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Jesus — „das Brot des Lebens“Jesus — der Weg, die Wahrheit, das Leben
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Jetzt ist Jesus wieder am Westufer in der Gegend von Kapernaum. Die Leute, die er mit Essen versorgt hat, sind ihm gefolgt und fragen: „Rabbi, wann bist du hierhergekommen?“ Da weist Jesus sie zurecht, weil sie hoffen, wieder etwas zu essen zu bekommen, und deshalb nach ihm gesucht haben. Er fordert sie auf: „Bemüht euch nicht um die Nahrung, die vergänglich ist, sondern um die unvergängliche Nahrung, die zu ewigem Leben führt.“ Darauf fragen sie: „Wie können wir tun, was Gott will?“ (Johannes 6:25-28).
Wahrscheinlich denken sie an Dinge, die das Gesetz vorschreibt. Doch Jesus betont, worauf es wirklich ankommt: „Gott will, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.“ Obwohl Jesus bereits so viele Wunder gewirkt hat, ist bei den Leuten aber kein solcher Glaube zu erkennen. Stattdessen verlangen sie ein Zeichen, um an ihn glauben zu können, und fragen: „Was wirst du tun? Unsere Vorfahren haben in der Wildnis das Manna gegessen, so wie es in den Schriften steht: ‚Er gab ihnen Brot vom Himmel zu essen‘ “ (Johannes 6:29-31; Psalm 78:24).
Da weist Jesus sie darauf hin, wer in Wirklichkeit auf wundersame Weise für die Menschen sorgen kann: „Eins steht fest: Nicht Moses hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot Gottes ist der, der vom Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt.“ Sie verstehen nicht, was er damit sagen will, und bitten: „Herr, gib uns immer dieses Brot“ (Johannes 6:32-34). Aber von welchem Brot spricht Jesus?
Er erklärt: „Ich bin das Brot des Lebens . . . Wer zu mir kommt, wird überhaupt nicht hungrig werden, und wer an mich glaubt, wird überhaupt nie durstig werden. Aber wie gesagt, ihr habt mich sogar gesehen und glaubt trotzdem nicht. . . . ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um zu tun, was ich selbst will, sondern was der will, der mich gesandt hat. Das ist der Wille dessen, der mich gesandt hat: dass ich von all denen, die er mir gegeben hat, keinen verliere, sondern dass ich sie am letzten Tag auferwecke. Denn der Wille meines Vaters ist, dass jeder, der den Sohn anerkennt und an ihn glaubt, ewiges Leben hat“ (Johannes 6:35-40).
Seine Worte sorgen für große Aufregung unter den Juden. Wie kann er nur behaupten, das Brot zu sein, „das vom Himmel herabgekommen ist“? (Johannes 6:41). Für sie ist er nichts weiter als ein Sohn von Galiläern aus Nazareth. Sie fragen: „Ist das nicht Jesus, der Sohn von Joseph? Wir kennen doch seinen Vater und seine Mutter!“ (Johannes 6:42).
Da sagt Jesus: „Hört auf, herumzukritisieren! Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, der Vater, der mich gesandt hat, zieht ihn, und ich werde ihn am letzten Tag auferwecken. In den Schriften der Propheten steht: ‚Sie werden alle von Jehova geschult werden.‘ Jeder, der dem Vater zugehört und von ihm gelernt hat, kommt zu mir. Nicht dass jemand den Vater gesehen hat, außer dem, der von Gott kommt — er hat den Vater gesehen. Eins steht fest: Wer glaubt, hat ewiges Leben“ (Johannes 6:43-47; Jesaja 54:13).
Schon bei dem Gespräch mit Nikodemus hat Jesus das ewige Leben mit dem Glauben an den Menschensohn verknüpft. Er sprach davon, dass „jeder, der an . . . [Gottes einziggezeugten Sohn] glaubt, nicht vernichtet wird, sondern ewiges Leben hat“ (Johannes 3:15, 16). Jetzt betont Jesus vor einer größeren Zuhörerschaft, dass sie nur durch ihn ewiges Leben bekommen können. Dazu kann ihnen weder das Manna verhelfen noch das Brot, das man in Galiläa isst. Wie kann man also ewiges Leben erlangen? Jesus wiederholt seine Aussage: „Ich bin das Brot des Lebens“ (Johannes 6:48).
Doch die Diskussion über das Brot vom Himmel geht weiter und erreicht ihren Höhepunkt, als Jesus in einer Synagoge in Kapernaum lehrt.
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Viele sind über Jesu Worte schockiertJesus — der Weg, die Wahrheit, das Leben
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KAPITEL 55
Viele sind über Jesu Worte schockiert
WAS ES BEDEUTET, JESU FLEISCH ZU ESSEN UND SEIN BLUT ZU TRINKEN
VIELE NEHMEN ANSTOSS AN JESUS UND FOLGEN IHM NICHT MEHR NACH
Jesus lehrt in einer Synagoge in Kapernaum, dass er das wahre Brot vom Himmel ist. Was er sagt, ergänzt das, was er schon zu den Leuten gesagt hat, die ihm von der Ostseite des Sees von Galiläa gefolgt sind und von den Broten und Fischen gegessen haben.
Nun greift Jesus das Thema wieder auf und sagt: „Eure Vorfahren haben in der Wildnis das Manna gegessen und doch sind sie gestorben.“ Jesus dagegen ist „das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist“. Er erklärt: „Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er für immer leben. Und in der Tat, das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich für das Leben der Welt opfern werde“ (Johannes 6:48-51).
Im Frühling des Jahres 30 hat Jesus Nikodemus erklärt, dass Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen Sohn als Retter gegeben hat. Nun hebt Jesus hervor, wie wichtig es ist, von seinem Fleisch zu essen, indem man an das Opfer glaubt, das er bringen wird. Nur so ist es möglich, ewiges Leben zu bekommen.
Die Menschen nehmen jedoch Anstoß an Jesu Worten. „Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?“, fragen sie (Johannes 6:52). Jesus will ihnen jedoch begreiflich machen, dass er das nicht buchstäblich meint, und ergänzt deshalb:
„Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esst und sein Blut trinkt, habt ihr kein Leben in euch selbst. Wer sich von meinem Fleisch ernährt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben . . . Mein Fleisch ist nämlich die wahre Nahrung und mein Blut das wahre Getränk. Wer sich von meinem Fleisch ernährt und mein Blut trinkt, bleibt mit mir verbunden und ich mit ihm“ (Johannes 6:53-56).
Das muss für seine jüdischen Zuhörer sehr anstößig klingen! Wahrscheinlich denken sie, Jesus würde zum Kannibalismus auffordern oder dazu, Gottes Gesetz über das Blut zu übertreten (1. Mose 9:4; 3. Mose 17:10, 11). Aber natürlich meint Jesus nicht, man solle buchstäblich sein Fleisch essen oder sein Blut trinken. Er spricht davon, dass er bald seinen vollkommenen menschlichen Körper opfern und sein Blut vergießen wird. Und nur, wer an sein Opfer glaubt, wird ewiges Leben haben. Doch auch etliche seiner Jünger verstehen nicht, was er sagen möchte. Wie reagieren sie? „Was er sagt, ist schockierend! Das kann sich doch keiner anhören!“ (Johannes 6:60).
Jesus merkt, dass viele seiner Jünger seine Worte kritisieren, und fragt sie: „Nehmt ihr daran Anstoß? Was ist dann erst, wenn ihr den Menschensohn dorthin auffahren seht, wo er vorher war? . . . Meine Worte, die ich an euch gerichtet habe, sind Geist und sind Leben. Aber es gibt einige unter euch, die nicht glauben.“ Darauf hören viele seiner Jünger auf, ihm nachzufolgen (Johannes 6:61-64).
Da fragt Jesus die Zwölf: „Wollt ihr etwa auch weggehen?“ Petrus antwortet: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir glauben und wissen, dass du der Heilige Gottes bist“ (Johannes 6:67-69). Was für eine Loyalität — zumal Petrus und die anderen Apostel auch noch nicht völlig verstehen, was Jesus gemeint hat!
Jesus freut sich sehr über die Reaktion von Petrus. Dennoch bemerkt er: „Habe ich nicht euch zwölf ausgesucht? Einer von euch ist jedoch ein Verleumder“ (Johannes 6:70). Er meint damit Judas Iskariot. Wahrscheinlich weiß Jesus ab diesem Zeitpunkt, dass Judas dabei ist, einen falschen Weg einzuschlagen.
Trotzdem macht es Jesus bestimmt sehr zufrieden zu beobachten, dass sich Petrus und die anderen Apostel nicht davon abbringen lassen, ihm zu folgen und sein lebensrettendes Werk zu unterstützen.
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