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  • Ein heiliges Geheimnis wird gelüftet
    Der Wachtturm 1990 | 15. Januar
    • Ein heiliges Geheimnis wird gelüftet

      „Das heilige Geheimnis dieser Gottergebenheit ist anerkannt groß“ (1. TIMOTHEUS 3:16).

      1. Welches Geheimnis wird in 1. Timotheus 3:16 beschrieben?

      SIND Geheimnisse für dich etwas Faszinierendes? Macht es dir Freude, Geheimnisse zu erforschen? Den meisten von uns ja. Dann erforsche doch mit uns eines der größten Geheimnisse — ein Geheimnis, das Tausende von Jahren im Worte Gottes verschlossen war. Dieses heilige Geheimnis wirkt sich entscheidend auf unser Leben aus — jetzt und in der Zukunft. Es ist ‘das heilige Geheimnis der Gottergebenheit’, das in 1. Timotheus 3:16 beschrieben wird. Wie dankbar wir Jehova, dem „Offenbarer von Geheimnissen“, sein sollten, daß er uns gütigerweise dieses grandiose Geheimnis und seine Bedeutung enthüllt hat! (Daniel 2:28, 29).

      2. (a) Wann sprach Jehova das erstemal von einem heiligen Geheimnis, und was verhieß er damals? (b) Welche Fragen erfordern eine Antwort?

      2 Das erstemal sprach Jehova von einem heiligen Geheimnis, nachdem Eva von der Schlange betrogen worden war und Adam sich ihrer Rebellion angeschlossen hatte. Damals verhieß Jehova den „Samen“ oder Nachkommen, der der Schlange den Kopf zermalmen sollte (1. Mose 3:15). Wer ist dieser Same? Wie würde er die Schlange bezwingen? Würde er Gottes Wahrhaftigkeit und Gottes Vorsatz hinsichtlich der Erde verteidigen?

      3. Welche Anhaltspunkte in bezug auf die Kenntlichmachung und die Tätigkeit des Samens waren in göttlichen Prophezeiungen enthalten?

      3 Mit der Zeit wurden durch göttliche Prophezeiungen Anhaltspunkte gegeben, die den Samen und dessen künftige Tätigkeit kenntlich machten: Er würde ein Nachkomme Abrahams sein, das Königreich Davids erben und Fürst des Friedens genannt werden. ‘Für die Fülle der fürstlichen Herrschaft und den Frieden würde es kein Ende geben’ (Jesaja 9:6, 7; 1. Mose 22:15-18; Psalm 89:35-37). Doch wie es in Römer 16:25 heißt, ist das heilige Geheimnis „langwährende Zeiten hindurch verschwiegen gehalten worden“.

      Das Geheimnis wird enthüllt

      4. Wie begann das heilige Geheimnis im Jahre 29 u. Z. enthüllt zu werden?

      4 Schließlich kam nach vier Jahrtausenden die Erleuchtung. Auf welche Weise? Im Jahre 29 u. Z. taufte Johannes Jesus von Nazareth im Jordan, und vom Himmel her erklärte Gottes Stimme: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe“ (Matthäus 3:17). Hier war er endlich, der Same der Verheißung! Das heilige Geheimnis begann mit all seinen herrlichen Facetten enthüllt zu werden; eine davon ist die Gottergebenheit.

      5. Was ist unter „Gottergebenheit“ zu verstehen, und wie wirkt sie sich auf Personen aus, die sie bekunden?

      5 Was ist eigentlich unter „Gottergebenheit“ zu verstehen? Der Ausdruck kommt in den Christlichen Griechischen Schriften genau 20mal vor und über die Hälfte davon in den beiden Briefen des Paulus an Timotheus. In der Veröffentlichung Insight on the Scriptures wird „Gottergebenheit“ als „Ehrfurcht, Anbetung und Gottesdienst, verbunden mit Loyalität gegenüber Gottes universeller Souveränität“ bezeichnet. Ehrfurcht entspringt einem Herzen, das sich Gott naht, und zwar in ehrfurchtsvoller Scheu vor seiner Majestät, vor seiner Ewigkeit und der Vielfältigkeit seiner großartigen Schöpfungswerke, aber auch aus Wertschätzung für die geistigen und materiellen Gaben, mit denen er dankbare Menschen geradezu überhäuft. Jeder von uns, der Gottergebenheit bekundet, kann wirklich mit Psalm 104, Vers 1 sagen: „Segne Jehova, o meine Seele. O Jehova, mein Gott, du hast dich als sehr groß erwiesen. Mit Würde und Pracht hast du dich bekleidet.“

      6. (a) Wodurch unterscheiden sich Anbeter Jehovas von den Kirchenbesuchern der Christenheit? (b) Was sagte Paulus gemäß Römer 11:33, 34, und welche Fragen erheben sich somit?

      6 Unsere Ergebenheit gegenüber Gott muß sich äußern, und zwar durch Taten. In dieser Hinsicht unterscheiden sich Anbeter Jehovas, des wahren Gottes, gewaltig von den Angehörigen der Christenheit, die auf den Bänken der ständig leerer werdenden Kirchen sitzen. Religion ist für viele Menschen auf der Erde — sofern sie überhaupt eine Religion haben — reine Formsache, ein Mantel, den sie sich umhängen, um fromm zu erscheinen. Gleichzeitig führen sie ein Leben, das dem Leben der verderbten Welt, in der sie sich befinden, entspricht. Sie wissen nicht einmal, wer Gott ist. Bestimmt müßten solche Personen die Worte aus Apostelgeschichte 17:23 in Betracht ziehen, die Paulus an die Athener, die einen „unbekannten Gott“ verehrten, richtete: „Das nun, dem ihr unwissentlich Gottergebenheit erweist, dies verkündige ich euch.“ Diesen großartigen Gott beschreibt Paulus gemäß Römer 11:33, 34 mit dem Ausruf: „O Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Gerichte und unausspürbar seine Wege! Denn ‚wer hat den Sinn Jehovas erkannt, oder wer ist sein Ratgeber geworden‘?“ Wie können wir aber Gottes Wege kennenlernen? Indem wir ‘das heilige Geheimnis der Gottergebenheit’ kennenlernen. Doch wie gehen wir dabei vor?

      7. Warum kann gesagt werden, daß ‘das heilige Geheimnis dieser Gottergebenheit anerkannt groß ist’?

      7 In 1. Timotheus, Kapitel 3 umreißt der Apostel Paulus zunächst die Anforderungen, die an verantwortliche Diener im Hause Gottes gestellt werden, das in Vers 15 als „die Versammlung des lebendigen Gottes, eine Säule und Stütze der Wahrheit“, bezeichnet wird. Danach sagt Paulus gemäß Vers 16: „Das heilige Geheimnis dieser Gottergebenheit ist anerkannt groß.“ Es ist wirklich groß, denn Jehova sandte seinen einziggezeugten Sohn zur Erde, um dieses Geheimnis zu lüften — um zu zeigen, was Gottergebenheit wirklich ist und wieso sie in der wahren Anbetung eine Schlüsselposition einnimmt. Das heilige Geheimnis dieser Gottergebenheit wird durch Jesu irdischen Lebensweg beleuchtet. Alle, die Jehova lieben, müssen ihren Glauben und ihr Leben auf Christus gründen, der als Beispiel der Gottergebenheit diente. Inwiefern wurde indes das heilige Geheimnis der Gottergebenheit durch Jesus enthüllt?

      Sechs Facetten

      8. (a) Welches sind die sechs Facetten des heiligen Geheimnisses, die Paulus in 1. Timotheus 3:16 beschreibt? (b) Wer ist derjenige, der offenbar gemacht wurde?

      8 Unter göttlicher Inspiration beantwortet Paulus diese Frage. In 1. Timotheus 3:16 beschreibt er sechs Facetten dieses heiligen Geheimnisses, indem er sagt: „Er wurde [1.] offenbar gemacht im Fleische, [2.] gerechtgesprochen im Geiste, [3.] erschien Engeln, wurde [4.] gepredigt unter den Nationen, [5.] geglaubt in der Welt, [6.] aufgenommen in Herrlichkeit.“ Wer ist derjenige, der offenbar gemacht wird? Ohne Zweifel ist „er“ der verheißene Same, Jesus, der kam, um Gottes Willen zu tun. Er steht im Mittelpunkt des heiligen Geheimnisses und macht es wahrhaft groß.

      9. Welchen Beweis gibt es dafür, daß es in 1. Timotheus 3:16 nicht heißen sollte: „Gott wurde offenbar gemacht im Fleische.“?

      9 Verfechter der Dreieinigkeitslehre versuchen, das Verständnis über das heilige Geheimnis zu trüben, indem sie sagen, mit dem Wort „er“ sei in 1. Timotheus 3:16 Gott selbst gemeint. Man stützt sich dabei auf Bibelübersetzungen, wie zum Beispiel die Lutherbibel von 1950, wo es heißt: „Gott ist offenbart im Fleisch.“ Was sagen aber die zuverlässigsten griechischen Bibelhandschriften? Durchweg wird darin das Fürwort „er“ anstelle von „Gott“ verwendet. Textkritiker sind sich heute darin einig, daß es sich bei der Einfügung von „Gott“ in diesen Bibelvers um einen Abschreibfehler handelt. Daher heißt es in neueren Übersetzungen, wie zum Beispiel in der Lutherbibel von 1984 und in der Neuen-Welt-Übersetzung, richtigerweise: „Er wurde offenbar gemacht im Fleische.“ Nein, es war nicht Gott selbst, der „im Fleische“ erschien, sondern es war sein geliebter Sohn (seine erste Schöpfung), über den der Apostel Johannes schrieb: „So wurde das WORT Fleisch und weilte unter uns; und wir schauten seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit, wie sie einem einziggezeugten Sohn vom Vater her gehört; und er war voll unverdienter Güte und Wahrheit“ (Johannes 1:14).

      „Offenbar gemacht im Fleische“

      10. (a) Wie trat das erste Merkmal des heiligen Geheimnisses bei Jesu Taufe zutage? (b) Warum wurde Jesus „der letzte Adam“?

      10 Das erste Merkmal des heiligen Geheimnisses trat bei Jesu Taufe zutage. Jesus „wurde offenbar gemacht im Fleische“, und zwar als der gesalbte Sohn Gottes. Jehova Gott hatte das Leben seines Sohnes vom Himmel in den Mutterschoß Marias übertragen, damit Jesus als ein vollkommener Mensch im Fleische geboren werden konnte. Dadurch wurde Jesus, wie aus 1. Korinther 15:45-47 hervorgeht, der zweite oder „letzte“ Adam, eine vollkommene Menschenseele, die dem ersten Adam genau entsprach. Wozu war das nötig? „Der letzte Adam“ ist gemäß 1. Timotheus 2:5, 6 „ein Mensch, Christus Jesus, der sich selbst als ein entsprechendes Lösegeld für alle hingegeben hat“. Auf dieser Rechtsgrundlage eines vollkommenen menschlichen Opfers dient Jesus als Mittler des neuen Bundes für die 144 000 Menschen, die Miterben mit ihm in seinem Königreich werden (Offenbarung 14:1-3).

      11. Auf wen erstreckt sich der Nutzen des Loskaufsopfers Jesu?

      11 Sollte der Opfertod Jesu auch anderen zugute kommen? Ganz bestimmt! Nach 1. Johannes 2:2 ist Jesus Christus „ein Sühnopfer für unsere Sünden, doch nicht nur für die unseren [das heißt für die Sünden gesalbter Christen wie Johannes], sondern auch für die der ganzen Welt“. Somit erstreckt sich der Nutzen des Loskaufsopfers Jesu weit über die 144 000 gesalbten Christen hinaus — auf die gesamte Menschenwelt. „Eine große Volksmenge“, die jetzt am Leben ist, und Milliarden, die auf einer paradiesischen Erde auferweckt werden, werden auf der Grundlage ihres Glaubens an das Loskaufsopfer Jesu ewiges Leben erhalten. Wie in Offenbarung 7:9, 10 vorhergesagt wird, haben die Glieder der großen Volksmenge bereits ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht, indem sie Glauben an das vergossene Blut des Lammes, Jesus Christus, ausüben. Es wird ihnen Gerechtigkeit angerechnet im Hinblick auf Freundschaft mit Gott. Voll Freude lernen sie die verschiedenen Facetten des heiligen Geheimnisses kennen, und im Einklang mit dem Beispiel Jesu offenbaren sie Gottergebenheit.

      Weitere Facetten

      12. Wie wurde Jesus ‘im Geiste gerechtgesprochen’?

      12 Wie verhält es sich nun mit dem zweiten Merkmal aus 1. Timotheus 3:16? Jesus „wurde ... gerechtgesprochen im Geiste“. Aber wie? Indem Jehova ihn, seinen Sohn, der die Lauterkeit bewahrt hatte, von den Toten zu geistigem Leben auferweckte. Dadurch sprach Gott Jesus völlig gerecht und befand ihn für würdig, weitere erhabene Aufgaben zu übernehmen. In Römer 1:4 heißt es, daß Jesus „zum Sohn Gottes erklärt wurde nach dem Geist der Heiligkeit durch die Auferstehung von den Toten“. Petrus bestätigt dies und sagt in seinem ersten Brief, Kapitel 3, Vers 18: „Christus ist ein für allemal hinsichtlich Sünden gestorben, ein Gerechter für Ungerechte, damit er euch zu Gott führe, er, der im Fleische zu Tode gebracht, aber im Geiste lebendig gemacht wurde.“ Führt Jesu Beispiel der Gottergebenheit dich zu Gott?

      13. Welchen Engeln erschien der auferstandene Jesus, und was für eine Botschaft predigte er ihnen?

      13 Fahren wir mit 1. Timotheus 3:16 fort. Paulus nimmt auf das dritte Merkmal des heiligen Geheimnisses Bezug, indem er sagt, daß Jesus ‘Engeln erschien’. Wer könnten diese Engel sein? Über Jesus, der nun „im Geiste lebendig gemacht“ worden war, schrieb Petrus in 1. Petrus 3:19, 20: „In diesem Zustand ging er auch hin und predigte den Geistern im Gefängnis, die einst ungehorsam gewesen waren, als die Geduld Gottes in den Tagen Noahs wartete.“ Gemäß Judas 6 handelte es sich bei jenen Geistern um „die Engel, die ihre ursprüngliche Stellung nicht bewahrten, sondern ihre eigene rechte Wohnstätte [in den Himmeln] verließen“. Sie nahmen Fleischesleiber an, um unerlaubte Geschlechtsbeziehungen mit Frauen zu haben. Als die Sintflut diesen Engeln keine andere Wahl ließ, als in das geistige Reich zurückzukehren, wurden sie in den Tartarus geworfen, einen Zustand tiefster Erniedrigung (2. Petrus 2:4). Ihnen predigte der auferstandene Jesus. Überbrachte er ihnen etwa eine Rettungsbotschaft? Bestimmt nicht! Jesus verurteilte vielmehr ihre Bosheit als das krasse Gegenteil von Gottergebenheit. Allen, die heute zum Volk Gottes gehören und mit der sexuellen Unmoral liebäugeln, sollte das Urteil, das über jene Engel gefällt wurde, eine Warnung sein.

      14. Wie kam es dazu, daß Jesus ‘unter den Nationen gepredigt wurde’?

      14 Das vierte Merkmal aus 1. Timotheus 3:16 besteht darin, daß Jesus ‘unter den Nationen gepredigt wurde’. Wie hat sich dies erfüllt? Jesus sagte kurz vor seiner Festnahme zu den Aposteln: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Glauben an mich ausübt, der wird auch die Werke tun, die ich tue; und er wird größere Werke als diese tun, denn ich gehe zum Vater hin“ (Johannes 14:12). Nicht lange danach, zu Pfingsten 33 u. Z., goß Jesus heiligen Geist auf seine Jünger aus, und von nun an wurde die aufrüttelnde Botschaft — „diesen Jesus hat Gott zur Auferstehung gebracht“ — den Juden gepredigt. Später nahmen auch Samariter das Wort Gottes an und empfingen von da an heiligen Geist (Apostelgeschichte 2:32; 8:14-17). Dann, im Jahre 36 u. Z., predigte Petrus Kornelius und anderen Nichtjuden, die in dessen Haus versammelt waren. Somit wurde die gute Botschaft in bezug auf Jesus „gepredigt unter den Nationen“, das heißt unter Nichtjuden, die ebenfalls mit heiligem Geist gesalbt wurden.

      15. Was beweist, daß die Christen des ersten Jahrhunderts das heilige Geheimnis der Gottergebenheit sehr gut kennengelernt hatten?

      15 „Das Wort Jehovas“, so heißt es in Apostelgeschichte 12:24, „wuchs weiterhin und breitete sich aus.“ In Apostelgeschichte 17:6 wird von dem Geschrei der Gegner im nördlichen Teil Griechenlands berichtet, und noch heute schreien sie dort sozusagen: „Diese, die die bewohnte Erde aufgewiegelt haben, sind auch hier anwesend.“ Nach 30 Jahren konnte Paulus aus Rom schreiben, daß die gute Botschaft „in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist, gepredigt worden ist“ (Kolosser 1:23). Die Christen jener Tage hatten das heilige Geheimnis der Gottergebenheit sehr gut kennengelernt. Und wie eifrig sie das Gelernte anwandten! Mögen auch wir es kennenlernen und in dieser Zeit, in der die Verkündigung des Königreiches einem Höhepunkt zustrebt, entsprechend handeln!

      16. Was war das fünfte Merkmal des heiligen Geheimnisses, und durch welche Tätigkeit wurde es deutlich sichtbar?

      16 Als Reaktion auf das Predigen im ersten Jahrhundert wurde das fünfte Merkmal des heiligen Geheimnisses aus 1. Timotheus 3:16 deutlich sichtbar. Jesus wurde nun „geglaubt in der Welt“. Das war auf die christusähnliche Gottergebenheit eifriger Missionare zurückzuführen. Zum Beispiel trugen Männer wie Paulus und Timotheus die gute Botschaft nach Kleinasien und Europa, vielleicht sogar bis nach Spanien. Durch den getauften Äthiopier gelangte die gute Botschaft nach Ostafrika, und Petrus diente in Babylon.

      17. Warum wird Jesus in der ganzen heutigen Welt geglaubt?

      17 Wie verhält es sich heute? Seit 1919 bekundet der gesalbte Überrest eine beispielhafte Gottergebenheit. Die Gesalbten haben auf der Grundlage des Glaubens, die Jesus gelegt hat, solide aufgebaut. Besonders seit 1935 sind sie dabei, die große Volksmenge einzusammeln, die über die Aussicht frohlockt, die „große Drangsal“ zu überleben und ewiges Leben auf einer paradiesischen Erde zu erlangen (Offenbarung 7:9, 14). So wird die gute Botschaft, in deren Mittelpunkt Jesus steht, in der ganzen heutigen Welt geglaubt. In Gottergebenheit predigen gegenwärtig über 3 700 000 Zeugen Jehovas auf dem ganzen Erdenrund, und es werden immer mehr.

      18. Inwiefern wurde Jesus ‘in Herrlichkeit aufgenommen’?

      18 Ein Merkmal jenes heiligen Geheimnisses ist noch übrig — das sechste: Jesus wurde „aufgenommen in Herrlichkeit“. Nachdem Jesus im Geiste lebendig gemacht worden war, erschien er innerhalb von 40 Tagen seinen Jüngern in verschiedenen Fleischesleibern und redete „von den Dingen über das Königreich Gottes“. Anschließend fuhr er in den Himmel auf (Apostelgeschichte 1:3, 6-9). Das war die Antwort auf sein Gebet, das in Johannes 17:1-5 aufgezeichnet ist: „Vater, ... verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrliche ... Ich habe dich auf der Erde verherrlicht ... Und nun, Vater, verherrliche mich an deiner Seite mit der Herrlichkeit, die ich an deiner Seite hatte, ehe die Welt war.“

      19. Wovon muß Jesu Rückkehr in den Himmel begleitet gewesen sein?

      19 Von welchem Jubel Jesu Rückkehr in den Himmel begleitet gewesen sein muß! Viel früher, als Jehova die Erde gründete, ‘begannen alle Söhne Gottes beifällig zu jauchzen’ (Hiob 38:7). Noch glücklicher müssen die Engelscharen gewesen sein, den loyalen Verfechter der Souveränität Jehovas wieder in ihrer Mitte empfangen zu können.

      20. Warum hat Jesus einen solch vorzüglichen Namen geerbt, und was tat er, als er auf der Erde war?

      20 Gemäß Hebräer 1:3, 4 sagt Paulus über den siegreichen Jesus: „Nachdem er eine Reinigung für unsere Sünden herbeigeführt hatte, setzte er sich zur Rechten der Majestät in den Höhen. So ist er besser geworden als die Engel, insofern er einen Namen geerbt hat, der vorzüglicher ist als der ihrige.“ Christus erhielt diesen Namen wegen seines Sieges über die Ungerechtigkeit. Dieser Sohn Gottes bahnte hier auf der Erde in der Tat den Weg der Gottergebenheit. Auch schuf er ein Muster für alle, die ewiges Leben erlangen wollen. Mit der Erhöhung Jesu zur Rechten Gottes im Himmel wurde das heilige Geheimnis der Gottergebenheit in allen seinen Merkmalen enthüllt.

  • Das heilige Geheimnis der Gottergebenheit kennenlernen
    Der Wachtturm 1990 | 15. Januar
    • Das heilige Geheimnis der Gottergebenheit kennenlernen

      „Christus [hat] für euch gelitten ..., euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt“ (1. PETRUS 2:21).

      1. Was ist Jehovas Vorhaben hinsichtlich ‘des heiligen Geheimnisses der Gottergebenheit’?

      „DAS heilige Geheimnis dieser Gottergebenheit“ ist kein Geheimnis mehr! (1. Timotheus 3:16). Wie sehr es sich doch von den Geheimnissen der falschen Religion unterscheidet, die wie die geheimnisvolle Dreifaltigkeit Geheimnisse bleiben! Niemand kann sie verstehen. Jehova hat dagegen vorgesehen, daß das heilige Geheimnis, das in der Person Jesu Christi offenbar gemacht wurde, überall bekanntgemacht wird, wo es möglich ist. Jesus selbst wurde das hervorragende Beispiel eines eifrigen Verkündigers des Königreiches Gottes. Aus seiner Botschaft und der Art seines Predigens können wir viel lernen, wie wir nun sehen werden.

      2. Warum wird Jesu Dienst dem Loskaufsopfer vorangestellt (Matthäus 20:28)?

      2 Betrachten wir daher noch einmal den Punkt, daß Jesus ‘im Fleische offenbar gemacht wurde’ (1. Timotheus 3:16). In Matthäus 20:28 ist zu lesen, daß Jesus „nicht gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und seine Seele als ein Lösegeld im Austausch gegen viele zu geben“. Hier wird sein Dienst sogar dem Lösegeld vorangestellt. Warum wohl? Nun, damals in Eden hatte die arglistige Schlange die Rechtmäßigkeit der Souveränität Jehovas über die Menschheit in Zweifel gezogen. Sie hatte angedeutet, daß Gottes Schöpfung fehlerhaft sei und kein Mensch in Prüfungen die Lauterkeit gegenüber dem Höchsten bewahren würde. (Vergleiche Hiob 1:6-12; 2:1-10.) Jesu makelloser Dienst als vollkommener Mensch, als „der letzte Adam“, war der Beweis, daß der Herausforderer Satan ein gemeiner Lügner war (1. Korinther 15:45). Überdies hat Jesus völlig bewiesen, daß er die Voraussetzungen dafür erfüllt, als Gottes „Hauptvermittler und Retter“ zu dienen und zur Rechtfertigung der Souveränität Jehovas „die bewohnte Erde in Gerechtigkeit [zu] richten“ (Apostelgeschichte 5:31; 17:31).

      3. Wie hat Jesus Satans Behauptung völlig widerlegt?

      3 Jesus hat Satans spöttische, herausfordernde Behauptung völlig widerlegt. In der gesamten Menschheitsgeschichte hat kein Mensch auf der Erde Gott mit einer solchen Hingabe gedient, und das trotz Spott, Geißelung sowie körperlicher und psychischer Qualen. Christus mußte gotteslästerliche Schmähungen ertragen, obwohl er der Sohn Gottes war. In allem — sogar bis zu einem grausamen und schändlichen Tod — blieb er in seiner Loyalität gegenüber seinem Vater standhaft und unbeweglich. In Philipper 2:8, 9 schreibt Paulus, daß Gott Jesus wegen seines Gehorsams ‘bis zum Tod, ja zum Tod an einem Marterpfahl, erhöhte und ihm den Namen gab, der über jedem anderen Namen ist’. Jesus stellte also Satan als einen gehässigen Lügner bloß.

      4. Warum konnte Jesus zu Pilatus sagen, daß er in die Welt gekommen sei, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen?

      4 Somit konnte Jesus nach nur wenigen Jahren intensiven Predigens mutig vor Pontius Pilatus bezeugen: „Du selbst sagst, daß ich ein König bin. Dazu bin ich geboren worden und dazu bin ich in die Welt gekommen, damit ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der auf der Seite der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme“ (Johannes 18:37). Jesus hatte als Verkündiger des Königreiches Gottes in ganz Palästina überragende Gottergebenheit bekundet. Er schulte seine Jünger, eifrige Prediger zu sein wie er. Wie doch sein Beispiel uns heute dazu anspornt, ihn genau nachzuahmen!

      Von unserem Vorbild lernen

      5. Was können wir über Gottergebenheit lernen, wenn wir unseren Blick auf Jesus gerichtet halten?

      5 Wenn wir mit Gottergebenheit Jehovas Willen tun, können auch wir heute den Teufel zum Lügner stempeln. Keine Prüfung, die wir durchmachen, wird je den Qualen und Demütigungen gleichen, die Jesus erduldete. Lernen wir also von unserem Vorbild. Laufen wir gemäß der Aufforderung in Hebräer 12:1, 2 mit Ausharren, „während wir unseren Blick auf den Hauptvermittler und Vervollkommner unseres Glaubens, Jesus, gerichtet halten“. Im Gegensatz zu Adam, der versagte, als er auf seine Gottergebenheit hin geprüft wurde, erwies sich Jesus als der eine Mensch auf der Erde, der alle Prüfungen vollkommen bestand. Bis zum Tod erwies er sich als „loyal, arglos, unbefleckt, getrennt von den Sündern“ (Hebräer 7:26). Aufgrund seiner makellosen Lauterkeit konnte er zu seinen Feinden sagen: „Wer von euch überführt mich einer Sünde?“ Jesus schleuderte die Herausforderung Satans mit den Worten zurück: „Der Herrscher der Welt ... kann mir nicht beikommen.“ Und zum Schluß der letzten Ansprache, die er seinen Jüngern vor seinem Verrat und seiner Gefangennahme hielt, sagte er zu ihnen: „Faßt Mut! Ich habe die Welt besiegt“ (Johannes 8:46; 14:30; 16:33).

      6. (a) Warum weiß Jesus, welche Art der Erquickung die Menschheit benötigt? (b) In welchem Ausmaß bekundete Jesus Gottesfurcht?

      6 Als Jesus im Fleische auf der Erde war, erfuhr er, was es bedeutet, „ein wenig unter Engel erniedrigt“ oder von menschlicher Natur zu sein (Hebräer 2:7). Er lernte die menschlichen Schwächen kennen und hat somit das nötige Rüstzeug, tausend Jahre als König und Richter der Menschheit zu amtieren. Dieser Sohn Gottes, der sagte: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken“, weiß, welche Art der Erquickung die Menschheit benötigt (Matthäus 11:28). In Hebräer 5:7-9 wird uns gesagt: „In den Tagen seines Fleisches brachte Christus Flehen und auch Bitten mit starkem Schreien und Tränen vor dem dar, der ihn aus dem Tod erretten konnte, und er wurde wegen seiner Gottesfurcht erhört. Obwohl er Sohn war, lernte er Gehorsam durch die Dinge, die er litt; und nachdem er vollkommen gemacht worden war [im Gehorsam], wurde er für die ewige Rettung all derer verantwortlich, die ihm gehorchen.“ Jesus blieb standhaft, obwohl er bis zu dem Punkt ausharren mußte, wo er dadurch, daß ihm der haßerfüllte Satan eine ‘Fersenwunde’ zufügte, den Stachel des menschlichen Todes zu spüren bekam (1. Mose 3:15). Bekunden wir also wie Jesus Gottesfurcht, wenn nötig sogar bis zum Tod, und vertrauen wir darauf, daß Jehova Gott unser Flehen hören und uns Rettung zuteil werden lassen wird.

      „Für die Gerechtigkeit leben“

      7. Welches Beispiel hinterließ uns Christus gemäß 1. Petrus 2:21-24, und wie sollte sich sein Leben auf uns auswirken?

      7 Als Jesus im Fleische offenbar gemacht worden war, enthüllte er loyal das heilige Geheimnis der Gottergebenheit. Wir lesen in 1. Petrus 2:21-24: „Auch Christus [hat] für euch gelitten ..., euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt. Er beging keine Sünde, noch wurde Trug in seinem Mund gefunden. Als er beschimpft wurde, gab er nicht schimpfend zurück. Als er litt, begann er nicht zu drohen, sondern übergab sich weiterhin dem, der gerecht richtet. Er selbst trug unsere Sünden in seinem eigenen Leib an den Stamm hinauf, damit wir mit Sünden nichts mehr zu tun hätten und für die Gerechtigkeit leben könnten.“ Wie sehr uns doch das Nachsinnen über Jesu Leben ermuntert, wie er der Gottergebenheit nachzujagen, die Lauterkeit zu bewahren und für die Gerechtigkeit zu leben!

      8. Wie können wir wie Jesus für die Gerechtigkeit leben?

      8 Jesus lebte wirklich für die Gerechtigkeit. In Psalm 45:7 wurde über ihn vorhergesagt: „Du hast Gerechtigkeit geliebt, und du haßt Bosheit.“ Der Apostel Paulus wandte jene Worte auf Jesus an und sagte gemäß Hebräer 1:9: „Du hast Gerechtigkeit geliebt, und du hast Gesetzlosigkeit gehaßt.“ Mögen wir im Lichte unseres Verständnisses des heiligen Geheimnisses der Gottergebenheit wie Jesus immer lieben, was gerecht, und hassen, was böse ist. Seien wir entschlossen, in bezug auf die christliche Moral, die in Satans Welt so stark angegriffen wird, und in bezug auf unsere Handlungsweise gegenüber Personen innerhalb und außerhalb der Organisation Gottes für die Gerechtigkeit zu leben, das heißt, Jehovas gerechte Grundsätze hochzuhalten. Ernähren wir uns auch fortwährend von Gottes Wort, damit wir die göttliche Einsicht besitzen, die unentbehrlich ist, um Satan und seinen Anschlägen zu widerstehen.

      9. Was spornte Jesus an, den Dienst mit noch größerem Eifer durchzuführen, und was brachte dies in bezug auf die Hirten der falschen Religion mit sich?

      9 Jesus wurde noch von etwas anderem zu eifrigem Dienst angespornt. Wovon? Wir lesen in Matthäus 9:36: „Als er die Volksmengen sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie zerschunden waren und umhergestoßen wurden wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ Daher fing Jesus an, „sie viele Dinge zu lehren“ (Markus 6:34). Das brachte es mit sich, daß zwangsläufig auch die Bosheit und Gesetzlosigkeit der Hirten der falschen Religion aufgedeckt wurde. Gemäß Matthäus 15:7-9 sagte Jesus zu einigen von ihnen: „Ihr Heuchler, treffend hat Jesaja von euch prophezeit, als er sagte: ‚Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist weit entfernt von mir. Vergeblich bringen sie mir fortwährend Anbetung dar, weil sie als Lehren Menschengebote lehren.‘“

      Ein zu mißbilligendes Geheimnis

      10. Wer steht heute im Mittelpunkt des Geheimnisses dieser Gesetzlosigkeit, und wessen ist sie schuldig?

      10 Wie Jesus offen seine Meinung über die Führer der falschen Religion äußerte, so äußern wir uns heute mißbilligend über ein Geheimnis, das in krassem Gegensatz zu dem heiligen Geheimnis der Gottergebenheit steht. In 2. Thessalonicher 2:7 bezeichnet Paulus es als „das Geheimnis dieser Gesetzlosigkeit“. Damals war es noch ein Geheimnis, denn es sollte erst lange nach dem Tod der Apostel gelüftet werden. Heute steht in seinem Mittelpunkt die Geistlichkeit der Christenheit, die sich mehr für Politik als für die Verkündigung der guten Botschaft von Gottes gerechtem Königreich interessiert. In ihren Reihen nimmt die Heuchelei überhand. Fernsehevangelisten der protestantischen Sekten der Christenheit sind ein eklatantes Beispiel dafür: Scharlatane schröpfen ihre Herden, bauen millionenschwere Imperien auf, verkehren mit Prostituierten, weinen Krokodilstränen, wenn sie bloßgestellt werden, und betteln ständig um Geld, immer mehr Geld. Der Vatikan gibt kaum ein besseres Bild ab, wenn man nur an seine gewissenlosen politischen Verbindungen, seinen äußeren Pomp und sein korruptes Finanzgebaren denkt.

      11. Was wird der Geistlichkeit der Christenheit und allen anderen, die zu Babylon der Großen gehören, widerfahren?

      11 Kein Wunder, daß die Klasse der Geistlichkeit der Christenheit als „Mensch der Gesetzlosigkeit“ bezeichnet wird! (2. Thessalonicher 2:3). Dieser beherrschende Teil der Hure Groß-Babylon wird zusammen mit den übrigen Teilen der falschen Religion völlig bloßgestellt und verwüstet werden. Wie in Offenbarung 18:9-17 zu lesen ist, werden Politiker und Kaufleute (und ihre Bankiers) dann wehklagen und sagen: „Wie schade, wie schade, du große Stadt.“ Babylon die Große wird entblößt und ihre Geheimnisse werden enthüllt worden sein, was in krassem Gegensatz zu allem steht, was Licht auf das heilige Geheimnis der Gottergebenheit wirft.

      12. Wozu wurde Jesus durch seine Liebe zur Gerechtigkeit veranlaßt?

      12 Jesu Liebe zur Gerechtigkeit und sein Haß gegen die Ungerechtigkeit veranlaßten ihn, sich rückhaltlos für die wahre Anbetung einzusetzen. Bei seinem ersten Besuch in Jerusalem als gesalbter Sohn Gottes trieb Christus die Kaufleute und Geldwechsler mit folgenden Worten aus dem Tempel hinaus: „Schafft diese Dinge von hier weg! Hört auf, das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus zu machen!“ (Johannes 2:13-17). Bei einem späteren Besuch im Tempel sagte Jesus zu gegnerischen Juden: „Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu tun. Jener war ein Totschläger, als er begann, und er stand in der Wahrheit nicht fest, weil die Wahrheit nicht in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er gemäß seiner eigenen Neigung, denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge“ (Johannes 8:44). Wie mutig Jesus jenen religiösen Eiferern ins Gesicht sagte, daß sie Lügner und Söhne des Teufels seien!

      13. (a) Worin äußerte sich Jesu Haß gegen die Gesetzlosigkeit besonders? (b) Warum verdient die Geistlichkeit ein ähnliches Urteil wie dasjenige, das Jesus über die Schriftgelehrten und Pharisäer fällte?

      13 Jesu Haß gegen die Gesetzlosigkeit äußerte sich nirgends deutlicher als in seiner scharfen Brandmarkung der hinterlistigen Schriftgelehrten und Pharisäer, über die in Matthäus, Kapitel 23 berichtet wird. Hier sprach er ein siebenfaches „Wehe“ aus und verglich sie mit ‘getünchten Gräbern — voll von jeder Art Unreinheit, Heuchelei und Gesetzlosigkeit’. Wie sehr sich Jesus danach sehnte, das unterdrückte Volk von dieser Gesetzlosigkeit zu befreien! „Jerusalem, Jerusalem“, rief er aus, „wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel versammelt! Ihr aber habt nicht gewollt. Seht! Euer Haus wird euch verödet überlassen“ (Vers 37, 38). Die gesetzlose Geistlichkeit unserer Tage verdient ein ähnliches Urteil, denn gemäß den Worten aus 2. Thessalonicher 2:12 ‘glauben sie der Wahrheit nicht, sondern haben an Ungerechtigkeit Gefallen’. Ihre Gesetzlosigkeit steht in krassem Widerspruch zu der Gottergebenheit, die Jesus auf loyale Weise bekundete, als er hier auf der Erde war.

      Gottes Strafurteile verkünden

      14. Wozu sollte uns die Wertschätzung für das heilige Geheimnis der Gottergebenheit veranlassen?

      14 Unsere Wertschätzung für das heilige Geheimnis der Gottergebenheit sollte uns stets veranlassen, Jesus genau nachzufolgen. Wie er sollten wir gemäß Jesaja 61:2 „das Jahr des Wohlwollens seitens Jehovas und den Tag der Rache seitens unseres Gottes“ eifrig bekanntmachen. Mögen wir ferner unseren Teil tun, ‘um alle Trauernden zu trösten’. Wie in den Tagen Jesu erfordert es auch heute Mut, Jehovas Strafurteile zu verkünden. Dazu gehört die scharfe Botschaft in offen formulierten Artikeln des Wachtturms und in dem Buch Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe! Wir müssen mutig und taktvoll predigen, und was wir sagen, muß „mit Salz gewürzt“ sein, damit es für alle geschmackvoll ist, die der Gerechtigkeit zuneigen (Kolosser 4:6). Mögen wir aufgrund dessen, was wir aus Jesu Beispiel der Gottergebenheit gelernt haben, zur bestimmten Zeit berichten können, daß wir das Werk vollendet haben, das Jehova uns zu tun gegeben hat (Matthäus 24:14; Johannes 17:4).

      15. Was ist seit 1914 in bezug auf das heilige Geheimnis Gottes geschehen?

      15 Während Jesus „im Fleische offenbar gemacht wurde“, war er ein glänzendes Vorbild. Wie klar sich das heilige Geheimnis der Gottergebenheit in ihm erfüllte! Wie mutig er den Namen Jehovas verherrlichte! Und auf welch wunderbare Weise ihn sein Vater dafür belohnte, daß er die Lauterkeit bewahrt hatte! Mit dem heiligen Geheimnis Gottes ist aber noch mehr verbunden. Seit 1914 leben wir am „Tag des Herrn“ (Offenbarung 1:10). Und wie es in Offenbarung 10:7 heißt, ist es an der Zeit, daß ‘das heilige Geheimnis Gottes gemäß der guten Botschaft vollendet wird’. Stimmen im Himmel haben schon verkündet: „Das Königreich der Welt ist das Königreich unseres Herrn [Jehova] und seines Christus geworden, und er wird für immer und ewig als König regieren“ (Offenbarung 11:15). Jehova hat Jesus als messianischen König auf seinen herrlichen Thron gesetzt, damit er mit ihm herrsche.

      16. Inwiefern ließ der neuinthronisierte König Jesus Christus schnell erkennen, daß er im Himmel Wert auf Gottesfurcht legt?

      16 Als Mitherrscher mit Gott in dem neugeborenen Königreich wird Jesus auch Michael genannt (was „Wer ist wie Gott?“ bedeutet). Niemandem, der sich auflehnt, wird es gelingen, wie Gott zu werden; das ließ der neuinthronisierte König schnell erkennen, indem er Satan — die Urschlange — und dessen Engel auf die Erde hinabschleuderte (Offenbarung 12:7-9). Ja, Jesus legt im Himmel Wert auf Gottesfurcht, so wie er Gottergebenheit bekundete, als er auf der Erde war. Der verherrlichte Jesus Christus wird nicht ruhen, bis er die falsche Religion ausgelöscht und Satans sichtbare und unsichtbare Organisation völlig beseitigt hat.

      17. Was ist in Erfüllung von Matthäus 25:31-33 seit 1914 geschehen?

      17 Seit 1914 hat die Erfüllung der Prophezeiung aus Matthäus 25:31-33 das heilige Geheimnis Gottes erhellt. Hier erklärt Jesus: „Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit gekommen sein wird und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen. Und alle Nationen werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen voneinander trennen, so wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken trennt. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken.“ Von seiner günstigen Stelle im Himmel aus wird dieser glorreiche König, Richter und Verfechter der Gottergebenheit Rache üben — zuerst an dem Menschen der Gesetzlosigkeit und an anderen Teilen Babylons der Großen und danach an allen übrigen Elementen und bockähnlichen Unterstützern der bösen irdischen Organisation Satans. Anschließend wird Satan in den Abgrund geschleudert werden (Offenbarung 20:1-3). Aber schafähnliche „Gerechte“ werden in das ewige Leben weggehen (Matthäus 25:46). Mögest du zufolge deines Strebens nach Gottergebenheit zu dieser Gruppe Rechtschaffener gehören!

      18. Welches freudige Vorrecht haben wir in Verbindung mit dem heiligen Geheimnis der Gottergebenheit?

      18 In Offenbarung 19:10 werden wir aufgefordert: „Bete Gott an.“ Und warum sollen wir ihn anbeten? In dem Schrifttext wird weiter gesagt: „Denn das Zeugnisgeben für Jesus ist das, was zum Prophezeien inspiriert.“ Viele inspirierte Prophezeiungen aus alter Zeit legen über Jesus Zeugnis ab. Und während sich die Prophezeiungen erfüllt haben, ist das heilige Geheimnis Gottes kristallklar geworden. Wir frohlocken daher, weil wir wissen, daß das heilige Geheimnis der Gottergebenheit in Jesus personifiziert wurde. Wir haben das wunderbare Vorrecht, ihm als demütige Diener des Königreiches Gottes nachzufolgen. Ja, wir haben die Ehre, das ganze heilige Geheimnis Gottes gemäß der guten Botschaft zu verstehen und zu verkünden!

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