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Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1996
w96 1. 8. S. 30-31

Fragen von Lesern

Weiß Jesus, wann Harmagedon beginnen wird?

Es gibt triftige Gründe für diese Annahme.

Manch einer wundert sich vielleicht, warum diese Frage überhaupt gestellt wird. Wahrscheinlich ist sie auf die Aussage Jesu gemäß Matthäus 24:36 zurückzuführen: „Von jenem Tag und jener Stunde hat niemand Kenntnis, weder die Engel der Himmel noch der Sohn, sondern nur der Vater.“ Man beachte den Satzteil „noch der Sohn“.

Dieser Vers gehört zu Jesu Antwort auf die Frage der Apostel: „Wann werden diese Dinge geschehen, und was wird das Zeichen deiner Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge sein?“ (Matthäus 24:3). In seiner inzwischen wohlbekannten Prophezeiung über Ereignisse, die „das Zeichen“ bilden würden, sagte er Kriege, Lebensmittelknappheit, Erdbeben, die Verfolgung wahrer Christen und andere Dinge bezüglich der Erde voraus, die seine Gegenwart anzeigen würden. An Hand dieses Zeichens könnten seine Nachfolger erkennen, daß das Ende nahe ist. Er veranschaulichte dieses Nahen mit der Zeit, in der ein Feigenbaum Blätter treibt, was darauf hinweist, daß der Sommer nahe ist. Weiter sagte er: „Ebenso erkennt auch ihr, wenn ihr alle diese Dinge seht, daß er nahe an den Türen ist“ (Matthäus 24:33).

Doch Jesus sagte nicht genau, wann das Ende kommen würde. Statt dessen äußerte er die Worte aus Matthäus 24:36, die wir bereits gelesen haben. Es handelt sich hierbei um die Wiedergabe in der Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift, und in vielen modernen Bibelübersetzungen lautet der Text ähnlich. In manchen älteren Übersetzungen fehlt dagegen die Aussage „noch der Sohn“.

In der katholischen Übersetzung von Allioli heißt es beispielsweise: „Jenen Tag aber, und die Stunde weiß niemand, auch die Engel des Himmels nicht, als der Vater allein.“ Die Lutherbibel (Ausgabe 1939) weist einen ähnlichen Wortlaut auf. Warum wurden die Worte „noch der Sohn“ ausgelassen, obwohl sie in Markus 13:32 stehen? Weil seinerzeit, als diese Übersetzungen entstanden, die von den Übersetzern verwendeten Vorlagen jenen Passus nicht enthielten. Inzwischen sind jedoch viele ältere griechische Handschriften entdeckt worden. Diese, die der Entstehungszeit des von Matthäus verfaßten Urtextes viel näher liegen, enthalten in Matthäus 24:36 die Worte „noch der Sohn“.

Die katholische Jerusalemer Bibel enthält interessanterweise den Passus, und in einer Fußnote findet man den Hinweis, daß die Worte in der Vulgata „wahrscheinlich aus theologischen Bedenken“ ausgelassen wurden. Das ist durchaus naheliegend. Übersetzer oder Abschreiber, die an die Dreieinigkeit glaubten, könnten versucht gewesen sein, einen Passus wegzulassen, der andeutete, Jesus habe eine Erkenntnis gefehlt, die sein Vater besaß. Wie konnte Jesus eine bestimmte Tatsache unbekannt sein, wenn er und sein Vater Teil eines dreieinigen Gottes waren?

Etwas Ähnliches sagt B. M. Metzger in seinem Buch A Textual Commentary on the Greek New Testament: „Die Worte ‚noch der Sohn‘ fehlen in der Mehrzahl der [Handschriften-]Zeugen von Matthäus, so auch im späteren Byzantinischen Text. Dagegen ist der Passus in den besten Vertretern des Alexandrinischen, Westlichen und Caesareensischen Textes enthalten. Die Auslassung der Worte wegen der dogmatischen Schwierigkeiten, die sie bereiten, ist wahrscheinlicher als ihre Hinzufügung durch Assimilation an [Markus 13:32]“ (Kursivschrift von uns).

Von den „besten Vertretern“ der frühen Handschriften wird somit die Lesart gestützt, die eine sinnvolle Aufeinanderfolge darstellt, was die Kenntnis betrifft. Weder die Engel kannten die Stunde für das Ende noch der Sohn, sondern nur der Vater. Und das stimmt mit Jesu Worten gemäß Matthäus 20:23 überein, wo er einräumte, keine Befugnis zu haben, im Königreich Ehrenplätze zu vergeben, weil das nur dem Vater zusteht.

Jesu eigene Worte zeigen somit, daß ihm auf der Erde der Zeitpunkt für das Ende der Welt nicht bekannt war. Hat er den Zeitpunkt inzwischen erfahren?

In Offenbarung 6:2 wird von Jesus gesagt, daß er auf einem weißen Pferd sitzt und auszieht, „siegend und um seinen Sieg zu vollenden“. Darauf folgen Reiter, die Kriege, Hungersnöte und Seuchen darstellen, wie wir sie seit dem Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 erleben. Jehovas Zeugen glauben, daß Jesus 1914 als König des himmlischen Königreiches Gottes inthronisiert wurde, er, der in dem bevorstehenden Kampf gegen die Bosheit auf der Erde die Führung übernehmen wird (Offenbarung 6:3-8; 19:11-16). Da Jesus inzwischen ermächtigt worden ist, in Gottes Namen zu siegen, scheint die Annahme vernünftig, daß ihm sein Vater mitgeteilt hat, wann das Ende kommen wird — wann er ‘seinen Sieg vollenden’ wird.

Uns, die wir auf der Erde leben, wurde der Zeitpunkt nicht mitgeteilt, weshalb auf uns immer noch die Worte Jesu zutreffen: „Haltet ständig Ausschau, bleibt wach, denn ihr wißt nicht, wann die bestimmte Zeit da ist. ... Was ich aber euch sage, sage ich allen: Wacht beständig“ (Markus 13:33-37).

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