Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Wir haben Grund zum Jubeln
    Der Wachtturm 1996 | 15. Februar
    • Wir haben Grund zum Jubeln

      „Frohlocken und Freude werden sie erlangen, und Kummer und Seufzen sollen entfliehen“ (JESAJA 35:10).

      1. Wer hat heute besonderen Grund zur Freude?

      UNS ist sicher schon aufgefallen, daß heutzutage nur wenige Menschen echte Freude kennen. Jehovas Zeugen haben als wahre Christen dagegen Freude. Und Millionen weiteren, sowohl Jüngeren als auch Älteren, die noch nicht getauft sind, aber mit Jehovas Zeugen Gemeinschaft pflegen, steht in Aussicht, dieselbe Freude zu erlangen. Die Tatsache, daß wir jetzt diese Worte in der vorliegenden Zeitschrift lesen, ist ein Hinweis darauf, daß wir solche Freude bereits verspüren oder sie zumindest für uns erreichbar ist.

      2. Wieso bildet die Freude eines Christen einen echten Gegensatz zu dem allgemeinen Zustand der meisten Menschen?

      2 Die meisten Menschen haben das Gefühl, daß es ihnen an etwas mangelt. Wie steht es mit uns? Zugegeben, vielleicht haben wir in materieller Hinsicht nicht alles, was wir brauchen könnten, und gewiß nicht all das, worüber heute die Reichen und Mächtigen verfügen. Möglicherweise wünschen wir uns eine bessere Gesundheit oder mehr Kraft. Dennoch steht wohl unbestritten fest, daß wir, was die Freude betrifft, reicher und besser daran sind als die meisten der Milliarden Erdbewohner. Warum?

      3. Welche bedeutungsvollen Worte verdienen unsere Aufmerksamkeit, und warum?

      3 Denken wir an Jesu Worte: „Diese Dinge habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch sei und eure Freude vollgemacht werde“ (Johannes 15:11). „Damit ... eure Freude vollgemacht werde“ — welch treffende Aussage! Ein eingehendes Studium des christlichen Lebensweges kann gewiß viele Gründe aufzeigen, weshalb unsere Freude vollgemacht wird. Doch beschäftigen wir uns nun einmal mit den bedeutungsvollen Worten aus Jesaja 35:10. Sie sind deshalb so bedeutungsvoll, weil sie sehr viel mit uns heute zu tun haben. Wir lesen: „Die von Jehova Erlösten, sie werden zurückkehren und gewiß mit Jubelruf nach Zion kommen; und auf unabsehbare Zeit wird Freude über ihrem Haupt sein. Frohlocken und Freude werden sie erlangen, und Kummer und Seufzen sollen entfliehen.“

      4. Von welcher Art Freude ist in Jesaja 35:10 die Rede, und warum ist das für uns so beachtenswert?

      4 ‘Freude auf unabsehbare Zeit’. Der Ausdruck „auf unabsehbare Zeit“ ist eine genaue Wiedergabe dessen, was Jesaja in hebräisch schrieb. Wie durch andere Bibeltexte bestätigt wird, hat der Ausdruck in diesem Vers die Bedeutung „für immer“ (Psalm 45:6; 90:2; Jesaja 40:28). Die Freude wird somit nie enden; es werden Gegebenheiten vorherrschen, die ewige Freude ermöglichen — ja dazu berechtigen. Klingt das nicht wunderbar? Der Vers könnte uns aber auch wie reine Theorie vorkommen und in uns den Gedanken hervorrufen: „Das berührt mich nicht so sehr wie meine alltäglichen Sorgen und Probleme.“ Doch die Tatsachen zeigen etwas anderes. Die prophetische Verheißung aus Jesaja 35:10 ist für uns heute von Bedeutung. Um den Grund dafür herauszufinden, wollen wir uns dieses eindrucksvolle Kapitel, Jesaja 35, einmal näher ansehen und die einzelnen Bestandteile besonders in ihrem Zusammenhang betrachten. Das, was wir dabei feststellen werden, wird uns bestimmt erfreuen.

      Menschen, die sich einfach freuen mußten

      5. Welchen prophetischen Hintergrund hat die Prophezeiung aus Jesaja, Kapitel 35?

      5 Zum besseren Verständnis betrachten wir zunächst die Umstände, unter denen diese faszinierende Prophezeiung geäußert wurde, den geschichtlichen Hintergrund. Der hebräische Prophet Jesaja zeichnete sie um das Jahr 732 v. u. Z. auf. Das war Jahrzehnte vor der Zerstörung Jerusalems durch die babylonischen Heere. Wie aus Jesaja 34:2 hervorgeht, hatte Gott vorausgesagt, daß er sich an den Nationen rächen wolle, beispielsweise an Edom, das in Jesaja 34:6 erwähnt wird. Offensichtlich benutzte er dazu die Babylonier. Wegen der Untreue der Juden ließ Gott auch Juda von den Babyloniern verwüsten. Die Folge? Gottes Volk wurde in die Gefangenschaft weggeführt, und sein Heimatland lag 70 Jahre lang verödet da (2. Chronika 36:15-21).

      6. Welcher Unterschied bestand zwischen dem, was den Edomitern, und dem, was den Juden widerfuhr?

      6 Zwischen dem, was den Edomitern, und dem, was den Juden widerfuhr, gab es jedoch einen bedeutsamen Unterschied. Die göttliche Vergeltung an den Edomitern sollte endgültig sein; die Edomiter verschwanden als Volk schließlich ganz und gar. Ja, man kann in dem Gebiet, wo die Edomiter früher gesiedelt haben, immer noch menschenleere Ruinen besichtigen, zum Beispiel die weltberühmten Überreste von Petra. Doch es gibt heute keine Nation oder kein Volk, das als die Edomiter identifiziert werden könnte. Sollte aber auch die von den Babyloniern herbeigeführte Verwüstung Judas für immer andauern, so daß in dem Land auf ewig keine Freude mehr herrschen würde?

      7. Wie mögen die in Babylon gefangengehaltenen Juden Jesaja, Kapitel 35 betrachtet haben?

      7 In Verbindung damit ist die wunderbare Prophezeiung aus Jesaja, Kapitel 35 von herausragender Bedeutung. Sie kann als Wiederherstellungsprophezeiung bezeichnet werden, denn sie erfüllte sich zum erstenmal bei der Rückkehr der Juden in ihr Heimatland im Jahr 537 v. u. Z. Den Israeliten, die in Babylon gefangen waren, wurde erlaubt, in ihr Heimatland zurückzukehren (Esra 1:1-11). Doch bereits zuvor mögen sich die in Babylon festgehaltenen Juden, die sich mit dieser göttlichen Prophezeiung beschäftigten, gefragt haben, welche Verhältnisse sie wohl in Juda, ihrem nationalen Heimatland, vorfinden würden. Und wie wäre es um ihren eigenen Zustand bestellt? Die Antworten auf diese Fragen haben unmittelbar mit dem zu tun, was uns tatsächlich Grund zum Jubeln gibt. Befassen wir uns daher weiter damit.

      8. Welche Verhältnisse würden die Juden bei ihrer Rückkehr aus Babylon vorfinden? (Vergleiche Hesekiel 19:3-6; Hosea 13:8.)

      8 Wie wir uns vorstellen können, sah es für die Juden nicht gerade verheißungsvoll aus, selbst als sie erfuhren, daß sie in ihr Heimatland zurückkehren durften. Das Land hatte sieben Jahrzehnte lang — ein ganzes Menschenalter — brachgelegen. Was war geschehen? Alle bebauten Felder, Wein- und Obstgärten waren zu einer Wildnis geworden. Die früher bewässerten Gärten und Grundstücke waren jetzt Ödland oder Wüsten (Jesaja 24:1, 4; 33:9; Hesekiel 6:14). Denken wir auch an die vielen wilden Tiere. Dazu gehörten Fleischfresser wie Löwen und Schakale (1. Könige 13:24-28; 2. Könige 17:25, 26; Hoheslied 4:8). Vergessen wir auch nicht die Bären, die ohne weiteres einen Mann, eine Frau oder ein Kind töten konnten (1. Samuel 17:34-37; 2. Könige 2:24; Sprüche 17:12). Außerdem könnte man noch die Vipern und die anderen Giftschlangen sowie die Skorpione erwähnen (1. Mose 49:17; 5. Mose 32:33; Hiob 20:16; Psalm 58:4; 140:3; Lukas 10:19). Wenn wir uns unter den Juden befunden hätten, die 537 v. u. Z. aus Babylon zurückkehrten, hätten wir vielleicht Bedenken gehabt, uns in einer solchen Gegend aufzuhalten. Bei der Ankunft fanden die Juden mit Sicherheit kein Paradies vor.

      9. Weshalb hatten die Rückkehrer Grund, hoffnungsvoll und zuversichtlich zu sein?

      9 Aber schließlich war es Jehova, der seine Anbeter in ihre Heimat zurückführte, und er kann jede trostlose Situation ohne weiteres ändern. Würden wir das dem Schöpfer nicht zutrauen? (Hiob 42:2; Jeremia 32:17, 21, 27, 37, 41). Was würde er also tun, ja was tat er für die zurückkehrenden Juden und für ihr Land? Was bedeutet das für Gottes Volk der Neuzeit, für unsere Situation heute und in der Zukunft? Nun, wir wollen zunächst sehen, was damals vor sich ging.

      Freude über eine veränderte Situation

      10. Welche Veränderung wurde gemäß Jesaja 35:1, 2 vorausgesagt?

      10 Was sollte geschehen, als Cyrus den Juden gestattete, in dieses unwirtliche Land zurückzukehren? Lesen wir die begeisternde Prophezeiung in Jesaja 35:1, 2: „Die Wildnis und die wasserlose Gegend werden frohlocken, und die Wüstenebene wird voller Freude sein und blühen wie der Safran. Sie wird ganz bestimmt blühen, und sie wird tatsächlich mit Fröhlichkeit und mit Jubelrufen frohlocken. Die Herrlichkeit des Libanon selbst soll ihr gegeben werden, die Pracht des Karmels und Scharons. Dort werden die sein, die die Herrlichkeit Jehovas, die Pracht unseres Gottes, sehen werden.“

      11. Was muß man über das Land wissen, um das zu verstehen, was Jesaja anführte?

      11 In biblischer Zeit waren der Libanon, der Karmel und Scharon Gebiete, die für ihr üppiges Grün bekannt waren (1. Chronika 5:16; 27:29; 2. Chronika 26:10; Hoheslied 2:1; 4:15; Hosea 14:5-7). Jesaja führte diese Gebiete als Beispiele an, um zu beschreiben, wie das mit Gottes Hilfe verwandelte Land aussehen sollte. Aber sollten sich die Veränderungen allein auf das Land beschränken? Gewiß nicht.

      12. Warum können wir sagen, daß in der Prophezeiung in Jesaja, Kapitel 35 Menschen im Mittelpunkt stehen?

      12 In Jesaja 35:2 wird von dem Land gesagt, es werde „mit Fröhlichkeit und mit Jubelrufen frohlocken“. Natürlich können das Land und die Pflanzen nicht buchstäblich „mit Fröhlichkeit und mit Jubelrufen“ frohlockt haben. Aber dadurch, daß alles wieder fruchtbar wurde, konnten die Menschen dazu veranlaßt werden (3. Mose 23:37-40; 5. Mose 16:15; Psalm 126:5, 6; Jesaja 16:10; Jeremia 25:30; 48:33). Entsprechend den buchstäblichen Veränderungen in dem Land sollten auch bei den Menschen Veränderungen vor sich gehen, denn sie stehen bei dieser Prophezeiung im Mittelpunkt. Somit ist unser Verständnis begründet, daß sich die Worte Jesajas hauptsächlich auf die Veränderungen bei den jüdischen Rückkehrern und besonders auf deren Freude bezogen.

      13, 14. Welche Veränderungen die Menschen betreffend wurden in Jesaja 35:3, 4 vorausgesagt?

      13 Deshalb wollen wir diese anregende Prophezeiung weiter untersuchen, um festzustellen, wie sie sich nach der Befreiung und Rückkehr der Juden aus Babylon erfüllte. Jesaja sprach in Vers 3 und 4 noch von anderen Veränderungen bei den Rückkehrern: „Stärkt die schwachen Hände, und festigt die Knie, die wanken. Sagt zu denen, die ängstlichen Herzens sind: ‚Seid stark. Fürchtet euch nicht. Seht, euer eigener Gott, mit Rache wird er kommen, ja Gott mit Vergeltung. Er selbst wird kommen und euch retten.‘“

      14 Ist der Gedanke nicht ermutigend, daß unser Gott, der den öden Zustand des Landes umwandeln konnte, so sehr an seinen Anbetern interessiert ist? Er wollte nicht, daß sich die in Gefangenschaft lebenden Juden schwach fühlten, entmutigt waren oder sich vor der Zukunft fürchteten (Hebräer 12:12). Denken wir an den Zustand der jüdischen Gefangenen. Hätten die Juden nicht aus Gottes Prophezeiungen Hoffnung für die Zukunft schöpfen können, wäre es ihnen schwergefallen, optimistisch zu sein. Ihnen hätte es so vorkommen können, als befänden sie sich in einem finsteren Kerker, in dem sie sich weder frei bewegen noch Jehova ungehindert dienen konnten. Für sie hätte es den Anschein haben können, es gebe keinen Lichtblick. (Vergleiche 5. Mose 28:29; Jesaja 59:10.)

      15, 16. (a) Was wird Jehova für die Rückkehrer getan haben? (b) Warum werden die Rückkehrer keine buchstäblichen Wunderheilungen erwartet haben, doch was tat Gott im Einklang mit Jesaja 35:5, 6?

      15 Wie sich das doch änderte, als Jehova sie durch Cyrus befreien ließ und sie in ihr Heimatland zurückkehren konnten! Es gibt keinen biblischen Hinweis darauf, daß Jehova bei den jüdischen Rückkehrern durch ein Wunder blinde Augen öffnete, taube Ohren auftat oder verkrüppelte beziehungsweise fehlende Gliedmaßen wiederherstellte. In Wirklichkeit tat er jedoch etwas viel Großartigeres. Er gab ihnen Licht und Freiheit, indem er sie in ihr geliebtes Land zurückführte.

      16 Nichts deutet darauf hin, daß die Rückkehrer von Jehova erwarteten, solche buchstäblichen Wunderheilungen zu vollbringen. Ihnen muß bewußt gewesen sein, daß Gott dies auch bei Isaak, Simson und Eli nicht getan hatte (1. Mose 27:1; Richter 16:21, 26-30; 1. Samuel 3:2-8; 4:15). Doch wenn sie in sinnbildlicher Hinsicht von Gott eine Änderung ihres Zustandes erwarteten, wurden sie sicher nicht enttäuscht. In übertragener Weise erfüllten sich die Verse 5 und 6 tatsächlich. Die Voraussage Jesajas war somit zutreffend: „Zu jener Zeit werden die Augen der Blinden geöffnet, und die Ohren der Tauben, sie werden aufgetan. Zu jener Zeit wird der Lahme klettern wie ein Hirsch, und die Zunge des Stummen wird jubeln.“

      Das Land wie zu einem Paradies gemacht

      17. Welche buchstäblichen Veränderungen bewirkte Jehova offensichtlich?

      17 Die Rückkehrer hätten bestimmt Grund gehabt, über die Verhältnisse zu jubeln, die Jesaja weiter beschrieb: „Denn in der Wildnis werden Wasser hervorgebrochen sein und Wildbäche in der Wüstenebene. Und der von der Hitze ausgetrocknete Boden wird wie ein Schilfteich geworden sein und der durstige Boden wie Wasserquellen. An dem Aufenthaltsort von Schakalen, einem Ruheort für sie, wird es grünes Gras mit Schilfrohr und Papyruspflanzen geben“ (Jesaja 35:6b, 7). Auch wenn die gesamte Region heute ein anderes Bild bietet, sprechen doch die Beweise dafür, daß das Gebiet des früheren Juda einst ein „idyllisches Paradies“ war.a

      18. Wie reagierten die jüdischen Rückkehrer wahrscheinlich auf Gottes Segen?

      18 Was die Gründe für die Freude betrifft, so muß man sich nur einmal überlegen, wie sich der jüdische Überrest gefühlt haben muß, als er in das Land der Verheißung zurückgeführt wurde. Er konnte nun das von Schakalen und anderen wilden Tieren bewohnte Ödland in Besitz nehmen und umwandeln. Hätten wir nicht Freude dabei empfunden, uns an einem solchen Wiederherstellungswerk zu beteiligen, vor allem wenn uns bewußt gewesen wäre, daß Gott unsere Bemühungen segnet?

      19. Inwiefern war die Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft an Bedingungen geknüpft?

      19 Allerdings sollte und wollte nicht jeder jüdische Gefangene aus Babylon zurückkehren, um sich an dieser freudigen Umwandlung zu beteiligen. Gott legte Bedingungen fest. Wer sich durch heidnische religiöse Bräuche Babylons verunreinigt hatte, war nicht zur Rückkehr berechtigt (Daniel 5:1, 4, 22, 23; Jesaja 52:11). Auch durfte niemand zurückkehren, der törichterweise an unklugem Tun festhielt. All jene Personen kamen nicht dafür in Frage. Wer andererseits Gottes Maßstäben entsprach und in einem relativen Sinn als heilig galt, durfte nach Juda aufbrechen. Die Reise sollte gleichsam auf einem Weg der Heiligkeit zurückgelegt werden. Jesaja zeigte dies deutlich in Vers 8: „Dort wird es bestimmt eine Landstraße geben, ja einen Weg; und er wird der ‚Weg der Heiligkeit‘ genannt werden. Der Unreine wird nicht darüberziehen. Und er wird für den auf dem Weg Wandelnden sein, und keine Törichten werden darauf umherirren.“

      20. Wovor brauchten sich die Juden bei ihrer Rückkehr nicht zu fürchten, und was würden sie deshalb tun?

      20 Die zurückkehrenden Juden brauchten sich nicht davor zu fürchten, von Menschen mit raubtierartiger Gesinnung oder von Räuberbanden angegriffen zu werden. Warum? Weil Jehova nicht zulassen würde, daß sich solche Menschen auf demselben Weg befänden wie sein zurückgekauftes Volk. Daher konnte sich sein Volk mit freudigem Optimismus und einer herrlichen Aussicht auf die Reise machen. Beachten wir, wie Jesaja dies am Schluß der Prophezeiung beschrieb: „Dort wird sich kein Löwe befinden, und raubtierartige wilde Tiere werden nicht darauf hinaufsteigen. Keines wird dort zu finden sein; und die Zurückgekauften sollen dort wandeln. Und die von Jehova Erlösten, sie werden zurückkehren und gewiß mit Jubelruf nach Zion kommen; und auf unabsehbare Zeit wird Freude über ihrem Haupt sein. Frohlocken und Freude werden sie erlangen, und Kummer und Seufzen sollen entfliehen“ (Jesaja 35:9, 10).

      21. Wie sollten wir die damalige Erfüllung von Jesaja, Kapitel 35 heute betrachten?

      21 Welch ein hochprophetisches Bild! Wir sollten diesen Bericht jedoch nicht so betrachten, als würde er nur von der Vergangenheit handeln, so, als seien es nur schöne Worte, die wenig mit unserer gegenwärtigen Situation oder mit unserer Zukunft zu tun haben. Tatsächlich erfüllt sich diese Prophezeiung heute auf erstaunliche Weise an Gottes Volk. Sie berührt also jeden von uns und liefert jedem von uns triftige Gründe zum Jubeln. Mit den Aspekten, die unser heutiges und unser künftiges Leben betreffen, werden wir uns im nächsten Artikel beschäftigen.

  • Freudig — heute und für immer
    Der Wachtturm 1996 | 15. Februar
    • Freudig — heute und für immer

      „Frohlockt und freut euch immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich schaffe Jerusalem als Ursache zur Freudigkeit und ihr Volk als Ursache zum Frohlocken“ (JESAJA 65:18).

      1. Wie hat sich die wahre Anbetung im Laufe der Jahrhunderte auf Menschen ausgewirkt?

      IM Laufe der Jahrhunderte haben zahllose Menschen große Freude daran gefunden, dem wahren Gott, Jehova, zu dienen. David war nur einer von vielen, die freudig die wahre Anbetung ausübten. Aus dem Bibelbericht über den Transport der Bundeslade nach Jerusalem geht folgendes hervor: „David und das ganze Haus Israel brachten die Lade Jehovas mit Jubelgeschrei ... hinauf“ (2. Samuel 6:15). Eine solche Freude in Verbindung mit dem Dienst für Jehova gehört keinesfalls der Vergangenheit an. Wir können ebenfalls einen Anteil an der Freude haben. Und schon bald kann uns sogar noch mehr Freude zuteil werden.

      2. Wer ist heute an einer weiteren Erfüllung von Jesaja, Kapitel 35 beteiligt, die über die ursprüngliche Erfüllung an den jüdischen Rückkehrern hinausgeht?

      2 Im vorigen Artikel befaßten wir uns mit der ersten Erfüllung der begeisternden Prophezeiung in Jesaja, Kapitel 35. Diese Prophezeiung kann zu Recht als Wiederherstellungsprophezeiung bezeichnet werden, weil sie sich für die Juden in alter Zeit als solche erwies. Eine ähnliche Erfüllung hat sie auch in unserer Zeit. Inwiefern? Nun, Jehova begann Pfingsten 33 u. Z. mit Jesu Aposteln und mit anderen geistigen Israeliten zu handeln. Diese mit Gottes heiligem Geist gesalbten Menschen gehören zum „Israel Gottes“, wie es der Apostel Paulus nannte (Galater 6:16; Römer 8:15-17). Behalten wir auch im Sinn, daß sie in 1. Petrus 2:9 als „ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, ein Volk zum besonderen Besitz“ bezeichnet werden. Petrus beschrieb des weiteren die Aufgabe des geistigen Israel: „‚... damit ihr die Vorzüglichkeiten‘ dessen ‚weit und breit verkündet‘, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat.“

      Eine Erfüllung in unserer Zeit

      3, 4. Unter welchen Umständen erfüllte sich Jesaja, Kapitel 34 in der Neuzeit?

      3 Anfang unseres Jahrhunderts gab es eine Zeit, in der die geistigen Israeliten die Botschaft nicht mit beständigem Eifer verkündigten. Sie freuten sich auch nicht in vollem Maße über Gottes wunderbares Licht. Ja, sie befanden sich in ziemlicher Finsternis. Wann war das? Und was unternahm Gott dagegen?

      4 Das war während des Ersten Weltkriegs, bald nachdem das Königreich Gottes 1914 im Himmel aufgerichtet worden war. Die Nationen ließen, unterstützt von der Geistlichkeit der Kirchen in den jeweiligen Ländern, ihren Zorn aneinander aus (Offenbarung 11:17, 18). Gott war natürlich ebensosehr gegen die abtrünnige Christenheit mit ihrer hochmütigen Geistlichkeit, wie er gegen die stolze Nation Edom gewesen war. Daher wird die Christenheit, das gegenbildliche Edom, die neuzeitliche Erfüllung von Jesaja, Kapitel 34 zu spüren bekommen. Diese Erfüllung — die endgültige Vernichtung — ist ebenso gewiß wie die Erfüllung am alten Edom (Offenbarung 18:4-8, 19-21).

      5. Welche Erfüllung hatte Jesaja, Kapitel 35 in unserer Zeit?

      5 Wie steht es mit der Freude, auf die im 35. Kapitel der Prophezeiung Jesajas so viel Nachdruck gelegt wird? Auch in dieser Hinsicht gab es eine Erfüllung in unserer Zeit. Inwiefern? Dies geschah durch die Befreiung des geistigen Israel aus einer Art Gefangenschaft. Beschäftigen wir uns mit den Fakten, die tatsächlich neuzeitliche theokratische Geschichte sind, mit Dingen, die sich abgespielt haben, als einige von uns bereits am Leben waren.

      6. Warum kann gesagt werden, daß der Überrest des geistigen Israel in einen Zustand der Gefangenschaft geriet?

      6 Während des Ersten Weltkriegs hatte sich der Überrest des geistigen Israel in geistiger Hinsicht zeitweise nicht völlig rein gehalten und sich nicht uneingeschränkt nach Gottes Willen ausgerichtet. Einige Glieder waren durch Irrlehren befleckt und hatten Zugeständnisse gemacht, indem sie nicht eindeutig für Jehova eintraten, als sie unter Druck gesetzt wurden, die kriegführenden Nationen zu unterstützen. In den Kriegsjahren verfolgte man den Überrest auf jede erdenkliche Weise, und vielerorts verbot man zudem seine biblische Literatur. Schließlich wurden einige der leitenden Brüder auf Grund von Falschanklagen verurteilt und eingesperrt. Rückblickend läßt sich unschwer feststellen, daß sich Gottes Volk gewissermaßen in Gefangenschaft befand, also nicht frei war. (Vergleiche Johannes 8:31, 32.) Ihm fehlte es erheblich an geistigem Weitblick (Epheser 1:16-18). Es war hinsichtlich der Lobpreisung Gottes verhältnismäßig stumm, weshalb es in geistiger Hinsicht keine Früchte hervorbrachte (Jesaja 32:3, 4; Römer 14:11; Philipper 2:11). Können wir erkennen, inwiefern dies der Situation der Juden in alter Zeit glich, die sich in Babylon in Gefangenschaft befanden?

      7, 8. Welche Art der Wiederherstellung erlebte der neuzeitliche Überrest?

      7 Würde Gott seine neuzeitlichen Diener in diesem Zustand lassen? Nein, er war entschlossen, sie in Einklang mit dem, was er durch Jesaja vorausgesagt hatte, zu befreien. Deshalb hat die Prophezeiung in Kapitel 35 eine weitere eindeutige Erfüllung in unserer Zeit, und zwar dadurch, daß der Wohlstand und die Gesundheit des Überrests des geistigen Israel in einem geistigen Paradies wiederhergestellt wurden. Gemäß Hebräer 12:12 wandte Paulus Jesaja 35:3 in sinnbildlicher Weise an, was zeigt, daß unsere übertragene Anwendung dieses Teils der Prophezeiung Jesajas korrekt ist.

      8 In der Nachkriegszeit kamen die übriggebliebenen Gesalbten des geistigen Israel gleichsam aus der Gefangenschaft frei. Jehova Gott gebrauchte Jesus Christus, den größeren Cyrus, um sie zu befreien. Daher konnte dieser Überrest ein Wiederaufbauwerk verrichten, vergleichbar mit der Tätigkeit des Überrests der Juden in alter Zeit, der in sein Land zurückkehrte, um den buchstäblichen Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen. Die geistigen Israeliten konnten außerdem damit beginnen, ein blühendes geistiges Paradies, einen sinnbildlichen Garten Eden, zu pflegen und zu bebauen.

      9. Welche Entwicklungen in unserer Zeit entsprachen dem, was in Jesaja 35:1, 2, 5-7 beschrieben wird?

      9 Behalten wir das bisher Betrachtete im Sinn, wenn wir uns jetzt noch einmal Jesaja, Kapitel 35 zuwenden und uns zunächst die Verse 1 und 2 ansehen. Das, was eine wasserlose Gegend zu sein schien, begann wirklich zu blühen und ebenso fruchtbar zu sein wie in alter Zeit die Ebene Scharon. Betrachten wir nun die Verse 5 bis 7. Dem Überrest, von dem noch einige Glieder am Leben und im Dienst Jehovas tätig sind, wurden die Augen des Verständnisses geöffnet. Er konnte daraufhin die Bedeutung dessen besser verstehen, was 1914 und danach geschehen war. Das wirkte sich auch auf die vielen von uns aus, die die „große Volksmenge“ bilden, die heute Seite an Seite mit dem Überrest dient (Offenbarung 7:9).

      Haben wir einen Anteil an der Erfüllung?

      10, 11. (a) Inwiefern sind wir in die Verwirklichung von Jesaja 35:5-7 einbezogen? (b) Wie denken wir persönlich über diese Veränderungen?

      10 Betrachten wir einmal uns selbst. Haben wir regelmäßig in der Bibel gelesen, bevor wir mit Jehovas Zeugen in Berührung kamen? Wenn ja, wieviel haben wir davon verstanden? Heute kennen wir beispielsweise die Wahrheit über den Zustand der Toten. Wenn sich jemand für dieses Thema interessiert, können wir ihm wahrscheinlich entsprechende Texte aus 1. Mose 2, Prediger 9 und Hesekiel 18 sowie eine ganze Reihe weiterer Bibeltexte vorlesen. Und gewiß ist uns klar, was die Bibel zu zahlreichen weiteren Themen oder Fragen sagt. Die Bibel ist für uns ganz einfach verständlich geworden, und wir können anderen vieles erklären beziehungsweise haben es sicher auch schon getan.

      11 Wir sollten uns jedoch auch fragen: Wie haben wir die biblische Wahrheit kennengelernt? Sind wir selbst auf all die gerade erwähnten Texte gestoßen, bevor Diener Jehovas mit uns studiert haben? Verstanden wir die Bibeltexte, und zogen wir die richtigen Schlußfolgerungen hinsichtlich ihrer Bedeutung? Die ehrliche Antwort auf diese Fragen ist wahrscheinlich: „Nein.“ Ohne jemand zu nahe treten zu wollen, kann eigentlich gesagt werden, daß wir im Grunde genommen blind waren, was diese Texte und ihre Bedeutung angeht. Ist es nicht so? Sie standen zwar in der Bibel, aber wir konnten sie nicht sehen, das heißt ihre Bedeutung nicht erfassen. Und wie wurden unsere Augen in geistiger Hinsicht geöffnet? Durch das, was Jehova in Erfüllung von Jesaja 35:5 mit dem gesalbten Überrest tat. Auf Grund dessen wurden auch unsere Augen aufgetan. Wir befinden uns nicht mehr in geistiger Finsternis. Wir können sehen. (Vergleiche Offenbarung 3:17, 18.)

      12. (a) Warum kann gesagt werden, daß heutzutage keine buchstäblichen Wunderheilungen erfolgen? (b) Wie läßt sich in Verbindung mit Bruder F. W. Franz veranschaulichen, auf welche Weise sich Jesaja 35:5 in unserer Zeit erfüllt?

      12 Scharfsinnige Erforscher der Bibel und der Handlungsweise Gottes während all der Jahrhunderte wissen, daß heutzutage keine buchstäblichen Wunderheilungen erfolgen (1. Korinther 13:8-10). Daher erwarten wir nicht, daß Jesus Christus blinde Augen öffnet, um zu beweisen, daß er der Messias, der Prophet Gottes, ist (Johannes 9:1-7, 30-33). Ebensowenig befähigt er alle Gehörlosen, wieder zu hören. Frederick W. Franz, ein Gesalbter und seinerzeit Präsident der Watch Tower Society, war mit fast 100 Jahren so gut wie blind und benötigte ein Hörgerät. Er hatte in den letzten Lebensjahren zwar nicht mehr genügend Sehkraft, um selbst lesen zu können, aber wer hätte ihn im Sinne von Jesaja 35:5 für blind oder taub gehalten? Sein außergewöhnlicher geistiger Scharfblick war ein Segen für Gottes Volk auf der ganzen Erde.

      13. Welche Veränderung oder Wiederherstellung erlebte Gottes Volk in der Neuzeit?

      13 Oder wie steht es mit unserer Zunge? Gottes Gesalbte mögen während ihrer geistigen Gefangenschaft stumm gewesen sein. Doch als Gott in bezug auf diesen Zustand eine Veränderung herbeiführte, begann ihre Zunge über das zu jubeln, was sie über sein aufgerichtetes Königreich und seine Verheißungen, die Zukunft betreffend, wußten. Diese Gesalbten haben möglicherweise sogar mitgeholfen, unsere Zunge zu lösen. In welchem Umfang haben wir in der Vergangenheit mit anderen über die biblische Wahrheit gesprochen? Vielleicht haben wir irgendwann einmal gedacht: „Das Studium gefällt mir, aber ich werde niemals hinausgehen und mit Fremden sprechen.“ Doch ‘jubelt’ jetzt nicht die „Zunge des Stummen“? (Jesaja 35:6).

      14, 15. Inwiefern gehen heute viele auf dem „Weg der Heiligkeit“?

      14 Die aus Babylon befreiten Juden mußten eine weite Reise unternehmen, um in ihr Heimatland zu gelangen. Welche Entsprechung gibt es dafür in unserer Zeit? Lesen wir Jesaja 35:8, wo es heißt: „Dort wird es bestimmt eine Landstraße geben, ja einen Weg; und er wird der ‚Weg der Heiligkeit‘ genannt werden. Der Unreine wird nicht darüberziehen.“

      15 Nach seiner Befreiung aus der geistigen Gefangenschaft hat der gesalbte Überrest, mit dem heute Millionen andere Schafe verbunden sind, Babylon die Große verlassen und sich auf eine sinnbildliche Landstraße begeben, auf einen reinen Weg der Heiligkeit in das geistige Paradies. Wir geben uns alle Mühe, für den Weg der Heiligkeit geeignet zu sein und darauf zu bleiben. Betrachten wir einmal uns selbst. Halten wir uns heute nicht an viel höhere Sittenmaßstäbe und Grundsätze als zu der Zeit, wo wir noch ein Teil der Welt waren? Sind wir nicht noch mehr darauf bedacht, unser Denken und Handeln mit dem Denken und Handeln Jehovas in Übereinstimmung zu bringen? (Römer 8:12, 13; Epheser 4:22-24).

      16. Welche erfreulichen Verhältnisse herrschen auf dem Weg der Heiligkeit?

      16 Auf dem Weg der Heiligkeit brauchen wir uns nicht vor Menschen mit einer raubtierartigen Gesinnung zu fürchten. In der Welt müssen wir dagegen ständig aufpassen, daß uns habgierige oder haßerfüllte Menschen nicht, bildlich gesprochen, lebendig verschlingen. Unglaublich viele Menschen gehen tatsächlich raubgierig mit anderen um. Wie anders ist es doch unter Gottes Volk! Dort befinden wir uns in einer geschützten Umgebung. Natürlich sind unsere Brüder und Schwestern nicht vollkommen; mitunter begeht jemand einen Fehler oder erregt Anstoß. Aber wir wissen, daß unsere Brüder nicht darauf aus sind, uns zu verletzen oder zu verschlingen (Psalm 57:4; Hesekiel 22:25; Lukas 20:45-47; Apostelgeschichte 20:29; 2. Korinther 11:19, 20; Galater 5:15). Im Gegenteil, sie zeigen Interesse an uns, sie haben uns geholfen, und sie möchten gemeinsam mit uns dienen.

      17, 18. Inwiefern existiert heute ein Paradies, und welche Auswirkungen hat das auf uns?

      17 Wenn wir uns mit Jesaja 35 befassen, müssen wir also die heutige Erfüllung der Verse 1 bis 8 im Sinn haben. Ist nicht deutlich zu erkennen, daß wir bereits das gefunden haben, was zu Recht als geistiges Paradies bezeichnet wird? Es ist zwar kein vollkommenes Paradies — noch nicht. Aber es ist tatsächlich ein Paradies, denn wie es in Vers 2 heißt, können wir darin bereits „die Herrlichkeit Jehovas, die Pracht unseres Gottes, sehen“. Und wie wirkt sich das aus? Der Vers 10 lautet: „Die von Jehova Erlösten, sie werden zurückkehren und gewiß mit Jubelruf nach Zion kommen; und auf unabsehbare Zeit wird Freude über ihrem Haupt sein. Frohlocken und Freude werden sie erlangen, und Kummer und Seufzen sollen entfliehen.“ Es erfüllt uns wirklich mit Freude, daß wir die falsche Religion verlassen haben und in der Gunst Gottes die wahre Anbetung pflegen.

      18 Und diese Freude in Verbindung mit der wahren Anbetung nimmt tatsächlich immer mehr zu. Wir sehen, wie Neue Änderungen in ihrem Leben vornehmen und in der biblischen Wahrheit befestigt werden. Wir beobachten in der Versammlung Jugendliche, die, während sie heranwachsen, in geistiger Hinsicht Fortschritte machen. Wenn Taufen stattfinden, lassen sich Menschen taufen, die wir kennen. Sind das in der heutigen Zeit nicht alles Gründe zur Freude, zu überströmender Freude? Ja, welch eine Freude, daß sich andere mit uns der geistigen Freiheit und der paradiesischen Verhältnisse erfreuen!

      Eine weitere, künftige Erfüllung

      19. Mit welcher hoffnungsvollen Erwartung erfüllt uns Jesaja, Kapitel 35?

      19 Unsere bisherige Betrachtung von Jesaja 35 hatte mit der ersten Erfüllung in Verbindung mit der Rückkehr der Juden zu tun und mit der Erfüllung, die heute in geistigem Sinne vor sich geht. Doch das ist nicht alles. Wir können noch mehr erwarten. Das ist deshalb so, weil die Bibel für die Zukunft eine Wiederherstellung buchstäblich paradiesischer Verhältnisse auf der Erde zusichert (Psalm 37:10, 11; Offenbarung 21:4, 5).

      20, 21. Warum ist es logisch und biblisch, an eine weitere Erfüllung von Jesaja, Kapitel 35 zu glauben?

      20 Es wäre inkonsequent, wenn Jehova das Paradies anschaulich beschreiben, aber die Erfüllung dann auf geistige Dinge beschränken würde. Damit soll natürlich nicht gesagt werden, daß die geistige Erfüllung bedeutungslos ist. Wir hätten keine Freude an einem buchstäblichen Paradies, wenn wir in der herrlichen Landschaft zwar von friedlichen Tieren umgeben wären, gleichzeitig aber auch von geistig verdorbenen Menschen, die sich wie Raubtiere verhielten. (Vergleiche Titus 1:12.) Ja, das geistige Paradies ist vorrangig, es ist tatsächlich am wichtigsten.

      21 Das künftige Paradies wird allerdings nicht nur die geistigen Aspekte aufweisen, die uns heute schon Freude bereiten — und uns in Zukunft noch mehr Freude bereiten werden —, sondern wir erwarten mit gutem Grund die buchstäbliche Erfüllung von Prophezeiungen wie Jesaja 35. Warum? Nun, wir lesen in Kapitel 65, daß Jesaja „neue Himmel und eine neue Erde“ vorhersagte. Auf diese bezog sich der Apostel Petrus, als er beschrieb, was auf den Tag Jehovas folgen wird (Jesaja 65:17, 18; 2. Petrus 3:10-13). Wie Petrus andeutete, sollen die von Jesaja beschriebenen Verhältnisse tatsächlich herrschen, wenn die „neue Erde“ Wirklichkeit wird. Dazu zählen Dinge, die uns wahrscheinlich bekannt sind, wie zum Beispiel, daß man Häuser bauen und sie bewohnen wird, daß man Weingärten pflanzen und ihren Fruchtertrag essen sowie die Arbeit seiner Hände ausgiebig genießen wird, daß Wolf und Lamm beisammen lagern werden und daß auf der ganzen Erde kein Schaden gestiftet werden wird. Oder anders ausgedrückt, es werden ein langes Leben, sichere Wohnungen, Überfluß an Nahrung, befriedigende Arbeit und Frieden unter den Tieren sowie zwischen Mensch und Tier zugesichert.

      22, 23. Welchen Grund zur Freude wird die künftige Erfüllung von Jesaja, Kapitel 35 liefern?

      22 Erfüllt uns diese Aussicht nicht mit Freude? Das sollte es, denn Gott erschuf uns für ein solches Leben (1. Mose 2:7-9). Und was bedeutet das in Verbindung mit der Prophezeiung in Jesaja 35, die wir betrachten? Es bedeutet, daß wir einen weiteren Grund zum Jubeln haben. Die buchstäblichen Wüsten und die wasserlosen Gegenden werden blühen und für uns ein Grund zur Freude sein. Heute blinde Menschen werden dann mit ihren schönen blauen, braunen oder andersfarbigen Augen wieder sehen können. Mitchristen, die gehörlos oder schwerhörig sind, werden deutlich hören können. Wie erquickend wird es für sie sein, Vorlesungen aus Gottes Wort und Erklärungen dazu hören zu können beziehungsweise das Rauschen des Windes in den Baumwipfeln, ein Kinderlachen oder das Lied eines Vogels zu vernehmen!

      23 Es wird außerdem bedeuten, daß sich Lahme — auch die an Arthritis Erkrankten unter uns — schmerzfrei bewegen können. Welch eine Erleichterung! Dann werden in den Wüsten buchstäblich Wildbäche hervorströmen. Wir werden beobachten können, wie das Wasser sprudelt, und sein Plätschern hören. Wir werden dorthin gehen und grünes Gras und Papyruspflanzen berühren können. Das Paradies wird wirklich wiederhergestellt sein. Und wird es nicht eine Freude sein, uns in der Nähe eines Löwen oder eines anderen wildlebenden Tieres aufhalten zu können, ohne uns fürchten zu müssen? Diese Szene brauchen wir gar nicht näher zu beschreiben, denn davon sind wir alle ohnehin schon begeistert.

      24. Warum können wir uns den Worten aus Jesaja 35:10 anschließen?

      24 Jesaja versichert uns: „Die von Jehova Erlösten, sie werden zurückkehren und gewiß mit Jubelruf nach Zion kommen; und auf unabsehbare Zeit wird Freude über ihrem Haupt sein.“ Wir können also mit Sicherheit sagen, daß wir Grund zum Jubeln haben. Wir können uns über das freuen, was Jehova in unserem geistigen Paradies bereits für sein Volk tut, und über das, was wir in dem buchstäblichen Paradies, das sehr nahe ist, noch erwarten können. Über die sich Freuenden — über uns — schrieb Jesaja: „Frohlocken und Freude werden sie erlangen, und Kummer und Seufzen sollen entfliehen“ (Jesaja 35:10).

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen