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„Die Religion ist für unseren schlimmen Sittenverfall mitverantwortlich“Erwachet! 1989 | 8. Januar
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„Die Religion ist für unseren schlimmen Sittenverfall mitverantwortlich“
DIESE Schlagzeile in der Zeitung El Heraldo, die in Barranquilla (Kolumbien) erscheint, war an sich schon bestürzend. Doch wenn man bedenkt, von wem die Äußerung stammt — nämlich von dem Jesuitenpriester Alberto Múnera, Doktor der Theologie an der Gregorianischen Universität von Rom —, erhält sie noch zusätzliches Gewicht. Er bezog sich auf den Sittenverfall in Kolumbien.
Er sagte: „Ganz Kolumbien ist katholisch. Wir können eines nicht von der Hand weisen: Die Religion ist für unseren schlimmen Sittenverfall mitverantwortlich. Als Theologe fragt man sich: Was ist mit unserer katholischen Religion los, wenn sie nicht genügend Kraft hat, der Allgemeinheit sittlichen Halt zu geben oder ihr zu helfen, einem neuen Zeitabschnitt auf anständige Weise zu begegnen, von einer vergangenen Situation in eine neue überzugehen, ohne daß die gesamte Gesellschaftsstruktur zusammenbricht?“
Nachdem er Beweise für den politischen und sittlichen Verfall angeführt hatte — darunter Drogenhandel, politische Morde und Waffengewalt —, fragte er: „Wer tut so etwas? Menschen, die dem Islam oder dem Buddhismus angehören, ... oder Menschen ohne Religion? Oder sind es Menschen, die man bei religiösen Zeremonien beobachtet, die fromm am Abendmahl teilnehmen und den Herrn bitten, er möge ihnen Gelingen in ihrem Werk schenken?“
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„Die Religion ist für unseren schlimmen Sittenverfall mitverantwortlich“Erwachet! 1989 | 8. Januar
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Statt der biblischen Belehrung und der christlichen neuen Persönlichkeit die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken, hat sich die katholische Kirche jahrhundertelang damit begnügt, das Beten des Rosenkranzes, den Besuch der Messe und die Beichte zu betonen (Epheser 4:17-24). Das Endergebnis ist heute der Sittenverfall und das nachlassende Interesse an der Kirche. Alberto Múnera sagte über die Lage der katholischen Kirche in Kolumbien: „Mit einer solchen Religion können wir offensichtlich nicht den Situationen des täglichen Lebens begegnen. Eine der wesentlichen Ursachen, warum das Christentum so zu verfallen scheint, besteht darin, ... daß ... [Katholiken] heute wohl in keinerlei Hinsicht Christen sind.“
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