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Die Woche, die die Welt veränderteDer Wachtturm 1992 | 1. März
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Die Woche, die die Welt veränderte
„Gesegnet ist, der im Namen Jehovas kommt!“ (MATTHÄUS 21:9).
1. Welche zwei unterschiedlichen Gruppen waren von den Ereignissen im August vergangenen Jahres betroffen?
„DREI BEÄNGSTIGENDE TAGE, DIE DIE WELT ERSCHÜTTERTEN“. Schlagzeilen wie diese unterstrichen im August 1991 die Tatsache, daß die Welt innerhalb weniger Tage auf den Kopf gestellt werden kann. Ja, die letzten Augusttage waren äußerst ereignisreich — aber nicht nur für die Welt, sondern auch für eine Gruppe, über die Jesus gesagt hatte: „Sie [sind] kein Teil der Welt.“ Diese Gruppe ist heute als Jehovas Zeugen bekannt (Johannes 17:14).
2, 3. (a) Inwiefern stand Zagreb trotz Kriegsgefahr im Zeichen der Freiheit? (b) Wie wurde in Odessa ein starker Glaube belohnt?
2 Der erste internationale Kongreß, den sie für Jugoslawien geplant hatten, sollte vom 16. bis 18. August stattfinden. Wie es sich zeigte, sollte es auch der erste größere Kongreß des Volkes Jehovas in einem Land sein, das sich am Rande des Bürgerkrieges befand. Zwei Monate zuvor hatten sich einheimische Zeugen zusammen mit Freiwilligen aus Nachbarländern an die Arbeit gemacht und das Stadion HAŠK Građanski, ein Fußballstadion in Zagreb, vollständig renoviert. Es war blitzblank — ein idealer Ort für den Kongreß „Freunde der göttlichen Freiheit“. Tausende von Delegierten aus dem Ausland planten, den Kongreß zu besuchen, darunter 600 aus den Vereinigten Staaten. Angesichts der Gefahr des Bürgerkrieges hörte man überall sagen: „Die Amerikaner werden niemals kommen.“ Aber sie kamen und nicht nur sie allein, sondern auch Delegierte aus vielen weiteren Ländern. Mit 10 000 Anwesenden hatte man gerechnet, doch am letzten Tag waren 14 684 im Stadion versammelt. Sie alle wurden reich gesegnet, weil sie ‘es nicht aufgegeben hatten zusammenzukommen’ (Hebräer 10:25).
3 An den drei Tagen nach dem Kongreß in Zagreb kam es in der Sowjetunion zu einem Putsch, der aber fehlschlug. Zu jener Zeit waren Freunde der göttlichen Freiheit mit den Schlußvorbereitungen für ihren Kongreß in Odessa (Ukraine) beschäftigt. Würde der Kongreß stattfinden können? Beseelt von einem starken Glauben, verrichteten sie die letzten Arbeiten im Rahmen einer vollständigen Renovierung des Stadions, während bereits laufend Delegierte eintrafen. Wie durch ein Wunder scheiterte der Putsch. Am 24. und 25. August fand ein begeisternder Kongreß statt, bei dem 12 115 Personen anwesend waren und sich 1 943 — 16 Prozent der Anwesendenhöchstzahl — taufen ließen. Die neuen Zeugen freuten sich zusammen mit langjährigen Bewahrern der Lauterkeit, daß sie in vollem Vertrauen auf Jehova zu dem Kongreß gekommen waren (Sprüche 3:5, 6).
4. Welchem Beispiel, das Jesus gegeben hat, folgten die Zeugen in Osteuropa?
4 Diese treuen Zeugen folgten dem Beispiel, das unser Vorbild, Jesus Christus, gegeben hat. Er versäumte es nie, den von Jehova angeordneten Festen beizuwohnen, selbst als die Juden ihn zu töten suchten. Als er sein letztes Passahfest in Jerusalem besuchte, hielten sich jene Juden im Tempel auf und sagten: „Was ist eure Meinung? Daß er gar nicht zum Fest kommen wird?“ (Johannes 11:56). Doch er kam. Damit begann eine Woche, deren Höhepunkt den Verlauf der Menschheitsgeschichte völlig veränderte. Wollen wir nun einige der herausragenden Ereignisse jener Woche vom 8. bis zum 14. Nisan des jüdischen Kalenders nochmals an uns vorbeiziehen lassen?
8. Nisan
5. Welcher Tatsache war sich Jesus bewußt, als er sich am 8. Nisan 33 u. Z. nach Bethanien begab?
5 An diesem Tag treffen Jesus und seine Jünger in Bethanien ein. Hier wird Jesus sechs Nächte im Haus seines geliebten Freundes Lazarus verbringen, den er kürzlich von den Toten auferweckt hat. Bethanien liegt in der Nähe von Jerusalem. Zu seinen Jüngern hat Jesus bereits gesagt: „Seht! Wir gehen nach Jerusalem hinauf, und der Menschensohn wird den Oberpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert werden, und sie werden ihn zum Tode verurteilen und werden ihn den Menschen der Nationen ausliefern, damit sie Spott mit ihm treiben und ihn geißeln und an den Pfahl bringen, und am dritten Tag wird er auferweckt werden“ (Matthäus 20:18, 19). Jesus ist sich völlig bewußt, daß ihm nun qualvolle Prüfungen bevorstehen. Doch während diese Zeit der überaus bedeutsamen Erprobung näher rückt, scheut er keine Mühe, in liebevoller Weise seinen Brüdern zu dienen. Mögen wir stets „diese Gesinnung“ haben, „die auch in Christus Jesus war“ (Philipper 2:1-5; 1. Johannes 3:16).
9. Nisan
6. Was tat Maria am Abend des 9. Nisan, und was sagte Jesus zu Judas?
6 Zu Beginn des 9. Nisan, nach Sonnenuntergang, nimmt Jesus im Hause Simons, eines früheren Aussätzigen, ein Mahl ein. Hier gießt Maria, die Schwester des Lazarus, kostbares wohlriechendes Öl über Jesu Haupt und Füße und trocknet seine Füße demütig mit ihrem Haar ab. Als Judas Einspruch erhebt, erklärt Jesus: „Laß sie, damit sie diesen Brauch im Hinblick auf den Tag meines Begräbnisses einhalte.“ Die Oberpriester erfahren, daß viele Juden nach Bethanien gehen und an Jesus glauben. Daher verschwören sie sich, Jesus und Lazarus zu töten (Johannes 12:1-7).
7. Wie wurde am Morgen des 9. Nisan der Name Jehovas geehrt, und was sagte Jesus voraus?
7 Frühmorgens begibt sich Jesus auf den Weg nach Jerusalem. Volksmengen ziehen hinaus, ihm entgegen, und schwenken Palmzweige, während sie rufen: „Rette, bitte! Gesegnet ist, der im Namen Jehovas kommt, ja, der König von Israel!“ Jesus erfüllt dann die Prophezeiung aus Sacharja 9:9, indem er auf einem Esel in die Stadt reitet. Während er sich Jerusalem nähert, weint er über die Stadt und sagt voraus, daß die Römer sie mit Spitzpfählen umgeben und völlig zerstören werden — eine Prophezeiung, die sich 37 Jahre später auf erstaunliche Weise erfüllen soll. (Das hat auch Schlimmes für die Christenheit zu bedeuten, die, dem Muster des alten Jerusalem entsprechend, abtrünnig geworden ist.) Die jüdischen Vorsteher möchten Jesus nicht als König. Verärgert rufen sie aus: „Seht! Die Welt ist ihm nachgelaufen“ (Johannes 12:13, 19).
10. Nisan
8. Wie bekundete Jesus am 10. Nisan hohe Achtung vor Jehovas Haus des Gebets, und was geschah anschließend?
8 Wieder sucht Jesus den Tempel auf. Ein zweites Mal wirft er habgierige Kaufleute und Geldwechsler hinaus. Der Handelsgeist — „die Geldliebe“ — sollte nicht in Jehovas Haus des Gebets herrschen (1. Timotheus 6:9, 10). Jesus wird bald sterben. Als Veranschaulichung spricht er vom Aussäen eines Samenkorns. Das Korn stirbt zwar, doch keimt es und treibt einen Halm, der viele Körner trägt. In ähnlicher Weise wird Jesu Tod ewiges Leben für die vielen zur Folge haben, die Glauben an ihn ausüben. Beunruhigt von dem Gedanken an seinen herannahenden Tod, betet Jesus, daß der Name seines Vaters dadurch verherrlicht werde. In Erwiderung donnert Gottes Stimme vom Himmel für alle Anwesenden hörbar: „Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wieder verherrlichen“ (Johannes 12:27, 28).
11. Nisan — ein geschäftiger Tag
9. (a) Anhand welcher Veranschaulichungen verurteilte Jesus am Morgen des 11. Nisan die abtrünnigen Juden? (b) Wer hat in Übereinstimmung mit dem Gleichnis Jesu eine großartige Gelegenheit verpaßt?
9 Jesus und seine Jünger verlassen erneut Bethanien, um einen äußerst geschäftigen Tag zu erleben. Jesus zeigt anhand von drei Veranschaulichungen, warum das abtrünnige Judentum verurteilt ist. Er hatte einen unfruchtbaren Feigenbaum verflucht, dessen verdorrter Zustand die treulose, unfruchtbare jüdische Nation darstellt. Beim Betreten des Tempels spricht er von unwürdigen Weingärtnern, die schließlich sogar den Sohn und Erben ihres Herrn töten — eine Schilderung des Vertrauensbruches der Juden gegenüber Jehova, der darin gipfeln wird, daß sie Jesus töten. Er spricht von einem Hochzeitsfest, das ein König — Jehova — veranstaltet, dessen geladene Gäste — die Juden — in selbstsüchtiger Weise Entschuldigungen für ihr Nichterscheinen vorbringen. Die Einladung ergeht daher an Außenstehende — die Nichtjuden —, und einige von ihnen nehmen sie an. Ein Mensch jedoch, den man ohne Hochzeitskleid antrifft, wird hinausgeworfen. Er stellt die unechten Christen der Christenheit dar. Viele Juden der Tage Jesu waren eingeladen, „doch wenige auserwählt“, zu den 144 000 Versiegelten zu gehören, die das himmlische Königreich erben (Matthäus 22:14; Offenbarung 7:4).
10—12. (a) Warum stellte Jesus die jüdische Geistlichkeit bloß, und welches vernichtende Urteil sprach er über diese Heuchler? (b) Wie wurde schließlich das Strafgericht an den abtrünnigen Juden vollstreckt?
10 Die heuchlerischen Geistlichen der Juden suchen nach einer Gelegenheit, Jesus festzunehmen, aber er beantwortet einige ihrer Fangfragen und beschämt sie in Gegenwart des Volkes. Oh, diese abtrünnigen religiösen Juden! Wie unverblümt Jesus sie bloßstellt! Gierig trachten sie nach Ansehen und wollen sich durch ihre Kleidung und durch hochtönende Titel wie „Rabbi“ und „Vater“ von anderen unterscheiden — wie viele Geistliche in unseren Tagen. Jesus formuliert die Regel: „Wer immer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; und wer immer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“ (Matthäus 23:12).
11 Jesus spricht ein vernichtendes Urteil über jene religiösen Führer. Siebenmal ruft er aus: „Wehe euch“, und er bezeichnet sie als blinde Leiter und Heuchler. Jedesmal gibt er eindeutige Gründe an für die Verurteilung. Sie versperren den Eingang in das Königreich der Himmel. Wenn sie einen Proselyten machen, wird er zu einem Gegenstand für die Gehenna, doppelt so schlimm wie sie, weil ihm wahrscheinlich schon aufgrund früherer schwerer Sünden oder aufgrund einer fanatischen Einstellung die Vernichtung bevorstand. „Toren und Blinde!“ nennt Jesus sie, denn die Pharisäer messen dem Gold des Tempels größeren Wert bei als der reinen Anbetung. Das Recht, die Barmherzigkeit und die Treue lassen sie außer acht. Während sie den Zehnten von der Minze, vom Dill und vom Kümmel zahlen, ignorieren sie die gewichtigen Dinge des Gesetzes. Durch rituelle Waschungen wird ihre innere Verschmutzung niemals beseitigt. Das kann nur geschehen, wenn das Herz durch Glauben an Jesu bevorstehendes Opfer gereinigt wird. Die Heuchelei und die Gesetzlosigkeit in ihrem Innern strafen jegliches „getünchte“ Äußere Lügen (Matthäus 23:13-29).
12 Ja, wehe den Pharisäern, die wirklich ‘Söhne derer sind, die die Propheten der alten Zeit ermordet haben’! Schlangen sind sie, eine Otternbrut, für die Gehenna bestimmt, denn sie werden nicht nur Jesus töten, sondern auch diejenigen, die er aussendet. Das Strafgericht soll „über diese Generation“ kommen. Die Erfüllung trat ein, als Jerusalem 37 Jahre später völlig zerstört wurde (Matthäus 23:30-36).
13. Inwiefern spiegelt sich das, was Jesus über die Spenden für den Tempel sagte, heute wider?
13 Bevor Jesus den Tempel verläßt, spricht er lobend von einer armen Witwe, die zwei kleine Münzen in den Schatz geworfen hat — „alles ..., was sie für den Lebensunterhalt besaß“. Welch ein Gegensatz zu den habsüchtigen Reichen, die nur der Form halber eine Spende einwerfen! Wie jene arme Witwe opfern Jehovas Zeugen heute bereitwillig Zeit, Kraft und finanzielle Mittel, um das weltweite Königreichswerk zu unterstützen und auszudehnen. Welch ein Gegensatz zu den unmoralischen Fernsehevangelisten, die ihre Herde gründlich scheren und sich Imperien persönlichen Wohlstands schaffen! (Lukas 20:45 bis 21:4).
Gegen Ende des 11. Nisan
14. Wie verlieh Jesus seiner Sorge Ausdruck, und womit beantwortete er die weiteren Fragen seiner Jünger?
14 Jesus weint über Jerusalem und seine Bewohner und erklärt: „Ihr werdet mich von nun an auf keinen Fall mehr sehen, bis ihr sagt: ‚Gesegnet ist der, der im Namen Jehovas kommt!‘“ (Matthäus 23:37-39). Später, als er mit seinen vertrautesten Jüngern auf dem Ölberg sitzt, wollen diese Näheres darüber wissen; Jesus beschreibt in seiner Antwort das Zeichen, das seine Gegenwart in Königreichsmacht und den Abschluß des bösen satanischen Systems der Dinge kennzeichnen wird (Matthäus 24:1 bis 25:46; Markus 13:1-37; Lukas 21:5-36).
15. Welches Zeichen für seine Gegenwart erwähnte Jesus, und seit wann bewahrheitet es sich?
15 Jesus bezieht sich auf Jehovas Strafgericht, das in Kürze am Tempel vollstreckt werden soll, und zeigt, daß es die zukünftigen katastrophalen Ereignisse am Abschluß des gesamten Systems der Dinge versinnbildlicht. Diese Zeit seiner Gegenwart wird durch den Ausbruch von Kriegen unvergleichbaren Ausmaßes gekennzeichnet sein sowie durch Hungersnöte, Erdbeben und Seuchen, gleichzeitig aber auch durch Lieblosigkeit und Gesetzlosigkeit. Wie sich doch das im 20. Jahrhundert seit 1914 bewahrheitet hat!
16, 17. Welche Entwicklungen in der Welt beschrieb Jesus, und wie sollten Christen auf die Prophezeiung reagieren?
16 Eine „große Drangsal ..., wie es seit Anfang der Welt bis jetzt keine gegeben hat, nein, noch wieder geben wird“, soll den Höhepunkt bilden. Diese Drangsal wird ebenso verheerend sein wie die Flut der Tage Noahs. Daher warnte Jesus davor, in weltlichen Bestrebungen aufzugehen. „Wacht deshalb beharrlich, weil ihr nicht wißt, an welchem Tag euer Herr kommt.“ Wie glücklich können wir sein, daß der Herr einen gesalbten „treuen und verständigen Sklaven“ eingesetzt hat, der zur Zeit seiner Gegenwart die Warnung erschallen läßt und für geistige Speise im Übermaß sorgt! (Matthäus 24:21, 42, 45-47).
17 In unserem 20. Jahrhundert sehen wir „auf der Erde Angst unter den Nationen, die ... weder aus noch ein wissen, während die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen“. Aber Jesus sagt uns: „Wenn ... diese Dinge zu geschehen anfangen, dann richtet euch auf und hebt eure Häupter empor, denn eure Befreiung naht.“ Und er ermahnt uns: „Gebt ... auf euch selbst acht, damit euer Herz niemals durch unmäßiges Essen und unmäßiges Trinken und Sorgen des Lebens beschwert wird und jener Tag plötzlich, in einem Augenblick, über euch kommt wie eine Schlinge.“ Nur indem wir wach bleiben, können wir während der Gegenwart Jesu, des „Menschensohnes“, vor ihm stehen und seine Anerkennung haben (Lukas 21:25-28, 34-36).
18. Wozu ermuntern uns Jesu Gleichnisse von den zehn Jungfrauen und den Talenten?
18 Zum Schluß seiner meisterhaften Vorschau auf die heutigen Ereignisse erzählt Jesus drei Gleichnisse. Zunächst betont er in dem Gleichnis von den zehn Jungfrauen erneut die Notwendigkeit, ‘wach zu bleiben’. Dann zeigt er in dem Gleichnis von den Sklaven und den Talenten, wie Fleiß mit der Einladung belohnt wird, ‘in die Freude des Herrn einzugehen’. Sowohl die gesalbten Christen, auf die sich diese Gleichnisse beziehen, als auch die „anderen Schafe“ können durch die lebendigen Beschreibungen sehr ermuntert werden (Matthäus 25:1-30).
19, 20. Welches wunderbare Verhältnis wird in Jesu Gleichnis von den Schafen und den Böcken dargestellt?
19 Das dritte Gleichnis handelt von Jesu Gegenwart in Königreichsmacht, von der Zeit, nachdem er sich auf seinen herrlichen himmlischen Thron gesetzt hat. In dieser Zeit sollen die Nationen gerichtet und die Völker der Erde in zwei Gruppen getrennt werden: in sanftmütige, mit Schafen vergleichbare Menschen und in widerspenstige, mit Böcken vergleichbare. Die Schafe strengen sich besonders an, um die Brüder des Königs — die in der Zeit des Endes der Welt übriggebliebenen Gesalbten — zu unterstützen. Sie werden mit Leben belohnt, während die undankbaren Böcke in die ewige Vernichtung weggehen (Matthäus 25:31-46).
20 Welch ein wunderbares Verhältnis herrscht doch am Abschluß des Systems der Dinge zwischen den anderen Schafen und den Brüdern des Königs! Der gesalbte Überrest trug zwar zu Beginn der Gegenwart des Königs die Last der Verantwortung für das Werk, aber jetzt machen die Millionen eifriger anderer Schafe 99,8 Prozent aller Diener Gottes auf der Erde aus (Johannes 10:16). Und sie haben als Gefährten der gesalbten Bewahrer der Lauterkeit ebenfalls bewiesen, daß sie bereit sind, ‘Hunger, Durst, Nacktheit, Krankheit und Gefängnis’ auf sich zu nehmen.a
12. Nisan
21. Was nahm am 12. Nisan Form an, und wie?
21 Die Verschwörung, Jesus zu töten, nimmt Form an. Judas sucht die Oberpriester im Tempel auf und vereinbart mit ihnen, Jesus für 30 Silberstücke zu verraten. Selbst das war vorhergesagt worden (Sacharja 11:12).
13. Nisan
22. Welche Vorbereitungen wurden am 13. Nisan getroffen?
22 Jesus, der noch in Bethanien bleibt — wahrscheinlich um zu beten und nachzusinnen —, schickt seine Jünger nach Jerusalem auf die Suche nach einem gewissen „dem und dem“. Im Hause dieses Mannes bereiten sie in einem großen Obergemach das Passah (Matthäus 26:17-19). Als die Sonne am 13. Nisan untergeht, kommt Jesus dort mit ihnen zur bedeutendsten Feier aller Zeiten zusammen. Was wird am 14. Nisan geschehen? Davon handelt unser nächster Artikel.
[Fußnote]
a Der folgende Artikel soll uns helfen, das vertraute Verhältnis zwischen der kleinen Herde der Gesalbten und den anderen Schafen noch besser zu verstehen.
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Der Tag, an den man sich erinnern sollteDer Wachtturm 1992 | 1. März
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Der Tag, an den man sich erinnern sollte
„Ich habe euch diese Dinge gesagt, damit ihr durch mich Frieden habt. In der Welt habt ihr Drangsal, doch faßt Mut! Ich habe die Welt besiegt“ (JOHANNES 16:33).
1, 2. Welcher Tag in der Geschichte steht über allen anderen, und warum?
DIE Welt spricht heute sehr viel von Frieden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verband man Frieden mit dem V-E-Day und dem V-J-Day.a Weihnachten läßt die Menschen jedes Jahr an „Frieden auf Erden“ denken (Lukas 2:14). Doch es gibt einen Tag in der Menschheitsgeschichte, der über allen anderen steht. Es handelt sich um den Tag, an dem Jesus Christus die oben zitierten Worte sprach. Von den zwei Millionen oder mehr Tagen, die vergangen sind, seit Menschen auf der Erde leben, ist dies der einzige Tag, der den Lauf der Menschheit zu ihrem ewigen Wohl völlig verändert hat.
2 Jener wichtige Tag war der 14. Nisan nach dem jüdischen Kalender. Im Jahre 33 unserer Zeitrechnung begann der 14. Nisan gemäß unserem Kalender am 1. April bei Sonnenuntergang. Wir möchten uns nun mit den Ereignissen dieses Tages beschäftigen, der von epochaler Bedeutung war.
Der 14. Nisan
3. Wozu benutzt Jesus seine letzten Stunden?
3 Als das Licht des Tages schwindet, wird wahrscheinlich der Vollmond sichtbar, der daran erinnert, daß Jehova Zeiten und Zeitabschnitte festsetzt (Apostelgeschichte 1:7). Was geschieht in dem Obergemach, wo sich Jesus und seine 12 Apostel versammelt haben, um das jährliche Passah der Juden zu feiern? Während sich Jesus darauf vorbereitet, „aus dieser Welt hinaus zum Vater zu gehen“, zeigt er, daß er ‘die Seinen bis ans Ende liebt’ (Johannes 13:1). Wie tut er dies? Durch seine Äußerungen und durch sein Beispiel hilft Jesus ihnen, weiterhin Eigenschaften zu entwickeln, die sie ausrüsten, die Welt zu besiegen.
Sich mit Demut und Liebe kleiden
4. (a) Wie demonstriert Jesus seinen Jüngern eine wichtige Eigenschaft? (b) Woher wissen wir, daß Petrus begriffen hat, wie wichtig die Demut ist?
4 Die Apostel müssen noch ein gewisses Maß an Eifersucht und Stolz ablegen. Daher gürtet sich Jesus, nimmt ein Tuch und geht daran, ihnen die Füße zu waschen. Das ist keine Zurschaustellung von Scheindemut wie das, was der Papst der Christenheit alljährlich in Rom tut. Ganz gewiß nicht! Wahre Demut bedeutet, sich für andere zu verausgaben, weil man sie ‘höher achtet als sich selbst’ (Philipper 2:2-5). Petrus versteht diesen Gedanken zunächst nicht und lehnt es ab, sich von Jesus die Füße waschen zu lassen. Jesus weist ihn zurecht, woraufhin Petrus ihn bittet, ihm den ganzen Körper zu waschen (Johannes 13:1-10). Aber Petrus muß die Lektion begriffen haben. Jahre später wußte er anderen den richtigen Rat zu geben (1. Petrus 3:8, 9; 5:5). Wie wichtig ist es doch heute, daß wir alle in Demut für Christus hart arbeiten! (Siehe auch Sprüche 22:4; Matthäus 23:8-12.)
5. Welches Gebot Jesu zeigt die Bedeutung einer weiteren wichtigen Eigenschaft?
5 Einer der 12 zieht allerdings keinen Nutzen aus dem Rat Jesu. Es handelt sich um Judas Iskariot. Im Verlauf des Passahmahls wird Jesus im Geist beunruhigt, er macht Judas als seinen Verräter kenntlich und entläßt ihn. Erst danach sagt Jesus zu seinen 11 treuen Jüngern: „Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe, daß auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt“ (Johannes 13:34, 35). Das ist wirklich ein neues Gebot, veranschaulicht durch Jesu eigenes hervorragendes Beispiel. Jesus bekundet außergewöhnliche Liebe, während die Stunde seines Opfertodes immer näher rückt. Er verwendet jede der kostbaren Minuten darauf, die Jünger zu belehren und zu ermuntern. Dann hebt er mit folgenden Worten die Bedeutung der Liebe hervor: „Dies ist mein Gebot, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe. Niemand hat größere Liebe als die, daß einer seine Seele zugunsten seiner Freunde hingebe“ (Johannes 15:12, 13).
„Der Weg und die Wahrheit und das Leben“
6. Welches Ziel hält Jesus seinen vertrautesten Jüngern vor Augen?
6 Zu den 11 Treuen sagt Jesus: „Euer Herz werde nicht beunruhigt. Übt Glauben aus an Gott, übt auch Glauben aus an mich. Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es anders wäre, hätte ich es euch gesagt, denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten“ (Johannes 14:1, 2). Diese Stätte wird im „Königreich der Himmel“ sein (Matthäus 7:21). Jesus erklärt, wie diese vertraute Gruppe loyaler Jünger ihr Ziel erreichen kann: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Johannes 14:6). Das gilt auch für jene Menschen, die ewiges Leben auf der Erde erhalten werden (Offenbarung 7:9, 10; 21:1-4).
7—9. Warum bezeichnet sich Jesus als „der Weg und die Wahrheit und das Leben“?
7 Jesus ist „der Weg“. Man kann sich Gott im Gebet einzig und allein durch Jesus Christus nahen. Jesus versichert seinen Jüngern persönlich, daß der Vater ihnen alles geben wird, worum sie in Jesu Namen bitten (Johannes 15:16). Gebete, die an Ikonen oder an „Heilige“ gerichtet sind oder fast nur aus Ave-Marias bestehen bzw. aus sich ständig wiederholenden Gesängen, sind für den Vater nicht annehmbar und werden von ihm nicht erhört (Matthäus 6:5-8). Mit Bezug auf Jesus lesen wir des weiteren in Apostelgeschichte 4:12: „Es gibt keinen anderen Namen unter dem Himmel, der unter den Menschen gegeben worden ist, durch den wir gerettet werden sollen.“
8 Jesus ist „die Wahrheit“. Der Apostel Johannes erklärte ihn betreffend: „So wurde das WORT Fleisch und weilte unter uns; und wir schauten seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit, wie sie einem einziggezeugten Sohn vom Vater her gehört; und er war voll unverdienter Güte und Wahrheit“ (Johannes 1:14). Jesus wurde in bezug auf Hunderte von Prophezeiungen in den Hebräischen Schriften zur Wahrheit, indem er sie erfüllte (2. Korinther 1:20; Offenbarung 19:10). Er machte die Wahrheit dadurch bekannt, daß er zu seinen Jüngern und zu den Volksmengen sprach, die zuhörten, dadurch, daß er sich mit den heuchlerischen Religionsvertretern auseinandersetzte, und auch durch sein lebendiges Beispiel.
9 Jesus ist „das Leben“. Er, der Sohn Gottes, sagte: „Wer Glauben an den Sohn ausübt, hat ewiges Leben; wer dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm“ (Johannes 3:36). Glauben an Jesu Opfer auszuüben führt zu ewigem Leben — zu nie endendem Leben im Himmel für eine „kleine Herde“ gesalbter Christen oder zu ewigem Leben auf einer paradiesischen Erde für eine große Volksmenge „anderer Schafe“ (Lukas 12:32; 23:43; Johannes 10:16).
Verfolgung ertragen
10. Warum müssen wir ‘die Welt besiegen’, und wie ermuntert Jesus seine Jünger in dieser Hinsicht?
10 Wer in Jehovas neuem System zu leben hofft, muß gegen eine Welt kämpfen, die „in der Macht dessen [liegt], der böse ist“, nämlich Satans, des Teufels (1. Johannes 5:19). Wie ermunternd sind deshalb Jesu Worte aus Johannes 15:17-19: „Diese Dinge gebiete ich euch, daß ihr einander liebt. Wenn die Welt euch haßt, wißt ihr, daß sie mich gehaßt hat, bevor sie euch haßte. Wenn ihr ein Teil der Welt wärt, so wäre der Welt das Ihrige lieb. Weil ihr nun kein Teil der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, deswegen haßt euch die Welt.“ Wahre Christen werden auch 1992 noch gehaßt. Wie sehr freuen wir uns daher über die vortrefflichen Beispiele derjenigen, die weiterhin feststehen, sich unter die mächtige Hand Gottes erniedrigen und so Kraft finden (1. Petrus 5:6-10). Wir alle können Prüfungen erdulden, wenn wir Glauben an Jesus ausüben, der seine Äußerungen mit den zu Herzen gehenden Worten abschloß: „In der Welt habt ihr Drangsal, doch faßt Mut! Ich habe die Welt besiegt“ (Johannes 16:33).
Die Einführung eines neuen Bundes
11. Was prophezeite Jeremia bezüglich eines neuen Bundes?
11 Im Verlauf jenes Abends, gleich nach der Passahfeier, spricht Jesus von einem neuen Bund. Der Prophet Jeremia hatte diesen Jahrhunderte zuvor mit folgenden Worten vorausgesagt: „‚Siehe! Es kommen Tage‘, ist der Ausspruch Jehovas, ‚da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen ... Ich will mein Gesetz in ihr Inneres legen, und in ihr Herz werde ich es schreiben. Und ich will ihr Gott werden, und sie selbst werden mein Volk werden. ... ich werde ihre Vergehung vergeben, und ihrer Sünde werde ich nicht mehr gedenken‘“ (Jeremia 31:31-34). Am 14. Nisan 33 u. Z. soll das Opfer, das den neuen Bund rechtsgültig macht, dargebracht werden.
12. Wie führt Jesus den neuen Bund ein, und was wird durch ihn erreicht?
12 Jesus offenbart den 11 treuen Jüngern, daß er sehnlich begehrt hat, dieses Passah mit ihnen zu essen. Dann nimmt er ein Brot, sagt Dank, bricht es und gibt es ihnen, wobei er erklärt: „Dies bedeutet meinen Leib, der zu euren Gunsten gegeben wird. Tut dies immer wieder zur Erinnerung an mich.“ Ebenso reicht er ihnen einen Becher Rotwein mit den Worten: „Dieser Becher bedeutet den neuen Bund kraft meines Blutes, das zu euren Gunsten vergossen werden wird“ (Lukas 22:15, 19, 20). Der neue Bund wird durch Jesu ‘kostbares Blut’ wirksam, das von weit größerem Wert ist als das Tierblut, das versprengt wurde, um den Gesetzesbund mit Israel in Kraft zu setzen (1. Petrus 1:19; Hebräer 9:13, 14). Den in den neuen Bund Aufgenommenen werden sämtliche Sünden vergeben. Dadurch können sie die Anforderungen erfüllen, die an die 144 000 gestellt werden, denen als geistiges Israel ein ewiges Erbe zuteil wird (Galater 6:16; Hebräer 9:15-18; 13:20; Offenbarung 14:1).
„Zur Erinnerung an mich“
13. (a) Worüber sollten wir in der Zeit des Gedächtnismahls nachdenken? (b) Nur wer darf von den Symbolen nehmen, und warum?
13 Die 1 960. jährliche Feier zum Gedenken an den Tod Jesu fällt auf den 17. April 1992. Während das Datum heranrückt, tun wir gut, über all das nachzudenken, was das vollkommene Opfer Jesu bewirkt hat. Durch diese Vorkehrung wurde die Weisheit Jehovas und seine tiefe Liebe zur Menschheit herausgestellt. Durch Jesu makellose Lauterkeit selbst bis zu einem qualvollen Tod wurde Jehova gegenüber dem Teufel gerechtfertigt, der höhnisch behauptet hatte, daß die menschliche Schöpfung fehlerhaft ist und unter Prüfung versagen muß (Hiob 1:8-11; Sprüche 27:11). Und durch sein Opferblut setzte Jesus den neuen Bund in Kraft, Jehovas Mittel, „ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, ein Volk zum besonderen Besitz“ hervorzubringen. Solange die einzelnen Glieder dieser Nation auf der Erde sind, ‘verkünden sie weit und breit die Vorzüglichkeiten’ ihres Gottes, Jehova, der sie „aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat“ (1. Petrus 2:9; vergleiche 2. Mose 19:5, 6). Mit Recht nehmen alljährlich nur sie allein von den Gedächtnismahlsymbolen.
14. Wodurch werden die Millionen von Beobachtern bereichert?
14 Dem Gedächtnismahl des vergangenen Jahres wohnten auf der ganzen Erde 10 650 158 Personen bei, doch nur 8 850 von ihnen — weniger als ein zehntel Prozent — nahmen von den Symbolen. Von welchem Nutzen ist denn die Feier für die Millionen von Beobachtern? Von großem Nutzen. Obwohl sie nicht von den Symbolen nehmen, werden sie durch die Gemeinschaft mit der großen weltweiten Bruderschaft bereichert, da sie von all den wunderbaren Dingen hören, die Jehova durch das Opfer seines Sohnes vollbracht hat.
15. Welchen Nutzen ziehen diejenigen aus dem Opfer Jesu, die nicht zu den Gesalbten gehören?
15 Von dem Apostel Johannes erfahren wir auch folgendes: „Wir [haben] einen Helfer beim Vater, Jesus Christus, einen Gerechten. Und er ist ein Sühnopfer für unsere Sünden, doch nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt“ (1. Johannes 2:1, 2). Ja, Jesu Opfer kommt zwar in erster Linie der Johannes-Klasse zugute, die in den neuen Bund aufgenommen wurde, aber es dient auch zur Vergebung der Sünden „der ganzen Welt“. Es ist ein „Sühnopfer“ für die Sünden aller übrigen aus der Menschenwelt, die Glauben an das vergossene Blut Jesu ausüben und aufgrund dessen die freudige Erwartung hegen dürfen, ewig auf einer paradiesischen Erde zu leben (Matthäus 20:28).
„Im Königreich meines Vaters“
16. (a) Woran haben Jesus und seine Miterben gegenwärtig offenbar schon einen Anteil? (b) Was müssen sowohl der gesalbte Überrest als auch die große Volksmenge heute tun?
16 Jesus fährt fort, seine Apostel zu ermuntern, und weist auf den Tag hin, an dem er im Königreich seines Vaters mit seinen Jüngern in symbolischer Weise aufs neue das Erzeugnis des Weinstocks trinken wird (Matthäus 26:29). Er versichert ihnen: „Ihr ... seid es, die in meinen Prüfungen mit mir durchgehalten haben; und ich mache einen Bund mit euch, so wie mein Vater einen Bund mit mir gemacht hat, für ein Königreich, damit ihr an meinem Tisch in meinem Königreich eßt und trinkt und auf Thronen sitzt, um die zwölf Stämme Israels zu richten“ (Lukas 22:28-30). Da Jesus 1914 im Himmel Königreichsmacht erhalten hat, liegt der Schluß nahe, daß die überwiegende Zahl der Miterben Jesu, die ja im Verlauf der Jahrhunderte eingesammelt wurden, bereits auferweckt worden ist und mit ihm „auf Thronen sitzt“ (1. Thessalonicher 4:15, 16). Der Tag rückt schnell näher, an dem die Engel die „vier Winde“ der „großen Drangsal“ loslassen werden. Bis dahin wird das Versiegeln der 144 000 Glieder des geistigen Israel und die Einsammlung der Millionen, die zur großen Volksmenge gehören, abgeschlossen sein. Sie alle müssen wie Jesus ihre Lauterkeit bewahren, damit sie den Preis des ewigen Lebens erhalten (Offenbarung 2:10; 7:1-4, 9).
17 und Kasten. (a) Durch wen wird ein Gesalbter, der als illoyal verworfen wird, logischerweise ersetzt werden? (b) Welches interessante Licht warfen 1938 Wachtturm-Artikel auf den Aufbau und die spätere Ausdehnung der theokratischen Organisation auf der Erde?
17 Was geschieht, wenn Gesalbte ihre Lauterkeit nicht bewahren? Zur gegenwärtigen späten Stunde werden es zweifellos nur sehr wenige sein, die sich als illoyal erweisen. Logischerweise wird als Ersatz kein Neugetaufter ausgewählt werden, sondern jemand, der während vieler Jahre treuen Dienstes mit Jesus in seinen Prüfungen durchgehalten hat. Die hellen Blitze geistigen Lichts, die Der Wachtturm in den 20er und 30er Jahren vermittelte, zeigen an, daß die Einsammlung des Überrestes der Gesalbten zu jener Zeit praktisch abgeschlossen war. Diejenigen, die seitdem ‘ihre langen Gewänder waschen und sie im Blut des Lammes weiß machen’, haben eine andere freudige Hoffnung. Durch Christus leitet Jehovas Geist sie „zu Wasserquellen des Lebens“ auf der paradiesischen Erde (Offenbarung 7:10, 14, 17).
Ein inbrünstiges Gebet
18. Welche wichtigen Lehren können wir aus dem Gebet Jesu ziehen, das in Johannes, Kapitel 17 aufgezeichnet ist?
18 Zum Abschluß der Gedächtnismahlfeier mit seinen Jüngern spricht Jesus das inbrünstige Gebet, das in Johannes 17:1-26 aufgezeichnet ist. Er betet zunächst darum, daß sein Vater ihn verherrlichen möge, da er seine Lauterkeit bis zum Ende bewahrt. Dadurch wird auch Jehova verherrlicht und sein Name geheiligt — von aller Schmach befreit. Der vollkommene Mensch Jesus beweist ja, daß Gottes menschliche Schöpfung selbst unter den schwierigsten Prüfungen fehlerlos bleiben kann (5. Mose 32:4, 5; Hebräer 4:15). Außerdem eröffnet Jesu Opfertod den Nachkommen Adams eine großartige Aussicht. Jesus sagt: „Dies bedeutet ewiges Leben, daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus.“ Wie wichtig ist es doch, eine genaue Erkenntnis über Jehova Gott und seinen Sohn, das Lamm Gottes, zu erlangen, der sein Leben zur Rechtfertigung Jehovas und zur Rettung der Menschheit hingegeben hat! (Johannes 1:29; 1. Petrus 2:22-25). Schätzt du dieses von größter Liebe zeugende Opfer so sehr, daß du dich Jehova und seinem kostbaren Dienst völlig hingibst?
19. Inwiefern können sich der Überrest und die große Volksmenge einer kostbaren Einheit erfreuen?
19 Jesus bittet seinen heiligen Vater des weiteren, über seine Jünger zu wachen, während sie beweisen, daß sie kein Teil der Welt sind, an seinem Wort der Wahrheit festhalten und die kostbare Einheit mit dem Vater und dem Sohn bewahren. Ist dieses Gebet nicht in wunderbarer Weise bis auf den heutigen Tag erhört worden, während der gesalbte Überrest und die große Volksmenge — getrennt von der Welt, deren Gewalttätigkeit und Bosheit — gemeinsam dienen, vereint durch das Band der Liebe? Wie kostbar sind doch die abschließenden Worte, die Jesus an Jehova, seinen Vater, richtet! „Ich habe ihnen deinen Namen bekanntgegeben und werde ihn bekanntgeben“, sagt Jesus, „damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in Gemeinschaft mit ihnen“ (Johannes 17:14, 16, 26).
20. Warum ist der 14. Nisan 33 u. Z. der Tag, an den man sich erinnern sollte?
20 Jesus und seine Jünger gehen nun hinaus zum Garten Gethsemane, wo sie noch einmal für kurze Zeit erbauende Gemeinschaft miteinander pflegen können. Dann wird er von seinen Feinden überwältigt. Jesu körperliche Qualen, seine herzzerreißende Sorge wegen der Schmach, die auf Jehova gebracht wird, aber auch seine vorbildliche Lauterkeit, die er in allem beweist, sind mit Worten nicht zu beschreiben. Jesus harrt bis zum Ende aus — die ganze Nacht hindurch und während des größten Teils des Tages. Er zeigt unmißverständlich, daß sein Königreich kein Teil der Welt ist. Und mit seinem letzten Atemzug ruft er aus: „Es ist vollbracht!“ (Johannes 18:36, 37; 19:30). Er hat die Welt völlig besiegt. Der 14. Nisan 33 u. Z. ist gewiß der Tag, an den man sich erinnern sollte.
[Fußnote]
a Der Tag des Sieges in Europa bzw. über Japan.
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