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  • Hiob harrte aus — das ist auch uns möglich
    Der Wachtturm 1994 | 15. November
    • Hiob harrte aus — das ist auch uns möglich

      „Seht! Wir preisen die glücklich, die ausgeharrt haben“ (JAKOBUS 5:11).

      1. Was sagte ein betagter Christ über seine Prüfungen?

      „DER Teufel ist hinter mir her! Ich fühle mich wie Hiob!“ Mit diesen Worten beschrieb A. H. Macmillan seine Empfindungen einem guten Freund im Hauptbüro der Zeugen Jehovas. Bruder Macmillan beendete am 26. August 1966 im Alter von 89 Jahren seinen irdischen Lauf. Er wußte, daß die Anerkennung des treuen Dienstes gesalbter Christen, wie er einer war, ‘gleich mit ihnen geht’ (Offenbarung 14:13). Ja, sie werden zu unvergänglichem himmlischem Leben auferweckt und setzen ihren Dienst für Jehova ohne Unterbrechung fort. Die Freunde von Bruder Macmillan freuten sich, daß er diese Belohnung erhielt. In seinen letzten Lebensjahren auf der Erde waren allerdings verschiedene Prüfungen über ihn gekommen — einschließlich gesundheitlicher Probleme —, die ihm deutlich die Bemühungen Satans vor Augen geführt hatten, seine Lauterkeit Gott gegenüber zu brechen.

      2, 3. Wer war Hiob?

      2 Als Bruder Macmillan sagte, er fühle sich wie Hiob, bezog er sich auf einen Mann, der schwere Glaubensprüfungen durchmachen mußte. Hiob lebte im „Land Uz“, das wahrscheinlich in Nordarabien lag. Als Nachkomme Sems, eines Sohnes Noahs, war Hiob ein Anbeter Jehovas. Seine Prüfungen widerfuhren ihm wahrscheinlich irgendwann zwischen dem Tod Josephs und der Zeit, als Moses seine Rechtschaffenheit unter Beweis stellte. Während jener Zeit gab es auf der Erde niemand, der die gleiche Gottergebenheit hatte wie Hiob. Jehova betrachtete Hiob als untadeligen, rechtschaffenen, gottesfürchtigen Mann (Hiob 1:1, 8).

      3 Als „der größte von allen Orientalen“ hatte Hiob viele Diener, und sein Viehbestand belief sich auf 11 500 Tiere. Von größter Wichtigkeit war für ihn jedoch der geistige Reichtum. Wie gottesfürchtige Väter der heutigen Zeit belehrte Hiob sicher seine sieben Söhne und drei Töchter über Jehova. Selbst als diese nicht mehr in seinem Haus wohnten, amtierte er als Priester der Familie, der Opfer für sie darbrachte, falls sie gesündigt hatten (Hiob 1:2-5).

      4. (a) Warum sollten sich Christen, die verfolgt werden, mit Hiob beschäftigen? (b) Welche Fragen, Hiob betreffend, werden wir behandeln?

      4 Christen, die verfolgt werden, sollten sich mit Hiob beschäftigen, um zusätzliche Kraft für geduldiges Ausharren zu erlangen. „Seht!“ schrieb der Jünger Jakobus. „Wir preisen die glücklich, die ausgeharrt haben. Ihr habt vom Ausharren Hiobs gehört und habt gesehen, welchen Ausgang Jehova gab, daß Jehova voll inniger Zuneigung und barmherzig ist“ (Jakobus 5:11). Wie Hiob müssen die gesalbten Nachfolger Jesu und die heutige „große Volksmenge“ ausharren, um Glaubensprüfungen zu bestehen (Offenbarung 7:1-9). In welchen Prüfungen harrte Hiob aus? Weshalb kamen sie über ihn? Und inwiefern können wir aus seinen Erfahrungen Nutzen ziehen?

      Eine brennende Streitfrage

      5. Von welchen Vorgängen im Himmel wußte Hiob nichts?

      5 Hiob wußte nichts von der großen Streitfrage, die zu seinen Lebzeiten im Himmel zur Sprache gebracht werden sollte. Es begab sich eines Tages, daß „die Söhne des wahren Gottes hineingingen, um sich vor Jehova zu stellen“ (Hiob 1:6). Gottes einziggezeugter Sohn, das WORT, war zugegen (Johannes 1:1-3). Außer den gerechten Engeln waren auch die ungehorsamen ‘Engelsöhne Gottes’ anwesend (1. Mose 6:1-3). Satan befand sich unter ihnen, da er erst nach der Aufrichtung des Königreiches im Jahr 1914 aus dem Himmel geworfen werden sollte (Offenbarung 12:1-12). In den Tagen Hiobs wollte Satan eine brennende Streitfrage zur Sprache bringen. Er hatte vor, die Rechtmäßigkeit der Souveränität Jehovas über alle seine Geschöpfe in Frage zu ziehen.

      6. Was versuchte Satan, und wie verleumdete er Jehova?

      6 „Woher kommst du?“ fragte Jehova. Satan antwortete: „Vom Umherstreifen auf der Erde und vom Umherwandeln auf ihr“ (Hiob 1:7). Er war auf der Suche gewesen, wen er verschlingen konnte (1. Petrus 5:8, 9). Dadurch, daß Satan die Lauterkeit einzelner Diener Jehovas brach, wollte er beweisen, daß niemand Gott aus Liebe völlig gehorsam ist. Jehova richtete mit Bezug auf diesen Streitpunkt folgende Frage an Satan: „Hast du dein Herz auf meinen Knecht Hiob gerichtet, daß es seinesgleichen keinen gibt auf der Erde, einen Mann, untadelig und rechtschaffen, gottesfürchtig und von Schlechtem weichend?“ (Hiob 1:8). Hiob entsprach unter Berücksichtigung seiner Unvollkommenheit den Maßstäben Gottes (Psalm 103:10-14). Doch Satan erwiderte: „Ist es etwa umsonst, daß Hiob Gott gefürchtet hat? Hast nicht du selbst um ihn und um sein Haus und um alles, was er hat, ringsum eine Hecke aufgerichtet? Das Werk seiner Hände hast du gesegnet, und sein Viehbestand, er hat sich ausgebreitet auf der Erde“ (Hiob 1:9, 10). Der Teufel verleumdete Jehova somit durch die Unterstellung, niemand würde ihn um seiner selbst willen lieben und anbeten, sondern er würde die Geschöpfe bestechen, damit sie ihm dienten. Satan behauptete, Hiob würde Gott um selbstsüchtiger Vorteile willen dienen, nicht aus Liebe.

      Satan greift an

      7. Wie forderte der Teufel Gott heraus, und wie reagierte Jehova darauf?

      7 „Aber“, sagte Satan, „zur Abwechslung strecke bitte deine Hand aus, und taste alles an, was er hat, und sieh, ob er dir nicht direkt ins Angesicht fluchen wird.“ Wie würde Gott auf diese beleidigende Herausforderung reagieren? „Siehe!“ sagte Jehova. „Alles, was er hat, ist in deiner Hand. Nur gegen ihn selbst strecke deine Hand nicht aus!“ Der Teufel hatte darauf hingewiesen, daß sich alles, was Hiob gehörte, deshalb mehrte, weil Gott es segnete und mit einer Hecke umgab. Gott wollte zulassen, daß Hiob Leid widerfuhr, aber sein Körper sollte nicht angerührt werden. Voll böser Absichten verließ Satan die Zusammenkunft (Hiob 1:11, 12).

      8. (a) Welchen materiellen Verlust erlitt Hiob? (b) Was war das „Feuer Gottes“ in Wirklichkeit?

      8 Wenig später begann Satans Angriff. Einer der Diener Hiobs überbrachte seinem Herrn die schlechte Nachricht: „Die Rinder waren gerade beim Pflügen, und die Eselinnen weideten an ihrer Seite, als die Sabäer einfielen und sie wegnahmen, und sie schlugen die Bediensteten mit der Schärfe des Schwertes nieder“ (Hiob 1:13-15). Die Hecke um den Besitz Hiobs war entfernt worden. Unverzüglich gingen die dämonischen Mächte ans Werk, denn ein anderer Diener berichtete: „Ja Feuer Gottes fiel von den Himmeln und loderte dann unter den Schafen und den Bediensteten und verzehrte sie“ (Hiob 1:16). Wie teuflisch, den Anschein zu erwecken, als sei Gott dafür verantwortlich, daß solches Unglück auch seine eigenen Diener traf! Da Blitze vom Himmel kommen, hätte man Jehova leicht die Schuld geben können, aber in Wirklichkeit war das Feuer dämonischen Ursprungs.

      9. Wie beeinflußte Hiobs wirtschaftlicher Ruin sein Verhältnis zu Gott?

      9 Nach dem nächsten Angriff Satans berichtete ein anderer Diener, daß die Chaldäer Hiobs Kamele weggenommen und die übrigen Bediensteten getötet hatten (Hiob 1:17). Obwohl Hiob nun wirtschaftlich ruiniert war, wurde dadurch sein Verhältnis zu Gott nicht zerstört. Könntest du großen materiellen Verlust ertragen, ohne deine Lauterkeit Jehova gegenüber aufzugeben?

      Eine noch größere Tragödie

      10, 11. (a) Was geschah mit den zehn Kindern Hiobs? (b) Wie betrachtete Hiob Jehova nach dem tragischen Tod seiner Kinder?

      10 Damit war der Angriff des Teufels gegen Hiob aber noch nicht abgeschlossen. Ein weiterer Diener berichtete: „Deine Söhne und deine Töchter aßen und tranken Wein im Haus ihres Bruders, des erstgeborenen. Und siehe, ein gewaltiger Wind kam aus der Gegend der Wildnis, und er stieß dann an die vier Ecken des Hauses, so daß es auf die jungen Leute fiel und sie starben. Und ich konnte entrinnen, nur ich allein, um es dir mitzuteilen“ (Hiob 1:18, 19). Jemand, dem nicht alle Fakten bekannt sind, könnte meinen, daß die durch den Wind angerichtete Zerstörung höhere Gewalt oder etwas von Gott Verursachtes gewesen sei. In Wirklichkeit waren dämonische Kräfte darauf bedacht gewesen, Hiob an einem besonders empfindlichen Punkt zu treffen.

      11 In tiefster Trauer ‘zerriß Hiob sein ärmelloses Obergewand, schnitt das Haar seines Hauptes ab, fiel zur Erde und beugte sich nieder’. Doch hören wir seine Worte: „Jehova selbst hat gegeben, und Jehova selbst hat weggenommen. Der Name Jehovas sei fernerhin gesegnet!“ Der Bericht lautet weiter: „In all diesem sündigte Hiob nicht, noch schrieb er Gott irgend etwas Ungebührliches zu“ (Hiob 1:20-22). Satan hatte eine weitere Niederlage erlitten. Wie sollten wir uns als Diener Jehovas verhalten, wenn uns jemand durch den Tod genommen wird und wir sehr traurig sind? Selbstlose Ergebenheit Jehova gegenüber und Vertrauen zu ihm können uns helfen, wie Hiob als Bewahrer der Lauterkeit auszuharren. Den Gesalbten und ihren Gefährten, die die irdische Hoffnung haben, kann der Bericht über das Ausharren Hiobs gewiß Trost und Kraft geben.

      Die Auseinandersetzung wegen der Streitfrage wird hitziger

      12, 13. Wozu forderte der Teufel bei einer weiteren Zusammenkunft im Himmel auf, und wie reagierte Gott darauf?

      12 Jehova berief bald eine weitere Zusammenkunft in den himmlischen Höfen ein. Hiob war zu einem kinderlosen, armen Mann geworden, der scheinbar von Gott geschlagen worden war, aber seine Lauterkeit war ungebrochen. Satan würde natürlich nicht zugeben, daß seine Anklagen gegen Gott und gegen Hiob unbegründet gewesen waren. Jetzt sollten die ‘Söhne Gottes’ die Argumente und die Gegenargumente hören, während Jehova den Teufel dazu brachte, sich in der Streitfrage auf die entscheidende Auseinandersetzung einzulassen.

      13 Jehova forderte von Satan Rechenschaft, indem er ihn fragte: „Von woher kommst du denn?“ Wie lautete dessen Antwort? „Vom Umherstreifen auf der Erde und vom Umherwandeln auf ihr.“ Jehova lenkte die Aufmerksamkeit erneut auf seinen untadeligen, rechtschaffenen, gottesfürchtigen Diener Hiob, der an seiner Lauterkeit festhielt. Darauf entgegnete der Teufel: „Haut um Haut, und alles, was ein Mensch hat, wird er für seine Seele geben. Strecke zur Abwechslung doch deine Hand aus, und rühre an sein Gebein und sein Fleisch, und sieh, ob er dir nicht direkt ins Angesicht fluchen wird.“ Daher sagte Gott: „Da ist er in deiner Hand! Nur auf seine Seele gib acht!“ (Hiob 2:2-6). Mit dem Hinweis darauf, daß Jehova noch nicht alle schützenden Barrieren beseitigt hatte, forderte Satan dazu auf, Hiobs Gebein und sein Fleisch anzutasten. Dem Teufel wurde nicht gestattet, Hiob zu töten; doch Satan wußte, daß körperliche Schmerzen Hiob quälen und ihn möglicherweise glauben machen würden, wegen verborgener Sünden von Gott bestraft zu werden.

      14. Womit schlug Satan Hiob, und warum konnte ihm kein Mensch Erleichterung verschaffen?

      14 Nachdem Satan aus der Zusammenkunft entlassen worden war, machte er sich mit diabolischer Freude ans Werk. Er schlug Hiob „von seiner Fußsohle bis zu seinem Scheitel mit bösartigen entzündeten Beulen“. Welche Schmerzen Hiob doch erduldet haben muß, als er inmitten der Asche saß und sich mit einer Tonscherbe schabte! (Hiob 2:7, 8). Kein menschlicher Arzt konnte ihm bei dieser furchtbar schmerzhaften, ekelerregenden Krankheit, die ihn erniedrigte, Erleichterung verschaffen, da sie durch satanische Kräfte verursacht worden war. Nur Jehova hätte Hiob heilen können. Wenn du als ein Diener Jehovas an Krankheiten leidest, vergiß eines nie: Gott kann dir helfen auszuharren und dir Leben in einer neuen Welt ohne Krankheiten geben (Psalm 41:1-3; Jesaja 33:24).

      15. Wozu wurde Hiob von seiner Frau aufgefordert, und wie reagierte er darauf?

      15 Schließlich sagte Hiobs Frau sogar: „Hältst du noch an deiner unversehrten Lauterkeit fest? Fluche Gott und stirb!“ Unter „unversehrter Lauterkeit“ versteht man untadelige Ergebenheit, und Hiobs Frau wollte ihren Mann durch möglicherweise sarkastisch formulierte Äußerungen dazu bringen, Gott zu fluchen. Doch Hiob antwortete: „Wie eine der unverständigen Frauen redet, redest auch du. Sollen wir nur, was gut ist, von dem wahren Gott annehmen und nicht auch annehmen, was schlecht ist?“ Auch diese List Satans schlug fehl, denn es heißt: „In all diesem sündigte Hiob nicht mit seinen Lippen“ (Hiob 2:9, 10). Stellen wir uns vor, gegnerische Angehörige würden es als töricht bezeichnen, daß wir uns im christlichen Werk verausgaben, und uns auffordern, uns von Jehova Gott loszusagen. Wie Hiob können wir eine solche Prüfung bestehen, weil wir Jehova lieben und seinen heiligen Namen preisen wollen (Psalm 145:1, 2; Hebräer 13:15).

      Drei arrogante Schwindler

      16. Wer kam, um Hiob angeblich zu trösten, doch wie gebrauchte Satan sie für seine Zwecke?

      16 Nun tauchten drei „Gefährten“ auf, angeblich, um Hiob zu trösten, aber in Wirklichkeit erwies sich ihr Auftritt als weitere satanische List. Einer von ihnen war Eliphas, wahrscheinlich ein Nachkomme Abrahams durch Esau. Da Eliphas beim Reden den Vorrang hatte, war er zweifellos der älteste. Auch Bildad, ein Nachkomme Schuachs, des Sohnes Abrahams und Keturas, war gekommen. Der dritte war Zophar, der als Naamathiter bezeichnet wird, was auf seine Familie oder seinen Wohnort hinweist, der möglicherweise in Nordwestarabien lag (Hiob 2:11; 1. Mose 25:1, 2; 36:4, 11). Genauso, wie Satan die drei benutzte, um Hiob dazu zu bringen, sich dessen, was sie ihm zu Unrecht unterstellten, als schuldig zu bekennen und seine Lauterkeit aufzugeben, so bedient er sich auch heute gewisser Personen, die Zeugen Jehovas veranlassen möchten, sich von Gott loszusagen.

      17. Was taten die drei Besucher, aber was versäumten sie sieben Tage und sieben Nächte lang zu tun?

      17 Dadurch, daß sie weinten, ihre Gewänder zerrissen und Staub auf ihr Haupt streuten, heuchelten die drei großes Mitgefühl. Doch dann saßen sie sieben Tage und sieben Nächte bei Hiob, ohne ein Wort des Trostes zu äußern! (Hiob 2:12, 13; Lukas 18:10-14). Den drei arroganten Schwindlern ermangelte es so sehr an Geistiggesinntheit, daß sie nichts Tröstliches über Jehova und seine Verheißungen zu sagen wußten. Statt dessen zogen sie falsche Schlüsse, die sie gegen Hiob verwendeten, sobald ihre leere Geste der öffentlichen Trauer ein Ende hatte. Interessanterweise nahm vor Ablauf des siebentägigen Schweigens ein junger Mann namens Elihu in Hörweite Platz.

      18. Warum sehnte sich Hiob nach Frieden im Tod?

      18 Hiob brach schließlich das Schweigen. Da ihm die drei Besucher überhaupt keinen Trost vermittelt hatten, verfluchte er den Tag seiner Geburt und fragte sich, warum sein elendes Leben verlängert worden sei. Er sehnte sich nach Frieden im Tod, da er sich angesichts dessen, daß er nun arm, der Kinder beraubt und schwer krank war, nicht vorstellen konnte, jemals wieder echte Freude verspüren zu können, bevor er starb. Aber Gott würde nicht zulassen, daß man Hiob in den Tod trieb (Hiob 3:1-26).

      Hiobs Ankläger greifen an

      19. Welche Falschanklagen brachte Eliphas gegen Hiob vor?

      19 In den drei Redegängen, durch die Hiobs Lauterkeit weiter geprüft wurde, sprach Eliphas jeweils als erster. In seiner ersten Rede fragte er: „Wo sind die Rechtschaffenen je ausgetilgt worden?“ Er schloß daraus, Hiob müsse etwas Böses getan haben und werde nun dafür von Gott bestraft (Hiob, Kapitel 4, 5). In seiner zweiten Rede zog Eliphas Hiobs Weisheit ins Lächerliche und fragte: „Was weißt du denn, was wir nicht wissen?“ Eliphas deutete an, Hiob suche sich über den Allmächtigen zu erheben. Am Ende seines zweiten Angriffs stellte er ihn als jemand hin, der der Abtrünnigkeit, der Bestechung und des Truges schuldig sei (Hiob, Kapitel 15). In seiner letzten Rede klagte er Hiob fälschlicherweise aller Arten von Verbrechen an: Er sei ein Wucherer, er enthalte dem Bedürftigen Wasser und Brot vor und bedrücke Witwen und Waisen (Hiob, Kapitel 22).

      20. Wodurch zeichneten sich Bildads Angriffe auf Hiob aus?

      20 Bildad sprach in den drei Redegängen immer als zweiter und folgte gewöhnlich dem allgemeinen Thema des Eliphas; seine Reden waren kürzer, aber dafür bissiger. Er unterstellte sogar Hiobs Kindern, sie hätten Böses getan und daher den Tod verdient. In einer fehlgeleiteten Schlußfolgerung gebrauchte er folgendes Beispiel: So, wie Papyrus und Schilf ohne Wasser verdorren und absterben, so „sind die Pfade all derer, die Gott vergessen“. Diese Erklärung ist zwar richtig, aber auf den gottesfürchtigen Hiob traf sie keinesfalls zu (Hiob, Kapitel 8). Bildad bezeichnete Hiobs Betrübnisse fälschlicherweise als Schläge, die über die Bösen kommen (Hiob, Kapitel 18). In seiner kurzen dritten Rede behauptete Bildad, der Mensch sei eine „Made“ und ein „Wurm“ und daher in Gottes Augen unrein (Hiob, Kapitel 25).

      21. Welche Beschuldigung brachte Zophar gegen Hiob vor?

      21 Zophar sprach jeweils als dritter. Im großen und ganzen führte er die gleichen Argumente an wie Eliphas und Bildad. Zophar beschuldigte Hiob der Bosheit und forderte ihn auf, seine sündigen Handlungen abzulegen (Hiob, Kapitel 11, 20). Nach zwei Redegängen schwieg Zophar. Er hatte in dem dritten Redegang nichts mehr hinzuzufügen. Doch die ganze Zeit antwortete Hiob mutig seinen Anklägern. So sagte er bei einer Gelegenheit: „Ihr alle seid leidige Tröster! Gibt es ein Ende für windige Worte?“ (Hiob 16:2, 3).

      Wir können ausharren

      22, 23. (a) Was könnte sich der Teufel wie in Hiobs Fall zunutze machen, um unsere Lauterkeit Jehova Gott gegenüber zu brechen? (b) Was könnten wir uns in bezug auf die Einstellung Hiobs fragen, obwohl er in den verschiedenen Prüfungen ausharrte?

      22 Wie Hiob können auch wir es mit mehreren Prüfungen gleichzeitig zu tun haben, und Satan mag sich in seinem Bemühen, unsere Lauterkeit zu brechen, Entmutigung und andere Umstände zunutze machen. Er versucht vielleicht, daß wir uns aufgrund von wirtschaftlichen Problemen gegen Jehova wenden. Wenn ein Angehöriger stirbt oder sich unsere Gesundheit verschlechtert, mag Satan uns dazu zu verleiten suchen, Gott die Schuld zu geben. Gegen uns mögen sogar Falschanklagen erhoben werden ähnlich denen, die die Gefährten Hiobs vorbrachten. Wie Bruder Macmillan andeutete, kann Satan „hinter uns hersein“, aber wir können ausharren.

      23 Unsere Betrachtung hat uns gezeigt, daß Hiob in den verschiedenen Prüfungen ausharrte. Doch harrte er nur aus? War sein Geist tatsächlich gebrochen? Wir wollen sehen, ob Hiob wirklich jegliche Hoffnung verloren hatte.

  • Hiobs Belohnung — eine Quelle der Hoffnung
    Der Wachtturm 1994 | 15. November
    • Hiobs Belohnung — eine Quelle der Hoffnung

      „Jehova ... segnete das Ende Hiobs danach mehr als seinen Anfang“ (HIOB 42:12).

      1. Was tut Jehova für seine Diener, selbst wenn diese aufgrund von Prüfungen sehr geschwächt sind?

      JEHOVA ist für diejenigen, „die ihn ernstlich suchen, ein Belohner“ (Hebräer 11:6). Er motiviert seine ergebenen Diener, mutig Zeugnis zu geben, auch wenn sie aufgrund von Prüfungen so ‘kraftlos wie im Tod’ sind (Hiob 26:5; Offenbarung 11:3, 7, 11). So war es auch im Fall des leidenden Hiob. Obwohl er von drei falschen Tröstern verleumdet wurde, schwieg er nicht aus Menschenfurcht. Er gab statt dessen ein mutiges Zeugnis.

      2. In welchem Entschluß haben überstandene Prüfungen wie Verfolgung und Not Jehovas Zeugen bestärkt?

      2 Viele Zeugen Jehovas der Neuzeit litten so schwer unter Verfolgung und Not, daß sie dem Tod nahe waren (2. Korinther 11:23). Doch wie Hiob haben sie Liebe zu Gott bewiesen und Gerechtigkeit geübt (Hesekiel 14:14, 20). Überstandene Prüfungen bestärkten sie in dem Entschluß, Jehova weiterhin zu gefallen sowie mutig Zeugnis zu geben, und sie waren danach mit echter Hoffnung erfüllt.

      Hiob gibt ein mutiges Zeugnis

      3. Was für ein Zeugnis gab Hiob in seiner letzten Rede?

      3 Hiob gab in seiner letzten Rede ein noch größeres Zeugnis als zuvor. Er brachte seine falschen Tröster vollständig zum Schweigen. Mit beißendem Sarkasmus sagte er zu einem von ihnen: „O wie sehr hast du doch einem Kraftlosen geholfen!“ (Hiob 26:2). Hiob pries Jehova, dessen Macht bewirkt, daß unsere Erdkugel im Weltraum an nichts hängt und daß die mit Wasser beladenen Wolken über der Erde schweben (Hiob 26:7-9). Doch wie Hiob sagte, sind solche Wunder nur ‘die Säume der Wege Jehovas’ (Hiob 26:14).

      4. Was sagte Hiob in bezug auf Lauterkeit, und warum konnte er sich so äußern?

      4 Hiob war so von seiner Unschuld überzeugt, daß er erklärte: „Bis ich verscheide, werde ich meine unversehrte Lauterkeit nicht von mir weichen lassen!“ (Hiob 27:5). Entgegen den Falschanklagen, die ihm ins Gesicht geschleudert worden waren, hatte er nichts getan, wofür er das verdient gehabt hätte, was über ihn gekommen war. Hiob wußte, daß Jehova die Gebete Abtrünniger nicht erhört, Bewahrer der Lauterkeit dagegen belohnt. Das sollte uns daran erinnern, daß bald im Sturm von Harmagedon die Bösen aus ihrer Machtstellung entfernt werden ohne jede Chance, der schonungslosen Hand Gottes zu entgehen. Bis dahin wird Jehovas Volk in seiner unversehrten Lauterkeit wandeln (Hiob 27:11-23).

      5. Wie beschrieb Hiob die wahre Weisheit?

      5 Stellen wir uns nun vor, wie das weltlich weise Dreiergespann Hiobs Ausführungen darüber zuhörte, daß der Mensch geschickt darin ist, Gold, Silber und andere Kostbarkeiten in der Erde und im Meer zu finden. „Doch ein Beutel mit Weisheit ist mehr wert als ein Beutel voll Perlen“, stellte er fest (Hiob 28:18). Hiobs falsche Tröster konnten keine wahre Weisheit kaufen. Deren Quell ist der Schöpfer des Windes, des Regens, der Blitze und des Donners. Ja, die ehrerbietige „Furcht Jehovas — das ist Weisheit, und sich vom Schlechten abwenden ist Verstand“ (Hiob 28:28).

      6. Warum kam Hiob auf frühere Zeiten zu sprechen?

      6 Hiob hörte trotz seiner Leiden nicht auf, Jehova zu dienen. Statt sich vom Höchsten abzuwenden, sehnte sich dieser Mann der unversehrten Lauterkeit nach seinem früheren „trauten Umgang mit Gott“ (Hiob 29:4). Hiob prahlte nicht, als er berichtete, daß er ‘den Niedergedrückten befreite, sich mit Gerechtigkeit bekleidete und ein wirklicher Vater für die Armen war’ (Hiob 29:12-16). Diese Fakten konnte er aus seinem Leben als treuer Diener Jehovas anführen. Hast du dir einen solch vortrefflichen Ruf erworben? Hiob deckte natürlich auch auf, wie unzutreffend die Anklagen der drei scheinheiligen Betrüger waren.

      7. Was für ein Mensch war Hiob?

      7 Hiob wurde von jüngeren Männern ausgelacht, ‘deren Väter den Hunden seiner Kleinviehherde beizugesellen er abgelehnt hätte’. Man empfand Abscheu vor ihm und spie ihn an. Obwohl Hiob schwer krank war, nahm niemand Rücksicht auf ihn (Hiob 30:1, 10, 30). Weil er Jehova rückhaltlos ergeben war, hatte er jedoch ein reines Gewissen und konnte sagen: „Er [wird] mich auf genauer Waage wiegen, und Gott wird meine unversehrte Lauterkeit erkennen“ (Hiob 31:6). Hiob war weder ein Ehebrecher noch ein Intrigant, und er hatte nicht versäumt, dem Bedürftigen zu helfen. Obwohl er reich gewesen war, hatte er nie auf materiellen Reichtum vertraut. Außerdem hatte Hiob keinen Götzendienst getrieben, indem er unbelebte Dinge wie den Mond verehrt hätte (Hiob 31:26-28). Da er auf Gott vertraute, gab er ein hervorragendes Beispiel als Bewahrer der Lauterkeit. Trotz all seiner Leiden und trotz der Anwesenheit der falschen Tröster verteidigte sich Hiob geschickt und gab ein hervorragendes Zeugnis. Seine Worte waren zu Ende, er blickte zu Gott als seinem Richter und Belohner auf (Hiob 31:35-40).

      Elihu spricht

      8. Wer war Elihu, und wodurch bewies er sowohl Respekt als auch Mut?

      8 In der Nähe befand sich der junge Mann Elihu, ein Nachkomme von Nahors Sohn Bus und somit ein entfernter Verwandter Abrahams, des Freundes Jehovas (Jesaja 41:8). Elihu bewies dadurch Respekt vor älteren Männern, daß er sich beide Seiten anhörte. Doch er äußerte sich mutig zu ihren irrigen Aussagen. Sein Zorn entbrannte beispielsweise darüber, daß Hiob „eher seine eigene Seele gerechtsprach als Gott“. Elihus Zorn richtete sich aber vor allem gegen die falschen Tröster. Durch ihre Erklärungen schienen sie Gott zu preisen, doch in Wirklichkeit schmähten sie ihn, weil sie sich in der Auseinandersetzung auf die Seite Satans stellten. „Voll von Worten“ und von heiligem Geist gedrängt, war Elihu ein unparteiischer Zeuge für Jehova (Hiob 32:2, 18, 21).

      9. Welchen Hinweis auf eine Wiederherstellung für Hiob gab Elihu?

      9 Hiob war mehr auf seine eigene Rechtfertigung bedacht als auf die Rechtfertigung Gottes. Er hatte tatsächlich gegen Gott gestritten. Doch als Hiobs Seele dem Tod nahe war, gab es einen Hinweis auf Wiederherstellung. Inwiefern? Nun, Elihu wurde veranlaßt, folgende Botschaft zu äußern, mit der Jehova Hiob begünstigte: „Erlaß es ihm, in die Grube hinabzufahren! Ich habe ein Lösegeld gefunden! Sein Fleisch werde frischer als in der Jugend; er kehre zurück zu den Tagen seiner Jugendkraft“ (Hiob 33:24, 25).

      10. Wie weit sollte Hiobs Prüfung gehen, doch wovon können wir gemäß 1. Korinther 10:13 überzeugt sein?

      10 Elihu wies Hiob zurecht wegen dessen Aussage, es habe keinen Nutzen, dadurch an Gott Wohlgefallen zu finden, daß man die Lauterkeit bewahrt. Er sagte: „Fern sei es von dem wahren Gott, böse zu handeln, und vom Allmächtigen, unrecht zu handeln! Denn gemäß der Handlungsweise des Erdenmenschen wird er ihn belohnen.“ Hiob ging zwar übereilt daran, seine eigene Gerechtigkeit zu betonen, aber er tat es ohne ausreichende Erkenntnis und Einsicht. Elihu sagte außerdem: „Laß Hiob bis zum äußersten geprüft werden wegen seiner Entgegnungen unter schadenstiftenden Männern“ (Hiob 34:10, 11, 35, 36). In ähnlicher Weise können wir unseren Glauben und unsere Lauterkeit nur dann völlig unter Beweis stellen, wenn wir in irgendeiner Hinsicht „bis zum äußersten geprüft werden“. Unser liebevoller himmlischer Vater wird allerdings nicht zulassen, daß wir über unser Vermögen versucht werden (1. Korinther 10:13).

      11. Woran sollten wir in schweren Prüfungen denken?

      11 Elihu zeigte dann nochmals, daß Hiob zuviel Nachdruck auf seine eigene Gerechtigkeit legte. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit sollte unser großer Erschaffer stehen (Hiob 35:2, 6, 10). Gott „wird keinen Bösen am Leben erhalten, sondern das Recht der Niedergedrückten wird er gewähren“, sagte Elihu (Hiob 36:6). Niemand kann Gottes Weg gegen ihn zur Rechenschaft ziehen und sagen, Gott habe Ungerechtigkeit begangen. Er ist erhabener, als wir erkennen können, und seine Jahre sind unerforschlich — ohne Ende (Hiob 36:22-26). In schweren Prüfungen sollten wir daran denken, daß unser ewiger Gott gerecht ist und uns für unsere treue Tätigkeit, die wir zu seinem Lobpreis verrichten, belohnen wird.

      12. Was geht aus Elihus Schlußbemerkungen über Gottes Strafgericht an den Bösen hervor?

      12 Während Elihu sprach, zog ein Sturm auf. Als er näher kam, begann Elihus Herz zu hüpfen und zu zittern. Er sprach von großen Dingen, die Jehova getan hatte, und sagte: „Gib doch diesem Gehör, o Hiob; steh still, und achte auf die wunderbaren Werke Gottes.“ Wie Hiob müssen wir über die wunderbaren Werke und die furchteinflößende Würde Gottes nachdenken. „Was den Allmächtigen betrifft, wir haben ihn nicht ergründet“, erklärte Elihu. „Er ist erhaben an Macht, und Recht und der Gerechtigkeit Fülle wird er nicht schmälern. Mögen die Menschen ihn daher fürchten“ (Hiob 37:1, 14, 23, 24). Elihus Schlußbemerkungen erinnern uns daran, daß Gott, wenn er bald das Strafgericht an den Bösen vollstreckt, das Recht und die Gerechtigkeit nicht schmälern und diejenigen, die ihn als seine ergebenen Anbeter fürchten, bewahren wird. Welch ein Vorrecht, zu den Bewahrern der Lauterkeit zu gehören, die Jehova als universellen Souverän anerkennen! Harre aus wie Hiob, und laß dich vom Teufel niemals von deinem gesegneten Platz inmitten dieser glücklichen Scharen fortlocken.

      Jehova antwortet Hiob

      13, 14. (a) Worüber begann Jehova Hiob zu befragen? (b) Was können wir aus anderen Fragen lernen, die Gott Hiob stellte?

      13 Wie erstaunt Hiob gewesen sein muß, als Jehova aus dem Windsturm zu ihm sprach. Im Gegensatz zu dem gewaltigen Wind, durch den Satan das Haus einstürzen und Hiobs Kinder töten ließ, wurde dieser Sturm tatsächlich von Gott verursacht. Hiob war sprachlos, als Gott fragte: „Wo befandest du dich, als ich die Erde gründete? ... wer hat ihren Eckstein gelegt, als die Morgensterne miteinander jubelten und alle Söhne Gottes beifällig zu jauchzen begannen?“ (Hiob 38:4, 6, 7). Jehova überhäufte Hiob mit Fragen über das Meer, die Wolken als dessen Gewand, die Morgenröte, die Tore des Todes, Licht und Finsternis sowie über die Sternbilder. Hiob wußte nichts zu sagen, als er gefragt wurde: „Hast du die Satzungen der Himmel erkannt?“ (Hiob 38:33).

      14 Andere Fragen zeigten, daß Gott, bevor der Mensch erschaffen wurde und die Herrschaft über die Fische, die Vögel, die wildlebenden Tiere und die Kriechtiere erhielt, für diese Tiere sorgte — ohne Hilfe oder Rat von Menschen. Weitere Fragen Jehovas drehten sich um Geschöpfe wie den Wildstier, den Strauß und das Pferd. Hiob wurde gefragt: „Ist es auf deinen Befehl, daß ein Adler aufwärts fliegt und daß er sein Nest hoch oben baut?“ (Hiob 39:27). Natürlich nicht! Stellen wir uns Hiobs Reaktion vor, als Gott ihn fragte: „Sollte ein Tadler mit dem Allmächtigen irgendwie streiten?“ Kein Wunder, daß Hiob sagte: „Siehe! Ich bin von geringer Bedeutung geworden. Was soll ich dir erwidern? Ich habe meine Hand auf meinen Mund gelegt.“ (Hiob 40:2, 4)! Da Jehova immer recht hat, sollten wir uns nie dazu hinreißen lassen, uns über ihn zu beklagen, sondern sollten ‘unsere Hand auf unseren Mund legen’. Gottes Fragen verherrlichten auch seine Erhabenheit, seine Würde und seine Macht, wie sie in der Schöpfung zum Ausdruck kommen.

      Behemoth und Leviathan

      15. Um welches Tier handelt es sich bei dem Behemoth, wie allgemein angenommen wird, und was sind einige seiner charakteristischen Merkmale?

      15 Jehova führte als nächstes den Behemoth an, bei dem es sich um das Nilpferd handelt, wie allgemein angenommen wird (Hiob 40:15-24). Dieses Tier, das durch seine gewaltige Größe, sein enormes Gewicht und seine widerstandsfähige Haut auffällt, ist ein Pflanzenfresser, ‘es frißt grünes Gras’. Seine gewaltige Kraft und Stärke ist in seinen Hüften und in den Muskelsträngen seines Leibes. Seine Beinknochen sind so stark wie „Röhren von Kupfer“. Der Behemoth gerät in reißendem Wasser nicht in Panik, sondern schwimmt leicht gegen die Strömung an.

      16. (a) Auf welches Tier paßt die Beschreibung des Leviathans, und welche Tatsachen gibt es über ihn zu berichten? (b) Was wird durch die Kraft des Behemoths und des Leviathans angedeutet, wenn es darum geht, Aufgaben im Dienst Jehovas zu erfüllen?

      16 Gott fragte Hiob auch: „Kannst du den Leviathan mit einem Angelhaken herausziehen? Oder kannst du mit einem Seil seine Zunge niederhalten?“ Die Beschreibung des Leviathans paßt auf das Krokodil (Hiob 41:1-34). Es wird mit niemandem einen Friedensbund schließen, und kein weiser Mensch ist so kühn, das Reptil aufzustören. Pfeile können es nicht verjagen, und es „lacht beim Sausen eines Wurfspießes“. Ein erzürnter Leviathan läßt die Tiefen sieden wie einen Topf, in dem Salben zubereitet werden. Die Tatsache, daß der Leviathan und der Behemoth viel stärker waren als Hiob, veranlaßte ihn, sich zu demütigen. Auch wir müssen demütig anerkennen, daß wir an sich nicht stark sind. Wir benötigen Weisheit und Kraft von Gott, um den Fängen Satans, der Schlange, zu entgehen und um unsere Aufgaben im Dienst Jehovas zu erfüllen (Philipper 4:13; Offenbarung 12:9).

      17. (a) Inwiefern würde Hiob „Gott erblicken“? (b) Was wurde durch die Fragen bewiesen, die Hiob nicht beantworten konnte, und was läßt uns das erkennen?

      17 Völlig gedemütigt gab Hiob zu, daß sein Standpunkt verkehrt war und er ohne Verstand geredet hatte. Er brachte allerdings seine Überzeugung zum Ausdruck, er werde „Gott erblicken“ (Hiob 19:25-27). Wie sollte das geschehen, da doch kein Mensch Jehova sehen und leben kann? (2. Mose 33:20). Hiob sah tatsächlich die Beweise der göttlichen Macht, er hörte Gottes Worte, und seine Augen des Verständnisses wurden geöffnet, um die Wahrheit über Jehova zu erkennen. Deshalb ‘widerrief Hiob und bereute in Staub und Asche’ (Hiob 42:1-6). Die vielen Fragen, die er nicht beantworten konnte, hatten Gottes Überlegenheit bewiesen und gezeigt, wie winzig der Mensch ist, selbst wenn jemand Jehova so ergeben ist, wie Hiob es war. Das läßt uns erkennen, daß wir unsere Interessen nicht über die Heiligung des Namens Jehovas und über die Rechtfertigung seiner Souveränität stellen dürfen (Matthäus 6:9, 10). Wir müssen vor allem darauf bedacht sein, die Lauterkeit Jehova gegenüber zu bewahren und seinen Namen zu ehren.

      18. Was mußten Hiobs falsche Tröster tun?

      18 Wie verhielt es sich jedoch mit den selbstgerechten falschen Tröstern? Jehova wäre berechtigt gewesen, Eliphas, Bildad und Zophar zu töten, weil sie nicht die Wahrheit über ihn geredet hatten, wie Hiob es getan hatte. „Nehmt euch sieben Stiere und sieben Widder, und geht zu meinem Knecht Hiob“, sagte Gott, „und ihr sollt ein Brandschlachtopfer für euch opfern, und Hiob, mein Knecht, wird selbst für euch beten.“ Dieser Anweisung Folge zu leisten verlangte von den dreien, sich zu demütigen. Hiob, der seine Lauterkeit bewahrt hatte, sollte für sie beten, und sein Gebet war für Jehova annehmbar (Hiob 42:7-9). Doch was ist über Hiobs Frau zu sagen, die ihn aufgefordert hatte, Gott zu fluchen und zu sterben? Sie wurde offenbar durch Gottes Barmherzigkeit wieder mit ihm versöhnt.

      Die verheißenen Belohnungen geben uns Hoffnung

      19. Wie zeigte Jehova in Verbindung mit Hiob seine Überlegenheit über den Teufel?

      19 Sobald Hiob nicht mehr über das klagte, was er durchmachen mußte, und sich wieder in den Dienst für Gott stellte, bewirkte Jehova eine Änderung seiner Umstände. Nachdem Hiob für die drei Männer gebetet hatte, ‘wandte Gott seinen Zustand des Gefangenseins’ und gab ihm ‘all das in doppeltem Maße, was er gehabt hatte’. Jehova zeigte seine Überlegenheit über den Teufel, indem er der Hand Satans, die die Krankheit verursacht hatte, Einhalt gebot und Hiob durch ein Wunder heilte. Gott vertrieb auch die Dämonenhorden und hielt sie fern, indem er erneut eine Hecke um Hiob errichtete, indem er seine Engel um Hiob lagern ließ (Hiob 42:10; Psalm 34:7).

      20. Wie belohnte und segnete Jehova Hiob?

      20 Hiobs Geschwister und seine früheren Bekannten kamen fortgesetzt zu ihm, um mit ihm zu essen und ihm Mitgefühl zu bekunden und ihn zu trösten wegen all des Unglücks, das Jehova über ihn hatte kommen lassen. Jeder von ihnen gab Hiob Geld und einen goldenen Ring. Jehova segnete das Ende Hiobs mehr als seinen Anfang, so daß er schließlich 14 000 Schafe, 6 000 Kamele, 1 000 Gespanne Rinder und 1 000 Eselinnen hatte. Hiob bekam auch sieben Söhne und drei Töchter, genauso viele wie zuvor. Seine Töchter — Jemima, Kezia und Keren-Happuch — waren die schönsten Frauen im Land, und Hiob gab ihnen ein Erbe inmitten ihrer Brüder (Hiob 42:11-15). Außerdem lebte Hiob weitere 140 Jahre und sah vier Generationen seiner Nachkommen. Der Bericht endet: „Schließlich starb Hiob, alt und mit Tagen gesättigt“ (Hiob 42:16, 17). Die Verlängerung seines Lebens war ein von Jehova Gott bewirktes Wunder.

      21. Inwiefern hilft uns der Bibelbericht über Hiob, und wozu sollten wir entschlossen sein?

      21 Der Bibelbericht über Hiob macht uns mit Satans Anschlägen noch besser vertraut, und er hilft uns zu erkennen, welche Verbindung zwischen universeller Souveränität und der Lauterkeit der Menschen besteht. Wie Hiob werden alle, die Gott lieben, geprüft. Und wie Hiob können wir ausharren. Er ging aus seinen Prüfungen voller Glauben und Hoffnung hervor, und sein Lohn war groß. Als Diener Jehovas haben wir heute wahren Glauben und eine echte Hoffnung. Und welch großartige Hoffnung der große Belohner jedem von uns gibt! Die himmlische Belohnung im Sinn zu behalten wird den Gesalbten helfen, den verbleibenden Teil ihres Lebens auf der Erde Gott loyal zu dienen. Viele, die die irdische Hoffnung haben, werden nie sterben, aber diejenigen, die noch sterben, werden wie Hiob mit einer Auferstehung im Paradies auf der Erde belohnt werden. Mit solch unfehlbarer Hoffnung in Herz und Sinn sollten alle, die Gott lieben, beweisen, daß Satan ein Lügner ist, indem sie als Bewahrer der Lauterkeit und als unerschrockene Unterstützer der universellen Souveränität Jehovas unerschütterlich auf seiner Seite bleiben.

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