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Ein Engel besucht MariaMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 84
Ein Engel besucht Maria
DIESE hübsche Frau heißt Maria. Sie ist eine Israelitin und wohnt in Nazareth. Gott weiß, dass sie ein sehr lieber Mensch ist. Deswegen hat er den Engel Gabriel zu ihr geschickt. Weißt du, welche Nachricht Gabriel ihr bringen soll?
»Guten Tag, du Gesegnete«, sagt Gabriel zuerst einmal. »Jehova ist mit dir.« Maria weiß nicht, wen sie da vor sich hat. Sie hat Angst und fragt sich, was das bedeuten soll. Aber Gabriel beruhigt sie sofort.
»Hab keine Angst, Maria«, sagt er. »Jehova hat dich sehr lieb. Deswegen hat er etwas ganz Besonderes mit dir vor. Du wirst bald einen Sohn bekommen. Und du sollst ihn Jesus nennen.«
Gabriel erklärt weiter: »Dieser Sohn wird mächtig sein und man wird ihn Sohn des Höchsten nennen. Jehova wird ihn zu einem König wie David machen. Doch Jesus wird für immer König bleiben. Sein Königreich wird nie zu Ende gehen.«
»Wie kann das denn sein?«, fragt Maria. »Ich bin doch gar nicht verheiratet. Ich hab noch nie einen Mann gehabt. Wie soll ich da ein Baby bekommen?«
»Durch Gottes Kraft«, antwortet Gabriel. »Deshalb wird das Kind auch Gottes Sohn genannt werden. Denk nur mal an deine Verwandte Elisabeth. Die Leute haben gesagt, sie wäre zu alt für ein Kind. Dabei wird sie bald einen Sohn haben. Daran siehst du, dass es nichts gibt, was Gott nicht tun kann.«
Maria sagt sofort: »Ich bin Jehovas Dienerin. Es soll alles so werden, wie du gesagt hast.« Da geht der Engel weg.
Maria macht sich schnell auf den Weg zu Elisabeth. Als Elisabeth die Stimme von Maria hört, hüpft das Baby in ihrem Bauch vor Freude. Elisabeth ist von Gottes Geist erfüllt, als sie zu Maria sagt: »Du bist besonders gesegnet unter den Frauen.« Maria bleibt drei Monate lang bei Elisabeth und geht dann wieder heim nach Nazareth.
Maria ist mit einem Mann verlobt, der Joseph heißt. Als er erfährt, dass Maria ein Baby bekommt, denkt er, er sollte sie lieber nicht heiraten. Aber dann sagt ein Engel Gottes zu ihm: »Hab keine Angst, Maria zu heiraten. Es war Gott, der ihr den Sohn geschenkt hat.« Maria und Joseph heiraten also und warten darauf, dass Jesus geboren wird.
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Jesus wird in einem Stall geborenMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 85
Jesus wird in einem Stall geboren
WEISST du, wer das kleine Baby hier ist? Es ist Jesus. Er ist gerade in einem Stall geboren worden. Maria legt Jesus in die Krippe. Eine Krippe ist ein Kasten mit Futter für Esel und andere große Tiere. Aber warum sind Joseph und Maria überhaupt hier bei den Tieren? Babys werden doch normalerweise nicht in einem Stall geboren, oder?
Nein, natürlich nicht. Aber das kam so: Der Herrscher von Rom, Cäsar Augustus, hatte den Befehl gegeben, dass jeder in seine Geburtsstadt gehen sollte, um dort seinen Namen in ein Buch eintragen zu lassen. Joseph ging also nach Bethlehem, weil er dort geboren war. Doch als er und Maria ankamen, gab es keine Unterkunft mehr für sie. Deswegen mussten sie hier in den Stall gehen. Noch am selben Tag ist Jesus geboren worden. Aber wie du siehst, geht es ihm gut.
Siehst du auch die Hirten, die Jesus besuchen wollen? Sie waren in der Nacht auf den Feldern, um auf ihre Schafe aufzupassen. Plötzlich sahen sie ein helles Licht um sich herum. Es war ein Engel! Die Hirten bekamen große Angst. Aber der Engel sagte: »Habt keine Angst! Ich habe eine gute Nachricht für euch. Heute ist in Bethlehem Christus, der Herr, geboren worden. Er wird die Menschen retten. Er ist in Tücher eingewickelt und liegt in einer Krippe.« Auf einmal sind viele Engel da und preisen Gott, das heißt, dass sie voller Freude gut über ihn reden. Als die Hirten die Engel hören, machen sie sich schnell auf die Suche nach Jesus und finden ihn in dem Stall.
Weißt du, was an Jesus so besonders ist? Weißt du, wer er in Wirklichkeit ist? Vielleicht erinnerst du dich noch, dass wir in der allerersten Geschichte dieses Buches von Gottes erstem Sohn erfahren haben. Er hat mit Jehova zusammengearbeitet, als der Himmel, die Erde und alles andere geschaffen wurde. Und genau dieser Sohn ist Jesus!
Jehova hat das Leben seines Sohnes vom Himmel weggenommen und in den Bauch Marias getan. Danach ist sofort ein Baby in ihrem Bauch gewachsen, so wie auch andere Babys im Bauch ihrer Mutter wachsen. Aber dieses Baby war Gottes Sohn. Jesus wurde dann hier in dem Stall in Bethlehem geboren. Verstehst du jetzt, warum die Engel so froh waren, dass sie den Hirten von dieser Geburt erzählen durften?
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Männer folgen einem SternMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 86
Männer folgen einem Stern
SIEHST du den hellen Stern, auf den einer der Männer zeigt? Sie sind gerade von Jerusalem weggegangen und der Stern wandert die ganze Zeit vor ihnen her. Die Männer kommen aus dem Osten und beobachten immer die Sterne. Sie glauben, dass dieser neue Stern sie zu jemand Wichtigem führt.
Als die Männer nach Jerusalem gekommen waren, hatten sie gefragt: »Wo ist das Kind, das einmal der König der Juden werden soll?« Juden und Israeliten sind übrigens dasselbe. Die Männer sagten: »Wir haben im Osten den Stern des Kindes gesehen und sind gekommen, um es anzubeten.«
Herodes, der in Jerusalem König ist, hörte davon und regte sich furchtbar auf. Er wollte nicht, dass jemand anders König wird. Deswegen rief er die Oberpriester und fragte: »Wo soll der angekündigte König eigentlich geboren werden?« Sie antworteten: »In Bethlehem, sagt die Bibel.«
Herodes rief also die Männer aus dem Osten und sagte: »Sucht nach dem kleinen Kind. Und sobald ihr es gefunden habt, sagt mir Bescheid. Ich möchte auch zu ihm gehen und es anbeten.« In Wirklichkeit will Herodes das Kind aber umbringen.
Der Stern wandert jetzt also vor den Männern her bis nach Bethlehem. Dann bleibt er dort stehen, wo das Kind ist. Als die Männer in das Haus hineingehen, sehen sie Maria und den kleinen Jesus. Sie packen Geschenke aus und geben sie Jesus. Doch später sagt Jehova den Männern in einem Traum, dass sie nicht mehr zu Herodes gehen sollen. Sie kehren deshalb auf einem anderen Weg in ihr Land zurück.
Als Herodes erfährt, dass die Männer aus dem Osten einfach weggegangen sind, wird er sehr wütend. Er gibt den Befehl, in Bethlehem alle Jungen bis zum Alter von zwei Jahren zu töten. Doch Jehova warnt Joseph in einem Traum und die Familie flieht daraufhin nach Ägypten. Später, als Joseph hört, dass Herodes gestorben ist, geht er mit Maria und Jesus zurück nach Nazareth. Dort wächst Jesus auf.
Was meinst du, wer den Stern geschickt hat? Als die Männer den Stern gesehen haben, sind sie zuerst nach Jerusalem gegangen. Satan, der Teufel, wollte Gottes Sohn umbringen. Und er wusste genau, dass König Herodes von Jerusalem versuchen würde, Jesus zu töten. Deswegen muss es Satan gewesen sein, der den Stern geschickt hat.
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Jesus als Junge im TempelMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 87
Jesus als Junge im Tempel
SIEH dir mal den Jungen an, der sich mit den älteren Männern unterhält. Sie sind Lehrer im Tempel Gottes in Jerusalem. Und der Junge ist Jesus. Er ist ganz schön gewachsen. Zwölf Jahre ist er jetzt alt.
Die Lehrer wundern sich sehr, dass Jesus so viel über Gott und die Bibel weiß. Aber warum sind Joseph und Maria eigentlich nicht dabei? Wo sind sie? Das erfahren wir gleich.
Joseph geht mit seiner Familie jedes Jahr nach Jerusalem, um ein besonderes Fest zu feiern. Man nennt es Passah. Es ist ein weiter Weg von Nazareth nach Jerusalem. Niemand hat ein Auto und es gibt auch noch keine Eisenbahn. Die meisten gehen zu Fuß. Sie brauchen ungefähr drei Tage, bis sie in Jerusalem sind.
Joseph hat inzwischen eine große Familie. Deswegen müssen er und Maria auf die jüngeren Geschwister von Jesus aufpassen. Als das Fest vorbei ist, machen sie sich mit ihren Kindern auf die lange Reise zurück nach Nazareth. Sie denken, Jesus wäre bei den anderen Reisenden. Doch als sie am Ende des Tages Halt machen, können sie Jesus nirgends finden. Sie suchen ihn bei den Verwandten und Freunden, aber er ist nicht da. Also kehren sie nach Jerusalem zurück und suchen ihn dort.
Endlich finden sie ihn. Jesus sitzt hier bei den Lehrern. Er hört ihnen zu und stellt Fragen. Alle staunen, wie klug er ist. Aber Maria sagt: »Kind, warum hast du uns das angetan? Dein Vater und ich, wir haben dich ganz verzweifelt gesucht.«
»Warum habt ihr mich denn gesucht?«, antwortet Jesus. »Habt ihr nicht gewusst, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?«
Jesus ist gerne dort, wo man etwas über Gott lernen kann. Daran können wir uns ein Beispiel nehmen, meinst du nicht auch? Jesus geht in Nazareth jede Woche zu den Zusammenkünften, bei denen die Bibel erklärt wird. Er lernt sehr viel, weil er immer gut aufpasst. Jesus ist bestimmt ein gutes Vorbild für uns.
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Johannes tauft JesusMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 88
Johannes tauft Jesus
SIEHST du die Taube über dem Kopf des einen Mannes? Der Mann ist Jesus. Er ist jetzt ungefähr dreißig Jahre alt. Der andere Mann heißt Johannes. Wir haben schon von ihm gehört. Weißt du noch, wie Maria ihre Verwandte Elisabeth besuchte und wie das Baby in Elisabeths Bauch vor Freude hüpfte? Das war Johannes. Aber was tun Johannes und Jesus jetzt?
Johannes hat Jesus gerade im Jordan untergetaucht. So wird man getauft. Zuerst wird man im Wasser untergetaucht und dann wieder hochgehoben. Weil Johannes viele Menschen tauft, wird er Johannes der Täufer genannt. Aber warum hat er eigentlich Jesus getauft?
Weil Jesus zu ihm gekommen ist und ihn darum gebeten hat. Johannes tauft normalerweise Menschen, die gerne zeigen möchten, dass ihnen alles, was sie verkehrt gemacht haben, sehr Leid tut. Aber hat Jesus denn jemals etwas verkehrt gemacht? Nein, niemals, denn er ist ja Gottes Sohn aus dem Himmel. Jesus wollte aus einem anderen Grund getauft werden. Wir wollen mal sehen, aus welchem Grund.
Bevor Jesus zu Johannes kam, war er ein Zimmermann. Ein Zimmermann arbeitet mit Holz. Er stellt zum Beispiel Tische, Stühle und Bänke her. Joseph, der Mann von Maria, war auch ein Zimmermann. Von ihm lernte Jesus diesen Beruf. Aber Jehova hat seinen Sohn nicht auf die Erde geschickt, damit er als Zimmermann arbeitet. Er hatte eine besondere Aufgabe für Jesus und nun war die Zeit dafür gekommen. Jesus wollte getauft werden, um zu zeigen, dass er jetzt nur noch das tut, was sein Vater von ihm getan haben möchte. Ob sich Gott wohl darüber freut?
Ja, denn nachdem Jesus aus dem Wasser heraufgekommen ist, sagt eine Stimme aus dem Himmel: »Das ist mein Sohn, über den ich mich sehr freue.« Der Himmel scheint sich zu öffnen und eine Taube fliegt zu Jesus hinunter. Es ist aber keine richtige Taube. Sie sieht nur so aus. In Wirklichkeit ist es Gottes heiliger Geist.
Jetzt muss Jesus erst mal über vieles nachdenken. Deswegen geht er für vierzig Tage an eine einsame Stelle. Dort kommt Satan zu ihm. Drei Mal versucht er, Jesus zu etwas Schlechtem zu überreden. Doch Jesus hört nicht auf ihn.
Danach begegnet Jesus einigen Männern, die seine ersten Nachfolger oder Jünger werden. Sie heißen Andreas, Petrus (auch Simon genannt), Philippus und Nathanael (auch Bartholomäus genannt). Jesus und seine Jünger gehen nach Galiläa. Sie besuchen Nathanaels Heimatort Kana. Dort geht Jesus zu einer großen Hochzeitsfeier und tut sein erstes Wunder. Weißt du, welches Wunder das ist? Er verwandelt Wasser in Wein.
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Jesus reinigt den TempelMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 89
Jesus reinigt den Tempel
JESUS sieht hier richtig verärgert aus, findest du nicht auch? Weißt du, warum er sich ärgert? Weil die Männer hier sehr geldgierig sind. Die Leute, die zum Tempel nach Jerusalem gekommen sind, um Gott anzubeten, müssen ihnen viel Geld bezahlen.
Siehst du die vielen jungen Stiere und die Schafe und Tauben? Die Männer verkaufen diese Tiere direkt hier beim Tempel. Weißt du, warum? Weil die Israeliten Tiere brauchen, um sie Gott zu opfern.
Wenn ein Israelit etwas Böses getan hatte, musste er Gott dafür etwas opfern. So stand es im Gesetz. Und es gab auch noch andere Gründe, etwas zu opfern. Aber woher bekam man denn die Tiere zum Opfern?
Manche Israeliten hatten selber Tiere, die sie opfern konnten. Aber andere hatten keine eigenen Tiere. Und wieder andere wohnten so weit weg von Jerusalem, dass sie keins von ihren Tieren zum Tempel mitnehmen konnten. Also kamen die Leute hierher und kauften die Tiere, die sie brauchten. Doch die Verkäufer haben viel zu viel Geld verlangt. Sie haben die Leute betrogen. Außerdem hätten sie hier im Tempelgebiet gar nichts verkaufen dürfen.
Das ist der Grund, warum sich Jesus so ärgert. Er stößt die Tische um, sodass die Münzen auf den Boden fliegen. Auch macht er sich aus Stricken eine Peitsche und jagt die Tiere vom Tempel weg. Zu den Taubenverkäufern sagt er: »Bringt eure Tauben weg! Das Haus meines Vaters ist doch kein Kaufhaus!«
Einige Jünger von Jesus sind bei ihm. Sie staunen, als sie ihn beobachten. Dann erinnern sie sich an eine Stelle in der Bibel, wo von Gottes Sohn gesagt wird: »Die Liebe zum Haus Gottes wird wie Feuer in ihm brennen.«
Während Jesus hier in Jerusalem das Passah feiert, tut er viele Wunder. Danach verlässt er Judäa und geht zurück nach Galiläa. Dabei kommt er durch Samaria. Wir wollen sehen, was er dort erlebt.
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Die Frau am BrunnenMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 90
Die Frau am Brunnen
JESUS macht an einem Brunnen in Samaria Pause, um sich auszuruhen. Seine Jünger sind in die Stadt gegangen und kaufen etwas zu essen. Die Frau, mit der Jesus redet, will gerade Wasser holen. Er sagt zu ihr: »Bitte gib mir etwas zu trinken.«
Darüber wundert sich die Frau. Weißt du, warum? Weil Jesus ein Jude ist und sie eine Samariterin. Die meisten Juden können die Samariter nicht leiden. Sie reden noch nicht mal mit ihnen. Aber Jesus hat alle Menschen gerne. Deswegen sagt er zu ihr: »Wenn du wüsstest, wer ich bin, würdest du mich um Wasser bitten, das den Menschen Leben gibt.«
Da sagt die Frau: »Der Brunnen ist tief und du hast nicht mal einen Eimer. Woher willst du denn dieses Wasser haben, das Leben gibt?«
Jesus erklärt ihr: »Wenn du das Wasser aus diesem Brunnen trinkst, bekommst du trotzdem wieder Durst. Ich habe aber ein Wasser, von dem man ewiges Leben bekommen kann.«
»Bitte gib mir dieses Wasser!«, sagt die Frau. »Dann werde ich nie wieder Durst bekommen. Und ich muss nicht mehr hierher kommen, um Wasser zu holen.«
Die Frau denkt immer noch, Jesus meint richtiges Wasser. Dabei redet er von der Wahrheit über Gott und sein Königreich. Diese Wahrheit ist so lebenswichtig wie Wasser. Aber man kann durch sie sogar ewiges Leben bekommen.
Jesus fordert die Frau nun auf: »Geh, ruf deinen Mann und komm dann wieder zurück.«
»Ich hab keinen Mann«, antwortet sie.
»Das stimmt«, sagt Jesus. »Aber du hattest fünf Männer und mit dem Mann, den du jetzt hast, bist du gar nicht verheiratet.«
Die Frau staunt nur so, weil das wahr ist. Aber woher weiß Jesus das alles? Weil Gott ihn geschickt hat und ihm dieses Wissen gibt. Als die Jünger zurückkehren, wundern sie sich, dass Jesus mit einer Samariterin redet.
Was lernen wir aus dieser Geschichte? Wir haben gesehen, dass Jesus zu allen Menschen gut ist. So sollten wir auch sein. Wir sollten nicht denken, jemand wäre schlecht, nur weil er aus einem anderen Land kommt. Jesus möchte, dass alle Menschen die Wahrheit kennen lernen, die zum ewigen Leben führt. Und wir möchten den Menschen von dieser Wahrheit erzählen.
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Jesus lehrt auf einem BergMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 91
Jesus lehrt auf einem Berg
JESUS ist hier auf einem Berg in Galiläa und belehrt die Menschen. Seine Jünger sitzen dicht bei ihm. Jesus hat zwölf von ihnen als Apostel ausgewählt. Die Apostel sind seine ganz besonderen Jünger. Weißt du, wie sie alle heißen?
Simon Petrus und Andreas sind Brüder. Jakobus und Johannes auch. Aber es gibt noch einen zweiten Jakobus und auch einen zweiten Simon. Zwei Apostel heißen Judas. Der eine ist Judas Iskariot und der andere wird auch Thaddäus genannt. Dann kommen noch Philippus, Nathanael (auch Bartholomäus genannt), Matthäus und Thomas.
Als Jesus von Samaria zurück ist, predigt er zum ersten Mal: »Das Königreich der Himmel ist nah.« Weißt du, was dieses Königreich ist? Es ist eine richtige Regierung, die von Gott kommt. Jesus ist der König. Er wird vom Himmel aus regieren und auf der Erde Frieden schaffen. Durch Gottes Königreich wird die ganze Erde zu einem schönen Paradies.
Jesus erzählt den Menschen hier gerade vom Königreich. Er erklärt ihnen auch, wie sie beten sollen. Am wichtigsten ist, dass Gottes Name geheiligt wird, also dass man ihn ehrt. Sie sollen auch darum bitten, dass Gottes Königreich kommt und dass im Himmel und auf der Erde alles so getan wird, wie Jehova es möchte. Dieses Gebet wird Vaterunser oder Mustergebet genannt. Kennst du es ganz?
Jesus erklärt den Menschen auch, wie sie miteinander umgehen sollten. »Behandelt andere so, wie ihr von ihnen behandelt werden möchtet«, sagt er. Freust du dich, wenn andere nett zu dir sind? Dann solltest du auch zu ihnen nett sein. Das meinte Jesus mit seinen Worten. Wird es nicht schön sein, wenn im Paradies alle Menschen auf der Erde so miteinander umgehen?
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Jesus macht Tote lebendigMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 92
Jesus macht Tote lebendig
DAS Mädchen hier ist zwölf Jahre alt. Jesus hält ihre Hand. Ihre Mutter und ihr Vater stehen auch dabei. Weißt du, warum sie sich so freuen? Das hat einen ganz besonderen Grund.
Der Vater des Mädchens heißt Jairus und ist sehr bekannt. Eines Tages wird seine Tochter krank und muss im Bett bleiben. Aber sie wird einfach nicht gesund. Es geht ihr immer schlechter und schlechter. Jairus und seine Frau haben Angst, dass ihre Tochter sterben könnte. Sie ist ihr einziges Kind. Jairus macht sich auf die Suche nach Jesus. Denn er hat von den Wundern gehört, die Jesus tut.
Als Jairus ihn findet, stehen viele Leute um ihn herum. Aber Jairus wühlt sich durch die Menge und fällt vor Jesus auf die Knie. »Meine Tochter ist sehr, sehr krank«, sagt er. »Komm bitte und mach sie wieder gesund.« Jesus ist einverstanden.
Während sie losgehen, drängen sich immer noch viele Menschen um Jesus. Auf einmal bleibt er stehen. »Wer hat mich angefasst?«, fragt er. Jesus hat gemerkt, dass Kraft von ihm weggegangen ist. Deshalb weiß er, dass ihn jemand angefasst hat. Aber wer? Es ist eine Frau, die zwölf Jahre lang krank gewesen ist. Sie ist zu Jesus gegangen, hat seine Kleider berührt und ist wieder gesund geworden.
Jairus ist erleichtert. Jetzt hat er selber gesehen, wie leicht es für Jesus ist, Menschen gesund zu machen. Doch dann bringt ihm jemand die Nachricht: »Deine Tochter ist gestorben. Jesus braucht nicht mehr zu kommen.« Jesus hat das gehört und sagt zu Jairus: »Mach dir keine Sorgen. Es wird alles gut.«
Als sie beim Haus von Jairus ankommen, stehen dort viele Leute und weinen. Doch Jesus sagt: »Ihr braucht nicht zu weinen. Das Kind ist nicht tot. Es schläft nur.« Die Leute lachen Jesus aus, weil sie genau wissen, dass die Kleine tot ist.
Jesus geht nun mit dem Vater, der Mutter und drei Aposteln in das Zimmer, in dem das Mädchen liegt. Jesus nimmt ihre Hand und sagt zu ihr: »Steh auf!« Da wird sie wieder lebendig. Das siehst du hier auf dem Bild. Sie steht auf und läuft herum. Deswegen freuen sich ihre Mutter und ihr Vater so sehr.
Das ist nicht das erste Mal, dass Jesus jemand von den Toten auferweckt. Er hat auch schon den Sohn einer Witwe aus der Stadt Nain wieder lebendig gemacht. Später auferweckt er noch Lazarus, den Bruder von Maria und Martha. Wenn Jesus als Gottes König regiert, wird er viele, viele Tote wieder lebendig machen. Darauf können wir uns sehr freuen, meinst du nicht auch?
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Jesus gibt allen zu essenMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 93
Jesus gibt allen zu essen
ES IST etwas Furchtbares passiert. Johannes der Täufer ist umgebracht worden. Herodias, die Frau des Königs, konnte ihn nicht leiden. Sie überredete den König, Johannes den Kopf abschlagen zu lassen.
Als Jesus das erfährt, ist er sehr traurig. Weil er gerne allein sein möchte, geht er an eine einsame Stelle. Doch die Leute folgen ihm. Sobald Jesus die vielen Menschen sieht, tun sie ihm Leid. Er erzählt ihnen vom Königreich Gottes und macht die Kranken gesund.
Am Abend kommen die Jünger zu ihm und sagen: »Es ist schon spät und hier ist es sehr einsam. Schick die Leute weg, damit sie sich in den Dörfern etwas zu essen kaufen können.«
»Sie brauchen nicht wegzugehen«, meint Jesus. »Gebt ihr ihnen doch etwas zu essen.« Dann fragt er Philippus: »Wo können wir genug Essen für alle kaufen?«
Philippus antwortet: »Es wird eine Menge Geld kosten, so viel zu kaufen, dass jeder auch nur ein bisschen bekommt.« Und Andreas meint: »Dieser Junge hier hat fünf Brote und zwei Fische. Aber was ist das schon bei so vielen Menschen?«
Jesus fordert die Jünger nun auf: »Sagt den Leuten, sie sollen sich aufs Gras setzen.« Dann dankt er Gott für das Essen und teilt es in Stücke. Die Jünger verteilen das Brot und den Fisch an alle Leute. Es sind 5 000 Männer und viele tausend Frauen und Kinder. Sie werden alle satt. Und als die Jünger die Reste einsammeln, sind es noch 12 Körbe voll!
Jesus sagt den Jüngern nun, sie sollen in ein Boot steigen und das Galiläische Meer überqueren. In der Nacht gibt es einen starken Sturm und die Wellen werfen das Boot hin und her. Die Jünger haben große Angst. Mitten in der Nacht sehen sie auf einmal, wie ihnen jemand auf dem Wasser entgegenläuft. Sie schreien vor Angst, weil sie nicht wissen, was das zu bedeuten hat.
»Keine Angst! Ich bin’s«, sagt Jesus. Sie können es immer noch nicht glauben. Petrus sagt: »Wenn du es wirklich bist, Herr, dann sag mir, dass ich auf dem Wasser zu dir laufen soll.« Jesus fordert ihn auf: »Komm!« Da steigt Petrus aus dem Boot und läuft auf dem Wasser. Plötzlich bekommt er Angst und fängt an zu sinken. Doch Jesus rettet ihn.
Später versorgt Jesus noch mal Tausende von Menschen mit Essen. Diesmal hat er sieben Brote und einige kleine Fische. Und wieder reicht es für alle. Ist es nicht schön, wie sich Jesus um andere kümmert? Wenn er als Gottes König regiert, braucht sich niemand mehr über irgendetwas Sorgen zu machen.
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Jesus liebt KinderMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 94
Jesus liebt Kinder
SCHAU mal, Jesus hat den kleinen Jungen hier in seine Arme genommen. Man sieht, dass Jesus Kinder wirklich lieb hat. Die anderen Männer, die dabeistehen, sind seine Apostel. Was sagt Jesus gerade zu ihnen? Das erfahren wir gleich.
Jesus und seine Apostel sind von einer langen Reise zurück. Unterwegs hatten die Apostel einen Streit. Deswegen fragt Jesus sie jetzt: »Worüber habt ihr euch auf dem Weg gestritten?« Eigentlich weiß Jesus schon, worum es bei dem Streit ging. Aber er fragt die Apostel trotzdem, um zu sehen, ob sie es ihm erzählen.
Die Apostel geben keine Antwort, weil sie sich gestritten haben, wer von ihnen der Größte ist. Einige Apostel kommen sich nämlich sehr wichtig vor. Wie wird Jesus ihnen wohl klar machen, dass es nicht richtig ist, wenn man unbedingt der Größte sein will?
Er ruft einen kleinen Jungen zu sich und stellt ihn in ihre Mitte. Dann sagt er zu den Jüngern: »Eins ist sicher: Wenn ihr euch nicht ändert und wie kleine Kinder werdet, kommt ihr nie in Gottes Königreich. Wer so wird wie dieses Kind, der ist der Größte im Königreich.« Weißt du, warum Jesus das gesagt hat?
Kleinen Kindern ist es meistens egal, wer größer oder wichtiger ist. Daran könnten sich die Apostel ein Beispiel nehmen, statt sich darüber zu streiten, wer der Größte ist.
Jesus zeigt auch sonst, dass er Kinder lieb hat. Ein paar Monate später bringen einige Leute ihre Kinder zu ihm. Die Apostel wollen sie wegschicken. Doch Jesus sagt zu ihnen: »Lasst die Kinder zu mir kommen, denn das Königreich Gottes gehört Menschen, die so sind wie sie.« Dann umarmt Jesus die Kinder und segnet sie. Ist es nicht schön, zu wissen, dass Jesus Kinder liebt?
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Wie Jesus lehrtMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 95
Wie Jesus lehrt
EINES Tages sagt Jesus zu einem Mann, er soll seinen Nächsten lieben. Der Mann fragt: »Wer ist überhaupt mein Nächster?« Jesus weiß, was der Mann denkt. Er meint, nur wer aus demselben Land kommt und dieselbe Religion hat wie er, wäre sein Nächster. Mal sehen, was Jesus ihm antwortet.
Manchmal denkt sich Jesus eine Geschichte aus, um etwas zu erklären. Das tut er auch jetzt. Er erzählt eine Geschichte über einen Juden und einen Samariter. Wir haben ja schon gehört, dass die meisten Juden die Samariter nicht leiden können. Doch nun zu der Geschichte:
Eines Tages geht ein Jude nach Jericho. Unterwegs wird er von Räubern überfallen. Sie nehmen ihm sein Geld weg und schlagen ihn halb tot.
Da kommt ein jüdischer Priester vorbei. Er sieht den Verletzten. Was denkst du, was er tun wird? Er macht einen Bogen um den Mann und geht einfach weiter. Dann kommt ein anderer sehr religiöser Mann vorbei. Er ist ein Levit. Ob er wohl stehen bleibt? Nein. Auch er geht weiter, ohne dem Verletzten zu helfen. Auf dem Bild siehst du den Priester und den Leviten in der Ferne weiterziehen.
Aber der Verletzte ist nicht mehr allein. Ein Samariter ist bei ihm und hilft ihm. Er verbindet dem Juden die Wunden. Danach bringt er ihn an einen Ort, wo er sich ausruhen und gesund werden kann.
Jesus fragt nun den Mann, dem er die Geschichte erzählt hat: »Wer von den drei Männern war ein guter Nächster? Der Priester, der Levit oder der Samariter?«
Der Mann antwortet: »Der Samariter, weil er sich um den Verletzten gekümmert hat.«
Da sagt Jesus: »Das stimmt. Behandle also andere genauso wie er.«
Wie findest du Jesus als Lehrer? Können wir aus der Bibel nicht sehr, sehr viel von Jesus lernen?
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Jesus heilt die KrankenMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 96
Jesus heilt die Kranken
WÄHREND Jesus durch das Land reist, heilt er die Kranken. Überall in den Dörfern und Städten spricht man von diesen Wundern. Die Leute bringen Gelähmte, Blinde, Gehörlose und andere Kranke zu ihm. Jesus heilt sie alle.
Es ist jetzt über drei Jahre her, dass er von Johannes getauft wurde. Jesus erklärt seinen Aposteln nun, dass er bald nach Jerusalem geht. Dort wird man ihn töten, aber danach wird er vom Tod auferweckt. Bis dahin heilt er weiter Kranke.
Einmal lehrt Jesus an einem Sabbat. Der Sabbat ist für die Juden ein Ruhetag. Auf dem Bild siehst du eine Frau, die sehr krank gewesen ist. 18 Jahre lang ist sie ganz krumm gelaufen und konnte überhaupt nicht gerade stehen. Jesus legt die Hände auf sie und schon wird ihr Rücken gerade. Sie ist gesund!
Die religiösen Führer ärgern sich darüber. »Es gibt sechs Tage, an denen man arbeiten darf«, ruft einer den Leuten zu. »An diesen Tagen könnt ihr kommen und euch heilen lassen, aber nicht am Sabbat.«
Doch Jesus sagt dazu: »Ihr schlechten Menschen! Jeder von euch würde am Sabbat seinen Esel losbinden und ihn zum Wasser führen, damit er trinken kann. Und diese arme Frau, die 18 Jahre krank war, soll man am Sabbat nicht heilen dürfen?« Da schämen sich diese schlechten Männer.
Später reisen Jesus und seine Apostel weiter nach Jerusalem. Gerade als sie Jericho verlassen haben, merken zwei blinde Bettler, dass Jesus vorbeikommt. Sie schreien: »Jesus, hilf uns!«
Jesus ruft die Blinden zu sich und fragt: »Was soll ich für euch tun?« Da sagen sie: »Herr, öffne uns die Augen.« Jesus berührt ihre Augen und sofort können sie sehen. Weißt du, warum Jesus so viele Wunder tut? Weil er die Menschen liebt und möchte, dass sie an ihn glauben. Außerdem können wir dadurch sicher sein, dass niemand mehr krank wird, wenn Jesus als König über die Erde regiert.
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Jesus kommt als KönigMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 97
Jesus kommt als König
KURZ nachdem Jesus die beiden blinden Bettler geheilt hat, kommt er zu einem kleinen Dorf ganz in der Nähe von Jerusalem. Er fordert zwei seiner Jünger auf: »Wenn ihr in das Dorf geht, werdet ihr einen jungen Esel sehen. Bindet ihn los und bringt ihn mir.«
Jesus setzt sich dann auf den Esel und reitet nach Jerusalem. Als er schon fast da ist, kommt ihm eine große Menschenmenge aus der Stadt entgegen. Viele Leute ziehen ihre Mäntel aus und breiten sie auf dem Weg aus. Andere schneiden Palmzweige ab und legen sie ebenfalls hin. Sie rufen: »Der König, der im Namen Jehovas kommt, soll gesegnet sein!«
In Israel sind die neuen Könige früher immer auf einem jungen Esel nach Jerusalem geritten, um sich den Leuten zu zeigen. Das tut jetzt auch Jesus. Und die Menschen hier zeigen, dass sie ihn gerne als König haben möchten. Doch es sind nicht alle für ihn. Das merkt man, als er zum Tempel kommt.
Jesus heilt dort Blinde und Gelähmte. Als die Kinder das sehen, jubeln sie Jesus voller Freude zu. Die Priester ärgern sich darüber und fragen Jesus: »Hörst du, was die Kinder da sagen?«
»Ja«, antwortet Jesus. »Habt ihr noch nie in der Bibel gelesen, dass Gott aus dem Mund von kleinen Kindern Lobpreis kommen lässt?« Deshalb jubeln die Kinder dem König Gottes einfach weiter zu.
Findest du nicht auch, dass uns diese Kinder ein gutes Beispiel geben? Manche Leute wollen nicht, dass wir über Gottes Königreich reden. Aber wir hören trotzdem nicht auf, anderen zu erzählen, was Jesus alles für die Menschen tun wird.
Als Jesus auf der Erde lebte, war für ihn noch nicht die Zeit gekommen, als König zu regieren. Wann wird diese Zeit kommen? Das wollten seine Jünger gerne wissen. In der nächsten Geschichte erfahren wir mehr darüber.
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Auf dem ÖlbergMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 98
Auf dem Ölberg
HIER ist Jesus auf dem Ölberg. Er hat noch vier Apostel dabei. Es ist Andreas mit seinem Bruder Petrus und Jakobus mit seinem Bruder Johannes. Weiter hinten siehst du Gottes Tempel in Jerusalem.
Vor zwei Tagen war Jesus auf einem jungen Esel nach Jerusalem geritten. Jetzt ist Dienstag. Jesus ist schon beim Tempel gewesen. Die Priester wollten ihn dort festnehmen, um ihn zu töten. Aber dann haben sie sich doch nicht getraut, weil Jesus bei den Leuten so beliebt ist.
Jesus hat zu diesen religiösen Führern gesagt: »Ihr Schlangen und Schlangensöhne!« Er hat ihnen angekündigt, dass Gott sie für ihre Bosheit bestrafen wird. Danach ist er auf den Ölberg gestiegen und dort stellen ihm die vier Apostel jetzt Fragen. Weißt du, was sie ihn fragen?
Sie wollen wissen, was in der Zukunft passiert. Die Apostel haben schon gehört, dass Jesus alles Schlechte auf der Erde vernichten wird. Aber sie möchten gerne wissen, wann es so weit ist und wann Jesus wiederkommt, um als König zu regieren.
Die Jünger auf der Erde werden Jesus nicht sehen können, wenn er wiederkommt. Er ist dann nämlich im Himmel und ist unsichtbar. Deswegen erklärt Jesus seinen Aposteln, was auf der Erde alles passieren wird, wenn er im Himmel als König regiert. Was zum Beispiel?
Jesus sagt, dass es dann große Kriege geben wird und viele Menschen krank werden und hungern müssen. Es wird auch schwere Verbrechen und große Erdbeben geben. Jesus sagt außerdem, dass die gute Botschaft von Gottes Königreich dann auf der ganzen Erde gepredigt wird. Kann man das alles heute sehen? Ja! Deshalb können wir sicher sein, dass Jesus jetzt im Himmel regiert. Bald wird er alles Schlechte auf der Erde vernichten.
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Das AbendmahlMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 99
Das Abendmahl
ES IST Donnerstagabend, zwei Tage später. Jesus und seine zwölf Apostel haben sich im oberen Stockwerk eines Hauses versammelt, um gemeinsam das Passah zu essen. Der Mann, der weggeht, ist Judas Iskariot. Er will den Priestern verraten, wie sie Jesus festnehmen können.
Einen Tag vorher ist Judas zu ihnen gegangen und hat sie gefragt: »Was gebt ihr mir, wenn ich Jesus verrate?« Sie sagten: »Dreißig Silbermünzen.« Judas wird sich jetzt mit diesen Männern treffen, um sie zu Jesus zu bringen. Ist das nicht gemein?
Die Passahfeier ist gerade zu Ende. Doch Jesus führt noch eine neue Feier ein. Er gibt seinen Aposteln ein Brot und sagt: »Esst davon, denn dieses Brot bedeutet meinen Körper, der für euch geopfert wird.« Dann gibt er ihnen einen Becher Wein und sagt: »Trinkt davon, denn dieser Wein bedeutet mein Blut, das für euch vergossen wird.« In der Bibel wird diese Feier „Abendmahl“ oder „Abendmahl des Herrn“ genannt.
Das Passah wurde zur Erinnerung daran gefeiert, dass Gottes Engel in Ägypten an den Häusern der Israeliten vorbeiging, als er die Erstgeborenen der Ägypter tötete. Doch jetzt möchte Jesus, dass sich seine Jünger immer an ihn erinnern und nicht vergessen, dass er sein Leben für sie geopfert hat. Deswegen sollen sie jedes Jahr das Abendmahl feiern.
Nach dem Abendmahl sagt Jesus zu seinen Aposteln, sie sollen mutig sein und einen starken Glauben haben. Zum Schluss singen sie Lieder zur Ehre Gottes und gehen dann weg. Es ist wahrscheinlich schon nach Mitternacht. In der nächsten Geschichte erfahren wir, wohin sie so spät gehen.
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Jesus im GartenMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 100
Jesus im Garten
NACHDEM Jesus und seine Apostel das Haus verlassen haben, gehen sie in den Garten Gethsemane. Hier sind sie schon oft gewesen. Jesus bittet seine Jünger, wach zu bleiben und zu beten. Dann geht er ein Stück weiter, kniet sich zum Beten hin und beugt sich ganz tief zum Boden.
Später kehrt er zu seinen Aposteln zurück. Was denkst du, was sie gerade tun? Sie schlafen! Drei Mal bittet Jesus sie wach zu bleiben, aber jedes Mal, wenn er zu ihnen kommt, schlafen sie. »Wie könnt ihr jetzt nur schlafen?«, fragt er beim dritten Mal. »Die Stunde ist gekommen, in der ich meinen Feinden übergeben werde.«
Da hört man auch schon den Lärm einer großen Menschenmenge. Die Männer sind mit Schwertern und Knüppeln gekommen. Und sie haben Fackeln, damit sie im Dunkeln etwas sehen können. Als sie näher kommen, geht einer von ihnen direkt auf Jesus zu. Er küsst ihn, wie du hier siehst. Der Mann ist Judas Iskariot. Warum küsst er Jesus?
Jesus fragt ihn: »Judas, verrätst du mich mit einem Kuss?« Ja, der Kuss ist ein Zeichen. Die Männer, die mit Judas gekommen sind, wissen jetzt, wer Jesus ist. Sie wollen ihn packen. Doch Petrus lässt nicht zu, dass Jesus einfach so von seinen Feinden festgenommen wird. Er zieht sein Schwert und trifft damit den Mann neben ihm. Das Schwert ist dicht am Kopf des Mannes vorbeigesaust und hat ihm das rechte Ohr abgetrennt. Doch Jesus berührt das Ohr des Mannes und heilt ihn.
Er sagt zu Petrus: »Steck dein Schwert weg! Weißt du nicht, dass ich meinen Vater um Tausende von Engeln bitten kann, damit sie mich retten?« Ja, das kann Jesus wirklich. Aber er bittet Gott nicht darum, denn er weiß, dass für ihn die Zeit gekommen ist, von seinen Feinden verhaftet zu werden. Er lässt sich von ihnen mitnehmen. Gleich werden wir sehen, wie es mit Jesus weitergeht.
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Jesus wird umgebrachtMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 101
Jesus wird umgebracht
HIER ist etwas ganz Furchtbares passiert. Jesus muss sterben. Er ist an einen Pfahl genagelt worden. Die Nägel sind durch seine Hände und Füße gebohrt. Warum wird Jesus so grausam behandelt?
Weil es viele gibt, die ihn hassen. Weißt du, wer vor allem? Der böse Engel Satan, der Teufel. Der Teufel hatte es ja schon geschafft, dass Adam und Eva nicht mehr auf Jehova hören wollten. Und jetzt hat er die Feinde von Jesus dazu gebracht, so etwas Schreckliches zu tun.
Schon bevor Jesus an diesen Pfahl genagelt wurde, waren seine Feinde sehr gemein zu ihm. Weißt du noch, wie sie in den Garten Gethsemane gekommen sind und ihn festgenommen haben? Wer waren diese Feinde überhaupt? Es waren die religiösen Führer. Wir wollen sehen, was sie danach mit ihm gemacht haben.
Als Jesus von den religiösen Führern festgenommen wird, laufen seine Apostel weg. Sie lassen Jesus mit seinen Feinden allein, weil sie Angst haben. Nur Petrus und Johannes bleiben unauffällig in der Nähe, um zu sehen, was mit Jesus passiert.
Die Priester bringen Jesus zu dem alten Annas, der früher der Hohe Priester war. Dort bleiben sie aber nicht lange. Sie gehen weiter zu dem jetzigen Hohen Priester Kaiphas. Bei ihm haben sich viele religiöse Führer versammelt.
Hier im Haus von Kaiphas findet eine Gerichtsverhandlung statt. Es werden Leute herbeigeholt, die Lügen über Jesus erzählen sollen. Die religiösen Führer sagen alle: »Jesus hat den Tod verdient.« Dann spucken sie ihm ins Gesicht und schlagen ihn mit den Fäusten.
Die ganze Zeit über bleibt Petrus draußen im Hof. Die Leute dort machen ein Feuer, weil die Nacht so kalt ist. Während sie sich an dem Feuer wärmen, schaut ein Dienstmädchen Petrus an und sagt: »Dieser Mann war auch bei Jesus.«
»Nein, das stimmt nicht!«, behauptet Petrus.
Drei Mal sagen die Leute, er wäre mit Jesus zusammen gewesen. Aber jedes Mal behauptet Petrus, das wäre nicht wahr. Beim dritten Mal dreht Jesus sich um und sieht ihn an. Es tut Petrus furchtbar Leid, dass er gelogen hat. Er geht weg und weint.
Als am Freitagmorgen die Sonne aufgeht, bringen die Priester Jesus zum Sanhedrin-Saal, wo sie sich immer versammeln. Dort beraten sie sich, was sie mit Jesus machen sollen. Sie führen ihn zu Pontius Pilatus, dem Herrscher von Judäa.
»Jesus ist ein schlechter Mensch«, sagen die Priester zu Pilatus. »Er verdient zu sterben.« Pilatus stellt Jesus ein paar Fragen und sagt dann: »Für mich ist er unschuldig.« Er schickt Jesus zu Herodes Antipas. Herodes ist der Herrscher von Galiläa, aber er hält sich gerade in Jerusalem auf. Herodes findet an Jesus auch nichts Schlechtes, also schickt er ihn zurück zu Pilatus.
Pilatus möchte Jesus freilassen. Doch die Feinde von Jesus wollen lieber, dass ein anderer Gefangener freigelassen wird statt Jesus. Dieser andere Mann ist ein Räuber und heißt Barabbas. Ungefähr um die Mittagszeit geht Pilatus mit Jesus vor die versammelte Menschenmenge und sagt: »Seht her, euer König!« Doch die Oberpriester schreien: »Weg mit ihm! An den Pfahl mit ihm!« Daraufhin lässt Pilatus Barabbas frei und führt Jesus ab.
Am frühen Freitagnachmittag wird Jesus an einen Pfahl genagelt. Auf dem Bild sieht man es zwar nicht, aber neben Jesus hängen noch zwei Verbrecher, einer rechts und einer links. Kurz bevor Jesus stirbt, bittet ihn der eine Verbrecher: »Denk an mich, wenn du in dein Königreich kommst.« Darauf sagt Jesus: »Ich versprech dir, dass du mit mir im Paradies sein wirst.«
Ist das nicht ein schönes Versprechen? Weißt du, was Jesus mit dem Paradies meint? Wo war denn das Paradies, das Gott am Anfang gemacht hat? Auf der Erde. Wenn Jesus als König im Himmel regiert, wird er diesen Mann vom Tod auferwecken, damit er in dem neuen Paradies auf der Erde leben kann. Wie findest du das?
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Jesus lebtMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 102
Jesus lebt
WEISST du, wer die Frau und die beiden Männer hier sind? Die Frau heißt Maria Magdalene und gehört zu den Freunden von Jesus. Und die Männer mit den weißen Kleidern sind Engel. Der kleine Raum, in den Maria hineinschaut, ist das Grab von Jesus. Solche Gräber werden auch Gruft genannt. Aber Jesus liegt gar nicht mehr darin! Wer hat die Leiche denn weggenommen? Das werden wir gleich erfahren.
Nach dem Tod von Jesus sagen die Priester zu Pilatus: »Als Jesus noch lebte, behauptete er, er würde nach drei Tagen auferweckt werden. Lass das Grab also bewachen. Sonst könnten die Jünger seine Leiche stehlen und behaupten, er wäre vom Tod auferweckt worden.« Da erlaubt Pilatus den Priestern, die Gruft von Soldaten bewachen zu lassen.
Am dritten Tag nachdem Jesus gestorben ist, kommt plötzlich in aller Frühe ein Engel Jehovas. Er rollt den großen Stein am Eingang der Gruft weg. Die Soldaten sind vor lauter Schreck wie gelähmt. Als sie schließlich in die Gruft hineinschauen, ist die Leiche verschwunden. Ein paar Soldaten gehen in die Stadt, um es den Priestern zu berichten. Weißt du, was die gemeinen Priester daraufhin tun? Sie geben den Soldaten Geld, damit sie lügen. Die Soldaten sollen sagen, sie wären eingeschlafen und dann wären die Jünger gekommen und hätten die Leiche gestohlen.
In der Zwischenzeit gehen einige Frauen, die mit Jesus befreundet waren, zu der Gruft. Sie sind ganz überrascht, dass die Leiche weg ist. Auf einmal erscheinen zwei Engel in hell leuchtenden Kleidern. »Warum sucht ihr Jesus denn hier?«, fragen sie. »Er ist doch auferweckt worden. Lauft schnell und sagt es seinen Jüngern.« Da rennen die Frauen los. Doch unterwegs werden sie von einem Mann aufgehalten. Weißt du, von wem? Es ist Jesus! Er sagt: »Geht zu meinen Jüngern und gebt ihnen Bescheid!«
Als die Frauen den Jüngern erzählen, dass Jesus lebt und dass sie ihn gesehen haben, können sie es kaum glauben. Petrus und Johannes laufen zu der Gruft, um selber nachzusehen. Doch die Gruft ist leer. Petrus und Johannes gehen wieder weg, aber Maria Magdalene bleibt da. Das ist der Augenblick, wo sie hineinschaut und die beiden Engel sieht.
Weißt du, was mit dem Körper von Jesus passiert ist? Gott hat ihn weggenommen. Er hat Jesus nicht mit demselben Körper auferweckt, mit dem er gestorben ist. Jesus bekam einen neuen, geistigen Körper, wie ihn die Engel im Himmel haben. Aber um seinen Jüngern zu zeigen, dass er lebt, erscheint er ihnen in einem Körper, den man sehen kann. Davon berichten die nächsten Geschichten.
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In einem verschlossenen RaumMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 103
In einem verschlossenen Raum
ALS Petrus und Johannes von der Gruft weggegangen sind, in der Jesus gelegen hat, ist Maria nur noch allein da. Sie fängt an zu weinen. Dann beugt sie sich vor und schaut in die Gruft hinein, wie wir auf dem letzten Bild gesehen haben. Da entdeckt sie die beiden Engel. Sie fragen: »Warum weinst du denn?«
Maria antwortet: »Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.« Darauf dreht sich Maria um und sieht einen Mann. Er fragt sie: »Wen suchst du?«
Maria denkt, der Mann wäre der Gärtner und er hätte die Leiche weggenommen. Deswegen sagt sie: »Wenn du ihn weggenommen hast, dann sag mir bitte, wo du ihn hingelegt hast.« Der Mann ist in Wirklichkeit Jesus. Er erscheint Maria in einem Körper, den sie nicht erkennt. Doch als er ihren Namen sagt, merkt sie, dass es Jesus ist. Sie läuft los und sagt den Jüngern: »Ich hab den Herrn gesehen!«
Etwas später am selben Tag sind zwei Jünger gerade in das Dorf Emma·us unterwegs, als sich ihnen ein Mann anschließt. Die Jünger sind sehr traurig, dass Jesus gestorben ist. Doch der Mann erklärt ihnen auf dem Weg einiges aus der Bibel und das tröstet sie. Als sie eine Pause machen, um etwas zu essen, merken die Jünger, dass der Mann Jesus ist. Doch dann verschwindet Jesus wieder und die beiden Jünger gehen schnell nach Jerusalem zurück, um den Aposteln alles zu erzählen.
In der Zwischenzeit erscheint Jesus auch Petrus. Die Apostel sind ganz aufgeregt, als sie davon hören. Dann kommen auch noch die zwei anderen Jünger und berichten, dass Jesus ihnen unterwegs begegnet ist. Weißt du, was im gleichen Augenblick passiert?
Sieh dir mal das Bild an. Jesus erscheint mitten in dem Raum, obwohl die Tür verschlossen ist. Die Jünger freuen sich unwahrscheinlich. Was für ein aufregender Tag! Kannst du aufzählen, wie oft Jesus seinen Jüngern bis jetzt erschienen ist? Kommst du auch auf fünf Mal?
Der Apostel Thomas war nicht da, als Jesus erschien. Die Jünger erzählen ihm deshalb: »Wir haben den Herrn gesehen!« Aber Thomas sagt, dass er das erst glaubt, wenn er Jesus selber gesehen hat. Acht Tage später treffen sich die Jünger wieder in einem verschlossenen Raum. Diesmal ist Thomas dabei. Plötzlich erscheint Jesus mitten im Zimmer. Jetzt glaubt auch Thomas, dass Jesus lebt.
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Jesus kehrt in den Himmel zurückMein Buch mit biblischen Geschichten
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GESCHICHTE 104
Jesus kehrt in den Himmel zurück
IN DEN nächsten Tagen zeigt sich Jesus seinen Nachfolgern viele Male. Einmal wird er von ungefähr 500 Jüngern gesehen. Weißt du, worüber Jesus redet, wenn er ihnen erscheint? Über Gottes Königreich. Jehova hat Jesus ja auf die Erde geschickt, damit er die Menschen über das Königreich belehrt. Und das tut er auch jetzt, nachdem er auferweckt worden ist.
Weißt du noch, was Gottes Königreich ist? Es ist eine richtige Regierung im Himmel. Sie kommt von Gott und er hat Jesus dafür als König ausgesucht. Jesus hat schon gezeigt, dass er ein guter König sein wird. Denn er hat Hungrigen zu essen gegeben, Kranke geheilt und sogar Tote wieder lebendig gemacht.
Wie wird also das Leben auf der Erde sein, wenn Jesus für tausend Jahre vom Himmel aus regiert? Die ganze Erde wird zu einem schönen Paradies werden. Es gibt dann keine Kriege, Verbrechen und Krankheiten mehr und niemand braucht mehr zu sterben. Das wissen wir, weil Gott die Erde schon immer als Paradies für die Menschen haben wollte. Deswegen hat er ja auch am Anfang den Garten Eden geschaffen. Und Jesus wird dafür sorgen, dass alles so kommt, wie Gott es möchte.
Doch jetzt kehrt Jesus erst mal in den Himmel zurück. Vierzig Tage lang hat er sich seinen Jüngern gezeigt. Deswegen sind sie ganz sicher, dass er lebt. Bevor er weggeht, sagt er noch zu ihnen: »Bleibt in Jerusalem, bis ihr den heiligen Geist bekommt.« Gottes heiliger Geist ist eine Kraft, die etwas bewirkt, ähnlich wie der Wind. Der heilige Geist soll den Jüngern helfen, Gottes Willen zu tun. Zum Schluss sagt Jesus: »Erzählt den Menschen bis zum entferntesten Teil der Erde von mir.«
Danach passiert etwas Erstaunliches. Jesus geht in den Himmel zurück, wie du hier siehst. Dann wird er von einer Wolke verdeckt und die Jünger können ihn nicht mehr sehen. Vom Himmel aus regiert Jesus nun über seine Nachfolger auf der Erde.
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