Granatapfelzepter aus dem Haus Jehovas?
ARCHÄOLOGEN in Israel haben viele Zepter ausgegraben, Herrscherstäbe, die von Autoritätspersonen benutzt wurden (1. Mose 49:10; Esther 8:4; Hesekiel 19:14). Einige in Lachisch gefundene Zepter hatten einen Knauf in Form eines Granatapfels. Diese Frucht war unter Gottes Volk allgemein bekannt (5. Mose 8:8; Hoheslied 4:13).
Die elfenbeinerne Granatapfelblüte (links) wurde vor kurzem entdeckt. Sie ist nur 43 Millimeter hoch, und ein Loch an der Unterseite läßt darauf schließen, daß sie Teil eines Zepters war. Man beachte die Inschrift in Althebräisch, die auf das achte Jahrhundert v. u. Z. datiert wird.
Ein Teil des Elfenbeins war in alter Zeit abgebrochen, so daß ein paar Buchstaben fehlen oder nur teilweise erhalten sind. Trotzdem schlagen Experten, die sich mit alten Schriften befassen, eine Restaurierung vor, wie sie auf dem Bild unten zu sehen ist (gestützt auf Biblical Archaeologist). Ungleichmäßige Zwischenräume zwischen den Buchstaben haben zu zwei Hauptlesarten geführt. Der französische Gelehrte André Lemaire bot die Lesart an: „Zum Tem[pel des Her]rn [Jahwe] gehörend, den Priestern heilig“. Nahman Avigad schlug vor: „Heilige Gabe für die Priester des Hauses (im Hause) Jahwes“.
Sowohl sie als auch andere Gelehrte kamen zu dem Schluß, daß die Inschrift auf dem Zepter ursprünglich die vier hebräischen Buchstaben des persönlichen Namens Gottes — Jehova — enthielt. Demnach wäre der Ausdruck „Haus Jehovas“ darin erwähnt, ein in der Bibel üblicher Ausdruck (2. Mose 23:19; 1. Könige 8:10, 11).
Viele glauben, daß dieser Zepterknauf einem Priester gehörte, der in dem von Salomo erbauten Tempel diente, oder daß er dem Tempel geschenkt wurde. Interessanterweise waren Granatapfelnachbildungen in Gottes Tempel häufig zu sehen (2. Mose 28:31-35; 1. Könige 7:15-20).
[Bildnachweis auf Seite 32]
Israel-Museum (Jerusalem)