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Der größte Mensch, der je lebteDer Wachtturm 1992 | 15. Februar
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Der größte Mensch, der je lebte
„Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“ (MATTHÄUS 16:16).
1, 2. (a) Woran könnte man die Größe eines Menschen messen? (b) Welche Männer haben im Laufe der Geschichte den Beinamen „der Große“ erhalten, und warum?
WER ist deiner Meinung nach der größte Mensch, der je lebte? Woran mißt du die Größe eines Menschen? An seiner militärischen Begabung? An seiner Intelligenz? An seiner körperlichen Kraft?
2 Verschiedene Herrscher haben den Beinamen „der Große“ erhalten, so z. B. Cyrus der Große, Alexander der Große, Karl der Große, der übrigens schon zu Lebzeiten so genannt wurde. Durch ihr eindrucksvolles Auftreten übten sie großen Einfluß auf diejenigen aus, über die sie herrschten.
3. (a) Was gilt als Maßstab für die Größe eines Menschen? (b) Wer ist demnach der größte Mensch, der je lebte?
3 Interessant ist in Verbindung damit auch, woran nach Ansicht des Historikers H. G. Wells die Größe eines Menschen gemessen werden kann. Er schrieb vor mehr als 50 Jahren: „Der Historiker mißt die Größe einer Person an dem, was sie hinterlassen hat, damit es wächst, und daran, ob sie andere veranlaßt hat, in neuen Bahnen zu denken, und zwar mit einer Wirksamkeit, die nach ihr fortbesteht.“ Wells kam zu dem Schluß, daß in dieser Hinsicht „Jesus an erster Stelle“ steht. Sogar Napoleon Bonaparte erklärte: „Jesus Christus hat seine Untertanen beeinflußt und beherrscht, ohne leibhaftig, sichtbar, gegenwärtig zu sein.“
4. (a) Welche gegensätzlichen Ansichten werden in bezug auf Jesus vertreten? (b) Welchen Platz räumt ein nichtchristlicher Historiker Jesus ein?
4 Einige behaupten trotzdem, Jesus sei keine geschichtliche Person, sondern eine Sagengestalt. Viele fallen allerdings auch in das andere Extrem, indem sie Jesus als Gott verehren und sagen, Gott sei in der Gestalt Jesu auf die Erde gekommen. H. G. Wells, der seine Schlußfolgerungen allein auf die historischen Beweise für die Existenz Jesu stützte, schrieb jedoch: „Es ist interessant und bedeutsam, daß ein Historiker ohne theologische Befangenheit irgendwelcher Art feststellen muß, daß er den Fortschritt der Menschheit nicht wahrheitsgetreu schildern kann, wenn er es unterläßt, einem mittellosen Lehrer aus Nazareth einen bedeutenden Platz einzuräumen. ... Ein Historiker wie ich, der sich selbst nicht einmal als Christ betrachtet, stellt fest, daß sich die Schilderung unweigerlich um das Leben und den Charakter dieses höchst bedeutsamen Menschen dreht.“
Hat Jesus wirklich gelebt?
5, 6. Was sagen die Historiker H. G. Wells und Will Durant über die Geschichtlichkeit Jesu?
5 Was aber, wenn dir jemand sagen würde, Jesus habe nie gelebt — er sei in Wirklichkeit eine Sagengestalt, die Erfindung einiger Menschen des ersten Jahrhunderts? Was würdest du auf diese Behauptung entgegnen? Wells räumte zwar ein, daß wir „über ... [Jesus] nicht so viel wissen, wie wir gern wissen möchten“, aber er stellte dennoch fest: „Die vier Evangelien ... liefern uns übereinstimmend das Bild von einer ganz bestimmten Persönlichkeit; sie klingen überzeugend nach Realität. Die Annahme, er habe nie gelebt, die Berichte über sein Leben seien Fiktion, bereitet dem Historiker größere Schwierigkeiten und wirft weit mehr Probleme auf als die Anerkennung der wesentlichen Elemente der Evangelienberichte als Tatsache.“
6 Der angesehene Historiker Will Durant argumentierte ähnlich: „Es wäre ein Wunder, das alle Wunder der Evangelien überträfe, wenn einige einfache Männer [die sich selbst Christen nannten] im Verlaufe eines Menschenalters eine so machtvolle und faszinierende Persönlichkeit, eine so erhabene Ethik und eine so begeisternde Vision von der Brüderschaft aller Menschen erfunden hätten.“
7, 8. In welchem Maße hat Jesus die Menschheitsgeschichte beeinflußt?
7 Einen Skeptiker sollte man deshalb einmal fragen: Könnte eine Sagengestalt — jemand, der überhaupt nicht gelebt hat — die Menschheitsgeschichte so außerordentlich beeinflußt haben? In einem Nachschlagewerk wird folgendes bemerkt: „Das historische Ergebnis der Tätigkeit [Jesu] war von größerer Tragweite — sogar von einem streng weltlichen Standpunkt aus gesehen — als die Taten irgendeiner anderen Gestalt der Geschichte. Die hauptsächlichen Zivilisationen der Welt erkennen die mit seiner Geburt beginnende neue Zeitrechnung an“ (The Historians’ History of the World). Ja, es gilt zu bedenken, daß sogar manche Kalender auf dem Jahr basieren, das man für Jesu Geburtsjahr hielt. „Daten vor jenem Jahr werden als v. Chr. aufgeführt“, wird in einer Enzyklopädie erklärt, „Daten nach jenem Jahr als n. Chr. oder Anno Domini (im Jahre des Herrn)“ (World Book Encyclopedia).
8 Durch seine dynamischen Lehren und dadurch, daß er in Übereinstimmung damit lebte, hat Jesus fast zweitausend Jahre lang das Leben zahlloser Menschen machtvoll beeinflußt. Ein Autor drückte es treffend so aus: „Alle Armeen, die je marschierten, alle Flotten, die je gebaut wurden, alle Parlamente, die je tagten, alle Könige, die je regierten, zusammengenommen haben das Leben des Menschen auf der Erde nicht so gewaltig beeinflußt.“ Dessenungeachtet sagen Kritiker: „Alles, was wir wirklich über Jesus wissen, ist in der Bibel zu finden. Es gibt keine anderen zeitgenössischen Berichte über ihn.“ Stimmt das?
9, 10. (a) Was sagten weltliche Historiker und Schriftsteller des Altertums über Jesus? (b) Welche Schlußfolgerung zieht eine angesehene Enzyklopädie, gestützt auf das Zeugnis von Historikern des Altertums?
9 Zwar sind Bezugnahmen auf Jesus Christus nur spärlich, aber es gibt sie. Cornelius Tacitus, ein angesehener römischer Historiker aus dem 1. Jahrhundert, schrieb, daß der römische Kaiser Nero die Schuld am Brand von Rom auf die Christen schob, und erklärte dann: „Der Name [Christ] stammt von Christus, den der Prokurator Pontius Pilatus während der Herrschaft des Tiberius hingerichtet hatte.“ Sueton und Plinius der Jüngere — zwei andere römische Schriftsteller jener Zeit — bezogen sich ebenfalls auf Christus. Des weiteren schrieb Flavius Josephus, ein jüdischer Historiker des 1. Jahrhunderts, in seinem Werk Jüdische Altertümer über den Tod des christlichen Jüngers Jakobus, wobei er erklärend hinzufügte, daß dieser der „Bruder des Jesus, der Christus genannt wird“, war.
10 In einem Werk wird daher geschlußfolgert: „Diese unabhängigen Berichte beweisen, daß in alter Zeit nicht einmal die Gegner des Christentums die Geschichtlichkeit Jesu bezweifelten, die erstmals und aus unzulänglichen Gründen Ende des 18., während des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Zweifel gezogen wurde“ (The New Encyclopædia Britannica).
Wer war Jesus wirklich?
11. (a) Nur aus welcher Quelle erhalten wir im wesentlichen geschichtliche Informationen über Jesus? (b) Welche Frage stellten selbst die Nachfolger Jesu bezüglich seiner Identität?
11 Es stimmt, alles, was gegenwärtig über Jesus bekannt ist, wurde im wesentlichen von seinen Nachfolgern im 1. Jahrhundert aufgezeichnet. Ihre Berichte sind in den Evangelien erhalten geblieben — Bibelbücher, die von zweien seiner Apostel, Matthäus und Johannes, sowie von zwei weiteren seiner Jünger, Markus und Lukas, geschrieben wurden. Was sagen die Berichte dieser Männer über die Persönlichkeit Jesu aus? Wer war er wirklich? Jesu Gefährten im 1. Jahrhundert machten sich Gedanken über diese Frage. Als sie sahen, daß Jesus durch ein Wunder das aufgepeitschte Meer mit einem Schelten beruhigte, fragten sie verwundert: „Wer ist denn dieser?“ Später, bei einer anderen Gelegenheit, fragte Jesus seine Apostel: „Was sagt ihr, wer ich sei?“ (Markus 4:41; Matthäus 16:15).
12. Woher wissen wir, daß Jesus nicht Gott ist?
12 Wie würdest du antworten? Wer war Jesus wirklich? Viele Anhänger der Christenheit würden sagen, er sei Gott, der Allmächtige, in Menschengestalt gewesen, Gott im Fleisch. Die Gefährten Jesu glaubten allerdings zu keinem Zeitpunkt, daß er Gott war. Der Apostel Petrus sagte, daß er „der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“, sei (Matthäus 16:16). Und soviel man auch danach sucht, man wird nirgendwo lesen, daß Jesus behauptete, Gott zu sein. Vielmehr erwähnte er gegenüber den Juden, daß er „Gottes Sohn“ war, nicht Gott (Johannes 10:36).
13. Inwiefern unterschied sich Jesus von allen anderen Menschen?
13 Als Jesus über das vom Sturm aufgepeitschte Meer ging, wurde den Jüngern deutlich vor Augen geführt, daß er kein Mensch wie jeder andere war (Johannes 6:18-21). Er war eine ganz besondere Person. Das war so, weil er als Geistperson bei Gott im Himmel gelebt hatte, als ein Engel, ja als der Erzengel, wie aus der Bibel hervorgeht (1. Thessalonicher 4:16; Judas 9). Gott hatte ihn vor allen anderen Dingen erschaffen (Kolosser 1:15). Vor undenklichen Zeiten, vielleicht vor Milliarden von Jahren, noch bevor das Universum erschaffen wurde, erfreute er sich im Himmel der vertrauten Gemeinschaft mit seinem Vater, Jehova Gott, dem großen Schöpfer (Sprüche 8:22, 27-31; Prediger 12:1).
14. Wie wurde Jesus ein Mensch?
14 Vor ungefähr zweitausend Jahren übertrug Gott dann das Leben seines Sohnes in den Schoß einer Frau. Jesus wurde dadurch ein menschlicher Sohn Gottes, der ganz normal von einer Frau geboren wurde (Galater 4:4). Während sich Jesus im Mutterleib entwickelte und auch während er als Junge heranwuchs, war er auf seine irdischen Eltern, die Gott ausgewählt hatte, angewiesen. Schließlich kam Jesus ins Mannesalter, und ihm wurde offensichtlich gewährt, sich vollständig an seinen früheren Umgang mit Gott im Himmel zu erinnern. Das geschah, als bei seiner Taufe für ihn ‘die Himmel geöffnet wurden’ (Matthäus 3:16; Johannes 8:23; 17:5).
15. Woher wissen wir, daß Jesus ganz und gar Mensch war, als er auf der Erde lebte?
15 Jesus war tatsächlich eine einzigartige Person. Doch trotzdem war er ein Mensch, das Gleichnis Adams, des Mannes, den Gott ursprünglich erschaffen und in den Garten Eden gesetzt hatte. Der Apostel Paulus erklärte: „‚Der erste Mensch, Adam, wurde eine lebende Seele.‘ Der letzte Adam wurde ein lebengebender Geist.“ Jesus wurde der „letzte Adam“ genannt, weil er wie Adam ein vollkommener Mensch war. Nach seinem Tod wurde er auferweckt und kehrte als Geistperson wieder zu seinem Vater in den Himmel zurück (1. Korinther 15:45).
Die beste Möglichkeit, etwas über Gott zu erfahren
16. (a) Was machte die Gemeinschaft mit Jesus zu einem einzigartigen Vorrecht? (b) Warum konnte gesagt werden, daß jemand, der Jesus gesehen hat, den Vater gesehen hat?
16 Denke einmal kurz darüber nach, welch ein wunderbares Vorrecht einige hatten, nämlich enge Gefährten Jesu zu sein, als dieser auf der Erde weilte! Stell dir vor, dem einen, der vielleicht Milliarden von Jahren ein Vertrauter Jehovas im Himmel gewesen war, zuzuhören, ihn zu beobachten und sogar mit ihm zu sprechen und zusammenzuarbeiten! Als treuer Sohn ahmte Jesus seinen Vater in allem nach. Ja er tat das so vollkommen, daß er kurz vor seiner Hinrichtung zu seinen Aposteln sagen konnte: „Wer mich gesehen hat, hat auch den Vater gesehen“ (Johannes 14:9, 10). Er handelte in jeder Situation hier auf der Erde genauso, wie sein Vater, Gott, der Allmächtige, gehandelt hätte, wenn dieser an seiner Stelle gewesen wäre. Wenn wir uns also mit dem Leben und Wirken Jesu Christi beschäftigen, erfahren wir in Wirklichkeit, was für eine Person Gott ist.
17. Welchem vortrefflichen Zweck diente die Serie „Jesu Leben und Wirken“ im Wachtturm?
17 Daher vermittelte die Serie „Jesu Leben und Wirken“, die von April 1985 bis Juni 1991 in allen Ausgaben des Wachtturms erschien, nicht nur ein vortreffliches Bild von dem Menschen Jesus, sondern lehrte uns auch sehr viel über Jehova Gott, seinen himmlischen Vater. Nach den ersten beiden Folgen schrieb ein Pionier voller Wertschätzung an die Watch Tower Society: „Könnte man dem Vater besser näherkommen als dadurch, daß man den Sohn genauer kennenlernt?“ Wie wahr! Die liebevolle Fürsorge des Vaters für die Menschen und seine Großherzigkeit zeigen sich hervorragend im Leben seines Sohnes.
18. Wer ist der Urheber der Königreichsbotschaft, und wie wurde das von Jesus bestätigt?
18 Es ist wirklich wunderbar, die Liebe Jesu zu seinem Vater zu beobachten, die sich in seiner völligen Unterordnung unter dessen Willen offenbarte. „Ich [tue] nichts aus eigenem Antrieb“, sagte Jesus zu Juden, die ihn töten wollten, „sondern so, wie der Vater mich gelehrt hat, rede ich diese Dinge“ (Johannes 8:28). Somit war Jesus nicht der Urheber der Königreichsbotschaft, die er predigte. Jehova Gott war es! Und Jesus gab immer wieder seinem Vater die Ehre. „Ich habe nicht aus eigenem Antrieb geredet“, sprach er, „sondern der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat mir ein Gebot in bezug auf das gegeben, was ich sagen und was ich reden soll. ... Daher rede ich die Dinge, die ich rede, so wie der Vater sie mir gesagt hat“ (Johannes 12:49, 50).
19. (a) Woher wissen wir, daß Jesus auf die gleiche Weise lehrte wie Jehova? (b) Inwiefern war Jesus der größte Mensch, der je lebte?
19 Doch Jesus redete oder lehrte nicht lediglich, was der Vater ihm gesagt hatte. Er tat viel mehr. Er redete oder lehrte auf die gleiche Weise, wie der Vater gesprochen oder gelehrt hätte. Außerdem handelte und verhielt er sich in seiner gesamten Tätigkeit und in all seinen Beziehungen zu den Menschen so, wie der Vater unter denselben Umständen gehandelt und sich verhalten hätte. „Der Sohn kann gar nichts aus sich selbst tun“, sagte Jesus, „sondern nur das, was er den Vater tun sieht. Denn was immer jener tut, das tut auch der Sohn in gleicher Weise“ (Johannes 5:19). Jesus war in jeder Hinsicht das vollkommene Abbild seines Vaters, Jehova. Kein Wunder also, daß Jesus der größte Mensch war, der je lebte. Daher ist es zweifellos von größter Wichtigkeit, diesen bedeutendsten aller Menschen genau kennenzulernen.
Gottes Liebe offenbart sich in Jesus
20. Woher wußte der Apostel Johannes, daß „Gott Liebe ist“?
20 Was lernen wir in erster Linie aus einem tiefschürfenden, sorgfältigen Studium des Lebens und Wirkens Jesu? Der Apostel Johannes räumte ein, daß „kein Mensch ... GOTT jemals gesehen“ hat (Johannes 1:18). Dennoch konnte er gemäß 1. Johannes 4:8 voller Überzeugung schreiben, daß „Gott Liebe ist“. Johannes konnte dies sagen, weil er durch das, was er bei Jesus gesehen hatte, Gottes Liebe kennengelernt hatte.
21. Was machte Jesus zum größten Menschen, der je lebte?
21 Jesus war wie sein Vater mitfühlend, gütig, demütig und zugänglich. Die Schwachen und Unterdrückten fühlten sich bei ihm wohl, ja Menschen von allen Arten — Männer, Frauen, Kinder, Reiche, Arme, Mächtige und selbst Sünder. Was Jesus vor allem zum größten Menschen machte, der je lebte, war sein überragendes Beispiel der Liebe in Nachahmung seines Vaters. Napoleon Bonaparte soll gesagt haben: „Alexander, Cäsar, Karl der Große und ich haben Weltreiche gegründet; aber wodurch schufen wir unseren Genius? Durch Gewalt. Allein Jesus Christus gründete sein Königreich auf Liebe, und noch heute würden Millionen Menschen für ihn sterben.“
22. Was war an Jesu Lehren revolutionär?
22 Jesu Lehren waren revolutionär. „Widersteht nicht dem, der böse ist“, gebot Jesus, „sondern wenn dich jemand auf deine rechte Wange schlägt, so wende ihm auch die andere zu.“ „Fahrt fort, eure Feinde zu lieben und für die zu beten, die euch verfolgen.“ „Was ihr wollt, daß euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun“ (Matthäus 5:39, 44; 7:12). Wie anders wäre die Welt, wenn jeder diese erhabenen Lehren beachten würde!
23. Wie erreichte Jesus das Herz der Menschen, und wie veranlaßte er sie, Gutes zu tun?
23 Die Parabeln oder Gleichnisse Jesu gingen zu Herzen, veranlaßten Menschen, Gutes zu tun und Schlechtes zu meiden. Wahrscheinlich kennst du die bekannte Geschichte von dem verachteten Samariter, der einem verletzten Mann von einem anderen Volk half, während fromme Männer vom Volk des Verletzten dies unterließen. Oder das Gleichnis von dem mitfühlenden, zum Vergeben bereiten Vater und seinem verlorenen Sohn. Und nicht zu vergessen die Geschichte von dem König, der einem Sklaven eine Schuld von 60 Millionen Denaren erließ, wohingegen dieser Sklave einen Mitsklaven ins Gefängnis brachte, der eine Schuld von nur 100 Denaren nicht bezahlen konnte. Durch einfache Veranschaulichungen zeigte Jesus, wie abstoßend Taten der Selbstsucht und der Habgier sind, wie anziehend dagegen Taten der Liebe und der Barmherzigkeit (Matthäus 18:23-35; Lukas 10:30-37; 15:11-32).
24. Wieso können wir sagen, daß Jesus ohne Zweifel der größte Mensch war, der je lebte?
24 Aber was die Menschen vor allem zu Jesus hinzog und zum Guten beeinflußte, war die Tatsache, daß sein Leben vollkommen mit dem übereinstimmte, was er lehrte. Er praktizierte, was er predigte. Geduldig ertrug er die Fehler anderer. Als sich seine Jünger darüber stritten, wer größer sei, wies er sie gütig zurecht, statt sie scharf zu rügen. Er diente demütig ihren Bedürfnissen, ja wusch ihnen sogar die Füße (Markus 9:30-37; 10:35-45; Lukas 22:24-27; Johannes 13:5). Und schließlich erlitt er bereitwillig einen qualvollen Tod, nicht nur zu ihren Gunsten, sondern zugunsten der gesamten Menschheit. Jesus war ohne Zweifel der größte Mensch, der je lebte.
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Erwiderst du Jesu Liebe?Der Wachtturm 1992 | 15. Februar
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Erwiderst du Jesu Liebe?
„Die Liebe, die der Christus hat, drängt uns“ (2. KORINTHER 5:14).
1. Wie läßt sich Jesu Liebe beschreiben?
WIE wunderbar die Liebe Jesu doch ist! Es erfüllt uns mit tiefer Dankbarkeit, wenn wir daran denken, welch unbeschreibliche Leiden er auf sich nahm, als er das Lösegeld erbrachte, durch das allein wir ewiges Leben erlangen können. Jehova Gott und Jesus ergriffen die Initiative. Sie liebten uns zuerst, während wir noch Sünder waren (Römer 5:6-8; 1. Johannes 4:9-11). „Die Liebe des Christus zu erkennen“, schrieb der Apostel Paulus, „[übersteigt] die Erkenntnis“ (Epheser 3:19). Ja, Jesu Liebe übersteigt bei weitem akademisches Kopfwissen. Sie geht über alles hinaus, was Menschen jemals gesehen oder erlebt haben.
2. Was kann Jesus nicht davon abhalten, uns zu lieben?
2 In seinem Brief an die Christen in Rom fragte Paulus: „Wer wird uns von der Liebe des Christus trennen? Etwa Drangsal oder Bedrängnis oder Verfolgung oder Hunger oder Nacktheit oder Gefahr oder das Schwert?“ Nichts dergleichen kann Jesus davon abhalten, uns zu lieben. „Ich bin überzeugt“, schrieb Paulus weiter, „daß weder Tod noch Leben, noch Engel, noch Regierungen, noch Gegenwärtiges, noch Zukünftiges, noch Mächte, noch Höhe, noch Tiefe, noch irgendeine andere Schöpfung imstande sein wird, uns von Gottes Liebe zu trennen, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (Römer 8:35-39).
3. Was nur kann Jesus und seinen Vater veranlassen, uns zu verlassen?
3 Die Liebe Jehovas und Jesu Christi zu uns ist so machtvoll. Es gibt nur eines, was sie veranlassen könnte, uns nicht mehr zu lieben: wenn wir ihre Liebe vorsätzlich zurückweisen und uns weigern, ihren Geboten nachzukommen. Ein Prophet Gottes erklärte einem judäischen König einmal: „Jehova ist mit euch, solange es sich erweist, daß ihr mit ihm seid; und wenn ihr ihn sucht, wird er sich von euch finden lassen, doch wenn ihr ihn verlaßt, wird er euch verlassen“ (2. Chronika 15:2). Wer von uns möchte je solch wundervollen, mitfühlenden Freunden wie Jehova Gott und seinem Sohn, Jesus Christus, den Rücken kehren?
Die rechte Erwiderung auf Jesu Liebe
4, 5. (a) Wie sollte sich Jesu Liebe zu uns auf unser Verhältnis zu unseren Mitmenschen auswirken? (b) Wen ebenfalls zu lieben, sollte Jesu Liebe uns veranlassen?
4 Wie berührt dich persönlich die grenzenlose Liebe, die Jesus zu dir empfindet? Wie sollte sie dich berühren? Nun, Jesus zeigte, wie sich der Beweis seiner Liebe auf unser Verhältnis zu unseren Mitmenschen auswirken sollte. Nachdem er seinen Aposteln demütig gedient hatte, indem er ihnen die Füße gewaschen hatte, sagte er: „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit so, wie ich euch getan habe, auch ihr tun sollt.“ Er fügte hinzu: „Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe, daß auch ihr einander liebt“ (Johannes 13:15, 34). Seine Jünger verstanden, was er damit meinte, und bemühten sich deshalb, wie er zu handeln. „Dadurch haben wir die Liebe kennengelernt“, schrieb der Apostel Johannes, „weil jener seine Seele für uns hingegeben hat; und wir sind verpflichtet, unsere Seele für unsere Brüder hinzugeben“ (1. Johannes 3:16).
5 Wir würden allerdings den Zweck des Lebens und Wirkens Jesu verfehlen, wenn wir durch sein Beispiel lediglich dazu veranlaßt würden, unsere Mitmenschen zu lieben und ihren Interessen zu dienen. Sollte die Liebe, die Jesus uns gegenüber bewies, nicht auch bewirken, daß wir ihn ebenso lieben, ja daß wir besonders seinen Vater lieben, der ihn alles, was er weiß, lehrte? Erwiderst du Christi Liebe, und dienst du seinem Vater, wie er es tat? (Epheser 5:1, 2; 1. Petrus 1:8, 9).
6. Wie wurde der Apostel Paulus von der Liebe, die Jesus ihm gegenüber bekundete, berührt?
6 Betrachten wir, wie es mit Saulus war, der später als Paulus bekannt wurde. Anfangs verfolgte er Jesus, indem er „Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn schnaubte“ (Apostelgeschichte 9:1-5; Matthäus 25:37-40). Als er Jesus wirklich kennenlernte, war er für die Vergebung, die ihm zuteil wurde, so dankbar, daß er nicht nur bereit war, für Jesus zu leiden, sondern auch für ihn zu sterben. „Ich bin mit Christus an den Pfahl gebracht worden“, schrieb er. „Nicht mehr ich bin es, der lebt ... Tatsächlich lebe ich das Leben, das ich jetzt im Fleische lebe, durch den Glauben gegenüber dem Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich dahingegeben hat“ (Galater 2:20).
7. Wozu sollte uns die Liebe Jesu drängen?
7 Welch eine Triebkraft sollte doch die Liebe, die Jesus zu uns hat, in unserem Leben sein! „Die Liebe, die der Christus hat, drängt uns“, schrieb Paulus an die Korinther, ‘nicht mehr für uns selbst zu leben, sondern für den, der für uns starb und auferweckt worden ist’ (2. Korinther 5:14, 15). Ja, Dankbarkeit dafür, daß Jesus sein Leben für uns dahingegeben hat, sollte uns bewegen, alles zu tun, was er gebietet. Nur so können wir beweisen, daß wir ihn wirklich lieben. „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten“, sagte Jesus. „Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt“ (Johannes 14:15, 21; vergleiche 1. Johannes 2:3-5).
8. Wie hat sich die Liebe Jesu auf das Leben vieler Missetäter ausgewirkt?
8 Hurer, Ehebrecher, Homosexuelle, Diebe, Trunkenbolde und Erpresser, die im alten Korinth Jesu Gebote kennengelernt hatten, erwiderten Jesu Liebe, indem sie ihre verkehrten Handlungen aufgaben. Paulus schrieb an sie: „Ihr seid reingewaschen worden, ... ihr seid gerechtgesprochen worden im Namen unseres Herrn Jesus Christus“ (1. Korinther 6:9-11). Auch heute hat die Liebe Jesu viele gedrängt, bemerkenswerte Änderungen in ihrem Leben vorzunehmen. „Die wahren Triumphe des Christentums sah man eher darin, daß es aus denen, die sich zu seiner Lehre bekannten, gute Menschen machte“, schrieb der Historiker John Lord. „Wir haben Zeugnisse für ihr untadeliges Leben, ihre einwandfreie Moral, ihre Untertanentreue und für ihre christlichen Tugenden.“ Was doch Jesu Lehren bewirkten!
9. Was bedeutet es, auf Jesus zu hören?
9 Bestimmt kann man sich heute mit nichts Wichtigerem befassen als mit dem Leben und Wirken Jesu Christi. ‘Haltet euren Blick auf Jesus gerichtet’, ermahnte der Apostel Paulus. „Ja, betrachtet [ihn] genau“ (Hebräer 12:2, 3). Anläßlich der Umgestaltung Jesu gebot Gott selbst in bezug auf seinen Sohn: „Hört auf ihn!“ (Matthäus 17:5). Es muß jedoch betont werden, daß auf ihn zu hören nicht lediglich bedeutet, das zu hören, was er sagt. Es bedeutet, seine Anweisungen zu befolgen, ja ihn nachzuahmen, indem man das tut, was er tat, und zwar so, wie er es tat. Wir erwidern Jesu Liebe, indem wir uns ihn zum Vorbild nehmen und seinen Fußstapfen genau nachfolgen.
Was Jesus von uns getan haben möchte
10. Wen schulte Jesus, und zu welchem Zweck?
10 Jesus war von seinem Vater beauftragt worden, dessen Königreich zu verkündigen, und er schulte seine Jünger, dasselbe zu tun. „Laßt uns anderswohin gehen“, sagte er zu seinen ersten Jüngern, „damit ich auch dort predige, denn zu diesem Zweck bin ich ausgegangen“ (Markus 1:38; Lukas 4:43). Später wies Jesus die 12 Apostel nach einer gründlichen Schulung an: „Während ihr hingeht, predigt, indem ihr sagt: ‚Das Königreich der Himmel hat sich genaht‘“ (Matthäus 10:7). Einige Monate danach sandte er 70 weitere Jünger, die er geschult hatte, aus und gebot ihnen: „Sagt ferner zu ihnen: ‚Das Königreich Gottes hat sich euch genaht‘“ (Lukas 10:9). Offensichtlich wollte Jesus, daß sich seine Nachfolger als Prediger und Lehrer betätigten.
11. (a) In welcher Hinsicht würden Jesu Jünger größere Werke tun als er? (b) Was geschah mit den Jüngern, nachdem Jesus getötet worden war?
11 Jesus schulte seine Jünger fortgesetzt für dieses Werk. Am Abend vor seinem Tod ermunterte er sie mit den Worten: „Wer Glauben an mich ausübt, der wird auch die Werke tun, die ich tue; und er wird größere Werke als diese tun“ (Johannes 14:12). Seine Nachfolger sollten größere Werke vollbringen als er, weil sie in ihrem Dienst weit mehr Menschen erreichen würden, und zwar in einem viel größeren Gebiet und während einer wesentlich längeren Zeit, als es bei ihm der Fall war. Nachdem Jesus getötet worden war, wurden seine Jünger allerdings aus Furcht untätig. Sie verbargen sich und führten das Werk, für das er sie geschult hatte, nicht mehr durch. Sieben von ihnen nahmen sogar wieder das Fischereihandwerk auf. Diesen prägte Jesus jedoch auf unvergeßliche Weise ein, was er von ihnen, ja von allen seinen Nachfolgern getan haben möchte.
12. (a) Welches Wunder wirkte Jesus am Galiläischen Meer? (b) Was meinte Jesus offensichtlich, als er Petrus fragte: „Liebst du mich mehr als diese?“?
12 Jesus nahm einen Fleischesleib an und erschien am Galiläischen Meer. Die sieben Apostel befanden sich in einem Boot, doch hatten sie die ganze Nacht hindurch keine Fische gefangen. Jesus rief ihnen vom Ufer aus zu: „Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet welche finden.“ Durch ein Wunder war das Netz mit so vielen Fischen gefüllt, daß es zu reißen drohte. Da erkannten die Männer im Boot, daß es Jesus war, der am Ufer stand. Sie beeilten sich daraufhin, zu ihm zu kommen. Nachdem Jesus ihnen ein Frühstück bereitet hatte, fragte er Petrus, wahrscheinlich mit einem Blick auf den großen Fischfang: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese?“ (Johannes 21:1-15). Jesus meinte damit zweifellos: Bist du mehr dem Fischereihandwerk zugetan als dem Predigtwerk, auf das ich dich vorbereitet habe?
13. Wie führte Jesus seinen Nachfolgern nachdrücklich vor Augen, auf welche Weise sie seine Liebe erwidern sollten?
13 Petrus antwortete: „Ja, Herr, du weißt, daß ich Zuneigung zu dir habe.“ Jesus entgegnete: „Weide meine Lämmer.“ Ein zweites Mal fragte Jesus: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ Wiederum antwortete Petrus — zweifellos mit noch größerer Überzeugung: „Ja, Herr, du weißt, daß ich Zuneigung zu dir habe.“ Erneut gebot Jesus: „Hüte meine Schäflein.“ Ein drittes Mal fragte Jesus: „Simon, Sohn des Johannes, hast du Zuneigung zu mir?“ Nun war Petrus wirklich betrübt. Erst ein paar Tage zuvor hatte er dreimal geleugnet, Jesus zu kennen. Deshalb fragte er sich jetzt womöglich, ob Jesus seine Loyalität anzweifelte. Somit erklärte er zum dritten Mal — wahrscheinlich mit bittender Stimme: „Herr, du weißt alles; du weißt, daß ich Zuneigung zu dir habe.“ Jesus erwiderte: „Weide meine Schäflein“ (Johannes 21:15-17). Könnte irgendein Zweifel darüber bestehen, was Jesus von Petrus und seinen Gefährten getan haben wollte? Wie nachdrücklich er doch ihnen — und auch allen, die heute seine Jünger sind — vor Augen führte, daß sie sich, wenn sie ihn liebten, am Werk des Jüngermachens beteiligen würden!
14. Wie zeigte Jesus bei anderen Gelegenheiten, auf welche Weise seine Jünger seine Liebe erwidern sollten?
14 Wenige Tage nach jenem Gespräch am Seeufer erschien Jesus auf einem Berg in Galiläa und wies etwa 500 seiner Nachfolger, die sich dort freudig versammelt hatten, an: „Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, ... und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe“ (Matthäus 28:19, 20; 1. Korinther 15:6). Man stelle sich vor! Männer, Frauen und Kinder — sie alle erhielten denselben Auftrag. Noch später, und zwar kurz vor seiner Himmelfahrt, sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Ihr werdet Zeugen von mir sein ... bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Apostelgeschichte 1:8). Kein Wunder, daß Petrus Jahre danach erklärte: „[Jesus] befahl ... uns, dem Volk zu predigen und ein gründliches Zeugnis ... abzulegen“ (Apostelgeschichte 10:42).
15. Worüber kann kein Zweifel bestehen?
15 Es kann kein Zweifel darüber bestehen, wie wir Jesu Liebe erwidern sollten. Er sagte zu seinen Aposteln: „Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben ... Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete“ (Johannes 15:10-14). Die Frage lautet: Läßt du Wertschätzung für Jesu Liebe erkennen, indem du seinem Gebot gehorchst und dich am Werk des Jüngermachens beteiligst? Zugegeben, es mag dir aus verschiedenen Gründen nicht leichtfallen. Aber es war auch für Jesus nicht leicht. Bedenke, welcher Veränderungen es in seinem Fall bedurfte.
Ahme Jesu Beispiel nach
16. Welch wunderbares Beispiel gab Jesus?
16 Gottes einziggezeugter Sohn nahm eine hervorragende Stellung himmlischer Herrlichkeit ein, in der er allen Engeln übergeordnet war. Er war wirklich reich. Doch er entäußerte sich bereitwillig, wurde in eine arme Familie hineingeboren und wuchs, umgeben von kranken, sterbenden Menschen, auf. Er gab alles auf um unsertwillen, wie der Apostel Paulus erklärte: „Ihr kennt die unverdiente Güte unseres Herrn Jesus Christus, daß er, obwohl er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet“ (2. Korinther 8:9; Philipper 2:5-8). Welch ein Beispiel! Welch ein Beweis der Liebe! Niemand hat zugunsten anderer mehr aufgegeben oder mehr gelitten als er. Und niemand hat es anderen ermöglicht, größeren Reichtum zu erlangen — ewiges Leben in Vollkommenheit!
17. Zu welchem Lauf sind wir berufen worden, und was wird das Ergebnis sein, wenn wir ihm folgen?
17 Wir können Jesu Beispiel nachahmen und anderen auf ähnliche Weise zum Segen sein. Wiederholt forderte Jesus Menschen auf, seine Nachfolger zu werden (Markus 2:14; Lukas 9:59; 18:22). Petrus schrieb sogar: „Zu diesem Lauf wurdet ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten hat, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt“ (1. Petrus 2:21). Erwiderst du Christi Liebe, selbst wenn es Leiden bedeuten würde, seinem Vater zu dienen, wie er es tat? Wie segensreich ein solcher Lauf für andere sein kann! Ja, wenn du Jesu Beispiel nachahmst, indem du dich uneingeschränkt an die Lehren hältst, die er von seinem Vater empfing, „wirst du sowohl dich selbst als auch die retten, die auf dich hören“ (1. Timotheus 4:16).
18. (a) Inwiefern gab Jesus ein Beispiel in bezug auf die Einstellung zu anderen? (b) Wie reagierten die Menschen auf Jesu Persönlichkeit?
18 Damit wir anderen am besten helfen können, müssen wir ihnen gegenüber genauso empfinden, wie Jesus empfand. In einer Prophezeiung über ihn hieß es: „Es wird ihm leid sein um den Geringen und den Armen“ (Psalm 72:13). Wie Jesu Nachfolger beobachten konnten, „empfand [er] Liebe“ zu denen, mit denen er redete, und wollte ihnen wirklich helfen (Markus 1:40-42; 10:21). „Als er die Volksmengen sah“, heißt es in der Bibel, „empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie zerschunden waren und umhergestoßen wurden wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Matthäus 9:36). Selbst Personen, die schwere Sünden begangen hatten, spürten seine Liebe und fühlten sich zu ihm hingezogen. Der Klang seiner Stimme, sein Verhalten und die Art und Weise, wie er lehrte — all das bewirkte, daß sie sich in seiner Gegenwart wohl fühlten. Infolgedessen suchten ihn sogar verachtete Steuereinnehmer und Huren auf (Matthäus 9:9-13; Lukas 7:36-38; 19:1-10).
19. Wie ahmte Paulus Jesus nach, und was wird die Folge sein, wenn wir es ebenfalls tun?
19 Jesu Jünger im 1. Jahrhundert ahmten sein liebevolles Beispiel nach. Paulus schrieb an einige, denen er gedient hatte: „Wir wurden in eurer Mitte sanft, wie wenn eine nährende Mutter ihre eigenen Kinder hegt und pflegt. ... wir [haben], wie ein Vater seine Kinder, jeden von euch fortgesetzt ermahnt und getröstet und euch Zeugnis abgelegt“ (1. Thessalonicher 2:7-11). Bist du ebenso aufrichtig an den Menschen in deinem Gebiet interessiert wie liebevolle Eltern an ihren geliebten Kindern? Wenn sich dieses Interesse im Klang deiner Stimme, in deinem Gesichtsausdruck und in deinem Verhalten widerspiegelt, wirkt die Königreichsbotschaft auf schafähnliche Menschen anziehend.
20, 21. Welche heutigen Fälle, in denen Personen Jesu Beispiel der Liebe nachahmten, können angeführt werden?
20 An einem kalten Tag trafen zwei Zeuginnen in Spanien eine ältere Frau an, die an Krücken ging. In ihrer Wohnung war es eisig kalt, weil das Brennholz ausgegangen war. Sie wartete darauf, daß ihr Sohn nach der Arbeit Holz hacken würde. Die Zeuginnen hackten das Holz für die Frau und ließen ihr auch einige Zeitschriften zum Lesen zurück. Als der Sohn nach Hause kam, war er von dem liebevollen Interesse der Zeuginnen so beeindruckt, daß er die Literatur las. Es wurde ein Bibelstudium bei ihm eingerichtet, er ließ sich schließlich taufen und nahm bald darauf den Pionierdienst auf.
21 In Australien erwähnten ein Mann und seine Frau gegenüber einem Ehepaar, Zeugen Jehovas, die bei ihnen vorsprachen, daß sie kein Geld hätten, um für ihre Familie etwas zu essen zu kaufen. Die Zeugen gingen und kauften verschiedene Lebensmittel und einige Süßigkeiten für die Kinder. Den Eltern kamen die Tränen. Völlig aufgelöst erklärten sie, sie seien so verzweifelt gewesen, daß sie bereits an Selbstmord gedacht hätten. Mit beiden wurde ein Bibelstudium durchgeführt, und die Frau ließ sich vor kurzem taufen. Eine Frau in den Vereinigten Staaten war gegenüber Jehovas Zeugen voreingenommen. Aber nachdem sie eine Zeugin kennengelernt hatte, berichtete sie: „Eigentlich weiß ich nicht mehr, worüber wir uns unterhielten, doch was ich nicht vergessen habe, ist ihre Freundlichkeit mir gegenüber, ihre Gastfreundschaft und ihre Demut. Ich fühlte mich wirklich zu ihr als Mensch hingezogen. Ihre Freundschaft schätze ich bis auf den heutigen Tag.“
22. Zu welchem Schluß kommen wir, wenn wir Jesu Leben betrachten?
22 Welch wunderbare Segnungen uns doch zuteil werden, wenn wir Jesu Liebe erwidern, indem wir das Werk, das er tat, so verrichten wie er! Seine überwältigende Größe ist offensichtlich. Wir fühlen uns zu den gleichen Worten gedrängt wie der römische Statthalter Pontius Pilatus: „Seht! Der Mensch!“ Ja, in der Tat: „Der Mensch“, der größte Mensch, der je lebte (Johannes 19:5).
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