-
Durch wen wirkt Jesus Wunder?Jesus — der Weg, die Wahrheit, das Leben
-
-
JESU ZWEITE PREDIGTREISE BEGINNT
ER TREIBT DÄMONEN AUS UND WARNT VOR DER UNVERGEBBAREN SÜNDE
Es ist das zweite Jahr in Jesu Dienst. Vor Kurzem war er bei dem Pharisäer Simon zu Gast und hat dort über Vergebung gesprochen. Jetzt beginnt er eine weitere Predigtreise durch Galiläa. Außer seinen 12 Aposteln begleiten ihn auch noch einige Frauen, die er von „bösen Geistern befreit und von Krankheiten geheilt“ hat (Lukas 8:2). Zu ihnen gehören Maria Magdalene, Susanna und Johanna, die Frau eines hohen Beamten von König Herodes Antipas.
Je mehr Leute von Jesus erfahren, desto hitziger wird die Debatte über ihn. Das wird besonders deutlich, als er einen blinden und stummen Mann heilt, der von einem Dämon besessen ist. Die Leute, die das mitbekommen, staunen nur so und meinen: „Ob das wohl der Sohn Davids ist?“ (Matthäus 12:23).
Es strömen so viele Leute zu dem Haus, in dem Jesus sich aufhält, dass er und seine Jünger nicht einmal Zeit zum Essen haben. Doch nicht alle halten Jesus für den verheißenen „Sohn Davids“. Einige Schriftgelehrte und Pharisäer sind extra den weiten Weg aus Jerusalem gekommen — aber nicht, um von Jesus zu lernen oder ihn zu unterstützen. Stattdessen sagen sie den Leuten: „Er ist vom Beelzebub besessen“, und behaupten damit, er würde mit dem „Herrscher der Dämonen“ gemeinsame Sache machen (Markus 3:22). Das sorgt für so einen Wirbel, dass Jesu Verwandte kommen, um ihn zu holen.
Jesu Brüder glauben nämlich nicht, dass er Gottes Sohn ist (Johannes 7:5). Der Jesus, der diese öffentliche Unruhe ausgelöst hat, scheint nicht der Jesus zu sein, den sie von früher aus Nazareth kennen. Sie denken, dass mit ihm etwas nicht stimmt, und schlussfolgern: „Er hat den Verstand verloren!“ (Markus 3:21).
Aber was zeigen die Tatsachen? Jesus hat gerade einen Mann geheilt, der blind, stumm und von einem Dämon besessen war! Das kann niemand leugnen. Darum versuchen die Schriftgelehrten und Pharisäer Jesu Ruf zu zerstören, indem sie behaupten: „Der kann die Dämonen doch nur durch Beelzebub, den Herrscher der Dämonen, austreiben“ (Matthäus 12:24).
Doch Jesus weiß, was sie denken, und kontert: „Jedes Reich, das in sich gespalten ist, geht unter, und jede Stadt oder jede Familie, die in sich gespalten ist, wird keinen Bestand haben. So ist es auch, wenn der Satan den Satan austreibt. Er ist dann in sich selbst gespalten. Wie soll da sein Reich bestehen?“ (Matthäus 12:25, 26).
Diese Logik ist unschlagbar! Es gibt auch noch andere Juden, die Dämonen austreiben, und die Pharisäer wissen das (Apostelgeschichte 19:13). Daher fragt Jesus: „Wenn ich die Dämonen mithilfe von Beelzebub austreibe, wie treiben eure Söhne sie dann aus?“ Mit anderen Worten: Was sie Jesus vorwerfen, könnte man auch diesen Juden vorwerfen. Jesus argumentiert weiter: „Wenn ich die Dämonen aber durch Gottes Geist austreibe, dann ist Gottes Königreich schon gekommen, ohne dass ihr es gemerkt habt“ (Matthäus 12:27, 28).
Dass Jesus Dämonen austreibt, beweist in Wirklichkeit seine Macht über den Teufel, wie er durch eine Veranschaulichung zeigt: „Wie kann jemand in das Haus eines starken Mannes einbrechen und es ausrauben, ohne ihn vorher zu fesseln? Erst dann kann er das Haus ausräumen. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich, und wer nicht mit mir einsammelt, der zerstreut“ (Matthäus 12:29, 30). Die Schriftgelehrten und Pharisäer treiben die Menschen von demjenigen weg, der Gottes Sohn ist und dessen Unterstützung hat. Dadurch stellen sie sich eindeutig gegen Jesus und machen sich so zu Handlangern des Teufels.
Jesus warnt seine Widersacher: „Den Menschensöhnen wird alles vergeben — welche Sünde sie auch immer begehen und welche Lästerung sie auch immer von sich geben. Aber wer gegen den heiligen Geist lästert, dem wird niemals vergeben, sondern er ist ewiger Sünde schuldig“ (Markus 3:28, 29). Stellen wir uns nur vor, was das für diejenigen bedeutet, die das, was der heilige Geist bewirkt, dem Teufel zuschreiben!
-
-
Jesus weist die Pharisäer zurechtJesus — der Weg, die Wahrheit, das Leben
-
-
KAPITEL 42
Jesus weist die Pharisäer zurecht
MATTHÄUS 12:33-50 MARKUS 3:31-35 LUKAS 8:19-21
JESUS SPRICHT VOM ZEICHEN JONAS
SEINE JÜNGER STEHEN IHM NÄHER ALS SEINE FAMILIE
Die Schriftgelehrten und Pharisäer leugnen, dass Jesus die Dämonen durch Gottes Kraft austreibt. Dadurch riskieren sie, gegen den heiligen Geist zu lästern. Für wen werden sie sich also entscheiden — für Gott oder den Teufel? Jesus erklärt: „Entweder ihr sorgt dafür, dass der Baum gut wird und gute Früchte trägt, oder ihr lasst den Baum schlecht werden und schlechte Früchte tragen“ (Matthäus 12:33).
Dämonen auszutreiben ist eindeutig etwas Gutes. Jesus vorzuwerfen, er wäre nur dazu in der Lage, weil er dem Teufel diene, ist daher völlig absurd. Wie Jesus in der Bergpredigt erklärt hat, lässt eine gute Frucht auf einen guten Baum schließen, nicht auf einen schlechten. Was beweisen die Pharisäer aber durch ihre absurden Anklagen oder Früchte? Dass sie schlecht sind. Jesus sagt zu ihnen: „Ihr Otternbrut! Wie soll auch etwas Gutes aus eurem Mund kommen, wenn ihr so schlecht seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund“ (Matthäus 7:16, 17; 12:34).
Ja, unsere Worte verraten, wie es in unserem Herzen aussieht, und sie liefern somit eine Grundlage für das künftige Gerichtsurteil. Deshalb sagt Jesus: „Am Gerichtstag werden sich die Menschen für jede nutzlose Äußerung verantworten müssen. Denn aufgrund deiner Worte wirst du für gerecht erklärt und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt“ (Matthäus 12:36, 37).
Trotz der vielen Wunder, die Jesus vollbringt, fordern die Schriftgelehrten und Pharisäer: „Lehrer, wir wollen ein Zeichen von dir sehen.“ Ganz gleich, ob sie seine Wunder selbst gesehen haben oder nicht — es gibt mehr als genügend Augenzeugenberichte davon. Daher sagt Jesus zu Recht: „Eine böse, untreue Generation verlangt immer wieder ein Zeichen, doch sie bekommt keins — nur das Zeichen des Propheten Jona“ (Matthäus 12:38, 39).
Jesus erklärt ihnen auch gleich, was er meint: „So wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des riesigen Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.“ Jona wurde von einem riesigen Fisch verschluckt, aber dann wieder ausgespuckt. Das war so, als wäre er auferstanden. Damit zeigt Jesus, dass auch er sterben und am dritten Tag auferweckt werden wird. Als das später geschieht, weigern sich die jüdischen Führer zu bereuen und sich zu ändern, und verwerfen so das Zeichen Jonas (Matthäus 27:63-66; 28:12-15). Die „Einwohner von Ninive“ reagierten auf Jonas Predigen ganz anders: Sie bereuten. Dadurch werden sie Jesu Generation verurteilen. Auch die Königin von Scheba wird diese Generation durch ihr Beispiel verurteilen, denn sie wollte Salomos Weisheit hören und bewunderte sie. Doch Jesus merkt an: „Hier ist jemand, der bedeutender ist als Salomo“ (Matthäus 12:40-42).
Jesus vergleicht diese böse Generation mit einem Mann, aus dem ein unreiner Geist auszieht (Matthäus 12:45). Der Mann versäumt es, die Leere mit guten Dingen zu füllen. Daher kommt der böse Geist mit sieben noch bösartigeren zurück und ergreift Besitz von ihm. So ist es auch mit dem Volk Israel. Es wurde ähnlich wie der Mann, aus dem der böse Geist ausgezogen ist, gereinigt und zu einer Nation geformt. Doch die Nation hat Gottes Propheten verworfen, was nun darin gipfelt, dass sie sich dem widersetzt, der eindeutig Gottes Geist hat — Jesus. Ihr Zustand ist wirklich schlimmer als zu ihrem Beginn.
Während Jesus spricht, kommen seine Mutter und seine Brüder und warten am Rand der Menschenmenge. Jemand, der neben Jesus sitzt, sagt zu ihm: „Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen.“ Da zeigt Jesus auf seine Jünger und erklärt, wie viel sie ihm bedeuten: „Meine Mutter und meine Brüder sind diese Menschen hier, die Gottes Wort hören und danach leben“ (Lukas 8:20, 21). Ganz gleich, wie nahe ihm seine Verwandten stehen — sein Verhältnis zu seinen Jüngern bedeutet ihm mehr. Auch uns tut es sehr gut, ein enges Verhältnis zu unseren Glaubensbrüdern zu haben, besonders wenn andere uns misstrauen oder uns und unsere guten Taten kritisieren!
-
-
Gleichnisse über das KönigreichJesus — der Weg, die Wahrheit, das Leben
-
-
KAPITEL 43
Gleichnisse über das Königreich
MATTHÄUS 13:1-53 MARKUS 4:1-34 LUKAS 8:4-18
JESUS ERKLÄRT DAS KÖNIGREICH ANHAND VON VERGLEICHEN
Als Jesus die Pharisäer zurechtweist, ist er wahrscheinlich in Kapernaum. Später am Tag verlässt er das Haus und geht an den See von Galiläa. Es versammeln sich so viele Menschen, dass Jesus in ein Boot steigt und sich ein Stück vom Ufer entfernt. Von dort aus belehrt er die Menschen über das Königreich des Himmels. Dazu gebraucht er verschiedene Vergleiche oder Gleichnisse. Viele der Dinge und Situationen, die Jesus erwähnt, sind seinen Zuhörern vertraut. Das macht es ihnen leichter, unterschiedliche Merkmale des Königreiches zu begreifen.
Als Erstes erzählt Jesus von einem Sämann, der Samen ausstreut. Einige Körner fallen auf den Weg, und Vögel kommen und picken sie auf. Andere fallen auf felsigen Boden, über dem nur eine dünne Erdschicht ist. Als die Pflänzchen aufgehen, können sie nicht tief wurzeln. Sie werden von der Sonne verbrannt und gehen ein. Wieder andere Körner fallen unter die Dornen, die die Pflänzchen überwuchern und ersticken. Aber es gibt auch Samenkörner, die auf guten Boden fallen und Ertrag bringen — „das eine 100-, das andere 60-, das Nächste 30-mal so viel“ (Matthäus 13:8).
Auch in dem zweiten Gleichnis geht es um einen Sämann. Ganz gleich, ob er wach ist oder schläft, die Saat geht auf und wächst — „genau wie, weiß er nicht“ (Markus 4:27). Sie wächst von allein, bis das Getreide reif ist und der Mann ernten kann.
Dann erzählt Jesus ein drittes Gleichnis, das mit dem Säen zu tun hat. Ein Mann sät guten Samen aus. Doch in der Nacht sät sein Feind Unkraut. Die Sklaven des Mannes fragen ihn, ob sie es ausreißen sollen. Aber er antwortet: „Nein, . . . sonst reißt ihr beim Zusammensammeln des Unkrauts den Weizen mit aus. Lasst beides bis zur Ernte nebeneinander wachsen, und in der Erntezeit sage ich dann den Erntearbeitern: Sammelt zuerst das Unkraut zusammen und bündelt es, um es zu verbrennen. Dann sammelt den Weizen und bringt ihn in mein Vorratshaus“ (Matthäus 13:24-30).
Viele von Jesu Zuhörern kennen sich in der Landwirtschaft aus. Deshalb spricht er nun über etwas, das sie ebenfalls gut kennen: das winzige Senfkorn. Er sagt: „Mit dem Königreich des Himmels ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf sein Feld säte“ (Matthäus 13:31). Aus ihm wird ein Baum, der groß genug wird, dass Vögel in seinen Zweigen Unterschlupf finden. Doch Jesus gibt hier keinen Botanikunterricht, sondern er veranschaulicht ein spektakuläres Wachstum — dass aus etwas winzig Kleinem etwas sehr Großes werden kann.
Anschließend spricht Jesus über einen Vorgang, den die meisten seiner Zuhörer kennen. Er vergleicht das Königreich des Himmels mit „Sauerteig, den eine Frau unter drei große Maß Mehl mischte, bis die ganze Masse durchsäuert war“ (Matthäus 13:33). Vor den Augen unsichtbar durchdringt der Sauerteig die Masse völlig und lässt sie aufgehen. So sorgt er für Wachstum und Veränderung, ohne dass man es gleich sieht.
Danach schickt Jesus die Menschenmenge weg und geht zu seiner Unterkunft zurück. Bald darauf kommen seine Jünger und wollen wissen, was die Gleichnisse bedeuten.
AUS JESU GLEICHNISSEN LERNEN
Die Jünger haben von Jesus schon vorher Gleichnisse gehört, aber noch nie so viele auf einmal. Daher fragen sie ihn: „Warum redest du zu den Leuten in Bildern?“ (Matthäus 13:10).
Ein Grund ist, dass das vorausgesagt wurde. In dem Bericht von Matthäus heißt es: „Er sagte ihnen nichts, ohne in Bildern zu reden, damit sich erfüllte, was durch den Propheten angekündigt worden war: ‚Ich werde meinen Mund öffnen und in Bildern reden, ich werde das bekannt machen, was seit der Grundlegung verborgen war‘ “ (Matthäus 13:34, 35; Psalm 78:2).
Doch es gibt noch einen weiteren Grund. Dadurch dass Jesus Bilder gebraucht, wird die Einstellung der Menschen offenbar. Viele interessieren sich für Jesus nur, weil er ein großartiger Geschichtenerzähler ist und Wunder wirken kann. Allerdings sehen sie in ihm nicht den Herrn, dem man gehorcht und selbstlos folgt (Lukas 6:46, 47). Sie wollen ihr Denken und ihr Leben nicht ändern. Nein, sie möchten sich von der Botschaft nicht so tief im Innern berühren lassen.
Jesus erklärt: „Deshalb rede ich zu ihnen in Bildern. Denn sie sehen und sehen doch nichts, sie hören und hören doch nichts und verstehen auch nicht die Bedeutung. An ihnen erfüllt sich die Prophezeiung Jesajas: ‚. . . das Herz dieser Leute ist unempfänglich geworden‘ “ (Matthäus 13:13-15; Jesaja 6:9, 10).
Das gilt aber nicht für alle Zuhörer Jesu. Er sagt: „Glücklich sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören. Denn ich versichere euch: Viele Propheten und andere gerechte Menschen wollten unbedingt sehen, was ihr seht, sahen es aber nicht, und wollten hören, was ihr hört, hörten es aber nicht“ (Matthäus 13:16, 17).
Die 12 Apostel und andere loyale Jünger haben ein empfängliches Herz. Jesus sagt daher: „Ihr dürft die heiligen Geheimnisse des Königreiches des Himmels verstehen, sie aber nicht“ (Matthäus 13:11). Da sie Jesu Worte wirklich verstehen wollen, erklärt er ihnen, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet.
Der Schlüssel zum Verständnis ist Folgender: Der Samen steht laut Jesus für „das Wort Gottes“ (Lukas 8:11). Und der Boden steht für das Herz.
Über die Samenkörner, die auf den festgetretenen Boden am Wegesrand fallen, sagt Jesus: „Dann kommt der Teufel und nimmt . . . [das Wort] aus ihrem Herzen weg, damit sie nicht glauben und gerettet werden“ (Lukas 8:12). Und wofür steht der felsige Boden? Er steht für das Herz von Menschen, die das Wort freudig annehmen. Allerdings kann es in ihrem Herzen nicht tief wurzeln. „Durch die Schwierigkeiten oder die Verfolgung, die . . . wegen der Botschaft entstehen“, kommen sie sofort ins Stolpern. Ja, sobald eine „Zeit der Erprobung“ kommt, geben sie auf — zum Beispiel bei Widerstand der Familie oder anderer (Matthäus 13:21; Lukas 8:13).
Und was ist mit den Samenkörnern, die unter die Dornen fallen? Wie Jesus seinen Jüngern erklärt, nehmen solche Menschen das Wort an, doch die „Sorgen dieses Weltsystems und die trügerische Macht des Reichtums“ werden ihnen zum Verhängnis (Matthäus 13:22). Das Wort geht in ihrem Herzen auf, wird aber erstickt und kann keinen Ertrag bringen.
Der gute Boden steht für diejenigen, die das Wort von Herzen annehmen und seine Bedeutung erfassen. Mit welchem Ergebnis? Sie bringen Ertrag: der eine 100-, der andere 60-, der Nächste 30-mal so viel — je nachdem, was jemand aufgrund seiner Umstände wie Alter und Gesundheit tun kann. Sie werden gesegnet, weil sie Gott dienen, und Jesus sagt über sie: „Sie hören das Wort Gottes mit einem aufrichtigen und guten Herzen, lassen es nicht mehr los, harren aus und bringen dabei Ertrag“ (Lukas 8:15).
Diese Worte müssen Jesu Jünger tief berühren! Sie sind extra zu ihm gekommen, damit er ihnen die Gleichnisse erklärt, und nun verstehen sie, was sie bedeuten. Jesus wiederum ist es wichtig, dass seine Jünger die Gleichnisse verstehen, damit sie die Wahrheit auch an andere weitergeben können. „Würde man eine Lampe holen und sie unter ein Messgefäß oder unters Bett stellen?“, fragt er. „Stellt man sie nicht auf einen Lampenständer?“ Daher gibt Jesus den Rat: „Wer Ohren zum Hören hat, soll gut zuhören“ (Markus 4:21-23).
MIT MEHR VERSTÄNDNIS GESEGNET
Jetzt, wo die Jünger das Gleichnis vom Sämann verstehen, möchten sie noch mehr erfahren. Sie bitten Jesus: „Erkläre uns doch den Vergleich mit dem Unkraut auf dem Feld“ (Matthäus 13:36).
Ihre Bitte zeigt, dass sie ganz anders eingestellt sind als die anderen, die Jesus am Seeufer zugehört haben. Letztere haben gar nicht den Wunsch zu erfahren, was die Gleichnisse bedeuten oder was sie ihnen bringen. Sie geben sich damit zufrieden, sie einfach nur zu hören. Jesus stellt sie seinen wissbegierigen Jüngern gegenüber, die gekommen sind, um mehr von ihm zu lernen. Er sagt:
„Achtet auf das, was ihr hört. Mit dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden, ja ihr bekommt sogar noch mehr“ (Markus 4:24). Die Jünger hören Jesus gut zu. Und da sie ihm aufrichtiges Interesse und Aufmerksamkeit „zuteilen“, werden sie mit mehr Verständnis gesegnet. Deshalb erklärt Jesus ihnen auch gern das Gleichnis vom Weizen und Unkraut:
„Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn. Das Feld ist die Welt. Und der gute Samen, das sind die Söhne des Königreiches. Aber das Unkraut, das sind die Söhne des Teufels. Und der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel. Die Ernte ist der Abschluss eines Weltsystems, und die Erntearbeiter sind Engel“ (Matthäus 13:37-39).
Nachdem Jesus die Einzelheiten erklärt hat, beschreibt er, wie sich das Gleichnis erfüllt. Er führt aus, dass die Engel am Abschluss des Weltsystems das Unkraut vom Weizen trennen — also die Scheinchristen von den wahren „Söhnen des Königreiches“. Diese „Gerechten“ werden zusammengesammelt und schließlich „im Königreich ihres Vaters“ hell leuchten. Aber was ist mit den „Söhnen des Teufels“? Sie werden vernichtet und daher verständlicherweise „weinen und mit den Zähnen knirschen“ (Matthäus 13:41-43).
Dann erzählt Jesus seinen Jüngern drei weitere Vergleiche. Als Erstes sagt er: „Mit dem Königreich des Himmels ist es wie mit einem Schatz, der in einem Feld versteckt ist. Ein Mann findet ihn und versteckt ihn wieder. Er freut sich so sehr, dass er losgeht und alles verkauft, was er besitzt, und das Feld kauft“ (Matthäus 13:44).
Als Nächstes sagt Jesus: „Mit dem Königreich des Himmels ist es außerdem wie mit einem reisenden Händler, der auf der Suche nach wertvollen Perlen ist. Nachdem er eine besonders kostbare Perle gefunden hat, geht er und verkauft sofort alles, was er hat, und kauft sie“ (Matthäus 13:45, 46).
Durch beide Vergleiche hebt Jesus hervor, mit welcher Bereitwilligkeit jemand Opfer bringt, der etwas wirklich Kostbares findet — etwas, das er sehr schätzt und unbedingt haben möchte. Der Händler „verkauft sofort alles“, um eine besonders kostbare Perle kaufen zu können. Das ist für Jesu Jünger bestimmt nachvollziehbar. Auch der Mann, der in einem Feld einen Schatz findet, verkauft alles, um das Feld erwerben zu können. Dies ist mit den Opfern vergleichbar, die jemand bringt, um Gott näherzukommen (Matthäus 5:3). Einige von Jesu Zuhörern haben diese Bereitschaft schon gezeigt. Sie wollen Jesu wahre Nachfolger sein und haben für ihr Verhältnis zu Gott viel auf sich genommen (Matthäus 4:19, 20; 19:27).
Zuletzt vergleicht Jesus das Königreich des Himmels mit einem Schleppnetz, mit dem man alle möglichen Fische fängt (Matthäus 13:47). Beim Aussortieren kommen die guten in Behälter und die ungeeigneten werden weggeworfen. Wie Jesus sagt, würde es am Abschluss des Weltsystems auch so sein: Die Engel werden die schlechten Menschen von den gerechten trennen.
Jesus war gewissermaßen selbst ein Fischer, als er seine ersten Jünger einlud, „Menschenfischer“ zu werden (Markus 1:17). Er merkt allerdings an, dass sich der Vergleich mit dem Schleppnetz auf die Zukunft bezieht, auf den „Abschluss des Weltsystems“ (Matthäus 13:49). Die Apostel und die anderen Jünger können daher erahnen, dass es noch interessante Entwicklungen geben wird.
Ja, Jesus macht seinen Jüngern ein großes Geschenk, denn wenn er mit ihnen allein ist, erklärt er ihnen jeweils alles (Markus 4:34). Er „ist wie ein Hausherr, der aus seinem Vorrat an Kostbarkeiten Neues und Altes holt“ (Matthäus 13:52). Jesus erzählt diese Gleichnisse nicht, um zu zeigen, wie großartig er lehren kann. Ihm geht es darum, seinen Jüngern Wahrheiten zu vermitteln, die so wertvoll sind wie ein Schatz. Er ist wirklich ein „öffentlicher Lehrer“, an den niemand heranreicht!
-