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  • Uns mit dem glücklichen Gott freuen
    Der Wachtturm 2001 | 1. Mai
    • Uns mit dem glücklichen Gott freuen

      „Schließlich, Brüder, fahrt fort, euch zu freuen, ... und der Gott der Liebe und des Friedens wird mit euch sein“ (2. KORINTHER 13:11).

      1, 2. (a) Warum fehlt vielen die Lebensfreude? (b) Was ist Freude, und wie können wir sie uns erhalten?

      VIELE Menschen können in der heutigen düsteren Zeit wenig Gründe ausmachen, sich zu freuen. Trifft sie oder einen lieben Angehörigen oder Freund ein Unglück, empfinden sie vielleicht ähnlich wie Hiob im Altertum, der sagte: „Der Mensch, von einer Frau geboren, ist kurzlebig und mit Erregung gesättigt“ (Hiob 14:1). Wir leben in ‘kritischen Zeiten, mit denen man schwer fertig wird’, und weil auch Christen gegen die damit verbundenen Belastungen und Probleme nicht gefeit sind, ist durchaus zu erwarten, daß sich treue Diener Jehovas mitunter entmutigt fühlen (2. Timotheus 3:1).

      2 Dennoch können sich Christen freuen, selbst wenn sie Prüfungen erdulden (Apostelgeschichte 5:40, 41). Um zu verstehen, wie das sein kann, wollen wir zunächst untersuchen, was Freude ist. Freude ist definiert worden als „eine Gemütsbewegung, die hervorgerufen wird, wenn man etwas Gutes erworben oder es zu erwarten hat“.a Wenn wir also innehalten, um uns all das Gute in unserem Leben heute bewußtzumachen, und gleichzeitig über die Segnungen nachdenken, die uns in Gottes neuer Welt erwarten, können wir uns freuen.

      3. Weshalb kann man sagen, daß jeder zumindest einige Gründe hat, sich zu freuen?

      3 Im Leben eines jeden von uns gibt es gute Dinge, für die wir dankbar sein können. Angenommen, ein Familienvater verliert seine Arbeit. Natürlich ist er beunruhigt. Schließlich will er für seine Angehörigen sorgen. Aber ist er gesund und kräftig, kann er dafür dankbar sein. Findet er eine neue Beschäftigung, kann er nämlich hart arbeiten. Oder nehmen wir eine Christin, die womöglich an einem kräftezehrenden Leiden erkrankt ist. Dennoch darf sie dankbar sein, wenn sie liebevolle Freunde und Angehörige hat, die sie unterstützen und ihr helfen, würdevoll und mutig mit der Krankheit umzugehen. Darüber hinaus können sich alle echten Christen ungeachtet ihrer Lebensumstände freuen, Jehova, den ‘glücklichen Gott’, und Jesus Christus, den ‘glücklichen und einzigen Machthaber’, kennen zu dürfen (1. Timotheus 1:11; 6:15). Ja, Jehova Gott und Jesus Christus sind überaus glücklich. Sie haben ihre Freude bewahrt, obwohl die Verhältnisse auf der Erde ganz und gar nicht dem entsprechen, was Jehova ursprünglich beabsichtigt hatte. Aus ihrem Beispiel lernen wir viel darüber, wie wir unsere Freude bewahren können.

      Sie haben ihre Freude nie verloren

      4, 5. (a) Wie reagierte Jehova, als sich die ersten Menschen gegen ihn auflehnten? (b) Auf welche Weise bewahrte Jehova eine positive Einstellung gegenüber der Menschheit?

      4 Im Garten Eden erfreuten sich Adam und Eva blühender Gesundheit, und ihr Sinn war vollkommen. Ihnen waren lohnende Aufgaben übertragen worden, die sie in einem idealen Umfeld erfüllen konnten. All das wurde noch von dem Vorrecht übertroffen, regelmäßig mit Jehova sprechen zu dürfen. Nach Gottes Vorsatz stand ihnen eine glückliche Zukunft bevor. Aber unseren Ureltern waren alle diese guten Gaben nicht genug: Sie stahlen die verbotene Frucht vom „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“. Auf diese ungehorsame Handlung ist all das Unglück zurückzuführen, das wir als ihre Nachkommen heute erleben (1. Mose 2:15-17; 3:6; Römer 5:12).

      5 Doch Jehova ließ sich durch die undankbare Einstellung Adams und Evas nicht die Freude rauben. Er war zuversichtlich, daß sich zumindest einige ihrer Nachkommen von Herzen gedrängt fühlen würden, ihm zu dienen. Seine Zuversicht war sogar so fest, daß er seinen Vorsatz, gehorsame Nachkommen Adams und Evas zu erlösen, bekanntgab, noch bevor die beiden überhaupt das erste Kind hervorbrachten! (1. Mose 1:31; 3:15). In den darauffolgenden Jahrhunderten folgten die meisten Menschen den Fußstapfen Adams und Evas, aber trotz des weitverbreiteten Ungehorsams wandte sich Jehova nicht von der Menschheitsfamilie ab. Statt dessen konzentrierte er seine Aufmerksamkeit auf Männer und Frauen, die ‘sein Herz erfreuten’, die sich aus Liebe zu ihm aufrichtig bemühten, ihm wohlzugefallen (Sprüche 27:11; Hebräer 6:10).

      6, 7. Welche Faktoren halfen Jesus, die Freude zu bewahren?

      6 Wie verhält es sich mit Jesus? Wie bewahrte er seine Freude? Als mächtiges Geistgeschöpf im Himmel konnte Jesus zur Genüge die Handlungsweise von Männern und Frauen auf der Erde beobachten. Ihre Unvollkommenheiten waren nicht zu übersehen; dennoch liebte Jesus sie (Sprüche 8:31). Als er später zur Erde kam und buchstäblich unter den Menschen weilte, änderte sich seine Einstellung zur Menschheit nicht (Johannes 1:14). Wie gelang es dem vollkommenen Sohn Gottes, der sündigen Menschheitsfamilie gegenüber so positiv eingestellt zu bleiben?

      7 Jesus war vor allen Dingen vernünftig in bezug darauf, was er von sich selbst und von anderen erwartete. Er wußte, er würde nicht die ganze Welt bekehren können (Matthäus 10:32-39). Also freute er sich schon, wenn nur ein einziger aufrichtiger Mensch empfänglich auf die Königreichsbotschaft reagierte. Obwohl das Verhalten und die Denkweise seiner Jünger manchmal sehr zu wünschen übrigließen, wußte Jesus doch, daß sie eigentlich von Herzen gern Gottes Willen tun wollten, und dafür liebte er sie (Lukas 9:46; 22:24, 28-32, 60-62). Es ist bemerkenswert, mit welchen Worten Jesus im Gebet zu seinem himmlischen Vater die positive Handlungsweise seiner Jünger bis zu diesem Zeitpunkt zusammenfaßte: „Sie haben dein Wort gehalten“ (Johannes 17:6).

      8. Auf welche Weise können wir Jehova und Jesus nachahmen, um unsere Freude zu bewahren?

      8 Ohne Zweifel tut es uns allen gut, darüber nachzudenken, was für ein Beispiel uns Jehova Gott und Christus Jesus auf diesem Gebiet geben. Könnten wir Jehova noch genauer nachahmen, vielleicht indem wir uns nicht übermäßig beunruhigen lassen, wenn sich etwas anders entwickelt als von uns erhofft? Könnten wir Jesu Fußstapfen noch genauer nachfolgen, indem wir positiv zu unseren gegenwärtigen Umständen eingestellt bleiben und vernünftig in bezug darauf sind, was wir von uns selbst und von anderen erwarten? Laßt uns untersuchen, wie wir einige dieser Grundsätze auf einem Gebiet praktisch anwenden können, das eifrigen Christen überall sehr am Herzen liegt — der Predigtdienst.

      Positiv zum Predigtdienst eingestellt bleiben

      9. Wie wurde Jeremias Freude neu entfacht, und wie kann uns sein Beispiel helfen?

      9 Jehova möchte, daß uns der Dienst für ihn Freude macht. Unsere Freude sollte nicht von den Ergebnissen abhängig sein, die wir erzielen (Lukas 10:17, 20). Der Prophet Jeremia predigte jahrelang in einem unproduktiven Gebiet. Als er sich auf die negative Reaktion der Menschen konzentrierte, verlor er die Freude (Jeremia 20:8). Aber als er darüber nachdachte, wie schön die Botschaft an sich war, wurde seine Freude wieder neu entfacht. Jeremia sagte zu Jehova: „Deine Worte fanden sich, und ich aß sie dann; und dein Wort wird mir zum Frohlocken und zur Freude meines Herzens; denn dein Name ist über mir genannt worden, o Jehova“ (Jeremia 15:16). Ja, Jeremia freute sich über sein Vorrecht, Gottes Wort zu predigen. Das können wir auch.

      10. Wie können wir im Predigtdienst die Freude bewahren, selbst wenn unser Gebiet gegenwärtig nicht produktiv ist?

      10 Selbst wenn die meisten Menschen die gute Botschaft nicht annehmen wollen, haben wir allen Grund, uns zu freuen, während wir uns am Predigtwerk beteiligen. Denken wir daran: Jehova war voller Zuversicht, daß sich einige Menschen von Herzen gedrängt fühlen würden, ihm zu dienen. Wie Jehova sollten auch wir nie die Hoffnung aufgeben, daß zumindest einige irgendwann die Streitfrage erkennen und die Königreichsbotschaft annehmen werden. Wir dürfen nicht vergessen, daß sich die Lebensumstände der Menschen ändern. Plötzlich konfrontiert mit einem unerwarteten Verlust oder einer Krise, beginnt womöglich sogar der selbstzufriedenste Mensch, ernsthaft über den Sinn des Lebens nachzudenken. Werden wir dasein, um zu helfen, wenn sich so jemand ‘seiner geistigen Bedürfnisse bewußt’ wird? (Matthäus 5:3). Wer weiß, vielleicht ist jemand in unserem Gebiet schon beim nächsten Vorsprechen bereit, auf die gute Botschaft zu hören!

      11, 12. Was spielte sich in einer Kleinstadt ab, und was können wir daraus lernen?

      11 Auch die Zusammensetzung unseres Gebietes kann sich ändern. Ein Beispiel: In einer kleinen Stadt lebten etliche junge Ehepaare mit Kindern, und in ihrer Gruppe herrschte enger Zusammenhalt. Wenn Zeugen Jehovas vorsprachen, bekamen sie an jeder Tür das gleiche zu hören: „Wir sind nicht interessiert!“ Zeigte jemand Interesse an der Königreichsbotschaft, suchten die Nachbarn umgehend jeglichen weiteren Kontakt zu den Zeugen zu unterbinden. Man kann sich denken, wie schwierig es war, in diesem Gebiet zu predigen. Dennoch gaben die Zeugen nicht auf; sie predigten einfach weiter. Mit welchem Ergebnis?

      12 Im Lauf der Zeit wurden die Kinder in jener Kleinstadt erwachsen, viele von ihnen heirateten und ließen sich ebenfalls dort nieder. Einige dieser jungen Erwachsenen erkannten, daß ihr Lebensstil sie nicht wirklich glücklich machte, und fingen an, nach der Wahrheit zu suchen. Ihre Suche wurde belohnt, als sie empfänglich auf die gute Botschaft reagierten, die Jehovas Zeugen predigten. So kam es, daß nach vielen Jahren eine kleine Versammlung zu wachsen begann. Man kann sich gut die Freude der Königreichsverkündiger vorstellen, die nicht aufgegeben hatten. Laßt auch uns die herrliche Königreichsbotschaft beharrlich weiter verbreiten und daraus Freude gewinnen!

      Glaubensbrüder stehen uns bei

      13. Wohin können wir uns wenden, wenn wir entmutigt sind?

      13 Wohin können wir uns um Trost wenden, wenn der Druck überhandnimmt oder wir einen schweren Schlag hinnehmen müssen? Millionen ergebene Diener Jehovas wenden sich zuallererst im Gebet an Jehova und dann an ihre christlichen Brüder und Schwestern. Als Jesus auf der Erde war, schätzte er den Beistand seiner Jünger. Am Abend vor seinem Tod bezeichnete er sie als solche, ‘die in seinen Prüfungen mit ihm durchgehalten haben’ (Lukas 22:28). Wohl waren diese Jünger unvollkommen, aber ihre Loyalität war dem Sohn Gottes ein Trost. Auch wir können durch unsere Glaubensbrüder gestärkt werden.

      14, 15. Was half einem Ehepaar, über den Tod ihres Sohnes hinwegzukommen, und welche Lehre ziehst du persönlich aus ihrer Erfahrung?

      14 Ein christliches Ehepaar namens Michel und Diane erlebte, wie wertvoll der Beistand von Brüdern und Schwestern sein kann. Bei ihrem 20jährigen Sohn Jonathan, einem lebensfrohen Christen mit glänzenden Aussichten, wurde ein Gehirntumor festgestellt. Die Ärzte taten alles nur Erdenkliche, um Jonathan zu retten, doch sein Gesundheitszustand verschlechterte sich, und eines frühen Abends verstarb er. Michel und Diane waren am Boden zerstört. Irgendwann bemerkten sie, daß die Dienstzusammenkunft, die an diesem Abend stattfand, fast vorüber war. Doch weil sie unbedingt Trost brauchten, baten sie den Ältesten, der bei ihnen war, sie zum Königreichssaal zu begleiten. Sie kamen in dem Moment dort an, als die Versammlung von Jonathans Tod unterrichtet wurde. Nach der Zusammenkunft waren die in Tränen aufgelösten Eltern von Brüdern und Schwestern umringt, die sie umarmten und ihnen Trost zusprachen. Diane erinnert sich: „Als wir zum Saal kamen, verspürten wir eine große Leere, doch die Brüder trösteten und erbauten uns enorm! Obwohl sie uns den Schmerz nicht abnehmen konnten, halfen sie uns, den Druck zu ertragen“ (Römer 1:11, 12; 1. Korinther 12:21-26).

      15 Ihr Leid veranlaßte Michel und Diane, ihren Brüdern noch näher zu kommen. Auch ihr Verhältnis zueinander wurde in dieser Situation enger. Michel berichtet: „Ich habe meine liebe Frau noch mehr schätzengelernt. Wenn wir entmutigt sind, reden wir miteinander über die biblische Wahrheit und darüber, wie Jehova uns stärkt.“ Diane fügt hinzu: „Die Königreichshoffnung bedeutet uns jetzt noch mehr.“

      16. Warum ist es wichtig, die Brüder von uns aus wissen zu lassen, was wir benötigen?

      16 Unsere christlichen Brüder und Schwestern können uns in schwierigen Lebenssituationen somit wirklich als ‘stärkende Hilfe’ dienen und so dazu beitragen, daß wir die Freude bewahren (Kolosser 4:11). Allerdings können sie nicht unsere Gedanken lesen. Benötigen wir Beistand, ist es daher angebracht, sie dies wissen zu lassen. Anschließend können wir echte Wertschätzung für den Trost zum Ausdruck bringen, den uns unsere Brüder in irgendeiner Form spenden, und ihn als von Jehova kommend betrachten (Sprüche 12:25; 17:17).

      Einen Blick auf unsere Versammlung werfen

      17. Vor welchen Schwierigkeiten steht eine alleinerziehende Mutter, und wie denken wir über Personen in ihrer Lage?

      17 Je besser wir unsere Glaubensbrüder und -schwestern kennenlernen, desto mehr lernen wir sie schätzen und freuen uns, mit ihnen zusammenzusein. Werfen wir doch einmal einen genaueren Blick auf unsere Versammlung. Was sehen wir? Vielleicht eine alleinerziehende Mutter, die darum ringt, ihre Kinder im Weg der Wahrheit zu erziehen? Haben wir schon einmal gründlich darüber nachgedacht, was für ein hervorragendes Beispiel sie gibt? Versuchen wir uns vorzustellen, mit was für Problemen sie fertig werden muß. Jeanine, eine alleinerziehende Mutter, nennt unter anderem Einsamkeit, unerwünschte Annäherungsversuche von männlichen Arbeitskollegen, ein knapp bemessenes Haushaltsbudget. Doch ihrer Aussage nach besteht die größte Schwierigkeit darin, für die emotionalen Bedürfnisse ihrer Kinder zu sorgen, weil jedes Kind anders ist. Jeanine führt noch ein weiteres Problem an: „Es kann sehr schwierig sein, die Neigung zu bekämpfen, den Sohn in die Rolle des Familienhauptes zu drängen, um das Fehlen des Ehemannes wettzumachen. Ich habe eine Tochter, und es ist nicht leicht, immer daran zu denken, daß ich sie nicht mit meinen vertraulichen Problemen belaste, damit ich sie nicht überfordere.“ Wie Tausende andere gottesfürchtige Mütter und Väter, die ihre Kinder allein erziehen müssen, geht Jeanine einer Vollzeitbeschäftigung nach und macht noch ihren Haushalt. Außerdem studiert sie mit ihren Kindern die Bibel, schult sie im Predigtdienst und nimmt sie zu den Zusammenkünften der Versammlung mit (Epheser 6:4). Wie sich Jehova doch freuen muß, wenn er beobachtet, wie sich diese Familie jeden Tag bemüht, die Lauterkeit zu bewahren! Stimmt es uns nicht von Herzen freudig, solche Personen unter uns zu haben? Ganz bestimmt!

      18, 19. Veranschauliche, wie wir die Glieder unserer Versammlung immer mehr schätzenlernen können.

      18 Werfen wir noch einen Blick auf unsere Versammlung. Wir sehen vielleicht treue Witwen oder Witwer, die bei den Zusammenkünften ‘niemals fehlen’ (Lukas 2:37). Fühlen sie sich manchmal einsam? Und ob! Sie vermissen schmerzlich ihren Ehepartner. Aber sie halten sich im Dienst Jehovas beschäftigt und interessieren sich persönlich für andere. Ihre gefestigte, positive Einstellung trägt zur Freude der Versammlung bei. Eine Christin, die seit über 30 Jahren im Vollzeitdienst steht, bemerkte: „Für mich ist es eine Quelle größter Freude, ältere Brüder und Schwestern zu sehen, die durch viele Prüfungen gegangen sind und Jehova immer noch treu dienen!“ Die älteren Christen in unserer Mitte sind wirklich eine große Ermunterung für die jüngeren!

      19 Wie steht es mit den Neuen, die erst vor kurzem begonnen haben, mit der Versammlung Gemeinschaft zu pflegen? Erfrischt es uns nicht, zu hören, wie sie in den Zusammenkünften ihrem Glauben Ausdruck verleihen? Denken wir nur daran, welche Fortschritte sie schon gemacht haben, seit sie anfingen, die Bibel zu studieren. Jehova muß sich sehr über sie freuen. Freuen wir uns ebenfalls? Drücken wir unsere Anerkennung aus, indem wir sie für ihre Bemühungen loben?

      20. Warum kann man sagen, daß jeder eine wichtige Rolle in der Versammlung spielt?

      20 Bist du verheiratet, ledig oder alleinerziehend? Bist du ein Junge oder ein Mädchen ohne Vater oder Mutter, oder bist du eine Witwe oder ein Witwer? Bist du schon viele Jahre mit der Versammlung verbunden, oder hast du erst kürzlich begonnen, die Zusammenkünfte zu besuchen? Sei versichert, daß dein Beispiel der Treue uns alle ermuntert. Und wenn du ein Königreichslied mitsingst, wenn du einen Kommentar gibst oder wenn du eine Aufgabe in der Theokratischen Predigtdienstschule vorträgst, mehrt dein Beitrag unsere Freude. Wichtiger noch: Du erfreust damit das Herz Jehovas.

      21. Wozu haben wir viele Gründe, doch welche Fragen erheben sich?

      21 Ja, selbst in der heutigen Zeit voller Probleme können wir uns freuen, wenn wir unseren glücklichen Gott anbeten. Wir haben viele Gründe, der Aufforderung des Paulus Folge zu leisten: „Fahrt fort, euch zu freuen, ... und der Gott der Liebe und des Friedens wird mit euch sein“ (2. Korinther 13:11). Was aber, wenn wir von einer Naturkatastrophe betroffen sind, verfolgt werden oder wirtschaftliche Not leiden? Ist es auch in einer solchen Lage möglich, die Freude zu bewahren? Laßt uns sehen, zu welcher Schlußfolgerung wir kommen, wenn wir den folgenden Artikel betrachten.

      [Fußnote]

      a Siehe Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1, Seite 773, herausgegeben von Jehovas Zeugen.

  • Bewahrt im Dienst für Jehova eure Freude
    Der Wachtturm 2001 | 1. Mai
    • Bewahrt im Dienst für Jehova eure Freude

      „Freut euch allezeit im Herrn. Nochmals will ich sagen: Freut euch!“ (PHILIPPER 4:4).

      1, 2. Wie konnten ein Bruder und seine Familie ihre Freude bewahren, obwohl sie ihr ganzes Hab und Gut verloren?

      JAMES, ein 70jähriger Christ in Sierra Leone, hatte sein Leben lang hart gearbeitet. Man kann sich vorstellen, wie er sich freute, als er endlich genug zusammengespart hatte, um ein bescheidenes Haus mit vier Zimmern zu kaufen. Kurz nachdem James und seine Familie eingezogen waren, brach in diesem Land jedoch ein Bürgerkrieg aus, und ihr Heim wurde niedergebrannt. Sie verloren ihr Haus, aber ihre Freude verloren sie nicht. Warum nicht?

      2 James und seine Angehörigen konzentrierten sich nicht auf das, was sie verloren hatten, sondern auf das, was ihnen geblieben war. Er erklärt: „Auch während dieser schrecklichen Zeit hielten wir Zusammenkünfte ab, lasen in der Bibel, beteten zusammen und teilten das wenige, was wir hatten, mit anderen. Wir konnten unsere Freude bewahren, weil wir uns auf das wunderbare Verhältnis konzentrierten, das wir zu Jehova haben.“ Weil sich diese treuen Christen ihrer Segnungen bewußt blieben — vor allem der größten Segnung, ein enges persönliches Verhältnis zu Jehova zu haben —, konnten sie ‘fortfahren, sich zu freuen’ (2. Korinther 13:11). Natürlich war ihre bedrückende Lage nicht leicht zu ertragen. Aber sie hörten nicht auf, sich in Jehova zu freuen.

      3. Wie gelang es Christen im ersten Jahrhundert, ihre Freude zu bewahren?

      3 Die ersten Christen machten ähnliche Prüfungen durch, wie sie James und seine Familie erlebten. Doch wie der Apostel Paulus an die Hebräerchristen schrieb, ‘nahmen sie den Raub ihrer Habe mit Freuden hin’. Die Quelle ihrer Freude beschrieb Paulus dann mit den Worten: „Ihr wißt, daß ihr selbst einen besseren und bleibenden Besitz habt“ (Hebräer 10:34). Diese Christen im ersten Jahrhundert hatten wirklich eine kraftvolle Hoffnung. Zuversichtlich erwarteten sie, etwas zu empfangen, was ihnen nicht geraubt werden konnte: die unverwelkliche „Krone des Lebens“ im himmlischen Königreich Gottes (Offenbarung 2:10). Auch uns heute kann unsere christliche Hoffnung, ob himmlisch oder irdisch, helfen, selbst angesichts von Widrigkeiten unsere Freude zu bewahren.

      „Freut euch in der Hoffnung“

      4, 5. (a) Warum kam der Rat des Paulus, ‘sich in der Hoffnung zu freuen’, für die Römer zur rechten Zeit? (b) Wodurch könnte ein Christ seine Hoffnung aus den Augen verlieren?

      4 Der Apostel Paulus ermunterte seine Glaubensbrüder in Rom: „Freut euch in der Hoffnung“ — der Hoffnung auf ewiges Leben (Römer 12:12). Das war für die Römer guter Rat zur rechten Zeit. Nicht einmal zehn Jahre nachdem Paulus ihnen geschrieben hatte, wurden sie schwer verfolgt, und einige von ihnen wurden auf Befehl Kaiser Neros zu Tode gefoltert. Ihr Glaube, daß Gott ihnen die verheißene Krone des Lebens geben würde, verlieh ihnen zweifellos Kraft, diese Leiden zu erdulden. Wie steht es mit uns heute?

      5 Als Christen rechnen auch wir damit, verfolgt zu werden (2. Timotheus 3:12). Außerdem ist uns klar, daß „Zeit und unvorhergesehenes Geschehen“ jeden von uns treffen kann (Prediger 9:11). Ein Mensch, den wir lieben, verliert womöglich bei einem Unfall sein Leben. Unser Vater, unsere Mutter oder ein enger Freund kann an einer tödlichen Krankheit sterben. Wenn solche Prüfungen entstehen, könnten wir geistig in Gefahr geraten, es sei denn, wir halten uns stets deutlich unsere Königreichshoffnung vor Augen. Somit sind wir gut beraten, uns zu fragen: „Freue ich mich ‚in der Hoffnung‘? Wie oft nehme ich mir Zeit, darüber nachzusinnen? Ist das künftige Paradies für mich eine Realität? Sehe ich mich selbst darin? Sehne ich das Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge noch genauso stark herbei wie zu der Zeit, als ich die Wahrheit kennenlernte?“ Diese letzte Frage ist es wert, ernsthaft darüber nachzudenken. Wieso? Weil es sein könnte, daß wir gesund sind, gut verdienen und in einem Teil der Welt leben, der von Krieg, Nahrungsmittelknappheit oder Naturkatastrophen mehr oder weniger verschont bleibt, und wir deshalb — zumindest für den Moment — aus den Augen verlieren, wie dringend Gottes künftige neue Welt benötigt wird.

      6. (a) Worauf konzentrierten sich Paulus und Silas, als sie Drangsal erlitten? (b) Wie kann das Beispiel von Paulus und Silas uns heute ermuntern?

      6 Paulus riet den Römern außerdem: „Harrt in Drangsal aus“ (Römer 12:12). Drangsale kannte Paulus zur Genüge. Einmal sah er in einer Vision einen Mann, der ihn bat, nach Mazedonien herüberzukommen und den Menschen dort zu helfen, Jehova kennenzulernen (Apostelgeschichte 16:9). Daraufhin machte sich Paulus gemeinsam mit Lukas, Silas und Timotheus per Schiff auf den Weg nach Europa. Was erwartete diese eifrigen Missionare dort? Drangsal! Nachdem sie in der mazedonischen Stadt Philippi gepredigt hatten, wurden Paulus und Silas ausgepeitscht und ins Gefängnis geworfen. Offensichtlich begegneten einige Bürger von Philippi der Königreichsbotschaft nicht lediglich mit Gleichgültigkeit — nein, sie leisteten erbitterten Widerstand! War diese Wendung der Ereignisse für die Missionare ein Grund, ihre Freude zu verlieren? Nein. Nachdem sie geschlagen und ins Gefängnis geworfen worden waren, ‘beteten Paulus und Silas um Mitternacht und lobsangen Gott’ (Apostelgeschichte 16:25, 26). Die Schmerzen zufolge der Schläge waren für Paulus und Silas logischerweise kein Grund zur Freude, aber darauf konzentrierten sich die beiden Missionare auch nicht. Ihre Gedanken drehten sich um Jehova und darum, wie er sie segnete. Dadurch, daß Paulus und Silas freudig ‘in Drangsal ausharrten’, gaben sie ihren Brüdern in Philippi und andernorts ein vorzügliches Beispiel.

      7. Warum sollten unsere Gebete Danksagung einschließen?

      7 Paulus schrieb: „Verharrt im Gebet“ (Römer 12:12). Beten wir, wenn wir sorgenvolle Momente erleben? Worum beten wir? Wahrscheinlich erwähnen wir unser konkretes Problem und bitten Jehova um Hilfe. Aber wir können gleichzeitig auch unseren Dank ausdrücken für die Segnungen, die wir genießen. Über Jehovas gütige Handlungsweise mit uns nachzusinnen, wenn Probleme entstehen, hilft uns, ‘uns in der Hoffnung zu freuen’. David, dessen Leben alles andere als sorgenfrei war, schrieb: „Viele Dinge hast du selbst getan, o Jehova, mein Gott, ja deine wunderbaren Werke und deine Gedanken uns gegenüber; niemand ist mit dir zu vergleichen. Wollte ich sie kundtun und davon reden: Sie sind zahlreicher geworden, als ich aufzählen kann“ (Psalm 40:5). Sinnen wir wie David regelmäßig über die Segnungen nach, die wir von Jehova erhalten, werden wir gar nicht anders können, als uns zu freuen!

      Positiv eingestellt bleiben

      8. Was hilft einem Christen, glücklich zu bleiben, wenn er verfolgt wird?

      8 Jesus ermutigt seine Nachfolger, positiv eingestellt zu bleiben, wenn sie in die unterschiedlichsten Prüfungen geraten. Er sagt: „Glücklich seid ihr, wenn man euch schmäht und euch verfolgt und lügnerisch allerlei Böses gegen euch redet um meinetwillen“ (Matthäus 5:11). Welchen Grund haben wir unter solchen Umständen, glücklich zu sein? Unsere Fähigkeit, Gegnerschaft standzuhalten, beweist, daß wir Jehovas Geist haben. Der Apostel Petrus sagte seinen damaligen Mitchristen: „Wenn ihr um des Namens Christi willen geschmäht werdet, seid ihr glücklich, weil der Geist der Herrlichkeit, ja der Geist Gottes, auf euch ruht“ (1. Petrus 4:13, 14). Durch seinen Geist wird Jehova auch uns helfen, auszuharren und als Folge davon unsere Freude zu bewahren.

      9. Was half Brüdern, die wegen ihres Glaubens im Gefängnis waren, Gründe zu finden, sich zu freuen?

      9 Noch unter den schlimmsten Umständen können wir Gründe finden, uns zu freuen. Diese Erfahrung machte ein Christ namens Adolf. Er lebt in einem Land, wo die Tätigkeit von Jehovas Zeugen viele Jahre lang verboten war. Adolf und etliche seiner Glaubensbrüder und -schwestern wurden verhaftet und zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie ihrem biblisch begründeten Glauben nicht abschwören wollten. Das Leben im Gefängnis war hart, aber wie Paulus und Silas fanden Adolf und seine Mitgefangenen Gründe, Gott dankzusagen. Wie sie berichten, half ihnen die Erfahrung der Haft, ihren Glauben zu stärken und wertvolle christliche Eigenschaften zu entwickeln, wie Freigebigkeit, Mitgefühl und brüderliche Zuneigung. Erhielt beispielsweise einer von ihnen ein Päckchen von zu Hause, teilte er jeweils mit seinen Glaubensbrüdern, und die anderen betrachteten diese zusätzlichen Vorräte als von Jehova kommend, dem eigentlichen Geber ‘jeder guten Gabe und jedes vollkommenen Geschenks’. Solche Taten der Liebe riefen sowohl beim Geber als auch bei den Empfängern Freude hervor. Auf diese Weise wurden sie durch das, was ihren Glauben hätte zerstören sollen, in Wirklichkeit geistig stärker (Jakobus 1:17; Apostelgeschichte 20:35).

      10, 11. Wie bewältigte eine Schwester schonungslose Verhöre und die darauf folgende lange Haftstrafe?

      10 Ella, die ebenfalls in einem Land lebt, in dem das Königreichswerk lange verboten war, wurde eingesperrt, weil sie mit anderen über ihre christliche Hoffnung gesprochen hatte. Acht Monate lang wurde sie schonungslosen Verhören unterzogen. Schließlich kam sie vor Gericht und erhielt eine 10jährige Haftstrafe, die sie in einem Gefängnis verbüßen sollte, wo es keine weiteren Anbeter Jehovas gab. Damals war Ella gerade einmal 24 Jahre alt.

      11 Natürlich freute sich Ella nicht darauf, als junge Erwachsene die längste Zeit in einer Gefängniszelle zuzubringen. Aber da sie an ihrer Lage nichts ändern konnte, beschloß sie, etwas an ihrer Sicht der Lage zu ändern. Sie fing also an, das Gefängnis als ihr persönliches Predigtgebiet zu betrachten. „Ich war so damit beschäftigt, zu predigen“, erzählt sie, „daß die Jahre wie im Flug vergingen.“ Nach über fünf Jahren wurde Ella erneut verhört. Als die Vernehmungsbeamten sahen, daß Ellas Glaube hinter Gittern nicht gebrochen worden war, sagten sie zu ihr: „Wir können Sie nicht freilassen; Sie haben sich nicht geändert.“ „Und ob ich mich geändert habe!“ erwiderte Ella entschieden. „Ich bin jetzt viel freudiger als zu der Zeit, da ich ins Gefängnis kam, und mein Glaube ist viel stärker als zuvor!“ Sie fügte noch hinzu: „Wenn Sie mich nicht freilassen wollen, bleibe ich so lange hier, bis Jehova es für richtig hält, mich zu befreien.“ Fünfeinhalb Jahre Haft hatten Ella nicht der Freude beraubt. Sie lernte, in jeder Lage, in die sie geriet, zufrieden zu sein. Können wir aus ihrem Beispiel etwas lernen? (Hebräer 13:5).

      12. Was kann einem Christen in schwieriger Lage Herzensfrieden verschaffen?

      12 Wir sollten nicht davon ausgehen, Ella habe eine außergewöhnliche Gabe, die es ihr ermögliche, solchen Herausforderungen zu begegnen. Was die wiederholten Verhöre angeht, denen sie in den Monaten vor dem Gerichtsurteil unterzogen wurde, räumt Ella ein: „Ich erinnere mich, daß mir die Zähne klapperten und ich mir vorkam wie ein verängstigter Spatz.“ Doch Ella hat einen starken Glauben an Jehova. Sie hat gelernt, ihr Vertrauen auf ihn zu setzen (Sprüche 3:5-7). Als Folge davon ist Gott für sie jetzt viel realer als vorher. Sie erläutert: „Jedesmal, wenn ich das Vernehmungszimmer betrat, spürte ich, wie mich Frieden überkam. ... Je beängstigender die Lage war, desto tiefer wurde dieser Frieden.“ Der Quell dieses Friedens war Jehova. Der Apostel Paulus erklärte: „Seid um nichts ängstlich besorgt, sondern laßt in allem durch Gebet und Flehen zusammen mit Danksagung eure Bitten bei Gott bekanntwerden; und der Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft, wird euer Herz und eure Denkkraft durch Christus Jesus behüten“ (Philipper 4:6, 7).

      13. Weshalb können wir darauf vertrauen, daß wir die Kraft haben werden, auszuharren, wenn wir in Drangsal geraten?

      13 Ella ist mittlerweile freigelassen worden, und sie hat trotz der Härten ihre Freude bewahrt. Das ist ihr nicht dank ihrer eigenen Kraft gelungen, sondern dank der Kraft, die Jehova ihr gab. Genauso erging es dem Apostel Paulus; er schrieb: „Am liebsten will ich mich daher eher hinsichtlich meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus, einem Zelt gleich, über mir bleibe. ... Denn wenn ich schwach bin, dann bin ich machtvoll“ (2. Korinther 12:9, 10).

      14. Veranschauliche, wie ein Christ einer prüfungsreichen Situation eine positive Seite abgewinnen kann und wozu das führen könnte.

      14 Die Schwierigkeiten, denen wir persönlich heute gegenüberstehen, sehen möglicherweise anders aus als in den genannten Fällen. Aber ganz gleich, in welcher Form sie auftreten, ist es nie leicht, ihnen zu begegnen. Zum Beispiel kann es sein, daß unser Arbeitgeber unsere Tätigkeit sehr kritisch betrachtet — viel kritischer als die Arbeit von Kollegen, die einer anderen Religion angehören. Vielleicht ist es uns nicht möglich, uns nach einer anderen Stelle umzusehen. Wie können wir unsere Freude bewahren? Denken wir an Adolf und seine Glaubensbrüder, die durch ihre Erfahrungen in der Haft lernten, wichtige Eigenschaften zu entwickeln. Wenn wir uns aufrichtig bemühen, unseren Arbeitgeber zufriedenzustellen — selbst einen, der „schwer zufriedenzustellen“ ist —, entwickeln wir christliche Eigenschaften wie Ausharren und Langmut (1. Petrus 2:18). Davon abgesehen können wir so durchaus unseren Wert als Arbeitnehmer steigern, was unter Umständen unsere Chancen erhöht, eines Tages eine befriedigendere Arbeit zu finden. Betrachten wir nun noch einige weitere Möglichkeiten, wie wir im Dienst für Jehova unsere Freude bewahren können.

      Freude durch Vereinfachen

      15—17. Wie konnte ein Ehepaar Streß abbauen, obwohl sich die Ursache nicht völlig beseitigen ließ?

      15 Womöglich haben wir kaum eine Wahl, welcher Beschäftigung wir nachgehen oder wo wir arbeiten, aber es gibt vielleicht andere Bereiche unseres Lebens, auf die wir mehr Einfluß nehmen können. Betrachten wir folgende Erfahrung:

      16 Ein christliches Ehepaar lud einen Ältesten zu sich nach Hause zum Essen ein. Im Verlauf des Abends vertrauten der Bruder und seine Frau dem Ältesten an, daß ihnen in letzter Zeit die Belastungen des Lebens über den Kopf gewachsen waren. Beide gingen einer sehr anspruchsvollen Ganztagsbeschäftigung nach, waren aber nicht in der Lage, sich nach einer anderen Arbeit umzuschauen. Sie fragten sich, wie lange sie das wohl noch durchhalten würden.

      17 Um Rat gefragt, antwortete der Älteste: „Vereinfacht euer Leben.“ Wie? Das Ehepaar brauchte jeden Tag bis zu drei Stunden für den Weg zur Arbeit und zurück. Der Älteste, der die beiden gut kannte, schlug ihnen vor, zu erwägen, näher zu ihrer Arbeitsstelle zu ziehen, wodurch sie jeden Tag viel weniger Zeit für den Arbeitsweg benötigen würden. Die gewonnene Zeit könnten sie für andere wichtige Angelegenheiten verwenden oder dafür, sich einfach mehr Ruhe zu gönnen. Wenn uns die Belastungen des Lebens einen Teil unserer Freude rauben, warum dann nicht überlegen, ob wir uns Erleichterung verschaffen können, indem wir etwas umstellen?

      18. Warum ist es wichtig, gründlich zu überlegen, bevor man Entscheidungen trifft?

      18 Druck kann auch dadurch verringert werden, daß man gründlich überlegt, bevor man Entscheidungen trifft. Ein Christ beschloß beispielsweise, ein Haus zu bauen. Er entschied sich für eine sehr komplizierte Bauweise, obwohl er noch nie zuvor ein Haus gebaut hatte. Heute weiß er, daß er sich unnötige Probleme hätte ersparen können, wenn er ‘auf seine Schritte geachtet’ hätte, als er den Bauplan für sein Haus wählte (Sprüche 14:15). Ein anderer Christ erklärte sich bereit, für das Darlehen eines Glaubensbruders zu bürgen. Könnte der Kreditnehmer das Darlehen nicht mehr zurückzahlen, war laut Vereinbarung der Bürge dazu verpflichtet. Anfangs ging alles gut, doch irgendwann begann der Schuldner, die Zahlungen nicht mehr zu leisten. Der Gläubiger wurde unruhig und verlangte von dem Bürgen, das gesamte Darlehen zurückzuzahlen. Dadurch geriet dieser unter großen Druck. Hätte er sich das ersparen können, wenn er alle Faktoren genauer geprüft hätte, bevor er sich bereit erklärte, für das Darlehen geradezustehen? (Sprüche 17:18).

      19. Welche Möglichkeiten haben wir, den Streß in unserem Leben zu verringern?

      19 Wenn wir ermüden, dann laßt uns nie schlußfolgern, wir könnten den Druck dadurch verringern und die Freude dadurch wiedererlangen, daß wir beim persönlichen Bibelstudium, beim Predigtdienst und beim Besuch der Zusammenkünfte Abstriche machen. Im Gegenteil: Das sind sehr wichtige Möglichkeiten, wie wir Jehovas heiligen Geist empfangen können, zu dessen Früchten die Freude gehört (Galater 5:22). Die Aktivitäten eines Christen sind immer erfrischend und machen in der Regel nicht übermäßig müde (Matthäus 11:28-30). Statt der christlichen Aktivitäten tragen viel wahrscheinlicher die weltliche Tätigkeit oder Freizeitaktivitäten zu unserer Erschöpfung bei. Uns anzugewöhnen, zu einer vernünftigen Zeit schlafen zu gehen, hilft uns vielleicht, wieder zu Kräften zu kommen. Etwas mehr Ruhe und Erholung kann da viel ausmachen. N. H. Knorr, der bis zu seinem Tod zur leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas gehörte, sagte häufig zu Missionaren: „Wenn ihr entmutigt seid, solltet ihr euch zuallererst etwas Ruhe gönnen. Ihr werdet erstaunt sein, wieviel weniger schwerwiegend fast jedes Problem erscheint, nachdem man eine Nacht gut geschlafen hat.“

      20. (a) Nenne zusammenfassend Möglichkeiten, wie wir unsere Freude bewahren können. (b) Welche Gründe zur Freude fallen dir ein? (Siehe Kasten auf Seite 17.)

      20 Christen genießen das Vorrecht, dem ‘glücklichen Gott’ zu dienen (1. Timotheus 1:11). Wie wir gesehen haben, können wir unsere Freude auch dann bewahren, wenn wir von großen Schwierigkeiten heimgesucht werden. Halten wir uns die Königreichshoffnung vor Augen, passen wir, wenn nötig, unsere Sicht der Lage an, und achten wir darauf, ein einfaches Leben zu führen. Dann werden wir, ganz gleich, was uns widerfährt, die Worte des Apostels Paulus befolgen können: „Freut euch allezeit im Herrn. Nochmals will ich sagen: Freut euch!“ (Philipper 4:4).

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