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Jehova zieht sein Schwert aus der ScheideDer Wachtturm 1988 | 15. September
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4. Wie reagierten die jüdischen Exilanten auf Hesekiels symbolische Handlungen?
4 Durch symbolische Handlungen zeigte Hesekiel den jüdischen Exilanten, daß nationales Unheil bevorstand. (Lies Hesekiel 12:1-7.) Der Prophet trug „Exilgepäck“, um die wenigen Dinge anzudeuten, die Gefangene auf den Schultern tragen konnten. Bald würde man überall in Jerusalem erschaudern. Viele nahmen diese Warnungen zwar nicht ernst, doch Hesekiel sollte dem Volk sagen: „Es wird keinen Aufschub mehr geben.“ Auch heute werden göttliche Warnungen und Prophezeiungen verachtet, dennoch können wir vieles tun, um Wahrheitssuchern zu helfen, auf ihre Erfüllung zu vertrauen (Hesekiel 12:8-28).
5. Welche Bloßstellung war angebracht, da der „Tag Jehovas“ bevorstand?
5 Wer nicht auf Jehovas Wächter hörte, sollte wissen, daß er Gottes „Schwert“ zu spüren bekäme. Deshalb wurden diejenigen, die für die falschen Vorstellungen bezüglich der Sicherheit Jerusalems und Judas verantwortlich waren, bloßgestellt. Falsche Propheten wurden mit schädlichen Füchsen verglichen, und es wurde gezeigt, daß Lügner die wankenden Mauern oder vergeblichen Unternehmungen des Volkes mit Tünche verputzten. Auch falsche Prophetinnen wurden angeprangert. Der „Tag Jehovas“ stand bevor, und sein Angesicht war gegen die gerichtet, die sich ‘von ihm zurückzogen’, das heißt sich davon ‘zurückzogen, Gott zu folgen’. Wenn wir uns Jehova hingegeben haben, möchten wir uns sicherlich nie von seinem heiligen Dienst zurückziehen (Hesekiel 13:1 bis 14:11).
6. Konnte irgendein Mensch die widerspenstigen Judäer retten, und was lehrt uns das?
6 Wer hätte die widerspenstigen Judäer retten können? Nicht einmal Gerechte wie Noah, Daniel und Hiob hätten sie befreien können, als Gott seine Gerichte über das Land brachte. Wenn wir gerettet werden möchten, müssen wir unserer persönlichen Verantwortung vor Gott nachkommen und seinen Willen tun (Hesekiel 14:12-23; Römer 14:12).
7. Womit wurde Juda verglichen, und was würde Gott mit den Treuen errichten?
7 Juda wurde wegen seiner untreuen Bewohner mit einem wilden Weinstock verglichen, der keine guten Früchte trug und nur für das Feuer taugte (Hesekiel 15:1-8). Auch mit einem Findelkind wurde es verglichen, das von Gott aus Ägypten gerettet und so lange genährt wurde, bis es zur Frau herangewachsen war. Jehova nahm sie sich zur Frau, aber sie wandte sich falschen Göttern zu und sollte wegen ihres geistigen Ehebruchs Vernichtung erleiden.
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Jehova zieht sein Schwert aus der ScheideDer Wachtturm 1988 | 15. September
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11. Womit wurden die Herrscher Judas verglichen, und was würde mit Juda geschehen, wenn es mit Jehovas „Schwert“ geschlagen würde?
11 In einem Totenklagelied über den Sturz Judas wurden seine Herrscher mit jungen Löwen verglichen. König Jehoahas starb im ägyptischen Exil, Jojakim wurde von Nebukadnezar gefangengenommen und Jojachin nach Babylon ins Exil weggeführt. Dann setzte Nebukadnezar Zedekia auf den Thron in Juda, doch dieser Herrscher lehnte sich auf. Schließlich wurde er, gleich einem Löwen in einem Käfig, als Gefangener nach Babylon gebracht. In Übereinstimmung mit dem prophetischen Totenklagelied wurde Juda 607 v. u. Z. ein verdorbener Weinstock, „und es erwies sich, daß an ihr [an Juda] kein starker Stab war, kein Zepter zum Herrschen“. Juda war mit dem „Schwert“ Jehovas geschlagen worden (Hesekiel 19:1-14; Jeremia 39:1-7).
12. (a) Welche Sünden begingen Hesekiels Zeitgenossen wie auch ihre Vorfahren? (b) Warum fragten sie, ob Hesekiel nicht etwa Sprichwörter verfasse, und inwiefern ist das für uns eine Warnung?
12 Als „Männer von den Älteren Israels“ zu Hesekiel kamen, verkündigte er ihnen die Botschaft Gottes. Er wies darauf hin, daß Jehova die Israeliten aus Ägypten befreit und ihnen sein Gesetz gegeben hatte, doch sie hatten es verworfen und Götzendienst getrieben. Da Hesekiels Zeitgenossen ähnlicher Sünden schuldig waren, würde Gott mit ihnen ins Gericht gehen. Offensichtlich aus Skepsis und nicht etwa, weil sie nicht verstanden, was Hesekiel sagte, fragten sie: „Verfaßt er nicht Sprichwörter?“ Sie würden bald erfahren, daß es sich bei der Botschaft des Propheten nicht bloß um Sprichwörter handelte. Das sollte für uns eine Warnung sein, bezüglich der Erfüllung biblischer Vorhersagen eine skeptische Haltung einzunehmen (Hesekiel 20:1-49).
Jehova, der Kriegsmann
13. Was versinnbildlicht Gottes „Schwert“, und was müßten „alle von Fleisch“ erkennen, wenn dieses Schwert geschwungen würde?
13 Im siebten Jahr des Exils (am 10. Ab 611 v. u. Z.) verblieben nur noch weniger als zweieinhalb Jahre, bevor ‘die Schlacht am Tag Jehovas’ gegen Juda und Jerusalem beginnen sollte (Hesekiel 13:5; 20:1). Beachten wir, was Jehova, der Kriegsmann, damals durch Hesekiel sagte. (Lies Hesekiel 21:1-5.) Gottes „Schwert“ versinnbildlicht das irdische Werkzeug, das er benutzen würde, doch könnte es auch seine himmlische, wagenähnliche Organisation einschließen. ‘Gerechte’ und ‘böse’ Bewohner Judas und Israels würden ebenso wie die Nationen, die Gottes Volk nicht gut gesinnt waren, durch die Schärfe des „Schwertes“ Jehovas fallen. Ja, „alle von Fleisch“ würden erkennen müssen, daß Jehova gegen sie Krieg führt.
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Jehova zieht sein Schwert aus der ScheideDer Wachtturm 1988 | 15. September
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15. Welches Ereignis in Verbindung mit Nebukadnezar zeigt, daß niemand das „Schwert“ Jehovas abwenden kann?
15 Hesekiels Prophezeiung zeigt weiter, daß niemand das „Schwert“ Jehovas abwenden kann, auch nicht die Dämonen. (Lies Hesekiel 21:18-22.) Wiewohl sich König Nebukadnezar dämonischer Wahrsagerei bedienen würde, würde Jehova dafür sorgen, daß der babylonische Herrscher gegen Jerusalem vorrücken würde, nicht gegen das schwächere Rabba, die Hauptstadt der Ammoniter. Aus einem Behältnis würde Nebukadnezar einen Pfeil herausziehen, der für Jerusalem markiert wäre. Er würde Teraphim (wahrscheinlich kleine Götzen in Form eines Menschen) benutzen und in der Leber eines getöteten Tieres nach Anzeichen suchen. Trotz Wahrsagung würde er jedoch den Weg zur judäischen Hauptstadt nehmen und sie belagern. Es stimmt, Nebukadnezar hatte mit König Zedekia einen Bund geschlossen. Doch Zedekia und andere Juden würden wegen ihrer Bundbrüchigkeit „sogar von der Hand ergriffen“ und gefangen nach Babylon geführt werden (Hesekiel 21:23, 24).
16. (a) Was geschah in Erfüllung von Hesekiel 21:25-27? (b) Wann begannen die Heidenzeiten, und mit welchem Ereignis endeten sie?
16 Durch seine Rebellion verwundete sich Zedekia selbst tödlich. (Lies Hesekiel 21:25-27.) Als Judas König abgesetzt wurde, wurden der königliche Turban und die Krone entfernt (2. Könige 25:1-7). Das ‘hohe’ Königreich Juda wurde ‘erniedrigt’, indem es 607 v. u. Z. verwüstet wurde. So wurden die ‘niedrigen’ nichtjüdischen Königreiche ‘erhöht’, und sie konnten ohne die Einmischung eines Vorbildkönigreiches Gottes auf der Erde herrschen (5. Mose 28:13, 15, 36, 43, 44).
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Jehova zieht sein Schwert aus der ScheideDer Wachtturm 1988 | 15. September
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Jerusalem angeklagt
18. Wegen welcher Sünden prangerte Hesekiel Jerusalem an, und wozu sollte uns dies veranlassen?
18 Wieder redete Hesekiel das Wort Jehovas und prangerte Jerusalem für seine Sünden an, wie zum Beispiel Blutvergießen, Götzendienst, zügelloser Wandel, Betrug und die Sünde, Gott vergessen zu haben. Seine mit Blutschuld beladenen Vorsteher schreckten in ihrem Machtmißbrauch nicht vor Mord zurück, und Verleumder entledigten sich ihrer Feinde durch Falschanklagen. Dieser Sünden wegen würden die Bewohner Jerusalems zerstreut werden. Das zu wissen sollte uns in dem Entschluß bestärken, uns nicht des Machtmißbrauchs, des zügellosen Wandels, der Verleumdung oder anderer schwerwiegender Sünden schuldig zu machen (Hesekiel 22:1-16).
19. Auf welche Weise würden die Bewohner Judas geschmolzen werden, und inwiefern hatten sie die Vernichtung verdient?
19 Jehova würde die Bewohner Judas auch in einem Ofen schmelzen, und zwar nicht, um sie zu läutern, sondern um sie in seinem feurigen Grimm gewissermaßen zu verflüssigen (Hesekiel 22:17-22). Das war für die zu einer Verschwörung anstiftenden Propheten, die gesetzlosen Priester, die gierigen Fürsten und das ungerechte Volk eine wohlverdiente Strafe. Sie alle wurden angeklagt. Da kein einziger unter ihnen für Gerechtigkeit eintrat, würde Gott sie mit dem Feuer seines Zornausbruchs ausrotten (Hesekiel 22:23-31).
Die Strafe verdient
20. Über welche symbolischen Frauen sollte Gottes Zorn ausgegossen werden, und was läßt sich im einzelnen über ihre Identität sagen?
20 Die Ausgießung des Zornes Gottes wurde als nächstes durch die Urteilsvollstreckung an zwei symbolischen Frauen dargestellt, die des geistigen Ehebruchs schuldig waren. Eine war Ohola, das Zehnstämmereich Israel mit seiner Hauptstadt Samaria. Sie war „die ältere“, weil sie aus den meisten Stämmen Israels bestand, die Stämme eingeschlossen, die von Ruben und Simeon, den ältesten Söhnen Jakobs, abstammten. Ihre Schwester war Oholiba, das Zweistämmereich Juda mit Jerusalem als Hauptstadt. Ohola bedeutet „ihr Zelt“. Oholiba bedeutet „mein Zelt ist in ihr“, was zutreffend war, da sich Gottes Zelt oder Tempel in Juda befand (Hesekiel 23:1-4).
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Jehova zieht sein Schwert aus der ScheideDer Wachtturm 1988 | 15. September
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Heuchler bestürzt
23. Wie wurde Ende Dezember 609 v. u. Z. Jerusalem in der an Hesekiel gerichteten Botschaft Gottes dargestellt, und was würde mit der Stadt geschehen?
23 Noch an demselben Tag, an dem Nebukadnezar Ende Dezember seine 18monatige Belagerung Jerusalems begann (am 10. Tebeth 609 v. u. Z.), ließ Gott Hesekiel eine weitere anschauliche Botschaft zukommen. Das belagerte Jerusalem wurde darin als ein Kochtopf dargestellt, in dem die Bewohner der Stadt ‘gekocht’ würden. Moralischer Schmutz hatte bewirkt, daß sich in diesem symbolischen Kochtopf „Rost“ ansetzte. „Stück um Stück“ würden die Sünder aus Jerusalem herausgebracht werden, und Jerusalems Wehe würde erst mit seiner Zerstörung enden. Jehova hatte die Stadt gemäß ihren bösen Handlungen gerichtet, und sie mußte zerstört werden, genauso wie die Christenheit vernichtet werden muß (Hesekiel 24:1-14).
24. (a) Warum ließ Hesekiel beim Tod seiner Frau keinen Kummer erkennen? (b) Wie wird die Christenheit reagieren, wenn Jehovas „Schwert“ über sie kommt, und was wird sie erkennen müssen?
24 Hesekiel sollte sich als nächstes auf ungewöhnliche Weise verhalten. (Lies Hesekiel 24:15-18.) Warum sollte der Prophet keinen Kummer erkennen lassen, als seine Frau starb? Um zu zeigen, wie bestürzt die Juden über die Zerstörung Jerusalems und des Tempels und die Vernichtung seiner Einwohner wären. Hesekiel hatte bereits genug über derartige Angelegenheiten gesagt; er würde Gottes Botschaft erst wieder verkündigen, wenn ihm vom Sturz Jerusalems berichtet würde.
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