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  • „Das wahre Brot vom Himmel“
    Der größte Mensch, der je lebte
    • Nun finden ihn einige der Leute, die er nordöstlich des Galiläischen Meeres durch ein Wunder gespeist hat, in der Nähe von Kapernaum und fragen: „Wann bist du hierhergekommen?“ Er tadelt sie und sagt, sie würden nur deshalb nach ihm suchen, weil sie ein weiteres kostenloses Mahl erwarteten. Er fordert sie auf, nicht für die Speise zu wirken, die vergeht, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt. Daher fragen die Leute: „Was sollen wir tun, um die Werke Gottes zu wirken?“

      Jesus erwähnt nur eines dieser Werke, das jedoch von höchstem Wert ist. „Dies ist das Werk Gottes“, erklärt er, „daß ihr Glauben an den ausübt, den jener ausgesandt hat.“

      Die Menschen üben trotz der Wunder, die Jesus gewirkt hat, keinen Glauben an ihn aus. Es ist unglaublich, sogar nach all den Wundern, die er vollbracht hat, fragen sie: „Was für ein Zeichen tust du denn, damit wir es sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du? Unsere Vorväter aßen das Manna in der Wildnis, so wie geschrieben steht: ‚Er gab ihnen Brot aus dem Himmel zu essen.‘ “

      In seiner Entgegnung auf ihre Bitte um ein Zeichen weist Jesus deutlich auf den Quell der Wundertaten hin. Er sagt: „Nicht Moses gab euch das Brot vom Himmel, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot Gottes ist der, der vom Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt.“

      „Herr“, sagen die Menschen, „gib uns dieses Brot allezeit.“

      „Ich bin das Brot des Lebens“, erklärt Jesus. „Wer zu mir kommt, wird überhaupt nicht hungrig werden, und wer Glauben an mich ausübt, wird überhaupt nie durstig werden. Ich habe euch aber gesagt: Ihr habt mich sogar gesehen, und dennoch glaubt ihr nicht. Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und den, der zu mir kommt, will ich keinesfalls wegtreiben; denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Dies ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, daß ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern daß ich es am letzten Tag zur Auferstehung bringe. Denn dies ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und Glauben an ihn ausübt, ewiges Leben habe.“

      Daraufhin beginnen die Juden über Jesus zu murren, weil er gesagt hat: „Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.“ Sie sehen in ihm lediglich den Sohn menschlicher Eltern und bringen daher denselben Einwand vor wie die Nazarener: „Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kommt es, daß er nun sagt: ‚Ich bin vom Himmel herabgekommen.‘?“

      „Hört auf, untereinander zu murren“, erwidert Jesus. „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, der Vater, der mich gesandt hat, ziehe ihn; und ich will ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen. Es steht in den PROPHETEN geschrieben: ‚Und sie werden alle von Jehova belehrt sein.‘ Jeder, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir. Nicht, daß jemand den Vater gesehen hat, ausgenommen der, der von Gott her ist; dieser hat den Vater gesehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, hat ewiges Leben.“

      Jesus fährt fort und wiederholt: „Ich bin das Brot des Lebens. Eure Vorväter aßen das Manna in der Wildnis und starben trotzdem. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, damit irgend jemand davon esse und nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; wenn jemand von diesem Brot ißt, wird er immerdar leben.“ Ja, wenn die Menschen Glauben an Jesus ausüben, der von Gott ausgesandt worden ist, können sie ewiges Leben erhalten. Kein Manna und kein anderes Brot dieser Art kann das bewirken.

      Offensichtlich begann die Diskussion in bezug auf das Brot vom Himmel, kurz nachdem die Leute Jesus in der Nähe von Kapernaum gefunden hatten. Sie wird jedoch fortgesetzt und erreicht erst später ihren Höhepunkt, als Jesus in einer Synagoge in Kapernaum lehrt.

  • Viele Jünger folgen Jesus nicht mehr nach
    Der größte Mensch, der je lebte
    • Viele Jünger folgen Jesus nicht mehr nach

      JESUS spricht in der Synagoge von Kapernaum über seine Rolle als das wahre Brot vom Himmel. Er setzt hier offensichtlich das Gespräch mit jenen Leuten fort, die nach ihm gesucht hatten, als sie von der Ostseite des Galiläischen Meeres zurückgekehrt waren. Sie hatten dort von den Broten und Fischen gegessen, die durch ein Wunder beschafft worden waren.

      Jesus äußert sich jetzt wie folgt: „Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch zugunsten des Lebens der Welt.“ Zwei Jahre zuvor, im Frühling des Jahres 30 u. Z., hatte Jesus zu Nikodemus gesagt, Gott habe die Welt so sehr geliebt, daß er seinen Sohn als Retter gesandt hat. Somit zeigt Jesus jetzt, daß jeder aus der Menschenwelt, der symbolisch von seinem Fleisch ißt, indem er Glauben an sein Opfer ausübt, das er bald darbringen wird, ewiges Leben erlangen kann.

      Die Leute straucheln jedoch über Jesu Worte. „Wie kann uns dieser sein Fleisch zu essen geben?“ fragen sie. Jesus möchte seinen Zuhörern verständlich machen, daß das Essen seines Fleisches sinnbildlich gemeint ist. Um das hervorzuheben, sagt er etwas, was noch anstößiger erscheint, würde man es buchstäblich nehmen.

      „Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes eßt und sein Blut trinkt“, erklärt Jesus, „so habt ihr kein Leben in euch selbst. Wer sich von meinem Fleisch nährt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen; denn mein Fleisch ist wahre Speise, und mein Blut ist wahrer Trank. Wer sich von meinem Fleisch nährt und mein Blut trinkt, bleibt in Gemeinschaft mit mir und ich in Gemeinschaft mit ihm.“

      Es stimmt, Jesu Lehre wäre äußerst anstößig, wenn er hier zum Kannibalismus aufforderte. Aber Jesus befürwortet natürlich nicht das buchstäbliche Essen seines Fleisches oder das Trinken seines Blutes. Er weist nur nachdrücklich darauf hin, daß alle, die ewiges Leben erlangen möchten, Glauben an das Opfer ausüben müssen, das er durch die Opferung seines vollkommenen menschlichen Körpers und das Vergießen seines Blutes darbringen wird. Doch sogar viele seiner Jünger wollen nicht verstehen, was er lehrt, und protestieren: „Diese Rede ist anstößig; wer kann sie anhören?“

      Da Jesus weiß, daß viele seiner Jünger murren, sagt er: „Veranlaßt euch dies zum Straucheln? Was nun, wenn ihr den Menschensohn dahin auffahren seht, wo er zuvor war? ... Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben. Aber es gibt einige unter euch, die nicht glauben.“

      Jesus fährt fort: „Darum habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, es werde ihm vom Vater gewährt.“ Daraufhin verlassen ihn viele seiner Jünger und folgen ihm nicht mehr nach. Daher wendet sich Jesus seinen 12 Aposteln zu und fragt: „Ihr wollt doch nicht etwa auch weggehen?“

      Petrus antwortet ihm: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, daß du der Heilige Gottes bist.“ Welch ein wunderbarer Ausdruck der Loyalität, obwohl Petrus und die übrigen Apostel Jesu Lehren in bezug auf diese Dinge auch nicht völlig verstehen mögen!

      Jesus ist zwar über die Antwort des Petrus erfreut, aber er sagt: „Habe ich nicht euch Zwölf auserwählt? Einer von euch jedoch ist ein Verleumder.“ Er spricht von Judas Iskariot. Möglicherweise entdeckt Jesus zu diesem Zeitpunkt bei Judas den Beginn oder die ersten Schritte eines verkehrten Laufes.

      Jesus hat die Menschen enttäuscht, weil er sich ihren Bemühungen widersetzte, ihn zum König zu machen, so daß sie möglicherweise überlegen: „Wie kann dieser der Messias sein, wenn er die rechtmäßige Stellung des Messias nicht einnimmt?“ Das beschäftigt die Menschen immer noch. Johannes 6:51-71; 3:16.

  • Was verunreinigt einen Menschen?
    Der größte Mensch, der je lebte
    • Jesus hält sich offensichtlich in Kapernaum auf, als Pharisäer und Schriftgelehrte aus Jerusalem zu ihm kommen. Sie suchen nach Gründen, um ihn der Mißachtung religiöser Gesetze anzuklagen. „Wie kommt es, daß deine Jünger die Überlieferung der Männer früherer Zeiten übertreten?“ fragen sie. „Zum Beispiel waschen sie sich die Hände nicht, bevor sie ein Mahl einnehmen.“ Das hat Gott zwar nie gefordert, aber die Pharisäer betrachten es als schweren Verstoß, dieses traditionelle Ritual, bei dem man sich bis zum Ellenbogen waschen muß, nicht zu befolgen.

      Statt auf ihre Anklage einzugehen, zeigt Jesus, daß sie selbst böswillig und ganz bewußt Gottes Gesetz brechen. „Wie kommt es, daß auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen übertretet?“ fragt er sie. „Zum Beispiel sprach Gott: ‚Ehre deinen Vater und deine Mutter‘ und: ‚Wer Vater oder Mutter beschimpft, soll im Tod enden.‘ Ihr aber sagt: ‚Wer irgend zu seinem Vater oder seiner Mutter spricht: „Was immer ich habe, wodurch ich dir nützen könnte, ist eine Gott gewidmete Gabe“, der braucht seinen Vater gar nicht zu ehren.‘ “

      Die Pharisäer lehren tatsächlich, daß Geld, Besitz oder irgend etwas, was Gott als Gabe gewidmet wird, dem Tempel gehört und für keinen anderen Zweck verwendet werden darf. Doch in Wirklichkeit verbleibt die Gabe beim Geber. Demnach kann sich ein Sohn seiner Verantwortung entziehen, seinen betagten Eltern zu helfen, selbst wenn sie sich in einer ernsten Notlage befinden, indem er einfach sagt, sein Geld oder sein Besitz sei „Korban“ — eine Gott oder dem Tempel gewidmete Gabe.

      Jesus ist zu Recht über die böswillige Verdrehung des Gesetzes Gottes empört und sagt: „Ihr [habt] das Wort Gottes um eurer Überlieferung willen ungültig gemacht. Ihr Heuchler, treffend hat Jesaja von euch prophezeit, als er sagte: ‚Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist weit entfernt von mir. Vergeblich bringen sie mir fortwährend Anbetung dar, weil sie als Lehren Menschengebote lehren.‘ “

      Die Volksmenge ist wahrscheinlich etwas zurückgetreten, um den Pharisäern Gelegenheit zu geben, Jesus zu befragen. Als die Pharisäer jetzt nichts auf Jesu strengen Verweis zu erwidern wissen, fordert Jesus die Volksmenge auf, näher zu kommen. „Hört mir zu“, sagt er, „und erfaßt den Sinn. Nichts, was von außen in einen Menschen hineingeht, kann ihn verunreinigen; aber das, was aus einem Menschen hinausgeht, das ist es, was einen Menschen verunreinigt.“

      Als er später in ein Haus eintritt, fragen ihn seine Jünger: „Weißt du, daß die Pharisäer Anstoß nahmen, als sie hörten, was du sagtest?“

      „Jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, wird entwurzelt werden“, antwortet Jesus. „Laßt sie. Blinde Leiter sind sie. Wenn aber ein Blinder einen Blinden leitet, so werden beide in eine Grube fallen.“

      Als Petrus Jesus im Namen der Jünger bittet, ihnen näher zu erklären, was einen Menschen verunreinigt, ist dieser offensichtlich erstaunt. „Seid auch ihr noch ohne Verständnis?“ entgegnet Jesus. „Merkt ihr nicht, daß alles, was in den Mund hineingeht, in die Eingeweide wandert und in den Abort ausgeschieden wird? Was dagegen aus dem Mund herauskommt, kommt aus dem Herzen, und dieses verunreinigt einen Menschen. Zum Beispiel kommen aus dem Herzen böse Überlegungen, Mordtaten, Ehebrüche, Hurereien, Diebstähle, falsche Zeugnisse, Lästerungen. Das sind die Dinge, die einen Menschen verunreinigen; aber ein Mahl mit ungewaschenen Händen einzunehmen verunreinigt einen Menschen nicht.“

      Jesus spricht sich hier nicht gegen normale Hygiene aus. Er will damit nicht sagen, daß es überflüssig sei, sich die Hände zu waschen, bevor man ein Mahl zubereitet oder einnimmt. Statt dessen verurteilt Jesus die Heuchelei der religiösen Führer, die verschlagen versuchen, Gottes gerechte Gesetze zu umgehen, indem sie sich auf unbiblische Traditionen berufen. Ja, böse Taten verunreinigen einen Menschen, und Jesus zeigt, daß diese aus dem Herzen kommen.

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