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  • Jesus Christus: Der größte Missionar
    Der Wachtturm 2008 | 15. Februar
    • Jesus Christus: Der größte Missionar

      „Ich [bin] ein Vertreter von ihm . . ., und jener hat mich ausgesandt“ (JOH. 7:29).

      1, 2. Was ist ein Missionar, und wer kann als größter Missionar bezeichnet werden?

      WORAN denkt man bei dem Wort „Missionar“? Vielleicht an die Missionare der Christenheit, von denen sich viele in die politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten der Länder einmischen, in denen sie tätig sind. Als Zeuge Jehovas denkst du jedoch wahrscheinlich an die Missionare, die die leitende Körperschaft in viele Länder auf der ganzen Erde ausgesandt hat, um die gute Botschaft zu predigen (Mat. 24:14). Sie setzen ihre Zeit und Kraft selbstlos für ein edles Ziel ein: Menschen zu helfen, Jehova Gott näherzukommen und eine kostbare Freundschaft zu ihm aufzubauen (Jak. 4:8).

      2 Das Wort „Missionar“ oder „Missionare“ kommt im Haupttext der Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift nicht vor. Aber in einer Fußnote zu Epheser 4:11 wird in der Studienbibel darauf hingewiesen, dass das mit „Evangeliumsverkündiger“ wiedergegebene griechische Wort auch mit „Missionare“ übersetzt werden kann. Der größte Evangeliumsverkündiger überhaupt ist Jehova Gott — auch wenn man ihn nicht als größten Missionar bezeichnen kann, denn er wurde ja von niemandem ausgesandt. Jesus Christus sagte aber über seinen himmlischen Vater: „Ich [bin] ein Vertreter von ihm . . ., und jener hat mich ausgesandt“ (Joh. 7:29). In seiner großen Liebe zur Menschheit sandte Jehova seinen einziggezeugten Sohn auf die Erde (Joh. 3:16). Jesus kann als der größte Missionar, als Missionar schlechthin, bezeichnet werden, denn er wurde unter anderem dazu auf die Erde gesandt, ‘für die Wahrheit Zeugnis abzulegen’ (Joh. 18:37). Höchst erfolgreich verkündigte er die gute Botschaft vom Königreich, und noch heute profitieren wir von seinem Dienst. Zum Beispiel können wir uns seine Lehrmethoden für unseren Dienst zunutze machen, ob wir nun als Missionare ausgesandt worden sind oder nicht.

      3. Welchen Fragen wollen wir nachgehen?

      3 Man könnte sich jetzt fragen: Was erlebte Jesus als Königreichsverkündiger hier auf der Erde eigentlich alles? Was machte ihn zu so einem guten Lehrer? Und weshalb war sein Dienst so erfolgreich?

      Bereit, sich in ungewohnter Umgebung einzusetzen

      4—6. Wie sehr musste sich Jesus umstellen, als er auf die Erde gesandt wurde?

      4 In unserer Zeit stehen Missionare (und so manche, die in Gebiete mit großem Verkündigerbedarf ziehen) oft vor der Herausforderung, sich auf einen niedrigeren Lebensstandard als gewohnt einzustellen. Aber wie groß die Umstellung für Jesus gewesen sein muss — das können wir wohl nicht einmal ansatzweise nachempfinden! Im Himmel war er mit seinem Vater zusammen gewesen und hatte unter Engeln gelebt, die Jehova aus reinem Herzen dienten (Hiob 38:7). Was für ein krasser Unterschied, plötzlich unter sündigen Menschen in einer verderbten Welt zu leben! (Mar. 7:20-23). Er musste mit Eifersüchteleien sogar unter seinen engsten Nachfolgern zurechtkommen (Luk. 20:46; 22:24). Freilich konnte er vollkommen mit allem umgehen, womit er auf der Erde konfrontiert wurde.

      5 Eine menschliche Sprache bekam Jesus nicht durch ein Wunder verliehen; er musste sie als kleines Kind lernen. Was für eine Umstellung für jemand, der im Himmel Engeln Befehle erteilt hatte! Die „Menschenzungen“, von denen Jesus auf der Erde mindestens eine beherrschte, waren etwas völlig anderes als die „Engelszungen“ (1. Kor. 13:1). Aber wenn es darum ging, gewinnende Worte zu finden, konnte kein Mensch Jesus je das Wasser reichen (Luk. 4:22).

      6 Das war noch nicht alles, was sich für den Sohn Gottes gründlich änderte, als er auf die Erde kam. Zwar erbte er nicht die Sünde von Adam, aber er wurde ein Mensch, gleich denen, die später seine „Brüder“, seine gesalbten Nachfolger, werden sollten. (Lies Hebräer 2:17, 18.) Zwar machte er in der letzten Nacht seines irdischen Lebens nicht von der Möglichkeit Gebrauch, seinen Vater zu bitten, dass er ihm „mehr als zwölf Legionen Engel sende“, aber man muss sich einmal vorstellen, welche Befehlsgewalt Jesus zuvor als Erzengel Michael selbst über die Engel gehabt hatte (Mat. 26:53; Judas 9). Zwar wirkte Jesus Wunder, aber im Vergleich zu dem, was er im Himmel hätte bewirken können, waren seine Möglichkeiten hier auf der Erde sehr begrenzt.

      7. Wie praktizierten die Juden das Gesetz?

      7 In seiner vormenschlichen Existenz als „das WORT“, als Gottes Sprecher, hatte Jesus vermutlich die Israeliten durch die Wildnis geführt (Joh. 1:1; 2. Mo. 23:20-23). Sie hatten ‘das GESETZ empfangen, wie es von Engeln übermittelt wurde, es aber nicht gehalten’ (Apg. 7:53; Heb. 2:2, 3). Die Religionsführer der Juden im ersten Jahrhundert hatten nicht einmal das Wesen des Gesetzes begriffen. Nehmen wir nur das Sabbatgesetz. (Lies Markus 3:4-6.) Die Schriftgelehrten und Pharisäer ‘ließen die gewichtigeren Dinge des GESETZES außer Acht, nämlich das Recht und die Barmherzigkeit und die Treue’ (Mat. 23:23). Trotzdem gab Jesus nie auf in seinem Bemühen, die Wahrheit bekannt zu machen.

      8. Was befähigt Jesus, uns zu Hilfe zu kommen?

      8 Jesus war bereit, sich voll und ganz einzusetzen. Der Grund? Er liebte die Menschen und es war ihm ein Herzensbedürfnis, ihnen zu helfen. Sein Evangelisierungseifer erlahmte nie. Weil er Jehova hier auf der Erde treu blieb, „wurde er für die ewige Rettung all derer verantwortlich, die ihm gehorchen“. Und da „er selbst gelitten hat, als er auf die Probe gestellt wurde, kann er denen zu Hilfe kommen, die auf die Probe gestellt werden“ (Heb. 2:18; 5:8, 9).

      Hervorragend als Lehrer ausgebildet

      9, 10. Welche Ausbildung erhielt Jesus, bevor er zur Erde gesandt wurde?

      9 Werden Christen heute als Missionare ausgesandt, sorgt die leitende Körperschaft dafür, dass sie vorher entsprechend ausgebildet werden. Wurde der Christus für seine Aufgabe ausgebildet? Ja, aber bevor er zum Messias gesalbt wurde, besuchte er weder die rabbinischen Schulen noch lernte er zu Füßen prominenter Religionsführer seiner Tage (Joh. 7:15; vergleiche Apostelgeschichte 22:3). Woher kam denn seine Befähigung als Lehrer?

      10 Was Jesus auch immer von seiner Mutter Maria und seinem Stiefvater Joseph beigebracht wurde — die Hauptausbildung für seinen Dienst erhielt er von allerhöchster Stelle. Er selbst sagte dazu: „Ich habe nicht aus eigenem Antrieb geredet, sondern der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat mir ein Gebot in Bezug auf das gegeben, was ich sagen und was ich reden soll“ (Joh. 12:49). Der Sohn erhielt also konkrete Anweisungen dazu, was er lehren sollte. Bevor er auf die Erde kam, verbrachte er ganz sicher viel Zeit damit, der Unterweisung seines Vaters zuzuhören. Hätte er wohl eine bessere Ausbildung bekommen können?

      11. Wie gut spiegelte Jesus die Liebe seines Vaters zu den Menschen wider?

      11 Seit seiner Erschaffung verband den Sohn eine vertraute Freundschaft mit seinem Vater. In seiner vormenschlichen Existenz konnte Jesus ausgiebig beobachten, wie Gott mit den Menschen umging, und daraus ableiten, was er für sie empfand. Diese Liebe Gottes zu den Menschen spiegelte Jesus so genau wider, dass er — in der Rolle der personifizierten Weisheit — von sich sagen konnte: „Die Dinge, die mir lieb waren, waren bei den Menschensöhnen“ (Spr. 8:22, 31).

      12, 13. (a) Was lernte Jesus daraus, wie sein Vater mit den Israeliten umging? (b) Wie setzte Jesus diese Schulung in die Praxis um?

      12 Zu der Ausbildung, die der Sohn erhielt, gehörte auch Anschauungsunterricht darin, wie sein Vater Probleme meisterte. Nehmen wir nur die Art und Weise, wie Jehova mit den ungehorsamen Israeliten umging. In Nehemia 9:28 heißt es dazu: „Sobald sie Ruhe hatten, taten sie gewöhnlich wieder, was vor dir [Jehova] böse ist, und du überließest sie jeweils der Hand ihrer Feinde, die sie stets niedertraten. Dann kehrten sie jeweils um und riefen zu dir um Hilfe, und du, du pflegtest gar von den Himmeln her zu hören und sie nach deiner überströmenden Barmherzigkeit immer wieder zu befreien.“ Durch das, was Jesus in der Zusammenarbeit mit Jehova und durch Beobachtung lernte, entwickelte er dasselbe Mitgefühl für die Menschen in seinem Gebiet (Joh. 5:19).

      13 Diese Schulung setzte Jesus in die Praxis um, indem er seine Jünger mitfühlend behandelte. Alle seine Apostel, die er so sehr geliebt hatte, ‘verließen ihn und flohen’ in der Nacht vor seinem Tod (Mat. 26:56; Joh. 13:1). Der Apostel Petrus verleugnete Christus sogar drei Mal! Trotzdem hielt Jesus ihnen die Tür offen, zu ihm zurückzukehren. Zu Petrus sagte er: „Ich . . . habe für dich gefleht, dass dein Glaube nicht nachlasse; und du, bist du einst zurückgekehrt, so stärke deine Brüder“ (Luk. 22:32). Und tatsächlich ist das geistige Israel erfolgreich „auf der Grundlage der Apostel und Propheten aufgebaut worden“, und auf den Grundsteinen der Mauer des Neuen Jerusalem stehen die Namen der 12 treuen Apostel des Lammes, Jesus Christus. Bis heute blüht und gedeiht unter der mächtigen Hand Gottes und der Führung seines geliebten Sohnes eine Organisation von Königreichsverkündigern aus gesalbten Christen und ihren treuen Gefährten, den „anderen Schafen“ (Eph. 2:20; Joh. 10:16; Offb. 21:14).

      Wie Jesus lehrte

      14, 15. Worin unterschied sich Jesu Lehren grundsätzlich von dem der Schriftgelehrten und Pharisäer?

      14 Wie setzte Jesus seine Schulung um, wenn er seine Nachfolger unterwies? Die Überlegenheit der Lehrmethoden Jesu wird besonders deutlich, wenn man sie mit denen der Religionsführer seiner Tage vergleicht. Die Schriftgelehrten und Pharisäer ‘machten das Wort Gottes um ihrer Überlieferung willen ungültig’. Ganz anders Jesus: Er redete nicht aus sich selbst, sondern hielt sich eng an das Wort — die Botschaft — Gottes (Mat. 15:6; Joh. 14:10). Wir müssen dasselbe tun.

      15 Es gab noch etwas, was Jesus völlig von den damaligen Religionsführern unterschied. Über die Schriftgelehrten und Pharisäer sagte er einmal: „Alles daher, was sie euch sagen, tut und haltet, aber handelt nicht nach ihren Taten, denn sie sagen es wohl, aber handeln nicht entsprechend“ (Mat. 23:3). Jesus dagegen lebte das, was er lehrte, auch selbst vor. Schauen wir uns ein Paradebeispiel dafür an.

      16. Warum kann man sagen, dass Jesus auch selbst nach seinen Worten aus Matthäus 6:19-21 lebte?

      16 Jesus gab seinen Jüngern den dringenden Rat, sich ‘Schätze im Himmel aufzuhäufen’. (Lies Matthäus 6:19-21.) Hielt er sich auch selbst daran? Ja; er konnte mit Recht von sich behaupten: „Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel des Himmels haben Schlafsitze, der Menschensohn aber hat keine Stätte, wo er sein Haupt niederlegen kann“ (Luk. 9:58). Jesus lebte ganz einfach. Sein Lebensinhalt war es, die gute Botschaft vom Königreich zu verkündigen, und er lebte vor, wie man sich die Sorgen erspart, die das Aufhäufen von Schätzen auf der Erde mit sich bringt. Er machte deutlich, wie viel besser es ist, sich Schätze im Himmel aufzuhäufen, „wo weder Motte noch Rost sie verzehren und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen“. Frage dich: Lebe ich nach Jesu Rat und häufe mir Schätze im Himmel auf?

      Liebenswerte Wesenszüge Jesu

      17. Was für Wesenszüge machten Jesus zu einem so außergewöhnlichen Evangeliumsverkündiger?

      17 Was für Wesenszüge machten Jesus zu einem so außergewöhnlichen Evangeliumsverkündiger? Unter anderem das, was Jesus für die Menschen empfand, denen er half. Er spiegelte hervorragende Eigenschaften Jehovas wider wie Demut, Liebe und Mitgefühl. Deswegen fühlten sich viele zu Jesus hingezogen, wie einige Beispiele zeigen.

      18. Warum kann Jesus als demütig bezeichnet werden?

      18 Nachdem er den Auftrag angenommen hatte, zur Erde zu kommen, „entäußerte [er] sich selbst und nahm Sklavengestalt an und wurde den Menschen gleich“ (Phil. 2:7). Das zeugte von großer Demut. Zudem rümpfte Jesus nie die Nase über die Menschen. Er dachte nie: „Ich bin schließlich aus dem Himmel zu ihnen gekommen, also sollten sie sich gefälligst anhören, was ich ihnen zu sagen habe!“ Anders als so mancher selbst ernannte falsche Messias posaunte er seine Stellung als der echte Messias nie vor sich her. Nicht selten sagte er den Leuten ausdrücklich, sie sollten niemandem erzählen, wer er sei oder was er für sie getan habe (Mat. 12:15-21). Wer sich dafür entschied, ihm nachzufolgen, sollte das lieber aufgrund dessen tun, was er mit eigenen Augen beobachtet hatte. Wie froh konnten Jesu Jünger sein, dass ihr Herr nicht von ihnen erwartete, den vollkommenen Engeln zu gleichen, mit denen er im Himmel zusammen gewesen war!

      19, 20. Wozu trieben Liebe und Mitgefühl Jesus an?

      19 Jesus lebte auch die Haupteigenschaft seines Vaters aus: Liebe (1. Joh. 4:8). Liebe trieb ihn an, andere zu lehren. Denken wir nur an seine Begegnung mit einem jungen Vorsteher. (Lies Markus 10:17-22.) Jesus „empfand Liebe zu ihm“ und wollte ihm helfen. Leider war der Mann nicht bereit, seine vielen Besitztümer aufzugeben, um Jesus nachzufolgen.

      20 Ein weiterer liebenswerter Wesenszug Jesu war sein Mitgefühl. Wie alle unvollkommenen Menschen waren die, die auf Jesus hörten, mit Problemen beladen. Jesus war sich dessen bewusst und lehrte sie mit tiefem Mitgefühl. Bei einer Gelegenheit waren Jesus und die Apostel zum Beispiel ohnehin schon so beschäftigt, dass sie nicht einmal genug Zeit zum Essen hatten. Und dann lief auch noch eine Volksmenge zusammen. Wie reagierte Jesus, als er sie sah? Es „ergriff ihn Mitleid mit ihnen, denn sie waren wie Schafe ohne einen Hirten. Und er fing an, sie viele Dinge zu lehren“ (Mar. 6:34). Jesus nahm den bedauernswerten Zustand der Menschen in seinem Gebiet wahr und verausgabte sich für sie, indem er sie lehrte und Wunder für sie wirkte. So mancher fühlte sich von Jesu liebenswerten Wesenszügen angezogen, ließ sich von seinen Worten anspornen und wurde sein Jünger.

      21. Worum geht es im nächsten Artikel?

      21 Dass wir noch sehr viel mehr aus Jesu Dienst hier auf der Erde lernen können, zeigt der nächste Artikel. Auf welchen weiteren Gebieten können wir uns an Jesus Christus, dem größten Missionar, ein Beispiel nehmen?

  • Nimm dir den größten Missionar zum Vorbild
    Der Wachtturm 2008 | 15. Februar
    • Nimm dir den größten Missionar zum Vorbild

      „Werdet meine Nachahmer, so wie ich Christi Nachahmer bin“ (1. KOR. 11:1).

      1. Warum sollten wir uns Jesus zum Vorbild nehmen?

      DER Apostel Paulus nahm sich den größten Missionar, Jesus Christus, zum Vorbild. Seine Mitchristen forderte Paulus auf: „Werdet meine Nachahmer, so wie ich Christi Nachahmer bin“ (1. Kor. 11:1). Jesus selbst sagte zu seinen Aposteln, nachdem er ihnen Anschauungsunterricht in Demut erteilt und ihnen die Füße gewaschen hatte: „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit so, wie ich euch getan habe, auch ihr tun sollt“ (Joh. 13:12-15). Als Christen sind wir heute genauso verpflichtet, uns am Reden, am Handeln und am Charakter Jesu ein Beispiel zu nehmen (1. Pet. 2:21).

      2. Was ist jedem möglich, auch wenn er nicht von der leitenden Körperschaft als Missionar ausgesandt worden ist?

      2 Im letzten Artikel haben wir gelernt, dass ein Missionar jemand ist, der als Evangeliumsverkündiger ausgesandt wird — also um anderen die gute Botschaft zu überbringen. Dazu warf Paulus einige interessante Fragen auf. (Lies Römer 10:11-15.) Besondere Beachtung verdient die Frage: „Wie aber werden sie hören, ohne dass jemand predigt?“ Paulus zitierte dann folgende Worte aus der Prophezeiung Jesajas: „Wie lieblich sind die Füße derer, die gute Botschaft guter Dinge verkünden!“ (Jes. 52:7). Auch wenn jemand nicht eigens zum Missionar ernannt und in ein fremdes Land ausgesandt worden ist, kann er doch Evangeliumseifer haben und nach dem Vorbild Jesu fleißig die gute Botschaft verkündigen. Im vergangenen Jahr verrichteten 6 957 852 „das Werk eines Evangeliumsverkündigers“ in 236 Ländern und Territorien (2. Tim. 4:5).

      „Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt“

      3, 4. Was ließ Jesus im Himmel hinter sich zurück, und was müssen wir tun, um ihm nachzufolgen?

      3 Jesus musste, um seinen Auftrag auf der Erde zu erfüllen, sein Leben in himmlischer Herrlichkeit hinter sich lassen: „Er entäußerte sich selbst und nahm Sklavengestalt an“ (Phil. 2:7). Was immer es uns auch kostet, seinem Beispiel zu folgen, es dürfte nicht annähernd damit zu vergleichen sein. Aber wenn wir unerschütterlich an der Nachfolge Jesu festhalten wollen, dürfen wir genauso wenig sehnsüchtig zurückblicken — etwa nach dem, was wir vielleicht früher in der Welt Satans alles hatten (1. Joh. 5:19).

      4 Einmal sagte der Apostel Petrus zu Jesus: „Siehe! Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt“ (Mat. 19:27). Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes hatten auf Jesu Einladung hin sofort ihre Netze zurückgelassen — also die Fischerei aufgegeben — und waren ihm nachgefolgt. Sie hatten den christlichen Dienst zu ihrer Berufung gemacht. Lukas gibt die Worte des Petrus in seinem Evangelium wie folgt wieder: „Siehe! Wir haben unsere eigenen Dinge verlassen und sind dir nachgefolgt“ (Luk. 18:28). Wahrscheinlich mussten die wenigsten von uns alle ihre „eigenen Dinge“ verlassen, um Jesus nachzufolgen. Aber wir alle mussten ‘uns selbst verleugnen’, damit wir Nachfolger Jesu und ergebene Diener Jehovas werden konnten (Mat. 16:24). Auf jeden Fall sind wir dafür reich gesegnet worden. (Lies Matthäus 19:29.) Denselben Evangeliumseifer wie Christus zu haben macht uns glücklich, besonders wenn wir irgendwie mit daran beteiligt sein durften, jemand Jehova und seinem geliebten Sohn näherzubringen.

      5. Wofür entscheidet sich so mancher Migrant, wenn er die Wahrheit kennenlernt? Nenne ein Beispiel.

      5 Valmir, ein Brasilianer, der tief im Landesinneren von Suriname als Goldgräber arbeitete, war Alkoholiker und führte ein unsittliches Leben. Als er sich einmal in der Stadt aufhielt, begannen Zeugen Jehovas mit ihm biblische Gespräche. Schon bald studierte er jeden Tag; er änderte seine Lebensweise und ließ sich nach kurzer Zeit taufen. Als ihm klar wurde, dass seine Arbeit es ihm schwer machte, seinem Glauben entsprechend zu leben, verkaufte er sein einträgliches Unternehmen und kehrte nach Brasilien zurück, um dort seinen Angehörigen zu geistigen Schätzen zu verhelfen. Tatsächlich geben nicht wenige Migranten, die die Wahrheit kennengelernt haben, bereitwillig eine gut bezahlte Stelle in einem reichen Land auf und kehren in ihre Heimat zurück, um ihre Verwandten und andere mit Jehova bekannt zu machen. Das zeugt von echtem Evangelisierungseifer!

      6. Was können wir tun, wenn es unsere Umstände nicht erlauben, in ein Gebiet mit größerem Bedarf zu ziehen?

      6 Einige Zeugen Jehovas konnten es einrichten, in Gebiete zu ziehen, wo Königreichsverkündiger dringend gebraucht werden — manche sogar ins Ausland. Aber auch wer dazu nicht in der Lage ist, kann doch Jesu Beispiel nachahmen, indem er im Dienst immer sein Bestes gibt.

      Jehova sorgt für die nötige Ausbildung

      7. Welche Schulen gibt es für die, die ihre Fähigkeiten als Königreichsverkündiger verbessern möchten?

      7 So wie Jesus von seinem Vater ausgebildet wurde, können wir von der Ausbildung profitieren, für die Jehova heute sorgt. Jesus selbst sagte einmal: „Es steht in den Propheten geschrieben: ‚Und sie werden alle von Jehova belehrt sein‘ “ (Joh. 6:45; Jes. 54:13). Es gibt heute etliche Schulen eigens zu dem Zweck, uns als Königreichsverkündiger auszurüsten. Bestimmt hat jeder von uns schon von der Theokratischen Predigtdienstschule in der eigenen Versammlung profitiert. Pioniere dürfen die Pionierdienstschule besuchen, einige langjährige mittlerweile sogar schon zum zweiten Mal. Älteste und Dienstamtgehilfen haben in der Königreichsdienstschule gelernt, bessere Lehrer zu werden und ihren Brüdern und Schwestern besser beizustehen. Viele ledige Älteste und Dienstamtgehilfen sind in der Schule zur dienstamtlichen Weiterbildung ausgerüstet worden, anderen im Predigtwerk weiterzuhelfen. Und zahlreiche Brüder und Schwestern, die als Auslandsmissionare eingesetzt werden, sind in der Wachtturm-Bibelschule Gilead darauf vorbereitet worden.

      8. Was ist die Ausbildung, für die Jehova sorgt, einigen Brüdern sogar wert?

      8 So mancher Zeuge Jehovas hat in seinem Leben einiges umstellen müssen, um eine dieser Schulen besuchen zu können. Yugu aus Kanada zum Beispiel kündigte seine Stelle, weil ihn sein Arbeitgeber nicht für den Besuch der Schule zur dienstamtlichen Weiterbildung freistellen wollte. Trauert er der Stelle nach? „Im Gegenteil“, erklärt er. „Hätte mir die Firma aus Gefälligkeit freigegeben, wäre womöglich von mir erwartet worden, dass ich mich aus Pflichtgefühl längerfristig an sie binde. Aber so kann ich mich von Jehova irgendwo hinschicken lassen, wo er mich vielleicht einmal haben möchte.“ Viele haben etwas, was ihnen früher lieb und teuer war, bereitwillig aufgegeben, um von der Ausbildung zu profitieren, für die Gott sorgt (Luk. 5:28).

      9. Erkläre an einem Beispiel, wie wirkungsvoll biblisch fundierte Schulung sein kann.

      9 Wird biblisch fundierte Schulung mit echtem Eifer umgesetzt, kann sie erstaunliche Wirkung entfalten (2. Tim. 3:16, 17). Das wird an Saulo aus Guatemala deutlich, der von Geburt an leicht geistig behindert ist. Eine Lehrerin sagte seiner Mutter, sie solle ihn nicht zum Lesenlernen zwingen, da ihn das nur unnötig frustrieren würde. Saulo verließ die Schule, ohne lesen zu können. Doch ein Zeuge Jehovas brachte es ihm anhand der Broschüre „Widme dich dem Lesen und Schreiben“ (in Deutsch nicht erhältlich) bei. Nach einiger Zeit konnte Saulo sogar Vorträge in der Theokratischen Predigtdienstschule halten. Als seine Mutter seine ehemalige Lehrerin im Haus-zu-Haus-Dienst traf und ihr davon erzählte, bat die Lehrerin sie, ihren Sohn beim nächsten Mal mitzubringen. Beim Rückbesuch eine Woche später begrüßte die Lehrerin Saulo mit den Worten: „Ich bin schon ganz gespannt, was du mir zu sagen hast!“ Er las daraufhin einen Absatz aus dem Buch Was lehrt die Bibel wirklich? vor. Der Frau kamen die Tränen, sie umarmte Saulo und sagte: „Ich kann es gar nicht fassen, dass du jetzt mir etwas beibringst!“

      Zu Herzen gehendes Lehren

      10. Welches hervorragende Hilfsmittel steht uns zum Lehren zur Verfügung?

      10 Jesus stützte sich beim Lehren immer auf das, was er direkt von Jehova gelernt hatte, beziehungsweise auf die Anleitung in Gottes Wort (Luk. 4:16-21; Joh. 8:28). Wir ahmen sein Beispiel nach, wenn wir uns an seinen Rat halten und uns auf die Heilige Schrift stützen. Das bewirkt, dass wir alle übereinstimmend denken und sprechen und so eine Einheit bilden (1. Kor. 1:10). Sind wir nicht dankbar, dass der „treue und verständige Sklave“ für biblische Veröffentlichungen sorgt, die uns helfen, einheitlich zu lehren, und das Evangelisieren vereinfachen? (Mat. 24:45; 28:19, 20). Dazu gehört zum Beispiel das Buch Was lehrt die Bibel wirklich?, das es mittlerweile in 179 Sprachen gibt.

      11. Was gelang einer Schwester in Äthiopien mithilfe des Buches Was lehrt die Bibel wirklich??

      11 Ein Bibelstudium mit diesem Buch kann sogar bei Gegnern einen Sinneswandel bewirken. Lula, eine Pionierin in Äthiopien, studierte gerade mit einer Frau, als eine Verwandte hereinstürmte, sie abkanzelte und meinte, so ein Studium sei vollkommen überflüssig. Lula versuchte, ruhig und vernünftig mit ihr ins Gespräch zu kommen, und gebrauchte dazu die Veranschaulichung vom Falschgeld in Kapitel 15. Die Frau beruhigte sich und ließ die beiden weiterstudieren. In der nächsten Woche war sie überraschenderweise wieder da und bat um ein eigenes Studium, ja sie bot sogar an, dafür zu bezahlen! Schon bald studierte sie drei Mal wöchentlich und machte schöne Fortschritte.

      12. Zeige an einem Beispiel, wie junge Leute anderen die Wahrheit vermitteln können.

      12 Jugendliche können das Buch auch gut einsetzen. Der 11-jährige Keanu auf Hawaii las in der Schule gerade in dem Buch, als ihn ein Klassenkamerad fragte: „Warum feiert ihr eigentlich keine Feiertage?“ Keanu las ihm direkt aus dem Anhang unter dem Thema „Sollten wir Feiertage feiern?“ die Antwort vor, schlug dann das Inhaltsverzeichnis auf und fragte, welches Thema ihn am meisten interessieren würde. Jetzt studiert er mit dem Jungen die Bibel. Im vergangenen Dienstjahr konnten Jehovas Zeugen 6 561 426 Heimbibelstudien durchführen und dabei häufig das Buch Was lehrt die Bibel wirklich? verwenden. Benutzt du dieses Hilfsmittel bei Bibelstudien?

      13. Was kann ein Bibelstudium bei jemand bewirken?

      13 Bei Menschen, die Gott gefallen möchten, kann ein Bibelstudium mit diesem Buch enorm viel bewirken. Ein Sonderpionierehepaar in Norwegen studierte mit einer Familie aus Sambia. Die Eltern hatten schon drei Töchter und wollten kein weiteres Kind. Als die Frau schwanger wurde, entschieden sie sich deshalb für eine Abtreibung. Ein paar Tage vor dem entscheidenden Arzttermin wurde beim Studium das Kapitel „Das Leben so sehen, wie Gott es sieht“ behandelt. Das Bild von dem ungeborenen Kind berührte die beiden so tief, dass sie es sich anders überlegten. Sie machten weiter gute Fortschritte und nannten ihren neugeborenen Sohn nach dem Bruder, der mit ihnen studierte.

      14. Beschreibe, wie es sich auswirken kann, wenn wir selbst nach dem leben, was wir lehren.

      14 Jesu Lehrmethode zeichnete sich gerade auch dadurch aus, dass er selbst nach dem lebte, was er sagte. Das vorbildliche Verhalten von Jehovas Zeugen, die sich auch darin an Jesus ein Beispiel nehmen, beeindruckt viele. In Neuseeland wurde einem Geschäftsmann das Auto aufgebrochen und eine Aktentasche gestohlen. Als er den Diebstahl anzeigte, sagte ihm der Polizist: „Sie haben nur eine Chance, ihre Sachen wiederzubekommen: wenn ein Zeuge Jehovas sie findet.“ Tatsächlich fand eine Schwester, die Zeitungen austrug, die Tasche. Der Besitzer wurde benachrichtigt und kam zu der Zeugin nach Hause, um sie abzuholen. Zu seiner großen Erleichterung war ein für ihn sehr wertvolles Dokument noch darin. Die Schwester erklärte ihm, dass es sich für sie einfach gehöre, ihm sein Eigentum zurückzugeben, besonders da sie eine Zeugin Jehovas sei. Der Mann staunte nicht schlecht, vor allem nach dem, was ihm morgens der Polizist gesagt hatte. Echte Christen leben wirklich nach dem, was die Bibel lehrt und was Jesus ihnen vorgelebt hat (Heb. 13:18).

      Wie Jesus für die Menschen empfinden

      15, 16. Wodurch können wir erreichen, dass unsere Botschaft anziehend wirkt?

      15 Dass Jesu Botschaft bei den Menschen Anklang fand, lag nicht zuletzt daran, was er für sie empfand. Seine Liebe und Demut zum Beispiel wirkten auf einfache Leute sehr anziehend. Er behandelte die Menschen, die zu ihm kamen, mitfühlend, tröstete sie mit freundlichen Worten und machte viele wieder gesund. (Lies Markus 2:1-5.) Wir können natürlich keine Wunder wirken, aber wir können sehr wohl liebevoll, demütig und mitfühlend mit den Menschen umgehen, sodass die Wahrheit anziehend auf sie wirkt.

      16 Mitgefühl war entscheidend für das, was eine Sonderpionierin namens Tariua auf einer ziemlich entlegenen Insel von Kiribati in der Südsee erlebte. Im Predigtdienst wollte ein älterer Mann namens Beere sie abwimmeln. Aber Tariua fiel auf, dass er halbseitig gelähmt war, und er tat ihr leid. Sie fragte ihn, ob er schon einmal davon gehört habe, was Gott kranken und älteren Menschen verspricht. Dann las sie ihm eine Passage aus der Prophezeiung Jesajas vor. (Lies Jesaja 35:5, 6.) Fasziniert erwiderte der Mann: „Ich lese seit Jahren die Bibel, und seit vielen Jahren besucht mich ein Missionar meiner Religion, aber das habe ich noch nie gelesen!“ Ein Bibelstudium wurde eingerichtet, und Beere machte schöne Fortschritte. Mittlerweile getauft, kümmert er sich trotz seiner schweren Behinderung aufopferungsvoll um eine Verkündigergruppe dort und bearbeitet zu Fuß die ganze Insel mit der guten Botschaft.

      Nimm dir den Christus weiter zum Vorbild

      17, 18. (a) Wie kannst du ein erfolgreicher Evangeliumsverkündiger werden? (b) Was werden alle erleben, die ihren Dienst ernst nehmen?

      17 Freudige Erfahrungen aus dem Predigtdienst zeigen immer wieder, dass wir die gute Botschaft am erfolgreichsten verkündigen können, wenn wir uns durch dieselben Eigenschaften auszeichnen wie Jesus. Sich ihn als Evangeliumsverkündiger zum Vorbild zu nehmen ist also wirklich genau das Richtige.

      18 Als einige im ersten Jahrhundert Jünger Jesu wurden, stellte Petrus die Frage: „Was wird uns eigentlich zuteilwerden?“ Jesus antwortete: „Jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Ländereien verlassen hat, wird vielmal mehr empfangen und wird ewiges Leben erben“ (Mat. 19:27-29). Das werden mit Sicherheit auch wir erleben, wenn wir uns Jesus Christus, den größten Missionar, auch weiter zum Vorbild nehmen.

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