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Nimmst du an Jesus Anstoß?Der Wachtturm (Studienausgabe) 2021 | Mai
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1. JESU HERKUNFT
Viele stießen sich an Jesu Herkunft. Passiert heute etwas Ähnliches? (Siehe Absatz 5)b
5. Warum dachten manche, Jesus könne nicht der Messias sein?
5 Viele nahmen an Jesu Herkunft Anstoß. Sie gaben zwar zu, dass Jesus ein herausragender Lehrer war und Wunder wirken konnte, doch für sie blieb er der Sohn eines einfachen Zimmermanns. Außerdem war er aus Nazareth, einer Stadt, die möglicherweise als unbedeutend galt. Sogar Nathanael, der ein Jünger von Jesus wurde, sagte zu Anfang: „Kann denn aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ (Joh. 1:46). Vielleicht machte diese Stadt keinen großen Eindruck auf ihn. Oder er dachte an die Prophezeiung aus Micha 5:2, wo gesagt wird, dass der Messias in Bethlehem geboren werden sollte und nicht in Nazareth.
6. Was hätte den Menschen zur Zeit Jesu helfen können, ihn als Messias zu identifizieren?
6 Was sagt die Bibel? Wie der Prophet Jesaja voraussagte, würden sich die Feinde des Messias nicht „mit den Einzelheiten seiner Generation befassen“ (Jes. 53:8). Über den Messias wurden viele solcher Einzelheiten prophezeit. Hätten sich die Menschen damals die Mühe gemacht, die Fakten zu prüfen, dann hätten sie festgestellt, dass Jesus in Bethlehem geboren wurde und ein Nachkomme von König David war (Luk. 2:4-7). Jesu Geburtsort deckte sich also mit der Prophezeiung aus Micha 5:2. Wo lag dann das Problem? Die Leute urteilten vorschnell und kannten nicht alle Fakten. Deswegen nahmen sie an Jesus Anstoß.
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2. JESUS WEIGERTE SICH, AUFSEHENERREGENDE WUNDER ZU WIRKEN
Viele stießen sich daran, dass er sich weigerte, Zeichen zu vollbringen. Passiert heute etwas Ähnliches? (Siehe Absatz 9, 10)c
9. Was passierte, als Jesus sich weigerte, ein Wunder zu vollbringen?
9 Jesu beeindruckende Lehren waren manchen nicht genug. Sie wollten mehr. Jesus sollte ihnen durch „ein Zeichen vom Himmel“ beweisen, dass er der Messias ist (Mat. 16:1). Vielleicht gründete sich ihre Forderung auf ein falsches Verständnis von Daniel 7:13, 14. Doch die Zeit für die Erfüllung dieser Prophezeiung war noch nicht gekommen. Jesu Lehren hätten ihnen als Beweis dafür, dass er der Messias ist, reichen müssen. Als er ihnen das geforderte Zeichen verweigerte, nahmen sie an ihm Anstoß (Mat. 16:4).
10. Wie erfüllte sich an Jesus, was der Prophet Jesaja über den Messias vorausgesagt hatte?
10 Was sagt die Bibel? Der Prophet Jesaja hatte über den Messias vorhergesagt: „Er wird nicht schreien oder seine Stimme erheben, auf der Straße wird er seine Stimme nicht hören lassen“ (Jes. 42:1, 2). Jesus zeichnete sich durch Zurückhaltung und Bescheidenheit aus. Er baute keine imposanten Tempel, trug keine spezielle Kleidung und ließ sich auch nicht mit hochtrabenden religiösen Titeln anreden. Als er von König Herodes verhört wurde und es um sein Leben ging, weigerte er sich, den König durch ein Wunder zu beeindrucken (Luk. 23:8-11). Jesus wirkte natürlich schon Wunder, doch im Vordergrund stand für ihn das Predigen der guten Botschaft. „Dazu bin ich gekommen“, sagte er zu seinen Jüngern (Mar. 1:38).
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3. JESUS SETZTE SICH ÜBER VIELE JÜDISCHE TRADITIONEN HINWEG
Viele stießen sich daran, dass er ihre Traditionen ablehnte. Passiert heute etwas Ähnliches? (Siehe Absatz 13)d
13. Wofür verurteilten viele Jesus?
13 Jesu Jünger fasteten nicht, was die Jünger von Johannes dem Täufer verwunderte. Jesus erklärte jedoch, dass es für sie keinen Grund zum Fasten gab, solange er noch lebte (Mat. 9:14-17). Die Pharisäer und andere Gegner Jesu verurteilten ihn, weil er sich nicht an ihre Bräuche und Traditionen hielt. Sie ärgerten sich, als er am Sabbat Kranke heilte (Mar. 3:1-6; Joh. 9:16). Einerseits behaupteten sie scheinheilig, den Sabbat zu ehren. Andererseits hatten sie kein Problem damit, im Tempel Geschäfte zu machen. Als Jesus sie dafür verurteilte, waren sie außer sich (Mat. 21:12, 13, 15). Auch Jesu Zuhörer in der Synagoge von Nazareth reagierten wütend, als er mit einem nicht gerade schmeichelhaften historischen Vergleich ihre Selbstsucht und ihren Glaubensmangel entlarvte (Luk. 4:16, 25-30). Viele nahmen an Jesus Anstoß, weil das, was er tat, nicht ihren Erwartungen entsprach (Mat. 11:16-19).
14. Warum verurteilte Jesus unbiblische Traditionen?
14 Was sagt die Bibel? Jehova hatte durch den Propheten Jesaja gesagt: „Dieses Volk wendet sich mit dem Mund an mich und ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist weit entfernt von mir. Und ihre Ehrfurcht vor mir gründet sich auf Regeln von Menschen, die man sie gelehrt hat“ (Jes. 29:13). Jesus verurteilte zu Recht Traditionen, die nicht mit den Schriften im Einklang waren. Wer den Regeln und Traditionen von Menschen mehr Wert beimaß als den Schriften, lehnte Jehova und seinen Messias ab.
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4. JESUS SORGTE NICHT FÜR EINE SCHNELLE POLITISCHE LÖSUNG
Viele stießen sich daran, dass er sich nicht in die Politik hineinziehen ließ. Passiert heute etwas Ähnliches? (Siehe Absatz 17)e
17. Welche Erwartungen wurden für viele Zeitgenossen von Jesus zum Stolperstein?
17 Manche Zeitgenossen von Jesus wünschten sich einen sofortigen politischen Wechsel. Sie erwarteten, dass der Messias sie von der römischen Unterdrückung befreit. Deshalb wollten sie Jesus zum König machen, doch er ließ sich nicht darauf ein (Joh. 6:14, 15). Andere, unter ihnen die Priester, waren durch die Römer zu einem gewissen Maß an Autorität und Macht gelangt. Sie befürchteten, Jesus könne durch einen politischen Umsturz die Römer gegen sie aufbringen. Solche politischen Überlegungen wurden für viele Juden zum Stolperstein.
18. Welche Prophezeiungen über den Messias blendeten viele aus?
18 Was sagt die Bibel? Der Messias wird in vielen Prophezeiungen zwar als siegreicher Krieger beschrieben. Doch aus anderen geht hervor, dass er zuerst für unsere Sünden sterben müsste (Jes. 53:9, 12). Wieso hatten die Juden dann falsche Erwartungen? Viele von ihnen blendeten alle Prophezeiungen aus, die keine schnelle Lösung versprachen (Joh. 6:26, 27).
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1. JESUS WAR UNPARTEIISCH
Viele nahmen Anstoß an Jesu Umgang. Könnte heute etwas Ähnliches Anstoß erregen? (Siehe Absatz 3)b
3. An welchem Verhalten von Jesus störten sich manche?
3 Jesus hatte mit den unterschiedlichsten Menschen Umgang. Er aß mit den Reichen und Mächtigen, aber verbrachte auch viel Zeit mit den Armen und Unterdrückten. Diejenigen, die von der Allgemeinheit als „Sünder“ betrachtet wurden, behandelte er mitfühlend. Einige selbstgerechte Menschen störten sich daran. Sie fragten Jesu Jünger: „Warum esst und trinkt ihr mit Steuereinnehmern und Sündern?“ Darauf erwiderte Jesus: „Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zur Reue aufzurufen, sondern Sünder“ (Luk. 5:29-32).
4. Womit hätten die Juden rechnen müssen?
4 Was sagt die Bibel? Lange bevor der Messias kam, hatte der Prophet Jesaja vorausgesagt, dass man ihn nicht akzeptieren würde: „Er wurde verachtet und von Menschen gemieden. ... Es war, als wäre sein Gesicht vor uns verborgen. Er wurde verachtet und bedeutete uns nichts“ (Jes. 53:3). Der Messias sollte also von Menschen gemieden werden. Daher hätte es für die Juden im 1. Jahrhundert keine Überraschung sein dürfen, dass man Jesus ablehnte.
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2. JESUS ENTLARVTE FALSCHE ANSICHTEN
7. Warum warf Jesus den Pharisäern religiöse Heuchelei vor, und wie reagierten sie?
7 Jesus prangerte mutig religiöse Heuchelei an. Zum Beispiel warf er den Pharisäern vor, dass ihnen das Händewaschen wichtiger war, als sich um ihre Eltern zu kümmern (Mat. 15:1-11). Jesu Worte haben seine Jünger wahrscheinlich überrascht, denn sie sagten zu ihm: „Weißt du, dass die Pharisäer an dem, was du gesagt hast, Anstoß genommen haben?“ Jesus erwiderte: „Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen. Lasst sie. Das sind blinde Führer. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, dann fallen beide in eine Grube“ (Mat. 15:12-14). Jesus ließ sich von der negativen Reaktion der religiösen Führer nicht davon abhalten, die Wahrheit zu sagen.
8. Wie machte Jesus deutlich, dass nicht alle Glaubensansichten für Gott annehmbar sind?
8 Jesus entlarvte auch falsche Lehren. Er vertrat nicht die Ansicht, alle Glaubensansichten seien für Gott annehmbar. Im Gegenteil. Er sprach davon, dass sich viele auf dem breiten Weg in die Vernichtung befinden, aber nur wenige auf dem schmalen Weg zum Leben (Mat. 7:13, 14). Viele würden Gott nur dem Anschein nach dienen. Jesus warnte: „Vorsicht vor den falschen Propheten, die als Schafe verkleidet zu euch kommen, in Wirklichkeit aber gefräßige Wölfe sind! Ihr werdet sie an ihren Früchten erkennen“ (Mat. 7:15-20).
Viele nahmen Anstoß an seiner Kritik an falschen Lehren und Praktiken. Könnte heute etwas Ähnliches Anstoß erregen? (Siehe Absatz 9)c
9. Welche falschen Lehren entlarvte Jesus?
9 Was sagt die Bibel? Wie die Bibel voraussagte, würde der Messias von Eifer für Jehovas Haus erfüllt sein (Ps. 69:9; Joh. 2:14-17). Aus diesem Eifer heraus entlarvte Jesus falsche religiöse Lehren und Praktiken. Die Pharisäer zum Beispiel glaubten an eine unsterbliche Seele; Jesus lehrte, dass die Toten schlafen (Joh. 11:11). Die Sadduzäer leugneten die Auferstehung; Jesus auferweckte seinen Freund Lazarus (Joh. 11:43, 44; Apg. 23:8). Die Pharisäer sagten, alles werde durch das Schicksal oder durch Gott gelenkt; Jesus lehrte, dass die Menschen selbst entscheiden können, ob sie Gott dienen wollen oder nicht (Mat. 11:28).
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3. JESUS WURDE VERFOLGT
Viele nahmen Anstoß an seinem Tod am Marterpfahl. Könnte heute etwas Ähnliches Anstoß erregen? (Siehe Absatz 12)d
12. Warum erregte Jesu Todesart Anstoß?
12 Paulus schrieb über einen weiteren Stein des Anstoßes: „Wir ... predigen, dass Christus am Pfahl hingerichtet wurde. Für die Juden ist das ein Stolperstein“ (1. Kor. 1:23). Warum nahmen die Juden an dieser Todesart Anstoß? Für sie erweckte Jesu Tod am Marterpfahl den Eindruck, er sei ein Verbrecher und Sünder gewesen, nicht der Messias (5. Mo. 21:22, 23).
13. Was übersahen die Juden, die sich an Jesus stießen?
13 Die Juden, die sich an Jesus stießen, übersahen, dass er unschuldig war und völlig zu Unrecht angeklagt und verurteilt wurde. Bei Jesu Gerichtsverfahren wurde die Gerechtigkeit mit Füßen getreten. Das oberste jüdische Gericht wurde in aller Eile einberufen und die Regeln eines fairen Verfahrens grob missachtet (Luk. 22:54; Joh. 18:24). Statt die Vorwürfe und die Beweislage unparteiisch zu prüfen, bemühten sich die Richter selbst „um falsche Zeugenaussagen gegen Jesus, damit man ihn töten könnte“. Als dies misslang, wollte der Hohe Priester ihn dazu bringen, sich selbst zu belasten. Das verstieß gegen jegliche Rechtsnormen (Mat. 26:59; Mar. 14:55-64). Und nach Jesu Auferweckung bestachen diese Richter die römischen Soldaten, die Jesu Grab bewacht hatten. Sie zahlten ihnen „eine beachtliche Menge Silberstücke“, damit sie als Erklärung für das leere Grab eine Lügengeschichte in Umlauf brachten (Mat. 28:11-15).
14. Was war über den Tod des Messias vorhergesagt worden?
14 Was sagt die Bibel? Viele Juden erwarteten nicht, dass der Messias sterben müsste, doch die Schriften enthielten den prophetischen Hinweis, dass „er sein Leben ausschüttete bis hin zum Tod und zu den Übertretern gezählt wurde“. Weiter hieß es: „Er trug die Sünde vieler und trat vermittelnd für die Übertreter ein“ (Jes. 53:12). Dass Jesus als Sünder hingerichtet wurde, hätte die Juden also nicht zu verwundern brauchen.
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4. JESUS WURDE VERRATEN UND IM STICH GELASSEN
Viele nahmen Anstoß an dem Verrat durch Judas. Könnte heute etwas Ähnliches Anstoß erregen? (Siehe Absatz 17, 18)e
17. Wieso hätten sich manche an dem stoßen können, was vor Jesu Tod passierte?
17 Kurz vor seinem Tod wurde Jesus von einem seiner 12 Apostel verraten. Ein anderer verleugnete ihn drei Mal und alle seine Apostel ließen ihn in der Nacht vor seinem Tod im Stich (Mat. 26:14-16, 47, 56, 75). Das war für Jesus keine Überraschung. Er hatte es sogar vorhergesagt (Joh. 6:64; 13:21, 26, 38; 16:32). Manche hätten sich an diesen Vorfällen stoßen und sagen können: „Wenn sich Jesu Apostel so verhalten, will ich mit diesen Leuten nichts zu tun haben.“
18. Welche Prophezeiungen erfüllten sich in Verbindung mit Jesu Tod?
18 Was sagt die Bibel? Jahrhunderte zuvor hatte Jehova vorhersagen lassen, dass man den Messias für 30 Silberstücke verraten würde (Sach. 11:12, 13). Der Verräter würde einer von Jesu engen Freunden sein (Ps. 41:9). Der Prophet Sacharja schrieb außerdem: „Greif den Hirten an und lass die Herde auseinanderlaufen“ (Sach. 13:7). Aufrichtige Menschen würden sich an diesen Vorfällen jedoch nicht stoßen. Zu sehen, dass sich diese Prophezeiungen an Jesus erfüllen, würde ihren Glauben stärken.
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