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  • Nimmst du an Jesus Anstoß?
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2021 | Mai
    • 1. JESU HERKUNFT

      Philippus möchte, dass Nathanael Jesus kennenlernt, der in der Nähe sitzt.

      Viele stießen sich an Jesu Herkunft. Passiert heute etwas Ähnliches? (Siehe Absatz 5)b

      5. Warum dachten manche, Jesus könne nicht der Messias sein?

      5 Viele nahmen an Jesu Herkunft Anstoß. Sie gaben zwar zu, dass Jesus ein herausragender Lehrer war und Wunder wirken konnte, doch für sie blieb er der Sohn eines einfachen Zimmermanns. Außerdem war er aus Nazareth, einer Stadt, die möglicherweise als unbedeutend galt. Sogar Nathanael, der ein Jünger von Jesus wurde, sagte zu Anfang: „Kann denn aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ (Joh. 1:46). Vielleicht machte diese Stadt keinen großen Eindruck auf ihn. Oder er dachte an die Prophezeiung aus Micha 5:2, wo gesagt wird, dass der Messias in Bethlehem geboren werden sollte und nicht in Nazareth.

      6. Was hätte den Menschen zur Zeit Jesu helfen können, ihn als Messias zu identifizieren?

      6 Was sagt die Bibel? Wie der Prophet Jesaja voraussagte, würden sich die Feinde des Messias nicht „mit den Einzelheiten seiner Generation befassen“ (Jes. 53:8). Über den Messias wurden viele solcher Einzelheiten prophezeit. Hätten sich die Menschen damals die Mühe gemacht, die Fakten zu prüfen, dann hätten sie festgestellt, dass Jesus in Bethlehem geboren wurde und ein Nachkomme von König David war (Luk. 2:4-7). Jesu Geburtsort deckte sich also mit der Prophezeiung aus Micha 5:2. Wo lag dann das Problem? Die Leute urteilten vorschnell und kannten nicht alle Fakten. Deswegen nahmen sie an Jesus Anstoß.

      7. Warum haben heute viele Vorbehalte gegen Jehovas Zeugen?

      7 Beobachten wir heute das gleiche Problem? Ja. Im Großen und Ganzen sind Zeugen Jehovas eher einfache Menschen. Viele halten uns für „gewöhnliche Leute ohne besondere Bildung“ (Apg. 4:13). Manche trauen uns nicht zu, Bibellehrer zu sein, weil wir kein Theologiestudium absolviert haben. Andere behaupten, Jehovas Zeugen seien eine amerikanische Religion, obwohl nur etwa jeder siebte von uns in den Vereinigten Staaten lebt. Wieder andere haben gehört, dass Jehovas Zeugen nicht an Jesus glauben. Man hat uns schon als „Kommunisten“, „amerikanische Spione“ und „Extremisten“ tituliert. Viele, die diese Geschichten hören, kennen die Fakten nicht oder wollen sie nicht wahrhaben. Deswegen nehmen sie an uns Anstoß.

      8. Was sollte man gemäß Apostelgeschichte 17:11 tun, um herauszufinden, wer heute nach dem Willen Gottes lebt?

      8 Wie kann man sich schützen? Man muss die Fakten prüfen. Darauf legte auch der Bibelschreiber Lukas großen Wert. Er war „allem von Anfang an genau nachgegangen“. Seine Leser sollten „völlig sicher sein“, dass alles, was sie über Jesus erfahren hatten, „zuverlässig ist“ (Luk. 1:1-4). Ganz ähnlich gingen die Juden in Beröa vor. Als sie die gute Botschaft über Jesus hörten, zogen sie die hebräischen Schriften zurate, um die Fakten zu prüfen. (Lies Apostelgeschichte 17:11.) Auch heute ist es wichtig, das, was man lernt, mit der Bibel zu vergleichen. Außerdem ist es gut, sich mit der Geschichte von Jehovas Zeugen auseinanderzusetzen. Ein gründlicher Faktencheck schützt davor, von Vorurteilen und Gerüchten beeinflusst zu werden.

      2. JESUS WEIGERTE SICH, AUFSEHENERREGENDE WUNDER ZU WIRKEN

      Jesus spricht zu einer Gruppe.

      Viele stießen sich daran, dass er sich weigerte, Zeichen zu vollbringen. Passiert heute etwas Ähnliches? (Siehe Absatz 9, 10)c

      9. Was passierte, als Jesus sich weigerte, ein Wunder zu vollbringen?

      9 Jesu beeindruckende Lehren waren manchen nicht genug. Sie wollten mehr. Jesus sollte ihnen durch „ein Zeichen vom Himmel“ beweisen, dass er der Messias ist (Mat. 16:1). Vielleicht gründete sich ihre Forderung auf ein falsches Verständnis von Daniel 7:13, 14. Doch die Zeit für die Erfüllung dieser Prophezeiung war noch nicht gekommen. Jesu Lehren hätten ihnen als Beweis dafür, dass er der Messias ist, reichen müssen. Als er ihnen das geforderte Zeichen verweigerte, nahmen sie an ihm Anstoß (Mat. 16:4).

      10. Wie erfüllte sich an Jesus, was der Prophet Jesaja über den Messias vorausgesagt hatte?

      10 Was sagt die Bibel? Der Prophet Jesaja hatte über den Messias vorhergesagt: „Er wird nicht schreien oder seine Stimme erheben, auf der Straße wird er seine Stimme nicht hören lassen“ (Jes. 42:1, 2). Jesus zeichnete sich durch Zurückhaltung und Bescheidenheit aus. Er baute keine imposanten Tempel, trug keine spezielle Kleidung und ließ sich auch nicht mit hochtrabenden religiösen Titeln anreden. Als er von König Herodes verhört wurde und es um sein Leben ging, weigerte er sich, den König durch ein Wunder zu beeindrucken (Luk. 23:8-11). Jesus wirkte natürlich schon Wunder, doch im Vordergrund stand für ihn das Predigen der guten Botschaft. „Dazu bin ich gekommen“, sagte er zu seinen Jüngern (Mar. 1:38).

      11. Welche falschen Erwartungen haben heute manche?

      11 Beobachten wir heute das gleiche Problem? Ja. Viele lassen sich von großen Kathedralen mit wertvollen Kunstwerken beeindrucken, von hochtönenden Titeln Geistlicher und von Zeremonien, deren Ursprung und Bedeutung kaum noch jemand kennt. Doch was lernen Gottesdienstbesucher über Gott und sein Vorhaben? Wer unsere Zusammenkünfte besucht, erfährt, was Jehova von uns erwartet und wie wir unser Leben danach ausrichten können. Unsere Königreichssäle sind sauber und funktional, nicht extravagant. Diejenigen, die die Verantwortung haben, tragen keine spezielle Kleidung und keine hochtrabenden Titel. Was wir lehren und was wir glauben, stützt sich auf Gottes Wort. Doch gerade an dieser Schlichtheit stoßen sich viele. Und das, was wir lehren, ist nicht das, was sie hören möchten.

      12. Was sollte gemäß Hebräer 11:1, 6 die Grundlage für unseren Glauben sein?

      12 Wie können wir uns schützen? Der Apostel Paulus schrieb an die Christen in Rom: „Der Glaube folgt ... auf das Gehörte. Das Gehörte aber kommt durch die Botschaft über Christus“ (Röm. 10:17). Glaube entsteht also durch ein Studium von Gottes Wort, nicht durch unbiblische Zeremonien, auch wenn sie noch so feierlich wirken. Wir müssen einen starken Glauben entwickeln, der sich auf genaue Erkenntnis stützt, denn „ohne Glauben ... ist es unmöglich, Gott zu gefallen“. (Lies Hebräer 11:1, 6.) Um sicher zu sein, dass wir die Wahrheit gefunden haben, brauchen wir kein Zeichen vom Himmel. Ein gründliches Studium der Bibel genügt, um uns zu überzeugen und Zweifel zu zerstreuen.

      3. JESUS SETZTE SICH ÜBER VIELE JÜDISCHE TRADITIONEN HINWEG

      Viele stießen sich daran, dass er ihre Traditionen ablehnte. Passiert heute etwas Ähnliches? (Siehe Absatz 13)d

      13. Wofür verurteilten viele Jesus?

      13 Jesu Jünger fasteten nicht, was die Jünger von Johannes dem Täufer verwunderte. Jesus erklärte jedoch, dass es für sie keinen Grund zum Fasten gab, solange er noch lebte (Mat. 9:14-17). Die Pharisäer und andere Gegner Jesu verurteilten ihn, weil er sich nicht an ihre Bräuche und Traditionen hielt. Sie ärgerten sich, als er am Sabbat Kranke heilte (Mar. 3:1-6; Joh. 9:16). Einerseits behaupteten sie scheinheilig, den Sabbat zu ehren. Andererseits hatten sie kein Problem damit, im Tempel Geschäfte zu machen. Als Jesus sie dafür verurteilte, waren sie außer sich (Mat. 21:12, 13, 15). Auch Jesu Zuhörer in der Synagoge von Nazareth reagierten wütend, als er mit einem nicht gerade schmeichelhaften historischen Vergleich ihre Selbstsucht und ihren Glaubensmangel entlarvte (Luk. 4:16, 25-30). Viele nahmen an Jesus Anstoß, weil das, was er tat, nicht ihren Erwartungen entsprach (Mat. 11:16-19).

      14. Warum verurteilte Jesus unbiblische Traditionen?

      14 Was sagt die Bibel? Jehova hatte durch den Propheten Jesaja gesagt: „Dieses Volk wendet sich mit dem Mund an mich und ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist weit entfernt von mir. Und ihre Ehrfurcht vor mir gründet sich auf Regeln von Menschen, die man sie gelehrt hat“ (Jes. 29:13). Jesus verurteilte zu Recht Traditionen, die nicht mit den Schriften im Einklang waren. Wer den Regeln und Traditionen von Menschen mehr Wert beimaß als den Schriften, lehnte Jehova und seinen Messias ab.

      15. Was stört viele an Zeugen Jehovas?

      15 Beobachten wir heute das gleiche Problem? Ja. Viele nehmen es Zeugen Jehovas übel, dass sie sich nicht an unbiblischen Bräuchen wie Geburtstags- und Weihnachtsfeiern beteiligen. Andere ärgern sich darüber, dass wir nicht bei nationalistischen Feierlichkeiten mitmachen oder bei Bestattungsbräuchen, die mit Gottes Wort unvereinbar sind. Menschen, die sich an so etwas stoßen, glauben vielleicht in aller Aufrichtigkeit, sie würden Gott so anbeten, wie er es möchte. Aber Gott kann sich nicht über sie freuen, wenn ihnen Traditionen wichtiger sind als die klaren Lehren der Bibel (Mar. 7:7-9).

      16. Wozu werden wir in Psalm 119:97, 113, 163-165 aufgefordert, und wovor werden wir gewarnt?

      16 Wie können wir uns schützen? Wir müssen eine starke Liebe zu Jehovas Gesetzen und Grundsätzen entwickeln. (Lies Psalm 119:97, 113, 163-165.) Wenn wir Jehova lieben, halten wir uns von Traditionen fern, die ihm nicht gefallen. Wir lassen nichts zwischen uns und Jehova kommen.

      4. JESUS SORGTE NICHT FÜR EINE SCHNELLE POLITISCHE LÖSUNG

      Viele stießen sich daran, dass er sich nicht in die Politik hineinziehen ließ. Passiert heute etwas Ähnliches? (Siehe Absatz 17)e

      17. Welche Erwartungen wurden für viele Zeitgenossen von Jesus zum Stolperstein?

      17 Manche Zeitgenossen von Jesus wünschten sich einen sofortigen politischen Wechsel. Sie erwarteten, dass der Messias sie von der römischen Unterdrückung befreit. Deshalb wollten sie Jesus zum König machen, doch er ließ sich nicht darauf ein (Joh. 6:14, 15). Andere, unter ihnen die Priester, waren durch die Römer zu einem gewissen Maß an Autorität und Macht gelangt. Sie befürchteten, Jesus könne durch einen politischen Umsturz die Römer gegen sie aufbringen. Solche politischen Überlegungen wurden für viele Juden zum Stolperstein.

      18. Welche Prophezeiungen über den Messias blendeten viele aus?

      18 Was sagt die Bibel? Der Messias wird in vielen Prophezeiungen zwar als siegreicher Krieger beschrieben. Doch aus anderen geht hervor, dass er zuerst für unsere Sünden sterben müsste (Jes. 53:9, 12). Wieso hatten die Juden dann falsche Erwartungen? Viele von ihnen blendeten alle Prophezeiungen aus, die keine schnelle Lösung versprachen (Joh. 6:26, 27).

      19. Welche Erwartungen werden heute für viele zum Stolperstein?

      19 Beobachten wir heute das gleiche Problem? Ja. Viele stoßen sich an unserer politischen Neutralität. Sie wollen, dass wir wählen gehen. Doch uns ist bewusst: Durch die Entscheidung für einen Politiker würden wir uns gegen Jehova entscheiden (1. Sam. 8:4-7). Manche sind der Meinung, wir sollten Schulen und Krankenhäuser bauen oder andere soziale Projekte unterstützen. Es ist ihnen unbegreiflich, warum wir uns auf das Predigtwerk konzentrieren, statt die akuten Probleme der Welt zu lösen.

      20. Worauf kommt es laut Jesu Worten in Matthäus 7:21-23 an?

      20 Wie können wir uns schützen? (Lies Matthäus 7:21-23.) Der Auftrag, den Jesus uns gegeben hat, sollte unser Lebensmittelpunkt sein (Mat. 28:19, 20). Lassen wir uns nie durch die heutigen politischen und sozialen Fragen ablenken. Natürlich lieben wir unsere Mitmenschen, und ihre Probleme sind uns nicht gleichgültig. Doch wir wissen, dass ihnen am meisten geholfen ist, wenn sie von Gottes Königreich erfahren und eine Freundschaft zu Jehova aufbauen.

  • Nichts bringt die zu Fall, die Gottes Gesetz lieben
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2021 | Mai
    • 1. JESUS WAR UNPARTEIISCH

      Jesus liegt mit Matthäus und anderen Steuereinnehmern zu Tisch und nimmt mit ihnen ein Mahl ein. In der Tür stehen einige religiöse Führer und sprechen leise miteinander.

      Viele nahmen Anstoß an Jesu Umgang. Könnte heute etwas Ähnliches Anstoß erregen? (Siehe Absatz 3)b

      3. An welchem Verhalten von Jesus störten sich manche?

      3 Jesus hatte mit den unterschiedlichsten Menschen Umgang. Er aß mit den Reichen und Mächtigen, aber verbrachte auch viel Zeit mit den Armen und Unterdrückten. Diejenigen, die von der Allgemeinheit als „Sünder“ betrachtet wurden, behandelte er mitfühlend. Einige selbstgerechte Menschen störten sich daran. Sie fragten Jesu Jünger: „Warum esst und trinkt ihr mit Steuereinnehmern und Sündern?“ Darauf erwiderte Jesus: „Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zur Reue aufzurufen, sondern Sünder“ (Luk. 5:29-32).

      4. Womit hätten die Juden rechnen müssen?

      4 Was sagt die Bibel? Lange bevor der Messias kam, hatte der Prophet Jesaja vorausgesagt, dass man ihn nicht akzeptieren würde: „Er wurde verachtet und von Menschen gemieden. ... Es war, als wäre sein Gesicht vor uns verborgen. Er wurde verachtet und bedeutete uns nichts“ (Jes. 53:3). Der Messias sollte also von Menschen gemieden werden. Daher hätte es für die Juden im 1. Jahrhundert keine Überraschung sein dürfen, dass man Jesus ablehnte.

      5. Wie betrachten heute viele Jesu Nachfolger?

      5 Beobachten wir heute das gleiche Problem? Ja. Viele Geistliche heißen in ihren Kirchen gern Prominente, Reiche und Gebildete willkommen. Dabei spielt es für sie eine untergeordnete Rolle, dass diese Menschen oft eine fragwürdige Moral haben. Dieselben Geistlichen blicken auf Jehovas einsatzfreudige, moralisch reine Diener herab, weil sie in den Augen der Welt unbedeutend sind. Aber wie Paulus schrieb, hat Gott gerade die ausgewählt, auf die man herabblickt (1. Kor. 1:26-29). Für Jehova sind alle seine treuen Diener wertvoll.

      6. Wie können wir Jesu Haltung nachahmen, die in Matthäus 11:25, 26 deutlich wird?

      6 Wie können wir uns schützen? (Lies Matthäus 11:25, 26.) Lass dich nicht davon beeinflussen, wie Gottes Diener von der Welt betrachtet werden. Denk daran, dass Jehova nur demütige Menschen gebraucht, um seinen Willen auszuführen (Ps. 138:6). Und mach dir bewusst, wie viel Jehova durch Menschen erreicht hat, die in den Augen der Welt nicht als weise oder intellektuell gelten.

      2. JESUS ENTLARVTE FALSCHE ANSICHTEN

      7. Warum warf Jesus den Pharisäern religiöse Heuchelei vor, und wie reagierten sie?

      7 Jesus prangerte mutig religiöse Heuchelei an. Zum Beispiel warf er den Pharisäern vor, dass ihnen das Händewaschen wichtiger war, als sich um ihre Eltern zu kümmern (Mat. 15:1-11). Jesu Worte haben seine Jünger wahrscheinlich überrascht, denn sie sagten zu ihm: „Weißt du, dass die Pharisäer an dem, was du gesagt hast, Anstoß genommen haben?“ Jesus erwiderte: „Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen. Lasst sie. Das sind blinde Führer. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, dann fallen beide in eine Grube“ (Mat. 15:12-14). Jesus ließ sich von der negativen Reaktion der religiösen Führer nicht davon abhalten, die Wahrheit zu sagen.

      8. Wie machte Jesus deutlich, dass nicht alle Glaubensansichten für Gott annehmbar sind?

      8 Jesus entlarvte auch falsche Lehren. Er vertrat nicht die Ansicht, alle Glaubensansichten seien für Gott annehmbar. Im Gegenteil. Er sprach davon, dass sich viele auf dem breiten Weg in die Vernichtung befinden, aber nur wenige auf dem schmalen Weg zum Leben (Mat. 7:13, 14). Viele würden Gott nur dem Anschein nach dienen. Jesus warnte: „Vorsicht vor den falschen Propheten, die als Schafe verkleidet zu euch kommen, in Wirklichkeit aber gefräßige Wölfe sind! Ihr werdet sie an ihren Früchten erkennen“ (Mat. 7:15-20).

      Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel. Sie suchen mit ihren Tieren und Waren das Weite.

      Viele nahmen Anstoß an seiner Kritik an falschen Lehren und Praktiken. Könnte heute etwas Ähnliches Anstoß erregen? (Siehe Absatz 9)c

      9. Welche falschen Lehren entlarvte Jesus?

      9 Was sagt die Bibel? Wie die Bibel voraussagte, würde der Messias von Eifer für Jehovas Haus erfüllt sein (Ps. 69:9; Joh. 2:14-17). Aus diesem Eifer heraus entlarvte Jesus falsche religiöse Lehren und Praktiken. Die Pharisäer zum Beispiel glaubten an eine unsterbliche Seele; Jesus lehrte, dass die Toten schlafen (Joh. 11:11). Die Sadduzäer leugneten die Auferstehung; Jesus auferweckte seinen Freund Lazarus (Joh. 11:43, 44; Apg. 23:8). Die Pharisäer sagten, alles werde durch das Schicksal oder durch Gott gelenkt; Jesus lehrte, dass die Menschen selbst entscheiden können, ob sie Gott dienen wollen oder nicht (Mat. 11:28).

      10. Warum nehmen viele an unseren Lehren Anstoß?

      10 Beobachten wir heute das gleiche Problem? Ja. Viele nehmen an uns Anstoß, weil unsere biblisch begründeten Lehren religiöse Irrtümer bloßlegen. Geistliche lehren, dass Gott schlechte Menschen mit der Hölle bestraft. Diese Irrlehre dient dazu, Kontrolle auszuüben. Als Zeugen Jehovas, die einem Gott der Liebe dienen, entlarven wir diese Lehre. Die Kirchen lehren auch die Unsterblichkeit der Seele. Wir decken den heidnischen Ursprung dieser Lehre auf, die, wenn sie wahr wäre, die Auferstehung überflüssig machen würde. Und im Gegensatz zum Glauben an eine Vorherbestimmung, den viele Religionen fördern, lehren wir, dass der Mensch einen freien Willen hat und wählen kann, ob er Gott dienen möchte. Oft schlägt uns deswegen die Wut der Geistlichkeit entgegen.

      11. Was erwartet Jehova laut Jesu Worten in Johannes 8:45-47 von uns?

      11 Wie können wir uns schützen? Wenn wir die Wahrheit lieben, akzeptieren wir die Worte Gottes. (Lies Johannes 8:45-47.) Im Gegensatz zum Teufel halten wir an der Wahrheit fest und machen bei unserem Glauben niemals Zugeständnisse (Joh. 8:44). Gott möchte, dass wir wie Jesus das Böse verabscheuen und am Guten festhalten (Röm. 12:9; Heb. 1:9).

      3. JESUS WURDE VERFOLGT

      Jesus wird von römischen Soldaten gezwungen, seinen Marterpfahl zu tragen. Viele schauen zu.

      Viele nahmen Anstoß an seinem Tod am Marterpfahl. Könnte heute etwas Ähnliches Anstoß erregen? (Siehe Absatz 12)d

      12. Warum erregte Jesu Todesart Anstoß?

      12 Paulus schrieb über einen weiteren Stein des Anstoßes: „Wir ... predigen, dass Christus am Pfahl hingerichtet wurde. Für die Juden ist das ein Stolperstein“ (1. Kor. 1:23). Warum nahmen die Juden an dieser Todesart Anstoß? Für sie erweckte Jesu Tod am Marterpfahl den Eindruck, er sei ein Verbrecher und Sünder gewesen, nicht der Messias (5. Mo. 21:22, 23).

      13. Was übersahen die Juden, die sich an Jesus stießen?

      13 Die Juden, die sich an Jesus stießen, übersahen, dass er unschuldig war und völlig zu Unrecht angeklagt und verurteilt wurde. Bei Jesu Gerichtsverfahren wurde die Gerechtigkeit mit Füßen getreten. Das oberste jüdische Gericht wurde in aller Eile einberufen und die Regeln eines fairen Verfahrens grob missachtet (Luk. 22:54; Joh. 18:24). Statt die Vorwürfe und die Beweislage unparteiisch zu prüfen, bemühten sich die Richter selbst „um falsche Zeugenaussagen gegen Jesus, damit man ihn töten könnte“. Als dies misslang, wollte der Hohe Priester ihn dazu bringen, sich selbst zu belasten. Das verstieß gegen jegliche Rechtsnormen (Mat. 26:59; Mar. 14:55-64). Und nach Jesu Auferweckung bestachen diese Richter die römischen Soldaten, die Jesu Grab bewacht hatten. Sie zahlten ihnen „eine beachtliche Menge Silberstücke“, damit sie als Erklärung für das leere Grab eine Lügengeschichte in Umlauf brachten (Mat. 28:11-15).

      14. Was war über den Tod des Messias vorhergesagt worden?

      14 Was sagt die Bibel? Viele Juden erwarteten nicht, dass der Messias sterben müsste, doch die Schriften enthielten den prophetischen Hinweis, dass „er sein Leben ausschüttete bis hin zum Tod und zu den Übertretern gezählt wurde“. Weiter hieß es: „Er trug die Sünde vieler und trat vermittelnd für die Übertreter ein“ (Jes. 53:12). Dass Jesus als Sünder hingerichtet wurde, hätte die Juden also nicht zu verwundern brauchen.

      15. Welche Anschuldigungen gegen Jehovas Zeugen sind für manche zum Stolperstein geworden?

      15 Beobachten wir heute das gleiche Problem? Absolut! Wie schon Jesus wurden und werden Jehovas Zeugen zu Unrecht angeklagt und verurteilt. In den 1930er- und 1940er-Jahren zum Beispiel wurde in den Vereinigten Staaten unser Recht auf freie Religionsausübung immer wieder angefochten. Einige Richter waren uns gegenüber eindeutig voreingenommen. In Quebec (Kanada) arbeiteten Kirche und Staat im Kampf gegen uns Hand in Hand. Viele Verkündiger kamen ins Gefängnis, nur weil sie über Gottes Königreich gesprochen hatten. Unter dem gottlosen NS-Regime wurden in Deutschland eine Reihe junger Brüder hingerichtet. Und in den letzten Jahren wurden viele Zeugen Jehovas in Russland verurteilt und inhaftiert, weil sie über die Bibel gesprochen haben, was als „extremistische Aktivität“ eingestuft wird. Sogar die Neue-Welt-Übersetzung in Russisch wurde verboten und als „extremistisches Material“ deklariert, weil der Name Jehova darin durchgehend vorkommt.

      16. Warum sollten wir uns gemäß 1. Johannes 4:1 durch Lügen über Jehovas Diener nicht beirren lassen?

      16 Wie können wir uns schützen? Machen wir uns mit den Fakten vertraut. In seiner Bergpredigt warnte Jesus seine Zuhörer davor, dass man „alle möglichen boshaften Lügen“ über sie erzählen würde (Mat. 5:11). Der Ursprung dieser Lügen ist der Teufel. Satan bringt Gegner dazu, Menschen, die die Wahrheit lieben, boshaft zu verleumden (Offb. 12:9, 10). Lassen wir uns durch solche Lügen nicht beirren, einschüchtern oder im Glauben schwächen. (Lies 1. Johannes 4:1.)

      4. JESUS WURDE VERRATEN UND IM STICH GELASSEN

      Viele nahmen Anstoß an dem Verrat durch Judas. Könnte heute etwas Ähnliches Anstoß erregen? (Siehe Absatz 17, 18)e

      17. Wieso hätten sich manche an dem stoßen können, was vor Jesu Tod passierte?

      17 Kurz vor seinem Tod wurde Jesus von einem seiner 12 Apostel verraten. Ein anderer verleugnete ihn drei Mal und alle seine Apostel ließen ihn in der Nacht vor seinem Tod im Stich (Mat. 26:14-16, 47, 56, 75). Das war für Jesus keine Überraschung. Er hatte es sogar vorhergesagt (Joh. 6:64; 13:21, 26, 38; 16:32). Manche hätten sich an diesen Vorfällen stoßen und sagen können: „Wenn sich Jesu Apostel so verhalten, will ich mit diesen Leuten nichts zu tun haben.“

      18. Welche Prophezeiungen erfüllten sich in Verbindung mit Jesu Tod?

      18 Was sagt die Bibel? Jahrhunderte zuvor hatte Jehova vorhersagen lassen, dass man den Messias für 30 Silberstücke verraten würde (Sach. 11:12, 13). Der Verräter würde einer von Jesu engen Freunden sein (Ps. 41:9). Der Prophet Sacharja schrieb außerdem: „Greif den Hirten an und lass die Herde auseinanderlaufen“ (Sach. 13:7). Aufrichtige Menschen würden sich an diesen Vorfällen jedoch nicht stoßen. Zu sehen, dass sich diese Prophezeiungen an Jesus erfüllen, würde ihren Glauben stärken.

      19. Was ist aufrichtigen Menschen klar?

      19 Beobachten wir heute das gleiche Problem? Ja. Es ist vorgekommen, dass bekannte Zeugen Jehovas die Wahrheit verlassen haben, abtrünnig wurden und dann andere hinter sich herziehen wollten. In den Medien und über das Internet haben sie negative Berichte, Halbwahrheiten und glatte Lügen über Jehovas Zeugen verbreitet. Doch aufrichtige Menschen bringt das nicht zu Fall. Im Gegenteil, ihnen ist klar, dass die Bibel so etwas vorausgesagt hat (Mat. 24:24; 2. Pet. 2:18-22).

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