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  • Hast du Christi Sinn?
    Der Wachtturm 1986 | 1. Dezember
    • Hast du Christi Sinn?

      „Möge nun der Gott, der Ausharren und Trost verleiht, euch gewähren, untereinander die gleiche Gesinnung zu haben, die Christus Jesus hatte“ (RÖMER 15:5).

      1. Welche Fragen bedürfen einer Antwort, wenn jemand behauptet, Christ zu sein?

      GEMÄSS Statistiken sind mehr als eine Milliarde Erdbewohner Christen. Was bedeutet das? Daß sie zumindest pro forma an Jesus Christus glauben und behaupten, seine Nachfolger oder Jünger zu sein (Matthäus 10:24, 25). Was ist jedoch erforderlich, um Christi Beispiel oder Lebensmuster zu folgen? Offensichtlich muß man ihn kennen. Gehörst du zu denen, die Jesus von Nazareth wirklich kennen? Hast du eine deutliche Vorstellung davon, was für eine Person er war, während er hier auf der Erde lebte? Oder wie er auf Menschen in verschiedenen Lebensumständen reagierte? Hast du Christi Sinn? (1. Korinther 2:16; Epheser 4:13).

      2, 3. Wie können wir Christi Sinn kennenlernen?

      2 Wie können wir jemand kennenlernen, der vor fast zweitausend Jahren lebte und dessen Wirken in der Öffentlichkeit lediglich etwa dreieinhalb Jahre dauerte? Im Falle Jesu gibt es vier zuverlässige Biographien, die uns helfen, uns ein Bild davon zu machen, was für ein Mensch er war. Wenn wir die vier Evangelien sorgfältig lesen, können wir auch die Denkweise erkennen, von der seine Taten bestimmt waren. Was ist daher notwendig, wenn man ein wahrer Christ und nicht nur ein Namenchrist sein möchte? Jesus drückte es wie folgt aus: „Dies bedeutet ewiges Leben, daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus“ (Johannes 17:3; 2. Petrus 3:18).

      3 Deshalb sollte jeder Christ ein tiefgehendes Wissen und Verständnis über den Vater, Jehova, sowie über das Leben und die Lehren seines Sohnes, Christus Jesus, haben. Es ist nicht genug, sich christlicher Zeuge Jehovas zu nennen. Um Christi Sinn zu haben, müssen wir regelmäßig unseren Sinn mit dem Verständnis über Jesu Leben und Beispiel füllen. Das bedeutet, daß wir ein regelmäßiges und echtes Studium der Schrift in Verbindung mit Bibelstudienhilfsmitteln benötigen, die uns helfen, die Bedeutung und den Zusammenhang zu erhellen. Ebenso erforderlich ist die richtige Geistesverfassung, damit wir Christi Rolle in Gottes Vorsätzen verstehen und akzeptieren können (Johannes 5:39-47; Matthäus 24:45-47).

      Ein Mann mit Gefühlen

      4. Was für ein Mensch war Jesus?

      4 Jesus, ein gesunder, aktiver Mann, führte seinen Dienst durch, als er Anfang Dreißig war (Lukas 3:23). Aber was für ein Mensch war er? War er unpersönlich und distanziert? Im Gegenteil, als ein Jude im Nahen Osten war er ein ausdrucksstarker Mensch. Er war nicht gehemmt und in sich gekehrt. In aller Öffentlichkeit bekundete er ein weites Spektrum an menschlichen Gefühlsäußerungen — von Traurigkeit über Mitleid bis zu gerechter Entrüstung und gerechtem Zorn (Markus 6:34; Matthäus 23:13-36).

      5. Wie reagierte Jesus, als er erfuhr, daß Lazarus gestorben war?

      5 Wie reagierte Jesus beispielsweise, als er Martha und Maria über den Verlust ihres Bruders Lazarus weinen sah? Wie wir in dem Bericht des Johannes lesen, „wurde er innerlich tief ergriffen und erschüttert“ und „brach in Tränen aus“ (Johannes 11:33-36, Rösch). Er machte gegenüber diesen engen Freunden aus seinen Gefühlen keinen Hehl. Er schämte sich nicht, mit ihnen zu weinen. Obwohl er der „Sohn Gottes“ war, verriet er sehr menschliche Gefühle (Johannes 1:34). Wie sehr das doch Martha und Maria zu Herzen gegangen sein muß! (Vergleiche Lukas 19:41-44.)

      6. Warum war es für Jesus nicht unmännlich zu weinen?

      6 Manche mögen jedoch heute schlußfolgern, Jesus sei ein Schwächling gewesen, weil er mit diesen Frauen in der Öffentlichkeit geweint habe. Der katholische Autor Hilaire Belloc nannte Jesus sogar ein „Muttersöhnchen“. Entspricht das den Tatsachen? War Jesus der unmännliche Typ, als der er oft in den Kunstwerken der Christenheit dargestellt wird? Nein, Tränen sind nicht notwendigerweise ein Zeichen von Schwäche. In einer medizinischen Fachschrift hieß es: „Verbieten zu wollen, zärtliche Gefühle auf angebrachte Weise zum Ausdruck zu bringen, ist sowohl unlogisch als auch schädlich ... Zärtliche Gefühle zum Ausdruck zu bringen, vor allem durch Weinen, ist eine ganz und gar menschliche Eigenheit.“ (Vergleiche 2. Samuel 13:36-38; Johannes 11:35.)

      7. Auf welche Weise können uns Jesu menschliche Reaktionen heute helfen?

      7 Jesu Reaktionen auf Leid waren wahrhaft menschlich. Sie sind uns eine Hilfe, uns mit ihm und seinem Sinn zu identifizieren. Wir folgen nicht irgendeiner unpersönlichen mythologischen Gestalt, sondern vielmehr dem von Gott gesandten menschlichen Vorbild, dem „Sohn des lebendigen Gottes“ (Matthäus 16:16; Johannes 3:16, 17; 6:68, 69). Welch ein Vorbild für alle Christen von heute, vor allem für christliche Älteste, die häufig Trost spenden und Mitgefühl bekunden müssen, wenn jemand einen Verlust erlitten hat oder unter Belastung steht! Ja, bei solchen Gelegenheiten kann es sehr viel ausmachen, den Sinn und das Herz Christi zu haben (1. Thessalonicher 2:7, 8).

      Ein mutiger Mann der Tat

      8. Wie erwies sich Jesus als ein mutiger Mann der Tat?

      8 Jesus erwies sich auch als ein mutiger, überzeugter Mann dynamischer Taten. Zum Beispiel vertrieb er bei zwei Gelegenheiten energisch die Tierhändler und Geldwechsler aus dem Tempel (Markus 11:15-17; Johannes 2:13-17). Er schreckte nicht davor zurück, die Heuchelei der selbstgerechten Schriftgelehrten und Pharisäer öffentlich bloßzustellen. Bei seiner unerschrockenen Anprangerung sprach er die Warnung aus: „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr getünchten Gräbern gleicht, die zwar von außen schön scheinen, innen aber voll von Totengebeinen und jeder Art Unreinheit sind.“ Hier kann gewiß nicht von Schwäche die Rede sein (Matthäus 23:27, 28; Lukas 13:14-17).

      9, 10. (a) Warum sündigte Jesus nicht, obwohl er seine Entrüstung zum Ausdruck brachte? (b) Wie sollte sich Christi Beispiel auf christliche Älteste auswirken?

      9 War Jesu Entrüstung ein Beweis für mangelnde Selbstbeherrschung? Petrus, ein enger Gefährte Jesu während seines Dienstes, sagte: „Er beging keine Sünde“ (1. Petrus 2:22). Der Apostel Paulus schrieb: „Als Hohenpriester haben wir nicht einen, der nicht mitfühlen kann mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allen Beziehungen auf die Probe gestellt worden ist wie wir selbst, doch ohne Sünde“ (Hebräer 4:15). Es besteht ein Unterschied zwischen beherrschter gerechter Entrüstung und unbeherrschtem Zorn. (Vergleiche Sprüche 14:17; Epheser 4:26.)

      10 Obwohl ein christlicher Ältester zum Beispiel nicht „zornmütig“ sein darf, muß er die moralische Kraft haben, „die Widersprechenden zurechtzuweisen“, nötigenfalls sogar „mit Strenge“. Er muß imstande sein, ‘zurechtzuweisen, Verweise zu erteilen und zu ermahnen’ (Titus 1:7-13; 2. Timotheus 4:1, 2). Gewisse Situationen mögen bei ihm gerechte Entrüstung hervorrufen, vor allem wenn er eine offenkundige Bedrohung der Einheit, des Geistiggesinntseins oder der moralischen Reinheit der Versammlung sieht. Wie Paulus sagte, ist es zeitweise nötig, ‘eitlen Schwätzern und Sinnesbetörern den Mund zu stopfen, da gerade diese Personen fortfahren, ganze Haushalte zu untergraben, indem sie um unehrlichen Gewinnes willen Dinge lehren, die sich nicht gehören’. In solchen Fällen ist es für Älteste eine Hilfe, Christi Sinn zu haben, damit sie unerschrocken, ausgeglichen und entschieden vorgehen können. (Siehe 1. Korinther 5:1-5; Offenbarung 2:20-23; 3:19.)

      11. Welche Fragen sind ausschlaggebend dafür, inwieweit wir Christus nachahmen sollten?

      11 Jesus kam auf seinen Reisen durch Galiläa, Samaria und Judäa mit allen Arten von Menschen in Berührung — mit Männern, Frauen, Kindern, mit Kranken und mit solchen, die ihn als ihren Erzfeind betrachteten. Wie ging er mit diesen Menschen um? War er aufgeblasen und reserviert, oder war er zugänglich? Konnte er sich in die Lage der Menschen mit ihren Problemen und Versuchungen hineinversetzen? War er unversöhnlich oder barmherzig? Die Antworten auf diese Fragen sind ausschlaggebend dafür, inwieweit wir bei unseren täglichen Handlungen und Reaktionen Christus nachahmen sollten (Römer 15:5; Philipper 2:5).

      Wie reagierte Jesus auf Kinder?

      12. Wie reagierten die Jünger und wie reagierte Jesus bei einer bestimmten Gelegenheit auf Kinder?

      12 Wir finden in Markus, Kapitel 10, Vers 13 bis 16 einen sehr schönen Bericht darüber, wie Jesus auf Kinder einging. Es heißt dort: „Nun begann man, kleine Kinder zu ihm zu bringen, damit er diese anrühre; die Jünger aber verwiesen es ihnen.“ Warum die Jünger das taten, wird nicht gesagt. Es war im Jahre 33 u. Z., und Jesus befand sich auf der Reise von Galiläa durch Peräa zu seinem abschließenden Dienst in Jerusalem und Umgebung. Vielleicht dachten sie, Jesus sei zu wichtig oder er sei zu beschäftigt, um sich zu einer solchen Zeit mit Kindern abzugeben. Ließ er selbst jedoch erkennen, daß er zu beschäftigt war? „Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen [den Jüngern]: ‚Laßt die kleinen Kinder zu mir kommen; versucht nicht, sie daran zu hindern, denn das Königreich Gottes gehört solchen, die wie sie sind. ...‘ Und er schloß die Kinder in seine Arme und begann sie zu segnen, indem er ihnen die Hände auflegte.“

      13. Wie reagierten die Menschen auf Jesus?

      13 Was können wir daraus in bezug auf Christi Sinn lernen? Es zeigt seine Entschiedenheit gegenüber seinen Jüngern, die im Unrecht waren, und seine menschliche Einstellung gegenüber Geringeren. Er verstand, was die Eltern bewog, ihre Kinder zu ihm zu bringen. Sie wollten, daß er ihre Kinder berührte und segnete. Was läßt das im Hinblick auf Jesus erkennen? Die Menschen hatten keine Angst oder Scheu vor ihm. Er war volksnah, und die Leute waren gern mit ihm zusammen. Selbst Kinder fühlten sich in seiner Gegenwart wohl, und er fühlte sich in der Gegenwart von Kindern wohl. Fühlen sich andere, auch Kinder, in deiner Gegenwart wohl? (Markus 1:40-42; Matthäus 20:29-34).

      14. Wer sollte ganz besonders Jesu Beispiel hinsichtlich Zugänglichkeit folgen?

      14 Jesus bekundete herzliche Zuneigung und Freundlichkeit (Markus 9:36, 37). Er war umgänglich und zugänglich. Hast auch du als Nachfolger Christi in dieser Hinsicht Christi Sinn? Christliche Aufseher in den Bezirken, Kreisen und Versammlungen sowie in den Zweigbüros der Watch Tower Society in der ganzen Welt tun gut, sich zu fragen: Bin ich dogmatisch und unbeugsam? Oder helfe ich anderen, ja sogar Kindern, sich bei mir wohl zu fühlen? Bin ich wirklich zugänglich? (Sprüche 12:18; Prediger 7:8).

      Jesu Umgang mit Frauen

      15, 16. Inwiefern unterschied sich Jesus von anderen Juden im Umgang mit Frauen?

      15 Bekunden wir als Älteste, Dienstamtgehilfen und überhaupt als Brüder in der Christenversammlung Christi Sinn, wenn wir mit unseren christlichen Schwestern und mit Frauen im allgemeinen Umgang haben? Wie reagierte Christus als Junggeselle in verschiedenen Situationen, wenn er mit den Frauen seiner Zeit in Kontakt kam?

      16 Jesus war in der von Männern beherrschten jüdischen Gesellschaft ein ungewöhnlicher Lehrer, weil er bereit war, mit Frauen, ja sogar mit nichtjüdischen Frauen zu sprechen (Johannes 4:7-30). Als er beispielsweise einen Besuch in dem heidnischen Gebiet von Tyrus und Sidon machte, bat ihn eine Griechin, ihrer dämonenbesessenen Tochter zu helfen. Ein orthodoxer Jude hätte sich normalerweise mit ihr nicht befaßt. Aber Jesus hörte ihr zu und prüfte ihren Glauben, indem er sagte: „Laß zuerst die [jüdischen] Kinder satt werden, denn es ist nicht recht, den Kindern das Brot zu nehmen und es den kleinen [heidnischen] Hunden vorzuwerfen.“ Hatte Jesus einen Ton angeschlagen, durch den die Sache beendet war? Hatte er jede weitere Diskussion dogmatisch erstickt? Offensichtlich nicht, denn die Frau erwiderte taktvoll: „Ja, Herr, und trotzdem essen die kleinen Hunde unter dem Tisch von den Brosamen der kleinen Kinder.“ Jesus war beeindruckt, und er heilte ihre Tochter (Markus 7:24-30).

      17. Was können wir aus Jesu Umgang mit einer gewissen Frau, die eine Sünderin war, lernen?

      17 Jesus war Frauen gegenüber aufgeschlossen und urteilte nicht nach der äußeren Erscheinung (Matthäus 22:16). Als er einmal im Haus eines Pharisäers beim Mahl lag, gestattete er einer als Sünderin bekannten Frau, die möglicherweise eine Prostituierte war, seine Füße mit Tränen zu benetzen und sie dann mit Öl einzureiben. Durch diese Handlungsweise verriet sie Reue über ihren sündigen Lebenswandel (Lukas 7:36-50). Jesus betrachtete sie nicht als verloren und schrieb sie nicht mit einem Pauschalurteil ab, weil sie unsittlich war. (Siehe auch Johannes 4:7-30.) Er vergab ihr, „weil sie viel geliebt hat“. Was deutet das in bezug auf Christi Sinn an? Er hatte Mitgefühl und Verständnis für die Frau. Können nicht auch wir uns in der Versammlung und in unserem Dienst so verhalten? (Lukas 19:1-10; Römer 14:10-13; 1. Korinther 6:9-11).

      Jesu Umgang mit seinen Jüngern

      18. (a) Wie reagieren manche auf diejenigen, die unter ihrer Leitung arbeiten? (b) Wie behandelte Jesus seine Jünger und andere? (Markus 6:54-56).

      18 Manchmal fühlen sich Autoritätspersonen von ihren Untergebenen bedroht. Sie unterdrücken das, was sie im Unterbewußtsein als Konkurrenz empfinden. Stolz macht sich bemerkbar. Sie sind schnell bereit, diejenigen, die unter ihrer Leitung arbeiten, zu kritisieren, aber zögern, sie zu loben. Ihre geringschätzigen Äußerungen verraten mangelnde Achtung vor der persönlichen Würde anderer. Was ist über Jesus zu sagen — wie behandelte er diejenigen, die seiner Leitung unterstanden, nämlich seine Jünger? Wurde ihnen das Gefühl vermittelt, sie seien minderwertig, unfähig oder dumm? Oder fühlten sie sich bei der Zusammenarbeit mit Jesus wohl? (Vergleiche Matthäus 11:28-30; 25:14-23.)

      19. Was lernen wir aus Johannes 13:1-17 über Jesus?

      19 Eine der hervorragendsten Lektionen, die Jesus seinen Jüngern in dieser Angelegenheit erteilte, ist in Johannes, Kapitel 13 zu finden. Wir schlagen vor, Vers 1 bis 17 zu lesen. In jenen Tagen waren die Straßen staubig, und es war Brauch, einen Diener des Hauses anzuweisen, Besuchern die Füße zu waschen. Diese niedrige Arbeit übernahm Jesus selbst. Welche Eigenschaft hob er dadurch hervor, daß er seinen Jüngern die Füße wusch? Er erteilte ihnen eine praktische Lektion hinsichtlich Demut. Was lernen wir hier über Christi Sinn? Jesus selbst sagte: „Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr, noch ist ein Abgesandter größer als der, der ihn gesandt hat. Wenn ihr diese Dinge wißt, glücklich seid ihr, wenn ihr sie tut“ (Johannes 13:16, 17).

      20. Welche Selbstprüfung können wir vornehmen, um zu erkennen, ob wir Christi Sinn haben?

      20 Haben wir in dieser Hinsicht Christi Sinn? Sind wir bereit, zu Hause und in der Versammlung einfache, niedrige Arbeiten auszuführen? Oder möchten wir nur das tun, was „wichtig“ zu sein scheint oder uns zu etwas „Besonderem“ macht? Sind wir willens, uns an dem manchmal demütigenden Werk des Predigens der guten Botschaft von Haus zu Haus zu beteiligen? Oder möchten wir nur Zuteilungen auf der Bühne im Königreichssaal? In der Tat, wenn wir Christi Sinn haben, werden wir demütig und zugänglich bleiben, so wie Jesus es war (Römer 12:3).

      21. Wie bekundete Jesus Mitgefühl mit seinen Aposteln und mit der Volksmenge?

      21 Bei einer Gelegenheit, nämlich nach einem besonderen Predigtfeldzug, bekundete Jesus große Fürsorge für die Apostel. Obwohl Jesus selbst vollkommen war, erwartete er nicht von anderen Vollkommenheit. Er bestand nach dem Predigtfeldzug nicht darauf, daß die Apostel sich sofort ihrer Predigttätigkeit wieder zuwenden und es sogar noch besser machen sollten. Er nahm Rücksicht auf ihr Bedürfnis nach Ruhe und nahm sie mit an einen einsamen Ort. Wurde Jesus aber ärgerlich und ungeduldig, als die Volksmenge ihnen folgte? Nein, denn „ihr Jammer ging ihm zu Herzen“, wie uns der Bericht sagt (Markus 6:30-34, Zink).

      22. Was wird uns helfen, Christi Sinn noch besser zu verstehen?

      22 Ist es angesichts eines solch hervorragenden Vorbildes ein Wunder, daß die meisten Apostel treue Nachfolger Christi waren? Gewiß war Petrus beeindruckt von den Dingen, die er durch seine enge Gemeinschaft mit Jesus lernte. Wahrscheinlich war er derjenige, der Markus die meisten Informationen für sein Evangelium lieferte. Und langsam, aber sicher paßte sich Petrus selbst Christi Sinn an. Eine Untersuchung seines ersten Briefes wird uns helfen, uns noch enger an Christi Beispiel zu halten (Matthäus 16:15-17, 21-23).

  • Hast du Christi Sinn?
    Der Wachtturm 1986 | 1. Dezember
    • [Bild auf Seite 10]

      Jesus war mitfühlend und verbarg nicht seine Gefühle

      [Bild auf Seite 12]

      Jesus war ein Mann mutiger Taten

      [Bild auf Seite 15]

      Jesus gab ein hervorragendes Beispiel hinsichtlich Demut

  • Dem Beispiel Jesu genau folgen
    Der Wachtturm 1986 | 1. Dezember
    • Dem Beispiel Jesu genau folgen

      „In der Tat, zu diesem Lauf wurdet ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten hat, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt“ (1. PETRUS 2:21).

      1, 2. Was für ein Jünger war Petrus während seines Dienstes mit Jesus?

      SIMON, der als Kephas oder Petrus bekannt wurde, hatte während einer Zeitspanne von dreieinhalb Jahren das Vorrecht, in enger Gemeinschaft mit Christus Jesus zu sein (Johannes 1:35-42). Etwa ein Jahr nachdem er ein Jünger geworden war, wurde er zu einem der 12 Apostel ernannt (Markus 3:13-19). Die Evangelien lassen erkennen, daß Petrus unerschrocken, impulsiv und ausdrucksstark war. Er war derjenige, der sagte, er werde Christus niemals verleugnen, komme, was da wolle. Doch unter Druck verleugnete er ihn dreimal, genau wie Jesus es prophezeit hatte (Matthäus 26:31-35; Markus 14:66-72).

      2 Petrus war der Apostel, der zu Jesus sagte: „Du wirst mir bestimmt niemals die Füße waschen!“ Aber als Jesus ihn daraufhin ermahnte, fiel er in das andere Extrem und sagte: „Herr, nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und den Kopf“ (Johannes 13:1-17). Als Jesus Christus festgenommen wurde, reagierte derselbe Simon Petrus ganz unerschrocken, indem er sein Schwert zog und Malchus, dem Sklaven des Hohenpriesters, das rechte Ohr abhieb. Das brachte ihm folgenden Tadel von Jesus ein: „Stecke das Schwert in seine Scheide. Sollte ich den Becher, den der Vater mir gegeben hat, nicht unter allen Umständen trinken?“ (Johannes 18:10, 11).

      3. Was können wir aus dem Beispiel des Petrus lernen?

      3 Was deuten diese und andere Vorfälle in bezug auf Petrus an? Daß er sehr oft nicht so wie Jesus dachte und urteilte; auch daß er nicht immer Christi Sinn hatte. Dasselbe trifft häufig auf uns zu. Wir versäumen es, die Dinge so zu sehen, wie Jesus sie sehen würde. Unsere Reaktionen werden durch unser unvollkommenes menschliches Wesen beeinträchtigt (Lukas 9:46-50; Römer 7:21-23).

      4. Welche Ereignisse beeinflußten später die Denkweise des Petrus? (Siehe Galater 2:11-14.)

      4 Allerdings begann sich bei Petrus von Pfingsten an einiges zu ändern. Angespornt durch den heiligen Geist, trieb er das Predigtwerk unter den Juden in Jerusalem voran (Apostelgeschichte, Kapitel 2 bis 5). Unter der Erleuchtung des heiligen Geistes brachte er auch in bezug auf die Heiden seine Denkweise mit Christi Sinn in Übereinstimmung (Apostelgeschichte, Kapitel 10). Petrus bekundete Demut, eine Eigenschaft, die für uns unerläßlich ist, wenn wir mit Christus in Übereinstimmung sein wollen (Matthäus 18:3; 23:12).

      Unsichtbar, aber bekannt

      5, 6. Werden wir durch die Tatsache, daß wir Jesus nie gesehen haben, daran gehindert, seinem Beispiel zu folgen?

      5 Als Petrus etwa um 62 bis 64 u. Z. seinen ersten inspirierten Brief schrieb, hatte er bereits Zeit gehabt, über seinen Dienst mit Jesus nachzudenken und Jesu Einstellung zu verschiedenen Dingen besser zu verstehen. Der Apostel erwähnt zu Beginn dieses Briefes eine einfache Tatsache — daß im Gegensatz zu ihm die meisten Brüder in Kleinasien nie mit Jesus persönlich bekannt geworden waren. Hinderte sie das jedoch daran, Christi Sinn zu haben und sein Beispiel nachzuahmen? Petrus sagt: „Obwohl ihr ihn niemals gesehen habt, liebt ihr ihn. Obwohl ihr ihn jetzt nicht seht, übt ihr doch Glauben an ihn aus und freut euch sehr mit unaussprechlicher und verherrlichter Freude, da ihr das Endziel eures Glaubens, die Rettung eurer Seelen, erlangt“ (1. Petrus 1:8, 9).

      6 Diese Worte des Petrus sollten ebenso auf Jehovas Volk von heute Anwendung finden. Christus ist uns nicht persönlich bekannt, aber wenn wir ‘fleißig Nachfrage halten und sorgfältig nachforschen’ und ‘beständig untersuchen’, wie die Propheten es taten, können wir in größerem Maße Christi Sinn erlangen (1. Petrus 1:10, 11).

      Jesus, das vollkommene Beispiel

      7, 8. (a) Welchen allgemeinen Rat gibt Petrus in seinem ersten Brief? (b) Was ist die Grundbedeutung von hypogrammós? Wie wendet Petrus dieses Wort an?

      7 Aufgrund seines klareren Verständnisses über Jesu Denkweise und durch die Leitung des heiligen Geistes konnte Petrus seinen Mitgläubigen Rat darüber erteilen, wie sie Christi Sinn in ihren unterschiedlichen Lebensumständen widerspiegeln sollten (2. Timotheus 3:16). So ermahnt er alle Christen, sich „als Fremdlinge und zeitweilig Ansässige“ der fleischlichen Begierden zu enthalten. Er ermuntert sie, in ihrem täglichen Leben einen vortrefflichen Wandel zu führen, obwohl sie um der Gerechtigkeit willen leiden (1. Petrus 2:11, 12).

      8 Einige Zeilen danach führt Petrus folgenden wohlüberlegten Vergleich an: „Harrt ihr ... aus, wenn ihr Gutes tut und leidet, so ist das bei Gott etwas Annehmliches. In der Tat, zu diesem Lauf wurdet ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten hat, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt“ (1. Petrus 2:20, 21). Das griechische Wort, das mit „Beispiel“, „Muster“ oder „Vorbild“ übersetzt wird, lautet hypogrammós. Buchstäblich bedeutet es „ein Darunterschreiben“ oder „die Vorlage, die der Lehrer dem Schüler gibt“ (Gerhard Kittel, Gerhard Friedrich, Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament). Manchmal wurden Schuljungen Wachstafeln gegeben, auf die der Lehrer mit einem Stift Musterbuchstaben geschrieben hatte. Dem Muster folgend, mußte der Schüler versuchen, darunter eine genaue Abschrift anzufertigen. Petrus betont diesen Punkt sehr stark, denn er ist der einzige Schreiber der Griechischen Schriften, der das Wort hypogrammós gebraucht. Dadurch hebt er die Tatsache hervor, daß Jesus seinen Nachfolgern ein vollkommenes Beispiel hinterlassen hat, das sie nachahmen sollten.

      9. Was wird durch das mit „Gesinnung“ wiedergegebene Wort vermittelt? (Vergleiche Matthäus 20:28.)

      9 Danach erteilt uns Petrus eine Lektion in Verbindung mit Christi Erdulden von Leiden. „Da Christus also im Fleische gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit der gleichen Gesinnung [griechisch: énnoia]“ (1. Petrus 4:1). Hier verwendet er wieder ein ungewöhnliches Wort, nämlich énnoia, das nur zweimal in den Griechischen Schriften vorkommt. (Siehe Hebräer 4:12, The Kingdom Interlinear Translation.) Gemäß J. H. Thayers Greek-English Lexicon of the New Testament hat énnoia folgende Bedeutung: „Sinn, Verständnis, Wille; Art des Denkens und Empfindens“. Wir müssen uns also Christi Art des Denkens und Empfindens anpassen. Doch wie können wir diese Anpassung vornehmen? Bis zu welchem Grad sollten wir uns anpassen?

      10. Was meint Petrus mit dem Ausdruck „wappnet euch“?

      10 Petrus macht hier zum einzigen Mal Gebrauch von dem griechischen Verb hoplísasthe, das „sich als Soldat bewaffnen“ bedeutet. Ein Soldat, der sich nur halbherzig bewaffnet, wird in der Schlacht wahrscheinlich nicht lange leben. Daher lassen die Worte des Petrus keinen Raum für eine laue Nachahmung von Jesu Art des Denkens. Unser Wunsch, Christi „Gesinnung“ oder „Art des Denkens“ zu haben, muß ganzherzig sein (1. Petrus 4:1, Today’s English Version). Das erinnert uns daran, daß Paulus betonte, ein Christ müsse sich mit der „vollständigen Waffenrüstung Gottes“ wappnen, um Satan und seiner Welt standhalten zu können (Epheser 6:11-18).

      Ehefrauen und Christi Gesinnung

      11. Welchen Rat gibt Petrus christlichen Ehefrauen?

      11 Petrus wendet nach der ersten Hälfte des Briefes seine Aufmerksamkeit den Ehefrauen und Ehemännern zu. In jener heidnischen Welt des Altertums, in der Frauen kaum irgendwelche Rechte hatten, war es für eine christliche Ehefrau äußerst schwierig, an der Seite eines ungläubigen Mannes ihre Lauterkeit zu bewahren. Sie mußte Schmähungen, Leiden und möglicherweise eine Scheidung hinnehmen, weil sie die Götter der Vorväter verlassen hatte. In der Neuzeit ist die Situation kaum anders. Aber Petrus betont wieder, wie wichtig es ist, Christi Gesinnung zu haben, indem man bereit ist, um der Gerechtigkeit willen zu leiden. Er schreibt: „Ebenso [in der gleichen Weise wie Christus, der in den vorhergehenden Versen erwähnt wurde] ihr Frauen, seid den eigenen Männern untertan, damit sie, wenn irgendwelche dem Wort ungehorsam sind, durch den Wandel ihrer Frauen ohne ein Wort gewonnen werden mögen, weil sie Augenzeugen eures keuschen Wandels, verbunden mit tiefem Respekt, gewesen sind“ (1. Petrus 3:1, 2).

      12. (a) Inwiefern wird durch den untertänigen, milden Geist einer Ehefrau das Beispiel Christi widergespiegelt? (1. Korinther 11:3). (b) Wie wird ihr milder Geist von Gott und möglicherweise von ihrem Ehemann betrachtet?

      12 Ja, manchmal kann ein ungläubiger Ehepartner gewonnen werden, nicht unbedingt durch beharrliches Predigen, sondern durch den „tiefen Respekt“ und das „treue und gewissenhafte“ Beispiel der untertänigen Frau (1. Petrus 3:1, The Jerusalem Bible). Ihr ‘stiller und milder Geist, der in den Augen Gottes von großem Wert ist’, kann auch ihrem Mann helfen, die Auswirkungen der Gesinnung Christi im täglichen Leben zu erkennen (1. Petrus 3:4). Warum spiegelt dieser milde Geist die Gesinnung Jesu wider? Jesus selbst sagte: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele“ (Matthäus 11:29).

      Ehemänner und Christi Gesinnung

      13. Wie sollten Ehemänner ihre Frau behandeln? (Epheser 5:28, 29, 33).

      13 Ehemänner müssen ebenfalls Christi Gesinnung widerspiegeln, indem sie ihrer Frau wahre Liebe erweisen. Petrus ermahnt: „Ihr Ehemänner, wohnt gleicherweise weiterhin bei ihnen gemäß Erkenntnis, indem ihr ihnen als einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, Ehre zuerkennt“ (1. Petrus 3:7). In jener heidnischen Welt des Altertums war dieser Rat etwas Erstaunliches — einer Frau Ehre zuerkennen! Aber die Christenversammlung mußte anders sein als die Welt. In der christlichen Ehe mußten Würde und gegenseitige Achtung gewahrt werden (1. Petrus 4:3, 4).

      14. Wie kann ein Ehemann seiner Frau gegenüber rücksichtsvoll sein und ihr Ehre erweisen?

      14 Christus war immer rücksichtsvoll gegenüber seinen Jüngern und den Volksmengen, die ihm folgten (Markus 6:30-44). In Übereinstimmung damit rät Petrus den Ehemännern, die feminine Kondition ihrer Frau zu berücksichtigen. Das Neue Testament 1968 gibt dies wie folgt wieder: „Und jetzt zu euch Männern. Im Zusammenleben mit euren Frauen müßt ihr bedenken, daß sie das schwächere Geschlecht sind. Ihr müßt sie rücksichtsvoll behandeln.“ Wenn ein Ehemann Christi Beispiel folgt, wird er den zarten, femininen Aspekt des Lebens seiner Frau berücksichtigen. Das schließt die kritischen Tage ein, in denen sie mehr Freundlichkeit, Geduld und Rücksicht braucht. Gewiß wird ein liebevoller Ehemann in solchen Situationen Selbstbeherrschung üben und nicht fordernd sein. Wahre Liebe ist aufopferungsvoll. (Vergleiche 3. Mose 15:24; 20:18; 1. Korinther 7:3-6.)

      15. Welches Beispiel gab Jesus als Haupt?

      15 Zugegeben, der „Mann ist das Haupt seiner Frau“. Aber wer ist sein Vorbild als Haupt? Paulus klärt das durch den Zusatz „wie der Christus auch das Haupt der Versammlung ist“ (Epheser 5:23). Diese erläuternden Worte lassen in der christlichen Ehe keinen Raum für Despotismus und kleinliche Tyrannei. Christus mißbrauchte im Umgang mit seinen Jüngern niemals seine Macht (als Haupt), sondern gebrauchte seine Macht in Übereinstimmung mit biblischen Grundsätzen. (Vergleiche Matthäus 16:13-17, 20; Lukas 9:18-21.)

      Christi Beispiel für Männer

      16. (a) Warum war sich Petrus der Notwendigkeit der Demut sehr bewußt? (b) Wer muß ganz besonders diese Eigenschaft bekunden?

      16 Jesus hob in seinem Dienst ständig die Demut hervor. In seiner Veranschaulichung, die von den Gästen eines Hochzeitsfestes handelt, sagte er: „Jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“ (Lukas 14:11). Petrus war sich in dieser Hinsicht der Gesinnung Jesu sehr bewußt. Sicher konnte er sich an Jesu Beispiel erinnern — daß er den Jüngern die Füße gewaschen hatte (Johannes 13:4-17). Daher ermahnt er in seinem ersten Brief sowohl die älteren als auch die jüngeren Männer, eine demütige Einstellung zu haben. Die Ältesten sollten ‘nicht über die Versammlung herrschen, sondern Vorbilder für die Herde werden’. Die jüngeren Männer sollten den Ältesten untertan sein. Aber sie alle, ob jung oder alt, sollten sich ‘mit Demut gürten, denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber erweist er unverdiente Güte’ (1. Petrus 5:1-5).

      17. Inwiefern wird durch das griechische Verb für „gürtet euch“ demütiger Dienst hervorgehoben?

      17 Auch hier gebraucht Petrus ein einzigartiges Wort, um seine Lektion in bezug auf Demut verständlich zu machen. Er sagt: „Gürtet euch [griechisch: egkombṓsasthe] mit Demut.“ Dieses Verb stammt von einem Wurzelwort, das knoten oder binden bedeutet, und seine Bedeutung hat mit „dem weißen Tuch oder der weißen Schürze von Sklaven zu tun, die am Gürtel der Jacke befestigt wurde; ... dadurch unterschieden sich Sklaven von Freien; daher ... gürtet euch mit Demut als eurem Dienstgewand ..., das heißt, bekundet eure gegenseitige Unterwürfigkeit, indem ihr euch mit Demut umkleidet“ (J. H. Thayer, A Greek-English Lexicon of the New Testament).

      18. (a) Was sollten Gott hingegebene Männer in bezug auf ihren Beweggrund im Sinn behalten? (b) Auf welche besondere Weise sind viele Schwestern ein Beispiel der Demut?

      18 Wie können Gott hingegebene Männer diesen Rat heute befolgen? Indem sie anerkennen, daß jede verantwortliche Stellung in der Christenversammlung eine Zuteilung für demütigen Dienst ist. Manche mögen fälschlicherweise denken, ein Dienstamtgehilfe, Versammlungsältester, Kreisaufseher, Bezirksaufseher oder Bethelältester zu sein bedeute, eine Prestige- oder Machtstellung innezuhaben. Wer so denkt, hat in dieser Hinsicht nicht Christi Sinn. Wenn wir Christi Gesinnung haben, gibt es keinen Raum für selbstsüchtigen Ehrgeiz. Unser Beweggrund im Dienst für Gott und unsere Brüder muß rein sein. Zum Beispiel gehen viele unserer christlichen Schwestern führend voran, indem sie den Pionierdienst oder den Missionardienst durchführen. Andere sind eifrige Verkündigerinnen der guten Botschaft trotz Verfolgung oder Gegnerschaft in der Familie. All das tun sie, ohne den Ansporn zu haben, jemals Dienstamtgehilfe oder Aufseher zu werden.

      Liebe — das Fundament des Beispiels Christi

      19. Was ist das Fundament des Beispiels Christi? Woher wissen wir das?

      19 Was hebt Petrus in bezug auf Christi Sinn mehr hervor als alles andere? Er schreibt: „Habt vor allem inbrünstige Liebe zueinander, denn Liebe deckt eine Menge von Sünden zu“ (1. Petrus 4:8). Wie spiegelte Jesus diese Liebe wider? Er lehrte: „Dies ist mein Gebot, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe. Niemand hat größere Liebe als die, daß einer seine Seele zugunsten seiner Freunde hingebe“ (Johannes 15:12, 13). Kurz darauf opferte Jesus sein Leben zugunsten der Menschheit. Gewiß hat seine Liebe eine Menge von Sünden zugedeckt! Wenn wir daher wirklich dieselbe Gesinnung haben wie Jesus, werden auch wir „inbrünstige Liebe zueinander“ haben und einander vergeben (Kolosser 3:12-14; Sprüche 10:12).

      20. Was müssen wir alle tun, wenn wir Christi Beispiel genau folgen wollen?

      20 Christi Beispiel kann mit einem Wort zusammengefaßt werden — Liebe. Wenn wir wirklich dem Beispiel Jesu in allem, was wir denken, sagen und tun, folgen, werden wir auch Liebe praktizieren. Petrus sagt dazu: „Schließlich seid alle gleich gesinnt, bekundet Mitgefühl, habt brüderliche Zuneigung, zartes Erbarmen, seid demütig gesinnt, vergeltet nicht Schädigendes mit Schädigendem noch Beschimpfung mit Beschimpfung, sondern im Gegenteil, verleiht Segen, weil ihr zu diesem Lauf berufen worden seid, damit ihr Segen ererbt“ (1. Petrus 3:8, 9).

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