuchen diese Tätigkeit durch Spott zu behindern. Manchmal ziehen sich Personen, die an der Königreichsbotschaft interessiert sind, zurück, weil sie den Spott nicht ertragen können. Wenn Gegner mit Spott nichts erreichen, werden sie womöglich zornig und drohen Gewalt an. Dasselbe widerfuhr denjenigen, die die Mauer Jerusalems bauten. Aber Nehemia ließ sich nicht einschüchtern. Statt dessen bewaffnete er die Bauleute zum Schutz gegen feindliche Angriffe und stärkte ihren Glauben mit den Worten: „Fürchtet euch nicht vor ihnen. Jehova, den Großen und Furchteinflößenden, behaltet in eurem Sinn; und kämpft für eure Brüder, eure Söhne und eure Töchter, eure Frauen und eure Heimstätten“ (Nehemia 4:13, 14).
15 Wie das Volk in den Tagen Nehemias sind auch Jehovas Zeugen gut ausgerüstet, ihre geistige Bautätigkeit trotz erbittertem Widerstand fortzusetzen. Der „treue und verständige Sklave“ versorgt Gottes Volk mit glaubensstärkender geistiger Speise, die es befähigt, selbst dort produktiv zu sein, wo das Werk verboten ist (Matthäus 24:45). Daher segnet Jehova sein Volk überall auf der Erde weiterhin mit Mehrung (Jesaja 60:22).
Interne Probleme
16. Welche internen Probleme drohten den Mut derjenigen, die die Mauer Jerusalems bauten, zu schwächen?
16 Als der Wiederaufbau der Mauer Jerusalems Fortschritte machte und die Mauer immer höher wuchs, wurde die Arbeit schwieriger. Gerade zu jener Zeit kam ein Problem ans Licht, das den Mut der kampfbereiten Bauleute zu schwächen drohte. Wegen der Nahrungsmittelknappheit fiel es einigen Juden schwer, ihre Familie mit Nahrungsmitteln zu versorgen und die Steuern an die persische Verwaltung zu entrichten. Wohlhabendere Juden liehen ihnen Nahrungsmittel und Geld. Entgegen dem Gesetz Gottes mußten die ärmeren Israeliten jedoch ihren Landbesitz und ihre Kinder als Sicherheit dafür verpfänden, daß sie das Geld mit Zinsen zurückzahlen würden (2. Mose 22:25; 3. Mose 25:35-37; Nehemia 4:6, 10; 5:1-5). Nun drohten die Gläubiger, den Landbesitz zu übernehmen und die Kinder als Sklaven zu verkaufen. Nehemia war erzürnt über diese lieblose, materialistische Einstellung. Er handelte schnell, um zu gewährleisten, daß Jehova den Wiederaufbau der Mauer von Jerusalem weiterhin segnete.
17. Was tat Nehemia, damit Jehova die Bautätigkeit weiterhin segnete, und mit welchem Ergebnis?
17 „Eine große Versammlung“ wurde einberufen, und Nehemia zeigte deutlich, daß das, was die wohlhabenderen Israeliten getan hatten, Jehova mißfiel. Dann appellierte er an die Schuldigen, einschließlich einiger Priester, sämtliche Zinsen zurückzuzahlen, die sie verlangt hatten, und den Landbesitz zurückzugeben, den sie denjenigen unrechtmäßig weggenommen hatten, die die Zinsen nicht zahlen konnten. Lobenswerterweise sagten die Schuldigen: „Wir werden es zurückgeben, und wir werden von ihnen nichts zurückverlangen. Wir werden genauso tun, wie du sagst.“ Das waren nicht nur leere Worte, denn der Bibelbericht lautet: „Das Volk ging daran, nach diesem Wort [Nehemias] zu tun.“ Und die ganze Versammlung pries Jehova (Nehemia 5:7-13).
18. Für welche Einstellung sind Jehovas Zeugen bekannt?
18 Wie verhält es sich in unserer Zeit? Jehovas Zeugen sind keinesfalls ausbeuterisch, sondern sie sind weit und breit für ihre großzügige Einstellung gegenüber Mitchristen und anderen bekannt, die von einem Unglück betroffen wurden. Wie in Nehemias Tagen hat dies viele Dankesäußerungen zum Lobpreis Jehovas bewirkt. Gleichzeitig erachtete es jedoch der „treue und verständige Sklave“ für notwendig, biblischen Rat zu geschäftlichen Angelegenheiten zu geben sowie dazu, andere nicht habgierig auszunutzen. In bestimmten Ländern ist es beispielsweise üblich, einen maßlos hohen Brautpreis zu fordern, aber die Bibel sagt warnend, daß Habgierige und Erpresser Gottes Königreich nicht erben werden (1. Korinther 6:9, 10). Die günstige Reaktion der meisten Christen auf solchen Rat erinnert daran, daß den Juden damals bewußt wurde, wie sündhaft es war, ihre ärmeren Brüder auszubeuten.
Die Mauer Jerusalems vollendet
19, 20. (a) Wie wirkte sich die Vollendung der Mauer Jerusalems auf die religiösen Gegner aus? (b) Welchen Sieg haben Jehovas Zeugen in vielen Ländern davongetragen?
19 Trotz aller Widrigkeiten wurde die Mauer Jerusalems in 52 Tagen vollendet. Wie wirkte sich das auf die Gegner aus? Nehemia sagte: „Es geschah, sobald alle unsere Feinde davon hörten und all die Nationen, die rings um uns waren, es zu sehen bekamen, daß sie in ihren eigenen Augen sogleich sehr sanken, und sie erkannten, daß dieses Werk von unserem Gott aus getan worden war“ (Nehemia 6:16).
20 Der Widerstand der Gegner des Werkes Gottes besteht heute auf unterschiedlichste Weise und an den verschiedensten Orten fort. Allerdings haben Millionen von Menschen die Sinnlosigkeit, gegen Jehovas Zeugen zu kämpfen, erkannt. Man betrachte beispielsweise die bereits unternommenen Versuche, dem Predigtwerk im nationalsozialistischen Deutschland, in Osteuropa und in vielen Ländern Afrikas ein Ende zu machen. Sämtliche Bemühungen sind fehlgeschlagen, und viele Menschen erkennen jetzt an, daß ‘dieses Werk von Gott aus getan wird’. Welch eine Belohnung dies für treue langjährige Christen aus jenen Ländern ist, die die Anbetung Jehovas ‘über die Hauptursache ihrer Freuden’ erhoben haben!
21. Welche bedeutsamen Ereignisse werden im nächsten Artikel betrachtet?
21 Im nächsten Artikel wird uns ein Überblick über wichtige Ereignisse gegeben, die zur freudigen Einweihung der wieder aufgebauten Mauer Jerusalems führten. Wir werden auch betrachten, daß die Vervollständigung einer weit großartigeren Stadt naht und wieso das zum Nutzen der gesamten Menschheit ist.
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Ein Jerusalem, das seinem Namen gerecht wirdDer Wachtturm 1998 | 15. Oktober
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Ein Jerusalem, das seinem Namen gerecht wird
„Freut euch immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich schaffe Jerusalem als Ursache zur Freudigkeit“ (JESAJA 65:18).
1. Wie dachte Esra über die von Gott erwählte Stadt?
ALS eifriger Erforscher des Wortes Gottes schätzte der jüdische Priester Esra die einstige Verbindung Jerusalems zur reinen Anbetung Jehovas (5. Mose 12:5; Esra 7:27). Seine Liebe zu Gottes Stadt zeigt sich in dem Teil der Bibel, den er unter Inspiration schreiben durfte — das erste und das zweite Buch Chronika sowie Esra. In der gesamten Bibel erscheint der Name Jerusalem über 800mal; annähernd ein Viertel dieser Erwähnungen ist in den geschichtlichen Aufzeichnungen Esras zu finden.
2. Welche prophetische Bedeutung läßt sich aus dem Namen Jerusalem ableiten?
2 Im biblischen Hebräisch kann das Wort „Jerusalem“ in einer Form der hebräischen Sprache aufgefaßt werden, die als Dual bezeichnet wird. Der Dual wird zumeist für Dinge gebraucht, die paarweise vorkommen, wie zum Beispiel Augen, Ohren, Hände und Füße. Der Name Jerusalem in der Dualform kann als prophetischer Hinweis auf einen Frieden gewertet werden, den Gottes Volk in zweifachem Sinn erleben sollte — in geistiger und in buchstäblicher Hinsicht. Aus der Bibel geht nicht hervor, ob Esra dies selbst voll und ganz verstand. Als Priester tat er jedoch sein Bestes, den Juden zu helfen, sich des Friedens mit Gott zu erfreuen. Und er arbeitete sicher hart, damit Jerusalem der Bedeutung seines Namens gerecht wurde, nämlich „Besitz[tum] (Gründung) zweifachen Friedens“ (Esra 7:6).
3. Wie viele Jahre vergingen, bis wir wieder etwas über die Tätigkeit Esras erfahren, und welche Verhältnisse herrschten zu jener Zeit?
3 In der Bibel wird nichts darüber gesagt, wo sich Esra während der 12 Jahre aufhielt, die zwischen seinem Besuch in Jerusalem und Nehemias Ankunft in der Stadt lagen. Der schlechte geistige Zustand der Nation während jener Zeit legt nahe, daß Esra abwesend war. Unmittelbar nachdem die Stadtmauer aufgebaut worden war, diente Esra jedoch wieder als treuer Priester in Jerusalem.
Eine wunderbare eintägige Zusammenkunft
4. Was war am ersten Tag des siebten Monats in Israel so bemerkenswert?
4 Die Mauer Jerusalems wurde rechtzeitig vor Beginn des wichtigen Festmonats Tischri vollendet, des siebten Monats des religiösen Kalenders Israels. Am 1. Tischri fand ein besonderes Neumondfest statt, das als Trompetenfest bezeichnet wurde. An jenem Tag bliesen Priester die Trompeten, während Jehova Schlachtopfer dargebracht wurden (4. Mose 10:10; 29:1). Dieser Tag bereitete die Israeliten auf den jährlichen Sühnetag am 10. Tischri vor und auf das freudige Fest der Einsammlung vom 15. bis zum 21. des Monats.
5. (a) Wofür nutzten Esra und Nehemia den „ersten Tag des siebten Monats“? (b) Warum weinten die Israeliten?
5 Am „ersten Tag des siebten Monats“ versammelte sich „das ganze Volk“; wahrscheinlich war es von Nehemia und Esra dazu ermuntert worden. Dabei handelte es sich um Männer, Frauen und alle, „die genügend Verständnisvermögen hatten zuzuhören“. Somit waren auch Kinder anwesend, die Esra aufmerksam lauschten, während er auf einem Podium stand und „von Tagesanbruch bis Mittag“ aus dem Gesetz vorlas (Nehemia 8:1-4). In regelmäßigen Abständen machten die Leviten dem Volk das Vorgelesene verständlich. Daraufhin brachen die Israeliten in Tränen aus, weil sie sich bewußt wurden, wie nachlässig sie und ihre Vorväter Gottes Gesetz befolgt hatten (Nehemia 8:5-9).
6, 7. Was können Christen daraus lernen, wie Nehemia die Juden dazu brachte, nicht mehr zu weinen?
6 Aber dies war nicht die Zeit, traurig zu sein und zu weinen. Es war ein Fest, und das Volk hatte gerade das Werk vollbracht, die Mauer Jerusalems wieder aufzubauen. Nehemia half dem Volk daher, in die richtige Gemütsverfassung zu kommen, indem er sagte: „Geht, eßt die Fettspeisen, und trinkt die Süßigkeiten, und sendet dem Anteile, dem nichts bereitet worden ist; denn dieser Tag ist unserem Herrn heilig; und grämt euch nicht, denn die Freude Jehovas ist eure Feste.“ Gehorsam „ging das ganze Volk weg, um zu essen und zu trinken und Anteile auszusenden und sich großer Freude hinzugeben, denn sie hatten die Worte verstanden, die ihnen bekanntgegeben worden waren“ (Nehemia 8:10-12).
7 Gottes Volk heute kann viel aus diesem Bericht lernen. Diejenigen, die das Vorrecht haben, in Zusammenkünften und auf Kongressen Programmpunkte darzubieten, sollten das Obenerwähnte im Sinn behalten. Rat ist zwar manchmal notwendig, um andere zurechtzubringen, doch bei solchen Anlässen wird eigentlich der Nutzen und der Segen hervorgehoben, der einem daraus erwächst, daß man Gottes Anforderungen erfüllt. Lob für vollbrachte vortreffliche Werke wird ausgesprochen sowie dazu ermuntert, weiterhin auszuharren. Gottes Diener sollten solche Zusammenkünfte mit einem freudigen Herzen verlassen, weil sie erbauende Unterweisung aus Gottes Wort erhalten haben (Hebräer 10:24, 25).
Ein weiteres freudiges Zusammenkommen
8, 9. Welche besondere Zusammenkunft fand am zweiten Tag des siebten Monats statt, und was bewirkte sie für Gottes Volk?
8 Am zweiten Tag des besonderen Monats „versammelten sich die Häupter der Väter des ganzen Volkes, die Priester und die Leviten zu Esra, dem Abschreiber, nämlich um Einsicht in die Worte des Gesetzes zu gewinnen“ (Nehemia 8:13). Esra war wirklich befähigt, die Zusammenkunft zu leiten, denn er „hatte sein Herz bereitgemacht, das Gesetz Jehovas zu befragen und danach zu tun und in Israel Satzung und Recht zu lehren“ (Esra 7:10). Zweifellos wurden bei dieser Zusammenkunft Gebiete hervorgehoben, auf denen sich Gottes Volk noch enger an den Gesetzesbund halten mußte. Von unmittelbarem Interesse war das Erfordernis, die entsprechenden Vorbereitungen für die Feier des bevorstehenden Laubhüttenfestes zu treffen.
9 Das einwöchige Fest wurde auf vorschriftsmäßige Weise abgehalten: Das ganze Volk wohnte in behelfsmäßigen Unterkünften aus Zweigen und Blättern verschiedener Bäume. Diese Hütten errichtete man auf den Flachdächern, in den Höfen, in den Tempelvorhöfen und auf den öffentlichen Plätzen in Jerusalem (Nehemia 8:15, 16). Welch eine vorzügliche Gelegenheit, das Volk zu versammeln und ihm aus Gottes Gesetz vorzulesen! (Vergleiche 5. Mose 31:10-13.) Das wurde jeden Tag getan, „vom ersten Tag bis zum letzten Tag“ des Festes, was „eine sehr große Freude“ auf seiten des Volkes Gottes bewirkte (Nehemia 8:17, 18).
Wir dürfen das Haus Gottes nicht vernachlässigen
10. Warum wurde für den 24. Tag des siebten Monats eine besondere Zusammenkunft angeordnet?
10 Es gibt passende Zeiten und Gelegenheiten, um ernsthafte Mängel unter Gottes Volk zu korrigieren. Da sich Esra und Nehemia offenbar bewußt waren, daß dies ein solcher Zeitpunkt war, ordneten sie für den 24. Tischri einen Fasttag an. Wieder wurde aus dem Gesetz Gottes vorgelesen, und das Volk legte ein Bekenntnis seiner Sünden ab. Dann gaben die Leviten einen Überblick über Gottes barmherzige Handlungsweise mit seinem eigensinnigen Volk, lobpriesen Jehova mit erhabenen Worten und schlossen „eine feste Vereinbarung“, bestätigt durch das Siegel der Fürsten, der Leviten und der Priester (Nehemia 9:1-38).
11. Welche „feste Vereinbarung“ gingen die Juden ein?
11 Das ganze Volk legte einen Eid ab, die schriftliche „feste Vereinbarung“ einzuhalten. Es wollte „in dem Gesetz des wahren Gottes“ wandeln. Und es erklärte sich einverstanden, keine Ehen mit „den Völkern des Landes“ einzugehen (Nehemia 10:28-30). Außerdem verpflichteten sich die Juden, den Sabbat zu halten, einen jährlichen Beitrag zur Unterstützung der wahren Anbetung zu leisten, Holz für den Opferaltar zu liefern, die Erstgeborenen ihrer Kleinvieh- und Rinderherden als Schlachtopfer zu geben und die Erstlinge des Fruchtertrags zu den Speiseräumen des Tempels zu bringen. Sie waren eindeutig entschlossen, ‘das Haus ihres Gottes nicht zu vernachlässigen’ (Nehemia 10:32-39).
12. Was ist heute damit verbunden, das Haus Gottes nicht zu vernachlässigen?
12 Heute dürfen Jehovas Diener ihr Vorrecht nicht vernachlässigen, in den Vorhöfen des großen geistigen Tempels Jehovas ‘heiligen Dienst darzubringen’ (Offenbarung 7:15). Das schließt regelmäßige von Herzen kommende Gebete um den Fortschritt der Anbetung Jehovas ein. Im Einklang mit solchen Gebeten zu leben erfordert, sich auf christliche Zusammenkünfte vorzubereiten und sich daran zu beteiligen, Vorkehrungen zum Predigen der guten Botschaft zu unterstützen und Interessierten dadurch zu helfen, daß man sie wieder aufsucht und, wenn möglich, mit ihnen die Bibel studiert. Viele, die das Haus Gottes nicht vernachlässigen wollen, geben Spenden zur Förderung des Predigtwerks und zur Unterhaltung der Stätten, die der wahren Anbetung dienen. Vielleicht können wir auch bei der Errichtung von dringend benötigten Zusammenkunftsstätten helfen sowie dabei, diese in einem sauberen und ordentlichen Zustand zu halten. Eine hervorragende Möglichkeit, wie man Liebe für Gottes geistiges Haus zeigen kann, besteht darin, sich für den Frieden innerhalb der Bruderschaft einzusetzen sowie solchen zu helfen, die materielle oder geistige Hilfe benötigen (Matthäus 24:14; 28:19, 20; Hebräer 13:15, 16).
Eine freudige Einweihung
13. Welche wichtige Angelegenheit bedurfte der Aufmerksamkeit, bevor die Mauer Jerusalems eingeweiht werden konnte, und welches vorzügliche Beispiel gaben viele?
13 Die „feste Vereinbarung“, die in Nehemias Tagen besiegelt wurde, bereitete Gottes Volk in alter Zeit auf den Tag der Einweihung der Mauer Jerusalems vor. Doch eine andere wichtige Angelegenheit bedurfte noch der Aufmerksamkeit. Jerusalem, das jetzt von einer hohen Mauer mit 12 Toren umschlossen war, benötigte eine größere Bevölkerung. Obwohl einige Israeliten dort lebten, „war die Stadt geräumig und groß, und es waren wenig Leute darin“ (Nehemia 7:4). Man löste das Problem, indem man „Lose [warf], um e i n e n aus je zehn herkommen zu lassen, daß er in Jerusalem, der heiligen Stadt, wohne“. Die bereitwillige Reaktion auf diese Vorkehrung veranlaßte das Volk, „all die Männer, die sich freiwillig anerboten, in Jerusalem zu wohnen“, zu segnen (Nehemia 11:1, 2). Welch ein vorzügliches Beispiel für wahre Anbeter heute, deren Umstände es ihnen gestatten, dorthin zu ziehen, wo ein größerer Bedarf an Hilfe durch reife Christen besteht!
14. Was geschah am Tag der Einweihung der Mauer Jerusalems?
14 Bald begannen wichtige Vorbereitungen für den großen Tag der Einweihung der Mauer Jerusalems. Musiker und Sänger aus den umliegenden Städten Judas strömten herbei. Diese wurden in zwei große Danksagungs-Chöre eingeteilt, von denen jeder einem Umzug voranging (Nehemia 12:27-31, 36, 38). Die Umzüge mit den Chören begannen an einer Stelle der Mauer, die am weitesten vom Tempel entfernt lag, wahrscheinlich am Taltor, und marschierten in entgegengesetzte Richtungen, bis sie sich beim Haus Gottes trafen. „Sie gingen daran, an jenem Tag große Schlachtopfer zu opfern und sich zu freuen, denn der wahre Gott selbst veranlaßte sie, sich mit großer Freude zu freuen. Und auch die Frauen und die Kinder, sie freuten sich, so daß die Freude Jerusalems weithin gehört werden konnte“ (Nehemia 12:43).
15. Warum war die Einweihung der Mauer Jerusalems kein Grund zu dauerhafter Freude?
15 In der Bibel wird nicht erwähnt, wann diese freudige Feier stattfand. Zweifellos war sie ein Höhepunkt, wenn nicht sogar der Höhepunkt der Wiederherstellung Jerusalems. Natürlich mußte in der Stadt noch viel gebaut werden. Im Laufe der Zeit verloren die Bürger Jerusalems allerdings ihre vorzügliche geistige Einstellung. Als Nehemia die Stadt zum zweitenmal besuchte, mußte er beispielsweise feststellen, daß das Haus Gottes wieder vernachlässigt wurde und daß die Israeliten wieder heidnische Frauen geheiratet hatten (Nehemia 13:6-11, 15, 23). Jene schlimmen Zustände werden von dem Propheten Maleachi in seinen Aufzeichnungen bestätigt (Maleachi 1:6-8; 2:11; 3:8). Somit war die Einweihung der Mauer Jerusalems kein Grund zu dauerhafter Freude.
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