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Das Christentum — War Jesus der Weg zu Gott?Die Suche der Menschheit nach Gott
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Jesus — Welches sind seine Beglaubigungsmerkmale?
4. Welchen deutlichen Unterschied stellt man beim Lesen des vorliegenden Buches zwischen dem Christentum (und seinen Anfängen) und den Hauptreligionen der Welt fest?
4 Aus früheren Kapiteln ist zu erkennen, daß in fast allen großen Religionen der Welt die Mythologie eine wichtige Rolle spielt. Als wir aber im vorangegangenen Kapitel bis auf den Ursprung des Judentums zurückgingen, stießen wir nicht auf einen Mythos, sondern auf eine historische Gestalt, Abraham, sowie auf seine Vorfahren und seine Nachkommen. Die Anfänge des Christentums beruhen ebenfalls nicht auf einem Mythos, und bei seinem Gründer, Jesus, handelt es sich nicht um eine mythische Gestalt, sondern um eine historische Persönlichkeit. (Siehe Kasten, Seite 237.)
5. (a) Welche drei Beglaubigungsmerkmale Jesu beweisen, daß er der verheißene „Same“ Abrahams war? (b) Wer schrieb die Christlichen Griechischen Schriften nieder?
5 Der erste Vers der Christlichen Griechischen Schriften, die allgemein als Neues Testament bekannt sind (siehe Kasten, Seite 241), lautet: „Das Buch der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams“ (Matthäus 1:1). Stellte Matthäus, ein ehemaliger jüdischer Steuereinnehmer und Jünger Jesu, der dessen Lebensbericht niederschrieb, hiermit eine leere Behauptung auf? Keineswegs. In den folgenden 15 Versen ist die Geschlechtslinie von Abraham bis Jakob zu finden, der „der Vater Josephs [wurde], des Mannes der Maria, von der Jesus geboren wurde, der Christus genannt wird“. Jesus war demnach tatsächlich ein Nachkomme Abrahams, Judas und Davids und wies als solcher drei der Beglaubigungsmerkmale des in 1. Mose 3:15 vorhergesagten „Samens“ und des „Samens“ Abrahams auf (1. Mose 22:18; 49:10; 1. Chronika 17:11).
6, 7. Warum war der Geburtsort Jesu von Bedeutung?
6 Ein weiteres Beglaubigungsmerkmal des messianischen Samens war sein Geburtsort. Wo wurde Jesus geboren? Matthäus erklärt, Jesus sei „in Bethlehem in Judäa in den Tagen des Königs Herodes geboren worden“ (Matthäus 2:1). Der Arzt Lukas bestätigt das in seinem Bericht, wenn er darin über den späteren Pflegevater Jesu sagt: „Natürlich ging auch Joseph von Galiläa aus der Stadt Nazareth nach Judäa zur Stadt Davids hinauf, die Bethlehem genannt wird, weil er aus dem Hause und der Familie Davids stammte, um sich mit Maria einschreiben zu lassen, die ihm, wie versprochen, zur Ehe gegeben worden und jetzt hochschwanger war“ (Lukas 2:4, 5).
7 Warum war es wichtig, daß Jesus weder in Nazareth noch in einer anderen Stadt, sondern in Bethlehem geboren wurde? Weil im 8. Jahrhundert v. u. Z. der hebräische Prophet Micha eine Prophezeiung geäußert hatte, die lautete: „Und du, o Bethlehem-Ephratha, das zu klein ist, um schließlich unter den Tausenden Judas zu sein, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher in Israel werden soll, dessen Ursprung aus frühen Zeiten ist, aus den Tagen unabsehbarer Zeit“ (Micha 5:2). Dadurch, daß Jesus in Bethlehem geboren wurde, hatte er ein weiteres Beglaubigungsmerkmal des verheißenen Samens und des Messias (Johannes 7:42).
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Das Christentum — War Jesus der Weg zu Gott?Die Suche der Menschheit nach Gott
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[Kasten/Bild auf Seite 237]
War Jesus eine mythische Gestalt?
„Ist der Bericht vom Leben des Begründers des Christentums nur ein Erzeugnis menschlichen Kummers, menschlicher Einbildungskraft, menschlichen Hoffens — ein Mythos wie die Mythen um Krischna, Osiris, Attis, Adonis, Dionysos und Mithras?“ fragt der Historiker Will Durant. Er gibt zur Antwort: „Auch den eifrigsten heidnischen oder jüdischen Gegnern des werdenden Christentums scheint es nie in den Sinn gekommen zu sein, diese [Christi] Existenz anzuzweifeln“ (Kulturgeschichte der Menschheit, Band 5: Weltreiche des Glaubens, München 1977, Seite 121, 123).
Der römische Historiker Sueton (um 69 bis 140 u. Z.) schrieb in seinem Werk Kaiserbiographien über Kaiser Claudius: „Die Juden, welche, aufgehetzt von Chrestus [Christus], fortwährend Unruhen erregten, vertrieb er aus Rom.“ Das geschah um das Jahr 52 u. Z. (Vergleiche Apostelgeschichte 18:1, 2.) Man beachte, daß Sueton die Existenz Christi mit keinem Wort in Frage stellte. Da es für die Christen eine Tatsache war, daß Christus gelebt hatte, verkündigten sie eifrig ihren Glauben trotz der Verfolgung, durch die einige ihr Leben verloren. Es ist kaum anzunehmen, daß sie wegen eines Mythos ihr Leben riskiert hätten. Der Tod und die Auferstehung Jesu hatten zu ihren Lebzeiten stattgefunden, und einige waren Augenzeugen dieser Ereignisse.
Der Historiker Durant kommt zu folgendem Schluß: „Es wäre ein Wunder, das alle Wunder der Evangelien überträfe, wenn einige einfache Männer im Verlaufe eines Menschenalters eine so machtvolle und faszinierende Persönlichkeit, eine so erhabene Ethik und eine so begeisternde Vision von der Brüderschaft aller Menschen erfunden hätten.“
[Bild]
In diesem Gebiet von Galiläa im Palästina der alten Zeit predigte Jesus und wirkte Wunder
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