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HuldigungEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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Huldigung gegenüber dem verherrlichten Jesus Christus. Christus Jesus dagegen ist von seinem Vater zu einer Stellung erhöht worden, die gleich nach Gott kommt, „sodass sich im Namen Jesu jedes Knie beuge, derer, die im Himmel, und derer, die auf der Erde, und derer, die unter dem Erdboden sind, und jede Zunge offen anerkenne, dass Jesus Christus Herr ist zur Verherrlichung Gottes, des Vaters“ (Php 2:9-11; vgl. Da 7:13, 14, 27). Aus Hebräer 1:6 geht ebenfalls hervor, dass sogar die Engel dem auferweckten Jesus Christus huldigen. Während viele Übersetzungen das Wort proskynéō in diesem Text mit „anbeten“ wiedergeben, gibt es einige, die Ausdrücke wie „huldigend sich neigen“ (Me) und „huldigen“ (Br) gebrauchen. Ob nun im Deutschen dieser oder jener Ausdruck verwendet wird, so ist es im ursprünglichen griechischen Text ein und dasselbe Wort, und die Auffassung darüber, was die Engel Christus darbringen, muss mit dem übrigen Inhalt der Bibel übereinstimmen. Jesus sagte zu Satan ausdrücklich: „Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten [eine Form von proskynéō], und ihm allein sollst du heiligen Dienst darbringen“ (Mat 4:8-10; Luk 4:7, 8). In gleicher Weise erhielt Johannes von dem Engel (oder den Engeln) das Gebot, ‘Gott anzubeten’ (Off 19:10; 22:9), und dieser ausdrückliche Befehl wurde nach der Auferstehung und Erhöhung Jesu gegeben, was erkennen lässt, dass sich in dieser Hinsicht nichts geändert hatte. Es stimmt zwar, dass sich in Psalm 97, woraus das Zitat des Apostels in Hebräer 1:6 entnommen ist, das „Niederfallen“ auf Jehova Gott bezieht; trotzdem wurde dieser Text auf Christus Jesus angewandt (Ps 97:1, 7). Der Apostel hatte aber schon im Vorangehenden gezeigt, dass der auferweckte Christus „der Widerschein seiner [Gottes] Herrlichkeit und der genaue Abdruck seines Wesens selbst“ ist (Heb 1:1-3). Wenn wir also das, was die Engel anscheinend dem Sohn darbringen, als „Anbetung“ auffassen, dann wird diese in Wirklichkeit durch den Sohn Jehova Gott, dem höchsten Herrscher, dargebracht, dem, „der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat“ (Off 14:7; 4:10, 11; 7:11, 12; 11:16, 17; vgl. 1Ch 29:20; Off 5:13, 14; 21:22). Andererseits ist auch nichts gegen die Wiedergabe „huldigend sich neigen“ und „huldigen“ (statt „anbeten“) einzuwenden, da sie in Psalm 97:7 mit dem Hebräischen und in Hebräer 1:6 mit dem Griechischen übereinstimmt, denn dies gibt sowohl die Grundbedeutung von hischtachawáh als auch von proskynéō wieder.
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HuldigungEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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In Verbindung mit einem Gleichnis Jesu lesen wir in Matthäus 18:26 von einer einem menschlichen König dargebrachten Huldigung. Um diese Art von Huldigung handelte es sich offensichtlich auch bei der Huldigung, die die Astrologen dem kleinen Jesus, ‘dem als König der Juden Geborenen’, darbrachten, die Herodes Jesus angeblich darbringen wollte und die die Soldaten Jesus vor seiner Hinrichtung darbrachten, um ihn zu verspotten. Sie betrachteten Jesus zweifellos nicht als Gott oder als Gottheit (Mat 2:2, 8; Mar 15:19). Obgleich einige Übersetzer das Wort proskynéō in den meisten Fällen, in denen es in Verbindung mit einer Handlung gegenüber Jesus vorkommt, mit „anbeten“ wiedergeben, sollte man nicht allzu viel in diese Wiedergabe hineinlegen. Die Umstände, die zu diesen Huldigungen führten, entsprachen meistens ziemlich genau den Umständen, die dazu geführt hatten, dass früheren Propheten und Königen gehuldigt worden war. (Vgl. Mat 8:2; 9:18; 15:25; 20:20 mit 1Sa 25:23, 24; 2Sa 14:4-7; 1Kö 1:16; 2Kö 4:36, 37.) Die Äußerungen derer, die Jesus huldigten, lassen oft erkennen, dass sie ihn nicht als Gott oder als eine Gottheit betrachteten, sondern als Gottes Vertreter, als „Gottes Sohn“, als den vorhergesagten „Menschensohn“, als den Messias, dem göttliche Gewalt verliehen worden war. In vielen Fällen wollten sie sich durch ihre Huldigung für göttliche Offenbarungen dankbar erweisen oder weil ihnen Gunst erwiesen worden war wie anderen in früheren Zeiten (Mat 14:32, 33; 28:5-10, 16-18; Luk 24:50-52; Joh 9:35, 38).
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