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Wach bleiben — heute nötiger denn je!Der Wachtturm 2003 | 1. Januar
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Das Ende des jüdischen Systems der Dinge
3. Worin ähnelten sich die Zerstörung Jerusalems und die Zerstörung von Pompeji und Herculaneum?
3 Die verheerende Zerstörung Jerusalems neun Jahre zuvor übertraf jedoch noch das schreckliche Ende von Pompeji und Herculaneum, obwohl es sich dabei nicht um eine Naturkatastrophe handelte. Der Belagerung dieser Stadt, die, wie es heißt, „zu den schrecklichsten Belagerungen der Geschichte gehört“, fielen damals über eine Million Juden zum Opfer. Doch wie Pompeji und Herculaneum wurde auch Jerusalem nicht ohne Vorwarnung zerstört.
4. Welches prophetische Warnzeichen nannte Jesus seinen Jüngern, durch das sich das Ende eines Systems der Dinge ankündigen würde, und wie traf es im 1. Jahrhundert zum ersten Mal ein?
4 Jesus Christus hatte die Zerstörung Jerusalems und auch die bestürzenden Ereignisse prophezeit, die der Zerstörung vorausgehen würden — Kriege, Nahrungsmittelknappheit, Erdbeben und Gesetzlosigkeit. Es wären auch falsche Propheten am Werk, doch die gute Botschaft von Gottes Königreich würde auf der ganzen Erde gepredigt werden (Matthäus 24:4-7, 11-14). Jesu Worte, die sich heute im Großen erfüllen, fanden damals ihre Erfüllung im Kleinen. Die Geschichte weiß von einer schweren Hungersnot in Judäa zu berichten (Apostelgeschichte 11:28). Der jüdische Historiker Josephus berichtet von einem Erdbeben in der Gegend von Jerusalem kurz vor der Zerstörung der Stadt. Außerdem kam es vorher ständig zu Aufständen und zu internen Kämpfen zwischen jüdischen Splittergruppen sowie zu Massakern in einigen Städten, in denen Juden und Nichtjuden lebten. Dennoch wurde „in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist“, die gute Botschaft vom Königreich gepredigt (Kolosser 1:23).
5, 6. (a) Welche prophetischen Worte Jesu erfüllten sich im Jahr 66 u. Z.? (b) Warum kamen beim Fall Jerusalems 70 u. Z. so viele Menschen ums Leben?
5 Im Jahr 66 u. Z. rebellierten die Juden schließlich gegen Rom. Als Cestius Gallus mit einem Heer Jerusalem belagerte, erinnerten sich Jesu Nachfolger an seine Worte: „Wenn ihr ferner die Stadt Jerusalem von Heeren umlagert seht, dann erkennt, dass ihre Verwüstung nahe gekommen ist. Dann sollen die, die in Judäa sind, in die Berge zu fliehen beginnen, und die in ihrer Mitte sind, sollen hinausgehen, und die, die sich an Orten auf dem Land befinden, sollen nicht in sie hineingehen“ (Lukas 21:20, 21). Nun galt es, Jerusalem zu verlassen. Aber wie? Unerwartet zog Gallus seine Truppen ab, und den Christen in Jerusalem und Judäa war es möglich, der Aufforderung Jesu zu folgen und in die Berge zu fliehen (Matthäus 24:15, 16).
6 Vier Jahre später, zur Passahzeit, kehrten römische Streitkräfte unter General Titus zurück. Er war entschlossen, den Aufstand der Juden niederzuwerfen. Sein Heer umzingelte Jerusalem und errichtete „eine Befestigung aus Spitzpfählen“, um eine Flucht unmöglich zu machen (Lukas 19:43, 44). Juden aus dem gesamten Römischen Reich waren trotz der drohenden Kriegsgefahr zum Passahfest nach Jerusalem gekommen. Nun saßen sie in der Falle. Die Mehrzahl derer, die im Verlaufe der Belagerung das Leben lassen mussten, waren, wie Josephus schrieb, jene unglückseligen Besucher.a Als Jerusalem letztendlich fiel, fand ein Siebtel aller im Römischen Reich lebenden Juden den Tod. Die Zerstörung der Stadt und ihres Tempels bedeutete das Ende des jüdischen Staatswesens und seines auf dem mosaischen Gesetz beruhenden Religionssystems (Markus 13:1, 2).b
7. Warum überlebten treue Christen die Zerstörung Jerusalems?
7 Natürlich hätten 70 u. Z. auch jüdische Christen aus Jerusalem unter denen sein können, die getötet oder in die Sklaverei geführt wurden. Doch wie die Geschichte belegt, hatten sie die von Jesus 37 Jahre zuvor geäußerte Warnung beachtet und die Stadt verlassen. Auch waren sie nicht dorthin zurückgekehrt.
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Wach bleiben — heute nötiger denn je!Der Wachtturm 2003 | 1. Januar
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a Jerusalem dürfte im 1. Jahrhundert nicht mehr als 120 000 Einwohner gehabt haben. Eusebius schätzt, dass 70 u. Z. 300 000 Bewohner der Provinz Judäa zum Passahfest nach Jerusalem gekommen waren. Bei den übrigen Toten muss es sich um Besucher aus anderen Teilen des römischen Imperiums gehandelt haben.
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