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Glaube an biblische Prophezeiungen rettet LebenDer Wachtturm 2007 | 1. April
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Als dann der korrupte römische Statthalter Florus im Jahr 66 u. Z. 17 Talente Gold als „Steuerschuld“ aus dem heiligen Tempelschatz beschlagnahmt, kommt es unter den empörten Juden zu einem Aufstand. Zeloten, jüdische Rebellen, schwärmen nach Jerusalem und metzeln die dort stationierte römische Garnison nieder. Kühn erklären sie Judäa anschließend für unabhängig von Rom. Das ist eine offene Kampfansage!
Binnen drei Monaten marschiert Cestius Gallus, der römische Statthalter von Syrien, mit 30 000 Mann nach Süden, um den jüdischen Aufstand niederzuschlagen. Sein Heer erreicht Jerusalem während des Laubhüttenfests und nimmt schnell die äußeren Stadtteile ein. Die zahlenmäßig weit unterlegenen Zeloten flüchten sich in die Tempelfestung. Römische Soldaten fangen schon bald an, die Tempelmauer zu untergraben. Die Juden packt das Entsetzen: Heidnische Soldaten entweihen die heiligste Stätte des Judentums! Die Christen in der Stadt aber erinnern sich an Jesu Worte: ‘Wenn ihr das abscheuliche Ding, das Verwüstung verursacht, an heiliger Stätte stehen seht, dann sollen die, die in Judäa sind, in die Berge zu fliehen beginnen’ (Matthäus 24:15, 16). Werden sie Jesu prophetischen Worten glauben und entsprechend handeln? Wie sich am Ende herausstellen wird, hängt ihr Leben davon ab. Aber wie soll das gehen?
Plötzlich und ohne erkennbaren Grund zieht Cestius Gallus sein Heer ab und zieht sich in Richtung Küste zurück, die Zeloten dicht auf den Fersen. Erstaunlicherweise ist die Drangsal für die Stadt verkürzt worden! Im Glauben an Jesu prophetische Warnung fliehen die Christen aus Jerusalem nach Pella, einer neutralen Stadt in den Bergen jenseits des Jordan. Sie entkommen gerade rechtzeitig. Schnell kehren nämlich die Zeloten nach Jerusalem zurück und zwingen die übrig gebliebene Bevölkerung, sich ihrem Aufstand anzuschließen.a
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Glaube an biblische Prophezeiungen rettet LebenDer Wachtturm 2007 | 1. April
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Anarchie und Chaos
Wenige Monate später ist eine neu formierte römische Streitmacht im Anzug. General Vespasian und sein Sohn Titus setzen im Jahr 67 u. Z. ein riesiges Heer von 60 000 Mann in Marsch. Während der beiden folgenden Jahre rückt diese Militärmaschinerie unaufhaltsam in Richtung Jerusalem vor, alles niederwalzend, was sich ihr in den Weg stellt. Derweil liefern sich rivalisierende jüdische Gruppierungen in Jerusalem erbitterte Gefechte. Die Getreidevorräte der Stadt werden vernichtet, das Gelände um den Tempel herum wird in Schutt und Asche gelegt, und mehr als 20 000 Juden werden umgebracht. Vespasian zögert den Vormarsch auf Jerusalem hinaus und erklärt, Gott verstehe sich auf die Feldherrnkunst besser als er, da sich die Feinde der Römer gegenseitig zerfleischten.
Nach dem Tod des römischen Kaisers Nero begibt sich Vespasian nach Rom, um sich dessen Nachfolge zu sichern; den Feldzug in Judäa zu beenden überlässt er Titus. Dieser belagert zum Passahfest 70 u. Z. Jerusalem. Damit sitzen Bewohner und Festbesucher in der Falle. Das Umland Jerusalems wird entwaldet, um einen sieben Kilometer langen Belagerungswall aus Spitzpfählen um die Stadt zu errichten. Genau das hatte Jesus vorhergesagt: „Es werden Tage über dich kommen, da werden deine Feinde eine Befestigung aus Spitzpfählen um dich bauen und werden dich ringsum einschließen und dich von allen Seiten bedrängen“ (Lukas 19:43).
Schnell wird die Stadt von Hungersnot heimgesucht. Bewaffnete Banden plündern die Häuser der Toten und der Sterbenden. Mindestens eine Frau tötet in ihrer Verzweiflung ihren Säugling und isst ihn auf, wodurch sich die Vorhersage erfüllt: „Dann wirst du die Frucht deines Leibes essen müssen, das Fleisch deiner Söhne und deiner Töchter, . . . wegen der Einengung und der Bedrängnis, mit der dein Feind dich einengen wird“ (5. Mose 28:53-57).
Nach fünfmonatiger Belagerung wird Jerusalem schließlich eingenommen. Die Stadt und ihr großartiger Tempel werden geplündert, niedergebrannt und dann Stein für Stein niedergerissen (Daniel 9:26). Rund 1,1 Millionen Menschen kommen um, 97 000 werden in die Sklaverei verkauft (5. Mose 28:68).b Kaum ein Jude bleibt in Judäa übrig. Es ist wirklich eine beispiellose nationale Katastrophe, ein Wendepunkt im politischen, religiösen und kulturellen Leben der Juden.c
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